Gesamtbetrages erfolgen, so würden die Verhandlungen direkt zwischen deutschen Vertretern und denen der Reparationen empfangenden Länder vor sich gehen, mcH durch Vermittlung der Dawes-Kommission. Deutschland müsse wissen, was es seinen früheren Feinden schulde. Gilberts Anregung sei daher „einfach und notwendig". Wenn bei der Festsetzung der deutschen Reparations. endsumme von „weniger als zwei Jahren" gesprochen werde, so sei damit gemeint, daß „der Umfang der deutschen Verpflichtungen unter allen Umständen am Ende des ersten Jahres der vollen deutschen Jahreszahlungen feststehen sollte, also am Ende des am 1. September 1923 beginnenden Zahlungsjahres".
Mell-Soof-MnnsHast vor Dem Ersticken
; Die Sauer stoffzufuhr reicht nicht aus.
Die Hoffnung auf Rettung der noch am Leben befindlichen, in dem gesunkenen amerikanischen Unterseeboot „S. 4" eingeschlossenen se ch s Matrosen ist so gut wie aufgegeben worden. Die Versuche, die Eingeschlossenen zu erreichen, mußten eingestellt werden, da starker Sturm und eisige Kälte alle Anstrengungen lange Zeit fruchtlos machten. Die bisherigen Feststellungen der Taucher haben ziemlich einwandfrei ergeben, daß von der Besatzung nur noch die sechs im Torpedoraum Eingeschlossenen am Leben sind. Aber auch sie haben, wie sie auf die Hammersignale der Taucher antworteten, bereits sehr unter der sich schnell
verschlechternden Luft
zu leiden und können kaum noch lange aushallen. Einem Taucher gelang es, Rufe der eingeschlossenen Seeleute ab- Zuhören. Es war eine Bitte um schnelle Hilfe. „Sauerstoff," immer wieder „Sauerstoff" lautete das Klopfzeichen. Die Kräfte der noch lebenden U-Boot-Insassen scheinen rapide abzunehmen. Die Klopfzeichen, die aus dem Innern des U-Bootes dringen, wurden schwächer und schwächer, um schließlich ganz zu verstummen.
Oie beleidigte Reichswehr.
' DerProzeßgegendieWeltbühne.
In dem Berliner Beleidigungsprozeß der Reichs- Wehroffiziere gegen die Redakteure der Zeitschrift Die Weltbühne beantragte Staatsanwaltschaftsrat Dr. Lesser gegen den Verfasser des fraglichen Artikels, den Schrift- sleller Salomon, wegen Beleidigung und übler Nachrede 1500 Mark, gegen den verantwortlichen Schriftleiter der Weltbühne, v. Osstetzki, 1000 Mark Geldstrafe, im Nichtvermögensfalle für je 50 Mark einen Tag Gefängnis.
In einem Artikel der Zeitschrift war behauptet worden, daß man im Reichswehrministerium mit an erster Stelle (in der politischen Abteilung) von den sogenannten gememorden der „Schwarzen Reichswehr", an denen der berleutnant Schulz beteiligt war, gewußt habe. Der Zeuge, Major Buchrucker, stellte diese Behauptung in Abrede. Der Eerichtsvorsitzende betonte dem Anwalt des Angeklagten gegenüber äußerst erregt, daß die Existenz einer Feme nicht erwiesen wäre, auch das Reichsgericht hätte sie in keinem Urteil als jemals bestehend anerkannt. Der zum Tode verurteilte Oberleutnant Schulz war während der ganzen Verhandlung als Zeuge anwesend und schlug erregt auf den Tisch, als von den Angeklagten behauptet wurde, daß die Schwarze Reichswehr 15 Leute ermordet hätte.
Die WtferMiws der Kister-Affäre.
Weiterarbeit nach Weihnachten.
Der parlamentarische Untersuchungsausschuß des Bayerischen Landtages unterbrach vorläufig seine Arbeiten über die Vorgänge vom November 1923. Der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Högner beendete als Berichterstatter sein umfassendes Referat.
