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M. 133 Montag, 10. Juni 1929
Der Verein für das Deutschtum im Auslande^ seine Geschichte und seine Aufgaben.
Von Dr. V. I ä-g e r.
Es ist Tatsache, daß dem „Verein für das Deutschtum im Auslande", däß den Männern und Frauen, die ihn geschassen, geleitet und gefördert haben, das Verdienst gebührt, dem Ee- 6 anten der großen Külturgemeinschäft aller deutschen Menschen hi der MH zum Siege verholfen zu haben. Und das bereits in einer Zeit, als noch Regierung und Völk, Erziehungswesen und öffentliche Meinung in rein (thätlichem Denken befangen waren, als man den deutschen Bruder jenseits der Grenzen als Ausländer a-nsüh, ihn kränkte oder im günstigsten Falle unbeachtet ließ. Der im Jahre 18ßl gegründete Verein war es, der immer und immer wieder darauf hinwies, daß das gewaltige Wert der Errichtung des Deutschen Reiches noch gekrönt werden müsse dürch ein anderes: durch die Errichtung eines geistigen Bundes aller Deutschen, durch die bewußte Ausrichtung der über alle Grenzen hinwegreichenden Volksgemeinschaft.
Eine solche Forderung war damals um so notwendiger und drirlgticher, afs nach 1870/71 das Deutschtum in Oesterreich durch den Gang und den Abschluß der deutschen /Einheitsbewegung und umder endlichen Erreichungsind Erfüllung des vaterländischen Machtideals willen aus dem Reichpverbande hinaus- Hestoßen worden war. Man hatte damals vergessen, daß wir trotz der Reichseinheit ein verstreutes Volk geblieben waren. Wir wußten auch noch nichts von dem ungeheueren Worte einer stillen, aber intensiven Werbung im Auslande wie sie z. B. die .Franzosen schon länge vor dem Weltkriege in ihrer „Alliance Francaise" organisiert hatten. Wir mußten erst durch die harte Schule des Krieges gehen, mußten unsere Unterlassungssünden erst am Grolle dèr ganzen Welt erfahren, ehe wir die Gründe für die Unbeliebtheit in der Welt erforschten und ehe wir begriffen, daß „die Zukunft des deutschen Volkes
und ehe wir begriffen, daß „die Zukunft des deutschen Volkes letzten Endes davon abhängt, wie viele Menschen auf der Erde deutsch sprechen werden."
Der „Allgemeine deutsche Schulrerein zur Förderung des .Deutschtums im Auslande" — so hiest der V.D.A. ursprünglich - hat sich aber nicht nur damit, begnügt, die deutsche : Auslandssache „propagandistisch" zu vèbtreten. Er hat vielmehr das Gedankliche durch „praktische", ins wirkliche und tägliche > Leben eingreisende Arbeit zu unterbauen versucht und' erst > dadurch die gewaltigen Erfolge erzielt.
Die erste praktische Arbeit des Vereins galt den besonders | schwer bedrohten siebenbürgischen Deutschen und dem Abwehrkamps gegen das vordringende Slaventum. Nicht weniger galt es, den Verwelschungsbestrebungen in Südtirol entgegenzu- treten, Grund genug, daß sich der deutsche Verein mit dem österreichischen Bruderverein zu gemeinsamer Arbeit verband.
Es würde zu weit fuhren, auch nur ganz oberflächlich anzu- siihren, was der V.D.A. in Tirol, West- und Südungarn, in Bosnien, Galizien, im Baltikum, in Wolhynien, im Schwarz- meergebiet, im Kaukasus und im Wolgagebiet geleistet hat. Ueberall war er zur Stelle, wo die Gefahr am größten, Hilfe am nötigsten war, wo es galt, deutsches Volkstum durch eine starke Schutzwehr gegen Deutschenhaß und moderne Barbarei zu schützen.
