MMen-Mau und Nachbargebieten,
Merkblstt für verr 5. Mâtz.
Sonnenaufgang 6” 1 UonSciufgÄtg 3*
Sonnenuntergang 17’7 || Monduntergang 10'
1926 Der Dichter Otto Ernst gestorben.
Wenn du innerlich alle Vorzüge hast und du bist schlecht gelleidet, so wird dich jedermann verachten. So verständig die Fledermaus ist, wird sie doch, sagt man, von allen Vögeln vermieden. Tibetanisch.
Wetterbericht.
Der über Nordeuropa bis ins Baltikum vor gedrungene Westlufteinbruch ruft in ganz NordLcutschland lebhaften Druck- fall und lchirelle Bewölkungszunahme, an der Ostseeküste auch Schneefälle, hervor, während in Suden das heitere Strahlungs- wetter mit starken Nachtfrösten und relativ hohen Mittags- Temperaturen noch anhält. In unserem Bezirk wird bei langsamem Drucksall vielfach hohe Bewölkung eintreten, welche den scharfen Nachtfrost mildert. Ein schneller Abbau der Frost- wetterlage ist jedoch noch nicht vorauszüsehen. — Vorhersage bis Montag abend: Ueber wieg end bewölkt, langsam weitere Milderung des Frostes, schwache zunächst noch östliche, später auf Süd drehende Winde. — Witterungsaussichten für Dienstag: Noch keine wesentliche Aenderung.
* Fulda, den 4. März 1929.
Dem Gedächtnis Dr. Fritsch's
widmete Pfarrer Hattendorf im gestrigen Hauptgottesdienst in der evangelischen Kirche etwa folgende Worte: „Es ist wohl niemand in diesem Gotteshaus, auf dem nicht in ganzer Schwere der tiefe Ernst der Heimsuchungen lastet, die nach Gottes Willen in der hinter uns liegenden Woche über unsere Gemeinde hereingebrochen sind. Am vorigen Sonntag erlebten wir den ohne jegliche menschliche Schuld vereitelten Gottesdienst. Wenn diese Störung sich gottlob auch ohne ernstliche Folgen vollzogen hat, so war sie doch ein Ereignis, das allen daran Beteiligten unvergessen bleiben wird, und das uns wieder gezeigt hat, wie ohnmächtig der Mensch den Naturgewalten gegenüber steht, und wie schnell das Wort wahr werden kann: „Es ist nur ein Schritt zwischen Dir und dem Tode". :— Und dann die erschütternde Botschaft von dem Heimgänge unseres lieben Amtsbruders, Les Pfarrers und Lyzeumleiters Dr. Hans Fritsch! Sein Tod hat uns so getroffen, daß wir noch alle wie gelähmt unter der Todesnachricht stehen. So unerwartet hat sich des Todes Dunkel über ihn herabgesenkt und hat mit einem Schlage alle seine und unsere Hoffnungen und Wünsche zerstört. Den armen, alten Eltern, die nun zwei ihrer drei Söhne im besten Älter dahingeben mußten, den beiden kleinen, unmündigen Kindern, die binnen acht Tagen Vater und Mutter verloren, und an denen es sich jetzt so schmerzlich erfüllt, das „Ich kann nicht nach Hause, hab' keine Heimat mehr", ihnen gilt unsere ganze Anteilnahme. Wir gedenken auch der so schwer heimge- suchten Schule für die die Trauer um unersetzliche Lehrkräfte in den letzten Jahren nicht ausgehört hat. Unser Herz krampst sich zusammen bei dein Gedanken an die Fülle des Jammers und Herzeleids, wir können das Geschehene nicht fassen, wir stehen stumm vor dem unbegreiflichen Geheimnis und können nur trauernd bekennen mit dem Psalmisten „Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun. . ." Und doch soll und darf diese Stimmung bei Christen nicht die einzige bleiben' Wir müssen auch hier nach Trost und Kraft und Licht ausschauen. Das können wir, wenn wir dessen eingedenk bleiben, daß der, der uns diese Heimsuchungen auferlegte, daß Gott auch dem Heimgegangenen, den Eltern und den unmündigen Kindern der treue Hohepriester ist. Ihm wollen wir die Hinterbliebenen anempfehlen, vor allem morgen (Montags nachmittag, wenn E im Geiste an das geschlossene Grab der Mutter und an das noch offene Grab des Vaters treten . . ."
