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Zul-aer Anzeiger

Zul-a / Sia« 2

Nr. 218 Dienstag, 17. September 19^9

Anonyme Briefe im Halsmann-Prozeß.

Im Halsmann-Prozeß erklärte der Verteidiger Peßler, daß in den letzten Tagen gegen den Angeklagten die ungeheuer­lichsten Beschuldigungen erhoben worden seien, u. a. die, daß er während der Obduktion der Leiche seines Vaters sich teil­nahmslos verhalten habe. Beim Lokalaugenschein sei aber erwiesen worden, daß man von dem Fenster des Zimmers aus, in dem der Angeklagte eingesperrt gewesen sei, die Obduktion in der gegenüberliegenden Scheune gar nicht habe beobachten können. Die Verteidigung werde in den letzten Tagen

mit anonymen Briefen

geradezu überschwemmt. In allen diesen Briefen würden Be­lastungszeuge,. mit der Tat in Zusammenhang gebracht. Die Verteidigung halte es für notwendig, zu erklären, daß sie auf anonyme Briefe verzichte und daß es ihr fernliege, irgendeinen Zeugen in Verdacht zu ziehen. Hierauf wurden die einzelnen Gendarmertebeamten von Mayrhofen, die die ersten Erhebungen leiteten und die Bewachung des Angeklagten be­sorgten, vernommen.

Abermalige Schlagwetterexplosion auf der Charles-Grube.

BisherzehnTote.

Infolge der Explosion auf Schacht II der Charles- Grube waren die Ventilatoren des Schachts zerstört wor­den und die Wetterführung versagte. Montag nachmittag hat sich eine neue Explosion ereignet, wie man annimmt, durch schlagende Wetter. Durch diese Explosion, die viel gewaltiger war als die erste, wurden die elektrische Zen­trale und das Kesselhaus völlig in Trümmer gelegt. Bis­her hat man zehn Tote geborgen. Die Zahl der Schwer- -und Leichtverletzten ist noch nicht bekannt. Es lässt sich auch noch nicht sagen, wieviel Mann sich in dem Bergwerk be­fanden.

Drei Iluqzeugkatastrophen in Amerika.

Dreizehn Todesopfer.

In den Vereinigten Staaten ereigneten sich drei schwere Flugzeugunfälle, die insgesamt dreizehn Todes­opfer forderten. Bei Marytown in Wisconsin stürzte ein großes Passagierflugzeug aus ziemlicher Höhe ab und geriet in Brand. Die sechs Insassen wurden getötet. In der Nähe von Oakland (Kalifornien) stürzte ein Flugzeug ab und durchbrach das Dach eines Hauses. Das Flugzeug und das Haus gerieten in Brand. Drei Personen fanden den Tod. Augenzeugen berichten, daß der Absturz infolge Flügelbruches erfolgt sei. Bei C h i k a g o stießen zwei Flugzeuge in ziemlicher Höhe zusammen und stürzten ab. Aus den Trümmern wurden vier Todesopfer geborgen.

*

- ^____________ Flügzeugunglück in Bulgarien.

Auf dem Flugplatz Bojurischt in Bulgarien stürzte ein Schulflugzeug ab. Der Mechaniker wurde getötet, der Flugzeugführer schwer verletzt.

Schwere Verkehrsunfälle.

Autobusunglück in Berlin.

In Berlin stieß Sonntag abend an der Straßen­kreuzung Dorotheen- und Friedrichstraße ein Autoomni­bus mit einem Straßenbahnwagen zusammen. 25 Per­sonen wurden bei dem Zusammenstoß verletzt. 24 Leicht­verletzte konnten nach Behandlung von Schnittwunden und Hautabschürfungen in einer Klinik ihre Wohnungen aufsuchen, während eine Frau, die schwere innere Ver­letzungen erlitten hatte, Aufnahme in der Klinik fand.

Ein Auto fährt gegen einen Baum.

Auf der HamburgBerliner Chaussee fuhr bei Düne- berg ein Boitzenburger Auto gegen einen Baum. Die vier Insassen wurden schwer verletzt. Einer der Ver­letzten ist im Bergedorfer Krankenhaus gestorben.

