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Oeffentliche Kundgebungen.

poliW-wirffHaWche VeMsse.

R e l i g i ö s e D e in o n st r a t l o » e u.

Auch die beginnende Woche brachte zahlreiche Kon­gresse politischer, wirtschaftlicher und religiöser Art. Über eine Anzahl der wichtigsten wird nachstehend berichtet.

Reichètagiillg des Guftav-Adols-Vrrem-.

Mit einer groben Kundgebung begann in Breslau die ^leiwemguug des Gustav Adolf Vereins, nachdem Fcstgottes- dtensic in allen evangelischen Kirchen der Studt vorangegangen innren. Die Kundgebung in der Jahrhunderthalle war von über 1-2 000 Personen besucht und die trotzdem adgehaltene Pa- ratlelversammlung von über 4000 Personen. Generrlsupor-

-enden, Dr R o ttebob in begrüßte in der Jahrhundert- baüe die Teilnehmer und die Ehrengäste, unter denen sich Ver­treter aus allen Teilen Europas, so namentlich aus Kon- ston'-nopel. aus Florenz, aus Rumänien, Wien und Athen be-anden. Professor D. Dr. Rendtorss sprach tm Namen .Dc« sentralvorstandeS in Leipzig, Stadlvsarrcr Dr. Glovvs aus Kronstadt gab ein Bild von dem Leben einer deutsche evangelischen Gemeinde unter fremdstämmiger Bevölkerung. Die Versammlung schloß mit dem Gesang des Luther-Liedes.

In der Parâllelverfammlung sprachen Superintendent Zöäter, Prälat Plank und Pfarrer Dr. Bruhns-Leipzig.

I SatzerisHer Vauerntag in Tuntenhausen.

Der diesjährige Bauerntag in Tunt e n h a u s e n fiel mit der Feier des SOjabrigen Stiftungssestes zusammen. Jil einer öffentlichen Versammlung am Sonntag wurde betont, die Bauerniagung danke der bäuerischen Regierung für ihr Ein­treten gegen die Zentralisicrungsbestrebungen. Kultusminister G o l d'c u berget führte aus, die Treue zum deutschen Vater- lande sei kein Hindernis für die Forderung, daß die Eigen­staatlichkeit Bauerns erhalten und eine Revision der Weimarer Verfassung gefordert werde. Geheimrat Steininger wandte sich gegen alle Bestrebungen, die Bauern in zwei Lager zu spalten. Rcichstagsabgeordneler Dr. H o r l a ch e r begrüßte die Bildung einerGrünen Front" im Reichstage und ver­langte Verbesserung der Handelsverträge. Mit Bezug auf den Ä o ii 11 g -Pla n bemerkte er es sei unmöglich, Internationale Zahlungsverpflichtungen durch die einseitige Erklärung des Schuldners, er könne nicht zahlen, aus dem Wege zu räumen. In diesem Punkte müsse jede Volksverhetzung aufhören, selbst wenn der Young-Plan auf die Dauer als nicht durchführbar er­scheine. Renhstagsabgeordneter Dr. Heim-Regensburg führte aus, die österreichische Frage könne nie gelöst werden, wenn die Zentralisierungsbestrebungen in der bisherigen Weise fort* gingen. Die Lage'der Bauern dürfe nicht bis zur Verzweiflung verschlimmert, mit der Staatsvereinfachung in Bayern müsse endlich einmal Ernst gemacht werden.

Deutsche Gesellschaft sm

Samariter- md Reltuns-wrse».

Verbandstag in Gera.

Der 13. Vcrbandstag der Deutschen Gesellschaft für Sama- liter- und Rettungswesen fand in Gera statt. In der ersten Geschäftssitzung würdigte Dr. Saupe- Leipzig, der derzeitige Vorsitzende der Gesellschaft, die Fülle der Arbeit, die die Gesell­schaft im Dienste der Nächstenliebe im Verlause des vet= aangenen Jahres geleistet hat. Nach Ernennung einzelner ver­dienter Mitglieder zu Ehrenmitgliedern fand eine Aussprache über die Abhaltung des nächsten Samaritertages statt. Eisenach und München standen in enger Wahl. Dem Vorstand wurde die endgültige Entscheidung überlassen. Den Ausklang des ersten Tages bildete ein Begrüßungsabend. Der Sonntag war strebsamer Arbeit gewidmet. Die Rettungsvor- sührungen der Freiwilligen Feuerwehr, verbunden mit einer Nvmig der gesamten Mannschaften des zweiten Bezirkes des Landessamariterverbandes Sachsen, überzeugten die zahlreichen Zuschauer von der segensreichen Tätigkeit der Samariter und der Feuerwehr. , . ....