Dr. Högner stellte in seinem Bericht ausdrücklich fest, daß sich in der Putschnacht der damalige bayerische Kultus- rninister Dr. Matt durch seine entschlossenen Maßnahmen ein außerordentliches Verdienst um das deutsche Vaterland erworben habe, da eine längere Dauer des Hitler-Putsches zweifellos schwere Gefahren für Deutsland und Bayern gebracht hätte. Über die Rolle, die der ehemalige Kronprinz damals spielte, äußerte Dr. Högner, der Öffentlichkeit sei nur bekannt, daß der damalige Generalstaatskommissar K a h r sich zum Statthalter des Königs erklärte. Aus den Akten gehe aber die Tatsache einer innenpolitischen Tätigkeit des Kronprinzen Rupprecht im Herbst 1923 hervor. Verschiedene Umstände sprächen dafür, daß das Generalstaatskommissartat dazu bestimmt war, die Wiederein- sührung der Monarchie in Bayern in die Wege zu leiten.
Dr. Högner beanstandete schließlich, daß im Hitler- Prozeß eine Reihe wichtiger Zeugen nicht vernommen worden sei, kritisierte die Verhandlungsführung des Vorsitzenden im großen Hitler-Prozeß und bezeichnete es als auffällig, daß bei den verschiedenen Prozessen gegen Beteiligte am Hitler-Putsch fast immer die gleichen Laien- richter fungierten.
Der Ausschuß wird zu dem Referat erst nach Weih- trachten Stellung nehmen.
Programm des Zungdeutschen Ordens.
Kein Gegensatz von rechts und links.
Ein „Reichsordenskapiie! des Jungdeutschen Ordens" wurde Sonntag in Berlin abgehalten, an dem sich zahlreiche Führer der Vereinigung aus dem Reiche beteiligten. Der Hochmeister des Ordens, M a h r a u n, gab die Richtlinien bekannt, stach denen gearbeitet werden soll.
M a h r a u n wies einleitend aus den Kampf des Ordens um seine Gestaltung hin und betonte, daß der Orden jetzt seine bisherige Ausgabe, nämlich für den Selb st schütz Deutschlands einzutreten, hinter sich habe. Die Arbeit des Ordens gelte den jetzigen Zuständen in Deutschland. Heute habe man nicht die Demokratie, sondern die Plutokratie. Der Kamps des 20 Jahrhunderts gehe um die Freiheit der Völker gegen die Tyrannei des Geldes Der Orden glaube nicht an den Völkerbund; er lehne aber jedes nutzlose Predigen des Revanchegeistes ab Das jetzige Manifest bilde nur den Anfang einer Aussprache mit Führern aller Richtungen. Mit dem Manifest begrabe der Orden jeden bisherigen Streit: er kenne keinen Gegensatz von rechts und links, keinen Unterschied von Klassen und Standen. Der Verfassungsgrundsatz, daß die Gewalt vom Volke ausgehe, sei verletzt worden. An die Stelle der von der Weimarer Verfassung gewollten Macht des Volkes fei die Macht des Geldes getreten. Der Kampf gegen die Plutokratie müsse unter Umständen auch mit Wahlenthaltung durchgefochten werden.
Die Auslösung der preußischen GutsSezirle
Beschleunigungserlaß des Innenministers.
Ter Preußische Landtag hat am 12 Dezember einen Gesetzentwurf der Regierungsparteien über die Regelung des Gemeindewahlrechts angenommen. Der Staatsrat hat beschlossen, Einspruch gegen d,eses Gesetz nicht einzulegen. Das Gesetz ändert die bestehenden Gesetze aus drei verschiedenen Gebieten ab, und zwar bei dem Eingemeindungsrecht, bei der Bürger- meisterewersassung in den Provinzen Rheinland und Westfalen Md verfüai die Auf!ökuna der G «ts h e L i r k ft,
Nach Mitteilung des Preußischen Prcssedieuftes wird eine Anweisung zur Ausführung des Gesetzes demnächst ergehen. Da jedoch die Auflösung der Gntshezirke mit allergrößter Beschleunigung ausgeführt werden muß, damit die Einwohner der Gutsbezirke bereits bei den für das Frühjahr 1928 zu erwartenden Kommunal w adle n ihr Wahlrecht aus- üben können, hat der preußische Minister deS Innern die Oberpräsidenten hiervon schon jetzt verständigt, um die bereits gegenwärtig möglichen Vorbereitungen für die Ausführung des Gesetzes sofort in die Wege zu leiten.
