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f ' Die neue drehbare Auto-Feuerwehrleiter

her aktiven Feuerwehr Fulda traf gestern abend von Gelnhau­sen kommend, wo sie auf der FeuerwehrgerateauÄtellung anläß­lich des kurhessischen Feuerwehrtags das lebhafteste Unteres e der Fachleute gefunden hatte, an der Fil^abrik cm. Bereits in Kohlhaus war das Gerät durch die Gärtnere: Angeli ge- ichmiickt worden. Durchs diese neue Leiter hat die Fuldaer aktive Feuerwehr ein Gerät erhalten, wie es die Berufsfcuer- wehren der großen Städte nicht besser besitzen. Ausgezogen bat die Leiter eine Steighöhe von 26 Metern. In denkbar kürzester Zeit kann das Aufrichten der Leiter, das durch einen Motor geschieht, von einem einzigen Bedienungsmann bewerk­stelligt werden. Aufgerichtet steht die Leiter fest wie eine Mauer Die neue Leiter wurde an der Filzfabrik von der aktiven' Feuerwehr in Empfang genommen und unter Voran­tritt der Feuerwehrkapelle nach dem Feuerwehrdepot gebracht, wo sie der zahlreich versammelten Bürgerschaft erstmalig vor­geführt wurde.

Der Zirkus Althoss-Hagenbeck

war auch gestern abend wieder das Ziel zahlreicher Fuldaer und Fuldaerinnen, die mit lebhaftem Interesse den guten Vor­führungen folgten und ihre Freude an dem Geschauten hatten. Der große Erfolg, den Zirkus Althoff-Hagenbeck hier in Fulda bisher hatte, hat die Zirkusleitung bewogen, ihr Fuldaer Gast­spiel um einen Tag zu verlängern. Heute und morgen finden die letzten Abend-Vorstellungen statt, morgen mittag wird außerdem noch einmal eine Kinder- und Familienvorstellung veranstaltet werden,

Fremde Heiligtümer".

Vom Evangel. Pretzverband für Hessen-Kassel wird uns geschrieben:

Im Monat Oktober und Anfang November findet im Kunstinstitut (Jubiläumsbau) der Universität Marburg eine Ausstellung statt, die auf das Interesse weitester Kreise rechnen kann. Zum ersten Male tritt die im Jahre 1927 begründete Religionskundliche Sammlung" an die Oeffentlichkeit. Unter­stützt von einer Reihe von Organisationen, Museen und Missionsgesellschaften wird die Sammlung eine aus allen Weltteilen zusammengebrachte Uebersicht überFremde Heilig­tümer" zeigen. Prachtvolle chinesische Gemälde, Götterbilder und Kultusgeräte aus Indien, Opferstätten, Ausrüstungen von Zauberern, Priestern und Häuptlingen primitiver Kultur, Kunstwerke des Buddhismus und des Islam und eine Fülle von Anschauungsobjekten wichtiger Religionen außerhalb des Christentums sind zusammengebracht, um einen Eindruck von der reichen Welt der Religionen zu vermitteln. Sachkundige Führung steht jederzeit unentgeltlich zur Verfügung. Nur für die technischen llnkosten der Ausstellung wird ein geringes Ent­gelt von 0.80 R-R für Erwachsene und 0.40 3Ut für Kinder erhoben. Bei Eruppenbesuch durch Schulen, Vereine usw. er­mäßigt sich der Preis um die Hälfte! Die mühevolle Vorbe­reitung an Ort und Stelle zielt besonders darauf hin, jeder­mann auch ohne besondere Vorkenntnisse zum Verständnis der ausgestellten Gegenstände zu verhelfen. Ein aus allen Kreisen zusammengesetzter Ortsausschuß wirbt um Interesse und regen Besuch. Das Unternehmen ist in seiner Art ein erster Versuch, in unserer Heimat etwas zu zeigen, wozu es sonst kaum Ge­legenheit gibt. Bei vorheriger Anmeldung an Geschäftsführer (Lic. Altendorf. Marburg/Lahn, Kasernenstr. 23) kann eine besonders günstige Zeit und private Führung vereinbart werden.