Lache Vajayo

Roman von J. Schneider-Foerstl.

Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister-Werdau Sa.

41) (Nachdruck verboten.)

Dir dâsabzubltien, biniL doch hier! Genügt dir das nicht?"

Nein!"

Hans!"

Du hast etwas zerschlagen in mir, das nie wieder auf- erstehen wird! Bemühe dich nicht weiter!" Er legte die Hand auf die Klinke, aber noch ehe er sie niederdrücken konnte, hatte Joachim sie gefaßt.

Hans wenn es wirklich so ist, wie du sagst, dann laß mich dir wenigstens bekennen: Ich bereue aus ganzem Herzen, dich in einer Stunde verkannt zu haben, in der ich vor Schmerz der Glieder und Verzweiflung der Seele keines klaren Gedankens mehr fähig war. Ich sehe, daß ich kein Recht mehr habe, dich um etwas anderes zu bitten, als ein paar kurze Worte, daß du mir vergibst! Die wirst du doch noch für mich finden können!"

Feßmanns Blick blieb kühl und wenig ermunternd.Du scheinst das als etwas ganz Selbstverständliches zu nehmen! Ich betrachte das Ganze von einem völlig anderen Gesichts­punkte aus: Du hast mir leider zu dieser glänzenden Lebensstellung verholfen! Ich habe meine Schuld an dich abbezahlt. Wir sind quitt!"

Hettingen, dessen Nerven noch von der Krankheit her in ständiger Erregung bebten, vermochte sein Blut nicht mehr zu zügeln. Aschfahl im Gesichte riß er den Rock auf und trat dicht an den Freund heran.Nimm eines von deinen Messern und schneide mir die Adern auf, daß ich dir dein Blut bis zum letzten Tropfen wieder zurückgeben kann wenn ich doch für alle Ewigkeit keinen Teil mehr an dir haben soll!"

Du wirst dir schaden, wenn du dich nicht mäßigst!" warnte Feßmann.Wer hat dir übrigens davon gesagt?"

Das ist vollständig gleichgültig, ich weiß es nun einmal! Und---"

Ehe er noch weitersprechen konnte, hatten zwei keinen Widerstand duldende Arme ihn gefaßt Md BL das küble

Börse und Handel.

Frankfurter Börse vom 16. September. Zu Beginn der neuen Woche machte sich an der Börse wieder eine Beruhigung beweisbar. Die Stimmung zeigte ein allgemein freundlicheres Aussehen, da heute Nachrichten nicht vorlagen, die die Börse nachteilig beeinflussen konnten. Aber trotzdem ließ das Ge­schäft viel zu wünschen übrig, nur später wurde in Spezialwer­ten das Geschäft etwas lebhafter, da man Interventionen von Eroßbankseite bemerkt haben wollte. Veranlaßt hierdurch ging die Spekulation aus ihrer zur Gewohnheit gewordenen Reserve heraus, und schritt an einigen Marktgebieten zu Deckungen und Meinungskäusen. Vorteilhaft vermerkt wurde die feste New- Yorker Börse vom Samstag, sowie Anzeichen einer geringen Entspannung am Geldmarkt, Aufträge lagen dagegen wieder nur spärlich vor, doch wird die allgemeine Lage nicht mehr so pessimistisch beurteilt. Heute machte sich gerade etwas mehr Interesse für die in der letzten Zeit stark gedrückten Werte be­merkbar, bei denen gegenüber den Schlußkursen vom Samstag durchschnittlich Erhöhungen bis zu 2% % eintraten. Führend waren am Elektromarkt Siemens mit plus 3% % und Schuk- kert mit plus 2% %. Eesfürel gewannen 1% % und AEG. 1 %, während Licht u. Kraft 1% % niedriger eröffneten. Auch I. G. Farben waren gesuchter und konnten nach der starken Ver­nachlässigung vom Samstag 2% % gewinnen. Am Elanzstoff- markt wurden in Elanzstoffaktien wieder Rückdeckungen vorge­nommen und der Verlust vom Samstag, wovon die Börse gegen Schluß nachteilig beeinflußt wurde, konnte mit plus 9 % voll ausgeglichen werden. Montanwerte lagen still, zumeist jedoch etwas gebessert. Deutsche Linoleum plus 3% %. Zementaktien waren auf den starken Rückgang des Zement­absatzes eher angeboten. Renten etwas freundlicher. Von Ausländern Anatolier gefragt und höher. Im Verlaufe waren die Umsätze wieder kleiner, doch konnte sich das Kursniveau bei geringsten Abschlüssen bis zu ca. 1 % heben. Am Geldmarkt war Tagesgeld später wieder stärker gesucht, was mit 8% % zu einer Verteuerung führte. Am Devisenmarkt nannte man Mark, gegen Dollar 4.2015, gegen Pfunde 20.36, London-Kabel 4.8468, Paris 123.89, Mailand 92.69, Madrid 32.86, Hol­land 12.0920.

