Einzelbild herunterladen
 

Die hessische Negierungserllärung zum Einheitsstaat.

kairksmt' a?M., 9. März. DieFrankfurter Zeitung" be­male sich heute in ihrem Leitartikel mit der jüngsten Er- n« des hessischen Staatspräsidenten Adelung. Sie bedauert, Lese Erklärung in der deuschen und namentlich der reichs- ^tädtischen Presse nicht die ihrer Bedeutung entsprechende ! ung gefunden hat und schreibt zum Schluß: Der Vorschlag Lere war ein tapferer Vorreiter der Anregungen, die der hessische Regierungsführer Staatspäsident Adelung ge- n hat Ohne Leuschners Vorgehen hätte man in Darmstadt kaum schon den Mut zu so kühnem Handeln gefunden. ' Leuschner ist ohne Antwort von der preußischen Seite ge- wenn man nicht einen Artikel des sozialdemokratischen ordneten Hamburger dafür nehmen will, der allerdings ous der parteimäßigen und gleichzeitig preußisch-partiku- tischen Gesinnung heraus geschrieben war, die man mit Be- ,in immer wieder auch bei dem Ministerpräsidenten Braun értt Wir glauben, daß die jetzige offizielle Regierungser- unä in Darmstadt nicht ohne Antwort von Berlin aus ge= werden sollte. Wie lange es noch dauern wird, bis auf ' Weg der Länderkonferenz etwas Positives zustande kom- . wag, das steht dahin. Aber die Bevölkerung unseres in-Maingebietes wird nicht ruhig mit ansehen wollen, daß (5 Lebensproblem ihrer engeren Heimat wie des deutschen imtvolkes durch egoistische Länderbürokratie ad calendas ,ca5 verschleppt werde.

lerbürgermeister Dr. Glässing in Darmstadt gestorben.

* Darmstadt, 11. März.

(KCWein abend verstarb plötzlich der Oberbürgermeister der !dt Darmstadt, Dr. Glässing an den Folgen einer Lungen- nmdung Er war bereits auf dem Wege der Genesung, als Rippenfellentzündung seinen Zustand verschlimmerte und , ^od heroeiführte. Dr. Glässing wurde 1865 in Groß-Gerau oren, war 6 Jahre Amtsrichter in Offenbach und seit 1901 geordneter der Stadt Darmstadt mit dem Titel Bürger- ster. Nachdem er 3 Jahre lang den damaligen Oberbürger- ster Mormeweg vertreten hatte, wurde er im Jahre 1909 kibürgcrmeister der Stadt Darmstadt, welches Amt er gerade lafpe innehatte. Durch seine _ Tätigkeit im Deutschen lidietaa ist er weiten Kreisen Deutschlands und auch im Aus- tie bekannt geworden. Seine Spezialität war das kommu- Etcuerwesen.

Eine Zentralmolkerei in Kassel.

Tagesproduktion 80 000 bis 100 000 Liter.

Ml. Eine größere Anzahl Landwirte aus den Kassel be- MMM Kreisen mit Unterstützung der Landwirtschaftskam- lcr für Kurhessen und Waldeck beschlossen den Bau einer eniral- M o l ker c i in der verlängerten Schillerstraßc in -Hs unmittelbar am Bahnhof Oberstadt, um die Milch- M durch die Bahn zu erleichtern. Die Baukosten sind mit MW Rm. veranschlagt. Die Eesamtleistungsfähigkeit der >m Zentral-Molkerei ist auf die Tagesverarbeitung von ifflO bis 100 000 Liter Milch eingestellt. Es dürfen nur Land- tie Milch liefern, die mit ihren Ställen dem Tuberkulose- lgungsverfahren angeschlossen sind. Die Zentral-Molkerei terstèht der Ueberwachung der milchwirtschaftlichen Prüfungs- L der Landwirtschaftskammer für Kurhessen und Waldeck; : Wird weiterhin der Südwestdeutschen Molkerei-Zentrale i®. m. b. H. in Frankfurt und Darin stadt angehören, ic Milch wird nach Fettgehalt und hygienisch einwandfreier eHndlung alsbald nach der Gewinnung bezahlt; die Ent- seidung hierüber treffen wissenschaftlich durchaebildete akteriologeu. Mit dem Bau der neuen Zentral-Molkerei ll etwa Mitte März begonnen werden; es wird erwartet, 6 die neue Eroßmolkerei ihren Betrieb am 1. September 1929 fnehmen kaun.

