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ul-aer Anzeiger

Erscheint jeden Werktag.Vezugspreis: monatlich 2.20 NM. Bei Dieferungsbehinderungen durch höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Bahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. VerlagFriedrich Ehrenklau, Zulöa, Mitglied des Vereins Deutscher Zeitungsver­leger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 16009

Nr. 223 1929

Tageblatt für Rhön und Vogelsbergs Zulba- und Haunetal * Zulüaer Kreisblatt

Re-aktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 * Zernsprech-Rnschluß Hr.989

Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit (QuellenangabeZulSaer flnzeiger'gestattet.

Fulda, Montag, 23. September

Jingefgenprcis: Für Behörden, Genossenschaf, ten,Banken usw. beträgt die Kleinzeile 030 Ulf. , für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Neklamezeile 0.90 Mk. u. alle anderen 0.15 Mk., Neklamezeile 0.60 Mark Bei Rechnungsstel- hing hat Zahlung innerhalb 8 Tagen zu erfol­gen < Tag= und pl-tzvorschristen unverbindlich.

6. Jahrgang

Enthüllungen?

Mzebliche

mit Snmirtidj.

Die zu Reichsaußenminister Dr. St r e s e m a n n in Beziehungen stehende Nationalliberale Korre­spondenz veröffentlicht Mitteilungen, wonach der deutschnationale Abgeordnete Klönne ohne Wissen der deutschen amtlichen Stellen mit französischen Militär­kreisen und Politikern über ein deutsch-französisches Militärbündnis unterhandelt habe. Die Nationalliberale Korrespondenz deutete schon kürzlich an, daß vondeutsch­nationaler Seite" in Paris sehr viel weitergehende, ja viel gefährlichere Angebote gemacht worden seien, als die bekämpfte Politik der Verständigung. Die Deutschnatio- nale Pressestelle hatte die Nationalliberale Korrespondenz darauf der Verleumdung beschuldigt. Die jetzige Ver­öffentlichung der Nationalliberalen Korrespondenz, die, wie sie sagt,wenigstens in etwas den Schleier lüften solle," besagt:Herr Klönne reist seit dem Jahre 1926 in politischer Mission nach England und Frankreich. Er hat in zahlreichen Gesprächen mit französischen Politikern den Franzosen ein Militärbündnis und ein Zusammen­gehen Deutschlands und Frankreichs gegen Sowjetruß­land angetragen." Infolgedessen sei ein französischer Ge­neral bereits im Winter 1927/28 nach Berlin gekommen und habe mit Herrn Klönne und seinen Hintermännern verhandelt. Klönne habe versucht, auch eine Verbindung mit dem Reichswehrministerium herbeizuführen, das sei aber selbstverständlich gescheitert. Im Frühjahr 1928 seien die Besprechungen nach Paris verlegt worden und maß­gebliche Politiker der französischen Rechtsparteien hätten daran teilgenommen.

Einer Berliner Nachrichtenkorrespondenz wird dazu von unterrichteter deutschnationaler Seite berichtet, daß Herr Klönne zu einer Stellungnahme noch keine Gelegen­heit gehabt habe; zweifellos aber werde er zu der Dar­stellung der Nationalliberalen Korrespondenz einiges zu sagen haben. Entscheidend sei die Zeit, in der die Ver- handlungcu, von denen die Nationalliberale Korrespon- dm; spricht, stattgesunden haben sollen. Es hanvele sich Wich um das Jahr 1927, in dem die Deutschnationalen in der Regierung saßen, so daß der Vorwurf einer Privat­politik aus eigene Faust auch dann nicht stimme, wenn die Misieilungen der Nationalliberalen Korrespondenz einen wahren Kern enthielten. Es müsse aber festgestellt werden, daß, wenn überhaupt Klönne Verhandlungen geführt habe, und zwar mit dem Ziele einer Westorientierung gegen den Osten, diese Verhandlungen den politischen Grundsätzen der Deutschnationalen Polkspartei nicht entsprächen. Nie­mals habe Herr Klönne, immer vorausgesetzt, daß er ver­handelt habe, im Namen der Deutschnationalen Volks- dartei solche oder ähnliche Verhandlungen führen können.

