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Stahlhelmtagung an der Isar.

io. RtichsfrvnttoVakniaK in München.

Die Ziele d es Sta hlhe lm s.

Bei der als Auftakt des Stahlhekmtâgcs im Mün­chener Löwcnbräukeller abgèhalteneu Kundgebung be« grüßte Oberst von Lenz die Erschienenen namens der im bayerischen Stahlhelm znsammengcschlofsenen Wehrver­bände. Er gab sodann der Versammlung ein Dank­telegramm des bayerischen Konprinzen auf ein Bc- grützungstelegramm des Stahlhelms bekannt und führte etwa auS: Neben der Erhaltung des Gedankens des Wehrwillens und der Bekämpfung aller pazifistischen Ideen sei

x daS Ziel bot bayerischen Wchrbcwcgung nach wie vor der Kampf gegen den Marxismus und die Wiedergewinnung der Eigenstaatlichkeit Bayerns. Die Vorgänge auf dem Sozialdemokratischen Parteitag be­wiesen es, daß die Gefahr der Diktatur des Proletariats noch keineswegs vorbei sei und cs höchste Zeit werde, daß sich alle national Gesinnten zusammenschließen, um diese Gefahr abzuwehren.

Sodann nahm

I Bundesfi'lhrcr Seldte

das Wort zu einer Rede, in der er u. a. ausführte: Die deutsche Einheit steht als Waffenspruch über dem zehnten Reichsfrontsoldatenlag. Der Einheitsgedanke, der von dem deutschen Freiheitsgcdankcn nicht zu trennen sei, habe den Stahlhelm bewogen, nach München zu gehen. Der einzige Bund, der heute das Bild einer echt kamerad­schaftlichen Volksgemeinschaft, einer Volksgemeinschaft mit politischem Willen darstelle, sei, so führte Seldte weiter aus, der Stahlhelm. Die Volksgemeinschaft müsse politisch sein. Dem deutschen Volke werde fälschlich vor- geredet, daß es eine Demokratie sei. Die Wahrheit aber sei, daß das deutsche Volk seine Geschäfte ausschließlich durch Beauftragte besorgen lasse. Das sei das Gegen­teil von Demokratie. Der Stahlhelm müsse der Kern sein, um den sich alle sammeln. Die Arbeit sei dem politischen Kampf gewidmet, dem

Kampf auf legalem Wege um die Freiheit, dem Kampf um die Freiheit im Staat, die Freiheit in bei Welt, die Freiheit in der Arbeit, die Freiheit der Seele. Eine feste Front habe sich zur Kampffront zusammen­geschloffen. Mit vielen Gruppen sei der Stahlhelm in Unterhandlung. Ter Reichsausschuß für das Volks­begehren stehe. Unter dem Fluch des internationalen zer­rissenen Denkens habe die Linke gezeigt, daß ihre Ziele und Ideen jeden nationalen Staat töteten. Der Stahl­helm werde seinen Weg entschlossen weitergehen, bis sein politisches nationales Wollen im Staate durchgesetzt sei. Dafür seien zwei Wege möglich. Der eine sei der der Revolution, der andere aber der des Ausbaues, nämlich der Weg der treuen, zähen Arbeit und der Vorbereitung. Der Stahlhelm aber mache keine Revolnation, weil er glaube, sie im Interesse des deutschen Volkes nicht her­vorrufen zu dürfen. Ihm bleibe aus seiner Anschauung heraus nur der zweite Weg offen. Er wolle sich bereit­halten für den Tag, an dem er

das heutige System auf dem natürlichen Wege beseitigen

könne ohne Bürgerkrieg und ohne die staatsfeindliche Ein­mischung. Der Stahlhelm steuere mit aller Kraft zu Bis­marcks Wegen wieder hin, um an das Starke der Ver­gangenheit wieder anzuknüpfen und von hier aus Deutschlands Zukunft zu formen. Deutschland müsse wieder zur inneren und äußeren Kraft gelangen, und zwar zu einer Kraft, die hinüberstrahle auf die abge­trennten Gebiete und auf das Auslandsdeutschtum, zu einer Kraft, die ein ethisches Prinzip enthalte und von einer deutschen Weltanschauung getragen sei. Im Stahl­helm glaube man, daß Deutschland aus eigener Kraft wieder groß, stark, mächtig und glücklich werden könne.

Hindenburg an den Stahlhelm.