Die neuen Bestimmungen über die Eröffnung von Krastverkehrslinien.

In den jetzt herausgegebenen Ausführungsanweifungen zu der Kraftlinienverordnung vom 20. Oktober 1928 des preußi­schen Handelsmin Per iums wird die Erteilung der Konzession für neue Kraftlinien durch den Regierungspräsidenten aus­drücklich davon abhängig gemacht, ob ein Verkehrsbedllrfnis vorliegt, vor allem sollen ein bei dem Konkurrenzkampf des Autos gegen die Eisenbahn sehr wesentlicher Punkt die Reichsbahn und die Kleinbahnen stets zuerst befragt werden, f ob sie die Linie selbst betreiben wollen. Als Wettbewerbs- V-tmien werden nur diejenigen aufgefaßt, die parallel zu. den ' Schienen der Bahn laufen. Linien, die mehrere Kilometer von der Bahn entfernte Orte berühren, erschließen neue Verkehrs­gebiete. Ein Anspruch auf Erteilung der Konzession besteht übrigens nicht, selbst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Wer kann Schöffe und Geschworener werden?

lieber die Auswahl der Schöffen und Geschworenen ist die Allgemeine Verfügung des Justizministers vom 10. Februar 1928 (J.MBl. S. 98) ergangen. Sie geht davon aus, daß ent- sp'" 'end dem Grundgedanken, auf dem die Einrichtung der S. urgerichte und der Schöffengerichte beruht, nach Möglich­keit alle Bevölkerungsschichten gleichmäßig zum Amte als 6dp Je und Geschworener herangezogen werden müssen, und hebt hervor, daß cs Aufgabe des Amtsrichters als Vorsitzenden des ^ür die Wahl der Schöffen und Geschworenen berufenen m. Fusses sei, in den Ausschußsitzungen auf die Wichtigkeit gleichmäßigen Verteilung der Schöffen und Geschworenen re Bevölkerungsschichten, besonders auch auf die Arbeiter­hinzuweisen.

E.iyenzell. Ein Kraftwagenbesitzer aus Fulda wollte am Ortsausgang seinen Wägen lenken. Er stürzte hierbei die steile Straßenböschung herunter. Der Wagen überschlug sich hierbei , n ' --als. Der Autobesitzer erlitt außer einem schweren Arm- och leichtere Verletzungen. Die mitfahrende Dame blieb 'ch ein Wunder unverletzt.

treu (Rhön), 29. Juli. (Opfer des Autoverkehrs.) Jn- M ^galb von acht Tagen wurden die 85jährige Witwe Theresia M nnd der 84jährige Schäfer Michael Mai vom Auto ange- I Beide starben an den erhaltenen Verletzungen, die ach mehreren Stunden, ohne das Bewußtsein wieder- W .ngt zu haben, der letztere, dem ein Bein amputiert werden mußte, nach zwölf Tagen. Die beiden Opfer ruhen auf dem ^iep» Friedhof nebeneinander.

toü rberg. Durchziehende Zigeuner mähten in der Nacht einem hiesigen Landwirt ein ganzes Stück Hafer für ihre Pferde ab und fuhren dann eiligst davon. Trotz eifrigster Nach- fc-lchung der hiesigen Gendarmerie gelang es nicht, der Spitz­buben habhaft zu werden.

Marburg, 29. Juli. (Der neue Rektor der Universität Mar- - j b-irg.) Zum Rektor der Universität für das nächste Amtsjahr wurde der Direktor des germanistischen Seminars, Professor : Dr. phil. Karl Helin, gewählt. Zu Dekanen wurden bestimmt I für die theologische Fakultät Konsistorialrat Professor D. Born- räuser, für die rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät der 'irektor des stantswissenschaftlichen Seminars Geh.-Rat Prof. '. Troeltsch für die medizinische Fakultät der Direktor der 'derklinik, Prof. Dr. Freudenberg, für die philosophische Fa- lät der Direktor des orientalischen und indogermanischen Seminars Professor Dr. phil. Jacobsohn.

