Aus Zeffen-Aaffao imd ÄMargedieien.
Merkblatt für Den 20. Februar.
Sonnenaufgang 705 II Mondaufgang 12®
Sonnenuntergang 1753 - Monduntergang J"
1810 Der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer erschossen. „--
Die süße Sprache lockt die Schlang' aus ihrer Höhle.
Persisch.
Wetterbericht.
Der Ursprng der in Deutschland herrschenden Ostwinde liegt -ur Zeit wieder in kälteren Gebieten, so daß allgemein wieder mit Anziehen der Fröste gerechnet werden kann. In unserm Gebiet jedoch werden die Tageslempcraluren etwas tiefer lie- oen als seither, die nächtlichen Froste werden sich in ihrer Stärke nur wenig ändern. Vorhersage bis Dienstag abend: Vielfach leicht neblig, sonst meist heiter und trocken, bei östlichen Winden Fortdauer der Fröste. Witterungsaussichten für Mittwoch: Wenig Aenderung.
Waffenscheine für Kraftfahrer.
Der Reichsinnenminister hat auf eine Eingabe des Automobilklubs von Deutschland hin die Landesbehörden gebeten, den Wünschen der Kraftfahrer auf Ausstellung von Waffenscheinen mit Gültigkeit für das ganze Reichsgebiet stattzugeben. Das Bedürfnis zum Führen einer Waffe, das für die Ausstellung eines Waffenscheines nachgewiesen werden muß, ist nach Ansicht des Reichsinnenministers bei solchen Kraftfahrern, die häufig mit ihren Wagen Fahrten durch einsame Gegenden machen, im allgemeinen zu bejahen, nicht dagegen bei Kraftfahrern, die ihre Wagen regelmäßig nur zu Fahrten in der Stadt benutzen, z. B. bei den Droschken- führ e r n. Das Führen der Waffe kann im Waffenschein auf die Fahrten mit dem Kraftwagen beschränkt werden, wodurch Mißbräuche vermieden werden. , Der preußische Innenminister hat die preußischen Polizeibehörden ebenfalls in diesem Sinne verständigt. .
Sicherlich wird es von allen hieran interessierten Kraftfahrern wärmstens begrüßt werden, daß eine so gründliche und so befriedigende offizielle Auslegung der geltenden Bestimmungen erreicht worden ist.
* Fulda, den 19. Februar 1929.
Bom Evangelischen Bund.
Die Ortsgruppe Fulda des Evangelischen Bundes hatte auf Sonntag abend zu einer Versammlung in das evangelische mmnreyaus eingeladen. Dieser Einladung war jo zahlreich Mae gelüftet worden, daß viele Besucher der Veranstaltung mit einem Stehplatz vorlieb nehmen mußten. Nach dem Ee- kana des 1. Verses 'vom Liede „Ach bleib mit Deiner Gnade , begrüßte der 1. Vorsitzende Herr Niemayer, den Redner des Abends Herrn Pfarrer Falk-Gelnhausen, und die anderen Erschienenen mit herzlichen Worten und sprach dabei dem Hauptverein des Evangelischen Bundes in Kassel Dank dafür aus ' daß er uns Evangelische in der Diaspora durch die Vermittlung hervorragender Redner in unserem Kampfe für die Erhaltung von Luthers Erbe so tatkräftig unterstütze.
Herr Pfarrer Falk sprach darauf über „Das Evangelium als einzige Leitung unseres Volkes". Nach einführenden Worten über die unbedingte Notwendigkeit . des Evangelischen Bundes besonders in unseren Tagen, beschäftigte sich der Redner mit den mannigfachen Nöten, die zur Zeit auf dem deut- sKen Volke last n. Durch den unglücklichen Ausgang des Weltkrieges feien wir aller Welt Knechte geworden Weit schlnn- mer aber sei, daß die Uneinigkeih.im eigenen Volke heute großer fei als je Selbst der heutigen, so überaus verhängnisvollen wirtschaftlichen Not könne durch innere Uneinigkeit nicht entscheidend cntaegengetrcten werden. Ein Zeichen der Zeit seien die unzähligen Karnevalsmranstaltungcn, die trotz aller Not We'all und leider auch immer mehr in rein evangelischen Gegenden stattgefunden haben. Auch auf die immer stärker zutage tretende religiöse und kirchliche Zersplitterung und die daraus entstehenden Gefahren machte der Redner aufmerksam.
