Zul-aer Anzeiger
Saida / Sia« 2
Nr. 301 Fulda, 24. Dezember 1927
Weihnachten 1927.
Kein Fest gibt es, das sich gerade in Deutschland immer wieder so stark geltend macht, wie das Weihnachts- fest. Wenn in den Straßen der Großstädte die ersten Christbäume auftauchen, dann geht ein seltsames Leuchten Über die Züge auch des Erwachsenen, wird das Auge mit «Sehnsucht nach dem Einst erfüllt. Und es ist, als ob des Weihnachtsbaumes Lichter ihren Schein schon ausstrahlen, ehe das Weihnachtsfest selbst da ist. Und diese Weih- üachtskerzen strahlen den Weihnachtsfrieden aus. Es ist, als ob mit dem ersten jubelnden Kinderlachen, mit dem ersten Aufglänzen der Kinderaugen vor dem Weihnachts- bauM der Haß und der Streit sich in dunkle Winkel zurück- -sehen, gehobene Fäuste sinken, drohende Mienen sich glätten.
So wird auch in unserem Leben von heute, durch das der rücksichtslose Kampf ums Dasein tobt, das nur den rücksichtslosen Gebrauch der Ellenbogen kennt, das nur unter der Parole des „Nach Golde drängt, am Gold« hängt doch alles!" steht, die Erfüllung des Engelswünsches für kurze Tage Wirklichkeit: Friede aus Erden! Fast zweitausend Jahre hindurch klang dieser Engelsgesang und immer wieder lauschte das deutsche Volk sehnsüchtigen Sinnes. Viermal wurde der Engels, gesang durch das Brüllen der Kanonen übertönt, ein fünftes Mal zerschnitten wie mit einer Säge diesen Engels, grub die Maschinengewehre in den deutschen Städten, durch die Aufstand und Bürgerkrieg rasten. Und im Osten Deutschlands war es dunkel, ganz dunkel geworden, durfte kein deutscher Weihnachtsbaum brennen, weil deutsches Land der Gewalttat der Polen anheimgefallen war. Dort und in Südtirol, im Elsaß und im Böhmerland, allüberall, wo Deutsche wohnen, ertönt auch jetzt wieder das deutsche Weihnachtslied, umsteht die Familie den deutschen Weihnachtsbaum am deutschen, deutschesten Weihnachissest. Aber dunkel sind die Augen, leise ist das Lied — denn draußen schleicht der Unterdrücker, horcht und lauscht der Aufpasser. Kein Friede ist's, keine Liebe, sondern Verfolgung, Haß und geistige Not. Und schier hoffnungslos starren dort die brennenden Augen in die Lichter des Weihnachlsbaumcs.
Besser geworden aber ist es in Deutschland, äußerlich wenigstens. Verstummt ist das Gebrüll der „Rede"- kanonen; man hat keine Sehnsucht, hat nur tiefste Abneigung im Schatten des Weihnachtsbaumes gegen alles, was irgendwie mit Parteipolitik zusammenhängt. Man will ein paar kurze Tage wenigstens den Frieden haben, will von sich sernhalten die mehr oder minder — meistens minder — wichtigen Dinge des Lebens und des Kampfes dort draußen auf der lärmenden Straße. Und in jedem einsichtigen, von diesem Leben und diesen Kämpfen noch nicht ganz durchtränkten und zerrütteten Menschenhirn règt sich die Sehnsucht danach, daß der milde, friedenbringende Weihnachtsglanz doch nicht in demselben Augenblick erlöschen möge, wenn die Kerzen des Weilp- nachtsbaumes herabgebrannt sind. Daß neben den Feier- stunven der fröhlichen, vei lägen Weihnachtszeit auch ein wenig von ihrer friedenbringenden Sehnsucht in den Alltag des Lebens hinausgetragen wird
Sie LandivirtMafi an der Jahreswende.
Eine Rede des R e i ch s c r » ä h r u n g s m i n i st c r s.
Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Schiele, hielt einen Vortrag über „Die Landwirtschaft an der Jahreswende" Milliarden an Kapital und Hunderte von Millionen Arbeitsstunden seien von den landwirtschaftlichen Betrieben für die nächste Ernte aufgewendet. Betrage doch allein die Menae des Brotaetreide -Saatgutes, das
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: Mnimtsünjzig zahre deutsche Humoreske.