Dichtung und Wahrheit".

Zu ben Veröffentlichungen derNationalliberalen Korre­spondenz" nimmt Reichstagsabgeordneter Dr. Klönne in einer längeren Auslassung selbst Stellung. Er betont, daß in dem Artikel derNationalliberalen Korrespondenz" Wahrheit und Dichtung in erstaunlicher Weise gemischt seien. Er habe 1927 in London Unterhaltungen mit führenden englischen Politikern lediglich als Privatmann gepflogen. Hierbei habe er zum Ausdruck gebracht, daß Deutschland für eine deutsch-engusch- sranzösische Zusammenarbeit nur dann in Frage käme, wenn wenigstens die elementarsten deutschen Forderungen erfüllt würden. Als solche nannte er nicht nur, wie dieNational- : liberale Korrespondenz" richtig ausführt, »Räumung der Rheinlande und Rückgabe der Saar, Widerruf der Kriegs- schuldlüge" (und zwar durch den ehemaligen Feindbundi,ge­wisse Erhöhung des deutschen Heeresstandes", sondern und das vergesse dieNationalliberale Korrespondenz be­zeichnenderweise in erster Linie die unbedingte R u et« gäbe des Weichselkorridors, volle Wiederherstellung der deutschen Souveränität und eine Revision des Dawes- Planes in dem Umfang, daß Deutschland höchstens bte Hälfte der festen DaweS-Annuttät zu zahlen hätte. .

Es verstehe sich von selbst, daß er das Auswartlge Amt über diese Unterhaltungen, obwohl sie rein privater Natur waren, alSbald unterrichtet habe. Den französischen General, der aus seiner Tätigkeit im Zusammenhang mit Fragen Der Entwaffnung Deutschlands wohlbekannt sei, offenbar General Walch, kenne er nicht, könne also mit seiner Demarche nicht in Perbindung gebracht werden. Alle darüber gemachten Aus- sührungen seien unrichtig. Mit französischen politischen Pcr- sönlichkeiten habe er im Winter 1927/28 in Berlin Unter­haltungen ähnlicher Art wie vorher in London gepflogen, wo­bei er' nach seiner Auffassung über die Rechbergschen Plane befragt wurde und Dieselben Forderungen Wie in London vertrat. Er glaube nicht, daß irgenbjentaitb das Recht hat. derartige Unterhaltungen Angebote zu nennen. Wahrend der Pariser Verhandlungen über den Young-Plan habe er den Besuch französischer Politiker gehabt wobei über den Young-Plan selbst gesprochen wurde. Auch hier war von Angeboten von einer der beiden Seiten nicht die Rede.-ittch in diesem Fall habe er das Auswärtige Amt unverzüglich unterrichtet. . _ .

Die sogenannte Verständigungspolitik des gegenwärtigen Rcichsaußenministcrs könne er nur Unt-Nvcrsungspol>tck nennen. Solange unsere ehemaligen Gegner die Chance haben, wit dem amtlichen Deutschland eine derartige Politik zu machen, würden sie zu einer ehrlichen Verständigungspolitik

Zu Behauptungen desJungdeulschcn", daß auch Ver­treter des Stahlhelms an Verhandlungen für eine Ver­ständigung mit Frankreich Icilgcuommcn haben, Wirb von be- wiligter Seite erklärt, daß bei einem Tee-Empfang durch den General von Lippe, bei dem auch rechtsstehende Journalisten in Ausübung ihres journalistischen Beruses "»wesend waren, der französische Abg. Renauld für feine Person das Programm einer Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich mit weitgehenden reparattonspolitischen Angeboten entwickelt habe, die noch nicht 10 Prozent des Young-Planes umfaßt hatten. Herrn Renauld sei erklärt worden, daß diese Angebote nicht ausreichend seien. Eine Befriedung Europas konnte nur durch die Schäftung von Raum für die fo^iotpauche und bte

wirtschaftliche Entwicklung des deutschen Volkes entweder tm Osten oder in umfangreichen Kolonien erreicht wer ' oen. Renauld habe erklärt, daß die französische Regierung in einer Verständigung mit der deutschen Linken leine reale .Außenpolitik sehe und daß sie wisse, daß sie bei dem Versuch

"ner Verständigung mit der deutschen Rechten wesentlich meh"' bieten müsse als bei einer Verständigung mrt der deutschen Linken.

