Einzelbild herunterladen
 

Graf ÄDerin" Besant Lie SDeiz.

Um 12 Uhr erschien derGraf Zeppelin" in geringer Höhe über Genf. Er flog über der Stadt einen grossen Kreis und stieg dabei in zehn Minuten auf etwa 101)0 Meter Höhe, um dann den Jura anzuflicgen. Zur- Begrüßung des Luftschiffes waren vom Genfer Flug- yafcn vier Flugzeuge aufgesticgcn. Der silberne Riesen-' leib an dem klaren, wolkenlosen Herbsthimmel rief in den -Straften, die sich rasch mit Neugierigen füllten, überall große Begeisterung hervor.

Graf Zeppelin" über Bern.

Bern, 26. Sept. (WB.)Graf Zeppelin" erschien um 13.35 Uhr über der -Bundeshauptstadt und führte drei Schleifen aus. Um 14 Uhr verschwand das Luftschiff in südlicher Richtung mit Kurs auf dar Berner Oberland.

Gras Zeppelin" über Zürich.

Zürich, 26. Sept. (WB) Nach einem prächtigen Alpenflug erschien das LufschiffGraf Zeppelm" um 15 30 Uhr über dem Vierwaldstätter-See und verschwand zehn Minuten später mit Fahrtrichtung auf den Zuger-See, Um 15.50 Uhr wurde das Luftschiff in Zürich sichtbar und überflog bald darauf, von vier Flugzeugen begleitet, die Stadt. Um 16 Uhr setzte es seine Fahrt in Richung Winterthur fort.

Landung desGraf Zeppelin".

Friedrichshafen, 26. Sept. (WV) Das LuftschaffGraf Zeppelin" ist heute abend, nachdem es von seiner neunstündigen Schweizer Fahrt wieder nach Friedrichshafen zurückgekehrt war, um 17.28 Uhr glatt gelandet.

Zur zweiten Schweizerfahrt aufgestiegen.

Friedrichshafen, 27. Sept. Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist heute früh 8.37 Uhr mit etwa 25 Passagieren an Bord zu seiner zweiten Fahrt nach der Schweiz gestartet.

Morgen, Samstag, wirdGraf Zeppelin" zur 3. Fahrt nach der Schweiz aufsteigen. Die Süddeutschland-Fahrt wird erst am Dienstag zur Durchführung gelangen.

Der Millionenbetrug der Gebrüder Sklarek.

Berlin, 27. Sept. Die 3 Gebrüder Slarek sind nach ihrer Verhaftung durch Beamte des Betrugsdezernats bis in die tiefen Nachtstunden hinein über die Art und die Höhe der Be­trügereien vernommen worden. Die Sklarek haben bisher jede Schuld zu bestreiten versucht, doch haben die Polizeibeamten den 3 Brüdern aus den Abrechnungen der Bezirksämter, die sie in­zwischen über die Sradrbank vom Magistrat erhalten hatten, nachweisen können, daß zwar einige Angestellte der Sklarek um die Betrügereien gewußt haben müssen, daß aber im wesent­lichen die Angaben, die der Oberbuchhalter Lehmann erhalten hatte, um danach die Buchführung vornehmen zu lassen, von den Inhabern der Finna selbst stammen. Man nimmt an, daß die Krimminalkommissare die Untersuchung so weit fördern können, daß noch im Laufe des heutigen Tages die 3 Brüder dem Ver- nehmungsricher im Polizeipräsidium vorgeführt werden, damit dieser den Haftbefehl bestätigt. An eine Haftentlassung der Festgenommenen ist kaum zu denken, da alle 3 wahrscheinlich Fluchtversuche unternehmen würden. Dagegen ist es fraglich, ob gegen den Buchhalter Lehmann ebenfalls Haftbefehl ausge­sprochen wird, da er nach den bisherigen Ermittelungen nur Werkzeug seiner Auftraggeber gewesen ist.