Seffen-Äaffa« und Rachbargebselen.

Wetterbericht.

Des Hochdruckgebiet über West- und Mitteleuropa hat feine M moerändert beibehaltcn. Dagegen haben sich die Luft- iilkgegcnsätze ausgeglichen. Ueber Skandinavien kommt es m wieder zur Ausbildung neuer Störungen, die sich südost- ms verlagern werden, doch ist für unser Gebiet zunächst nur Wölkungszunahme zu erwarten. Die Temperaturen erfahren in wesentliche Aenderung. Vorhersage bis Montag abend: eilig bis zeitweise aufherternd, nur vereinzelt feister Nächt­ig tags mild, schwache meist nördliche Winde. Witte- USMssichten für Dienstag: Bewölkt bis bedeckt, noch keine cdcrschläge nördliche bis westliche Winde.

* Fulda, den 11. März 1929.

Regierungspräsident Dr. Friedensburg

wie uns mitgeteilt wird, zu der am 19. März stattfinden- !> Sitzung des Fuldaer Kreistages feine Anwesenheit in Aus- gestellt.

Die Heilighaltung des Karfreitags.

k.Trr Herr Minister des Innern hat bezüglich der äußeren Plighaltung des Karfreitags Nachstehendes angeordnet:

-rhcater, Zirkusse, Varietes, Kabaretts, Konzert- und son- r ^crgnügungslokale sind grundsätzlich geschlossen zu halten. sind nur zulässig:

gm Theater bei Stücken religiösen oder legendären Jn- lz B. Passionsspiele, Mysterienspiele, auch das Bühnen- kMchpielParsifal"); andersartige Theaterstücke sind vcr-

Theater und Konzertsäle, in denen regelmäßig nur k oretungen von höherem Kunstwert stattfinden, wenn es sich geistliche Musik handelt;

l ' "ichtspielthcater, wenn Bilder religiösen oder lcgen- Inhalts vorgeführt werden.

gryten sind in Lokalen mit Schankbetrieb, gleichgültig ob Kaffees, Konzert- und ähnliche Lokale handelt, must- M ""sbictungcn jeocr Art, also auch ernste Musik, grund- d H?"boten. Das gleiche gilt für öffentliche acwcrblichc Ürno Un®cn ^0 Rennen, Boxkämpfe und ähnliche Dar- L.- Außer den öffenilichcn, sind auch alle privaten in und sonstigen öffentlichen Vergnügungsloka- cten Lustbarkeiten mit Einschluß der Gesangs- und Wcn Vorträge, Schaustellungen, theatralischen Vor- I -EU und Musikausführungen verboten."

L Ein Frühlingssonntag.

Lim-n^'Z^öbulich lange Winter, das wochenlange strenge der Kälte, hat in die Menschenherzen stärker als k 2en fuhren die Frühlingssehnsucht gesenkt, die Sehn- hwMf®arincm Sonnenschein, nach blühenden Blumen und M^uugsspiel. Gestern schien alles Frühlingshoffen in I utpe- geben: Vom klarblauen Himmel lachte die Sonne len, m»?dren warmen Strahlen zerfloß ein großer Teil Iwaeh°m Winter noch zurückgeblieben. Die Menschen, herbenSen während der letzten 10 Wochen zu Ofenhockern li<i;ein s wanderten froh hinaus in den lachenden Son- i»«^j&an den vieltansend Waßerbächlein, mit sotten mter fortschwamm ins ferne Meer und atmeten |bt tot ßln die frische reine Frühlingsluft. Fast die ganze it enbijl ältern in den Mittagsstunden auf den Beinen, um pn ter D d?uden Frühling zu begrüßen.

«r bic lQ^T zogen große Schwärme von Schnecgänicn len und flogen gen Norden, dem Winter nach, für len: Ocn heute mehr denn je die Worte des Volkslieds

Aber Dein Scheiden macht, mir das Herze lacht. Winter ade!

