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Die Wohlfahrtspflege rmLandkreis Fulda l . Ueber die.Wohlfahrtspflege im Landkreis Fulda entnehmen amtes Schutzaufsrcht«-nl Wehen im Jugendamtsbezirk

..... Wohlfahrtspflege ......... wir dem Bericht der Kreisverivaltung folgende Angaben:

Die amtliche Fürsorge und die freie, insbesondere die kirch­liche Liebestätigkeit haben auch int Berichtsjahre einmütig sammenqewirkt. Die Aufgaben und damit auch die Ausgaben der Wohlfahrtspflege sind infolge der allgemeinen Notlage

wiederum gestiegen.

Kriegsbeschädigtenfürsorge.

3m Berichtsjahre standen 135 Kriegsbeschädigte. 183 Krieger- Hinkerbliebene, 55 Vollwaisen. 136 Kriegerhalbwaiien und 141 Kriegseltern in Fürsorge. Auf Grund der £§ 8895 des R^>G. wurden an 135 Kriegsbeschädigte mit 285 Kindern und an 183 Witwen mit 310 Kindern 211 762,55 Reichsmark Zusatzrente gezahlt. 39 Anträge auf Kapitalabfindung wurden gestellt, von 'oenen 36 mit einer Gesamtsumme von 86 613,50 Reichs­mark bewilligt wurden. 2 Schwerkriegsbeschädigten konnte int verflossenen Jahre Arbeit vermittelt werden.

Klein- und Sozialrentner-Fürsorge.

In Betreuung standen 417 Kleinrentner und diesen Gleich­gestellte. Vie 3'3 939,80 RR erhielten. Die Aufwendungen für die in Fürsorge stehenden 216 Sozialrentner betragen 15 696,05 RR. Außer den laufenden monatlichen Unterstützungen wurden in vielen Fällen Arzt- und Apothekerkosten übernommen. dringenden Fallen auch einmalige Beihilfen gewährt.

in

Schwcrerwerbsbefchränkten-Fürforge.

Die Fürsorge für Schwererwerbsbeschränktc wurde nur einem Falle in Anspruch genommen.

Die Fürsorge für hilfsbedürftige Minderjährige erstreckte sich auf 49 Fälle mit einer Gesamtausgabe 5 714 R

Wochenfürsorge.

in

von

Bei der Wvchenfürsorge wurde für 38 Unterstützungsfälle ein Gesamtbetrag von 2 284,50 RR verausgabt.

Armenfürsorge.

In der Armenfürsorge wurden 217 Familien betreut. In 49 Fällen wurden Arzt- und Apothekerkosten übernommen bzw. Beihilfen hierzu gezahlt. Einschl. der Ausgaben für die ausge­steuerten Erwerbslofenunterstützungs- und Krisenunterstützungs- empfänger wurde ein Betrag von 13143 RR verausgabt. Hierzu treten noch die Kosten der

Landeskrankenhausbehandlung, soweit sie nicht auf Klein- und Sozialrentner, oder auf sonstige Hilfsbedürftige entfallen. Sie belaufen sich nach Abzug der iin Berichtsjahre vom Landeskrankenhaus zur Verfügung gestellten 576freien Verpflegungstage auf 14 682,75 RR. Die Ge­samtzahl der Verpflegungstage betrug im Berichtsjahre 4 076. Wegen des Rechtes auf freie Behandlung aller Bedürftigen im Landeskrankenhaus ist mit dem Bezirksverband eine gericht­liche Auseinandersetzung eingeleitet worden.

Anormalen-Fürsorge.