Die Landräte sollen entsprechende Vorschläge für die Auflösung der Gutsbezirke sofort ausstellen. Der Minister spricht die Erwarlilng aus, daß ein Landral, der seinen Kreis kennt, diese Arbeit in kürzester Frist bewirken kann. Die Ausführuugs- anweisung wird anordnen, daß die Landräte bis Mitte Januar 1928 die erforderlichen Vorschläge auszuarbeiten, alsdann die beteiligten Gemeinden und Gutsbezirke zu hören haben. Damit in den einzelnen Kreisen nach einheitlichen Gesichtspunkten verfahren wird, wird cs erforderlich sein, daß die Regierungspräsidenten noch vor Weihnachten eine Besprechung mit den Landräten ihres Bezirks abhalten.
Dotiiische Rundschau
Deutsches Reich.
Lohnofurgung bei der Reichsbahn.
Die Verhandlungen der Deutschen Reichsbahngesell- schaft mit den am Lohntarifvertrag beteiligten Tarif- gewerkschaften in der Frage der Erhöhung der Ortslohnzulagen haben zu einer vollen Einigung geführt. Es handelte sich um die Erhöhung der Ortslohnzulagen oder die Einführung neuer Ortslohnzulagen mit Rücksicht auf die Angleichung der Löhne der Reichsbahnarbciter an die Löhne in der Industrie. Die Erhöhung der Löhne beträgt im Durchschnitt zwei Reichspfcnnige für die Stunde. Beteiligt sind an der Erhöhung die Arbeiter in 29 Reichs- bahndirektionsbezirken, so beispielsweise die der Disnstorte im Gebiete von Groß-Berlin und Groß-Hamburg, ferner in Sachsen und in west- und süddeutschen Industriegebieten. Es kommen über 90 Prozent der Arbeiter in Betracht.
Neuwahlen auch in Sachsen?
Die Entscheidung des Staatsgerichtshofes in der Frage der Wahlbeschränkungen in Mecklenburg-Strelitz, Hamburg und Hessen berührt auch Sachsen. Der letzte Sächsische Landtag hatte eine Änderung des Wahlgesetzes beschlossen, nach der bisher im Landtag nicht vertreten gewesene Parteien für ihre Kandidatenliste 500 Unterschriften aufzubringen und 3000 Mark als vorschußweise» Kostenbeitrag zu zahlen hätten, der der Staatskasse verfallen sollte, wenn auf die Liste dieser Parteien kein Abgeordneter gewählt wurde. Von den Blättern aller Parteirichtungen wird in Zweifel gezogen, ob nach dem Urteil des Staatsgcrichtshoses das sächsische Landtagswahlgesetz einer Nachprüfung vor dem Staatsgerichtshof standhalten würde. — Ein Termin für die Neuwahlen in Hamburg ist übrigens noch nicht bestimmt.