Aber auch die Beziehungen zum Deutschtum in Amerika wurden ausgenommen. Dort waren zahllose frühere deutsche Auswanderer bereits in den 90er Jahren amerikanisiert, sie hatten ihr Volkstum vergessen, weil das Vaterland sie auch vergessen hatte. Seit 1882 ist das anders geworden, dank der Tätigkeit des Vereins. Schon im Jahre 1885 konnte zur Gründung des Deutsch-amerikanischen Schulvereins" in Chicago geschritten werden. Volle und ganze Arbeit aber hat der Verein erst nach dertt Weltkriege leisten können. Heute ist es ihm gelungen, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika ein großzügiges HilfswerL für. die ausländische deutsche Jugend zu organisieren.
Als eine der Hauptaufgaben betrachtete der Verein die Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses. Um geeignete Führer zu erhalten, wurden reichere Mittel durch Gewährung von Stipendien an junge Ausländsdeutsche zum Besuche deutscher Hoch- und Fachschulen verteilt. Aber inzwischen war der Auf- gabenkreis des Vereins gewachsen. Außer den ausländischen Schulen mußte man auch den deutschen Büchereien, den Zeitungen, dem öffentlichen Leben in Stadt und Land und anderem gesteigerte Aufmerksamkeit schenken. Aus dem alten „Allge- meinen deutschen Schulverein" wurde im Jahre 1908 der V.D.A., her. „Verein für das Deutschtum im Ausland" (Deutscher Schulverein e. VP..... ......
Es braucht wohl nicht besonders bewiesen. zu werden, daß der Zusammenbruch im Jahre 1919 den Aufgybenkreis des V.D.A. ganz erheblich erweitert hat: lebt doch heute jeder dritte Deutsche außerhalb der uns so schmählich ausgezwungenen Grenzen. Kein Volk hat je so starke Äußenposten zu verzeichnen aehabt wie das deutsche — kein Wunder, daß in solcher Not der V.D.A. zum stärksten Volkstumsverbande überhaupt an- gewachsen ist. Kultusministerien aller deutschen Länder, Schulbehörden aller Provinzen haben sich in den Dienst der V.D.A.- Sache gestellt.
Heute ist der V.D.A. nicht mehr ein Verein begrenzter Kreise, sondern ein Volksverein im wahren Sinne des Wortes. Der V.D.A. ist heute Verein aller Deutschen, denen ihr Deutschtum wirklich über alles geht.
Älterer SaâWanö im Reiche.
Le 'iâte Besserung gegen den Vormonat.
Dds Pflauzenwächstum ist durch die Mitte Mai ein- getrctenc Erwärmung in Verbindung mit Regenfallen allgemein gefördert 'morden. Uttfer dem Einfluß des WitterPnM^MM hat sich däs Wink er g c t r ei d e größtenteils gsit erholt und weist ■— von einigen Gebieten in Nord- und Ostdeutschland abgesehen — zumeist einen befriedigenden Stand auf. Die , S o m m e r- s a a t e n sind zunächst langsam und ungleichmäßig auf= gegangen: doch ist nunmehr mit einer günstigen Weiterentwicklung zu rechnen. Von den Hackfrüchten stehen bisher nur die Frühkartoffeln einigermaßen befriedigend: in Süddeutschland konnten sie bereits gehäufelt werden. Die Spätkartoffeln sind infolge der verzögerten Bestellung erst in milderen Lagen ausgelaufen und zeigen vorerst noch eine schwache Entwicklung. Das /Wachstum der Rüben ist durch mangelnde Feuchtigkeit vielerorts beeinträchtig, worden. , Mit dem Verpflanzen bzw. dem Verziehen konnte, erst stellenweise begonnen werben. • ,
Die Futterpflanzen, Wiesen und Wei- d e n sind durch die vorausgegangene ungünstige Witterung vielfach in ihrem Wachstum zurückgeblieben. Der Beginn der Heuernte wird sich daher, bei allacmem verringerten Hrnteäussichten für den ersten Schnitt, mehr oder minder verzögern. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 = gut, 3 = mittel, = - gering ergibt sich im Neichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Wmter- roggeii 2,9 (Vormonat 2,9); WiNterweizen 2^8 (3,0); Winterspelz 2,6 (2,6); Wintergerste 3,5 (3,5); Sommer- roWh 2 9; Sommerweizen 2,8; Sommern erste 2,6; Hafer 2,8; Frühkartoffeln 2,9; Spätkartöffe.kn 3,0; Zuckerrüben WS Runkelrüben 2,8: Mee 3,0 (3,2); Luzerne 2,9 ex) ; Bcwässeriingsibiefen 2,8 (3,2); ändere Wiesest 3,0 (3,4).