Zwischen den leitenden Beamten der Stadtbank und dem Magistrat finde heute eine Sitzung sind, in der die Betrügereien der »Sklarek ausführlich besprochen und die Maßnahmen er­wogen werden sollen, die dazu dienen könne, die Stadt Berlin vor einem Schaden zu bewahren. Es besteht Aussicht, den Ver­lust, den die Stadtbank erlitten hat, und der sich nach den vor­läufigen oberflächlichen Berechnungen auf 69 Millionen Mark beziffert, durch die Werte zu decken, die den Sklareks gehören. Die 3 Brüder verfügen nachweislich in ihrem Abzahlungsge­schäft und in der Kleiderveririebsgesellschaft über ein Waren­lager von rund 3 Millionen Mark. Ter Rennstall der beiden Brüder dürfte einen Wert von mindestens 1 Million Mark re­präsentieren. Ferner besitzen die Sklareks in Berlin 10 Miets­häuser, von denen sie selbst 3 bewohnen, die fürstlich ausgestattet sind und Kunstschätze aller Art bergen. Der Wert dieser Ge­bäude wird insgesamt von der Stadtbank auf 6-Millionen Mark . veranschlagt. Schließlich haben die Sklareks auch an die Stadt Berlin noch reelle Forderungen für Lieferungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Mark. Bei einer vorsichtigen Ver­wertung dieses Besitzes wäre es also möglich, den Schaden abzudecken.

Vermischte Nachrichten,

Internationale parlamentarische Handelskonferenz.

Berlin. Ter Generalrat der Interparlamentarischen Handelskonferenz trat Donnerstag unter dem Vorsitz des deutschen Reichstagsabgeordneten Staatssekretär a. D. Meyer zusammen. Für die Tagung der Gesamtkonferenz im nächsten Jahre wurde Madrid in Aussicht genommen. Zur Vorbereitung dieser Tagung wird der Generalrat im Januar noch einmal in Nizza zusammentreten

Drei Rennstallbesitzer verhaftet.

Berlin. Die Kriminalpolizei verhaftete die Rennstall­besitzer und Kaufleute Max, Leo und Willi Sklarek. Die Fest­nahme der drei Brüder soll erfolgt sein, weil man großen, an­geblich sehr dunklen Finanztransaktionen, bei denen es sich um Millionenwerte handelt, auf die Spur gekommen zu sein glaubt. In diese Transaktionen sollen außer den drei Brüdern angesehene Berliner verwickelt sein. Es ist nicht aus­geschlossen, daß noch einige andere Festnahmen erfolgen.

Ein südslawisches Konsulat in Halle.

Halle. Tas Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen errichtete in Halle ein Konsulat. Zum Generalkonsul wurde Dr. Mar Heinhold, Generaldirektor der Mansfeld A.-G. für Bergbau und Hüttenbau, ernannt.

Tie bevorstehende Genfer Kohlenkonfercnz.

Genf Die erste gemeinsame Besprechung von 22 führenden Kohlensachverständigen der Unternehmer- und der Arbeiter- gruppe beginnt nächsten Montag unter dem derzeitigen Vor­sitzenden des Wirlschaftskomitees, dem deutschen Staatssekretär Trendelenburg. Vier weitere Mitglieder des Wirt­schaftskomitees, nämlich die Vertreter Englands, Frankreichs, Italiens und Polens, nehmen ebenfalls an dieser Be­sprechung teil.

Ter Unfall des HapagdampscrsHöchst".

Kolomvo. Die Bemühungen des SchleppdampfersHer­cules", den HapagdampferHöchst" flottzubringen, sind ergeb­nislos verlausen. Ter Hamburg-Amerita-DampserOliva" ist um Hilfeleistung gebeten worden. Tie ,Oliva" wurde an her Unjallstellc erwartet.

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebreien.

.Merkblatt für den 28. September.

Sonnenaufgang 5.55, Sonnenuntergang 17.46 Uhr. Mond- aufgang, Mon'duntergang 16.30 Uhr (in Erdnähe).

1803: Der Maler Ludwig Richter in Dresden geb. (gest. 1884). -..... 1864: Der Maler Arthur Kampf in Aachen geb. 1899: Der italienische Maler Giovanni Segantini in Samaden (Engadin) gest. (geb. 1858). 1902: Der französische Schrift­steller Emile Zola in Paris gest. (geb. 1840).

Liebe will mit Tränen angcseuchtct, aber mit Arbeit er­halten werden. Sprichwörtlich.

Wetterbericht.