In tief zu Herzen gehenden Ausführungen suchte Pfarrer Falk die Ursachen all der geschilderten Mißstände zu ergründen und Wege zu weisen, auf denen diesen Uebeln zu begegnen sei. Er he andelta dabei eingehend die Fragen „Was ist Evangelium?" und „Mns ist zur'Einigung not? . Seine vortrefflichen und beherzigenswerten Ausführungen schlossen mit den Worten: Besinne sich jeder evangelische Christ auf seine evangelische Pflicht und auf sein evangelisches Gewissen. Getrost der kommenden Zeit entgegen zu gehen, wird nicht so einfach sein".
Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine tiefgründigen i Darlegungen. Herr Niemayer gab diesem Dank nochmals be- f teilten Ausdruck und berichtete dann kurz über die anläßlich der Aufführung des Lutherfilmes mit der katholischen Presse [ entstandenen Auseinandersetzungen. Anschließend an seine Ausführungen wurde folgende Entschließung vorgetragen und ein- i stimmig angenommen:
„Die am Sonntag, den 17. Februar, abends im Gemeindehaus einberufene Vollversammlung des Evangelischen Bundes Zweigvèrein Fulda, nahm zu den Angriffen und Verwahrungen der hiesigen katholischen Presse und des Katholi- ken-Komitees anläßlich der hiesigen Vorführung des Lutherfilms Stellung. Einmütig wurde dabei folgende Entschließung angenommen:
Die allen Evangelischen verehrungswürdige Heldengestalt Dr. Martin Luthers wird von uns nicht als heilig verherrlicht. Der große Reformator blieb trotz aller Demütigung I vor Gott ein Mensch mit seinen Schwächen und Fehlern. Luther hat auch niemals Anspruch erhoben, etwas anderes - M fein.
Der Evangelische Bund muß aber ganz entschieden Verwahrung dagegen einlegen, daß sich die katholische Seite in unsere innerkirchlichen Angelegenheiten einzumischen versuch:, und verbittet sich dies für die Zukunft ein für allemal. Noch herrscht in Deutschlands Religionsfreiheit. Unpre Tätigkeit auf kirchlichem, religiösem Gebiete unterliegt nicht der Zensur oder Genehmigung 'iraend einer anderen Richtung. Die Vor- i Wruna des Lutherfilms fand nicht etwa im Freien. im katholisch n Eesellenhaus oder in der Harmonie usw. statt, lottern im Saale unseres evangelischen Gemeindehauses Wo sollte es binführen wenn derartige Einmischun- aen und Anmaßunaen hier zur Regel würden? Nach unserer Auffassung könnte sich dann die jüdische Bevölkerung mit dem weichen R-ckt über die Karfreitagsveranstaltvnaen und öffenl- lichen Fronleichnomsprozessionen verletzt fühlen und Ein- lpruch dagegen erheben.
Die Versammlung hat nichts dagegen einzuwenden, daß I man in den katholischen Zeitungen öffentlich die Namen der - Vorstandsmitglieder des evangelischen Kirchen- und Vcrcins- I mcsens nennt. Die Versammlung bezeichnet es aber als «oiolut unchristlich, wenn bei diesen Veröffentlichungen auch "ü- nur möglichen Neben- und Ehrenämter der Betreffenden 5Mannt werden. Die Bezeichnung dieser Aemter in Verbin- mmg mit der Betätigung in evangelischen Vereinen soll doch "Ur entweder eine gesellschaftliche oder geschäftliche Bovkot- [ berung bezwecken oder die Genannten zur Ausgabe des Vor- i oandsamtes zwingen. In der Brieftastennotiz der „Fuldaer I Zeitung" wird dies in verschleierter Form wie folgt zuge- I Spien: „Welche Folgerungen aus der Kenntnis solcher Be- tot'aunq geboren werden. hängt davon ab wie weit die Be- teiligten denken können oder wollen." Die Versammlung o Ut also fest daü auch heute noch die berüchtigte Parole gilt: ! »Der Sweet heiligt die Mittel".
f Nach dem Gesang des 1. Verses aus Luthers Schutz- und I "utzlied wurde die Versammlung geschlossen.