Aus der Unsallchronik.
Schweres FisOer Unglück.
Memel. Bei Polangen hat sich ein schweres Fischer- unglück zugctcngeu. Am Tage vorher wär eine große Anzahl von FischerbbvtcU in Sèe gegangen. Gegen Nacht kam ein schwerer Sturm auf. Bei der Rückkehr kippten zwei Boote W" ^er Vrandiing des Hafens der Aa um. Dabei ertranken aus Ä einen Boot zwei, aus dem anderen drei Fischer. Es fehlen noch 16 Boote, so daß man auch unter diesen noch Verluste befürchtet.
14 Verletzte bei eittcem Karussellunfall. s
In Ratibor löste sich auf dem Rummelplatz am Holztnarkt eine etwa zwei Zentner schwere Schwanen- g o u d e l, die glücklicherweise unbesetzt war, von dem in voller Fahrt befindlichen fünf Meter hohen Turmkarussell des Schaustellers Erich Seifert aus Leipzig und stürzte mit voller Wucht indieZuschauermenge. Neun Erwachsene und fünf Kinder wurden verletzt, davon zwei Kinder und vier Erwachsene schwer. Die Ursache des Unglücks ist eine unsachgemäße Verbindung der Drahtseilenden der Gondel. Der zweijährige Knabe Horst Schula, der eine Gehirnerschütterung und schwere Schädelverletzungen davongetragen hat, dürfte k a um mit d e m Leben davonkommen. Die Kriminalpolizei nahm sofort die Untersuchung auf und schloß das Karussellunternehmen.
Autounglück im Riesengebirge.
Wie der „Bote aus dem Riesengebirge" meldet, hat sich in Ilrettsdörf im Riefengebirge ein schweres Autounglück ereignet. Man fand am Eingang des Dorfes das vollständig zertrümmerte Auto des Kaufmanns Schmantes aus Arensdorf und neben dem Auto Schwantes' Leiche. Wie festgestellt wurde, muß das Auto mit furchtbarer Gewalt gegen einen dort aufgestellten Lastzug einer Warm- brunner Firma aufgefahren sein. Das Auto hat sich dabei überschlagen und ein Teil des Wagens hat sich auf den Hals Schwantes' gelegt, der so wahrscheinlich den Erstickungstod fand.
Won einem Bullen aufgcspicßt.
Die 35. Wanderausstellung der Deutschen Landwirt- schastsgesellschaft in München hätte am Sonnabend mit schätzungsweise etwa 100 000 Besuchern den bisher weitaus grüßten Besuch. Am Nachmittag ereignete sich ein schwerer Unfall. Aus einem Rinderstall sollten einige prämiierte Tiere zur Vorführung herausgeführt werden. Trotz aller Vorsichtsmaßregeln wurden die Tiere bei dem außerordentlichen Andrang des Publikums
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Kongresse und Bsrsammlungen
k. Internationaler Kongreß des Weltbundes für Fraucrc- ftiinmredjt Vom 17.—22. Juni findet in Berli n der elfte Internationale Kongreß des Weltbundes für Frauenstimmrecht und staarsbürgerliche Frauenarbeit statt. Dem Weltbünde gehören die großen Frauenverbände aller politischen Richtungen und Konfessionen in 42 Kulturstaatcn an. Vorsitzende des Weltbundes ist Mrs. Margery Corbett Ashby- London, erste stellvertretende Vorsitzende die Reichstagsabgeordnete Frau Adele Schreiber-Krieger. Der diesjährige Kongreß gilt zugleich der Feier des fünfund- zwanzigjahrigeu Bestehens des Weltbundes, der im Jahre 1904 in Berlin gegründet worden ist. Den Kongreß wird bek ^er Eröffnung Reichsminister des Innern Severing namens der Rèichsregierung begrüßen. Der Reichskanzler, der Reichspräsident und die Stadt Berlin werden Abordnungen des Kongresses empfangen.