Gießen, 26. Juli. (Ein Schwindlertrio vor Gericht.) Vor i ' m Erweiterten Schöffengericht in Gießen hatten sich jetzt ein autpaar und ein weiterer junger Mann wegen zahlreicher " schwinde leien zu verantworten. Die Gaunergefellschift erschwin- - : beite sich Waren, die weit unter dem Wert verschrchert wurden. Das SBrautpaar* logierte sich in Gasthäusern ein und verschwand ; I nun ohne Begleichung der Rechnungen. Außerdem stahl es und ! -heute auch vor Urkundenfälschungen nicht zurück. Das Gericht i Riefte den noblen Bräutigam auf ein Jahr ins Gefängnis, feine Braut muß für sechs Monate hinter Gefängnsmauern in die Ferien gehen, der dritte junge Mann kam mit einem Monat und zwei Wochen Gefängnis davon. I-n der gleichen Sitzung verurteilte der Gerichtshof einen Korbmacher aus' Bad Nauheim wegen versuchten Sittlichkeitsoerbrechens an einem Mädchen zu zwei Jahren Gefängnis, ferner einen 19 Jahre eiten Jüngling aus der Alsfelder Gegend wegen Verleitung «um Meineid zu einem Jahr Zuchthaus.

Bad Nauheim, 26. Juli. (In der Sandgrube tödlich »er« unglückt.) Im benachbarten Ober-Mörlen war gestern morgen ein dortiger Einwohner mit seinem Sohn damit beschäftigt, Sand aus einer Grube zu schaffen. Plötzlich gab die Sand- decke nach und stürzte auf die Arbeitenden.'Während der Vater Ms bis zu den Hüftep verschüttet war, hattW die stürzenden

10. Rhönsegelflug - Wettbewerb 1929.

* Fliegerlager Wasserkuppe, den 29. Juli 1929.

Das ungemütliche Wetter dauert nun schon den fünften Tag an. Nebel, Regen und Sturm, das ist die Charakteristik der Wetterlage während der letzten 5 Tage, abgesehen von den wenigen Stunden, in denen freie Sicht war. Langsam geht der Wettbewerb seinem Ende entgegen und noch sind große Preise auszufliegen. Aber es besteht nur geringe Aussicht, daß dies überhaupt noch der Fall sein wird. Die Wetterberichte lassen vorläufig noch keine Aenderung der natz-kalten Witterung erwarten. Die Lagerinsassen haben Langeweile. Da, wo es nötig ist, wird gearbeitet, kleine Aenderungen und Reparaturen vorgenommen und im Übrigen gelesen oder Karten gespielt. Alles wartete auf das Wiedererscheinen der Sonne, um weiter­fliegen zu können. Nur der Meßtrupp ist gut gelaunt, nach den Anstrengungen der vergangenen Wettbewerbslage etwas ausruhcn zu können. Es war auch garnicht einfach, von mor­gens bis abends am Theodoliten oder Entfernungsmesser sitzen zu müssen, dauernd ein Flugzeug verfolgend, um seine Hohe und Entfernung einwandfrei bestimmen zu können.

