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Aus In- und Ausland

Berlin. Der frühere langjährige österreichische Bundes- Präsident Dr. Michael Hainisch ist in Berlin eingetroffen unh wird einige Tage in der Rcichshauptstadl verweilen. U a. wird er im Volksdeutschen Klub einen Vortrag halten.

Heidelberg. Hier starb tn der medizinischen Klinik im 'Klier von 75 Jahren General der Artillerie a. D Lud W i g v Laurer, der frühere Inspekteur der Fußartilleric des deutschen Heeres.

Koblenz Die Interalliierte Rheinlandkvmmission hat auf Antrag des Reichskommissars für die besetzten Gebiete der Flugvercinigung Germersheim die Erlaubnis zur Ausübung des Segelflugsportes erteilt.

Stuttgart. Der wiirttembergischc Staatshaushalt für 1929, den die Regierung dem in den nächsten Tagen zu- sammenlretcnden Landtag übergibt, schließt bei einem Gesamt- bedarf von 161 994 539 Mark mit einem Fehlbetrag von 9 903151 Mark ab.

London. In Lahore (Indien) kam es bei der Beerdigung eines Hindusübrers, der vor einigen Tagen ermordet worden war, zu Ausschreitungen. Die Polizei mußte, durch die Truppen verstärkt, mit Gummiknüppeln gegen die Menschenan­sammlungen Vorgehen. Im Verlauf der Zusammenstöße sind etwa 100 Verkomm verlebt worden.

- Die drei Wege.

Ms der Reichstag in die Osterferien ging, ohne daß die Frage, wie das Defizit im Reichshaushalt gelöst wer­den sollte, auch nur eine andeutungsweise Beantwortung erfahren hatte, war vom Regierungstisch aus noch die Erklärung gefallen: Wenn die Fraktionen ein einhe it- liches Deckungsprogramm finden, dann wird die Regie­rung cs prüfen und annehmen, aber auch nur dann, wenn sie für die Durchführung dieses Programms die Ver­antwortung zu tragen willens ist.

Das einheitliche Programm ist da, auch die Zustim­mung der Regierung, und es fehlt bloß noch die Erklärung der Fraktionen, sich an dieses Programm, wie der Etat zu gestalten ist, auch unbedingt und ohne „Scitensprünge" zu halten.

Man hat die A u s b a l a n c i c r u u g des Etats aufdreiWegenzu erreichen versucht — denn sie bleibt ja Theorie, weil erst die Wirklichkeit im Ablauf des Etats­jahres zeigt, ob mau richtig kalkuliert hat! —, nämlich durch Streichung beigen Ausgaben, durch Erhöhung der Ansätze für gewisse Einnahmen und durch Steuererhöhun­gen. Um diesen letzten Punkt vorwegzunehmen: die Branntweinsteuer, also die sogenannte „Hektoliter­einnahme" des Reiches vom Trinkbranntwcin, die das Reich vom Reichsbranntweinmonopolamt erhält und die pro Hektoliter bisher 330 Mark betrug, soll auf 400 Mark heraufgesetzt, die Steuer damit um 21,2 Prozent erhöht werden. Den damit wohl zweifellos verbundenen Konsum­rückgang, der schon im abgelaufenen Betriebsjahr infolge (Steuererhebung stattfand und daher die Steuereinnahmen nicht einmal den Voranschlag erreichen ließ, hofft man durch besondere Verwaltungsmaßnahmen gegen Schwarz- brennereien usw. wettzumachen. Ferner fällt die Steuer­ermäßigung für die Kleinbrennercien fort und schließlich muß auch für den Weingeist, der für Heilmittelzwecke ver­wendet wird und bisher nur 100 Mark Steuer trug, jetzt die gleiche Summe bezablt werden wie die auf dem Trinkbranntwein lastende. Ein erhoffter — aber nicht eingetretener — Überschuß von 15 Millionen aus dem Be­triebsjahr 1927/28 sollte dann mit diesen drei anderen Arten von Mehreinnahmen ein Mehr von insgesamt 90 Millionen ergeben, — aber tatsächlich fehlen infolge Rück­gangs der Einkünfte schon jetzt 21 Millionen an dieser Rechnung.