Trotz des fast allgemein eingetretenen Luftdruckfalls und des Abbaus des kräftigen Hochdruckgebiets wird letzteres auch weiterhin in überwiegendem Maße die Witterung unseres Gebiets beherrschen. Die Wirbeltätigkeit über Nordeuropa setzt sich fort. Vorhersage bis Freitag abend: Stellenweise Frühnebel, sonst meist heiter und trocken^ nachts frisch, mittags warm, östliche Winde. Witterungsaussichten für Samstag: Heiter bis wolkig, trocken, bei südlichen Winden etwas ausge­glichenere Temperaturen,

Erziehung zur Güte.

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! empfiehlt der Dichter, und die Worte stehen in einem Gedicht, dasDas Göttliche" überschrieben ist. Edelsinn und §ilfgbereitfd)af* vnD Güte ja, das ist wohl das Göttliche im Menschen, btt schönste Gabe, die ihm vom Himmel mit ans den Lebensweg gegeben worden ist. Güte vor allem! Wer gütig ist, nicht nur den Menschen, sondern auch allen andern Kreaturen gegen­über, dem fehlt cs auch nickn an Adel der Gesinnung, der ist auch, soweit es in feinen Kräften steht, hilfsbereit zu jeder Zeit. Von einemguten Herzen" hört man so oft sprechen, und solche Herzensgüte ist in den meisten Fällen angeboren.

'Db sie wohl auch anerzogen werden kann? Solche, die Der Meinung sind, daß das Menschenherz gebildet werden kann, wie das Menschenhirn gebildet wird, bejahen die Frage un­bedingt. Sie glauben an die dem Menschen heimlich inne­wohnende Güte, die nur geschürft und wie aus dunklem Schacht ans Licht geholt werden müsse. Und so hat sich jen­seits des Rheines schon vor zwei Jahrzehnten eineLiga der Güte" gebildet, mit Dem Ziele, die Menschen schon von Jugend aus zur Güte zu erziehen. Von Jugend auf, das heißt: iu*- ^Kernhause und in Der Schule'. Die Gründerin Dieser Liga, eine jetzt über 70 Jahre alte hochangesehene Dame, weilte dieser Tage in des Reiches Hauptstadl, um in gleichgesinnten Kreisen über ihre Gründung und Die Erfolge ihrer Gründung zu plaudern. Und sie predigte Güte, Sitte, Güte, und sie er­zählte, daß dieGiikcbcwcgung" schon in viele Länder ge­drungen sei und daß Millionen von Schulkindern als Mit­glieder derLiga der Güte" ihren Ehrgeiz darin suchen, Men­schen guten Willens zu werden. Und man sollte meinen, daß eine solche Anregung nicht erst von jenseits Der Grenzen zu uns zu kommen brauchte und daß wir von selbst fähig und willens sein müßten, unsere Jugend sozusagen auch methodisch zur Güte zu erziehen. Es sollte in Den Schulen Der Bildung des Herzens Raum gegeben werden neben Der Geistes- und neben Der Körperbildung. Die Kinder sollten erzogen wer­den, gut zu werden und gut zu bleiben, und sollten sich dann selbst zur Güte in Wort und Tat erziehen. Es ist ein Ziel, auss innigste zu wünschen, und man sollte ferner meinen, daß Ag dazu wirklich nicht erst einer Liga bedürfe und daß wir

t fein könnten und müßten auch ohne Organisation!

St-uerkalender für den Monat Oktober.

L Oktober: 1. Obligationssteuerzahlung: Es ist Die Halb- jahresrale Der erhöhten Obligationssteuer gemäß Dein Obligalionssteuerbescheid zu zahlen. Keine Schonsrist. 2. Remenbankzinszahlung Der Landwirtschaft: Schonsrist bis 8. Oktober.

5. Oktober: Ablieferung Der für Die Zeit vom 16. bis 30. Sep­tember einbehaltenen Steuerabzüge Der Lohn- und Ge- Hallszahlungen, Tantiemen, Vorschüsse, Abschlagszahlungen usw., ferner der vom 1. bis 15. September einbchaltenen Beträge, soweit sie nicht schon am 20. September abzu- sühren waren, also, wenn Die Abzüge den Betrag von 200 Mark nicht überschritten haben. Keine Schonsrist. Gleichzeitig ist Der Finanzkasse Die monatlich vorgeschricdene Bescheinigung (Muster 2) über Die im September ein» behaltenen Steuerabzüge einzusenden. Arbeitgeber, Die am 1. Januar 1929 bis zu drei Arbeitnehmern beschäftigten, kleben das ganze Jahr hindurch Steuermarten. Als be­kannt ist anzunehmen, daß Die Arbeitgeber verpflichtet sind, für jeden Arbeitnehmer ein Lohnkonto zu führen, das stets aus Dem lausenden zu halten ist. Der steuerfreie Lohn­betrag beträgt monatlich 100 Mark, wovon 60 Mark ans Den steuerfreien Lohnbetrag im engeren Sinne und je 20 Mark aus den Pauschalbetrag für Werbungskosten und Sonderleistungen entfallen.

