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Die riizflmize EomeWstems.

Am 1. November 1929.

Von Dr.-Ing. Arturo Uccelli - Mailand.

Das nun bald^zu Ende gehende Jahr 1929 war wirklich nicht reich an merkwürdigen Himmelserscheinungen. Im Laufe dieses Jahres konnten wir keine Mondekliptik ver­zeichnen und von den beiden einzigen Sonneneklipsen die am 9. Mai stattgefundene bei uns überhaupt nicht wahrnehmen, während jene am 1. November eintretende besonders deshalb interessant ist, weil sie an vielen Stellen der Erdoberfläche in Ringform sichtbar wird, leider in unseren Regionen nur teilweise.

Wenn unser Trabant zur Zeit des Neumondes genau zwischen unsere Erde und die Sonne zu stehen kommt, so ver­hindert er zum größeren oder kleineren Teil das Vordringen der Sonnenstrahlen, was zur Folge hat, daß wir einem langsam und beharrlich fortschreitenden Phänomen der Ver­dunkelung beiwohnen können, der ein Zeitraum erhöhter Be­leuchtung folgt, und dies bis zu dem Augenblick, da das Sonnenlicht wiederum seine gewohnte Intensität annimmt.

Die Sache an sich ist außerordentlich einfach und kann mit jener Verdunkelung verglichen werden, die für uns gegenüber von irgend jemand hervorgerufen wird, der, an uns vorübergehend, mit seiner Person irgend eine Lichtquelle verdeckt. Schwerer zu erklären ist hingegen das Phänomen der Ekliptik, die nicht allzu häufig eintritt. Tatsächlich be­findet sich unser Trabant zur Zeit jedes Neumondes an dem­selben Punkt zwischen Sonne und Erde, während andrerseits doch allgemein bekannt ist, daß die Eklipsen keineswegs bei jedem Neumond stattfinden.

Man muß nur bedenken, daß der Mond gleich jedem an­deren dunklen Himmelskörper, der von einem Gestirn be­leuchtet wird, auf der entgegengesetzten Seite im Raum einen beschatteten Winiel projiziert. Man bedenke weiter, daß der Mond sich bei seinem Lauf um die Erde auf einer Ebene bewegt, die mit jener der Ekliptik, also der, welche die Erd­bahn einbegreift, nicht übereinstimmt.

Die Eklipsen kommen nur zur Zeit des Neu- oder Voll­mondes zustande, wenn sich nämlich unser Trabant bei seinem Lauf an einem der elliptischen Ebene besonders nahe ge- legenen Punkt befindet. Ein Zusammentreffen der Mond­bahnebene mit jener der Sonnenbahn hängt mit der soge­nannten Knotenlinie zusammen, und die Eklipsen treten nur dann ein, wenn unser Trabant zur Zeit des Neu- oder Voll­mondes eine obengenannter Knotenlinie sehr nahe gelegene Stellung einnimmt.

In diesem Fall wohnen wir zur Zeit des Neumondes einer Sonneneklipse bei, während wir zur Zeit des Voll­mondes Mondeklipsen zu verzeichnen haben. Das ist daraus zurückzuführen, daß unser Planet mit seinem eigenen Schatten die helle Scheibe unseres Trabanten während einiger Zeit verdeckt.

. Die Astronomen betrachten die Stellung, die unser Tra­bant einnimmt, wem«, er sich mit Hinsicht auf uns auf einer und derselben Seite mit der Sonne befindet, als Konjunktion des Mondes mit der Sonne, während wir als Mondoppo- sitioi^jene Stellung ansehen, die unseren Trabanten auf einer der Sonne entgegen gesetzten Seite zeigt.

Die ringförmige Ekliptik am ersten November rührt tat­sächlich von einer solchen Konjunktion des Mondes mit der Sonne her und wird nach mitteleuropäischer Zeit um 1 Uhr und 1 Minute stattfinden.

Die eigentliche Konjunktion des Mondes mit der Sonne entspricht dem Höhepunkt dieser Himmelserscheinung. Es versteht sich daher von selbst, daß die Eklipse mit einer schein­baren ersten Berührung der Mondscheibe mit der Sonnen­scheibe, also lange vor ihrem Höhepunkt, anfängt und lange nach ihm endigt.