* *
An der Beisetzung Pfarrer Dr Fritsch's in Berlin nimmt im Auftrage der Evangelischen Kirchengemeinde Herr Kreispfarrer Weber teil.
Acktsrat Klostermann f.
Nach langem schwerem Leiden verschied am Freitag abend aus der nahen Domäne Johannesberg 6crr Amtsrat und Do- mänenpSKter Heinrich Klostermann. Mit ihm verliert der Vorstand der Molkerei-Genossenschaft Fulda-Lauterbach seinen Versitzenden, der nahezu ein Menschenalter la na an der Spitze der Genessenschaft stand, die seinem reichen Wissen und seiner Erfahrung manch wertvolle Förderung ihrer Aufgaben verdankt. Der Gemeindevorstand der Gemeinde Johannesberg verliert durch seinen Heimgang ihren langjährigen ersten Schöffen, der sich um die Gemeinde große Verdienste erworben hatte. Durch seine wohlwollende, stets freundliche Gesinnung erfreute sich der Verstorbene in Stadt und Land größter W-ert- 1*äüuna und Hochachtung Viele Jahrzehnte lang gehörte Amtsrat Klostermann auch der Landwirtickaftskammer an, für die e- in vorbildlicher Weist die Verwaltung der Fohlenweide bei Bieberstein ausübte. Als Förderer der Landwirlichaft im Fuldaer Land hat sich der Verstorbene große Verdienste erworben. —• Durch das Ableben Amtsrats Klostermanns steht der Kirrbenvorstand der Evanaeli'chen Gemeinde Fulda inner- haib 8 Wochen zum dritten Male an der Bahre eines treuen Mitgliedes. In seiner Eigenschaft als Kirchenvorstandsmitglied hat sich Amtsrat Klostermann unermüdlich für die Förderung der evanaeli'chen Gemeinde eingesetzt und in den langen Jahren seiner Fuldaer Wirksamkeit in der Stille viel Giftes für die Armen und Notleidenden der evangelischen Gemeinde getan Alle, die den Entschlafenen gekannt haben, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Eine Arbefts-Jubilarin.
Dieser Tage konnte Fräulein Renata Kohl, gebürtig von Eichenzell, auf eine 25jährige Tätigkeit als Hausangestellte bei Herrn Kaufmann Max Baer, hier, Miitelstratzc, zurückblicken.
Die Witterungsverhältnisse
haben sich seit gestern geändert. Der Frost hat wesentlich nachgelassen Gestern war es zwar noch recht unerfreulich kalt, über Nacht aber ist die Temperatur über den Nullpunkt gc- stiegen, so daß mit Tauwcttcr zu rechnen ist. Wie das Sladt- lauamt in einer amtlichen Bekanntmachung mitteilt, besteht Gefahr, daß beim Abgang der starken Eisdecke auf der Fulda Hochwasser eintritt. Die Anlieger an der Fulda werden deshalb ersucht, rechtzeitig Maßnahmen zu treffen, um mögliche Schäden zu vermeiden.
Jahreshauptversammlung der Turngemeinde 1848 e. B. Fulda.
Am Samstag abend fand im „Ballhaus" die Jahreshauptversammlung der Turngemcinde statt. Der L Vorsitzende, Herr Oswald Miller, hiest die recht zahlreich erschienenen Mitglieder, Turnschwestern und Turnbrüder herzlich willkommen und gebuchte der seit der letzten Generalversammlung verstorbenen âitalieder Faller und Kircher, deren Andenken in üblicher geehrt wurde.
. Aus dein Jahresbericht ging hervor, daß sich der Mitglieder- nanb der Turngemeindè weiter gehoben hat. Die im vergange- nen Geschäftsjahr veranstalteten Festlichkeiten sind alle würdig W befriedigend verkaufen. Besonders erfreulich war das gute finanzielle Ergebnis des diesjährigen Maskenballs.