Samihe Mgsns zureckMungsfahLg.
Das Gutachten des Prof. Aschaffenburg.
Im Nogens - Jakubowski - Prozeß erstattete Professor Aschaffenburg sein psychiatrisches Gutachten, das er dahin zusammcnsaßtc, daß Zweifel an der Zurechniiugsfähigkeit bei seinem Angeklagten vorlicgen. Die ganze ^^m^^^^ Rogens besitze eine außerordentliche Affektkälte und sei bar jeder Gemütstiefe.
Landjagermeister Dornbrack erklärte dann als Zeuge, daß Jakubowski kurz nach der Verurteilung seine Unschuld mit den Worten beteuert habe:
„Nicht köpfen, ich nicht gemacht!"
Der Zeuge Halle hat gleichfalls in der Strafanstalt mit Jakubowski gesprochen und ihn gefragt, wie er denn feinen eigenen Sohn habe umbringen können. Jakubowski habe erwidert : „Ich nicht getan, ich von Kind viel gehalten!" Dabei seien ihm die Tränen über die Wangen gelaufen. Dem gleichen Zeugen hat A u g u st Nogens erzählt, seine Mutter habe ihm geschrieben, er solle nicht nach Palingen zürückkommen, weil er Jakubowski nicht genügend belastet habe. August habe hinzugefügt, er werde seine Mutter mit ins Zuchthaus nehmen. Rechtsanivalt Dr. Brandt: „Wieso wollten Sie denn Ihre Mutter mit ins Zuchthaus nehmen? Was wußten Sie denn von Ihrer Mutter?" August Rogens: „Das ist meine Angelegenheit, das sage ich nicht.!"
Der Strasanstaltsbcamte, der Jakubowski, das Todesurteil vorgelcseu hatte, bekundet, daß Jakubowski sofort gegen verschiedene Ppnkte des Urteils Einspruch erhoben habe. Rechtsanwalt Koch, Jakubowstis Verteidiger, sei in die Anstalt gekommen und habe ihm, dem MugK, gesagt, aus keinen Fall dürfe das Tödesürteil vollstreckt werden, beim Jakubowski sei nicht der Täter. Er, Zeuge, habe den Eindruck gehabt, daß der Direktor und her Inspektor des Gefängnisses ebenfalls der Überzeugung gewesen seien, daß die Hinrichtung nicht erfolgen könne. Mi übrigen habe Jakubowski stets feine Unschuld beteuert. Ändere Strafanstaltsbeamte sagen aus, daß die Ver- ständigilug mit Jakubowski recht schwierig gewesen fcj. Man habe, um ihm ein einziges Wort des Urteils klarzuniachen, manchmal zehn Minuten gebraucht. Ein früherer Zellengenosse Jakubowskis berichtet, daß Jakubowski sich ost über den Untersuchungsrichter beklagt habe, der ihm bei seinen Aussagen immer ins Wort gefallen sei und ihm ost direkt den Atünd verboten habe.
Schluß der Zeugenvcrnchniung.
Nachdem Kriminalrat ®cmiat seine früher gemachten Aus- saacu nach vcrschiedencn Richtungen hin ergänzt hatte, wurde die Vcrnehiuung der Zeugen und Sachverstiindtgen beende, • Die nächste Verhandlung findet am DienStag statt, fe W sann die eigentliche Beweisaufnahme nach Perlesrurg Weitem Schriftstücke vccüdH werden, worauf Oberstaatsanwalt Dr. Weber sein Plädoyer halten wird.
Kerker für den PrinzessktmerMSrder.
Mildernde Umstände versagt.