Das erste Zusammentreffen der Mondscheibe mit der Sonnenscheibe findet bei 252 Grad statt, vorausgesetzt, daß man den Winkel berechnet, den man gewinnt, wenn man vom nördlichsten Punkt der Scheibe ausgeht und die Winkel

^ nach West über Süd berechnet. Der Winkel des höchsten Punktes der Sonnenscheibe bis zum Punkt des zweiten Zusammentreffens, das heißt, sobald das Phänomen der Eklipse sein Ende erreicht, welcher Winkel immer in ge­nannter Weise berechnet wird, beträgt 167 Grad.

Am ersten November wird die Eklipse im Atlantischen Dzean, m Mittel- und Westeuropa und in dem westlichen -eil ie§ Indischen Ozeans sichtbar sein.

Aus den Kämpfen um Le Quesnoy vom

30. Oktober bis 3. November 1914.

15 .^hre sind bereits darüber hingegangen, und noch m «ei-!L Erlebnis aus den für das aktive Jnf.-Regt. 116 )o Deriuffretdjen Tagen bei Le Quesnoy im Gedächtnis, als

°s erst vor geraumer Zeit miterlebt hätte. Im Regi- ment war JJiute Oktober der Typhus ausgebrochen; es wurde mfolgedeßeu aus seiner Stellung zwischen Damery und Pavil- ters vom Regt. 115 abgelöst und rückwärts nach Cremery ver-

Aerzten des Regiments gelang es schließlich nach ^^saligem Impfen, der Krankheit einigermaßen Herrzu wcr- ven, doch gar mancher der Kameraden ist ihr erlegen. Während far uns eine Erholung waren etwa 400 Mann, meist Gießener Studenten, als Ersatz eingetroffen und auf die «mzetnpn Kompagnien verteilt worden. Am 30. Oktober abends gegen 10 Uhr, wir hatten es uns auf dem Strohboden eines ®e« 1 Ausgang des Dorfes nach Fresnoy recht bequem ge- cht.^knm wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Meldung: ^"M°stn haben die 21. Division aus der Le Quesnoy- ^ ^!?"^eworfen". Das Regiment, das zum größten R die Nachwirkungen des Impfens verspürt, wird Min und im Eilmarsch geht es unter Führung von 11011 den 115cm bis Fresnoy. Nach stunden- ortnnk Warten, es waren inzwischen unsichere Meldungen ein- ier noa& das verlorene Gelände wieder in unserem Besitz reite o uor dis Damery. Die Fraiizosen haben aber be- 9eit "Quesnoy zum zweitenmal genommen. Nun ist keine 3« verlieren; unser Bataillon wird links von der < c Damery und Le Quesnoy miteinander verbindet, ulwickelt. Unheilvolle Tage für das Regiment gehen an. fi/S°us gegen 5 Uhr geht die Meldung durch die Schützen- lnitrL- »Entladen. Gewehrschloß in den Brotbeutel". Jetzt erst wchcn wir, um was es geht; das Dorf Le Quesnoy soll von uns .flammen werden. Unter dem Schutze des grauauf-

Nebels rücken wir nun, rechts von uns das 111. Ba- A 001 uns das 11., gegen Le Quesnoy vor. Das Feuer b tto etwas nachgelassen, und wir kamen fast ohne Verluste bis (?or dem Dorf liegendes Wäldchen, als auf einmal ein moroerisheL Reiter von Seiten der Franzosen anhebt., Kom- und zugweise wird nun versucht, in das mit einer Hecke umgebende Dorf einzudriugen. Einem kleinen Häuslein nur gelingt es, von der Straße aus bis in dieses jwjuftoßen; aber keiner von ihnen kehrt jemals wieder zurück.

Abrechnung mit den Sklareks.

Zeugenverhör im Sklarek-Ausschuß.

Schuldige und Beschuldigte.