Zwar nicht theoretisch, aber praktisch ist bei der Ver­mögenssteuer in letzter Zeit eine ganz außerordent­liche Erhöhung der Erträge dadurch herbeigeführt worden, daß man bei der Veranlagung zu ihr auf Grund des „Ein­heitswertes" weit über die Festsetzung von 1925 hinaus­ging, so daß sich Der Ertrag dieser Steuer seitdem bis 1928/29 mit 520 Millionen fast verdoppelt hat und daher ohne weiteres anzunehmen ist, daß man durch diese Praxis beim Veranlagungsgeschäft noch weitere 40 Millionen, wie beabsichtigt, herausholen wird. Das ist in der Theorie zwar keine ausdrückliche gesetzliche Steuererhöhung, in der Praxis aber durchaus — und dem Steuerzahler ist die Theorie sehr gleichgültig. Er spürt nur die Praxis! Schärfer vorgegangen werden — und hiermit geht das Kapitel der Heraufsetzung von Posten aus der Einnahmen­seite des Etats weiter — soll auch bei der T a b a k st e u e r, wo man mit 35 Millionen eine etwa 20prozentige Steige­rung des Ertrages erhofft, übrigens stellen bei dieser Steuer die Stundungen, Nachlässe und Abschreibungen eine sehr hohe Summe dar, so namentlich in der Zigarettenindustrie, wo zurzeit dem Fiskus noch etwa 50 Millionen geschuldet werden.

Ob es schließlich der R e i ch s p o st gelingen wird, statt der im letzten Jahr 105 Millionen Überschuß nun 140 Millionen an die Reichskasse abzuführen, ohne daß eine Gebührenerhöhung hierfür notwen- d i g wird, erscheint nach den kürzlich erfolgten Erklä­rungen des Reichspostministers mehr als zweifelhaft. Die Rcichspost könne für 1929 höchstens 126 Millionen Über­schuß zahlen und für diesen Zweck ihre Ausgaben aufs alleräußerste drosseln bis zu der Grenze, bis zu der es die Erhaltung ihrer lebenswichtigen Betriebe noch ertragen könne. Tas sei schon im vergangenen Jahr geschehen; verlange man aber mehr als jene 126 Millionen von der Reichspost, dann ginge es nicht ohne Heraussetzung der Ge­bühren ab. Ter Wink war deutlich, weil er in eine Zeit fiel, da man schon offiziös davon redete, auch die Post heranzuziehen für die Deckung des Reichsdefizits. Ver­antwortlich für eine solche Gebührenerhöhung wäre der Reichstag übrigens nicht, da die Reichspost ein selbstän­diges, „nach kaufmännischen Grundsätzen verwaltetes" Unternehmen ist, wo Der Verwaltungsrat die entscheidende Stimme hat — auch für die eventuelle Heraufsetzung der Gebühren.

Tie ursprüngliche Absicht, allein durch Abstriche am Haushalt das Tefizit zu beseitigen, ist also nicht durchge­führt worden, sondern nur nicht ganz zur Hälfte. Steuer- erhöhung und „Heraussetzung der Einnahmenvoran­schläge" sollen die dann noch ausstehenden Summen heran­schaffen, so daß letzten Endes ein Mehr von 200 Millionen an Ausgaben beschlossen ist. Angenehmer wäre es dem Steuerzahler zu hören, wenn man es ihm erlassen hätte, die neue Ausgabenerhöhung tragen zu müssen.

Sieben Bergleute verschüttet.

Kattowib. Auf dem Hildebrand-Schacht bei Neudorf er­eignete sich ein schweres Unglück. Ein Pfeiler der 600-Meter- Sohle ging zu Bruch. Sieben Bergleute, darunter ein Steiger, wurden verschüttet. Nach zweistündiger Bergungsarbeit konnte ein Bergmann in schwerverletztem Zustande geborgen werden Trotz fortgesetzter Rettungsversuche konnten erst nach mehrere" Stunden drei weitere Bergleute, davon einer schwer-, die beide oberen leichtverletzt, zutage gefördert werden. Die restlichen drei Verschütteten konnten bis jetzt noch nicht befreit werden da die Rettungsarbeiten infolge beständiger Einsturzgefahr e,.' schwort sind. Zwei der Eingeschlossenen geben noch Klopf­zeichen, während der dritte verstummt ist

58. Kommunallandtag des

Die Eröffnungsrede des Oberpräsidenten.