, Von Professor Dr. Franz Häußler- Wien.
- Man wird es kaum für möglich halten, daß die Humoreske nod) nicht älter ist als erst hundertfünfzig Jahre. Dabei hat sie lange Zeit keinen rechten Namen gehabt. _ Die Wörterbücher verzeichnen den Ausdruck „Humoreske" erst seit unserem Jahrhundert in ihren Spalten. Praktisch wurde er freilich schon früher gebraucht; aber auch erst seit den vierziger und fünfziger Jahren. Der älteste bekannte Beleg nennt sich: ,;Humoresken für Sopha und Eisenbahnkoupee" von Winterfeld. Indessen ist die Humoreske doch schon bejahrter als die Eisenbahn, nur einen Namen hatte sie eben noch nicht, und die Theorie fehlte ihr. “
Mit der ist es übrigens noch heute nicht zum besten bestellt, denn es treibt sich sehr viel Minderwertiges unter dem Nâmen herum, so daß viele in der Humoreske überhaupt nur eine leichte Tageskost sehen, die man liest und auf immer vergibt. Damit tut man ihr aber bitter unrecht. Humoreske soll eine kurze Prosaerzählung sein, die uns durch ihren humorvollen Gehalt und mehr noch vielleicht durch die humorvolle Behandlung ihres Stoffes zum Lächeln bringt. Nicht zum tollen Lachen wie die effekthascherische, karikierende Groteske odef die ausgelassene Burleske, aber auch nicht zum Weinen tnit einem Auge, wie die bitter ironische Satire. Als ihren Ehâraktergrundzug verlangen wir, mit Lessing, stille Heiterkeit. Die Humoreske soll nicht durch die nackte Komik ihres Vor- wutses, sondern vielmehr durch die heitere Stimmung ihres Gesichtspunktes wirken, wenn sie Anspruch auf den Titel eines Kunstwerkes machen will. Woraus schon hervorgeht, daß zwar viele Humoresken geschrieben, aber nur sehr wenige als dauernd wertvoll angesehen werden können. Dies erklärt auch, warum sie so spät auftrat; sie ist, wie Humor überhaupt, erst in einer reifenden Literatur möglich.
Soist den Deutschen erst im Jahre 1777/8 die erste toorben ^ yuQI von Helferich Peter Sturz geschenkt die dem Deister". Sce blieb auch lange gerinafuaio SÄ* starb bereits 1779. Der Inhalt ist mö*k wiedergegeben. Die kleine Frau Simon großmächtiaen machen. Wie aber soll sie ihren &e sagt fe n Wort v^n^ dazu bringen? Höchst einfach, mit einem Herzenswunsch, Ile droht nur ten reqierenhcn ^ läßt sich von ihrem bcstürz- fie somit? entführt r#11^ davon abbringen, daß er wohin sie ja eben nach dem Deister, fonbern ledialiw — Es ist keine Pointierung versucht, sagenden^Ä « der ntd^ würdig und gemütlich d^ s ^ .das alles so licbens- Humoreske int bX?„nM bereits von einer «orlä^ höchsten Sinne sprechen kann, aenua. Wurde' boc^b? Jahrhundert
u âtt jener Zeit die Form der Kurz-
unsere Landwirtschaft alljährlich im Herbst" und rm"FrtkhM? den Ackern anvertraue, annähernd 850 000 Tonnen. Mengen- ntäßig seien die Ernteergebnisse int Sommer dieses Jahres wenigstens etwas bester wie 1926. Insgesamt sei die
Brvtgctieidcerntr um annähernd eine Million Tonnen größer als im vorigen Jahre.
Auch die Kartoffelernte überschreite die des Vorjahres n in 27 Prozent Aber dieser mengenmäßige Gewinn gehe zum großen Teil dadurch verloren, daß qualirativ Die Ernte fast aller Früchte durch Die schweren Unwetter erheblich gelitten habe. Immerhin rechtfertige der Ausfall der Ernie die Feststellung, daß zu einer Besorgnis hinsichtlich der Versorgungslage der städtischen Bevölkerung kein A n I a ß vorliege. Aus dem Gebiete der V l e h h a l t » n g lägen die Verhältnisse wesentlich trüber Die Viehpreise seien in Den letzten Monaten ständig zurückgegaugen Die Schweinepreise insbesondere seien weit unter die tatsächlichen E r z e u g u n g s ? o st e n gesunken.