Ein Fllnfundsiebzigjährlger.

Der in weiten Kreisen unserer Stadt bekannte und geschätzte Herr Gustav Nesemann (früherer, Schutzmann bei der ehemali­gen Königlichen Polizeidirektion in Fuldas, Horaserweg 43, konnte gestern in voller körperlicher und geistiger Frische sei­nen 75. Geburtstag feiern. Die Kapelle der Fuldaer freiwilli­gen Sanitätskolonne erfreute das greife Geburtstagskind durch ein Ständchen.

Volkshochschule.

Ndcr Volkshochschule sprach am Samstag abend Herr Dr. F. Weymar über das aktuelle ThemaBcvölkerungspolitik und Wirtschaft". Nach grundlegenden Ausführungen über die ge­schichtliche Entwicklung der VcvLlkcrungslehre, nach kurzer Dar­stellung der Hauptgrundzüge der Bevölkerungstheorie der klas­sischen Nationalökonomie (Robert Thomas Malthus) und des daraus entstandenen Neo-Malthusiamismus, schilderte Dr. Wey­mar den engen Zusammenhang zwischen Wirtschafl und Bevöl­kerungsentwicklung. Oberstes Ziel jeder Wirtschaftspolitik müsse sein, das Gleichgewicht zwischen Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaftsentwicklung aufrecht zu erhalten. Vor dem Weltkrieg habe in Deutschland dieser Gleichgewichtszustand be­standen, durch den Krieg und seine Folgen sei er aufs stärkste ge­stört worden. Der Redner untersuchle die Ursachen des "in Deutschland in den letzten Jahren so überaus stark zunehmenden Rückgangs der Bevölkerungsvermehrung (1900 noch 36 Lebend­geburten auf 1000 Einwohner, 1927 nur noch 18) und sah als Hauptgrund an die veränderte seelische Einstellung des Volkes zu den Problemen der Ehe. Die durch diesen Geburrenrück- gang veränderte Altersschichtung des deutschen Volkes (Ab­nahme des Prozentsatzes der Jugendlichen, Zunahme der Pro­zentsätze der Erwerbsfähigen und Alten) sei von einschneiden­den Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, der es in relativ kurzer Zeit bereits an dem nötigen Nachwuchs an Arbeitskräf­ten fehlen werde. (Die heute noch bestehende Arbeitslosigkeit sei nicht in dem Zuviel an Menschen, sondern in der durch den Krieg hervorgerufenen Störung der Weltwirtschaft begründet). Dem heutigen übermäßigen Druck desZuviel" auf dem Ar­beitsmarkt werde morgen schon ein wirtschaftlich reckt gefähr­lichesZuwenig" gegenübertreten. Auch der Einfluß der verän­derten Zusammensetzung der Bevölkerung auf die Sozialpolitik (starke Zunahme der Empfänger von Altersrenten bei nicht mit­wachsender Zahl der Versicherungsiräger) und die Markiverhält- nisse (Fehlen der Anregung des Marktes durch den Bevölke­rungszuwachs) stelle die Wirtschaftspolitiker vor schwerste Probleme.

Von größter Wichtigkeit sei deshalb die Lösung der Frage, wie das vorübergehende Zuviel an Menschen zu beseitigen sei, ohne sich der Gefahr des zukünftigen Zuwenig auszusetzen. Herr Dr. Weymar sah als wirksamstes Mittel die Durchführung einer gesunden Wirtschaftspolitik, die allein über die heutige Bevölke- rungskrisc hinwegholfen könne (vernünftige Steuerpolitik, Be­günstigung der Neukapitalbildung, weitere Rationalisierung, klare Agrarpolitik, usw.).