Den Höhepunkt der Tagung bildete eine öffentliche Ver­sammlung, die von zahlreichen Abordnungen der Dentschc» Gesellschaft für Samariter- und Rettungswesen besucht ivnr. Erschienen waren fernerhin Vertreter des Reiches, Thüringens, der Ärzteschaft, des Roten Kreuzes und der Feuerwehr, ^r Saupe begrüßte die Anwesenden und spracy befottberS der Ärzteschaft seinen Dank für ihre segcnbringcnde Tätigkeit im Dienste der Bewegung aus. In den verschiedenen An­sprachen kamen der Wunsch und der Wille zu pflichttreuer Arbeit für die Gesundheit des Volksganzen zu-». Ausdruck.

Abschluß der Marburger 4vv-Zahr eier.

Marburg, den 14. September 1929.

Die internationale Tagung führender Kirchenmänner und Theologen, die anläßlich der 400 Jahrfeier des Marburger Reli- gionsgesprächs statfand und auf der die Vertreter von a0 pro- teftantischen Konfessionen zusammengetreten sind, beschäftigte sich heute mit dem Plan einer engeren praktischen Zusammenarbeit der verschiedenen Konfessionsgruppen. Der Marburger Universi- tätsdoktor Dr. Otto, der den Hauptvortrag über die gemeinsamen Aufgaben des Protestantismus hielt, wies auf die großen Welt­fragen auf sozialem und sittlichem Gebiete hin, aus die nicht eine einzelne protestantische Kirche eine Antwort geben könne. Der Protestantismus müsse ein Organ haben, durch das er seine Stimme erheben und zu diesen Fragen Stellung nehmen könne. Im Borlaufe der Aussprache, die dem Hauptoortraa folgte, be­tonte Professor Brown aus Newyork die geistige Einheit zwischen den verschiedenen protestantischen Konzessionen, die diese Tagung erneut gezeigt habe. Er befürwortete zur Förderung dieser Gin= heit weitere interkonfessionelle Religionsgejpräche im Sinne "bei Marburger Tagung. Der Präsident des schweizerischen Kirchen- bundes Prof. Dr. Herold sprach von der inneren Bewegung einer zunehmenden Verständigung zwischen den Konfepionen. Prof. Jundt-Paris richtete an die Leitungen aller Reformations­kirchen, die von Wittenberg, Genz und Zürich ausgegangen sind die Bitte, den Vorschlägen einer engeren praktischen Zusammen­arbeit der Konfessionen ihre besondere Aufmerksamkeit zu schen­ken. Er beantragte, daß der Deutsche Evangelische Kirchenaus- schutz gebeten werde, nach zeitgemäßen Mitteln und Wegen zu suchen, wie die Wahrnehmung gemeinsamer evangelischer Auf­gaben gesichert werden könne. Entsprechend diesem Vorschlag sollen die Anregungen der Tagung an den Deut'^-- Evange­lischen Kirchenausschuß geleitet werden, der sie seinerseits an die Kirchenbünde und die Kirchenleitungen in dem Auslande weiterleiten soll.

Bei dem Empfang, den die Stadt Marburg zu Ehren der Tagung veranstaltete, sprach der Oberbürgermeister Müller als Laie seine Genugtuung darüber aus, daß die protestantischen Konfepionen entjchlossen seien, das was ste untereinander einte in Zukunft in den Vordergrund zu stellen. Die konfessionellen Spaltungen hätten viel dazu beigetragen, die Kluft zwischen den Massen und der Kirche zu vergrößern. Mit einem Festgottes- dienst in der Marienkirche fand die 400 Jahrfeier des Marburger Religionsgesprächs ihren Abschluß.