Kassel, 8. April. Der 58. Kommunallandtag des Regie­rungsbezirks Kassel ist heute nachmittag 4.15 Uhr mit einer längeren Ansprache des Oberpräsidenten Dr. Schmauder eröff­net worden, in der er den Aufgabenkreis des Kommunalland- tags umriß. ^m Vordergrund stehe die steuerliche Mehrbe­lastung durch die Erhöhung der Bezirkssteuer um rund 5 Proz. Er hoffe, daß die Aufgabe des Kommunallandtags von der Seite aus geprüft werde, ob der Bezirksverband für die ihm auferlegten Aufgaben sorgen könne, ohne die bisherige Umlage zu erhöhen, oder ob der Bezirksverband, um seinen Aufgaben gerecht zu werden, in einer Anleihe die Mittel dafür suchen darf. Für den letzteren Fall trage er große Bedenken. Der Oberprüsidcut fuhr dann fort: Die Arbeitslosigkeit erhebt sich in bedrohlicher Kurve. Das Auslandsgeschäft kann bei dem sehr starken fremden Wettbewerb nicht so wachsen, daß der ra­tionalisierte Produktionsapparat voll zur Geltung kommt. Die Kaufkraft des Binnenmarktes ist gering, desgleichen die Kapi­talbildung. Die Zinsbelastung ist hoch. Die Landwirtschaft liegt im schwersten Existenzkampf. Immer deutlicher zeigt sich, daß die Reparationslasten wie ein Alpdruck auf unserer Wirt­schaft lasten, die ohnehin starke Einbuße erlitten hat durch den Verlust wichtiger Rohstoffländer und die schwere <5d)äbigung wichtigster Wirtschaftsgebiete durch die andauernde fremde Be­satzung und Hemmungen aller Art. Das trübe Bild der Gegen­wart Dars uns aber nicht in unfruchtbaren Pessimismus trei­ben. Im Laufe des letzten Jahres sind in dem Bestand des Bezirksverbandes wesentliche Aenderungen vor sich gegangen. Verlor der Bezirk am 1. April 1928 die große und blühende steuerkräftige Ortschaft Fechenheim an die Stadt Frankfurt a. M. und damit an den Bezirk Wiesbaden, so gewann er am 1. April 1929 das schöne Land Waldeck. Der' Anschluß der Waldccker wurde viel gepriesen als der erste Schritt zur soge­nannten Flurbereinigung der deutschen Landkarte. Zahlreich

pariser Verhandlungen über Oberfchlesien.

Das Beschwerderecht der Minderheiten.

Die oberschlcsischen Verhandlungen, die vom 25. März bis 6 April von der vom Völkerbundrat beauftragten Kommission in Paris geführt wurden, sanden ihren Abschluß, Der im all­gemeinen als b e fr i c d i g c n d bezeichnet werden kann.

Die Minderheiten in Dem deutschen und Dem pol­nischen Teil von Oberfchlesien genießen bekanntlich das Aus­nahmerecht vor allen anderen Minderheiten, sich unmittelbar an den Völkerbundrat wenden zu dürfen. Sowohl Der Rat als auch die Polen wollten dieses unmittelbare Beschwerde­recht abschaffcn. Sie stießen jedoch auf einen erheblichen deutichen Widerstand. Die Pariser Verhandlungen galten Der Klärung dieser Streitfrage. Auf deutscher Seite war man bereit, die Beschwerden, soweit sie sich ausschließlich mit Klein- fram beschäftigen, vom Rat fernzuhallen, ohne die Rechte der Minderheiten zu schmälern. Die neuen Abmachungen regeln denn auch die Frage in diesem Sinne. Die klageführende Minderheit wird in Zukunft nach einer Prüfung in Genf an das Minderheitenamt des betreffenden Staatès verwiesen werden. Gleichzeitig soll das örtliche Verfahren wesentlich verbessert und stark beschleunig, werden. Es darf in Zukunft nicht länger als sechs Monate andauern. Sollte das örtliche Verfahren dem Kläger nicht zusagen, bleibt es ihm trotzdem frei, nach (Senf an den Völkerbundrat zu gehen.

Ein Blaukreuzgrab.