Die Ausführungen Dr. Weymars fanden bei den etwa 40 Zuhörern lebhaftes Interesse. Selbstverständlich konnten sie nur eine Ansicht (von sehr zahlreichen und gegensätzlichen) zu den Fragen der Bevölkerungspolitik geben. Dank gebührt dem Redner dafür, daß er seine Hörer anregte, sich mit dem wichtigen und für das Schicksal des deutschen Volkes vielleicht ausschlaggebenden Problem der Bevölkerungsentwicklung zu beschäftigen.

in der auch Pulvermann die schöne Zeit der ersten Liebe an sich selbst verspürte. Irene hieß die Schöne, und auch sie las den Fuldaer Anzeiger, auf den Pul­vermann ständig abonniert war. Pulvermann war über­glücklich, wußte er doch, daß ein junges Mädchen, das den Fuldaer Anzeiger las, dank der darin ent­haltenen Ratschläge eine tüchtige Hausfrau und Mutter werden mußte.

(Fortsetzung folgt.)

Das Parkhotel wird evangelisches Altersheim!

In der evangelischen Gemeinde besteht seit vielen Jahren der Wunsch, in Fulda ein eigenes Altersheim zu errichten, in dem alte, alleinstehende Gemeindcmitglieder Aufnahme und Betreuung finden können, Bisher scheiterte die Errichtung eines solchen Altersheimes immer an der Schwierigkeit, die dazu erforderlichen größeren Geldmitteln allein aus der ver­hältnismäßig kleinen Fuldaer evangelischen Kirchengemeinde aufbringen zu können. Erfreulicherweise ist nun der Herzens­wunsch vieler evangelischer Fuldaer doch überraschend rasch in Erfüllung gegangen: Das Hessische Siechenhaus (Gesundbrun­nen) in Hofgeismar hat dieser Tage von dem Herrn Landes­hauptmann in Kassel das vor kurzem erst in den Besitz Ser Landesverwaltung übergegangene Fuldaer Parkhotel (ein­schließlich Inventar) käuflich erworben, um darin ein Alters­heim zu errichten. Der evangelischen Kirchengemeinde Fulda sind durch diesen Kauf keine allzugroßen finanziellen Lasten entstanden, sie hat zur Einrichtung des Heims die bereits aus früheren Legaten stammenden Möbel und die von hochherzigen Spendern für ein evangelisches Altersheim gestifteten Geld­beträge zur Verfügung zu stellen und muß darüber hinaus noch eine gewisse Summe als Grundstock aufbringen. Mit einigen vorzünehmenden baulichen Veränderungen wird bereits in den nächsten Tagen begonnen werden. Bereits vom 1. April ab können Aufnahmen in das Fuldaer evangelische Altersheim stattfinden. Anträge zwecks Aufnahme in das Altersheim sind an Herrn Kreispfarrer Weber oder an Herrn Pfarrer Hatten­dorff zu richten.

Die Nachricht von dem Erwerb des Parkhotels für die Er­richtung eines evangelischen Altersheims wird sicher von der ge­samten' evangelischen Bevölkerung Fuldas freudigst begrüßt werden. Mir den versorgunasbedürftigen Gomeindemitalie- dern wird die ganze evangelische Gemeinde ihrem Kirchen­vorstand dankbar fein daß es ihm gelungen ist, diesen Herzens­wunsch der evanaolischen Gemeinde so rasch und in so allseits befriedigender Weise zu erfüllen.

Die Bereinigung ehcmal. 81er hicli Sonntag nachmiltag bei Kamerad Hornung (Lindcnhof) eine gut besuchte Versammlung ab, zu der sich auch zwei Kamc- raoen" aus Johannesberg eingefunden hatten. Das zur Vertei­lung gelangte Nachrichtenblatt des 81er Bundes (umfassend die

Regimenter Jnf.-Regt. 81, Mes.-Jnf.-Reg 81. Landstwrm-Jns.« Regt. 81, fewte die Jnfanterie-Regmenter 186, 223, 253, 365 und 390), das den Bericht über die vorjährige Bundcsverscchnnrlung in Herborn enthicli, fand großen Anklang. Angeregt würbe, im Laufe des Sommers einige Versammlungen in den um­liegenden Orten abzuhalten, um auf diese Wege noch fern­stehende ehemal. Kameraden zu gewinnen. Die nächste Ver- iammtung findet am 14. April, nachm. 4 llhr, bei Kamerad Wehner (Gasthaus zum Engel) Fulda, Löherstraße, statt. Nach Erledigung einiger anderen Angelegenheilen blieben die Kame­raden noch einige Zeit beim Austausch alter Erinnerungen vereint.