Deutsche Volkspartei Hannover zum Voung-Plan-

Die Deutsche Volkspartei Süd-Hannover-Braunschwei^ Hielt in Goslar einen Parteitag ab, auf dem unter anderem der Abgeordnete von Kardorff sprach. Er führte aus: Ein Wendepunkt der deutschen Geschichte ist gekommen, Die Rheinlandräumung ist erreicht und jetzt stehen wir vor der Frage, ob wir den Young-Plan annehmen sollen. Die Parteien bekämpfen sich mit nie dagewesener Heftigkeit, Die wirtschaftliche Lage ist schlecht, die Finanzverhältnisse des Reiches trostlos. Man braucht Wahrheit und Klarheit. Die d-'-tsche Außenpolitik hat mit der Räumung des Rheinlandes einen großen Erfolg erreicht. Gewiß bestehen ernste Bedenken auch bei der Volkspartei gegenüber dem Young-Plan. Aber man muß sich schars gegen das beantragte Volksbegehren wen­den ^ie Arbeitslosenversicherung muß ernstlich reformiert werden. Eine gründliche Finanzreform sowie eine Vereinhett- s-bung des gesamten Steuerwesens sind zu fordern. Auch das parlamentarische System verlangt Überprüfung. Die Reichs" egi-rung krankt daran, daß ihr die Exekutive fehlt. Die lebte Ausgabe, die Preußen zu erfüllen hat, ist diejenige, im Reiche aufzugehen.

Kongreß der Christlichen Gewerkschaften.

In Frankfurt a. M. wurde am Sonntag Der 12. Kongreß der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands er­öffnet. Der Vorsitzende begrüßte die etwa 250 Delegierten und die Ehrengäste, unter denen sich Reichsarbeitsminister W i s 1 e l l als Vertreter der Reichsregierung, ferner Reichs­verkehrsminister Dr. Stegerwald, preußischer Wohlfahrts- minifter Dr. Hirtsiefer sowie andere Vertreter von staat­lichen, städtischen und kirchlichen Behörden und Organisationen befanden. Reichsarbeftsmftuster W i s s e l l warf einen Rück­blick auf das mehr als 30jährige Bestehen der Christlichen Ge­werkschaften. Zwischen ihnen und dem Reichsarbeitsministe- rium hätten von jeher gute Beziehungen bestanden. In der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung müsse das Trennende möglichst zurückgedrängt und das Einigende in den Vorder­grund gerückt werden. Auch in der Gegenwart sei der sozial­politische Kampf wieder auf der ganzen Linie entbrannt. Im Grunde genommen existierten zwischen Christlichen und Freien Gewerkschaften keine Meinnngsunlerschiede über die Richtung der Sozialpolttik, auch nicht in bezug auf die augenblicklich schwebende Frage der Arbeitslosenversicherung. Der Gedanke für die Notwendigkeit der Versicherung sei im deutschen Volke und in Der deutschen Arbeiterschaft fest ver­ankert und die Arbeitnehmerschaft wolle nicht daran rütteln lassen. Die Grüße der preußischen Regierung überbrachte Wohlfahrtsminister Dr. Hirtsiefer, Reichsminister a. D. z Giesber 1 s - Berlin sprach überChristliche Gewerkschaften und das deutsche Volk", AeichSvertehrsminister Tr. Steger­wald erklärte, heute wagten sich wieder die strafte hervor, Die den privilegierten Staat vor 1914 beherrscht hatten. Ter Weg, den die deutsche Arbeiterschaft zu gehen habe, sei steil und viel Arbeit noch zu leisten, bis die gleichberechtigte Einordnung der Arbeiterschaft in Wirtschaft und Gesellschaft vollendet sei. Reichsarbeitsminister a. D. Brauns wies darauf hin, daß die Arbeit eines Reichsarbeitsminifters nur möglich sei, wenn die Gewerkschaften geschlossen hinter ihm ständen. Die Gewerk- schaftsorganisation als Selbsthilfe müsse Mut und Tatkraft «^halten. Tann werde ihr Die Zukunft gehören. Aus dem -am Montag erstatteten Geschäftsbericht geht hervor, daß in den Jahren 1927 und 1929 ein Mitgliederzuwachs von rund 120 000 erfolgt ist; im Jahre 1928 wurden rund 9 Millionen Reichsmark mehr erzielt als im Jahre 1926. Die Christlichen Gewerkschaften seien gewillt, an den Grundlagen der Arbeits­losenversicherung nicht rütteln zu lassen, betont der Bericht. Ebenso müsse das Arbeitsgerichtsoesetz bestehen bleiben und auggebaut werden. Das Reichsknappschaftsgesetz bedeutet einen sozialpolitischen Gewinn. In weiten Kreise»'- herrsche leider noch nicht die soziale Gesinnung und der Wiü>- zur Verständigung, die staatliche Hilse und staatlichen Zwang entbehrlich machen könnten.