Dem in München stattfindenden Reichstreffen des Stahlhelm" hat der Reichspräsident folgende Kund­gebung übersandt:

Den zum zehnten Reichsfrontsoldatentag in Mün­chen versammelten alten Soldaten entbiete ich meinen kameradfchaftlichen Gruß. Ich verbinde damit den Wunsch, daß diese bedeutsame Tagung von Vaterlands­liebe und Kameradschaft beseelt sei. Dieser Geist, der uns

Hessen -WaldeL'scher BerSMs-ötenoZranhentsg in Hersfeld.

Der Verbandsstenographentag des über 2000 Mitglieder zählenden Verbandes Hessen-Waldeck im Deutschen Stenogra­phenbund, der am Sonnabend und Sonntag in Hersfeld stallfand, halte einen recht starken Besuch aufzuweisen. In der Vertreterversammlung konnte der Verbandsoor­sitzende, Oberschullehrer Saue r-Hersfeld, den verdienten Ehren- vcrntzcnden, Postamtmann Pflegling-Köln, früher Hünfeld, und den bekannten Vorsitzenden des Verbandes Hessen-Nassau, Leh­rer Schöpp-Mainz, begrüßen, denen beiden die Versammlung lebhafte Ovationen bereitete. Aus dem Jahresbericht ist hervorzuheben, daß der Verband mit den Ergebnissen der amtlichen Handelskammerprüfungen verhältnismäßig an der Spitze in ganz Deutschland marschiert. Der Verband stellte in 1928 von 922 erfolgreichen Prüflingen in Einheitskurzschrift 111, das sind 12 Prozent, während er nur 1,5 Prozent zu stellen brauchte. In allen Vereinen herrscht rege Tätigkeit. Die Ver­eine Spangenberg, Frankenberg, Kirchhain und Niedermars­berg i. W. wurden neu ausgenommen. Der Neufassung der Verbandssatzungen wurde einstimmig zugestimmt. Der vom Kassierer, Landw.-Kammersekretär Otto-Kassel erstattete Kassenbericht schließt in der Einnahme mit 2142,10 Mark und in der Ausgabe mit 1994,30 Mark. Der neue Voran­schlag wurde mit 1840 Mark in Einnahme und Ausgabe fest- gèsttlll. Ein Beschluß, daß Handelskammerprüflinge bei Wett­schreiben in höheren Geschwindigkeiten schreiben müssen, wurde aufgehoben, da er durch Einführung der Kurzschriftausweise gegenstandslos geworden ist. Die VerbandSmeisterschaft in Schon- und Richtigschreiben wurde Karl Eottmann-Arolsen zu- erkünnt. Der Verbandsvorstand, Oberschullehrer Saüer-Hersfeld als. 1 Stadtoberinspektor Wagner-Kassel, als 2. Votiinender, Stadtbuchhalter Klopp-Hersfeld als Schrift­führer, Landw.-Kamm er-Sekretär Otto-Harleshausen als Kaf- perer und Rentmeister Bremer-Arolsen und Kaufmann Hühn- Schlitz als Beisitzer, wurde einstimmig wiedergewählt, ebenso der Verbandswettschreibeausschuß mit Diebel-Kassel und Vel- lingei-Alsfeld an der Spitze. Die HerbstvertretetversammlUng soll in Hünfeld stattfinden. Gauwettichreiben sollen die Ver­eine Warburg, Kirchhain, Fulda und Spangenberg veranstal­ten. Dem Bundesneriretertag in Goslar soll ein Antrag unter­breitet werden, gelegentlich des Bundestages von 1930 in Ber­lin ein BuNdeswsttschreiben nur in den Silbenzahlen von 240 Silben aufwärts zu veranstalten. Die niedrigeren Silbenzahlen sollen als Verbandswettschreiben ausgetragen werden. Bei Annahme dieses Antrages soll dann der nächste Derbandstag in Alsfeld stattfinden, worüber die Herbstvertreterversamm­lung noch beschließen soll. Herzliche Worte der Erinnerung und

im Felde zu großen Taten befähigte, soll sich in den Noten der Gegenwart in tätiger Mitarbeit am deutschen Wiederaufbau und im Streben nach wahrer Bolkogemein- schaft bekunden, d. Hindenburg."

Bundcsführer Seldte.

Die EesaüenenfLier.