Unschädlichmachung von 20 000 Kilogramm Blaukreuz. -

In der Dynamitfabrik Lind in Wahn (Rheinland) lvurden, kurz nach der Besetzung der Rheinlande, auf An­ordnung der Franzosen die dort lagernden etwa 20 000 Kilogramm Blankreuzbestände im Fabrikgelände ver­graben. Um das Blaukreuz unschädlich zu machen, hat inan nunmehr auf der Wahner Weide an einer grund­wasserfreien Stelle eine fünf Meter tiefe Grube aus­geworfen. _ Die seinerzeit im Fabrikgelände verwahrten Blaukreuzstoffc werden jetzt ausgegraben und mit einer Feldbahn in den B e t o n b c h ä l t e r gefahren. Zum Schutz gegen die Einwirkung des Blaukreuzstoffes "sind die mit dieser Arbeit beschäftigten Leute mit G a §- masken, Schutzbrillen, Handschuhen und hohen Gummistiefeln versehen. Der etwa 75 Kubik­meter fassende Behälter ist bereits mit Blaukreuzstoff, Flaschenscherben und mit der vom Blaukreuz durch­tränkten Erde gefüllt. Um sämtliches Blaukreuz sicher vergraben zu können, ist der Bau einer zweiten Grube notwendig geworden. Die Behälter werden mit einem luftdicht schließenden Deckel versehen, auf den noch eine Erdschicht von etwa drei Nietern zu liegen kommt.

Das Autounglück bei Babenhausen.

Bei lebendigem Leibe verbrannt.

Mainz, 8. April. Zu dem Autounfall in Babenhausen, bei dem infolge eines Zusammenstoßes eines Kraftwagens mit einem Personenzug fünf Personen ihr Leben einbüßten, er­fahren wir noch folgende Einzelheiten: Der Bahnhof in Baben­hausen wird zur Zeit umgebaut. Für die am Bahnhof die Eisenbahn kreuzende Kreisstraße mußte eine Umgehungsstraße gebaut werden, die S-förmig verläuft und daher unübersicht­lich ist. Beim Zusammenstoß explodierte der Benzintank des Autos, das alsbald in hellen Flammen stand. Der Zement- fabrikant Fritz Hauck und dessen Kind sind bei lebendigem Leibe verbrannt, während die übrigen drei Insassen des Autos mit schweren Brandwunden geborgen wurden, denen sie inzwi­schen ebenfalls erlegen sind.

Die Schuld des Schrankenwärters.

Babenhausen, 8. April. Nunmehr steht fest, daß die Schranke des Bahnüberganges bei Babenhausen in dem Augenblick des Zusammenstoßes des Personenzuges mit dem Auto nicht geschlossen war. Der Schrankenwärter Voltz, der verhaftet worden ist, gibt an, daß er im Augenblick, als das Auto nahte, im Begriff gewesen sei, die Schranke zu schließen, aber die Laternen des Autos hätten ihn geblendet. Auch die­ser Zeitpunkt der Schließung der Schranke muß als zu spät be­zeichnet werden, da der Zug schon in der nächsten Nähe war.

Vermischte Nachrichten.

Selbstmordversuch nach erfolgtem Gattenmord.

Berlin. Der 40jährige Kaufmann Hoffmann aus Char­lottenburg, Küstriner Straße 10, hat nach ehelichen Zwistig- keiten seine Frau erschlagen und sich, nachdem er vorher Die Gashähne geöffnet hatte, Die Pulsadern durchschnitten. Haus­bewohner wurden durch den starken Gasgeruch aufmerksam, alarmierten die Gaswerke, die ihrerseits die Herbeirusung der Feuerwehr veranlaßten. Die Beamten der Feuerwehr sanden die Ehefrau H. als Leiche und den Mann in schwerverletztem Zustande vor. Der Mann wurde als Polizeigefangener nach der Charitë übergeführt; sein Zustand ist bedenklich.

Die Wiederhcrstellungsarbcitcn an der „Europa". t

Hamburg. An Der Wiederherstellung des Lloyddampfers „Europa" wird auf der Werft von Blohm und Voß jetzt wieder umfassend gearbeitet. Alan rechnet damit, daß die erste Probe­fahrt voraussichtlich erst Februar oder März des nächsten Jahres stattfinden kann. Wahrscheinlich müssen drei Decks in einer Ausdehnung von etwa zwei Drittel der Schiffslänge ganz herausgenommeu werden. Man hofft, die „Europa" in Den nächsten Tagen eindocken zu können.

