Einzelbild herunterladen
 

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebieten.

Merkblatt für den 26. September.

Sonnenaufgang 5.51, Sonnenuntergang 17.51 Uhr. Mond- aufgang 22.2, Monduntergang 15.4 Uhr Mond in Nordwend. 1826: Der englische Forschungsreisende Alexander Gordon

Laing ermordet.

Das Alter nimmt dir nichts, was es dir nicht erstattet.

Rückert.

Wetterbericht.

Bei noch immer steigendem Luftdruck hat sich das Hoch über Kontinent sehr beseitigt und durch seine Ausdehnung nach Norden hin auch den Einfluß der über dem Nordmeer sich bil­denden Wirbel für die nächste Zeit verdrängt. Bei lebhafter Oitftrömunq wird es nachts infolge der Ausstrahlung bei hei­terem Himmel recht kalt, während die Mittagstemperaturen , nunmehr höher ansteigen werden als bisher Vorhersage Lis Mittwoch abend: Nach kühler Nacht tagsüber warmer, hei­ter und trocken, frische östliche Winde. - Witterungsaussichten für Donnerstag: Zunächst heiter und trocken, etwas wärmer, später einsehende Bewölkung.

* Fulda, den 25. September 1929.

Vom Evangelischen Volksverein.

Der Vorstand des Evangelischen Volksvereins beschäftigte I UH in seiner letzten Sitzung mit der Zusammenstellung des Ver- I Zusprogramms für den kommenden Winter. Vorläufig sind 2 1 Borträge vorgesehen: Am 26. Oktober wird Herr Eeneralsekre- I für Rudolph aus Berlin sprechen, am 1. Adventssonntag wird I Herr Pfarrer Hattendorfs.über ein allgemein interessierendes Thema einen Vortrag halten. Für Anfang Dezember ist ein , Theaterabend geplant. Zur Aufführung soll das dreiaktige historische StückDer Schmied von Ruhla" kommen. Für diese I Aufführung werden noch einige Herren benötigt (Anmeldungen I an Herrn Zirkenbach, Brauhausstraße 15, bis zum kommenden ; Freitag erwünscht). Die Weihnachtsfeier wird, wie üblich, am 2. Weihnachtsfeiertag im Stadtsaal stattfinden. Ueber weitere Veranstaltungen wird demnächst beschlossen werden. Zu dem am 19. und 20. Oktober in Fritzlar stattfindenden Vertreter­tag des kurhessischen Verbandes evangelischer Arbeiter- und Volksvereine wurde als Delegierter Herr Gutmann bestimmt.

Fremde Heiligtümer".

Im Monat Oktober und Anfang November findet im Kunstinstitut (Jubiläumsbau) der Universität Marburg ; eine Ausstellung statt, die auf das Interesse weitester Kreise i rechnen kann. Zum ersten Male tritt die im Jahre 1927 be- ! gründete religionskundliche Sammlung in die i Oeffentlichkeit. Unterstützt von einer Reihe von Organisationen, Museen und Missionsgesellschaften wird die Sammlung eine aus ! allen Weltteilen zusammengebrachte Uebersicht überFremde I Heiligtümer" zeigen. Prachtvolle chinesische Gemälde, Götter­bilder und Kultusgeräte aus Indien, Opferstätten, Ausrüstun- ! gen von Zauberern, Priestern und Häuptlingen primitiver i Kultur, Kunstwerke des Buddhismus und des Islam und eine I Fülle von Anschauungsobjekten wichtiger Religionen außer- ihalb des Christentums sind zusammengebracht, um einen Ein- I druck von der reichen Welt der Religionen zu vermitteln. Sach- k kundige Führung steht jederzeit unentgeltlich zur Verfügung. INur für die technischen Unkosten der Ausstellung wird ein ge­ringes Eintrittsgeld von 0,80 RM. für Erwachsene und 0,40 ; Reichsmark für Kinder erhoben. Bei Eruppenbesuch von Schu- ! len, Vereinen usw. ermäßigt sich der Preis um die Hälfte. Die - mühevolle Vorbereitung an Ort und Stelle zielt besonders dar- i auf ab, jedermann auch ohne besondere Vorkenntnisse zum P Verständnis der ausgestellten Gegenstände zu verhelfen. Ein aus allen'Kreisen zusammengesetzter Ortsausschuß wirbt um > Interesse und regen Besuch. Das Unternehmen ist in seiner Art ein erster Versuch, in unserer Heimat etwas zu zeigen, wo­zu es sonst keine Gelegenheit gibt. Bei vorheriger Anmeldung an den Geschäftsführer (Lic. Altendorf, Marburg a. d. Lahn, s Kasernenstraße ,23), kann eine besondere günstige Zeit und private Führung vereinbart werden.