Nachdem Sonnabend mittag eine Festsitzung des Bundesvorstandes und eine solche des Kulturpolitischen Ausschusses des Stahlhelms stattgefunden hatte, fand der Empfang der. Ehrengäste des Stahlhelms im Regina- Palast-Hotel statt. Dann begann der Aufmarsch der Fahnenabordnungen auf dem Platz vor dem Armec- museum, wo sich 1800 Bundesfahnen zu beiden Seiten des Münchener Kriegerdenkmals aufbauten. Die Stan­dartenträger der 21 Landesverbände nahmen mit Kranz­trägern Aufstellung. Unter Trommelwirbel betraten, ge­leitet von einer Ehreneskorte, Generalfeldmarschall von Mackensen, Großadmiral von Tirpitz und der bayerische Generaloberst Graf von Bothmer, von Heilrufen begrüßt, den Platz. Zu ihnen gesellten sich als Vertreter des Hauses Wittelsbach die Prinzen Ludwig Ferdinand und Adal­bert. Nach den Klängen des Altniederländischen Dank- gebetes hielt der zweite Bundesführer des Stahlhelms, Düsterberg, eine Ansprache.

Entschließungen.

Der Bundesvorstand des Stahlhelms hat an den Reichspräsidenten ein Telegramm gerichtet, in dem um Begnadigung von Oberleutnant Schulz und Genossen gebeten wird, unter Hinweis darauf, daß inzwischen Männer wie Hölz und sogar der Mörder des Ob?rnieutnan4s-rwn-Ktüber bcgnäKot worden sind.

Der Bundesvorstand faßte weiter eine Entschließung gegen die Annahme des N o u n g - P l a n e s. In einer weiteren Entschließung werden die hohen Werte der christlichen Religion und des Idealismus demfreigcisti- gen Atheismus und dem liberalen Materialismus" gegenübergestellt. Die Forderung des Stahlhelms baut sich auf dem Boden des christlichen Sittengesetzes auf. Sie richteten sich gegen den die Volksseele zerstörenden Kultur­bolschewismus.Alle gesinnungsverwandten Bünde und Persönlichkeiten," so heißt es u. a. in der Entschließung, sordert der Stahlhelm zur gemeinsamen Arbeit auf. Kreuz und Schwert sind auch dem Stahlhelm Symbol. Deshalb wird beim kommenden Entscheidungskampf für die Wiederaufrichtung eines christlich-deutschen Staates auch auf dem Stahlhelmbanner die Inschrift leuchten, die schon einmal dem Christentum den Sieg errungen hat: In diesem Zeichen wirst du siegen!""

Bei den Fahnenweihen, die am Sonntag vor­genommen wurden, warben die Bundesführer für die Idee des Stahlhelms.

Aufmunterung zur weiteren Arbeit sprachen dann noch Ober- postmeister Pflegling, Lehrer Schöpp und der inzwischen eingetroffene Studiendirektor Dr. Gaster -Berlin.

An dem am Samstag morgen stattgefundenen V e r - banüswettschreiben beteiligten sich rund 600 Mitglie­der, darunter auch mit gutem Erfolge zahlreiche Mitglieder der Vereine Alsfeld, Fulda, Hünfeld, Lauter­bach und Schlitz. Es wurde in den Geschwindigkeiten von 60 bis 280 Silben geschrieben. Die Leistungen waren durch­weg recht gute. Es konnten in allen Geschwindigkeiten mehrere erste Preise zuerkannt werden. Die Verbandsmeisterschaft im Schnellschreiben errang Fräulein Wenzel-Kassel mit 280 Silben.

In der großen Turnhalle zu Hersfeld fand dann am Sonn­tag nachmittag eine imposante Fe st Versammlung statt, zu der auch die Vertreter der Behörden von Industrie, Handel und Gewerbe, der Angestellten- und Beamtenschaft erschienen waren, die dem Werk der Einheitskurzschrift hohe Anerkennung zollten. Im Mittelpunkt stand die Festrede von Studiendirektor Dr. Gaster-Berlin überDie Kurzschrift im Wandel der Jahrtausende" die von auf hoher künstlerischer Stufe stehenden musikalischen Darbietungen umrahmt war. Der Festredner ver­stand es ausgezeichnet, ein Bild von dem Wandel der Schrift­zeichen im Laufe der großen Kulturepochen bis zur heutigen Einheitskurzschrift zu geben. In einem von lebhaftem Beifall aufgenommenes Bekenntnis zur Einheitskurzschrift . als Mit- iymbol eines einigen Volkes und Vaterlandes klang die glän­zende Versammlung in dem Gesang des Deutschlandliedes" aus. Ein schöner Festball mit verschiedenen künstlerischen Tanz­vorführungen der Tanzschule Matzantke aus Vergangenheit und Gegenwart gab dem Verbandsstenographentag einen har­monischen Abschluß.

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Grotzseuer in einer Kistenfabrik.