&r'fti ' Tu&tgek, MitWoch, abends D Ahr" fLstAMro Pas- sionsgottesdienst findet ML Rücksicht auf die Kälte nicht in der Kirche, sondern im Saale des Schwesternhauses statt
Natakheilverrln.
Am Sonnabend hielt in der „Harmonie" Herr E. Eucker- Fulda den angekündigten Lichtbildervortrag über „unsere Sinnesorgane". Redner bezeichnete die Sinnesorgane Auge, Ohr, Nase und Zunge als Vorposten und Wächter im Lebenskämpfe, die gegen die Umwelt vorgeschickt werden, um der Zentrale (Dem Gehirn) zu melden, was auf sie einwirtt. Der Volksmund redet von fünf Sinnen und meint Damit Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Unter „Fühlen" begreift man aber eine ganze Reihe von Sinnesempfindungen, Die man als Tastsinn, Schmerzsinn, Kälte- und Wärmesinn unterscheidet. Außerdem gibt es noch zwei Sinnesarten. Die uns meist nicht bewußt werden: Gleichgewichts- und Muskelsinn. Der wichtigste Sinn ist das Gesicht. Neun zehntel aller Vorstellungen sind Eesichtsvorstellungen. Dann folgen Gehörs-, Geruchs-, Geschmacks- und Tastcindrücke. Durch Die Sinneszellen werden Die Eindrücke ausgenommen und durch die Nervenfasern der betreffenden Gehirnzelle übermittelt. Hier kommen diese Eindrücke erst zum Bewußtsein und zur Wirksamkeit. — Redner führte dann an 55 sehr guten Lichtbildern Die Sinnesorgane vor, erklärte ihren anatomischen Bau und ihre Tätigkeit. Ferner erläuterte er "Störungen und Krankheiten an ihnen. Er zeigte auch, wie sich z. B. Sehstörungen lKur,^ und Weitsichtigkeit) durch Verwendung entsprechender Gläser ausgleichen lassen. Schließlich erklärte der Redner, wie der Körper und f ’ine Organe zu pflegen und gesund zu erhalten seien, wie die Sinne in Den natürlichen Grenzen gebraucht werden müßten und wie falscher Gebrauch und Schädlichkeiten zu vermeiden seien. — Reicher Beifall seitens der nicht sehr zahlreichen Zuhörer folgte Den klaren und interessanten Ausführungen.
Jahreshauptversammlung des Cartenbauvcreins.
Die am gestrigen Montag abend im Gasthaus „zur Krone" stattgefundene Jahreshauptversammlung des Eartenbauvereins erfreute sich eines sehr guten Besuches. Nach kurzen Begrützungs- wort n des 1. Vorsitzenden. Herrn Kunstgärtner Ries, gelangte der Jahresbericht zur Verlesung. Aus diesem ging hervor, daß im 49. Geschäftsjahr eine Hauptversammlung und 8 Monatsvcr- sammlungcn stattsanden In 2 Versammlungen gelangten 95 Blumenstöcke zur Verlosung. Ein Teil Der Schrebergärten- flächcn ging durch Kündigung an die Stadt zurück, hierfür wurden andere Flächen zur Verfügung gestellt. Durch Tod verlor der Verein 2 Mitglieder, darunter auch den Mitbegründer Andrè. Ihr Andenken wurde in üblicher Weise geehrt. — Der vorgetragene Kassenbericht war nicht sehr erfreulich, denn 255 Ji für Beiträge und Pachtgelder aus 1928 stehen noch aus. Zu Kassenrevisoren wurden die Herren Holzheimer und Niedling gewählt. Die durch Zettelwahl erfolgte Vorstandswahl ergab. Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder: Andre. Agricola, Berkessel, Heumüllcr und Kreis. An Stelle des ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes Luckau wurde mit Stimmenmehrheit Herr Niebling gewählt. — 5 Neuaufnahmen erfolgten. — In Di fern Jahre kann der Eartenbauverein auf sein SOiälmges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum soll in schlichter aber würdiger Weise gefeiert werden. Langjährige verdienstvolle Mitglieder sollen geehrt werden. In einer späteren Monatsversammlung wird weiteres über das Jubiläum mitgeteilt werden — Den Obstbauzüchtern wurde der Besuch des vom 18. bis 23. März in der Landwirtschaftlichen Schule hier stattfindenden unentgeltlichen Kursus für Obstbau dringend empfohlen. — Gewarnt wurde, Saatgut für Kartoffeln 'aus Provinzen zu beziehen, in denen der Kartoffelkrebs z Zt. stark auftritt. — Als wirksamstes Mittel erfrorene Kartoffeln wieder genußfähig zu machen wurde das Zudecken mit Torfmull enwfoH n: auf keinen Fall dürfe versucht werden, den F^ost durch Wärme aus den Kartoffeln zu treiben. Die nächste Versammlung findet ant 11. März statt.