Vortragsvereinigung Fulda. Man schreibt uns:

I Bei einer Besprechung in einem großen Kreise von Freun- I een der Vortragsvereinigung, an der Vertreter zahlreicher Ver- I Einigungen teilnahmen, wurde das endgültige Winterprogramm festgesetzt. Dasselbe weist, was besonders hervorgehoben wer- [ den soll, für jede Geschmacksrichtung eine besondere Nummer I Mi auch die Vortragenden, teils schon bekannte und in bester Erinnerung lebende Persönlichkeiten, teils neue in besonders I gutem Ruf stehende Künstler, werden, wie wir fest überzeugt sein dürfen, den Mitgliedern der Vortragsvereinigung zu gerne I gesehenen Freunden werden. Wir lassen das Programm noch- 6 Es der Reihenfolge nach unseren Freunden bekannt geben und hoffen, damit wieder die alten Stammesmitglieder und noch I uns größere Zahl neuer Mitglieder zu gewinnen. Die Reihe der Vorträge eröffnet am 30. September im großen Stadtsaal t ^err Schriftleiter Max Eeisenheyner mit seinem mit großer I Spannung erwarteten Vortrag:Rund um die Welt mitGraf I Appel in". Wegen des übrigen Programn^ verweisen wir aus I heute Anzeige. Der Kartenverkauf für den ersten großen I , ?"rag hat schon sehr erfreulich eingesetzt, und auch die Ein- I »euynung der Stammesmitglieder läßt die schönsten Hoffnun- I M eine sehr große Zahl von alten n"d neuen Freunden «er Vortragsvereinigung reifen.Drum Glückauf Vortrags- oereintgung zu neuem Mut und frischer Tat".

Submissionsergebnis.

Der Fuldaer Spar- rind Bauverein hatte die Maler- und anstreicherarbeiten für seine Neubauten in der Künzellerstraße nd ^eipzlgerstraße ausgeschrieben. Zur Submissionseröffnung Angebote vor: Max Wolf 8455,40 Mark, Otto Reidhardt 8489,12 Mark, Jean Kramer 13 797,15 Mark Gustav Fenninger 13 901,25 Mark, Karl Odenwald 13 944,10 Mark, «ritj ^uchs 14 038,58 Mark, Fritz Sanier 14 085 Mark, Wilh, spiegel 14 092 Mark, Ernst Werner 14 101 Mark, Eckardt u. Dollmann 14102,30 Mark, Ludwig Müller 14 105,40 Mark.

Bekämpfung der Futternot.

-Mit Rücksicht auf die Dürre dieses Sommers und die dadurch allgemein hervorgerufene Futternot hat der Preußische Ulndwirtschaftsminister, wie die Deutsche Beamtenbund-Korre- iponben^ erfährt, folgendes angeordnet:

Dort, wo die Voraussetzungen gegeben sind und sich infolge tfutternot ein Notstand bemerkbar macht, sind der Be- Wtkerung auf ihren Antrag dieselben Erleichterungen zu geben, lc sie in den Kriegsjahren gewährt worden sind.

, 1. Die Einschränkung der Waldweide ist nach Bedarf aufzu- Wh. Es sind, wo es not tut alle Bestände für den Weide- rn8 ifu öffnen, in denen durch ihn nicht unmittelbare wald- auliche Schäden hervorgerufen werden. 2. Es sind Eraszettel unter Umständen zu ermäßigten Preisen in erforderlichem Um- zu gewähren. 3. Das Schneiden von Futterreisig ist in ."lAbcn Art und Weise wie in den Kriegsjahren dort zu ge- L^en, wc cut begründetes Bedürfnis dafür vorliegt. 4. Diese .kleichterunpen sind in erster Linie den kleineren Erundbe- und Pächtern zu gewähren. Inhaber größerer landwirt- iWIlchcr Betriebe sind wegen der beschränkten Leistungsfähig- n des Waldes erst in zweiter Linie zu berücksichtigen. 5. Der aatsrpalb ist für die Bevölkerung in der angegebenen Richtung insoweit zu öffnen, als der' eigene Wald (Privat- oder $ur Behebung der gringendsten Not nicht aus« ®e Nutzungen können auch den örtlichen Forstbeam- Seroaljrt werden, soweit bei ihnen ein dringendes Vedürf- ^^uzuerkennen ist.

lclc Ausnahmen gelten bis zum Eintritt des Winters.

