Zul-aer Anzeiger
Zulöa / Statt 3
Jft. 260
Fulda, 5. November
1927
Hygienische Schlaszimmergeheimniffe.
V o n einem Arzt.
Der Mensch bringt bekanntlich etwa ein Drittel seines Lebens im Schlafzimmer zu. Das Schlafzimmer ist also der meistbenutzte Raum der Wohnung und bedarf daher ganz besonderer Beachtung und Pflege. Eine solche läßt sich auch zu Zeiten der Wohnungsnot in Stadt und Land leicht ermöglichen, wenn man nur in die Geheimnisse der Cchlafzimmerhygiene ein wenig eindringt.
Zunächst soll als Schlafraum das größte und ruhigste Zimmer der Wohnung gewählt werden und seine Belegung nicht mit zuviel Personen geschehen. Mail scheue nicht davor zurück, gegebenenfalls auch die sonst wenig oder gar nicht benutzte „gute Stube", wenn sie den Ungenannten Anforderungen genügt, zeitweilig als Achlafraum zu verwenden.
Das Bett soll zweckmäßig frei und von allen Seiten zugänglich im Zimmer stehen. Das ist besonders in Tagen her Krankheit von Bedeutung. Die Bettstelle wähle man tunlichst aus Metall, weil hierbei die Reinigung leicht und das Einnisten von Ungeziefer unmöglich ist. Das Bett selbst enthalte zunächst eine mehrteilige, leicht herausnehmbare, harte Matratze. Eine solche ist besonders für den Säugling lvichtig, damit die Wirbelsäule eine feste Unterlage bekommt und dadurch Verkrümmungen vorgebeugt wird. Eine Unsitte ist es, das Bett mit einem großen Bau von Federbetten anzufüllen, die dem Luftzutritt wehren, die SchweißbUdung begünstigen und so einen unangenehmen, faulen Geruch erzeugen.
Für den gesunden jugendlichen Menschen ist es hygienisch richtig, sich möglichst nur mit einer Wolldecke (Steppdecke), im Winter allenfalls noch mit einem „Plumeau" zuzudecken und als Kopfkissen ein staches, hartes Kissen zu benutzen.
Die Bettwäsche muß selbstverständlich reinlich fein. Im allgemeinen pflegt man leinene Wäsche zu benutzen, indessen ist sowohl die Kälte des Leinenstoffes wie seine unzureichende Fähigkeit, den Schweiß aufzusaugen und Lust durchzulassen, vom Standpunkt der Hygiene aus nicht empfehlenswert; Baumwolle ist zweckentsprechender.
Ein Wechsel der Bettwäsche soll möglichst alle acht bis vierzehn Tage vorgenommen werden.' Die Temperatur des Schlafraumes soll im allgemeinen 10—14 Grad Câsius nicht über-, aber auch nicht wesentlich unterschreiten. Wer zu rheumatischen oder katarrhalischen Erkrankungen neigt, wird guttun, die Temperatur des Schlafzimmers seinen persönlichen Bedürfnissen anzupassen und zur Vermeidung von -Erkältungen, speziell von Schulterrheumatismus und dergleichen, im Bett eine wollene Schlafjacke anzuziehen. Am gesündesten ist das Schlafen in gänzlich ungeheiztem Raume und bei offenem Fenster. Um Zugluft zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Fenster nicht im Schlafzimmer selbst, sondern einen Fensterflügel bei geöffneter Ar im Nebenraume offen zu halten. Ziveckmäßig wird Miâabei buM Vorziehen einer Gardine eindringenden MMmach Möglichkeit abzuhalten suchen.
Mindestens morgené und abends muß der Schlafraum gründlich gelüftet werden. Betten und' Matratzen sollen in kurzen Zeiträumen an die Luft, am bestell an die' Sonne, gelegt werden. Alle unnötigen Staubfänger wie Betthimmel, Teppiche, Bilder, Nippsachen usw. suche man aus dem Schlafzimmer überhaupt zu entfernen. Alltägliches nasses Aufwischen der Fußböden ist überall .dort, notwendig, wo die Reinigung nicht durch einen St-aüb- snuger stattfinden kann.
Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß das Hermshängen von Bettvorlegern ans dem Zimmerfenster eine unhygienische Rücksichtslosigkeit gegen die darunter Wohnenden darstellt.