Regierungsbezirks Kassel.

sind die Pläne, um eine Vereinfachung der Verwaltung zu erreichen, und mitten in dem Gebiet, das mit in erster Linie von einer Aenderung getroffen werden kann, steht das Hessen­land. Diese Erkenntnis hat der Bezirksverwaltung Antaß zu der Ueberlegung gegeben, wie bei Zeiten für die Erhaltung der selbständigen Stellung des Heimatbezirks gegenüber den Bestrebungen auf Ausdehnung der Nachbarländer und Bezirke gesorgt werden könnte. Der Hesse liebt seine Heimat. Er hat den Wunsch sic so einzurichten, daß sie im neu zu gliedernden Bau des Reichs gleichberechtigt neben den anderen Ländern und Stämmen weiterbestehen kann. Das ist ein Wunsch, den auch ich gern fördern möchte. Ob er sich in Wirklichkeit er­füllen läßt, das muß die Zeit lehren. Die oielbcrufenc große Vcrwaltungsreform, die gewiß einmal kommen wird, weil sie kommen muß, wird an den Grenzen seines jetzigen Territo­riums nicht eben innehalten und vielleicht hessische Kreise an­deren Verwaltungsgebieten zuweisen, mit denen sie territorial näheren Zusammenhang haben. Auch der Süden des Regie­rungsbezirks Kassel ist anderem Zusammenschluß geneigt. Man muß da mit Verlusten rechnen. Wir können allerdings auch mit einer vernünftigen Vergrößerung seines Gebiets rechnen, und ich wünsche, daß sie hierzu gute Wege findet.

Zum Präsidenten des Kommunallandtags wurde der lang­jährige Vorsitzende des Kommunallandtags, Rittergutsbesitzer von Keudell, und zu seinem Stellvertreter Oberbürgermeister Dr. Antoni -Fulda gewählt. Präsident von Keudell wies auf die Schwierigkeiten der diesjährigen Etatsgestaltung hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde, die Mittel des Bezirksoerbandes mit den Wünschen der Bevölke­rung und den zwangsläufigen Aufwendungen in Uebereinstim­mung zu bringen. Darauf wurden die zahlreichen Eingaben und Anträge sowie Vorlagen den einzelnen Ausschüssen zuge­teilt und die nächste öffentliche Sitzung des Kommunalland­tags auf Mittwoch nachmittag festgefetzt.

Aus Heffen-Aassau und Aachbargeöltèen.

Merkblatt für den 10. April.

Sonnenaufgang 517 II Mondaufgang 5«

Sonnenuntergang 18" Monduntergang 19«

1924 Der Großindustrielle Hugo Stinnes gest.

Eine Frau ist groß genug, wenn sie ihrem Manne bis att das Herz reicht.

Wetterbericht.

Die Lustdruckverteilung über dem europäischen Festland ist' sehr gleichförmig. Flache Tiefdruckstörungen, die westostwärts wandern, lassen zwar noch keine beständige Witterung aufkom­men, doch werden sie andererseits auch keine stärkere oder län­ger anhaltende Verschlechterung der zur Zeit bestehenden Wit­terung bringen. Die Temperaturen werden zunächst tags­über, noch etwas ansteigen, doch dürfte bis Mittwoch eine leichte Abkühlung Platz greifen. — Vorhersage bis Dienstag abend' Wolkig bis ausheiternd, höchstens vereinzelt ganz unerhebliche Niederschläge, Tagestemperaturen noch etwas höher anstei­gend, schwache veränderliche Winde. — Witterungsaussichten für Mittwoch: Wolkig, vereinzelt kurze Niederschläge, leichte Abkühlung, vorübergehend nach Nordwesten drehende Winde..

Schulbeginn.