Wütend umheult der Sturm die Gebäude und regt zu allen möglichen Betrachtungen an. Heute fliegt man 2000 m hoch und fast 150 km weit, während man vor 10 Jahren noch kleine Sprünge machte. Wie ist diese Entwicklung möglich gewesen? 1920 noch wurde der Wettbewerb fast ausschließlich von ehe­maligen Kriegsfliegern ausgetragen, heute sind es in der Hauptsache junge Studenten und Angehörige von Luftfahrt­vereinen. Dank einer systematischen Schulung ist man so weit gekommen, daß auch Nicht-Mötorflieger bei genügender Be­fähigung zum Segelflieger ausgebildet werden können. 1924 gründete Martens auf der Wasserkuppe die Segelfliegerschule, die im Jahre 1925 in den Besitz der Rhön-Rossitten-Eesellschaft überging. Der ausgezeichneten Schulungsmethode, die von Martens und seinem damaligen Flugleiter Stamer, der auch heute noch auf der Wasserkuppe in dieser Eigenschaft tätig ist, ist es zuzuschreiben, daß heute eine sehr große Anzahl junger Leute die Möglichkeit hat, eine segelfliegerische Vorbildung, die eine wertvolle Grundlage für den späteren Motorflieger bedeutet, erhalten kann. Noch vor dem Schulbetrieb von Martens hatte die Firma Weltensegler, die eine kleine Schule auf der. Wasser­kuppe errichtet hatte, ebenfalls versucht, Schüler im Segelslug auszubilden. Doch waren diese Versuche nicht sonderlich erfolg­reich. Damals wurden noch Uebungen auf dem sogenannten Wackeltopf" vorgenommen, einem beweglichen Gestell, das von allen Seiten angestoßen wurde und von dem darauf sitzenden Schüler die diesen Bewegungen entgegen gerichteten Steuer­ausschläge verlangte. Auch war damals das zur Verwendung gelangende Maschinemnaterial derartig minderwertig, daß es nicht möglich war, gute Resultate zu erzielen. Martens schuf als erster ein brauchbares Schulsegelflugzeug, denPegasus", der einen Sitzgleiter mit Eitterrumpf darstellt. Er hat in­zwischen durch Stamer und Lippisch eine Umkonstruktion er­fahren, die denZögling" schufen, der heute ausschließlich im Schulbetrieb Verwendung findet.

Die Schulversuche beginnen auf dem Pelznerhang, der nach dem bekannten Nürnberger Hängegleiterflieger Pelzner, dem Sieger der Wettbewerbe 1920 und 1921 benannt ist und dessen sanft geneigte Fläche Sprünge von geringer Ausdehnung mög­lich macht. Der Hang wird auch heute noch zu den ersten Ver­suchen benutzt und dient gleichzeitig als Start- und Landeplatz für Motorflugzeuge. Nach den ersten gelungenen Versuchen auf diesem Gelände, die dem Schüler erstmalig das Gefühl des Sich-in-der-Luft-befindens" geben, erfolgt die Weiterschulung am Weltenseglerhang, der stärkeres Gefälle aufweist und auch größere Flüge durchzuführen gestattet. Anfangs erfolgt der Start auf der unteren Stufe dieses Hanges, von wo aus Flüge bis zu 200300 m Länge durchgeführt werden können. Nach jedem Fluge wird der Anfänger von dem Flugleiter auf evtl, fehlerhafte Steuerausschläge aufmerksam gemacht und ihm die richtige Handhabung der Steuerorgane klargclegt. Erwähnt sei

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Gattinn engen den Sohn vollständig begraben; er wurde nach mehrstündiger Arbeit als Leiche geborgen.

Friedberg, 26. Juli. (Das Bauprogramm der Stadt Fried» berg.) Der hiesige Stadtrat genehmigte am Montag nach längerer Aussprache gegen drei Stimmen die zwischen der Stadt und derHegemag" vereinbarten Bauverträge. Die Bauten sollen alsbald in Angriff genommen und noch vor Eintritt der Frostperiode im Rohbau fertiggestellt werden.