. Aus dem vom Cbcrturnwart Köhler erstatteten Turnbericht U'Ng hervor, daß die Turngemeinde bei verschiedenen Turn- lelten (Rhönturnfest. Petersbergs gute turnerische Erfolge er
hat. Der Oberturmvart erwartet für das kommende Turn- iayr eine noch wesentlich stärkere Beteiligung der Aktiven an "n Turnstunden usw. — Auch die Leichtaihletikabtei-
I u n g ist in aufblühender Fortentwicklung. Das Hallentratning war stets recht gut besucht. Bei den Vereinsmeislerschaften hat diese Abteilung gut abgei^nitte«. — Die Fußoall a btr k- lnAg hat. an mehreren Derbandsspiolen erfolgte«!; teilgenommen. Die zahlt zur Zeit 67 Mitglieder. — Auch in der D am e n a b i e i l u n g war der turnerische Betrieb im letzten Jahre recht rege. Man hofft, in nicht mehr allzu langer Zeit dieser Abteilung einen eigenen weiblichen Leiter an die Spitze stellen zu können, wovon man sich einen weiteren Aufschwung der Damenabteilung verspricht. ..... Die erst im August 1928 gegründete H a n d b a l l a b t e i l u n g zählt heute bereits 3 Mannschaften. Auch die F e ch t a b t e i 1 u n g hat sich sehr erfolgreich entwickelt und in ÜLettkämpsen verschiedene Preise errungen. — 118 Zöglinge turnen in der Iugendabtei- l u n g , deren turnerische Vorführungen bei der Iahnseier, beim Stiftungsfest und beim Rhönturnfest lebhaften Beifall fanden. Eine erzreulich große Turnsreudigkeit beherrscht diese Schar kleiner Turner die auch große Lust und Liebe für das Schlagballspiel, Tür Schwimmen, Wandern, Singen und Svielen zeigt. Dem Iugendturnwori Boecken wurde voin 1. Vorsitzenden für die aufpewendete Mühe und Arbeir und für die nie erlahmende Beaeisterung, mit der er der Jugendabteilung vorsteht, der herzlicke Dank des Gesamtvereins ausgesprochen. — Auch der Tätigkeit der Theaterabteiluna wurde die gebührende und wohlverdiente Anerkennung gezollt.
_ Ter Kassenbericht diente zur Kenntnis. Von einer dm Beiträge soll für das kommende Geschäftsjahr Abstand oencmmen werben. - Ueber den Stand irr Hausbau- kaue berichtete Herr Köhler. Für 1929 sind verschiedene Ver- anstaltunoen norpejeben, deren finanzieller Ertrag restlos der Housbaukaife zumfübrk werden soll. Die Versammlung beschäftigte pch bei dieiem Punkt der Tagesordnung auch mit dem in her lehren Stadtverordnetenversammlung beivrochenen Plan der Schaffung eines Svortaelündes in der Rosenau. Die Ver- nrmmluna 'vrach sich geoen die Errichtung der Badeanstalt usw. aus dem Platze an der Franksurterß-aße aus und war sich darin e^mg daß nur die Rosenau-Wiese für ein großzügiges S^mtqelande in Betracht kommen könne. Auf diesem Saort- ^olände könne dann auch die so sehnlichst erwünschte Turnhalle erstellt werden.