Die Zahl der in Anstalten untergebrachten Geisteskranken und Geistesschwachen beträgt z. Zt.; davon befinden sich in Marburg 19, in Merxhausen 9. in Haina 20j im Antonius­heim 39, in Hadamar 2, in Treysa 1. Soweit es möglich war, wurden die Angehörigen zur Zahlung der Unterhaltsbeiträge herangezogen. In Familienpflege sind 88 Geistesschwache unter­gebracht. die vom Kreisarzt als Kreiskommunalarzt und von den Kreisfürsorgerinnen betreut werden. Außerdem standen 43 Epilevtiker in Fürsorge. Von den betreuten 20 Blinden und 26 Taubstummen sind 3 Blinde und 7 Taubstumme in Anstalten untergebracht. Die Zahl der betreuten Krüppel beträgt 285. Am Krüppelüeratunastage (März 1928) wurden 60 Krüppel vorgestellt. In 46 Fällen wurde das Heilverfahren durchqe- fLürt. In Anstalten waren 30 Krüppel rm'teräebracht. Die Gesomtkosten beliefen sich im Rechnungsjahre für die Krüp- velfürsorge auf 13 300 RR, für Geisteskranke auf 41500 RR, für Blinde und Taubstumme auf 4 200 RR.

Vorzugsrente.

Im Jahre 1928 wurden 33 Anträge auf Vorzugsrente von Kriegsanleihebesttzern gestellt, von denen 2 abgelehnt, die übri­gen bewilligt wurden.

Jugendwohlfahrt.

a) Tätigkeit des Kreisjugendamts.

Zu Beginn des Berichtsjahres standen 182 Mündel unter Amtsvormundschaft. Neu hinzu kamen 41, in Abgang 31, so daß zur Zeit 192 Amtsvormundschaften bestehen.

Es wurden 25 Unterhaltsprozesse geführt: 15 gewonnen, 5 verloren, 5 Prozesse schweben noch. Für auswärtige Jugend­ämter wurden 6 Prozesse geführt. An Unterhaltungsbeiträgen (einschl. Abfindungen) und Kinderzuschlägen gingen 16 911,22 RR ein. Die an Anstalten und Pflegeeltern gezahlten Pflege­gelder beliefen sich auf 20 886.18 RR. 39 Mündel besitzen Sparbücher, deren Gesamteinlagen z. Zt. 15 663,83 RR betragen.

Unter Pflegschaft standen 54 Personen. 201 Pflege­kinder waren untergebracht. Außerdem befanden sich 242 uneheliche Kinder bei Der Mutter unter Aufsicht des Jugend-

Aus Heffm-AaffM und AachdargMetea.

Der Sternenhimmel im März.

dcun endlich scheint doch der langersehnte Frühling seinen ainzug zu halten. Die Sonne steigt von Tag zu Taa höher am .ytmmel empor und erreicht am 21 März den Schnittpunkt ihrer Bahn mit dem Himmelsâquator; dann beginnt im astronomischen Sinne der Frühling, Tag und Nacht sind mit je zwölf stunden gleich lang und so muß die zunehmende starke der Sonnenstrahlen uns endlich das waryw Wetter bringen, das wir seit langer Zeit erfolgten.

o TR Mondphasen fallen auf folgende Tage: am & März ist letztes Viertel, am 11. Neumond, am 18. Erstes Viertel und am 25. Vollmond.

Von den Planeten steht noch immer die Benns als hellstes -mjett am westlichen Abendhimmel. Trotzdem ihre Sichtbar- keltsdauer jetzt im Abnehmen begriffen ist, nimmt sie an Leuchtkraft bis zum 15. März zu. In ihrer Nähe steht der ^uptter tm sternbilde des Widders. Er nähe rt sich der Sonne, ei ^e dieses Monats nur bis zu zwei Stunden « Untergang beobachtet werden kann. Der schönste E einem System von Ringen umgebene e^nteUt dem Strahlenkranz? unseres Tagesgesttrns â ^ ^ nun am Morgenhiw.mel immer besser sichtbar. Aenllick mme^ gegenüber dem vorigen Monat Ä geblieben; tret kommende Frühling macht des Großen in^ ^H das Jmmerhg hersteigen

ließen, 4 März. (Hohe Sterblichkeiiszisser in Gießen.) In ttfcrer ®*?kijlt 3ur Zeit Die Sterblichkeitsziffer außer ordentlich groß. Meist and es alte Leute zwischen 60 und 80 Jahren, die een weitverbreiteten Erkältungskrankheiten, Grippe mit folgen­der Lungenentzündung, zum Opser fallen. Vor einigem Tagen waren in Der Leichenhalle des Friedhofs an einem" einzigen Tage 22 Tote eujgekahrt, die dort der Beisetzung harrten. Am Freitag wurden nicht weniger als elf Bestattungen vorgenom- S und zwar sechs Erobestattungen und fünf Einäscherungen.