Widerstreit in Mecklenburg-Strelitz zwischen Regierung und Landtag. ° "
Das mecklenburg-strelitzsche Ministerium hatte auf Grund des Urteils des Staatsgerichtshofs die am 3. Juli 192/ erfolgte Landtagswahl für u n g ü l t i g erklärt und Die Befugnisse des Landtages dem einstweiligen Landes- ausschluß übertragen. Gegen diese Regierungsbekanntmachung wendet in einer Veröffentlichung der Präsident des Mecklenburg-Strelitzschrn Landtages, Dr. Foth. Er weist darauf hin, daß das Urteil des Staatsgerichts- Yoses es ausdrücklich dem Lande überlasse, die Folgerun- gen aus seinem Spruch selbst zu ziehen. Das Organ des Landes hierzu sei lediglich der bestehende Landtag, der allem befugt sei, über seine Auflösung zu beschließen. Die Einberufung des Landtages bleibe bestehen. — Von nationalsozialistischer Seite wird in Mecklenburg-Sä -rin e^siMs Klage beim Staatsgerichtshof gegen die Gültigkeit der letzten Landtagswahlen erhoben werden.
Freistaat Danzig.
X Bürgerliche Regierungsbildung gescheitert. Die seit mehreren Wochen zwischen den bürgerlichen Parteien geführten Verhandlungen zur Bildung einer bürgerlichen Regierung haben sich endgültig zerschlagen, da die Vorbedingung, die Zusammenfassung der liberalen Parteien zu einer Fraktion, nicht erfüllt werden konnte. Es kommt nunmehr eine Regierung der Mitte, bestehend aus Sozialdemokraten, Zentrum und Deutschliberalen, in Frage.
Rußland.
X Unterwerfung eines Teiles der Opposition. Der Parteitag der Kommunistischen Partei wurde geschlossen. Es wurde ein neues Zentralkomitee gewählt, dem 71 Mit- giieber, darunter alle bekannten Parteiführer, wie Stalin, Rykow, Bucharin, Tomski u. a., angehören. Auch ^.ichrtscherin wurde an das Zentralkomitee wiedergewählt Rykow verlas eine an das Präsidium ergangene neue Erklärung eines Teiles der Opposition, unterzeichnet von den aus der Partei ausgeschlossenen Politikern Kamenew, Linowzew u. a. Die Erklärung bringt zum Ausdruck, datz Dieser Teil der Opposition seine völlige und vor- behaltloje Unterordnung unter alle Beschlüsse des Partei- Wges kundtat und seine Anschauungen für irrig erklärt. Der Parteitag war damit nicht zufrieden, sondern forderte Emzelgesuche der Ausgeschlossenen um Wiederaufnahme. Das neue Zentralkomitee der Kommunistischen Partei hat das politliche Bureau mit folgenden Mitgliedern gewählt: Bucharin Woroschilow, Kalinin, Kuibyschew, Molotow, Rykow, Rudsatak, Stalin und Tomski. Zum Generalsekretär der Partei wurde Stalin wiedergewählt.
Aus In- und Ausland.
™ Der Reichspräsident hat aus Anlaß der Verabschiedung der Besoldungsordnung an den Reichsfinanz- mlnister ein Dankesschreiben gerichtet.
Berlin. Nach der Übersicht der Reichshauptkasse über die vom 1. April bis 30. November 1927 sind in den ersten acht Monaten des Rechnungs- lahres tm ganzen,597 Millionen Mark mehr als acht Zwölftel des Jahressolls von 7750 Millionen Mark aufgekommen.
Berlin, ^n kurzer Zeit soll der litauische Präsident Woldemaras mit Reichsaußenminister Dr. Strese - mann zu,ammentreffen. Die Begegnung dürfte voraussicht- ltch in der ersten Hälfte des Monats Januar stattfinden. Es werden^ Ctnen öeut'^sI’tslui^en Handelsvertrag gesprochen
Plauen. Im Walde zwischen Weißensand und Treuen vat der ll^jafjrige Webschüler Paul Wolf die 7^jährige Tochter des Rittergutsinspektors Roßberg aus Weißensand mit einem stock erschlagen, nachdem er an dem Mädchen ein Sittlichkeitsverbrechen verübt hatte.
London. Wahrscheinlich wird der Besuch einer japanische,! Handelsmission in Moskau zum baldigen Abschluß eines russlsch-iapanischen Handelsvertrages führen; die Moskauer Regierung wird eine wirtschaftliche Mission nach Japan senden.