Die Versammlung nahm dann zu der Austrittsbe- 7. Turnkreis Stellung. Es wurde mitae- leilt daß o'e menür gewählte Kommission mittlerweile getagt und e'nâ Bericht vorgelegl hat. Bevor die Turnaemeinde in bi ei er Augel-oenbeit einen enbaülticen Beschluß faßt, soll die Äcmmtntan gebeten werden, sich darüber schlüssia zu werden nach welcher 6^e hin ein Anschluß für den Bezirk am vorteilhartesten ist. tUehcr diest Traae soll bei der Kommission bisher noch keine Klarheit bestehen.) —
Nachdem eine Abänderung der Turuordnung nach Durchberatung der einzelnen Paraprapben einstimmig anaenomman n-o’-ben mar. würd" der Vorstand neu aewählf Diese
hatte rcloenbcs Ergebnis: 1. Vorsitzend-r Herr 0=m Milder- Oherturmnart Serr Bruno Köbler: 2 Bors fren Ge- vwrbeoberlebrer Feldmann- 1 Turn^art ^rr Lohftnk- 2 Turnwart H"rr Fritz- 1. Schriftwatt Herr Müller- 2 Schriftwart Herr Hillenbrand: Zeugwart Herr Brons: W^nderwart wart Herr Hillenbrandt- Zeugwart Herr Bro-w- Wanderu-ort Herr Deuter: Veranüaunaswart Herr Lesch- Iugendwart Herr Baecken. Die e-nzelnen AdixttEasleiter werden von den v-r- schie denen Abll-ist-naen feinst ae^äblt werden Miederaewäblt wurden di° seitherigen Kasienvrüfer Eckhardt und Hieronumus. Ebrenmital'ed Kr-i-oberturnv-art S^fähfer banst» dem seit- beriaen Vorstand für hie geleistete erfolgreiche Arbeit und e-= mabnie die Turnerinnen und T'-rner. auch in der Zukunft eifria bei der Sacke zu Wn Obett"rgmart G'äMer mahnte die eiur tvev Abteilungen in Pufunft Hand in Hand tu arbeiten. Rock Erlei-iauna einiger puferna mürbe die arbeitsreiche in eckt turnerischem Geiste durchgefübrte Gene-alnersammluna mit dem Gesang des Turuertiedes „Turner auf zum Streite“ kurz nach Mitternacht geschlossen.
Jahreshauptrersaulmluna des Konsumvereins Fulda u. Umgegend e. G. m. b. H.
Zu der am 3 März nachmittags 4 Ubr im roten Stadtsaal stattgefundenen Jahres-Generalversammlung des Konsumvereins hatten fick über 300 Mitglieder eingesunken. Aus dem vorgetroaenen Jahresbericht über das 10.' Geschäftsjahr ging hervor daß die Zahl der Angestellten der Genossenschaft int vergangenen Jahr von 22 auf 25 gestiegen ist. Es fanden im Güten Eeschättsiahr state - i Generalversammlung 13 Vorßands- sitzungen mehrere Aufsickts-atssitzungen, 7 gemeinsame Sitzungen von Vorstand und Aiifsichtsrot und eine Versammlung in Landenbausen. Neuerrichtet wurden Filialen in Lauterbach Landenbaulen und Bad Salzschlirf. Auch in dem eigenen Hause om Abtstor würbe eine neue Verkaufsstelle einaerichiet. so daß die Eenoüevsckgft nunmehr 9 fBerfeUunasitellen und 1 Havvtlaoer unterhält. Die M'toliedermhl ist weiter stark gestiegen und betrug am 31. Dezember 1928 2 399 D->r Gesamtumsatz bat sich ebenfalls bedeutend gesteigert. Im Oktober wurde durch b»n Verbandsregi'or eine unvorhergesehene Revision vorgenommen. bei der sich keinerlei Beaustgndi'ngen er- ggben. A"ch die dem Konsumverein anoealiederte Svarkasie erfreute sich reger Benutzung, die Einlagen betragen ca. 11 000 Jt.
Die vorgetragene Bilanz und die Gewinn- und V»rlunrech- nuna diente zur Kenntnis. Von einem Aufsichtsratswitalied wurde besonders darauf hingewiesen, daß es dem Kansumver- ein endlich gelungen wi ein eigenes Heim zu erwerben. Die dadurch bedingten größeren A"fwendunaen erfordern eine Herabsetzung der Rückvergütung tbie an bfeieniaen Genossenschaftler ausae-gblt wird, die ihren Geschästaanteil voll eigbe-ohtt babeut auf 3>/ %. Die Ve-'ammluna stimmte dem Vorscklgge des Aufsicktsrais über die Eewiuunerteiluna zu. Der Reingewinn von 8561 ,Jo c*' mirb wie folgt verteilt: 3M % R''ck- vergütung. 10 für Abschreibungen. 500 Ji werdest dein Reservefonds zugeführt der Rest wirb aus neue Reckn'-na narge- traaen. Dem Vorstand und Mnistcktsrat wurde Entlastung erteilt. Die ansscheidenden Aufsichtsratsmitolieder Feist-Fulda und Köhler-Handevba"sen wurden wiadergewfiblt Für das krankheitshalber gusstheidende Aufsichtsrat-mitalied Sang- waister mürbe Stationsobèrschafkner a. D Göller neu gav-gblt. Für Bad Salzschlirf tritt Herr Brehler neu in den Aufsichlsrat ein.