Besonders beklagenswert sei es, daß der Konsument von den gewaltigen Opfern, die die Landwirtschaft infolge der niedrigen Viehpreise fortdauernd bringe, wenig verspüre. Es bedeute eine Großtat der Landwirtschaft, trotz der Rückschläge der vergangenen Jahre den Viehbestand wieder aus ein der Vorkriegszeit angenähertes Maß gebracht zu haben. Gerade die neuere Entwicklung unserer Handelsbilanz beweise aufs deutlichste, daß wir noch weit entfernt seien von gesunden und ausgeglichenen Marktverhältnisten. Gefährde man die Roggen- und Kartoffelproduktion und die auf ihr beruhende Schweinezucht oder gebe man sie sogar preis, so zerstöre man jede ausbauende Arbeit im Osten. Die schwersten Gefahren zögen über unser n a 1 i o n a l p o l i 1 i s ch bedrohtes Ostpreußen heraus, dessen wirtschaftliche Lage schon heute einer Katastrophe zutreibe.
Die fortdauernde Unrentabilität der Betriebe sei die Quelle aller wirtschaftlichen Röte der ländlichen Bevölkerung. Die Folge dieses Notstandes seien
Mi llia rdenverluste, die die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren erlitten habe. Die Zinsschuld stehe in einem völligen Mißverhältnis zu den heutigen Betriebsergebnissen. Niemand dürfe es wagen, von einer Schuld der Landwirtschaft an den gegenwärtigen Verhältnissen zu sprechen. Die großen Arbeitsziele der nächsten Zukunft erblicke er in unablässiger technischer Vervollkommnung und Rationalisierung der Betriebe und des Absatzes sowie in Der Standardisierung und einer Qualitätssteigerung der Produkte Durch Reichshaushaltsgesetz wurde aus fünf Jahre ein Betrag von jährlich sechs Millionen Mark bereitgestellt werden, um den Zinsendienst von etwa 150 bis 200 Millionen Mark landwirtschaftliches Meliorations- lapital aus tragbare Sätze zu verbilligen. Die hierdurch ermöglichten landeskulturellen Maßnahmen gehörten zu den drängendsten Rationalisierungsaufgaben. Sie seien vielfach die unerläßliche Vorbereitung für Die Besiedlung und würden neue bodenständige Arbettsmöglichkeiten schaffen. Die Landwirtschaft kenne keine Arbeitslosigkeit, sondern leide geradezu unter Arbeiternot und sei fast noch unbegrenzt aufnahmefähig für neue Arbeitskräfte, sobald sie leistungsfähig unb entwicklungsfähig werde.
Begnadigungen zum Wsihnachissest.
In Sachfen , in Bqyerh unv in Thüringen.
Zum Weihnachtsfest sind vom sächsischen Justiz- Ministerium 187 Begnadigungen ausgesprochen worden, wodurch größtenteils Gefangene in Freiheit gesetzt, teils Strafen gemildert (umgewanvelt oder herabgesetzt) oder erlassen oder Bewährungsfristen bewilligt wurden. — Der bayerische Ministerrat hat ebenfalls eine Anzahl Begnadigungsakte beschlossen. So wurde der seinerzeit wegen Landesverrats zu lebenslänglichem Zuchthaus ver- urteilte Freiherr von Leoprechting unter Umwandlung seiner Strafe in acht Jahre Zuchthaus, wovon er sechs Jahre verbüßt hat, in Freiheit gesetzt. Außerdem wurde der Metzger Lindner, der die Attentate gegen den Minister Auer, den Abgeordneten Osel und den Major Gareis verübt hat und der deshalb zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, nach Verbüßung von sieben Jahren unter Zubilligung einer Bewährungsfrist für den Strafrest aus dem Zuchthaus entlassen. Weiter wurde der am Geiselmorde beteiligt gewesene Zuchthausgefangeue Huber, der zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, nach Verbüßung von sieben Jahren seiner Strafe auf freien Fuß gesetzt.