Gras Seppèlinr" 8ahrt nach Hamburg.

22 Passagiere an Bord,

darunter 1 Spanier und 2 Schweizer.

Schon seit geraumer Zeit hat das LuftschiffGraf Zep­pelin" viel Glück mit dem Wetter bei seinen Unterneh­mungen. Die Nacht war zwar kühl, doch spannte sich wieder ein sternenklarer Himmel über der Gegend aus. Infolge der strengen Absperrmagnahmen stellten sich nur wenige Besucher ein, die den Abflug miterleben wollten. Gegen 4 Uhr finden sich die Passagiere, darunter mehrere Damen, in der hellerleuchteten Halle ein. Das Luftschiff ist klar zum Abflug. Die Maschinenanlage wird nochmals geprüft, da die Fahrt mehr als 24 Stunden dauern soll. In dem Navigationsraum hängt ein Lorbeerkranz, der über dem DampferNewyork" abgeworfen werden soll und auf dessen Schleifen die Widmung zu lesen ist:Unse­rem Eckener". Auch Frau Dr. Eckener hat sich noch in letzter Minute entschlossen, an der Fahrt teilzunehmen. Nachdem das Luftschiff mit aller Ruhe ausgewogen wor­den ist, wird es aus der Halle gezogen. Alles klappt tadel­los. Mit der Spitze nach Nordosten, ist das Schiff um 4.11 Uhr in der richtigen Lage. Die Motoren werden ange­lassen, und 1 Minute später erfolgt der glatt verlaufene Aufstieg. Nach einigen über dem Bodensee gezogenen Schleifen, entfernt sich das Luftschiff in ziemlicher Höhe in nördlicher Richtung, dem württembergischen Oberland Zn.

Graf Zeppelin" über der Pfalz.

Das Luftschiff passirete Edenkoben um 6.24 Uhr, Neu­stadt a. d. Hard um 6.35 Uhr und Kirchheim-Volanden um 6.50 Uhr.

Graf Zeppelin" überflog um 7 Uhr Alzey, 7.06 Uhr Kreuznach, 7.30 Uhr Simmern.

wtb. Köln, 17. Sept. DerGraf Zeppelin" passierte Monreal westlich Meyen um 7.50 Uhr, Euskirchen um 8.10 Uhr in Richtung Düren. Monschau wurde um 8.40 Uhr in Richtung auf Aachen überflogen.

Aachen, 17. Sept.Graf Zeppelin" hat, um 8.40 Uhr Monschau passiert. Da das Luftschiff die Genehmigung zum Ueberfliegen von Eupen nicht hatte, folgte es genau der neuen Grenze im Bogen knapp um Lammersdorf herum. Es konnte so bis weit in das Eupenerland hinein gesehen werden.

»Graf Zeppelin" über Aachen.

wtb. Aachen, 17. Sept.Graf Zeppelin" erschien um 8.50 Uhr aus der Richtung Stolberg kommend über der Stadt von einer begeisterten Menge, die die Straßen, Dächer und Fenster füllte, Sirenengeheul und von Glocken­geläute begrüßt. Er fuhr einG große Schleife über der Stadt und entschwand um 9.05 in Richtung Herzogenrath.

»Graf Zeppelin" über Düren.

DerGraf Zeppelin" erschien um 9.30 Uhr von Esch­weiler kommend über der Stadt. Die Straßen waren ge­füllt von Menschen, die das Luftschiff begrüßen wollten. Die Schulen waren mit Rücksicht auf den Zeppelinbesuch vorzeitig geschlossen. Um 9.45 Uhr wurde Jülich erreicht.