Bad Homburg, 27. Juli. (Der Wunderrabbi von Belz in Bad Homburg.) Gestern traf in Bad Homburg der Ober- Rabbiner A. Rokach aus Belz (Galizien) mit seinem Stab und seinen Bediensteten zur Kur ein. Der Wunderrabbi von Belz ist eine der eigentümlichsten Persönlichkeiten der Gegenwart. Er ist es, der in seiner Residenz, einem Städtchen von etwa 5000 Einwohnern bei Rawa-Ruska in Galizien, täglich den Segen über 100 000 seiner Anhänger herabfleht, an dessen Lip­pen die Augen der Chassidim, einer in Polen, Litauen und Rußland weiterverbreiteten Sekte, hängen. Sein Wort klärt juristische, medizinische und religiöse Fragen. In seiner Heimat Belz treffen täglich Deputationen aus allen Ländern und Provinzen ein, um sich von ihm beraten und segnen zu lassen. Aus Rußland, aus Nord- und Südamerika, aus allen europäi­schen Ländern kommen zu Tausenden die Gläubigen nach Belz, um sich Rabbi Rokach's Trost, Mut und Hoffnung zu holen. Seine Arbeit gilt der Linderung der Not seiner Glaubens­genossen, mit unermüdlicher Hand spendet er Segen. Und da ist es das Eigentümliche, daß der Mystiker, der selber aus ge­heimen Quellen schöpft, sich der deutschen Wissenschaft anver­traut. Er kam dieser Tage nach Berlin, um wegen eines alten Magenleidens den bekannten Berliner Internisten Pro­fessor Rosin zu befragen, und Professor Rosin sandte ihn nach Bad Homburg zur Kur.

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Darmstadt, 26. Juli. (Die hessischen Kommunalwahlen am 17. November.) In diesem Jahre finden auch in Hessen die Neuwahlen der Stadtrats», Gemeinderats-, Kreistags- und Provinzigltagsmitglieder statt. Gemäß Artikel. 9 Abs. 1 des Wahlgesetzes vom 7. Oktober 1925 hat der Minister des Innern den Provinzialdirektionen empfohlen, als Wahltermin Sonn­tag, den 17. November, festzusetzen. Es ist daher anzunehmen, daß die hessischen Kommunalwahlen am gleichen Tage wie die preußischen vor sich gehen werden.

Erbach i. O., 25. Juli. (Unfreiwillig tollkühner Autofahrer.) Ein hiesiger Arzt war mit einem Automobil auf einem Kran­kenbesuch gewesen. Auf der glatt chaussierten Straße Erbach Marbach kam der Wagen wahrscheinlich durch zu starkes Bremsen ins Schleudern und stürzte die 1012 Meter hohe Böschung hinunter, um trotzdem aufrecht mit den Vorderrädern voran in den kühlen Fluten der Mümling zu landen. Trotz­dem sich der Wagen vorher bei dem Sturze überschlagen hatte, blieb der unfreiwillig tollkühne Fahrer unverletzt.