_ Rotzlau (Elbe). In der Kistenfabrik der Zuckerraffinerie Holland, die unmittelbar an der Elbbrücke und an den Schienen der Reichsbahn liegt, entstand ein Feuer, das inner« halb einer Stunde die gesamte Kistenfabrik bis auf das Ma­schinenbaus in Asche legte. Die Motorspritzen von Dessau und Ierbst sowie mehrere Werkswchren bekämpften den Brand. â>er Eisenbahnverkehr erlitt eine zweistündige.Unterbrechung, roeoer Personen- noch Gül er züge tonnten auf den Strecken Magdeburg -Leipzig und Wittenberg-Dessau verkehren, Da Die Zuge sonst in Gefahr gekommen wären, durch die über­schlagenden Flammen in Brand gesetzt zu werden. 70 bis 80 Arbeiter sind brotlos geworden.

Milderung der Vermögenssteuer.

Der ReichsfinanMinister hat in Ausführung einer Ent­schließung des SteNerausschusses des Reichstages sur Milderung der Härten, die sich in einzelnen Fällen bei der Einheitsbc- wertung 1928 aus der Heraufsetzung der Werte gegenüber 1925 ergeben haben, folgendes ungeordnet:

Für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und den Wem- bau soll in den Fällen, in denen ein Rückgang des Einkommens oder eine Zunahme der Verschuldung in bestimmtem Umfange eingetreten ist, ein Teil des Differenzbetrages an Vermögens­steuer gegenüber 1925 erlassen werden, wenn

a) das Einkommen im Wirtschaftsjahr 1927/28 gegenüber den beiden vorhergehenden Wirtschaftsjahren um mehr als 10 % zurückgegangen ist, oder

b) die Verschuldung im Kalenderjahr 1927 um mehr als 10 % des Vermögens zugenommen hat.

Falls eine dieser beiden Voraussetzungen für den Steuer­pflichtigen zutrifft, kommt eine Ermäßigung in Frage. Die Ermäßigung wird nur auf Antrag gewährt.' Die Frist zur Air- tragstellung läuft ant 3 0. Juni ab. Die Vermögenssteuer , 1928 soll dann insoweit erlassen werden, als sie auf den Teil der 1928 vorgenommenen Höherbewertung entfällt, der bei den landwirtschaftlichen Betrieben 20 % bei den forstwirtschaft­lichen Betrieben 50 % des Einheitswertes 1925/26 übersteigt. Infolge der Witterungsschäden 1927 dürfte in den Finanzamts- bezirken Alsfeld, Homberg, Lauterbach und Schotten allgemein ' eine Einkommensminderuug im Wirtschaftsjahre 1927/28 um mindestens 10 % gegenüber 1926/27 vorliegen und wäre damit der Antrag schon begründet. Diese Anträge haben mit den Einsprüchen gegen den Einheitswert nichts zu tun. Nähere Auskunft wird gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte von der Geschäftsstelle des Hessischen Landbundes in Alsfeld kostenlos erteilt.

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Schluß des Goziardemskrairfchen parssLiages. ;

Die V o r st a n d s w a h l e ii.

Freitag wurden die Wahlen zum Partcivorstand borge« nominell. Der Vorstand wurde in seiner bisherigen Zu­sammensetzung wiedergewählt. Von insgesamt 386 .Stimmen > erhielten die beiden jetzigen Vorsitzenden Wels und Erispien 306 Stimmen bzw. 273 Stimmen. Der Posten des dritten Vorsitzenden wurde für, 'Reichskanzler Müller . -ffen gelassen. Dann begann die Aussprache über das ' Referat zur

Fraucnfrage.

Frau Arning- Magdeburg erklärte, daß auch innerhalb der Partei die Gleichberechtigung der Frau noch nicht durch­geführt sei. Frau Kern- Berlin unterstrich die Forderung des gleichen Lohnes für gleiche Leistung, was auch für die Frauen gelte. Frau W u r in verlangte eine sozialdemokratische Hausfrauenorganisation. Frau Dr. T h o r ho r st - Düssel­dorf sprach über die Erziehung der Frau zur Politik. Nach- dem noch einige weitere Frauen zu dem Thema gesprochen hatten, betonte Frau Juchacz in ihrem Schlußwort, daß die , Frau nicht nur aus Rot aus Dem Haushalt an die Arbeit komme; für viele Frauen sei die Arbeit Lebensinhalt gewor­den. Ein Antrag, der das Recht der Frau auf Arbeit betont, wurde einstimmig angenommen.