Im Mordprozeß Gärtner würbe das Urteil gefällt, das die Hailptscäge nach Mord bejaht. Aus Grund des Wahr- sprnchcs verkündete der Vorsitzende:
Der Angeklagte Felix Gartner wirb wegen des Verbrechens beS Meiichelmordès zu zwölf Jahren schweren Kerkers ver- Äè^ eilt. I
Der Angeklagte nahm das Urteil mit großer Ruhe auf. Im Gerichtssaal kam cs zu ÄtMÄgcbnngen, so daß der Vörsihende die Räumung des Saales anordnete.
Gegen das Urteil hat die Verteidigung sofort Richtig- k r i t s b e s ch w e r d e außanribet und Berufung eingelegt.
unruhig. Dabei riß sich ein Bulle los, griff einen Lierführer an, nahm ihn auf die Hörner, warf ihn zu Boden und riß ihm den Unterleib auf. Die Rettungswache brachte den Schwerverletzten in bedenklichem Zustande in die chirurgische Klinik. Der Umsicht der anderen Tierführer ist es zu danken, daß kein weiteres Unheil angerichtet wurde und niemand weiter zu Schaden kam.
> Absturz von Flugzeugen.
Auf dem Flugplatz Böblingen stürzte das Klemm» 'Däkmler-Leichtfluzeug 1492 ab. In diesem befand sich der Flugzeugkonstrukteur Laubenthal, der einem Interessenten namens Fischer, angeblich aus Friedrichshafen, das Flugzeug vorführen wollte. Bei dem Absturz wurde das Flugzeug zertrümmert. Laubenthal wurde dabei so schwer verletzt, daß er wohl nicht mit dem Leben davonkommen wird. Fischer erlitt einen Schädetbrulh, doch hofft man, ihn am Leben erhalten zu können.
Por dem frynzösischen Luftfahrtminister, der Mit einem Flugzeug in Toulouse zur Teilnahme an der 700-Jahr-Feier der dortigen Universität eingètroffen ist, fand ein Geschwaderexerzieren der in Toulouse liegenden Jagdstaffeln statt, Hierbei stießen zwei Flugzeuge zusammen und stürzten ab. Die Piloten beider Flugzeuge wurden getötet.
Zwei Rundreisewagen zusammengestoßcn.
Auf dem Wege zwischen London und Market stießen zwei Rundreisewagen zusammen. Beide Fahrzeuge wurden sehr schwer beschädigt; von den Insassen wurden insgesamt elf verletzt. Die Mehrzahl der Verletzungen ist sehr schwerer Natur.
Bier Tote bei einem Dammbruch.
Nach einem durch einen Wolkenbruch verursachten Dammbruch des Beaverflusscs drang eine fünf Meter hohe Flutwelle in die Ortschaft Wibaux (Montana) ein und riß einige Wohnhäuser und das Pfarrhaus mit sich fort. Der Pfarrer und seine Frau sowie zwei andere Personen sind ertrunken.
Schwere Explosionskatastrophe.
Aus bisher ungeklärter Ursache erfolgte, in, dem Städtchen Gislaved in Mittelschweden in einem Eisengeschäft eine Explosion, durch die vier Personen getötet und sieben verletzt wurden. Das Haus, in dem das Geschäft untergebracht war, und noch zwei Wohnhäuser brannten vollständig nieder.
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Tumulte in Limsges.
Siebzehn Polizei beamte verletzt.
Anläßlich der Urteilsfällung in dem Sensationsprozetz Barataud kam es in Limoges zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und der Menge, die das gegen den Angeklagten ergangene Urteil als zu milde empfand. Es handelte sich um einen Doppelmörder, dem die Geschworenen infolge eines Irrtums mildernde Umstände zugebilligt hatten, so daß nur noch die Verurteilung zu lebenslänglichem Zuchthaus in Frage kam.
Vor dem Gefängnis entwickelte sich darauf ein regelrechter Kampf zwischen der Polizei und der Menge, die sich mit herausgerissenen Gitterstangcn bewaffnet hatte. Drei höhere Polizeibeamte, 14 Polizisten und zahlreiche an den Tumulten beteiligte Zivilpersonen haben Verletzungen davongetragen. Es wurde daraufhin das Militär zur Aufrechterhaltung der Ordnung herangezogen und ein Patrouillendicnst in den Straßen eingerichtet.