Reichsbahnstellen lehnen Fahrgutscheine für Kriegsbeschädigte ab.

Zwischen der Reichsbahndirektion Berlin und dem Haupt­versorgungsamt ist ein Streit ausgebrochen, der zu ungewöhn­lichsten behördlichen Maßnahmen geführt hat. Gutscheine die von Versorgungsämtern für Kriegsbeschädigte für Bahnfahrten ausgestellt waren, wurden von einzelnen Vahnämtern' als un­gültig abgelehnt, da die Versorgungsämter die von ihnen aus­gegebenen Scheine nicht wieder eingelöst hatten. Das Haupt­versorgungsamt will deswegen Beschwerde gegen die Reichs­bahndirektion einlegen.

Erleichterungen im Sonntagsrückfahrverkehr.

Im Sonntagsrückfahrverkehr ist jetzt von der Reichsbahn eine Erleichterung eingeführt worden, die sicherlich von zahl­reichen Reisenden begrüßt werden wird. Reisende mit Sonn­tagsrückfahrkarten, die am Sonnabend zur Hinfahrt einen vor 12 Uhr oder in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag zur Rückfahrt vor 24 Uhr abfahrenden Zug benutzen wollen, brau­chen jetzt einfache Fahrkarten nur bis zu dem Bahnhof zu lösen, den der Zug um oder nach 12 Uhr oder 24 Uhr zuerst berührt, ohne Rücksicht darauf, ob der Zug dort hält oder nicht.

Ueber denUmgang mit Reisenden".

Die Reichsbahn ist bestrebt, den Dienst am Kunden, also an ihren Fahrgästen, vollkommener zu gestalten. Dazu gehört vor allem, daß besonders die Schaffner, die mit dem Publikum un­mittelbar in Berührung kommen, allen Wünschen des Reisen­den zu entsprechen vermögen. Die im Schnellzugsdienst tätigen Schaffner werden jetzt in einem Ausbildungslehrgang fortge- bildet, der 20 bis 30 Unterrichtsstunden umfaßt. In diesem Lehrgang werden die Schaffner nicht nur mit der Technik des Dienstes im Zuge, mit den mannigfaltigen Verkehrsbestimmun­gen usw. vertraut gemacht, sondern sie erhalten auch Unterricht in Verkehrsgeographie, damit sie über die wichtigeren Eisen­bahn-, Wasser- und Luftverkehrswege im In- und Auslande und über die größeren Handels-, Industrie-, Kur-, Sport- und Messeplätze usw. Bescheid wissen. Einige Stunden des Lehr­gangs sind dem ThemaUmgang mit Reisenden" gewidmet, an die sich praktische Uebungen in sachgemäßer und höflicher Aus­kunfterteilung anschließen. Selbstverständlich werden die D- Zugschaffner auch im Hilfsdienst bei Unglücksfällen durch prak­tische Uebungen unterwiesen. Die Reichsbahn hat für den Un­terricht ein LehrheftDer Dienst im Zuge" herausgegeben und hofft, daß die D-Zugschaffner sich auf diese Weise in erhöhtem Maße Gewandtheit in der Behandlung der Reisenden und für die Erledigung der mit dem Reiseverkehr im Zusammenhang stehenen Fragen aneignen werden.

Ausgabe neuer Wohlfahrtsbriefmarken.

Zur Bekämpfung der großen Notstände in weitesten Kreisen des Volkes, besonders unter den Kindern, wird die Reichspost­verwaltung neue Wohlfahrtsbriefmarken zugunsten der Deut­schen Nothilfe zur Ausgabe bringen. Wie amtlich mitgeteilt wird, ermächtigte der preußische Unterrichtsminister die Provin­zialschulkollegien, die Schulen auf die Zwecke und Erfolgsmög­lichkeiten der Wohlfahrtsbriefmarken aufmerksam zu machen und Lehrer und Schüler für die Briefmarken zu interessieren. Ein Vertrieb der Marken in der Schule und durch Schüler ist nicht zulässig. Der Erlös aus den Wohlfahrtsbriefmarken soll in diesem Jahre ausschließlich der Kräftigung der Jugend zu­gute kommen.

Wer darf sammeln?