Vom thüringischen Justizministerium sind aus Anlaß des Weihnachtsfestes eine Reihe von Begnadigungen ausgesprochen worden. Es handelt sich im wesentlichen um Gefangene, deren Strafen demnächst ablaufen. Sie werden noch vor dem Fest auf freien Fuß gesetzt.
erzählung allgemein beliebt. Da waren Die Schwänke neuerer Art, die uraltes Novellen- und Märchengut 311 pikanten Histörchen verarbeiteten und mit einem moralischen Schwänz- djen versehen — die stark auskommenden Zeitungen und Zeitschriften so mit Lesestoff versorgten. (Hier sei nur Langbein genannt.) Es gab andererseits die komischen Verserzahlun- gen, mit denen Hagedorn, Lessing und dann vor allen Wieland auftraten. — Nachfolger dagegen hatte Sturz zunächst fast keine. Nach ihm ist erst Jean Paul wieder zu nennen, bei dem man, wenn er auch schlechthin als „Humorist" galt, doch gerade die geschlossene und knappe Form der Hunioreske vergeblich suchen würde. Doch finden sich im Anhang zu seinem Leben des Quintus Fixlein und den „Jus de tabiette für Mannespersonen" einige Äeschichtchen, die wir wohl als Humoresken gelten lassen können. Noch viel mehr verdient diesen Titel die 1809 erschienene: „Reise des Feldpredigers Schmelzle nach Flätz". Schmelzle ist nämlich ein frühes Gegenstück zu Daudets Tartarin und ein würdiger Nachfolger Don Quichotes: die Erzählung selbst aber so in sich geschlossen, daß dadurch wirklich ein nettes Kleinkunstwerk entstand.
Die nächste bedeutendere Leistung, welche die Tradition sortiert, ist auch heute noch nicht aus dem Buchhandel verschwunden: Heinrich Zschokkes „Tantchen Rosmarin!" Zschokke, der sich auch sonst in Humoresken versucht hat, weiß hier das Thema von Kleists Marquise von O schalkhafl ins Humoristische zu toenben, ohne aber auch nur im geringsten frivol zu werden: Suschen begeht einen Fehltritt, aber sie kann nichts dafür; schuld trägt nur die gänzliche Unwissenheit, in der sie Tantchen Rosmarin gehalten. An dieser rächt sich denn auch die Verkehrtheit der ganzen Geschichte, die der Autor selbst umschreibt: „Erst Kindstaufe, dann Hochzeit, dann Liebschaft, dann Entführung!"'
Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, da deutscher Humor seine vollste Blüte entfaltet, gelangt auch die Humoreske zur Vollendung. Allerdings war es weder Heinrich Heines geistreichem Sarkasmus, noch Wilhelm Raabes schwerer Breite gegeben, eigentliche Humoresken zu schassen. Aber Gottfried Keller hat ihr die klassische Ausprägung verliehen. „Die drei gerechten Kammacher", „Kleider machen Leute" und „Der Schmied seines Glücks", alle in den „Leuten von Seldwyla", stellen wohl kein zweites Mal erreichbare Gipfelputtkte dar. Doch auch die Rahmenerzählung im „Vogt vom Greifensee" und „Die sieben Legenden" mit ihrem gütig verstehenden Lächeln gehören der Gattung der höchst verfeinerten Hunro- reske an. Neben Keller vertritt Fritz Reuter mit seinen Kurzgeschichten in Schurr-Murr die naturwüchsigere Art.
Damit ist aber schon die breite Entwicklung angeöahnt, Hc nunmehr innerhalb kurzer SYahnehute die .Lmmm-eske nt einer Licounqsgattung des w;erwen Puoutums machle. ptun erhielt jede Stadt (Wien, Berlin und vor allem München),, jedes Dialektgebiet (Rosegger), sowie jeder Stand (z. B. Miliv färbumomteit) eigene Humoresken, wenn auch nicht immer aerobe in böclnter Vollendung. Gemeinsam zeigt sich dabei
Die Arbettszeit in der Großeiseädustkie
Arbeitszeit und Lohn.