zu Anfang dieser Woche hat die Sterblichkeit im großen und ganzen nicht nachgelassen. Es ist vielmehr andauernd ein Hoher Abgang vor Einwohnern, insbesondere in höheren Hebens« jähren, zu verzeichnen. Die Bearbeitung der Erabstättem macht Uicbe Schwierigkeiten, da das Erdreich auf dum hoch- f zum Teil bis zu 1,5 Meter tief fest gefroren

ist

z. Zt. 8 männliche und 3 weibliche. Fürsorgeerziehung wurde für 5 männliche und 4 weibliche Personen angeordnet. Insgesamt befanden sich 23 Personen in Fürsorgeerziehung: dazu kamen 22 auswärtige Fürsorbezöglinge. Ingen d a e - richtshilfe wurde vom KreisiugendaM in 20 Fällen

geleistet.

b) Jugendpflege.

In Marbach, Neuhof, Horas, Hainzell, Hosenfeld, Elters, und Dietershan wurden neue Jugendheime eingerichtet bzw. ihre Einrichtung in Angriff genommen. Bei fast allen Ver­einen zeigt sich ein Bedürfnis nach Jugendheimen, die unab­hängig von Alkohol und Wirtshausbesuch sind. Die Zahl der männlichen Jugendvereine beträgt 56; sie erfassen insgesamt 2 951 männliche Jugendliche und 235 diesen Vereinen ange­schlossene Schüler. Es wurden 21 Lichtbildervorträge für ju­gendliche gehalten. In 3 Orten des Kreises wurden Kochkurse eingerichtet, bei denen die Kreisjugendpflegerinnen den Unter­richt in Gesundheitsfürsorge, häuslicher Krankenpflege und Säuglingspflege erteilten.

Wöchnerinnen und Säuglingspflege.

Im Jahre 1928 wurden 1 049 Kinder geboren, darunter 12 Zwillingspaare, ix f. auf 1000 Einwohner 22,5 Kinder. Es starben 471 Personen, d. s. auf J 000 Einwohner. 10,1. Der Geburtenüberschuß betrug sonnt 578, d. L 12,4 auf 1000 Ein­wohner.

40 Mütterberatungsstellen wurden regelmäßig unterhalten. Die Mütterberatungsstellen würden von 540 Muttern besucht. In 29 Hebammenbezirken sind 30 Hebammen vorhanden. Aus eine Hebamme entfallen somit 1155 Einwohner mit durchschnitt­lich 28 Geburten. Von den Hebammen wurden 928 Wöchnerin­nen entbunden, darunter 121 mit ärztlicher Hilfe. 2 Wöch­nerinnen starben bei der Entbindung, 1 im Wochenbett. Von den geborenen Kindern starben 20 im ersten Lebensjahre.

71 Wöchnerinnen konnte die notwendige Erstlingswäsche gegeben werden. Ferner wurden 947 Hausbesuche gemacht.

Gesundheits-Fürsorge.