10. Oktober: 1. Umsatzsteuervoranmeldung und Umsatzsteuer­vorauszahlung für das letzte Vierteljahr (Vierteljahres­zahler) und Derjenigen Steuerpflichtigen, die auf Grund des Verein, achungserlaffes vom 19. Februar 1927 von dem Rechte der vierteljährlichen Voranmeldung und Zahlung keinen Gebrauch machen wollen. Schonsrist bis' 15. Oktober. 2. Vorauszahlung auf Die veranlagte Einkommen- und Körperschaflsstcuer aller Steuerpflichtigen mit Ausnahme Derjenigen, Deren Einkünfte hauptsächlich aus Der Land- wirlschasl stammen. Keine Schonsrist. Finanzkasfe. 3. Fälligkeit Der Börsenumsatzsteper für September 1929 (Monatszahleri und pro 3. Quartal 1929 (Vierteljahres­zahler- nebst Vorlegung einer Anmeldung der Abrechner zum Kapitalvcrkehrssteuergesetz in zwei Stücken. Finanz­amt. 4. In Preußen: Abgabe Der Steuererklärung und Zahlung der Getränkesteuer für Die zweite Hälfte des Monats September. Steuers affe.

15. Oktober: 1. In Preußen: Fälligkeit der Grundvermögens- unD Hauszinssteuer für Den Monat Oktober 1929. Steuer» kaffe. Keine Schonsrist. 2. In Preußen: Entrichtung per Lohnsummenftcuer für das letzte Vierteljahr unter gleich­zeitiger Einreichung einer Voranmeldung.

21. Oktober: Ablieferung Der für Die Zeit vom 1. bis 15. Ok­tober einbehaltenen Steuerabzüge Der Lohn- und Gehalts­zahlungen. jedoch nur Dann, wenn Diese für die sämtlichen in einem Betriebe beschäftigten Arbeitnehmer insgesamt Den Betrag von 200 Mark übersteigen. Übersteigen sie diesen Betrag nicht, so sind sie zusammen mit den in Der zweiten Hälfte eines Kalendermonats einbehaltenen Be­trägen erst am 5. des folgenden Monates abzuführen. Keine Schonsrist.

25. Oktober: In Preußen: Abgabe Der Steuererklärung und Bezahlung der Gelränkesteuer für Die erste Hälfte des Monats Oktober 1929. Steuerkasse.

* Fulda, den 27. September 1929.

Achtung: Gashähne zu!

Heute Nacht wird ab 24 Uhr die Gaszufuhr vorübergehend für einige Stunden eingestellt werden. Die Bevölkerung wird deshalb gebeten, darauf zu achten, daß alle Gashähne gut ge- schloffen sind, Damit bei der Wiederherstellung der Gaszufuhr keine Unglücksfälle entstehen.

Aus der Evangelischen Gemeinde Fulda.

Die evangelische Diakonissenstation und der Kindergarten sind von jetzt ab unter Nr. 1143 telefonisch zu erreichen.

Ein Veteran des Handwerks.

Am nächsten Sonntag, den 29. September, kann Herr Friscur- meister Karl Trost (Kronhofstraße 3), seinen 87. Geburtstag feiern. Herr Trost erfreut sich noch einer vortrefflichen Rüstig­keit und betätigt sich trotz seines hohen Alters noch Tag für Tag fleißig in feinem Beruf.