Warschau. Im Ministerium des Äußern wurden zwischen Minister Zaleski und dem deutschen Gesandten Ulrich Rauscher du Ratifikationsurkunden zu dem in Berlin unterzeichneten deutsch-polnischen Abkommen zur Regelung der sozialen Versicherung von Eisenbahn- und anderen öffentlichen Ungeftellteii auf dem Gebiete der Freien Stadt Danzig aus
Arbeiter und Angestellte.
«Berlin, 20. DH, 20 Uhr, 35 Min (®„ Schiedsspruch im Erfenkonsl'kt). Der Schteds- spruch im Eifenkonfllkt ist für verbindlich Hart worden.
Berlin. (Der Schiedsspruch für den nieder- schlesischen Bergbau für verbindlich erklärt.) Der zur Beilegung der Lohnstreitigkcitcn im niederschlesischen Steinkohlenbergbau am 17. Dezember gefällte Schiedsspruch ist vom Rcichsarbeitsministcr für verbindlich erklärt worden.
Saarbrücken. (Weihuachtsbeibilfe für die saarländischen Bergarbeiter.) Die Generaldirektion der Saargruben hat sich bereit erklärt, noch vor Weihnachten an jeden Vollarbeiter ihrer Belegschaft 100 Frank als einmalige, außerordentliche Sonderunterstützung zur Auszahlung zu bringen.
London. (Die Arbeitslosigkeit in England.) Der Abgeordnete der Arbeiterpartei Johnson wies aus die lange Dauer der Arbeitslosigkelt hin, von der etwa eine Million Personen betroffen seien. Der Arbeilsminister antwortete, der nationale Elektrizitätsplan werde anregend wirken und auch den anderen Industrien helfen. Die Unterstützung für den Bau von Zuckerrüben werde eine neue Industrie schassen. Der Minister glaubt, daß als das beste Mittel zum Schutze der Industrien mäßige Zolltarife zu betrachten seien. Der von Johnson cingebrachte Antrag wurde mit 256 gegen 102 Stimmen abgelehnt.
WeemiMte MerG^iehterr.
Standpunkt der sächsischen Regierung zu den Landtagswahlen?
Dresden. Die sächsische Regierung stellt zur Entscheidung des Staatsgcrichlshofcs über die Gültigkeit der Wahlvor schristen in den Ländern Hessen, Hamburg und Mecklenburg- Strelitz fest, daß das Urteil nur mit Bezug auf die streitenden Parteien Rechtswirkung haben könne, daß aber die Rechtsverhältnisse in anderen Ländern wie z B in Sachsen, von Der Entscheidung nicht berührt würden Falls auch für Sachsen wider Erwarten ein ungünstiges Urteil gefällt werden sollte, so würde nach Ansicht der sächsischen Regierung damit noch nicht die Gültigkeit der auf Grund der sächsischen Wahlvorschriften vom 31. Oktober 1926 durchgeführten sächsischen Landtagswahlen verneint werden. Im übrigen entscheide auf Grund der sächsischen Landesverfassung der Landtag über Die Gültigkeit der Landtagswahlen.
Den Kops zerrissen.
Schwerin. Ein furchtbarer Unglücksfall ereignete sich auf dem Aufräumungsplatz der hiesigen Tiefbaufirina Braun u. Reimers hinter dem Städtischen Friedhof, dem ein etwa sechzig Jahre alter Sprengmeister zum Opfer fiel. Beim Anzündcu einer Sprengladung entlud sich diese aus ungeklärte Weise plötzlich und zerriß dem Unglücklichen vollständig den Kops; außerdem wurden ihm die linke Hand abgerissen und die rechte zertrümmert.
Das Oberhausmitglicd als Nachtwächter.