* Neuhof, 10. März. (Einführung des neuen Pfarrers.) Der heutige Sonntag war für unsere kleine evangelische Ge­meinde ein besonderer Freudentag. da im HauvtgolteS dienst unser neuer Seelsorger, Herr Pfarrer E e r v i n u s, durch Herrn Kreispfarrer Weber-Fulda feierlichst in sein Ami eingckführt wurde. Herr Kreispfarrer Weber behandelte in seiner An­sprache die beiden GedankenChristus will Euch bienen und Lasset Euch dienen von Christus". Nach der Ansprache wurde Herr Pfarrer Gervinus feierlichst auf sein neues Amt -ver­pflichtet.

Hanau. Die Kirchenregierung Hessen-Kasiel hat in ihrer 62. Sitzung u. a. beschloßen, die Gemeinden Hanbus miteinan­der zu vereinigen, es sei denn, daß sie selbst, statt tfer bisherigen personellen Gliederung eine territoriale Gliederung der Ma­rien- und Johannisgemeinden beschließt. Da es die letzte Sii- zung war, an der Senatspräsident Dr. Heldmann-fFrankfurl am Main infolge des Ausscheidens des Kirchenkreises Bocken- heim teilnahm, widmete ihm der Vorsitzende, Landesobckrpfarrer Dr. Möller, zum Abschied warme Worte des Dankes für- seine mühevolle und segensreiche Arbeit, besonders auch bei dem Zu­standekommen der neuen Kirchenoerfassung, bei der ein von ihm ausgearbeiteter Entwurf zu Grunde gelegt ist.

Frankfurt a. M., 10. März. Das Büro des Schlichters für den Bezirk Hessen befindet sich ab Montag, den 11. März d. I., in Frankfurt a. M., Moltkeallee 2224, 2. Stock, und ist unter Telephonnummcr Maingau 79484 an das Ortsnetz angeschlosse».

Franlurt a. M., 9. März. (Das Eis in Bewegung.) Unter dem Einfluß der warmen Sonnenstrahlen haben sich die gefürch­teten Eismassen zu einem großen Teil in Bewegung gesetzt. Dank der Tätigkeit der Sprengkommandos sind überall freie Wasserrinnen geschaffen worden, so daß das Eis glatt abtreiben kann. Es scheint also, als ob wir diesmal noch mit einem blauen Auge davonkommen. Allerdings ist die Gefahr noch nicht ganz vorüber, da die Nebenflüße und Bäche nach wie vor vereist sind und bei starkem Tauwcttcr noch manche Ueber- raschung bringen können. Aus dem Obermain hat sich die Lage wesentlich geändert. Das Eis hat sich dort gelockert umb ist brüchig geworden. Zum Abtrieb ist es aber nicht gekommen und wird auch für heute noch nicht erwartet. Auf dem Rhein ist die Strecke bis Bingen eisfrei. Auf der Strecke oberhalb des Mäuseturms bis Oberwesel ist das Eis im Treiben.

Wüstensachsen (Rhön). Nach den letzten starken Schneefällen mußte ein großer Teil der Autolinien in der Rhön und dem an­grenzenden Gebiet vorübergehend eingestellt werden. Die jahr­zehntelang nicht mehr benutzten Schneepflüge wurden Hervorge­holt und mußten schwere Arbeit tun. Verschiedene Straßen waren berart zugedeckt, daß sie mit den benachbarten Feldern und Weideflächen nur noch eine glatte weiße Fläche bildeten. Nächtliche Stürme hatten um die hoch gelegenen Dörfer Schnee- mauern gezogen, so daß die Dörfer von der Außenwelt abgc- schloßen waren. In verschiedenen Orten wurde die Bevölkerung vom Bürgermeister zur Hilfsdienstpflicht aufgerufen. Alle Männer, Frauen und Jugendliche halfen Schnee schippen, um so eine wenigstens einigermaßen gangbare Furt zu dem Nach­barort zu schaffen.