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Aus der modernen Türkei
Durch die Entwicklung der Türkei aus sozialem und poetischem Gebiete wird der beachtenswerte Fortschritt in kultureller Hiiisicht etwas in den Schatten gedrängt. Die Bestrebungen der Türkei von heute, ihre Sitten und Gewohnheiten zu europäisieren, beruhen weniger auf der Ueberzeugung, daß die türkische Kultur der Europäisierung bedürse oder daß sie in irgend einer Weise der westlichen Kultur unterlegen sei, als vielmehr auf der Tatsache, daß die Türkei genötigt ist, sich politisch auf den Westen einzustellen. Würde sie ihre östliche Orientierung beibehatten, so müßte sie auch ihren östlichen Sitten treu bleiben und alle anderen Folgen auf sich nehmen, die sich aus einer derartigen Einstellung ergeben. , Das wären in erster Linie ein näheres Verhältnis zu Sowjet-Rußland, an dem der Türkei nichts liegt, und eine Wiederbelebung des Islam, dessen Erstarken die Regierung nicht dulden kann. Daraus ergibt sich' zwangsläufig, daß sich die Türkei zu einem westlichen Staate entwickeln muß. Dann aber kann das Beibehalten orientalischer Tracht und Sitte nur nachteilig wirken, da dies gegen die übrigen europäischen Länder abstechen und unzeitgemäß wirken würde. Diese äußere Angleichung an den Westen ist eher eine Folge als eine Ursache. „ >
Die Wandlung beschränkt sich nun keineswegs auf Aeußer- lichkeiten, nicht auf die steifen Hüte und langen Hosen des modernen Türken. Auch Kunst, Literatur und Wissenschaft werden nach Kräften gefördert. Doch erstreckt sich die Europäisierung nur auf die Methode, nicht auf den Geist und das innere Wesen der Sache. Die Erziehungsmethode ist zwar den französischen Gymnasien und Mittelschulen entnommen, aber gelehrt wird türkische Geschichte und Literatur, türkische Dichtung und Kunst. In dieser Richtung wirkt besonders die „Turkochad"- oder türkische Heimarbewegung, welche sich die Förderung und Pflege aller türkischen Formen in Kunst und Dichtung, in Handwerk und Sitten zum »Ziele gesetzt hat. Infolge der westlichen Einstellung der zur Zeit maßgebenden Kreise könnten alle jene Ueberlieferungen vielleicht in Vergessenheit geraten. Die Bewegung wird vom Ghazi, dem Präsidenten Mustapha Kemal, auf das wohlwollendste gefördert. Er zeigt Damit, daß er die hervorragende Bedeutung alttürkischen Wesens für den neuen Staat erkannt hat. Die auserlesene Kunst der Jnneü-Ausschmückung der alten Moscheen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die vollendete türkische Kleinmalerei und Schönschreibekunst, die Innenarchitektur und religiösen Bauten aus Der Zeit Sulimans, Selims luib Achmets werden der Vergessenheit entrissen. Die letzten drei oder vier Sultane hatten für das Barock, den Stil Lollis Philipps oder die früh-victorianische Zeit geschwärmt und Die Ueberlieferung ihrer Ahnen vernachlässigt. Zahllose alttürkische Kunstwerke, insbesondere Bauten aus dem 16. Jahr-
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ErMtuWMMuW.
Von Dr. med. Paul Engelen. .
Eine der wichtigsten Erkrankungsursachen ist zweifellos die Erkältung. Bei Einwirkung kühler und besonders feuchter Luft sucht der Körper sich gegen übermäßigen Wärmeverlust zu schützen, indem er das Blut aus der Haut in das Körperinnere verschiebt,- Die hiermit verbundene Anschoppung des Blutes in den inneren Organen scheint nun die Schleimhäute gegen bestimmte Bazillen anfällig zu machen, die bei den verschiedenen Erkältungskrankheiten tätig sind und unter solchen besonders geeigneten Entwicklungsbedingungen an Wirksamkeit gewinnen. Die zu höherer Wirksamkeit gelangten Bazillen vermögen dann auch andere Menschen anzufallen. Oft holt sich das erste Familienmitglied einen Schnupfen oder eine Halsentzündung durch Erkaltung, dann aber werden von diesem Erkrankungsherd aus auch andere Mitglieder der Familie ohne Erkältungseinfluß angesteckt.
Das beste Vorbeugungsmittel bei Erkältungsneigung ist Abhärtung. Eine verweichlichte, bleiche, schlaffe Haut ist übermäßig empfindlich und löst deshalb leicht ungewöhnliche Schwankungen in der Blutverteilung aus. Besser als die Gewöhnung an Kaltwasseranwendungen hat sich die allmähliche" Beseitigung der Empfindlichkeit der Haut gegen verschieden erwärmte Luft bewährt. Vorzüglich geeignet sind Luftbäder mit gymnastischen Uebungen. Auch leichte Kleidung, die gerade zum Schutz gegen Unbilden ausreicht, ist eine vortreffliche Abhärtungsmaßnahme. Uebertriebene Einhüllung begünstigt die Erkältungsanfälligkeit. Die Mode der ganz leichten Frauenkleidung an warmen Sommertagen und beim Aufenthalt in genügend geheizten Räumen ist als großer hygienischer Fortschritt zu begrüßen.
Zur Vorbeugung gehören auch Maßnahmen gegen unmittelbar drohende Erkrankung. Bei starker Durchnässung
Hundert, von einem unersetzlichen Kunstwort wurden damals zerstört, um geschmacklosen Werken ganz unorientalifchen Stils,- wie dem Aildiz-Kiosk und dem Kiosk Abdul Aziz' in den Gärten des alten Serail Platz zu machen.