Zahrestagung des Landesvereins Hessen für Innere Mission.

Gelnhausen, 16. Sept. Die diesjährige Tagung des Lan­desvereins für Innere Mission fand in der alten Barbarossa­stadt Gelnhausen statt und wurde mit einem Festgeläut von den Türmen der Marienkirche am Samstag nachmittag einge­läutet. Am Sonntag morgen erklang in aller Frühe von den Türmen der Marienkirche ein Choral zur Eröffnung der Feier. Die Festpredigt in der gleichen Kirche hielt Generalsuperinten­dent Pros. D. Klingemann. Im Stadtgaten fand unterdessen ein Festgottesdienst für die Jugend statt, der von etwa 500 Teilnehmern besucht war. Landesjugendpxarrer Lic. Dr. Neu­bauer hielt die Festpredigt.^ Ein Jugendtreffen fand am Nach­mittag auf der Müllerwiefe statt unter Mitwirkung des Be- zirksturnwarts H. Gottschalk, dem sich als Abschluß das Spiel Die zehn Jungfrauen" anfchlotz, das in der übervollen Ma­rienkirche zur Darstellung gelangte. Gleichzeitig fand das Jah- resfest der kurhesfijchen Frauenhilfe statt. Geh. Rat Orth- Kassel begrüßte die Festversammlung. Im Namen des Lan­despfarrers der hessischen Landeskirche sprach Herr Kirchenrat D. Mercyn-Kassel, während Herr Lic. Dr. Beckmann den Fest­vortrag überFrauenhilfe und Gemeindeleben" hielt. Das Schlußwort sprach der Gejchäftssührer der kurhessischen Frauen­hilfe, Pfarrer Jtter-Rorhdausen. Die Fèstversammlung fand am Sonntag abend in der städtifchen Tunhalle statt. Kirchen­rat D. Mercyn-Kassel eröffnete diese als Vorsitzender des Lan- : desvereins für Innere Mission und entbot den Versammelten ' den Willkommensgruß. In einem Rückblick auf die Geschichte und Vorgeschichte der Inneren Mission verfolgte der Redner . die Bewegung von ihrem Anfang an. Zu Anfang des vorigen i Jahrhunderts war es eine kleine Schar mit schwacher Kraft i aber voll Eottvertrauen, die sich zusammentat, die verwahrloste

Richtlinien für Zeppelinfahrten.

N i ch t a l l e Wünsche können e r-f ü l l t werd»n.

Der Luftschiffbau Zeppelin teilt mit, daß noch immer täglich Hunderte von Anfragen wegen des überfliegens bestimmter Orte dort eingeben, und daß schon aus rein technischen Gründen unmöglich alle Anfragen beantworte* werden können. Der Luftschiffbau bemüht sich, den allge­meinen Wünschen der Bevölkerung entsprechend die Fahr­ten des Luftschiffes, obwohl sie «ach wie vor reine Passagierfahrten sind, deren Programm sich einerseits nach Wetterrücksichten, andererseits nach wirtschaftlichen Erwägungen richtet, so einzurichten, daß das Luftschiss möglichst viele größere Orte überfliegt. Zu diesem Zweck wird beim Luftschiffbau eine Liste aller überflogenen Orte geführt, und die Fahrten werden jeweils planmäßig so angelegt, daß Wiederholungen vermieden werden. Die Fahrtroute kann nur bei einwandfreien Wetterverbält- niffen vorher genau festgelegt und eingehalten werden. Ihre Bekanntgabe erfolgt unter Vorbehalt. Die Be­wohner solcher Orte, die offiziell vom Luftschiffbau aus­drücklich genannt sind, werden gebeten, einen Besuch des Luftschiffes nicht mit Bestimmtheit zu erwarten, damit gänzlich unnötige Enttäuschungen, wie sie bei der letzten Fahrt im Falle der Stadt Osnabrück eintraten, vermieden werden.