Würzburg. Eine Spende von 30 000 Mark wurde vom Geh. Kommerzienrat Dr. h. c. Curt Elschner, Berlin, dem Verein Studcntcnhilfe Würzburg als Baustein für das neue Studenten- Haus überwiesen.

Friedberg, 10. März. (Großer Rohrbruch an der Frankfur­ter Wasserleitung in Oberheßen.) Das Hauptwasserleitungs- robr der Frankfurter Waßerleitung aus dem Wasserwerk In­heiden bei Hungen, das in der Wetterau durch die Horloff ge­legt ist, hat durch die Frostwirkung der jüngsten Zeit einen Bruch erlitten. Die Reparaiurarbeiten werden durch die Firma Philipp Holzmann in Frankfurt a. M, ausgeführt und sic ge­stalten sich recht schwierig, da zunächst bte Horloff cingebämmt werden muß, bis man an die schadhafte Stelle herankommen kann. Unter Umständen wird die Ausbesserung wohl längere Zeit in Anspruch nehmen.

Gießen, 9. März. (Festgcnommenc Diehdicbe.) Am Don­nerstag abend sind von der Polizei in Gießen drei Personen festgenommen worden, die zwei Stück Rindvieh verkaufen woll­ten unter der Angabe, sie hätten bic Tiere in Münster in der Eifel gekauft. Das Vieh war mit einem Lastkraftwagen nach Gießen befördert werben. Die polizeilichen Ermittlungen er­gaben abbr, daß das Vieh einer armen Bauernfrau in der Eifel aus dem Stall gestohlen worden war. Die beiden Haupttäter sind schon oftmals vorbestrafte Personen, die insbesondere das Interesse der Kölner Polizei finden und auch jetzt wieder wegen anderer Strafsachen, darunler wegen Einbruchs in einen Eütcrbahnhof, von der Kölner Polizei gesucht werden. Die beiden Diebe und der Lastkraftwagcnführcr wurden in Haft genommen.

Obcrstein (Nahe). Ein Schuljunge, der sich auf dem Eis der Nahe tummelte, geriet auf eine dünne Stelle und brach ein. 'Ein in der Nähe weilender 10jähriger Sohn eines Polizei- bcamten rettete den sich in Lebensgefahr befindlichen unter Ein­setzung seines eigenen Lebens.

Letzte Nachrichten.

(Eigene Funkmeldungen.)

Die Kostümzeichnerin Käthe Lühning, die vor einigen Jah­ren durch ihre Entwürfe Aufsehen erregte, wurde gestern in ihrer Wohnung in Elten erhäng! aufgefunben. Man vermutet, daß die Künstlerin in einem Anfall geistiger Umnachtung bic Tat getan hat.

Briand ist gestern abend von Genf kcnnmend wieder in Paris eingetroffen.

Havas meldet aus Turin, daß der französische Luftfahrts- Minister und der iialienischc Staatssekretär für Luftfabrt dort gestern abend ein französisch-italienisches Abkommen über bic französisch-italienischen Suftoerbinbungcn im Mittelmeer unter­zeichnet l-aben.

Vergangene Nacht ist der D-Zug BerlinHamm auf dem Bahnhof Heeßen (Westfalen) auf einen Vichzug ausgelaufen, von dem mehrere Wagen ineinander geschoben und die Loko- molive des T-Zuges schwer beschädigt wurden. 4 Reisende des D-Zuges wurden verletzt, 60 Tiere getötet.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 11. März. ( Sticht amtl.) Rinder: Ochsen: al 5255, a2 4951, bl 45iS; -Bullen: a 5053, b 4549; Kühe: a 4146, b 3640, c 3235, b 25 bis 31; Färsen: a 5357, b 48-152, c 4347; Kälber: b 69 bis 74, c 6367, d 5662; Schweine: a 8183, b und c 8083, b 7982, e 7680. Aufgctrieben waren: Rinder 1 453 Stück, darunter: Ochsen 334, Bullen 78, Kühe 639, Färsen 410, Kälber 457, Schafe 61, Schweine 4 640. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer lleberstand, Kälber und Schafe ruhig, geräumt.

- Schweine rege, ausverkauft.