Frankfurter Abendbörse vom 16. September. An der Abend- börfe war die Stimmung zwar allgemein beruhigt, und die Kurse blieben meist gut behauptet, doch beschränkte sich die Um­satztätigkeit wieder auf ein Minimum, da Kaufaufträge fast vollkommen fehlten. Die Kursveränderungen gegen dèn Ber­liner Schluß betrugen nur Bruchteile eines Prozentes. Glanz- stoff blieben von den Mitteilungen im Prospekt der Kunstseide- Unie unberührt. Renten geschäftslos. Ablösung 10%, Com­merzbank 174%, Danatbank 267, Diskonto 150%%, Dresdner Bank 154%, Reichsbank 293%, Buderus 72%, Harpener 145, Aschersleben 235, Westeregeln 240, Mannesmann 113%, Phönix 106%, Stahlverein 113%, AEG. 193%, Chade 441%, Scheide- anstalt 150, Dt. Lino 304%, Licht u. Kraft 204%, I. E. Farben 211%12%, Eesfürel 206%, Holzmann 100, Siemens 383%, Glanzstoff 326, Aschaffenburger Zellstoff 153, Süddeutsche Zul­ker 158%, Hapag 117.

Frankfurter Produktenmarkt vom 16. September. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehte zum heutigen Hauptmarkt in ruhiger Haltung. Das Geschäft bewegte sich in allerengsten Grenzen, wobei Preisveränderungen nur ganz vereinzelt zu Tage traten. So war Weizen geringfügig niedriger, während Weizen- und Roggenkleie etwas anziehen konnten. Mehl hat bei stetigen Preisen laufendes jedoch sehr kleines Konsumge­schäft. Hafer war in feinen Qualitäten zu.Exportzwecken etwas gefragt, jedoch der Preis hierfür unverändert. Gerste ist weiter vernachlässigt. Weizen 2525.15, Roggen 20, Sommergerste 2121.50, ' Hafer neue Ernte 18.7519, Mais 20.6020.75, Weizenmehl südd. und Niederrhein. 38.1038.75, Roggenmehl 28.5030, Weizenkleie 11.3511.50, Roggenklew 11.2511.50, Erbsen je nach Quäl, für Speisezwecke 3548, Linsen desgl. 4585, Heu, südd. gut, trocken 10.7511, Weizen- und Roggen­stroh drahtgepreßt-S.SV5.75, dito gebündelt 4.905.50, Trèber 17.5018.50.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 16. September. Der Auftrieb des heutigen Hauptmarktes bestand aus 1735 Rindern, darunter 335 Ochsen, 117 Bullen, 728 Kühen, 532 Färsen, ferner 563 Kälbern, 62 Schafen und 4475 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Hauptmarktes der vergangenen Woche waren 42 Rinder und 346 Schweine mehr angetrieben, während 60 Kälber und 12 Schafe weniegr zum Verkauf standen. Markt­verlauf: Rinder langsam, Ueberstand, Schweine mäßig rege, ausverkaust, Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen a i. 5860, 2. 5457, b 1. 4853, Bullen a 1. 5356, b 4852, Kühe a 4547, b 4044, c 3439, d 2833, Färsen a 5860, b 5457, c 4853, Kälber b 7882, c 7377, d 6672, Schafe nicht notiert, Schweine a 8688, b 8788, c 8788, d 8788, e 8386. Im Ver­gleich mit den Notierungen des letzten Hauptmarktes waren Rinder bis zu 2 Mark billiger, gegenüber den Preisen des letz­ten Nebenmarktes zogen Kälber bis zu einer Mark an, während Schweine bis zu 2 Mark nachgaben. Fleischgroßmarkt: Ochsen­fleisch 1. 90100, 2. 090, Bullenfleisch 8590, Kuhfleisch 2. 5565 , 3. 4055, Kalbfleisch 2. 100110, Schweinefleisch 1. 105115, Gefrierfleisch, Rindfleisch Vorderviertel 56 und Hin­terviertel 65 zollfrei.