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3. Fortsetzung.
betätigte sich der Jüngling Pulvermann in seiner freien Zeit. Während sich der Nachbar im Schweiße seines Angesichts plagte, ging ihm alles dank der Infoima- tionen, die er von dem Fuldaer Anzeiger (auf den er abonniert war!) erhielt, spielend von der Hand Er erntete die größten Kartoffeln und die dicksten Kohlköpfe. Da er aber kein Unmensch war, verriet er sein Geheimnis und empfahl auch dem Nachbar, schleunigst auf den Fuldaer Anzeiger zu abonnieren.
(Fortsetzung folgt.)
Elektrola-Konzert.
Welch großer Beliebtheit sich die Grammophon-Konzerte erfreuen bewies am Samstag abend der bis zum lebten Platz gefüllte Saal des Bürgervereins. Wie bei den früheren Veranstaltungen wurden Vokal- und Jnstrumcntalsoli, Orchesterpücke und Unterhaltungsmusik vorgeführt. Der instruktive Wert der Grammophon Konzerte liegt darin, daß auch in der Kleinstadt Werke die oroßen Apparat erfordern, in nahezu originaler Treue vorgesührt werden können, wie das Bruchstück aus „Boris Godounow" von Mussorgsky. mit der wahrhaft erschütternden Verkörperung der Titelrolle durch den russischen Bassisten Schaljapin bewies. — Die Begleitung von Sololiedern und anderen Stücken an einem nebenstehenden Pianino streifte das dilettantische, und das musikalische „Simmungsbild" mit Orgelmusik aus dem Kloster und Vogelaezwitscher war ein aufgelegter Kitsch. — In Der mitwirkenden Tänzerin Frl Hertha Baerthel aus Kassel^! rnt man ein junges Talent mit schöpferischer Begabung kennen, wie ihre Improvisationen bewiesen Gute " Figur' vereinigten sich mit einem vorzüglicben technischen Training. Dazu ist Die jungen Dame musikalisch bis in _ Die i Fingerspitzen und vor rhythmischer Prä-'sion und melodischer Schönheit in ihren Bewegungen. Das Konzert wurde von der ; Elektrola-Eesellschaft Berlin-Nowawes und von dem Musikbaus ' J. Mollenhauer und Söhne Fulda veranstaltet. E. M.