Die weiteren Schlußverhandlungen betrafen Fragen des . Arbeitersports. Der Berichterstatter empfahl eine Ent­schließung, wonach der Parteitag eine wichtige Aufgabe, in . der Förderung und Unterstützung der Arbeitersportbewegung erblicke, für deren Gleichberechtigung es in den Kommunen, Ländern und im Reich einzutreten gelte. Die Entschließung wurde ohne Aussprache angenommen. Weiter wurde die Reichs-. tagsfraktion in einem Antrag ersucht, in das Reich s -' s ch a n k st ä t t e n g e s e tz einen verstärkten Jugendschutz gegen den Alkoholismus einzubauen. Schließlich wurde ein Antrag des Parteivorstandes angenommen, der aus k u l t u r i c ac­tio n a r e E r s ch e i n u n g e n. der letzten. Jahre aufmerksam macht und dann ieststellt: Die .Sozialdemokratie lehnt ngch. wie

im Hinblick auf ihre Grundsätze und ihre Vergangenheit -gu<M^ JI die unbedingte und gern erfüllte Verpflichtung, für die volle jr Freiheit der wissenschaftlichen Forschung und des tonst« lerischen Schaffens einzutreten. . ' , ... » / cz

Damit waren die Arbeiten des Parteitages erledigt. -

politische Rundschau« t

Deutsches Reich.

Friedensgemeinschaft der Konfessionen.

Für Deutschland ist eine Friedensarbeitsgememschaft , der Konfessionen soeben begründet worden. Von evange­lischer Seite gehört ihr die Deutsche Vereinigung^des Weltbundes für Freundschaftsqrüeit der Kirchen, von katholischer Seite der Friedensbund deutscher Katholiken, von jüdischer Seite der Jüdische Glaubensbund an. Die Gemeinschaft erläßt einen Aufruf, der betont, bei voller Anerkennung der Pflicht zur Wahrung der nationalen Eigenart der einzelnen Völker feien die Bekenntnisse sich, ihrer Friedensaufgabe längst bewußt geworden. Dauern--' der Friede könne nur angestrebt werden als Verpflichtung zur Gerechtigkeit, zum gegenseitigen Vertrauen und zur Brüderlichkeit der Völker. Der Aufruf ist unterzeichnet von bekannten Vertretern der drei Bekenntnisse.

Das Reichskabinett zur ArüeèLslosenversicherung.

Das Reichskabinett beschäftigt sich mit der Arbeitslosen­versicherung. Auf Grund dieser Verhandlungen wird das Reichsarbeitsministerium in den nächsten Tagen eine Vorlage ausarbeiten (Sofortprogramm). Zum Zweck der parlamentarischen Behandlung dieser Vorlage wird mit den Vertretern der Regierungsparteien Fühlung genommen ' werden. Ferner bestimmte das Kabinett die Grundsätze . über die Zusammensetzung der bereits früher in Aussicht genommenen Sachverständigenkommission und die dieser vorzulegenden Fragen. Die Kommission soll ihren Bericht so rasch erstatten, daß im September ein endaültiges Pro- ' gramm vorgelegt werden kann.

3,9 Millionen Fehlbetrag im thüringischen Etat.

Der überblick über den thüringischen 5^aushaltsent- wurf 1929 ist veröffentlicht worden. Er stellt einen Fehl­betrag von 3 899 720 Mark fest. Der Gesetzentwurf für die Notsteuer, deren Höhe und Verteilung bereits bekannt sind, ging dem Landtag zu. Es interessiert in der Haupt­sache die Begründung, die sich darauf stützt, daß man trotz schwerster Bedenken eine lediglich für ein Jahr vor­gesehene Notsteuerbelastung nicht umgehen konnte, weil ein andrer Weg, der finanziellen Not des Landes Herr zu werden, nicht zu finden sei.

Die Saargângcr.

Der Haushalisausschuß des Reichstages beschäftigte sich mit der Forderung des Neichsfinanzministers auf Voransbewilliguügen aus dem Haushalt 1929, it. a. für die Saargängerunterstützung im Betrage von 600 000 Mark und für Gefechts- und Geländeschießübungen der Marine. Nach kurzer Aussprache wurde dem Verlangen des Reichsfinanzministers entsprochen. Der Ausschuß richtete dabei das Ersuchen an das Neichsfinanzministe- rium, im Laufe des Juni über die Verhandlungen wegen der Saargängernnterstützung mit den beteiligten Länder- regierungen endgültige Auskunft zu geben.

Aus Zn- und Ausland

Leipzig. Aus Ballenstedt wird gemeldet, baß Der Herzog von Anhalt, Der auf Schloß Ballenstedt Die SoMInerUwuäie verlebt, gegen seine Gemahlin. Die frühere Schauspielerin Strickrodl, die E h c s ch c i o u n g 3 11 a g e' einttichen will.