Leder eines Klubsessels gedrückt.Beruhige vtch erst em- mal! Nimm diese Tropfen!" Feßmann hatte nach einem Fläschchen gegriffen, um etwas von einer Flüssigkeit auf ein Stück Zucker rinnen zu lassen!"

Hettingen schob die Hand, die sie ihm reichen wollte, mit einem Ruck zur Seite!Spar dir deine Tropfen, Hansl Sie sind ohne jede Wirkung für mich." Den Kopf zurück­lehnend, schloß er für Sekunden die Augen und zwang sein Blut zur Ruhe. Und wieder stand die Erkenntnis klar und ohne jede Deutelei vor ihm: die Schuld war sein.

Er hob sich aus dem Stuhle, ging zu Feßmann, der unwert von ihm an seinem Schreibtische lehnte, faßte nach beffen her­abhängender Rechten und führte sie an die Lippen.Ich habe es keinem anderen noch getan und werde es nie mehr einem anderen tun, als dir!--Vergib mir!"

In den Zügen des Arztes zitterten die Muskeln. Etwas unlieber Flimmerndes verschleierte seine Augen.

Hans!--" Hettingens Stimme schrie heiser auf.

Langsam hoben sich Feßmanns Hände den beiden anderen entgegen, die auf ihn warteten.Man sollte nicht bis zur letzten Faser so an einem Menschen hängen, wie ich an dir! Dann wäre mir das alles erspart geblieben."

So streiche mich aus deinem Leben!"

»Nie!---"

Ich danke dir, mein Alter! Es wäre ein bitteres Wort mit auf den Weg gewesen, wenn du anders gesprochen hättest. Ich fahre morgen nach der Schweiz, um meinen Posten als Ingenieur bei den Iankes-Werken anzutreten."

»Mußte es gerade die Schweiz fein, Joachim?"

Ja! Amerika wäre mir lieber gewesen! Nur megl Weil weg! Je weiter, desto besser!"

Me vielgerühmte Freundschaft!" sagte Feßmann mit leichtem Sstott. In der nächsten Sekunde aber ruhte sein Blick mit der gleichen Wärme wie früher in dem Hettingens. »Was sagt deine Frau Liebste dazu?"

Kleine Mutter?"

Du weißt doch, daß ich die Jeska meiner"

Ach fol Du hast also auch davon Aehört!" ein kurzes Besinnen, dann sah er dem Freunde ernst in die Augen.Du hast mir einmal dein unbeschränktes Vertrauen geschenkt. Nimm heute das meine dafür: Isabella ist meine Schwester. Mein Vater war auch der ihre. Aber Isas Mutter starb schon ater Tage nach ihrer Geburt, ehe er sie noch zu seiner WMââ»âmnte1"

Amtliche Berliner Notierungen vom 16. September.