Neben dem Kreisarzt als Kreiskommunalarzt waren 7 Aerzte in der Gesundheitsfürsorge des Landkreises tätig (im ganzen sind im Landkreise 14 Aerzte an 6 Wohnorten ansässig). In 10 Kleinkinderbewahranstalten des Landkreises waren 523 Kinder untergebracht. In 8 Anstalten bekamen die Kinder Frühstück oder Nachmittagskaffee. Von den Schulärzten wurden im Berichtsjahre die Schulkinder sämtlicher Jahrgänge unter­sucht und zwar erstreckte sich die Untersuchung auf 4 913 Volks­schüler von insgesamt 6 228. Bei 15,5 ?L der Schulkinder wurde Kropf festgestellt, gegenüber 25 % im Jahre 1927, 30 % im Jahre 1926 und 39 % im Jahre 1925. Wie in den Vorjahren wurde eine Behandlung mit Jodkali durchgeführt. 16.5 % der Untersuchten litten an Rückenschwäche gegenüber 19 % im Vorjahre. Tuberkuloseverdächtig waren 18 Kinder, nur 1 Kind offentuberkulos. Herzstörungen wurden bei 4,2 % der Kinder festgestellt. Gesunde Zähne hatten nur 1221 Kinder. Schul­zahnpflege ist nur insofern durchgeführt, als von den Schul­ärzten der Befund abgegeben wird. Im übrigen haben sich die Zahnärzte verpflichtet, die von den Schulärzten namhaft gemachten Kinder zu den Mindestsätzen der Krankenkassenge- bübrenordnung zu behandeln. An 773 Schulkinder wurden Reinioungsbäder abgegeben. Schulspeisungen erhielten 131. 113 Schulkinder waren in Erholungsheimen untergebracht. Orthopädisches Turnen wurde 59 Kindern erteilt.

An 1170 Erstimvflingen und 674 Wiederimpflingen wurde die Schutzvockenimpfung vollzogen.

An ansteckenden Krankheiten kamen zur Anmeldung (die Todesfälle sind in Klammern beigefügt): Diphterie Erkrankung 36 (2). klebertragbare Genickstarre Erkrankung 1 (1), Kindbett- ffeter ErM

und Keblkovftu berku lose Erkrankung 59 (32). Rubr Erkrankung 4, Scharlach Erkrankung 57 (1), Tiwbus Erkrankung 3, Para- tnphns Erkrankung 20 il) Gehirnentzündung Erkrankung 1 (1). An Krebs starben 36 Personen.

Im Landkreise sind 20 Gemeinde-Krankenvflegeschwestern tarier die sich auf 11 Stationen verteilen. 2 377 Kranke wurden oevfleat 16 713 Krankenbesuche gemacht und 1 001 Nachtwachen übernommen. Kreisärztlich besichtigt wurden 22 Gemeinden. Im Landkreise sind 3 gevrüUe Desinfektoren vorbanden, sowie 5 in der Desinfektion gevrüfte Krankenvflegepersonen.

In den Schwesternhäusern Flieden. Rommerz und Eichenzell sowie im Jugendbeim Petersberg befinden sich vom Landkreise eingerichtete der Allgemeinheit zugängliche mustergültige Wan­nen- und Brauft-Badeanl-men. Weitere Badeanlagen sind auf dem Kreisivortulatz in Rachrain, sowie in den Gemeinden Lehnerz Niederkalbach. Kleinlüder und Steinhaus mit Beihilfen des Kreises eingerichtet worden.

Der Kurort. Bad Salzschlirf wurde im Berichtsiahre von 4 925 Kurgästen besucht, d. s. 800 mehr als im Vorjahre.

Einige Gemeinden des Landkreises wurden als klimatische Kurorte aufgesucht, insbesondere Friesenhausen, Langenbieber und Hofbieber.

(Fortsetzung folgt.)

Gladenbach, 4. März. (Im Freiballon von Dortmund bis in die Lahngegend.) Am Sonntag nachmittag gegen 5 Uhr wurde in der Nähe des Dorfes Weidenhausen ein Freiballon gesichtet, der außerordentlich niedrig flog. Kurze Zeit darauf schritten die Insassen des Ballons, vier Herren, zur Landung. Die Luftschifser waren am Vormittag gegen 11 Uhr in Dort­mund abgeflogen, um in die Gegend von Marburg zu gelan­gen. Herbeieilende Landbewohner waren den Luftschisfern bet der Landung behilflich und gingen ihnen dann auch bei der Verpackung des Ballons zur Hand. Der Ballon wurde mit­tels Fuhrwerks zur Bahn gebracht und dann zum Rücktrans­port verfrachtet.