Der Sklarek-Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages, der dieMißwirtschaft in der Berliner Stadtverwaltung", wie seine offizielle Aufgabe lautet, prüfen soll, hat unter dem Vorsitz des kommunistischen Ab­geordneten Schwenk seine Arbeiten ausgenommen. Vor Eintritt in die Tagesordnung teilte der Vorsitzende mit, daß der Berliner Blagistrat seinen Beamten und' den Bezirks­ämtern in vollein Umfange Aussagegenehnngung erteilt hat. Weiter wies er darauf hin, daß er den Magistrat um

Übersendung des Aktenmaterials

ersucht habe. Der Magistrat habe dies jedoch abgelehnt, da er der Akten zur Beantwortung der vielen Anfragen des Oberpräsidenten, des Untersuchungskommissars und der Staatsanwaltschaft benötige. Schwenk bemerkte, der Aus­schuß könne auf die Dauer nicht ohne die Originalakken aus­kommen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde festgestellt, daß die zu vernehmenden Zeugen jeweils erst nachträg­lich vereidigt werden sollen. Hierauf wurde der Leiter des Berliner Anschaffunasamtes Obermagistratsrat Schall­dach, als Zeuge vernommen. Er schilderte die Geschichte der KleiberNertriebsgesellschaft, die aus der Berliner Kriegs­gesellschaft für Kleiderverwertung hervor- gegangen war. Nach ihrer Liquidation gingen die Bestände im Jahre 1925 an die Sklareks über. Es handelte sich um Waren im Werte von

etwa 650 000 Mark.

Gleichzeitig wurde mit den Sklareks ein Vertrag geschlossen, wonach für zwei Jahre aus den übernommenen Beständen die Fürsorgeämter mit Textilwaren beliefert werden durften. Da dieser Beschluß im Mai 1926 gefaßt wurde, lief der erste Vertrag mit den Sklareks bis 1. Juli 1928. Bald reklamierten die Sklareks aber die übernommenen Bestände als so schlecht, daß sie für den Gebrauch der Ämter nicht zu verwerten seien. Infolge dieser Reklamation billigte ihnen 1927 der Magistrat ein Darlehen von 300 000 Mark zu, das mit monatlich 30 000 Mark abgetragen werden sollte. Zugleich wurde der Vertrag verlängert. Über das genaue Datum dieser Ab- machungen geben die Akten keine Auskunft. Jedenfalls mutzte der Vertrag nun ungefähr bis zum 1. Juni 1930 laufen. Als der Zeuge im Januar 1927 mit der Leitung der Anschasfungs- gesellschaft betraut wurde, fand er über diese Verträge hinaus noch eine andere Geschäftsverbindung mit den Sklareks vor. Außerhalb ihrer sonstigen Verträge sollten sie auch die An­schaffungsgesellschaft mit

Decken für Krankenhäuser >

usw. beliefern. Dieser zweite Vertrag stand im Wider­spruch mit dem mit dem Magistrat geschlossenen Vertrage. Denn wenn die Sklareks auf Grund des Maqistratsvertrages bereits die einzelnen Ämter unmittelbar mit Textilwaren ver­sorgten, brauchten sie nicht auch noch die Anschaffungsgefell­schaft, die ja gleichfalls für die Ämter da war, einzudecken.

Über die Anfänge der Sklarckschen Geschäftsverbindung mit der Stadt Berlin konnte der Zeuae keine Auskunft neben.

Um allen unseren Lesern "mit einiger Genauigkeit den Anfang, den Höhepunkt und das Ende der Eklipse angeben zu können, haben wir für unsere Regionen eine mittlere Zeit berechnet. Von einer Stadt zur anderen wird diese Zeit sich je nach dem Längen- oder Breitengrad der betreffenden Oert- lichkeiten um einige Minuten verändern.

Auf jeden Fall können folgende Zeiten als mittlere gelten: Anfang der Eklipse 11 Uhr 24 Minuten Höhepunkt 12 Uhr 17 Minuten

Ende der Eklipse 1 Uhr 11 Minuten.

Wenn wir als Maßeinheit den Durchmesser der SonNe annehmen, so entspricht die Größe der Eklipse 0,18. Mit an­deren Worten bleiben nicht einmal zwanzig Hundertstel des Durchmessers der Sonne während des Höhepunktes de^. Ekliptik für uns verdunkelt.

Die Aufdeckung der Bombenwerkffaii.

Durch abgehörte TelepHongespräche.