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entstand gestern abend gegen 6 Uhr am Gemüiemarkr im Laden 'Der MarkiSrbzcrw (Inh. A. "Müller). Die BrandürsaHe soll daraus zurückzusühren fern, daß eine Kanne mit Benzin umfiel und die sich entwickelnden Benzingase an einer Feuerstelle sich ent. zündeten und explodierten. Im Nu stand Der ganze Laden in Hellen Flammen, Die an den großen, größtenteils leicht brennbaren Ladenvorräten reiche Nahrung sanden. Die rasch ein« tresfende Feuerwehr hatte bei Der Bekämpfung des Brandes einen sehr schweren Stand, da sie durch die starke Rauchentwicklung nur langsam an Den Brandherd herankommen konnte. Ein Teil der Wehr suchte vom Posthofe aus das klmsichgreifen des Brandes zu verhindern, während eine andere Abteilung vom Gemüsemartl her das Feuer im Laden bekämpfte. Durch die ständigen Erplosionen von Chemikalien und Drogen gestaltete sich die Brandbekämpfung für die wackeren Feuerwehrleute recht gefährlich. Es gelang den Anstrengungen der Wehr, ein Uebergreifen des Feuers auf Den Keller und auf die oberen Stockwerke des Hauses zu verhindern. Der Laden ist mit der gclamten Einrichtung und allen Vorräten ausgebrannt. Der Schaden ist sehr groß, Doch durch Versicherung gedeckt.
Leider ist bei diesem Brande auch ein Menschenleben in Gefahr gekommen: Ein Lehrling der Drogerie wurde von den Flammen erriffen und erlitt schwere Brandwunden, so daß er ins Landeskrankenhaus überführt werden mußte. Einige Mühe machte es auch. Die in den oberen Stockwerken liegenden kranken Kinder des Inhabers in Sicherheit zu bringen. Da man mit größeren Explosionen und dadurch möglicherweise entstehenden Verletzungen rechnete, hatte man vorsorglich eine Abteilung der Sanitätskolonne und das Krankenauto alarmiert. Doch brauchten Diele, abgesehen von dem einen Fall, glücklicherweise nicht in Tätigkeit zu treten.
In den Abendstunden wurde die Feuerwehr abermals alarmiert, da in dem Same Lindenstraße 30 ein Schormteinbranb entstanden war. In kurzer Zeit konnte hier die Gefahr beseitigt werden.
Reichskurzschrist-Verein, Fulda.
Man schreibt uns:
Am Mittwoch, den 20. Februar 1929, abends 8% Uhr hält der R. K. V im „Ritter" einen Vortrags- und Diktatabend ab, der den Charakter einer Eabelsberper-Feier haben wird. Der 1. Vorsitzende. Herr Studienrat ForNmair, wird einen kurzen Vortrag über Franz Taver Gabelsberger, den ersten deutschen Stenographieerfinber von Bedeutung, halten. Anschließend berichtet der 1 Vorsitzende über den gegenwärtigen Stand chcr Einheitskurzschrift. — Bei dieser Gelegenheit soll zugleich auch die Durchführung des Bundessernwettschreiben am 10. März d. J. besprochen werden, zu dem schon jetzt alle Einbeitskurzschriftler cingeladen sind. — Freunde der Einheitskurzschrift und Gäste sind zu dem Vortragsabend herzlich eingeladen. Recht rege Beteiligung aller Mitglieder wird erwartet.
Wichtg für Jäger.
Stück 5 des Amtsblattes der Regierung in Kasiel vom 2. Februar 1929 enthält eine Polizeiverordnung der Minister für Wissenschaft, Kumt und Volksbildung u für Landwirtschaft. Domänen und Forsten, wonach bis zum 31. Dezember 1932 Groß- trappenhähnc und Großtrapvenhennen mit ieber Nachstellung zu verschonen sind. Nur im Monat März Dürfen Großtrappen- Hähne erlegt werden. Auch das Zerstören oder Ausheben von Nestern oder von Eiern und das Ausheben oder Töten von Jungen dieser Vo^elart ist bis zum 31. Dezember 1932 verboten.