In letzter Zeit sind in der Oeffentlichkeit Zweifel entstanden über die Rechtmäßigkeit von Haussammlungen. Es sei deshalb darauf hingewiesen, daß derartige Sammlungen ohne ausdrück­liche polizeiliche Genehmigung unzulässig sind. Bei genehmig­ten Sammlungen führt jeder Sammler einen besonderen Aus­weis mit sich. Vor Listensammlern ohne diesen Ausweis wird gewarnt. Jedermann tut gut, sich vorgezeigte Listen auf das Genaueste anzusehen, da nicht immer dâs äußere Auftreten der Sammler den häufig unlauteren Zweck erkennen läßt. Be­sonders mit dem Hinweis auf den wohltätigen Zweck, die Unterstützung eines Fürsorgevereins und bergt wird viel Un­fug getrieben. Oft dient dieser Hinweis lediglich zur Förde­rung eines rein wirtschaftlichen Unternehmens' besonders beim Verkauf von Eintrittskarten zu irgendeiner Veranstaltung. Mit einem derartigen Kartenverkauf ' darf auch bei Vorlage einer Liste keine Sammlung zu wohltätigen Zwecken verbun­den werden, sofern diese nicht ausdrücklich genehmigt ist. Kartenverkäufer, die Listen zur Einzeichnung vorlegen und Spenden entgegennehmen, veranstalten unerlaubte Sammlun­gen und machen sich strafbar.

Aufruf an die deutsche Jugend!

Halb ist das Leben, dem die Natur fehlt. Der oft in künstlichen Verhältnissen lebende Mensch muß eben lernen! Wenn das Leben mit seinen Mühen und Kämpfen und Arbeiten und Sorgen auch'zerreißen will, wenn die Wissenschaft auch aus­trocknet, dann hinaus ins Freie, in die liebe weite Eotteswelt und blaset dort den Unmut und die Dumpfheit von euch und sauget freien Atem ein. Erfrischet und erquicket euch Leib und Seele am ewigen, geheimnisvollen wundersamen Gegen­spiel eures Gemütes und des Himmels." Diese aufrüttelnde Mahnung richtete Ernst Moritz Arndt an die deutsche Jugend seiner Zeit. Wie viel mehr gilt es heute im Zeitalter' der Technik, des Verkehrs und der Rationalisierung, die licht- und lufthungrigen Jungmenschen zu wecken und mit neuem Geist zu füllen. Prof. Dr. Schomburg hat in diesem Sinne einen Auf­ruf an die schulentlassene Jugend verfaßt, der in leichtverständ­licher, eindringlicher Sprache für das regelmäßige Wandern werben will. Staatsregierungen. Körperschaften, Städte und Gemeinden empfehlen das sorgfältig ausgestattete kleine Heft zur Verteilung an Schüler und Schülerinnen, Berufsverbände, Vereine, Innungen usw.

Wüstenfüchsen (Rhön). Zwischen Mellrichstadt und Ritschen­hausen geriet durch Funkenflug einer Lokomotive das Gehölz der Böschung in Brand. Das Feuer griff auf den nahen der Ge­meinde Schwickershausen gehörigen Wald über und vernichtete 2000 Quadratmeter. Das Feuer wurde vom Bahnpersonal der Bahnhöfe Mellrichstadt und Ritschenhausen bekämpft.

Hünfeld. Das von der Siedlungsgesellschaft Hessische Hei­mat s. Z. erworbene v. Kleydorffsche Gut in Wehrda ist jetzt an die Landwirte von Wehrda weiterverkauft worden. Und zwar gelangten etwa 160 Morgen zum Ausgebot, für die 300 bis 800 Mark je Morgen gezahlt'wurden. Schloß und Park selbst wur­den zur Einrichtung eiwes Altersheims' zurückbehalten. Angeb­lich soll sich der Kreis dafür interessieren.