Zur Aufdeckung der Bombenwerkstatt in einem Atelier in Altona-Othmarschen wird aus Hamburg mit­geteilt, daß der Zugriff nach der Feststellung gelang, wo­nach von verschiedenen Hotels in Hamburg-Altona aus Telephongespräche über die Attentate und deren Vorbereitung nach Schleswig-Holstein und Hannover ge­führt wurden. In dem Atelier in Othmarschen wurde zu­nächst kein belastendes Material gefunden, doch konnte bald einwandfrei festgestellt werden, daß Schmidt und der. flüchtige Kaphengst dort Bestandteile von Höllen­maschinen zusammensetzten. Die den Höllenmaschinen mitgegebenen Gebrauchsanweisungen zeigen die Hand­schrift Kaphengsts, über dessen Mittäterschaft übrigens Schmidt bisher nichts ausiaai«.

die das Dorf umschließende Hecke läßt ein Weiterkommen nicht zu; hinter der Hecke verschanzt, liegen die Franzosen. Ein mör­derisches Feuer ist auf mich gerichtet; aber wie durch ein Wun­der bin ich gegen alles gefeit. Nur die Hosen, der Rock und mein Gewehr, von dem mir das Bajonett bis auf einen kleinen Stumpf abgeschossen wird, sind stumme Zeugen von der Ge­fahr, in der wir uns befinden. Ein großes Granatloch, wahr­scheinlich von unseren 21er Mörsern herrührend, nimmt mich auf, und fast mit mir springt noch der Unteroffizier und spätere Leutnant der Reserve S. Kann in diese Deckung. Abgestumpft und gleichgültig immer nod; auf Entsatz hoffend, liegen wir, gequält von Hunger und Durst, mit leerer Feldflasche und lee­rem Brotbeutel in unserem Loch und erwarten die Nacht. Einige Bataillone der 21. Infanterie-Division, die in der Nacht ein­gesetzt werden, können kaum bis zu uns vordringen. Vom Re­giment 88 findet nachts noch ein Gefreiter Deckung bei uns. An ein Zurücklaufen oder -Kriechen ist in der taghellen Nacht nicht zu denken, ja wir können uns nicht einmal unterhalten wegen her unmittelbaren Nähe der Franzosen. So vergeht die Nacht in qualvollem Warten. Ein neuer Tag bricht an, eröffnet von schwerem Feuer unserer Artillerie, die den Dorfrand beschießt. Links und rechts, vor und hinter uns schlagen schwere Granaten ein. eine wahre Hölle, so hilflos mitten drin zu sitzen, jeden Augenblick gewärtig: der nächste Einschlag besiegelt unser Los. Gegen Mittag versucht der tollkühne Hauptmann Poly mit einer Schar rückwärts in Deckung Liegender nochmals zu stür­men; aber alles ist umsonst, im französischem Feuer bricht alles zusammen. Ein Kriegsfreiwilliger der 3. Kompagnie springt noch unverletzt in unser Loch. Hunger und Durst quält uns aufs Neue; an eine Verpflegung der wenigen Ueberlebenden ist nicht zu denken. Unteroffizier Kanu hat noch eine Tafel Schokolade in seinem Tornister, die er grammweise unter uns verteilt. Aber was bedeuten 100 Gramm Schokolade unter vier von Hunger und Durst Geplagten? Der Durst wird umso größer davon. Der Kopf schmerzt; wir erwarten die kühle Nacht, in der Hoffnung, zurückkriechen zu können. Aber taghell beleuchtet der Mond das wimmernde und stöhnende Schlachtfeld, so daß auch in dieser Nacht an ein Zurück nicht zu denken ist. Teil­nahmslos ergeben wir uns unserem Schicksal, nur der Kriegs­freiwillige ist nicht mehr zu halten. Dem Wahnsinn nahe, ohne Rücksicht'auf den zu erwartenden sicheren Tod, springt er aus der Deckung auf den zunächst liegenden Toten in der Hoffnung, etwas - oder Trinkbares zu bekommen. Von unzähligen Kugeln getroffen, sinkt er tot um. Am nächsten Morgen setzt unserer­seits wieder schweres Artilleriefeuer ein. Wer noch nie mitten im Trommelfeuer ausgehalten hat, kann sich keine Vorstellung wnrfien. wie uns zu Mute war. Auf einer Breite von etM

Der gleichfalls geladene Direktor Kleburg von Der »lerverver- triebsgesellschafl hatte sich wegen Krankheit entschuldigen lassen.