Frankfurt a. M., 4. März. (Deutsche Kriegsgrabstein E. m. b. H.) Der Bezirksverband Nassau des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat festgestellt, daß die von dem franzö­sischen Pensionsministerium im Einvernehmen mit dem für das Deutsche Reich zuständigen Zentralnachweisamt für Krieger­gräber und Kriegerverluste genehmigten Heldengedenkstsine durch die Deutsche Kriegsgrabstein E. m. b. H. auf den einzel­nen Gräbern in Frankreich errichtet werden können.

Darmstadt. (Helft dem Wild!) Von einem hiesigen Eärt- nereibesitzer wurde an der Ludwigshöhe ein ausgehungertes Rehkitz gefunden. Das Tierchen erholte sich etwas an der ihm dargereichten Nahrung, wurde auch mitgenommen und wie ein Kind mit Milch, Haferschleim usw. gefüttert, allein die Bemühungen sollten ohne Erfolg bleiben. Das Rehlein war derart krank, daß es verendet ist. Das Wild ist in großer Not. Trage jeder dazu bei, ihm zu helfen. Legt an geschütz­ten Stellen im Walde Futter für die Tiere nieder. Wer einen Spaziergang in den Wald macht, sollte die Tiere nicht ver­gessen und ihnen etwas mitnehmen.

Aschafscnbnro.. 4. März. (Das Wilderer-Unwesen im Spes­sart.) Das Wildererunwesen im Spessart und in der Unter« maingegend ist ebenso schlimm wie im Bayrischen Hochland. Die Jagdpächter, die meist in Hanau, Ossenbach und Frankfurt a. M. sitzen, wißen ein Liedchen davon zu fingen. Der Wild- stand verringerte sich auf ungeklärte Weise, und Tag und Nacht hörte man es im Walde knallen, ohne daß jagdberechtigte Sckützen draußen waren. Manchmal auch pfiffen die Kugeln unsichtbarer Schützen völlig harmlosen Personen so nahe um Ne Ohren, daß es ein Wunder zu nennen ist, daß kein größeres Unglück vaisierte. Endlich im Juni n. J. erwischte man die beiden Wilddiebe in der Person eines gewissen Franz Hirsch und eines Heinrich Baldauf beide aus Krausenbach, die sich setzt vor dem hiesigen Schössengericht wegen gewerbsmäßigen Jaadvergebens zu verantworten hatten. Hirsch wurde zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten und brei Tagen. Baldauf zu einer solchen van drei Mmiaten rmei Wochen verurteilt.

Bad Ems, 3. März. (Ueber 30 Todesovfer der Krippe in Bad Ems.) Seit Beginn dieses Jabres sind hier bereits über 30 Todesfälle insolae Erivpe zu verzeichnen, im Februar allein über 20. Der Höhepunkt der Erippeertrankungen ist jedoch bereits überschritten, so daß mit einem baldigen Erlöschen der Snihenrie aerefbnet werden kann.

Aus den Parteien.

Versammlung der Nationalsozialisten.

In einer Versammlung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Ortsgruppe Fulda, sprach am Montag abend im Saale des evangelischen Gemeindehauses der Fraktionsführer der Nationalfozialistiften im bayrischen Landtag, Bibliothekar Dr. Vuttmann-MÜnchen, überDi e seelische Not des deutschen V o I k e s. Nach einleitenden Ausführungen über die wirtschaftliche Not, beschäftigte sich der Redner mit der politischen Not, in die das deutsche Volk auf der abwärtsfllhren- den Linie des Parlamentarismus und der Demokratie in den letzten 10 Jahren imemr tiefer hingeglitten sei. Die in dem heutigen politischen System herrschende Verantwortungslosigkeit werde selbst von dem sozialdemokratischen Reichskanzler Her- j mann Müller als unhaltbar bezeichnet. Eine Besserung der wirtschaftlichen Not könne unter diesem System nicht erwartet werden, sondern werde nur nach einer völligen Abkehr von diesem System zu erreichen sein, wenn eine starke Führerpcrsön- lichkeit ein für einen neuen Wiederaufstieg seelisch vorbereitetes I Volk vorfände. Die seelischen Voraussetzungen für eine von den Nationalsozialisten für unerläßlich gehaltene Diktatur ( seien heute jedoch noch nicht gegeben. Es müsse deshalb an dem Zustandekommen dieser Voraussetzung unermüdlich gear­beitet werden. Wie während des Krieges . der Defaitismus planmäßig in das Volk hineiugctragen worden sei, so muffe heute planmäßig der Wiederaufstieg vorbereitet werden durch die Weckung des Volkswillens zum eigenen Dasein, zur Sich- fortpflanzung, zum frohen Bekenntnis: ein Deutscher zu sein.