Börsenbericht. Tendenz: Freundlich. Am Wochen­beginn war die Depression der Vortage einer freundlichen Stimmung gewichen. Da die Verkäufe, die in den letzten Tagen stark auf das Kursniveau gedrückt hatten, keine Fort­setzung fanden, vielmehr die Provinz Kaufaufträge erteilt hatte und auch das Ausland aus dem ermäßigten Niveau Kaufinteresse zeigte, sah sich die Spekulation zu schleunigen Deckungen veranlaßt, die bei mitunter recht fühlbarer Material- knappheit durchweg zu ansehnlichen Kursbesserungen führten. Da zudem aus der Schweiz und aus London festere Kurs­meldungen vorlagen, war die Stimmung allgemein beruhigter und zuversichtlicher. Die leichte Verknappung am kurz­fristigen Geldmarkt wurde als übliche Medio-Erscheinung be­trachtet und blieb unbeachtet. Der Satz für Tagesgeld zog auf 7%9 Prozent an, während Monatsgeld mit 910 Prozent unverändert zu haben war. Nach Festsetzung der ersten sturfe machte die Erholung namentlich am Montan-, Banken-, Farben- und Elektromarkt weitere Fortschritte. Im Verlaufe blieb die Tendenz weiter freundlich, doch flaute das Geschäft allgemein merklich ab.

* Devisenbörse. Dollar 4,194,20;; engl. Pfund 20,34 bis 20,38; holl. Gulden 168,20168,54; Danz. 81,3081,46; franz. Frank 16,4116,45; schweiz. 80,86-81,02; Belg. 58,3158,43; Italien 21,9421,98; schwed. Krone 112,38112,60; dän. 111,75 bis 111,97; norweg. 111,72111,94; tschech 12,4212,44; österr. Schilling 59,06-59,18; poln. Zloty (nichtamtlich) 46,9747,17; Argentinien 1,7581,762; Spanien 61,8862,00.

* Produktenbörse. Trotz der schwächeren Auslandsmeldun­gen eröffnete die Produktenbörse in stetiger Haltung, wenn auch das Geschäft kein größeres Ausmaß erreichte Für In­landsweizen waren infolge besserer Nachfrage der rheinischen Mühlen etwa eine Mark höhere Preise als am Wochenschlutz durchzuholen. Roggen wurde zur prompten Waggonverladung ausreichend angeboten und fand zu Wochenschlußpreisen Unter­kunft. 9(m Lieferungsmarkt setzten die Preise für beide Brot­getreidearten bis zu einer Mark höher ein. Mehl hat bei stetigen Preisen laufendes, jedoch kleines Konsumgeschäft. Hafer wird in feinen Qualitäten zu Exportzwecken weiter gefragt, das Preisniveau ist etwa behauptet. Gerste bei unveränderten Preisen in ruhigem Geschäft.

Getreide und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark

16. 9.

14. 9.

16. 9.

14. 9.

Weiz., märt

226 130

226-230

Weizkl f.Bln

11.6-12,2

11,6-12.2

pommersch

Rogkl f.Bln. Raps

10,8-11,2

10,8-11,2

Rogg., märt.

187-191

186-190

Braugerste

208 2 27

210-227

Leinsaat

Futtergerste

Sommergerste

170-186

170-186

Vikt.-Erbsen

38,046,0

38,046,0

kl. Speiseerbs.

28,O33,C

28,033,0

Wintergerste

Futtererbsen

21,023,0

21.023,0

Hafer., märt.

170 177

169-176

Peluschken

pommersch.

Ackerbohnen

wcstpreuß Weizenmehl p. 100 kg ir. Brl br inkl. Sack (feinst.

Wicken

Lupln., blaue

Lupin., gelbe Seradella Rapskuchen

18,5-19,0

18,5-19.0

Mrk ü Not. Roggenmehl p iÖO kg fr. Berlin br.

28 2-34.5

28.2-37,5

Leinkuchen Trockenschyl. Soya-Schrot Torfml. 30/70

24.3-24.6

12.5-12.7

204-20.9

24,8-24,6

12,4-12.6

20.2-20,8

inkl Sack

24.7-28.0

24.7-28.0

Kartoffelflck.