Der Prozeß, der das Interesse der Öffentlichkeit in ungewohntem Maße in Anspruch genommen hat, war von kommunistischer Seite zu einer Hetze gegen die bürgerlichen Kreise der Stadt ausgenutzt worden.
Vermifchie Nachrichten.
Anziehen der Großhandelspreise.
Berlin. Tie.auf den Stichtag des 5. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts beträgt 134,5 gögen 134,2 am 29. Mai. Hiernach hat die Gesamtindexziffer gegenüber der Vorwoche leicht an gezogen. Von beit Hauptgruppen haben sich die Indexziffern für Agrar stoffe um 0,5 Prozent und für industrielle Rohstoffe und Halbwarcn um 0,2 Prozent erhöht. - >
Der kommunistische Reichsparteitag.
Berlin. Am Sonntag vormittag begann in Berlin der 12. Reichsparteitag der Kommunistischen Partei, zu dem sich etwa 350 Vertreter aus allen Teilen des Reiches etngefunben hatten. In das Präsidium des Parteitages wurden Thälmann, Remmele, Heckert und Pieck gewählt, während in das Ehrenpräsidium u. a. Stalin, ferner inhaftierte Kommunisten aus allen Ländern und ein Vertreter der Streikleitung in Bombay ausgenommen wurden.
Das Verfahren gegen Graf Christian zu Stolberg.
Breslau. Wie die Schlesische Zeitmrg aus Hirschberg meldet, ist die von verschiedenen Blättern verbreitete Nachricht, daß das Borversahren gegen den Grasen Christian zu Stolberg vor dem Abschluß stehe und die Sache noch in dieser Woche bem Staatsanivalt zugehen werde, unzutressend. Von zuständiger Seite werde erklärt, daß dies erst in einigen Wochen zu erwarten sei. Es lasse sich deshalb noch nicht voraussehen, wann der Staatsanwalt die Anklage erheben wird.
Riesenbetrug an Landwirten und Handwerkern.
Glogau. Hier wurde von der Kriminalpolizei der Pferdehändler Richter aus Glogau feftgenommen, der in mehr als 300 Fällen notleidende kleine Bauern, Landwirte, Handwerker und Arbeiter durch Ausstellung von Wechseln erheblich geschädigt hat. In den einzelnen Fällen hat Richter Gewinne bis zu 1000 Prozent genommen. Bei der Haussuchung bei Richter wurden gefälschte Wechsel und umfangreiches belastendes Material vorgefunden.
Gegen das Saarunrecht.
Münster. Die Stadt Münster steht vollkommen unter dem Eindruck der neunten Tagung des Bundes der Saar- Vereine, zu der Reichskanzler a. D. Dr. Marx das Protektorat übernommen hat. Zahlreich sind die Vertreter der einzelnen Ortsgruppen erschienen, besonders zablreich aus dem nahe- gelegeucn Ruhrgebiet. Ter Tagung sind wieder zahlreiche schrissliche und telegraphische Grütze der Reichs- und Lander- regierungen, der Parlamente, der politischen Parteien, der wirtschaftlichen, der gewerkschaftlichen und ber sozialen Organisationen usw. zugegangeu. An ber Spitze stehen die Bcgrüßnngstelegramme des Reichspräsidenten, des Reichs- karrzlers im Namen der Reichsrcgicrung, der preußischen Staatsrègicrung usw.
Schreckenstat einer Mutter.
Sprottau. Tie Ehèsrau des KrèisobcrsekretärS Kau, die seit längerer Zeit nervenleidend ist, erdrosselte, nachdem ihr Mann zum Dienst Mängen war, ihr sechs Jahre altes Töchterchen. Sie legte sich dann entkleidet zu Beil und steckte dieses in Brand, nachdem sie vorher auch noch die Gashähne .geöffnet hatte. Nackwarn, die die Rauchentwicklung bemerkten, erbrachen die Tür zur Wobnung und sanden das Kind lyt 8Ud die Mutter mit lebensaefübriiebeu Brandwunden auL ..-^'