* Hersfeld, 25. Sept. Der Evangelische Bund veranstaltete eine ursprünglich für den Johannesberg vorgesehene Kundge­bung in der Stadtkirche. Sie war sowohl von der eingesessenen wie der Bevölkerung der Umgegend gut besucht. Pfarrer Drü- ner wies einleitend auf die Ko'nkordatsvcrhandlungen hin, die eine Zurücksetzung der evangelischen Kirche Hedeuten. Während im Protestantismus alles ruhig sei, herrsche auf der Gegenseite reger Angriffsgeist. Pfarrer Zeidler-Kassel machte recht be­merkenswerte Ausführungen, indem er u. a. sagte: Als Evan­gelische müssen wir mit größter Herzensangst und banger Sorge auf das blicken, was augenblicklich in Berlin geschieht, müssen wir auf unsere Vertreter dort blicken, die allem Anschein nach sein Vertrauen zu unserem evangelischen Wollen und Denken haben. Proteste und Versammlungen allein können keine Aen­derung bringen. Sie helfen nur, wenn sie dazu dienen, Kräfte auszulösen, die die evangelische Wiedergeburt vorbereiten. Wir wollen gleiche Würde, gleiches Ansehen und gleiche Behand­lung wie die katholische Kirche. Pfarer Freudenstein prägte zum Schlüsse das Wort: Mit ganzer Kraft müßte das evange­lische Deutschland dafür kämpfen, daß das letzte Schlußwort in diesem Streite ein wahres und echtes Gotteswort sei. Mit Gebet und dem LiedeAch bleib mit deiner Gnade" fand die Feierstunde ihr Ende.

Bebra. Zwei Doppelwohnhäuser werden augenblicklich von dem hiesigen Bau- und Siedlungsverein e. E. m. b. H. gebaut. Für die Erd-, Maurer- und Putzarbeiten wurden als Höchstge­bot von einer Bebraer Firma 25 545 RM. gebeten, als Niedrigst­gebot von einer anderen hiesigen Firma 21173 RM. Letztere führt den Bau unter Leitung des Architekten Iffland-Bebra aus. Die Entwässerungsarbeiten des Geländes Bebra - Lispenhaujen sind beendet. Die Kosten hierfür sind jetzt festge­setzt worden. Zur Bestreitung der Ausgaben für Verzinsung und Tilgung werden für die beteiligten Flächen für den Hektar 100 RM. erhoben, für die nur zur Vorflut Beitragspflichtigen beträgt dieser Beitrag 26 RM.

Marburg. Oberhalb von Wehrda wurde die Leiche eines seit einigen Tagen vermißten Marburger Einwohners aus der Lahn geländet.

Frankfurt a. M 24. Sept. (Automaten sind offene Verkaufs­stellen.) Nach einer Entscheidung des Kammergerichts, sind Automaten, die an Geschäftshäusern angebracht sind, offenen Verkaufsstellen gleichzustellen. Aus diesem Grunde muß jeder, der einen Automaten aufstellt, dafür Sorge tragen, daß nach Eeschästsschlutz der Automat von Passanten nicht mehr in Tätig­keit gesetzt werden kann. Ein Bäckermeister, der an seinem Lokal einen Automaten aufgestellt hat, hatte im Juni den Apparat nicht geschlossen. In der Nacht beobachtete ein Polizeibeamter, wie sich ein Mann dort Süßigkeiten aus dem, Automaten zog". Deshalb erhielt der Besitzer einen Strafbefahl über 5 Mark. In der Anzeige behauptete der Wachtmeister, daß sich der Passant Schokolade aus dem Automatgezogen" habe. Der Bäckermeister glaubte nun, weil nur Bonbons in, seinem Auto­mat waren, beruhe die Anzeige auf einer falschen Voraus­setzung. Deshalb legte er Einspruch ein und beantragte seine Freisprechung. Der Einzelrichter wies den Angeklagten darauf hin, daß es gleichgültig sei, was in dem Automaten enthalten wäre, nach Geschäftsschluß sei der Automat zu schließen. Der Angeklagte aber wollte es besser wissen und verlangte richter­liche Entscheidung. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 5 Mark. Nun will der Angeklagte noch Berufung einlegen.

Frankfurt a. M., 24. Sept. (Die Frankfurter Gasaffäre.) Der Stadtverordnete Dr. Merton, durch dessen Denkschrift der Streit um die Frankfurter Easgesellschaft seinerzeit entfacht wurde, hat jetzt an den Oberbürgermeister Dr. Landmann und an den stellvertretenden Aufsich'tsratsvorsitzenden der Frank­furter Gasgesellschaft, Stadtrat Asch, je gin Schreiben gerichtet, in denen er seiner Unzufriedenheit über die Behandlung der Dinge Ausdruck gibt und gleichzeitig mitteilt, daß er sich dazu entschlossen habe, jetzt schon sein Amt als Mitglied des Auf­sichtsrats der Frankfurter- Gasgesellschaft niederzulegen. Dr. Merton sieht in der bisherigen Behandlung der Eas-An- gelegenheit in dem zuständigen Ausschuß eine systematische, Ver­schleppung, wobei vielleicht die Hoffnung bestehe, daß die schwebenden Verkaufsverhandlungen (Gewerkschaft Friedrich D. Red.), falls sie zum Ziele führen, eine iLckschauende Be­trachtung seitens des Aufsichtsrats und der Stadtverordneten­versammlung erübrigen könnten. Was die Gewerkschaft Fried­rich bei Hungen betrifft, so bemängelt Dr. Merton, daß seit der letzten Aufsichtsratssitzung dem Äufsichtsrat keinerlei Mit­teilungen über die finanzielle Entwicklung der Gewerkschaft zugegangen seien, so daß man sich kein Bild machen könne, ob weiter und in welcher Höhe neues Geld in die Gewerkschaft Friedrich hineingesteckt werden müsse, und ob damit zu rech­nen sei, daß das auch noch weiterhin notwendig sein werde. Das scheine aber gerade der springende Punkt zu sein, weil neues Geld nur durch Vorschuß seitens der Frankfurter Gas­gesellschaft beschafft werden könne, jedenfalls direkt oder in­direkt das Engagement der Frankfurter Gasgesellschaft bei der Gewerkschaft Friedrich vergrößert werde.