Pariser Blätter zünden angeblichen deutsch- französischen Bündnisplänen.

wtb. Paris, 23. Sept. (Privat-Telegramm.) Die Enthül­lungen der nationalliberalen Korrespondenz über angebliche Pläne eines deutsch-französischen Bündnisses finden in einigen rechtsstehenden und linksstehenden Blättern besondere Be­achtung.

Der Berliner Korrespondent desEcho de Paris" glaubt, daß die Reichsregierung durch Bekanntgabe der Vorgänge auf die anläßlich der Haager Konferenz gegen sie geführte Kampagne

Unbegründete Anschuldigungen

Reichswehr;» denVombenattentaien

Erklärung des Wehrmini steriums.

Die Untersuchung des Rcichswehrministcriums über die angebliche Zusammenarbeit des Angestellten Jeschke mit dem Syndikus der Landvolkbewegung hat folgendes ergeben: Der Angestellte des Reichswehrstandortes Lübeck Jeschke kennt Herrn Weschke persönlich aus seinem früheren Aufenthalt in Itzehoe. Er hat im Juli d. I., als die L a n d v o l l b e w e g u n g in zunehmendem Maße öffentliches Aufsehen erregte, ohne Wissen seiner Vorgesetzten eine Aussprache mit Weschke herbeigeführt, um sich ein Bild über Umfang und Ziele der Bewegung zu verschaffen. Seine Eindrücke hat er in einem Bericht an die Reichswehrbehörden zusammengefatzt, der sich dahin ausspricht, datz die Führer der Bewegung in ihrem poli­tischen Kampfe gegen die Regierung Gewaltmatznahmen, insbesondere eine Beteiligung an den Sprengstoffatten- tatcn, abzulchnen schienen. Der Bericht ließ nicht er­kennen, datz er auf einer persönlichen Rücksprache mit Weschke beruhe. Die Reichswehrbehörden haben ihn zu den Akten gelegt, da sic von der zuständigen Zivilverwal- tung über die Bewegung unterrichtet wurden

'Es handelt sich also um eine private einmalige An­frage eines Angestellten bei einem persönlichen Bekannten.

Das Volksbegehren.

Schärfster Kampf gegen ^foung-plan und Kriegsschuldlüge.

Der Reichsausschutz für das deutsche Volksbegehren teilt mit: Das Präsidium des Reichsausschusses ist am Sonnabend, den 21. September, in Berlin zu einer Sitzung zusammen­getreten, in der erneut der einmütige Wille zum Ausdruck kam. sich für das Volksbegehren zur Verhinderung des Young- Plans und zur endgültigen Beseitigung der Kriegsschuldlüge mit allen Kräften einzusetzen. Um die Absicht des Reichsaus­schusses, die Person des Reichspräsidenten vor jedem Zu­sammenhang mit dem Gesetzentwurf zu schützen, auch gegen­über böswilliger Auslegung noch schärfer zum Ausdruck zu bringen, wurde durch die Einfügung des Wortes »bereu* folgende Fassung des § 4 einstimmig beschlossen: »Reichskanzler und Reichsminister und deren Bevollmächtigte, die entgegen der Vorschrift des § 3 Verträge mit auswärtigen Mächten zeichnen, unterliegen den in § 92, Ziffer 3, StGB., vor­gesehenen Strafen." Die Vertreter des Reichslandbundes und der Christlichnationalen Bauern- und Landvolkpartei hielten ihre grundsätzliche Stellungnahme gegen die Strafbestim­mungen des § 4 gemäß den Beschlüssen ihrer Vorstände auf­recht Getragen von dem unerschütterlichen Willen zum schärfsten Kampf gegen Young-Plan und Kricgsschuldlüge er* klärten sic jedoch, daß Reichslandbund und Christlichnational^- Bauern- und Landvolkpartei Schulter an Schulter mit den anderen Verbänden im Reichsausschutz für die gemeinsame Sache kämpfen werben.