Aus den Reihen der Mikgl-eder und ppm Vorland und Uns, sicktsrat wurden die Mitglieder der Genossenschaft «m taktrsts- tiae iin-erstützung des Kgvs"wv-reins naSet-n ^ack Schluß der Versammlung wurden Klürvrgben verschiedener Eeg-Erzcug- nisse an die Versammlungsteilnehmer verteilt.
Ein Teil der Berichte
über Veranstaltungen am S^m^tag und Sonntag mußie für die Dienstagnuinmer zurückgestellt werden.
Kassel, 1. März. ^Einbruch in ein StaticnsgeMude) In der Nacht züin 28. Februar ist auf dem während der Nachteil gejchloüenen Bahnhof Papierfabrik ein Einbruch verübt worden Der Täter hat eine Tür des Güterschuppens und die Tür des Stationsbüras durch Zenrümmerung der Scklöffer geöffnet Entwendet sind aus dem Stationsbüro 4,90 Mark in barem Geld und ein EifenbahnerMuntel. Größere Geldbeträge waren nicht vorhanden. Im Güterschuppen fehlt nichts. Die Untersuchung ist sofort eingefeitet worden.
Kirchhain. 1. März. tEin Kinebrand 'n Kirckhain.) Während einer Vorstellung brach in dem hiesigen Kino am Bahn- Hofsplatz Plötz!ick Feuer aus. Die Flammen icklugen meter- bc* und es entstand eine Panik unter den Besuchern Da jedoch die Vorstellung nur schwach besticht war, kam niemand zu Schaden bei dein Gedränge Der Besitzer des Theaters, der den Apparat bediente, erlitt erhebliche Brandwunden und mutzte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Marburg, 1 März. Folgen einer Spielerei mit Schuß- manen ) Kurz vor der Abfahrt des in der Richiung nach Fran- rerbcra obfahreuden Schülerzunes ereignete sich ein bedauerlicher Ulischst Ein 17jähriqer Schüler ioielte in einem Wagen dritter Klasse mit einem Terzerol. das sich vlötzlich entlub und dessen Etbrölladuna einem gleichaltrigen Kameraden in den Mund traf. Der Schwerverletzte mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben.
Ein Postjubiläum in Hettenyansen.
Am. l. März d. . blickn, die hituge Pozttigen'-u: auz .hr fünfzigjähriges Bestehen zurück. Am 1. März 1379 übernahm 3er dumalige Ortsvorsteher Johann Stolz xn hiesigen Postbienst. Welch ebne iegensreime Einrichtump damit, unserer Gegend gegeben wurde, wissen , die wenigsten Menschen heutzutage zu würdigen, wo man es für eine Selbstverständlichkeil hält, daß der Briefträger alltäglich non Haris zu Haus eilt, von einem verschneiten Gehöfte der Rhön zum anderen, um pflichtschuldigst feine Briefe und Zeitungen abzugeben.
Man möge im Geiste seine Blicke einmal um ci was mehr als hundert Jahre zurücklenken. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war unser nächstes Postam: in Fulda; Dort .bestand ein den Herren von Thurn und Taxis gehörendes Reichspost- amt. Wer, hier zu Laitde einen für den Fernverkehr bestimmten Vries schriet, mußte sich selbst darum bemühen, wie er ihn nach dem 20 Kilometer entfernten Reichspostami bringen sollte. Da vergingen oft Tage, bis sich eine passende Gelegenheit bot. Zur Beförderung amtlicher Schrisistücke war zwischen Weyhers und Fulda ein Botengang eingerichtet, der wöchentlich einmal verkehrte.