18.2-18.7

18,2-18,7

* Eierpreise. Deutsche Eier: Trinkeier, vollfr., gest, über 65 Gramm 15, 60 Gramm 14, 53 Gramm 13, 48 Gramm 11,50; frische Eier über 65 Gramm 14, 60 Gramm 13, 53 Gramm 12, 48 Gramm 11; aussortierte kleine und Schmutzeier 99,50. Auslandseier: Dänen 18er 14,7515,17er 14,25; Schweden 16er 14,75, 17er 14, 15% 16er 13,25; Holländer 6063 Gramm 14; Belgier 68 Gramm 14,75, 6062 Gramm 14, 5758 Gramm 13,50; Litauer, große 12,50, normale 10,50; Ungarn 11,50; Russen, normale 10,50; Polen, größere 10,50, normale 9,50 bis 10,00; abweichende 8,509; kleine, Mittel- und Schmutzeier 88,50. Witterung: Kühler. Tendenz: Etwas fester.

* Kartoffelpreise je Zentner waggonfrei märkischer Station: Weiße und Odenwälder blaue Kartoffeln 1,902,20 Mark, rote Kartoffeln 2,202,60 Mark, Nierenkartoffeln 3,403,70 Mark, andere gelbfleischige Kartoffeln 2,602,90 Mark. Fabrik­kartoffeln 1010,5 Pfg. je Stärkeprozent.

* Eröffnung der Kölner Herbstmcffe. Die Kölner Herbst- meffe und die 3. Westdeutsche Funkschau sind Sonntag er­öffnet worden. Der erste Messetag brachte einen sehr starken Besuch. Das verhältnismäßig beste Geschäft konnte die Tertil- messe aufweisen. Allgemein befriedigt waren auch die Aus­steller der Gruppe Haus- und Wohnbedarf. Ein Mittelpunkt des Interesses war die auf der Kölner Messe erstmalig in großem Umfange vertretene Gruppe der Bureäumaschinen und Bureaumittel.

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»Wie römisch das Leben manchmal spielt. Nun begreif« ich alles! Auch chr Verhalten während deiner Krankheit- Ich danke bir, mein Lieber, daß du dein und ihr Geheimnis nun auch zu dem meinen gemacht hast. Willst du jetzt mii Mir herüberkomnHn und meine Frau begrüßen?"

Nein, Hans! Vch habe das Gefühl, daß ich kein Recht besitze, jetzt schon wieder zwischen euch beiden zu sitzen. Wenn ich mir deine Liebe wieder voll und ganz verdient habe, werde ich kommen und fragen, ob du mich wieder haben willst!"

Feßmann hiÄt bie Hand zurück mit der Hettingen ntrtfj fernem Hut griff, ^omm, mein Lieber! Eine Stunde MN Abschied mußt du mir noch schenken."

Er hatte schon die Türe zum Wohnzimmer geöffnet und trat zugleich mit ihm ein. Beide Hände hob Hilde in Schreck und Freude, fühlte sie zwischen die Hettingens genommen und an ein bebendes Lippenpaar gedrückt. ^)ans hat ver­ziehen, gnädige Frau! Nun habe ich nur noch um Ihr Vergeben zu bitten."

Sie hielt statt aller Antwort seine Rechte fest und sah ihn an wie jemand, der lange fortgewesen war und dem man in der ersten Freude des Wiedersehens nichts zu schenken hatte afs eine Träne des Glückes.

Es ging schon gegen elf Uhr, als Joachim an der Seite der beiden geliebten Menschen die hellerleuchtete Ringstraße hin­unterging. Sie hatten es sich nicht nehmen lassen, ihn bis zum Schwarzenberger-Platz zu bringen. Damit Feßmann Den Freund noch länger haben konnte, machte man den Weg zu Fuß.

Und dann kam das letzte Lebewohl. Hettingen biß die Zähne krampfhaft aufeinander, ehe er den Mund zum Sprechen öffnete.Darf ich meine Schuld als gelöscht betrachten, Hans?"

Bis zum letzten Rest!"

Und wenn du auch anders gesagt hättest, mein Lieber! Ich trage ja dein Blut in mir!"

Seien Sie tausendmal bedankt, Frau Hilde! Darf ich, Hans?" Er sah erst auf Feßmann, und als dieser schweigend mckte, küßte er die zitternden Frauenlippcn, die sich ihm ohne Zögern boten.Nun habe ich noch eine Schwester!-- Hans wird dir alles erklären, Hilde!"

Ein letztes Winken Hettingens--dann klappte das Torhinter ihm.zy.

(Fortsetzung folgt.)