Neue Unruhen in China.

wtb. London, 23. Sept. Der Korrespondent desDaily Telegraph" meldet: 3 Generale in Szechuan und Hankau sind von der Nankingregierung beauftragt worden, ihre Streit­kräfte gegen General Tschangfahkwei, den Befehlshaber der 4. Division, mobil zu machen, der sich der konservativen Kwangsi- gruppe angeschlossen hat und die Absicht zu haben scheint, sich der Provinz Kwangtung zu bemächtigen. Dies ist die 3. Straf­expedition, die von der Nankingregierung im Laufe dieses Jah­res ungeordnet worden ist. Man sieht darin einen Beweis dafür, daß das Land durchaus noch nicht geeinigt ist.

Ungefähr 300 Meilen flußaufwärts von Hankau sollen be­reits Kämpfe stattgefunden haben. General Tschiangkeischek hat Truppen flußaufwärts gesandt.

Times" berichtet aus Schanghai: In Kanton herrscht große Besorgnis infolge der Meldung, daß General Tschang­fahkwei mit seinen Leuten auf die Stadt losriickt, um sie an­zugreifen. Japanischen Berichten zufolge marschiert eine Bri­gade von Truppen Fengsuhsiangs von Schcnsi südwärts, um Tschangfahkwei zu unterstützen. Die Nankingregierung ver­sichert jedoch, daß Marschall Fcngjuhsinag loyal geblieben sei.

habe antworten wollen. Denen, die Stresemann beschuldigten, Frankreich zu weit entgegengekommen zu sein, wolle der deutsche Außenminister beweisen, daß die Nationalisten selbst nicht vor Zugeständnisien zurückschreckten. Das heiße, gute In­nenpolitik treiben.

Die komm.Humanitè" ist auch der Ansicht, daß es sich um einen innerpolitischen Gegenschachzug der Reichsregierung han­dele.

Blätter wie das radikaleEre" und der sozialistischePopu­läre" sind aufgebracht darüber, daß einige nationalistische französische Parlamentarier (Reynaud), mit den rechtsstehen­den deutschen Kreisen, die bisher die Widersacher gewesen seien, verhandelt hätten und erwarten von ihnen eine Stel­lungnahme.

Quotidien" spricht sogar von einen Skandal, denn während die Regierungen auf die Geheimdiplomatie verzichteten, gebe es Leute, die die Geheimdiplomatie auf eigene Faust wieder einführten. Zufrieden ist nur dieVictoire", die in der Tat­sache, daß deutsche und französische rechtsstehende Kreise mit­einander in Fühlung getreten seien, ein günstiges Omen er­blickt.Vigaro" hebt hervor, daß auch dem Vorschlag der deutschen Nationalisten niemals Vertrauen entgegenge­bracht werden könne, denn es werde darin die Streichung des Paragraphen von der Kriegsschuld gefordert.

Er hat sich weder hierbei noch sonst geistig oder praktisch an den Bestrebungen der Landvolkbewegung beteiligt. Da­gegen ist ihm zum Vorwurf zu machen, daß er überhaupt mit einer Persönlichkeit in Verbindung getreten ist, bte in- radikalem politischen Kampfe steht, und daß er hierbei fein» dienstliche Adresse verwendet hat. Der Reichswehrminister wird die Wiederholung solcher Mißgriffe für die Zukunft abstellen. Es ist also klargestellt, daß weder der Fall Jeschke noch der Fall G a z aH a m m e r st e i n den ge­ringsten Beweis erbracht haben, daß die Reichswehr mil­den Bombenattentaten in Verbindung steht. Das Reichs­wehrministerium sieht der Durchführung der beiden Straf­anträge wegen Beleidigung entgegen.