* Morbach, 18. Febr. Auf Einladung des Herrn Lehrer Bachmann, hielt der Vorstand des Obst- und Gemüsebauvereins für den Landkreis-Fulda in Marbach eine Versammlung ab, zwecks Gründung eines Zweigvereins Herrn Lehrer Bachmann begrüßte die Erichicnenen. besonders die Herrn Direktor Tremmel, Kreisausschußmitglied Vogel-Zirkenbach und Gärtnereibesitzer Ries. Letzerer hielt einen lehrreichen Vortrag über die Psl ge und Düngung der Obstbäume und ermahnte die Obstzüchter, nur Qualitätsware zu liefern, um die starke Auslands- rontnrren3 vom Markt zu vertreiben. 1928 sind allein für über 619 Millionen Mark Obst und Gemüse eingeführt worden gegen 533 Millionen Mark im Jahre 1927. Ein Zusammenschluß ist unerläßlich um den Absay besser regeln zu können damit in guten Obstjahren kein Obst verdirbt. An der Debatte beteiligten sich die Herren Direktor Tremmel. Vogel. Bachmann und Bürgermeister Abel. Anschließend Daran wurde bann ein Obst- bauverein unter dem Vorsitz des Söerrn Lehrer Bachmann ge- arünbet von Drn 38 anwesenden Jnteregenren. meldeten sich sofort 25 als Mi-olieder. Herr Direktor Tremmel hielt noch einen lehrreichen Vortrag über Fütterungslehre, der gerade in Vieler Zeit besonders interessant war. weil der größte Teil bei Runkel erfroren ist, und dafür Ersatz geschaffen werden muß. Mit großem Dank an die Vortragenden schloß Die sehr lehrreiche Versammlung.
* Tann lRhön), 18. Febr. Der Sonntag nach Fastnacht ist seit uralten Zeiten der „Hutzelsonntag". Auch dieses Jahr haben es sich die Schulkinder trotz Der strengen Kälte nicht nehmen lagen, dem alten Brauch zu huldigen. Mit ihren bunten Papierlaternen durchzogen sie wieder, nachdem die Dunkelheit herabaeiunkcn war. die Straßen Der StaDt. Dazu fangen sie „Krasilches. galt Erbes mit Hutzclbrieh aeschmcln, und wenn häi mä fei' Hutzel gat, Dann soll Der Baam kci' Dirn mehr troag . ." Immer und immer wieder diesen Vers singend, zogen sie wohl eine Srundc lang durch die Straßen, bis sich dann der Zug allmählich auflöste und ein Kind nach dem andern, denen es zu kalt draußen wurde, nach Hause ging. Sonst machen zur selben Zeit die großen Burschen auf den Höhen der Berge Feuer an. Diesmal aber war das ja Der dicken Schneedecke weaen nicht möglich. Sieler alte Brauch reicht wie ähnliche Bräuche, z B. Der der Osterfeuer, bis in altger- maniiche Zeiten zurück. Ursprünglich wurden statt Papicrla'rer- nen Fackeln benutzt, die tüchtig im Kreise geschwungen wurden. Diese Feuerkreise und überhaupt die brennenden Feuer bedeuten die Sonne. Die rasche Bewegung der Fackeln aber und die darin zum Ausdruck kommende Kraft will man auf Die Sonne übertragen und diese dadurch veranlaßen, ihre Rückkehr zu beschleunigen. Mit all dielen brennenden Feuern will der Mensch die siegreich vordringende Sonne und den kommenden Frühling betrügen und ihr Kommen zu fördern versuchen Mit dem siegreichen Vordringen Der Sonne scheint es allerdings dieses Jahr noch gute Weile zu haben — Leider geht auch dieser schöne alte Brauch immer mehr zurück, ,bis er' eines Tages ganz vergessen sein wird, und wir nur noch in Büchern von ihm lesen werden. Volksbrauche sind aber für unser Volksleben von großer Vedcuiung, denn so lange sie noch int Schwange sind. Hat das Volk seine Seele noch nicht ganz verloren Deshalb sollte man diele alten Bräuche hüten und wieder zu neuem frischerem Leben erwecken, um dem Volk seine Seele zu erholen. „denn der blütenreiche und dultige Kranz der Volksbräucye und -Feste gibt dem Volksleben Festigkeit und Inhalt und besitzt die Zauberkraft, unser Volk über die Arbeiten des Alltaas zu erheben, das Leben zu verschönen und angenehm zu kürzen".
Denk! an die
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^ÄUL der RUDo-Bro^.ure „Bu^ss auf!' au jedem Posiskzalter zu ht deu.)