2. Schülervortragsabend des Leberschen Konservatoriums.

Auch der gestrige 2. Schülervortragsabend des Leberschen Konservatoriums war wiederum sehr gut besucht. Leider litt die Veranstaltung sehr unter dem ungezogenen Benehmen der Shlreichen Jugendlichen (einschließlich der ewig gaffelnden und matzenden Gänschen bis zu 20 Jahren!), die Den Abend allem Anschein nach als eine Art Turnstunde mit rhythmischen Klatsch- übungen auffaßten. Vielleicht empfiehlt es sich, bei künftigen ähnlichen Veranstaltungen für einige kräftige Hausknechte zu sor­gen, Die die unruhigsten Dämchen und Herrchen rücksichtslos an die Luft setzen, wo sie ihr zwiefaches Klatschbedürfnis besser ausüben können als in einem Konzertfaal.

Die musikalische Ausbeute des Abends war nicht einheitlich. Wiederum war festzustellen, daß das Leberfche Konservatorium eine Reihe wirklich ausgezeichneter Klavierspielerinnen .und -spielcr herangebildet hat, die nicht nur technisch sondern auch einfühlungsmäßig schwierigere Kompositionen völlig befriedi­gend wiederzugeben vermögen. So spielten ganz hervorragend schön Herr Lamprecht Die Mozartsche Fantasie in d-moll und Frl. S e u r i n g das bekannte Notturno in As-dur von Franz Liszt, so ließ Frl. K. Rosenbaum Chopins Fantasie Jmpromtu in cis-moll meisterlich erklingen. Auch Frl. Rein und Frl. Stoll erwicfejt sich als weit vorgeschrittene Spiele­rinnen. Die Viol in- und Gesangsschülerinnen und -schiller, Die sich gestern abend hören ließen, zeigten, daß sie in ihrer Kunst noch nicht so weit vorgeschritten sind wie die Kollegen am Klavier. Immerhin konnte man auch hier schon recht nette An­fänge und Veranlagungen hören, die sich sicher durch fleißiges Heben unter der bewährten Obhut der Leberschen Lehrkräfte mit der Zeit zu gediegenem Könen entwickeln werden. cv)

Aus dem Gerichtssaal.

E i n rückfälliger Dieb: Dem Amtsgericht wurde gestern Der wegen Diebstahls vorbestrafte 23jährige Arbeiter R. K. von hier vorgeführt. K. hatte im Februar d. I. aus einem Personenauto eine Wolldecke und im August aus einem anderen, im Hofe einer hiesigen Gastwirtschaft untergestellten Auto einen lleberzieher, eine Jacke und eine Ledermappe gestohlen. In der gestrigen Verhandlung gab K. auch zu, schon früher aus einem anderen Auto Gegenstände entwendet zu haben. Das Gericht hielt es für notwendig, gegen derartige Diebstähle mit größter Strenge vorzugehen. Es erkannte gegen K. wegen Rückfalldicbstahls auf 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Haftbefehl blieb bestehen. Eben­falls aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde der 42jäh- rige, wiederholt vorbestrafte Arbeiter R. Prvrrock aus Kattowitz. Er hatte Ende August d. I. einem Handwerksburschen' mit dem er längere Zeit zusammengewandert war, einen Karton mit Hemden und andern Dekleidunasstücken gestohlen und sich da­mit aus dem Staube gemacht. Einige Tage später wurde er in Fulda festgenommen. Die gestohlenen Sachen, die er im Schaf- stall am Pröbel vergraben hatte, wurden von der Polizei auf­gefunden und sichergestellt. Pr. wurde wegen dieses Diebstahls zu 1 Monat Gefängnis, wegen der Landstreicherei und Bettelei zu 4 Wochen Haft verurteilt. Nach Verbüßung Der Strafe soll er der Landespolizei überwiesen werden. U e b e r t r e t u ng: Weil die Hühner des A. Sch. von hier auf fremden Ländereien herumgelaufen waren u. dort Schladen angerichtet hatten, wurde der Besitzer der Hühner zu 5 Mark Geldstrafe und in die Kosten des Termins verurteilt. Die 63jährige Witwe Sch. war an einem groben Unfug, der am 8. Stuguft in der Sandhohle ver­übt wurde, beteiligt. Sie wurde dafür gestern zu 3 Mark Geld­strafe verurteilt. ^4

Fleckviehverstrigerung.