Eröffnung der Voruntersuchung.

In der Strafsache gegen Sklarek und Genossen hat die Staatsanwaltschaft I Berlin die Eröffnung der Vor­untersuchung beantragt gegen:

Gebr. Max, Willi und Leo Sklarek wegen Betrugs, schwerer Urkundenfälschung, Bestechung und Konkursverbrechens,

den Buchhalter Lehmann wegen Beihilfe zum Be­trug, zur schweren Urkundenfälschung und zum Konkurs­verbrechen,

die Stadtbankdirektoren Schmitt, Hoffmann und Schröder wegen passiver Bestechung und Untreue,

Kleczewski, Weill, Wende, Löwenstein und die Eheleute Moritz und Adele Warschauer wegen Beihilfe zum Betrug.

Dem Landgericht I Berlin ist als weiterer Unter­suchungsrichter Landgerichtsrat Rosemann zugeteilt worden.

Im weiteren Verlauf der "Verhandlung fragte der Abg. Koch (Din.) den Zeugen Schalldach, wer für den Verlust von 815 000 Mark verantwortlich zu machen sei. Der Zeuge gibt sowohl der Geschäftsführung als auch der nichtsachgemäßen Tätigkeit des viel zu zahlreichen Personals die Schuld. Es seien anfangs rund 400 Mann Personal vorhanden gewesen. Jetzt betrage das ganze Personal 64 Personen. Direktor Kieburg sei fristlos gekündigt worden. Wie der Berichterstatter Abg. Könnecke (Dtn.) iytrd) Befragen des Zeugen feststellte, ist der Zeuge als Sachberater des Magistrats bei der Verlüng»- rung des Vertrages mit den Gebrüdern Sklarek im März d. I. nicht hinzugezogen worden. Er hat aber nicht verhehlt, zu erklären, daß er einen solchen Vertrag für

unrichtig und unerhört

hält. Auf weitere Fragen des Abg. Obuch, ob denn die Sklareks so schlechte Kaufleute gewesen seien, daß sie sich ein wertloses Lager aufhängen ließen, erwiderte der Zeuge, die Sklareks seien seiner Ansicht nach getäuscht worden. Der Aus­schuß beschloß auf Antrag des Abg. Koch (Dtn.), den jetzigen Bürgermeister von Köpenick, Kohl, als Zeugen zu vernehmen, da er in der kritischen Zeit Mitglied des Vorstandes der An- schaffunasaesellschaft war.

Sturm im Sklarek-Ausschuß.

Um den Vorsitzenden.

Wegen der Vorladung des Köpenicker Bürgermeistern^ Kohl kam es im Sklarek-Ausschutz zu Meinungsverschieden­heiten. Des weiteren entspann sich eine scharfe Auseinander­setzung zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten darüber, ob der Ausschußvorsitzende Schwenk am Sklarek-Skandal be­teiligt sei. Der Abgeordnete Harnisch meinte, Schwenk habe noch im August d. I. der Erhöhung der Kredite an die Sklareks von 7 auf 10 Millionen Mark zugestimmt.

Das Fahrtprogramm -esGraf Zeppelin"

Fahrten nur noch bis Mitte November.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" wird etwa Mitte November für einige Zeit zum Zwecke einer gründlichen Überholung und einiger kleiner Umbauten außer Dienst gestellt werden.

Es sind bis dahin nur noch kürzere Fahrten beab-^ sichtjgt, soweit die Wettergestaltung solche zulasten wird. In erster Linie je eine Landungsfahrt nach Zürich und nach Stuttgart am 2. und 3. November, ferner gegebenen­falls noch eine oder zwei Fahrten in die Schweiz und zuletzt als Abschluß der diesjährigen Fahrtperiode eine fünfstündige Süddeutschlandfahrt in der Richtung nach Frankfurt am Main. Ob diese vorerst auf den 10. No­vember angesetzte Fahrt zur Ausführung kommt, kann in Anbetracht der rasch wechselnden Witterungsverhältnisse erst am 9. November entschieden werden.