Der Redner wies mit Nachdruck auf den Irrglauben der deutschen Arbeiter an die Wirksamkeit der internationalen Soli­darität der Arbeiterklasse hin. In Wirklichkeit bestehe ein himmelweiter Unterschied zwischen dem seelischen Zustand des | deutschen und des ausländischen Arbeiters. Der ausländische Arbeiter richte sein politisches Tun und Lassen stets nach natio- J nalen Gesichtspunkten und bekenne sich immer freudig und be- : wußt zu seinem angestammten Volkstum. Der englische Ar- ; beiterführer Ramsey Macdonald habe beispielsweise in einem seiner Bücher geschrieben:Ich bin stolz darauf, ein Engländer zu sein, b. h., einem Volke anzugehören, das einen Milton, einen Shakespeare, einen Cromwells!) u. einen Nelson (!) hervorgebracht hat". Kan man sich vorstellen, so fragte Dr. ' ButtMllM, daß beispielsweise der deutsche Arbeiterführer Scheidemann, in seinen Memoiren geschrieben hätte:Ich bin - stolz darauf, ein Deutscher zu sein, d. h., einem Volke nnzuge- hören, das einen Goethe und Schiller, einen Moltke und Tirpirz hervorgebracht hat?" In dieser Gegenüberstellung zeige sich , deutlich der Unterschied in der Mentalität der deutschen und der ausländischen Arbeiterschaft.

Der Redner wandte sich in seinen weiteren Ausführungen' gegen die Gedankenlosigkeit im täglichen Leben, z. B gegen das gedaukenloie Einkäufen ausländischer Waren und Genußmittel. Die deutsche Not habe verursacht, daß der deutsche Mensch von heute nur auf das Nächste sehe, ohne an die Folgen seines Tuns zu denken. So komme es, daß wir politisch und wirtschaftlich immer mehr in die Abhängigkeit der Fremden gerieten, und diese Abhängigkeit seelisch noch nicht einmal empfänden. Ein­mal aber werde der deutsche Wille wieder erwachen. Dem Deut­schen von heute müsse man die Frage verlegen: Wollt ihr, daß eure Kinder das, ausbaden müssen, was ihr mitverschuldet habt, oder wollt ihr nicht lieber selbst mithelfen, daß sich alles wieder zum Besseren wende?. Wenn ihr das letztere wollt, dann helfft vor allem mit, daß die deutsche Seele wieder gesunde, daß sie nicht weiter in Kino und Jazz, in Sinnenlust und Eenußgicr ihr höchste Befriedigung findet! Wahre deutsche Volkskultur müsse wieder den Weg ins Volk finden anstatt der Sensation und üblen Eroßstlldtmache, die sich heute überall in Theater/ Kino und Schrifttum breit mache. Kino und Radio, zwei wun­derbare Erzeugnisse zivilisatorischen Fortschrittes, seien in der Art, in der sie heute dem deutschen Volke zugänglich gemacht würden, Werkzeuge zur Zerstörung der deutschen Seele. Habe beute die deutsche Jugend noch Juterè' für^Mie MMft für - klassische Theaterstücke? Nein, sie ziehe diesen Kulturgütern j seichte Operetten, Kriminal- und Sexualstücke und übelste/ Schund- und Schmutzliteratur vor, und je notiger, aemeiner unb' ' eindeutiger solche Dinge seien, umso größeren Beifall fänden sie bei einem wesentlichen Teile der heutigen Jugend, die bla­siert und abgestanden, mit 20 Jahren bereits abgelebt, die Jazz- paläste fülle.