Vor mir liegt ein Postscheiu aus dem Jahre 1811, der uns einen Einblick tun läßt in unsere damaligen Postverhällnisie: Der Landwirt Johann Müller von Hettenhausen wandte sich in einem Gnadengesuch an den Laiidesvater, den Großherzog Karl von Dalberg, um Befreiung seines Sohnes Johann vom Militärdienst. Das Gesuch wurde auf dem Postamt in Fulda aufgeticferl, und der Absender erhielt folgenden Auflieferungs- ichein: „Ein recommandines. Schreiben an die Adresse Sr. König!. Hohen des Großherzogs in Aschaffenburg ist heute zur Versendung bei unterfertigter Stelle übergeben und hierüber gegenwärtiger, drei Monate a dato gültiger Schein ausge- stellet worden. Fulda, den 4ten Juny 1811. Kaiser!. Reichs- postaml dahier."
Interessant ist u. a. an dem Schein, daß die Worte des Vordrucks in der Unterschrift „Kaiser! Reichs" doppelt durchstrichen sind. Mit dein Einzug der Franzosen im Fllrstentuin Fulda im Jahre 1896 hatte die Reichshoheil im Lande- ausgehört. Die Reichspoü war, wie das Deutlchc Reich selbst, zu- iammengebrockeu Aus ihr hatten sich eine ganze Reihe Landesposten eniwickelt.
Auf dem Wiener Kongreß verlor das Bistum und Fürstentum Fulda endgültig feine Selbständigkeit. Der heuiiae Kreis Eersscld, sowie die Bezirksämter Brückenau und Hamlnelburg fielen dem Königreich Sagern zu. Unsere Vostbcziehungcn zu in Postamt Fulda hörten nun vollständig auf; der Postvcr- kchr wandte sich den bayrischen Stäbfen zu. Zwischen den einzelnen Landgericktsorten traten Sotenpoffen ins Leben. So beföroerte allwöchentlich zweimal ein Bote die Bricfickafien von Weyhers über Schmalnau nach Brückenau. In Schmalnau wurdi im Hause des Landwirts Stütz ein Postamt errichtet. das für die Orte Schmalnau, Hettenhausen, Altenfeld, Gichenbach, Dalherda, Stellberq, Thalau. Altenhof und Ried zuständig war. Obwohl im Laufe der Zeit an Stelle der Boten- prft eine Fahrpoft mit täglichem Verkehr trat, wickelte sich die Sriefbcförberung doch noch immer ziemlich schwerfällig ab. Ein Beifpiel möge dies beleuchten: Ein Mann aus Hetten- hau'en stand in einem Torfe in der Nähe von Fulda in Arbeit. Während seiner Abwesenheit erkrankte ihm daheim ein Kind und starb Die Frau teilte ihm dieses sofort brieflich mit. Bis aber der Brief in feine Hände kam, war das Kind bereits begraben
Die Verwaltung des Postamtes in Schmalnau übernahm zunächst der Landwirt Stütz später fein im Postdienst ausgebildeter Sohn Alexander Siüß. Beim Uebergang des Kreises Gersfeld an Preußen im Jahre 1866 blieb das Posmmf in Schmalnau bestehen und Alexander Stüß wurde als Postverwalter in den preußischen Dienst mitübernommen.
beuge st umfangreich und ickwierig war der Dienstgang, den der Landbrrefträaer von Schmalnau aus täglich durch die oben oenannten Ortschaften zu machen hatte. Die Zustellung der Briefe und die wenigen Zeitungen, die in jedes Dorf kamen, erleichterte er sich gewöhnlich dadurch, daß er sie zur Schule brachte, und an die Schulkinder zur Besorgung an Eltern und Nachbarn verteilte.
Seitdem der Kreis Gersfeld preußisch geworden war hörte die Pcjtverbindv.ua nach Brückenau zunächst ganz auf ' Der Postoerkehr entwickelte sich wieder nach Fulda hin, bas nun= mehr durch Erösfnuna der Strecke Frankfurt—Bebra Anschluß an das bestehende Eisenbahnnetz erhalten hatte. Eine P<r- fenenpeft ging morgens in aller Frühe in Gersfeld an der Beschälter ei l Krone-Post) ab und fuhr über Hettenhausen Schmalnau, Weyhers, Lütter usw. nach Fulda unb'fehrte gegen Abend auf demselben Wege zurück.