noch, daß prinzipiell die Ausbildung auf Einsitzern erfolgt, die den Schüler von vornherein auf sich selbst anweisen, so daß er schon von selbst versuchen wird, richtig zu steuern, während er bei der Schulung im Doppelsitzer, wie sie an einigen Stellen er­folgt, sehr oft die Maschine einfach dem Führer überläßt. Neben dem praktischen Flugdienst läuft eine theoretische Aus­bildung, in welcher der Schüler in die wissenschaftlichen Grund­lagen des Segelsluges, seine meteorologischen und aerodynami­schen Probleme, Flugzeuginstrumente usw. eingeführt wird Langsam wird nun der Anfänger reif zur A-Prüfung, die von ihm einen Geradeausflug von 30 sec Dauer und 300 m Strecke erfordert. Im allgemeinen gelingt es schon nach dem 6. bis 8. Fluge, diese Prüfung zu absolvieren. Allmählich wird dann der Schülèetrieb auf die Kuppe verlegt, die, abgesehen vom West- und Nordhang, das stärkste Gefälle aufwei|t. Die nächste zu erfüllende Bedingung sind 2 Flüge von 45 sec Dauer mit einer ausgeflogenen Kurve. Sind auch diese glücklich ausgeführt, dann wird der Start zur B-Prüfung angesetzt, die eine Flug­dauer von einer Minute bei einer Flugstrecke von lOOO m mit durchflogener S-Kurve verlangt. Ganz leicht ist diese Be­dingung nicht, aber auch sie wird noch erfüllt. Alle diese Flüge werden mit demZögling" ausgeführt. Nach der B-Prüfung erfolgt dann die Umschulung auf denPrüfling", einen abge­strebten Rumpf-Hochdecker, der zur Ablegung der C-Prüsung geeignet ist. Da diese Maschine etwas anders als der Zögling zu fliegen ist, beginnt auch die Umschulung auf dem Pelzner­hang, wo der Schüler lernt, sich mit dem hochwertigeren Flug­zeug vertraut zu machen, bevor er zur C-Prllfung startet. Nach mehreren Flügen von der Kuppe aus, die im allgemeinen nach dem Zuckerfeld oder zur Eube führen, beginnen die Segelflug­versuche. Nicht jedem Schüler gelingt es, die C-Prüfung abzu­legen, die schon einiges Geschick und ein gutes Gefühl bedingt. Es ist recht schwierig, immer so zu fliegen, daß man im Aus­windbereich des Hanges bleibt. Eine Kurve ein wenig zu weit ausgeflogen, hat eine baldige Landung zur Folge. Bei den ersten Segelflugversuchen beträgt die Flugdauer etwa 23 Minuten. Aber auch in vielen Fällen ist es gelungen, schon be­deutend längere Flüge durchzuführen. Wohl der geeignetste Hang der Wasserkuppe zur Ablegung der Segelfliegerprüfung ist der Westhang, der 400 m hoch aus dem Tal steil aufragt und den westlichen Winden eine gute Angriffsfläche bietet. Bei günstiger Windrichtung herrscht hier ein starker Aufwind, der längere Flüge durchzuführen ermöglicht. Hat der Schüler nun­mehr die Bedingungen der C-Prüfung, also einen Flug von mindestens 5 Minuten über Startstelle durchgeführt, so erhält er den ersehnten Gegelfliegerausweis. Aber von da bis zu einem Nehring oder einem Kronfeld ist noch ein weiter Weg. Das Fliegen von Hochleistungsmaschinen, wie sie von diesen Piloten benutzt werden, erfordert große segekfliegerische Erfah­rungen, wie sie' nur auf Dauerflügen und ununterbrochener Schulung gewonnen werden können. Durch Anfliegen nicht­sehr weit entfernter Ziele und Rückkehr zur Startstelle wird der Streckenflug geübt, der eine ganz besondere Technik erfor­dert, auf die schön verschiedentlich näher eingegangen worden ist. Ein ständiges Beobachten und Vertiefen in die meterolo- gischen Grundlagen ist auch hier von grundlegendem Werte.

Die hier geschilderte Art der Schulung wurde erstmalig auf der Wasserkuppe und in der Segelfliegerschule der RRE. in Rossitten an der Kurischen Nehrung betrieben und findet auch heute nach und nach Eingang bei den Vereinen, die über gute Fluggelände verfügen, und hat sehr gute und erfolgreiche Resul­tate gezeitigt. Alljährlich finden auf der Wasserkuppe und in Rossiiten etwa 10 Kurse statt, die fast immer von 2530 Schülern besucht werden, die sich der Ausbildung im Segelflug unterziehen. Als Ergebnis der Eleitflug-Schulung in Deutsch­land sind ca. 1200 Eleitflieger mit B-Schein und etwa 160 aus­gebildete Segelflieger zu nennen, ein gewiß günstiges Zeichen für die seit knapp 5 Jahren betriebene Gleit- und Segel­flugschulung. A. K.