Die heutige Kultur sei eineDrahtkultur", in der der Ein- zetne sich immer weniger schöpferisch betätige, sondern immer mehr Publikum werde und lediglich genießen wolle» Genießen aber mache gemein, lediglich Schaffen adele!

Die seelische Not unseres Volkes bestehe letzthin darin, daß wir den Stolz auf unser eigenes Wesen verloren und statt dessen das Fremde zu sehr in uns ausgenommen haben Die Liebe zum deutschen Volkstum treibe die Nationalsozialisten zu ihrem, politischen Kampfe.

Die Ausführungen des Redners, die in fachlicher, von politi­scher Polemik, nahezu völlig freier Weise voroetragen wurden, fanden bei den, Den Saal bis zum letzten Plätzchen füllenden Zuhörern lebhaftes Interesse. ' ' )

Preußisch-Süddeutsche Klassenlotterie.

Gewinne der 3. Klasse vom 1. März.

Nachmittags-Ziehung:

10 000 Mark: 75996 180160. 5000 Mark: 252 659. 3000 Mark: 47352 174138 380799. 2000 Mark: 37396 265568 296298 316598 343519. 1000 Mark: 13434 279 45 88949 96309 110756 152256 180196 191067 293137 342152 354785. 500 Mark: 13278 27640 31008 35931 44710 51058 53298 61591 68120 71620 82706 84471 97306 144170 158576 171694 196086 209616 223800 238088 210009 247867 275841 277177 278623 321922 330353 335188 339432 341735 343283 362865. > Gewinne der 5. Klasse vom 2. März. > Vormittags-Ziehung:

5000 Mark: 173759 379861. 3000 Mark: 5041 65633 223890 263781.2000 «Blatt: 4278 32331 85184 100140 146676 272140. 1000 Mark: 35378 58325 71152 80260 125049 144240 190235 208645 221610 273117 313159 337184 345515 348080 376501. 500 Mark: 23943 32556 57158 61113 69687 78882 82660 83321 - 84442 92874 98344 98971 103645 113316 124973 126297 127754 137567 142826 144938 146263 160700 162527 1.65613 168422 169307 170480 170806 171924 178288 190493 212931 212974 257003 267373 273413 292025 301301 305576 ' 359310 362319 380444 390449.

Nachmittags-Ziehung:

5000 Mark: 66785. 3000 Mark: 42816 147596 221914 294427. 2000 Mark: 15114 177645 189086 221121 230931. 1000 Mark: 1972 23665 30554 50723 63914 115164 118000 128070 147910 155957 173955 190883 208933 219172 223813 279139. 293239 351783. 500 Mark: 2031'7 22531 25059 37537 42156 46768 50862 55705 61011 72152.79087 85179 91038 92100 94708 | 109543 113100 123596 134156 143432 160520 172285 178098

184314 188154 201592 208457 220766 235661 267544 269586

283054 285341 318936 348345 355091 367379 373068 377136

399359. (Ohne Gewähr.)

Amtlicher Teil.

Holzverkauf.

Am Freitag, bat 8. März 1929, vormittags 10 Uhr, soll das in den städtischen Anlagen am Frauenberg lagernde HolZ öffentlich gegen Akeistgebot versteigert werden.

Es kommen zum Verkauf: . .

14 Ahornstämme, 30 Haufen Holz und Reisig und einige Wurzelstöckc.

Am gleichen Tage, nachmittags 3 Uhr, werden autz dem neuen städtischen Friedhof 12 Ahornstämme und 5 Haufen Reisig verkauft.

Der Verkauf von Brennholz und Reisig findet nur gegen Bar statt.

Fuld a, den 6. März 1929.