Nach dem Tode des Postverwalters Stütz wollte die Ober- peitbireftton in Kassel das Postamt in eine Agentur umwan- beltt Mancherlei Schwierigkeiten, die diesem Plane in Schmalnau erwuch'en, veranlaßte die Postbehörde, die neugeschaffene Postagentur am 1 März 1879 nach Hettenhausen zu verlegen. Der Ortsvorsteher Johann Stolz, der schon vorher um eine bessere Ausgestaltung der Postverhältnisse in Hettenhausen vorstellig geworden war, erklärte sich bereit, sie zu übernehmen. Alle Bemllhunvcn Schmalnaus nun auch noch eine Agentur zu bekommen, blieben zunächst erfolglos Erst bei Eröffnung der Eisenbahn Fulda—Gersfeld im Jahre 1888 trat auck dort eine Postagentur ins Leben.
Im Alter von nahezu 80 Jahren überließ Johann Stolz am 1 Dezember 1897 die Agentur in Hettenhausen seinem Söhne Karl Stolz, der somit nun auch schon wieder auf eine mehr als dreißigjährige Dienstzeit zurückblicken kann und der den gewaltioen Aufschwung, den das Postwc'en erfuhr mitcr- lcbt hat. Ihm steht als der dritte aus der Familie Stoll fein Schn. Heinrich Stolz, als Landbriefträger für den Pcstbestell- bezirk Heitenhau cn treu zur Seite.
Möge die Postagentur unter der Verwaltung der Familie Stolz auch weiterhin eine gedeihliche Fortentwicklung erfahren’ Das )et unser Wunjch zu ihrem fünfzigjährigen Jubiläum.
—dt.
(Stimmen aus dem Leserkreise.
C^ble DerMnIttchungen unter diese- Uebc-s-bv» übernimmt die Jtebattion «einerlei tu™ ’ intaoriuna; fu. sie bleibt auf Grund des § 21 Hbf. 2 des Pressegesetzes in vollem «m»M« ber Einsender verantwortlich.) — Sinsenbungen, die nicht verwendet Werder. «Snnev
^uiuwuyanbt die Bbls?inung nichi besründet mürben.
_ Die starken Schneefälle der vergangenen Woche hatrcn einen ».eil uniercr Landstraßen unpassierbar gemacht. So war dei- Ipielswcisc bic Straße Fulda—Lauterbach zwischen Odcrbim- bach und der hcs,t>chen Grenze derartig verweht, daß zahlreiche Autos im Schnee stecken blieben Auf dieser Strecke mühte sich am Donnerstag der Straßenwörter mit 3 Hilfsarbeitern vergeblich ob, die Straße passierbar zu machen. Könnte in Zukunft bei derartigen Schneeverwehungen nicht mit einem größeren Arbeiterau, gebot an die Wiederfreimachung der Straßen her- ai, gegangen werden? Arbeitskräfte ständen bafür dach wohl in ausreichender Zahl (Arbeitslose!) zur Verfügung. Zwar sagte am Donnerstag der Stranenwärter zwilchen Obe-dim- badi unb der Kreisgrenze, er habe bei der Bürgermeisterei SroBenlüber Arbeitslose angeiorbert, aber keine erhalten Tch glaube, daß sich da doch irgend ein Weg finden ließe, um bie Arbeitsloien zu iclcken im Interesse des Verkehrs unbedingt erforderlichen Arbeiten hkranzuziehen.
Folgt llnfcrj^tifi.
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Amtlicher Teil.
Warnung: Hochwassergefahr!
Es besteh: Gefahr, daß beim Eiutrili von Tauweiier und, dem Abgang der starten Eisdecke außergewöhnlich hohes Hoch-, wasser der Fulda eins ritt. ' ;
Die interessierten Anlieger der Fulda werden hiermit defon- ders auf die Gefahr hingewiesen. ,
Es '.st Versorge geboten, recki-citig Matznadmen zu treffen, um möglichen Schaden zu vermeiden.
Fulda, den 28. Februar 1929. j
Das Stadtbauamt. i