Der Luftschiffbau bittet, davon Kenntnis zu nehmen, daß Post zur Beförderung auf den Fahrten über Deutsch­land nicht angenommen werden kann, da die Posthilfs- stelle an Bord des Luftschiffes nur für Auslaudsfahrten seitens der Postbehörde zugelassen ist. â er

Dr. Eckeners Ankunft in Deutschland. 4

Graf Zeppelin" demnächst über Berlin.

Der HapagdampferNew York", mit dem Dr. Eckener nach Deutschland zurückkehrt, wird Dienstag nachmittag 3.30 Uhr in Cuxhaven erwartet. Nach dem Empfang durch das Vorstandsmitglied der Hapag, Dr. Kiep, wird sich Dr. Eckener sogleich nach Hamburg begeben. Das Luftschiff Graf Zeppelin", das gegen 3 Uhr nachmittag über der Elbmündung eintreffen soll, wird etwa bei Feuerschiff Elbe 1 dieNew York" erwarten und anschließend daran nach Hamburg fahren, wo es zwischen 4 und 5 Uhr nach­mittag über Der Stadt kreuzen wird. Von besonderen Eh­rungen Dr. Eckeners durch die Hapag ist auf Wunsch Dr. Eckeüers Abstand genommen worden. Mittwoch vormittag werden Verhandlungen zwischen Dr. Eckener und der Hapag stattfinden, an die sich ein Empfang durch den Hamburger Senat anschließt. Abends wird Dr. Eckener mit der Balm nach Friedrichshafen zurückfahren.

Die Rückfahrt desGraf Zeppelin" nach Friedrichs­hafen erfolgt von Schwerin aus quer durch Deutschland. Die Angabe einzelner Orte erübrigt sich dabei, da die Heimreise bei Nacht durchgeführt wird. Der Grund, warum auf dieser Fahrt die Reichshauptstadt nicht am gesteuert wird, dürfte darin zu suchen sein, das; die Schiffs­leituna den ersten Besuch Berlius nach der glücklichen Vollendung der Weltfahrt nicht ohne Dr. Eckener an Bord ausführen will. Es besteht aber eine gewisse Wahrschein­lichkeit dafür, daß das Luftschiff im Laufe der nächsten nder übernächsten Woche in Verbindung mit der schon lange geplanten Ost Preußens« hri, für die die Passagierplätze schon lange belegt sind, nach Berlin kommt und dort auch ein: Zwischenlandung vornimmt. Im übrigen hängt natürlich die Festlegung des weiteren Fahrprogramms zu einem großen Teil von den Plänen Dr. Eckeners ab.

Jugend, die Kranken und Siechen, die Trunksüchtigen und Un­züchtigen zu stützen und sie wieder zuruückzusühren zu ihrem Glauben. Herr Pfarrer Weitz-Hofgeismar gab einen Aus­schnitt aus dem Werk und dem Schaffen der hessischen Diako­nissen im hessischen Siechenhaus in Hofgeismar, wo 390 arme Menschen mit Gebrechen aller Art in den Mitelpunkt der Liebestätigkeit gestellt sind. Ferner sprach Herr Pfarer Fuch- locher-Kassel, wahrend die Festrede über das ThemaUnsere Jugend und die deutsche Seele" Herr Generalsuperintendent Prof. D. Klingemann-Bonn hielt.

In der Schlutzansprache dankte Herr Kreispfarrer Kohlen- busch-Meerholz dafür, datz Gelnhausen zum Ort der Tagung gewählt worden war.

Unglück bei einer Filmschau in Amerika.

30 Kinder verletzt.

wtb. Newyork, 17. Sept. In der alten Schule des Stadtteiles Bronx ereignete sich gestern ein schweres Un* glück, bei dem mehr als 30 Kinder verletzt wurden. 3n der Schule, einem alten Holzgebäude, wâr eine Filmschau für Jugendliche angesagt. Der Andrang war so stark, daß 500 wartende Kinder die Vorhalle füllten und den Zugang sperrten. Als nun die Tür nach außen geöffnet werden sollte, wurden^die letzten gegen die Brückengeländer ge­drückt, die zusammenbrachen. Ueber 30 Kinder stürzten etwa 5 Meter hinab. Viele wurden lebensgefährlich ver­letzt. Dunkelheit vermehrte die Panik, in der noch eine große Anzahl weiterer Knaben und Mädchen Verletzungen davontrugen.