Der 9. April — das ist in diesem Jahre für große Ge-! biete Deutschlands der Tag des Schulbeginns. „Schul-, beginn?" wird hier vielleicht einer, der ein bißchen gebauten^ los ist und sich die Sache nicht richtig überlegt hat? eniwexM-f- — „Schulbeginn? Aber einen Schulbeginn gibt es doch nach' allen Ferien des Schuljahres! Das ist doch nichts Besonderes!" Gemach, gemach — dieser da ist schon etwas Besonderes, dennj es ist der Schulanfang nach Ostern, der Beginn eines neuen i Schuljahres, der Tag, an dem neue Schulrekruten einrücken in die alles gleichmachende Schule, die Standes- und Klassen­unterschiede nicht kennt, letztere allenfalls in d e m Sinne, daß man in der höheren Schulklasse noch ein bißchen mehr Schul­weisheit in sich aufnehmen muß als in der niederen. „Schul- rekruten" und „Abcschützen" — das klingt alles so furchtbar • kriegerisch, und man ersieht daraus, daß viele, darunter auch ; der berühmte „Sprachgebrauch", sich die Schule immer noch I als eine große Drillanstalt vorstellen, als ein Kampfgebiet, auf dem sich Lehrer und Schüler Schlachten liefern und Der I Schulbub oder das Schulmädel schließlich der höheren Gewalt ; unterliegt. So soll das aber nicht sein und man sollte den ■ mehr oder minder forschen Sechsjährigen, welche am 9. April ■ mit dem neuen Ranzen auf dem Rücken oder der Schulmappe j samt Federkasten in der Hand als junge Armee einztchcu in ; die heiligen Hallen, die für viele bald recht unheilig werd.», nicht bange machen vor dem Herrn Lehrer und dem „Fräu­lein", das sich viele seltsamerweise immer noch bebrillt vor stellen, sondern ihnen vielmehr außer den üblichen Schulau­fangsbonbons allerlei nette Worte über den Nutzen und Die unbedingte Notwendigkeit Der Schule, über den hohen Wert Deë Schönschreibens, des Fibcllesens und des Zusammen- zählens und über das im Grunde freundliche Wesen Sc-c Herrn Lehrers und des „Fräuleins" mit auf Den Schulweg geben.

□ Das Kursbuch für die Toinmerrcise. Die erste Sommeransgabe des Rcichskursbuches 1929 mit den 15. Mai in Kraft tretenden Sommersahrplänen wh - "echtzeètig vor dem Inkrafttreten des Sommersahrplqns' erscheinen. Der Verkaufspreis für ein Reichskürsvuch beträgt wieder 6,50 Mark. An Stelle des Heftes Shafi fahrlinien wird ein besonderes Kraftpostkur s.b u ch ^eransgcgeben. das den Beziehern des Reichskursbuckc^ ö« dem erheblich ermäßigten Preise von 50 Pf. geliefert wird.

□ Brieftelegramme nach dem Ausland. Daß man für eilige briefliche Mitteilungen auf Entfernungen, die ein Eisenbahnzng nicht mehr zwischen Abend und Morgen durchmißt, vorteilhaft das Brieftelegramm benutzt, ist all-" gemein bekannt. Weniger bekannt ist cs aber, daß inst • sich die Einrichtung dieses billigen Verkehrs auch nach solchen europäischen Ländern zunutze machen kann, die am unmittelbaren Brieftelegrammaustausch mit Deutsch­land noch nicht teilnehmen, wie Frankreich, Belgien, Schweden u. a. Man kann nämlich wie jedes Telegramm so auch Brieftelegramme bis zu einer bestimmten Grenze telegraphenanstalt telegraphisch befördern und von d ' als Brief mit der Post oder, tvo vorhanden, Luftpost dem Empfänger übersenden lassen. An Gebühren hat der Ab sender für solche Telegramme außer der Bricftelcgraimn gebühr nur das Postgeld für die Weitersendung zu er ­richten. Als ftbergangsort ist natürlich d e r Ort za wählen, der die im Einzelfalle geeignetsten Postvcrbi»' düngen hat. Darüber und über alles Nähere geben bis Postanstälten aus Verlangen Auskunft.

Entfettungs-Kuren im Frühling sind besonders Erfolg versprechend. Nehmen Sie bei Korpulenz oder Veranlagung zum Star'kwerdcn morgens und abcnD-.' 2 bis 3 Tobula-Kerne, die Sie in Apotheken erhalten, sicher in der Hof- u. Schwan-Apotheke,

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