Über die Durchführung der Arbeitszeitverordnung vom 16. Juli 1927 verhandelte der Schlichter für Westfalen mit den Arbeitgebervertretern und mit den Arbeitnehmervertretern in Dortmund. Die Verhandlungen hatten rein informatorischen Charakter. Später fanden im Reichsarbeitsministerium zu Berlin Verhandlungen über die DurcMhrung der Verordnung im Siegener und Sauerländer Gebiet statt. Von dem Verlauf dieser Verhandlungen hängt es ab, ob neue Verhandlungen zwischen den Parteien vor dem Dortmunder Schlichter angesetzt werden.
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Eine Konferenz von Delegierten des Deutschen Metallarbeiterverbandes sprach sich mit 70 gegen 13 Stimmen scharf gegen den Schiedsspruch in der Eisenindustrie aus, der den berechtigten Forderungen der Arbeiter in keiner Weise genüge.
„e. 4" endgültig verloren.
Die Hebungsarbeiten.
Der mit den Rettungsarberten des bei Provincetown gesunkenen U-Bootes „S. 4" beauftragte Konteradmiral Frank Brumby teilte offiziell mit, daß die gesamte Mannschaft des Unterseebootes „S. 4“ enogültig als verloren gelten muß. Die Wiederbelebungsversuche durch Luftzu- sührung in den Torpedoraum seien ergebnislos verlaufen. Dessenungeachtet werden die Hebungsvcrsuche fortgesetzt, um das Schiff schnellstens zu bergen.
Inzwischen sind die Marinebehörden einer ;dürfen Kritik von allen Seiten ausgesetzt und ihr Stand ist erschwert durch die Behauptungen Sachverständiger, daß bei den Rettungsversuchen nicht alles mögliche getan worden sei.
Bermischie Nachrichten.
Beringung von Havelschwüncrl.
Potsdam. Die im Potsdamer Stadtkanal zusammen- getriebenen Havelschwäne wurden beringt.. Sie erhielten sämtlich Füßlinge mit der Adresse des Magistrals Potsdam, Dem Ursprungsland „Germania" und der Sitte um Rücksendung. Es waren etwa 40 Schwäne zusammengekommen.
EtsenbahnNnfaü bei Aaihenow.
Rathenow. Auf der Brandenburgischen Städtebahn entgleisten zwischen den Stationen Rathenow und Mögelin drei Wagen und der Packwagen eines Personcnzugcs in einer Weiche, deren Verbindungsstange zwischen den beiden Weichcnzungen infolge der Vereisung gebrochen war. Zwei Wagen stürzten um und wurden schwer beschädigt. Eine Person wurde schwer verletzt, bei einer Reihe weiterer Personen waren die Verletzungen derart, daß sie nach 'Anlegung von Notverbänden ihre Reise fortsetzen konnten.
Zwei große Mühlen nicDergcbrannt.
Bautzen. In der großen Mühlenanlage Der Lehmannscheu Mühlenwerke A.-G. in Nadelwitz brach ein Feuer aus, durch das das riesige Gebäude vollständig eingeäschert wurde. — Auch in dem Bautzener Zweigwerk, das bereits vor kurzem von einem Großseuer heimgesuchi worden war, entstand ein verheerender Brand. Auch dieses Werk fiel den Flammen znm Opfer. Die Löscharbeiten waren infolge des Schnees, Der Kälte und des furchtbaren Sturmes außerordentlich schwierig. Durch einstürzende Mauern wurde ein Schlauchsührer schwer verletzt: eine Postbeamtin erlitt bei Aufräumungsarbeiten einen Beinbruch.
Verhängnisvolle Revolverspielerei.
Rudolstadt. Im nahen Neusitz richtete der neunzehn- jäbrige Alfred Leube im Scherz eine Pistole auf ein junges Mädchen. Als seine Braut zwischen beide trat, krachte aus noch unbekannter Ursache ein Schuß und Die Braut des L. sank tödlich getroffen nieder. Darauf tötete L. sich selbst durch einen Schutz in die Stirn.
Der Giitcrzug in der Schafherde.