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Der Zeppelinverkehr über den Stillen Ozean.

Der Präsident der Goodyear Zeppelin Co. gab über die Gründung eines Unternehmens zur Einrichtung eines Zeppelinverkehrs über den Stillen Ozean Einzelheiten be­kannt. Der erste Zeppelin der neuen Gesellschaft beginnt den Dienst voraussichtlich im Jahre 1932 mit der Beförde­rung von Passagieren, Post und Kleinfracht. Die Reise­zeit für den Rundflug von 4800 Meilen wird auf 1% bis 2 Tage angesetzt. Die Abfahrten erfolgen in Zwischen­räumen von acht Tagen. Die Deutsche Zeppelingesellschaft ist an dem Unternehmen mittelbar durch die Goodyear Zeppelin Co. beteiligt. *1

100 m schlagen unaufhörlich schwere Granaten ein, Granat- splittey fliegen über uns weg, etliche auch in unser Loch, jedoch ohne jemand zu verletzen. Die Hoffnung auf Rettung ist in uns längst geschwunden, wir wünschen uns lieber den Tod als noch länger in dieser Hölle so nahe am Feind aushalten zu müssen. Völlig empfindungslos, mit schmerzendem Kopf und ausgetrockneten Lippen, körperlich und seelisch widerstandslos erwarten wir die Nacht. Aber auch die ist hell. Der Eesreite vom Regiment 88 kann die Qualen, die Hunger und Durst bringen, nicht mehr bezwingen, verläßt die'Deckung und ver­fallt dem gleichen Schicksal wie der Kriegsfteiwillige der ver­gangenen Nacht. Erst der gegen Mitternacht sich bewölkende Himmel wendet unser Los. Aus Bitten von Unteroffizier Kann schiebe ich mich, den letzten Rest von Willen und Energie tu« sammennehmeâ aus dem Loch, um Umschau zu halten, ob auch noch ein Weg nach rückwärts frei ist. Beim Verlassen der Deckung druckt er mir noch die Hand und bittet mich im Flüster» ton, falls ich konnte, wieder zurückzukommen und ihn mitzuneh- men. Ruckweise schiebe ich mich weiter, bis an einen rückwär­tigen Graben. Keine lebende Seele ist mehr in diesem Graben, nur die zahlreichen Toten geben Zeugnis der vergangenen blu- tigen -tage. gedenke meines vorn im Granatloch liegenden Kameraden unb mache mich auf den Weg, ihn zu holen Wir erreichen beide unversehrt den vorher erwähnten Graben von da aus schleppen wir uns mühselig bis zu einem im Feld stehen­den Strohkegel. An diesen angelehnt, liegt stöhnend ein Schwerverwundeter. Obwohl es uns selbst schwach und elend ist wollen wir den Kameraden doch nicht im Stich lassen' ich nehme ihn auf den Rücken, Unteroffizier Kann trägt meinen -rornijter, und ich bringe den Schwerverwun-eten bis kurz vor Damerm Hier begegnen wir der Sanitätskompagnie vom 18 A. K., die nach vorne will, um noch Verwundete zurück tu brin- gen. Der mir bekannte Johs. Stamm aus Lauterbach ist dabei und versorgt uns nachdem er mir den Verwundeten abgenom- Wn Zat, mit Brot und schwarzem Kaffee. In Fresnoy treffen wir die Ueberreste des Regiments. Von etwa 110 Mann un« ferer Kompagnie waren 28 Mann übrig geblieben, uns hatte man Jd)on zu den Vermißten gezählt. y

,?^t'r. stioals in die Lage kam, tagelang ohne Nahrung und Schlaf im Trommelfeuer 2 bis 3 m vor dem Feind aushalten zu müssen, wird ermessen können, welche Anforderungen die hinter uns liegenden Tage an uns stellten. Unvergeßlich wer­den darum gerade diese Tage für diejenigen sein die sich über- â durften. Auch in der Regimenisgeschichte der ehemaligen Ruhmesblatt fein ^'"^ 11111 Se ^âsnoy ein unauslöschliches