Volck steckbrieflich verfolgt.

Die Staatsanwaltschaft beim Landgericht in Berlin hat bei der fortgesetzten Untersuchung in der Bomben­affäre nunmehr auch gegen den flüchtig gewordenen früheren Privatdetektiv Herbert Volck, zuletzt wohn­haft Berlin, den Antrag auf Eröffnung der Vorunter­suchung, Erlaß des Haftbefehls und eines Steckbriefs bei dem Untersuchungsrichter beantragt. Volck wird be­schuldigt, an den Attentaten in Schleswig-Holstein und mt dem Anschlag auf das Reichstagsgebäude in Berlin ut hervorragender Weise beteiligt zu sein.

Kommunalwahlen in Preußen.

Entschließungen der pommerfchen Landgemeinden.

Auf dem 6. Pommerfchen Landgemeindelag in Stralsund sprach der Präsident des Verbandes der Preußischen Land­gemeinden, Landrat a. D. Dr. Gercke, über das Thema^.Kom- munalpolitische Tagesfragen". Er führte u. a. aus: »Überall auf dem Lande muß bei der Vorbereitung der Wahl darauf geachtet werden, daß die politischen Parteien der Bedeutung des Landvolkes durch entsprechende Benennung ländlicher Vertreter Rechnung tragen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen beschäftigte sich Dr. Gercke mit dem finanziellen Lastenaus­gleich. Dringend notwendig sei es, daß der preußische Ver- tcilungsschlüsscl für die Reichssteuerüberwcisungen durch eine entsprechende Berücksichtigung der Bevölkcrungszabl und der Schulkinderzahl gerechter und günstiger für die Landgemeinden gestaltet würde. Für den Schullastcnausg'eich forderte der Redner die Berücksichtigung der tatsächlichen finanziellen Leistungsfähigkeit des einzelnen Schulverbandcs. Die Auf­rechterhaltung und die Förderung der Volksschulen auf dem Lande sei eine der wichtigsten kulturellen Aufgaben des Staales, hinter der nötigenfalls andere Aufgaben zurück­zustehen hätten. Mit Sorge erfülle die Gemeinden die Ent­wicklung der Arbeitslosenversicherung. Es dürfe die Arbeitslosenversicherung nicht zu ungunften der gemeind­lichen Finanzen entlastet werden, sonst sei eine wesentliche Er» Höhung der Realsteuern unvermeidbar. Es sei fa l s ch, zu glauben, die Landgemeinden stünden im Kampfe gegen den Staat. Sie fühlten sich jetzt nur ungerecht zurückgcsetz^ und forderten Gleichberechtigung. Ein Staat, gleich welcher Form, werde sich nicht stützen können auf die fließende Masse der großen Städte, sondern er werde sich nur auf die Dauer er­halten, wenn es ihm gelinge, das Vertrauen zu erwerben jener Kreise des Landvolkes und der Landgemeinden, die das feste Fundament für den Wiederaufbau des Staates sind."

Es wurde dann eine Entschließung gefaßt, in der die von dem Präsidenten erhobenen grundsätzlichen Forderungen des Verbandes formuliert sind.

Unpolitische Rede des Papstes.

Rom, 23. Sept. In seiner mit Spannung erwarteten gest­rigen Rede an die katholischen Männer stattete der Papst den Katholiken seinen Dank für ihre Glückwünsche zu dem großen Ereignis der Lateran-Verträge ab. Katholische Männer, so erklärte der Papst, müßten auch in Zukunft der Kirche ihre Unterstützung und Mitarbeit leihen, damit diese Verträge ihre volle Auswirkung fänden. Sonst wurde in der Rede nichts von besonderer politischer Bedeutung gesagt.

Bevor der Papst die Rede hielt, hatte er dem italienischen Botschafter beim Heiligen Stuhl eine lange Audienz gewährt. Auch der päpstliche Nuntius hatte sowohl mit Mussolini wie mit Außenminister Grand' eine längere Aussprache.