Gelnhausen. Bei Gelnhausen fuhr ein Güterzug in eine Schafherde, Die sich auf dem Heimlrieb befand und trotz aller. Bemühungen nicht vom Bahnkörper fortzubckommcn war. Etwa 70 Schafe wurden getötet.
Auf dem Güterzug erfroren.
Katèowitz. Wie aus Rybnik eintreffenbe Eisenbahner berichten, sind drei ihrer Kollegen aus Oberschlcsicn während neunftünbiaer Fahrt auf einem Güterniae auf der Strecke
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noch ein werteres Streben nach Verkürzung, zunächst vielleichc . infolge Der Raumknappheit bei den die Gattung besonders pflegenden Zeitungen und Zeitschriften, doch auch auf Grund ihres eigenen Charakters. Vielfach ist daher auch in Preisausschreiben der Versuch gemacht worden, diese Entwicklung zu fördern. Freilich ergibt sich aus dieser Komprimierung auch die Gefahr, daß die Humoreske die notwendige Gemür- lichkeit verliert und mit der Skizze ganz zusammenfällt. Dagegen werden die Fruchtbarkeit und die Wirksamkeit der Tiumoreske nur noch weiter erhöht.
Gaszähler im 16. MrtzLNöert.
Man macht sich heute keine Vorstellung davon, welch ein ungeheurer Aufwand in Essen, Trinken und äußerem Prunk unter den Fürsten, aber auch unter den Bürgern im Äèittel- alter getrieben wurde. Da feierte beispielsweise der Herzog Johann von Sachsen, der nachmalige Kurfürst „der Beständige", mit Sophie von Mecklenburg im Jahre 1500 zu Torgau Hochzeit. Dazu erschienen 13 Herzöge und Fürsten, 22 ©rasen, 20 Freiherren, eine große Zahl Mitglieder des niederen Adelst der Erzbischof von Magdeburg, 4 Bischöfe, 10 Aebte, 24 Prälaten, 6 Fürstinnen, 16 Gräfinnen und Freifrauen und 263 andere adelige Damen. Diese führten 7200 Pferde mit sich und besaßen ein Gefolge von insgesamt 10 500 Personen. Alte Akten bekunden, daß diese Menschenmasse vom 8.—15. März, also volle acht Tage lang, auf Kosten des Herzogs aufs beste bewirtet wurde, und ein Augenzeuge berichtet, alles sei so reichlich vorhanden gewesen, daß man nach dem Abschied der Gäste von dem, was man übrig behalten hat, nochmals eine solche Hochzeit hätte feiern können
Im selben Jahrhundert, nämlich un Jahre 1578, hielt der reiche böhmische Edelmann Wilhelm von Rosenberg Hochzeit mit einer Markgräsm von Baden. Die Kosten dieses vier Tage dauernden Hochzeitsschmauses müssen außergewöhnlich hoch gewesen fein, Denn es wurden Dabei verzehrt: 40 Hirsche, 50 Damhirsche, 50 Fäßchen „gesalzenes Wildpret", 20 Rehe, 2130 Hasen, 250 Fasanen. 30 Auerhähne, 2050 Rebhühner,
20 688 Krammetsvögel, Schnepfen und Tauben, 150 gemästete Ochsen, 20 geräucherte Ochsen, 546 Kälber, 654 Schweine, 2187 Blut , Leder und Bratwürste, 450 Hammel, 5313 Gänse, 350 Pfauen, 3106 Kapaunen und Hühner, 18120 Karpfen, 10 209 Hechte, 6380 Forellen, 5200 Schock Krebse, 7096 Stück geräucherte Fische, 350 Stockfische. 1200 Seespatzen, 675 Neunaugen, 780 Heringe, 30 947 Eier, ferner 400 Eimer ungarischer und deutscher Wein. 40 Tonnen spanischer Wein, 903 Fässer böhmisches Vier. Die Pferde der Gäste benötigten allein 3703 Strich Hafer. H. W. W albe r.
„Onkel Doktor, kannst du auch Schnupfen machen?" „Aber warum 'Denn, Junge?" - „Ich möchte gern einen Schnupfen haben wie der Paul, wo cs immer so quietscht, wenn man sich die Nase putzt."