Die in der kommenden Woche, und zwar am 2. Oktober in Fulda, am 3. Oktober in Hersfeld, und am 4. Oktober in Treysa, stattfindenden Fleckviehversteigerungen versprechen eine große Sache zu werden. Es liegen Anmeldungen von 130 Bullen und 30 Rindern bzw. Kühen vor, die sich ziemlich gleich­mäßig auf die drei Versteigerungsorte verteilen. Es wäre sehr erwünscht, wenn die Fleckvichzüchter die Gelegenheit zum An­kauf guter Rinder und Kübe benutzen würben, damit sich die Versteigerungen von weiblichen Tieren von vornherein einbür- gern, da beabsichtigt ist. in Zukunft die Versteigerung von weib­lichen Tieren alljährlich im Frühjahr und im Herbst vorzuneh­men. Käufer und Verkäufer können sich dann rechtzeitig hier­auf einstellen. Es ist anzunehmen, daß sich Die Versteigerung von weiblichen Zuchttieren ebenso einleben wird, wie es be­reits bei den Versteinerungen von Fleckviehbullen der Fall ist. Auch unter dtn Bullen sind wiederum hervorragende Tiere auf allen drei Versteigerungen angemeldet, sodaß den Gemein­den Gelegenheit geboten ist, hochwertige ausgesuchte Ware preiswert zu erwerben.

EineMusikpädagogische Tagung" veranstaltet derReichsverband Deutscher Tonkünstler und Mu­siklehrer e. V." im Verein mit demZentralinstitut für Er­ziehung und Unterricht" vom 5.-8. Oktober 1929 in Mainz. Im Mittelpunkt Der Tagung stehen die brennenden Tagesfragen der modernen Musikerziehung und die in unserer Zeit besonders schwerwiegenden wirtschaftlichen Fragen des Berufsstandes der Tonkünstler und Musiklehrer. Die letzteren Fragen werden vor allem in den Sitzungen des ©esamtoorftanbes desReichsvcr- banbes Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer' e. V " beraten, der mit dem Beirat zu wichtigen Besprechungen Zusammentritt. Referenten Der Tagung sind: Professor Dr. Hans Joachim Moser (Berlin), Ministerialrat Professor Leo Kestenberg (Berlin), Dr. Hermann Reichenbach (Berlin), Professor Dr. Friedrich Noack (Darmstadt). Studienassessor Dore Brandt (Berlin). Außerdem hält Ekkehard Pfannenstiel-Berlin eine offene Sing­stunde ab. Dirigent der Festkonzerte ist Direktor Hans Ros­baud (Mainz). Es gelangen neue Werke von W. Braunfels, H. O. Hiege, L. Windsperger. E. Raphael, K. Kern, I. Cenfter, H. Erlsden, W. Petersen, W. Kempff und F. Schiffmann zur Aufführung,

Das Grundbuch mit losen Blättern.

Dem Staatsrat liegt der Entwurf einer allgemeinen Ver­fügung des Justizministers zur Ausführung der Grundbuchord­nung vor. Es handelt sich dabei um den ersten Schritt auf dem Wege zur Einführung desGrundbuches mit losen Blättern". Bei einigen Grundbuchämtern soll künftig das Grundbuch nicht mehr wie bisher in festen Bänden, sondern in Heften mit her­ausnehmbaren Einlagebogen geführt werden. Hierzu wird aus dem preußischen Justizministerium geschrieben: Dies System ermöglicht in weitgehenbem Maße die maschinelle Her­stellung des mit SrunDbudjeintraaungen verbundenen viel­fältigen Schriftwerks in einem Geschäftsgänge und dürfte da­her zu einer erheblichen Beschleunigung des Geschäftsverkehrs und Ersparnis von Arbeitskräften führen. Durch eine sinn­reiche technische Ausgestaltung der Hefte und Einlagebogen erscheint es möglich, die jederzeitige Vollständigkeit des Grundbuchs sicherzustellen. Die Justftverwaltung hält es da­her für geboten, das neue System zunächst bei einzelnen Grund- buchämtern praktisch zu erproben, Von dem Ergebnis dieses Versuchs wird es abhängen, ob es sich zur allgemeinen Ein­führung eignet.

* Schwarzensels (Kr, Schlüchtern), 26. Sept. Der Auto- raserei ist hier eine Frau zum Opfer gefallen, Die von einem Kraftwagen umgefahren und eine Srecke weit mitgeschleift wurde, Die Bedauernswerte wurde bei dem Ungliicksfall der­art schwer verletzt, daß sie im Schlüchterner Krankenhaus ihren Verletzungen erlag