Erbach k. O., 25. Juli. (Ein eigenartiger Unfall.) Hier ereignete sich ein eigenartiger Unfall, durch den ein gänzlich Unbeteiligter erheblich verletzt wurde. Am Eingang des Ortes Stockheim platzte infolge der Hitze an einem Reichelsheimer Auto ein Reifen. Ein abspringendes Stück Gummi traf einen gerade vorbeigehenden Handwerksburschen, der einen doppelten Beinbruch erlitt.

Bingen, 27. Juli. (Auf schreckliche Weise in den Tod ge­gangen.) Ein aufregender Vorfall spielte sich an der Nahe ab. Unterhalb der strategischen Eifenbahnbrücke angelten zwei Män­ner aus Büdesheim, während ein dritter im Begriff stand, dort zu baden. Plötzlich bemerkten die drei einen Mann, der auf der hessischen Seite das Geländer erkletterte, um sich von der 12 Meter hohen Brücke in die Nähe herabzustürzen. Auf die Zurufe ließ der Mann von seinem Vorhaben ab und lief die Brücke entlang nach der preußischen Seite, und ehe die Nach- cilcnden es verhüten konnten, stürzte der Unglückliche sich von dort aus über das Geländer in Die Nahe, schlug hart am Rande des Wassers in dem Schilf auf und fchleppte sich trotz seiner schweren Verletzungen ca. 10 Meter ins Wasser, wo er ertrank. Der hartiräckigè Selbstmörder wurde als der otjährige Phil- lipp Schneider aus Dietersheim bei Bingen festgestellt. Lange Arbeitslosigkeit hatte sich der Mann so sehr zu Herzen genom­men, daß er schwermütig wurde und in einer solchen Depression auf diese Art aus dem Leben schied.

Letzte Nachrichten.

Zur Schlagwetterexplosion im Waldenburger Bergwerksrevier.

wtb. Waldenburg, 30. Juli. Die gestern abend in der Friedenhoffnungsgrube geschehene schwere Schlagwetter-Explo­sion, bei der 23 Bergleute den Tod fanden, ereignete sich auf den Schwesternschächten im Vèreich der 8. Sohle. Die 12 Mann, die lebend zutage gebracht und in das Lazarett befördert wur­den, stitd mit einer einzigen Ausnahme sämtlich schwer ver­letzt. Die Bergungsarbeiten waren um 3 Uhr nachts beendet. Die Schwestern-Schächte gehören zum Betrieb der Ricder- fchlcsischen Vergbau-Aktien-Gefellfchaft.

DasNeue Tageblatt" in Waldenburg erinnert aus An­laß des schwerer: Unglückes an frühere Katastrophen, von denen die Schwestern'schächte früher heimgefucht worden sind. Am 31. Dezernbcr 1895 kamen durch eine Schlagwetter-Explosion 31 Bergleute zu Tode; am 10. Dezember 1891, ebenfalls durch Schlagwetter-Explosion 14 Bergleute. Das letzte größere Un­glück ereignete sich am 28. Mai 1920, wo infolge Brandgas- vergiflung 5 Bergleute den Tod fanden.

Lustmord in Buxtehude.

wtb. Buxtehude, 30. Juli. Gestern abend wurde in einem Tanndickicht in der Nähe der Wachtelburg die seit Freitag ver- inißte 18jährige Tochter des Arbeiters Freyschaft aus Altkloster ermordet aufgefunden. Es liegt anscheinend ein Sittlichkeits­verbrechen vor. Das Mädchen war am Freitag zum Beeren- pflüden in den Wald gegangen.

Einfall von Weißrussen in Sistierten?

Times" berichtet aus Schanghai: Aus Nanking wird gemeldet, daß die Nationalregierung die Verteidigung der Mandschurei gegen einen möglichen Angriff verstärkt habe. Anscheinend zuverlässigen Nachrichten zufolge habe eine Bande von etwa 300 Weißrussen einen Einfall nach Sibirien in Richtung Tschita gemacht. Die mandschuri­schen Behörden befürchten ein Verschärfung der Lage mit Rußland.