Budapest. Der Klcinlandwirt Szijj, Mitglied des Oberhauses, war vor einiger Zeit von dem Gemeindevorstand seines Heimatdorfes händlichem Brauche gemäß zum Nachtwächter- dienst einberufen worden. Szijj verweigerte jedoch die Übernahme des Dienstes unter Berufung aus seine Oberhauswürde. Wegen Übertretung des Gesetzes wurde daraufhin Anzeige gegen den Landwirt erstattet. Der Jmmunilätsausschuß verfügte die Aufhebung der Immunität, da tatlächlich ein Verstoß gegen das Gesetz vorliege. Auch das Oberhaus hat ;u Diesem Sinne entschieden.
Aus Hrffen-Aaffau und Aachdargebiem
Sonnenaufgang 8" Mondausgang 18"
Sonnenuntergang 15“ Monduntcrgang 14*7 1891: Paul de Lagarde, Orientalist, gestorben.
Den Rat will ich dir geben, — Er ist zu allem nütz: — Ze e r n st e r ist das Leben — Je mehr brauchst du den Wiyk
Zoozmann.
Wetterbericht.
Das europäische Hochdruckgebiet unter Verflachung nach Südosteuropa, während der westliche Tiefdruckwirbel langsam ast- wärts an Raum gewinnt. Gleichzeitig ist über dem Eismeer ein kräftiger neuer Wirbel erschienen, sodaß mit dem weiteren Abbau des Hochdruckgebiets gerechnet werden kann. Da jedoch bei uns zunächst die Ostwindströmung bestehen bleibt, wird der scharfe Frost nur langsam abnehmen. — Vorhersage bis Mittwoch abend: Noch meist heiter, trocken, Fröste bis minus 10 Grad, östliche Winde. — Witierungsaussichten für Donnerstag: Bewölkungszunahme, vereinzelte Schneefälle, Frost etwas nachlassend, südöstliche Winde.
Des Jahres kürzester Tag.
Selbst diejenigen unter uns, welche in der Astronomie nicht ganz fest sind — und das ist die Mehrheit —, wissen von alters her, daß der 21. Dezember der kürzeste Tag des Jahres ist. Um 8 Uhr 11 Minuten geht bei uns an diesem Tage die Sonne auf, und schon um 3 Uhr 45 Minuten verschwindet sie. Einen Tag später ist der Tag schon um eine volle und ganze Minute länger. Es geht also am 22. Dezember schon wieder auswärts, und wer einige Phatasie hat, kann sich dann sofort in den kommenden Frühling hineinträumen. Immerhin: die Hoffnung, daß die Winterkälte durch die Sonne allmählich siegreich überwunden werden wird, verstärkt sich vom 22. Dezember ab in täglich zunehmendem Maße. Man darf nun aber nicht glauben, daß mit dem 21. Dezember alles Böse überschritten wäre. Der eigentliche Winter beginnt ja dann erst, und wir müssen im Januar und im Februar d.^ Zähne noch oft genug zusammenbeißen. Die größte Winterkälte tritt bei uns nicht zur Zeit des kürzesten Tages und des niedrigsten Sonnenstandes ein, sondern erst einen Monat später. Daher ist auf der ganzen nördlichen Halbkugel der Januar der kälteste Monat, aus der südlichen aber — waS für unser Ohr kurios klingt — der Juli. Wintersanfang ist, was noch sestgestellt werden mag, kalendarisch nicht der 21. Dezember, sondern erst der 22. Dezember, der Tag der Wintersonnenwende, und der Winter reicht bis zum 20. oder 21. März, der Frühlings-Tag- und Nachtgleiche.
Die Weihnachtsnummer
dieses Blattes
liest zwei Tuge auf.
Die dadurch erheblich gesteigerte Beachtung ber Anzeige« in dieser reichhaltigen Feiertagsnumer mit sorgfältig auv» statteter 8 Seiten starker Weihnachtsbeilage macht diese Num für
Anzeigen aller Art besonders geeignet.
Die für die Weihnachtsnummer bestimmten Anzeigen biiie^ wir möglichst schon bis Freitag, den 23. Dezember, mi Uhr, in unserer Geschäftsstelle aufzugeben, damit «lwe w tiß« Herstellung gewährleistet werden kann.