Die Porwürfe von Dr. Merton haben Stadtrat Asch und den Vorsitzenden des Hauptausschusses Kirchner zu Gegener­klärungen veranlaßt, in denen einerseits die Verzögerung der Angelegenheit mit dem trotz allen Drängens noch nicht erstat­teten Bericht vom Price Waterhouse, artberfetts mit Beurlau­bungen maßgebender Persönlichkeiten begründet wird. Die Vorwürfe von Dr. Merton werden als völlig unberechtigt zu­rückgewiesen. Er hätte die Pflicht gehabt, sich vorher zu in­formieren. ehe er solche Vorwürfe erhebe.

Gernsheim, 24. Sept. (Wenn man berühmt wird.) Der Deutschamerikaner Schwarz, der im Alter von 91 Jahren noch einmal die Reise von Amerika nach der alten Heimat wagte, hat bekanntlich die amerikanischen Reporter hereingelegt, indem er drüben behauptete, er fahre nach Deutschland, um nach 65 Jahren Brautstand zu heiraten. Die Meldung ging auch durch die Mehrzahl der deutschen Blätter und, bewirkte, daß der alte Mann aus allen Himmelsrichtungen Besuch erhält. Selbst mit Autos kamen Neugierige aus Mannheim. Besonders stark war der Andrang am Sonntag. Der alte Mann, der einige ruhige Tage in Deutschland verleben wollte, weiß sich kaum mehr zu helfen und ist durch die Aufregungen nun wirklich ernsthaft krank geworden.

---- II EEtâMlEiâE'lUMM Wiruii ---

Amtlicher Teil.

An die Herren Bürgermeister (Quittungskartenstellen) des Kreises.

Nach einer Verordnung des Reichsversicherungsamtes über die Ausgabe neuer Beitragsmarken für die Invalidenversiche­rung werden vom 30. September 1929 ab neue, für alle Landes- versicherungsanstalten gültige, Beitragsmarken der Lohnklassen IV bis VII für eine Woche und der Lohnklassen I bis VII für 2 Wochen ausgegeben. Die Einwochenmarkcn für die Lohn- klassen I bis III bleiben unverändert. Ferner bleibt der Geld-' wert der sämtlichen Beitragsmarken unverändert.

Ich ersuche auf ortsübliche Weise die Beteiligten hierauf aufmerksam zu machen, damit Beitragsrückstände noch nachgeholt werben können.

Fulda, den 24. September 1929.

Staatl. Bersicherungsamt für den Landkreis Fuld«:

J. V.: Polster.

---~*r"HWMBIH£!WF,*n^ '""i"1 ,.

Verantwortlich für die Schriftleitung: Dr. Karl Krömmelbein -Fulda.

Von der Reise zurück!

Dr- med. E. Bahmann

Fulda

Facharzt für innere Medizin.

Spredisfunden nur noch im Landeskranken­haus, werktags 11-1 Uhr

Zur bemsteyenSen Kirchweih sowie zu allen Festlichkeiten empfiehlt sich eine gute, starkbesetzte

Musik-Kapelle

(kleinste Besetzung 7 Mann) Niedrige Preise. Für gute Musik wird garantiert. Zu erfra­gen in der Geschäfts st ds. Bl.

Weitzkohl

beste Winterware zum Einschneiden liefert von 100 bis 300 Ztr. in Ladungen franko nach allen Stationen.

L. Dowe, Kirchham, Bez. Kassel. Telefon 62