Obwohl Konstantinopel sich in seinem Leben täglich mehL seinen westlichen Vorbildern anpaßl, ist sein Baustil, auch in den neuen Vierteln im Herzen von Siambul, doch durchaus orientalisch. Er stützt sich aus die älteste und reinste türkische Baukunst, die der Seldschucken, deren Prachtbauten noch in Koma stehen und denen man das älteste türkische Bauwerk in Konstantinopel verdankt, den Chinili Kiosk, der heute zu: einem ottomanischen Kunstmuseum ausgebaut ist. Auch die Erhaltung sonstiger türkischer Altertümer läßt man sich angelegen sein, ohne dabei das Interesse an der früh-byzantinischen Periode auszuschalten. Der Besuch der Museen hat be^ deutend zugenommen, seitdem man die Schätze des früheren: Serail der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht hat. Auch werden ausländische Gelehrte, die Ausgrabungen oder Studien machen wollen, gern gesehen, und die allerdings noch bescheidenen Einrichtungen der neuen Universität stehen ihnen zur Verfügung. Seitdem man das alte Seraskerat, das frühere Kriegsministerium, in eine Stätte der Forschung und Gelehrsamkeit umgewandelt hat, scheinen zahlreiche Vorurteile und Hemmungen verschwunden zu sein. Angora ist heute die politische Hauptstadt einer Türkei, deren Bewohner Türken sind, nicht eines von einem Sultan regierten Gemisches von Türken, Griechen, Juden und Armeniern; Konstantinopel dagegen gilt lediglich als eine alte, ehrwürdige Stadt, welche niemals rein türkisch, zeitweise sogar griechisch war, und die der Sache der Kultnr am besten dient, wenn sie ihre alten Schätze einem neuen Geschlecht zur Verfügung stellt. Ihre Kunst- Werke sind jetzt allgemein zugänglich, ihre bisher verborgenen kostbaren Handschristen können erforscht, ihre Bauwerke von Sachverständigen und Kunstkennern miterfudjt werden. Solche Institute, wie das schon genannte Museum ottomanischer Kunst, ein anderes, das altorientalische (assyrische, hethitische usw.) Kunstwerke enthält, und eine Bibliothek alter Handschriften hätte die Sultansherrschaft niemals hervorgebrachß Konstantinopel besitzt heute ein Schauspielhaus. Während früher nur Armenier und Griechen als Schauspieler auM traten, sinder man heute nur Türken, vom Direktor uno' Spielleiter bis hinab zur lebten Chorsängerin. Die Leistungen stehen auf einer anerkennenswerten Höhe, selbst an Ibsen und Shakespeare wagt man sich heran. — Alles dies Hat mit den sogenannten kleintürkischen ^estrebimgen nicht das Mindeste! zu tun; vielmehr ist es im Interesse der Erhaltung allörien- talischer Kulturerschemungen zu begrüßen.
oder länger dauernder Abkühlung ist es ratsam, Lurch kräftige Muskelbewegung das Blut aus dem Körperinnern in die Muskulatur zu locken, um Stauungen im Innern zu verhüten. Machen sich im Anschluß an Durchnässung oder Ab- kühlung beim Aufenthalt im Schütze eines gewärmten Raumes trotz trockener Kleidung noch Frostgefühl oder bereits Niesen, Kratzen im Halse, Hustenreiz geltend, so ist Genuß voir Glühwein, Grog oder Kognak anzüräten, um die drohende Erkrankung zu verhüten. Das nach Alkoholgenuß auftretende Wärmegefühl der Haut zeigt an, daß das Blut wieder auS dem Körperinnern an die Oberfläche geleitet wird, indem ein nach Aufhören der Kälteeinwirkung noch anhaltender Krampf der Hautgesäße durch Alkohol gelöst wird. Hierdurch wird die Blutanschoppung in den Schleimhäuten behoben, und somit werden den Bazillen die Entwicklungsbedingungen verschlechtert. Heiße Bâder' haben dieselbe Wirkung, stehen aber nicht immer so rechtzeitig zur Verfügung. Heißer Tee oder gar Kaffee ist nicht ratsam, da die zur Erwärmung nötige große Menge selbst in dünnen Aufgüssen eine schädliche Coffeinwirkung auf das Herz mit sich bringen würde. Auch wirkt Coffein im Gegensatz zu Alkohol erregend auf das Nervensystem; nervöse Erregungen sind aber auf den Zustand der Haut von großem Einfluß. Will man alkoholische Getränke vermeiden, so kann man beißen Lindenblütentee oder, beißen Fliedertee anwenden.
Mßh!5^ _ _
- Die „amerikanische Legion" ist letzt von ihrer Rundreise durch Frankreich nach Hause zurückgekehrt, zum weitaus größten Teile aber nicht mehr mit der gleichen überschäumenden Begeisterung erfüllt, mit der sie seiner Zeit auszog. Denn die ehemaligen Bundesgenossen haben die wackeren „Kampfer für Recht und Gesittung" in einer Weise geschröpft, daß ihneir
i .anen, „und übrigens, ich bin Fatalist, glaube fest Daran, 3a§ jedem Menschen Tag und Stunde seines Todes vorher- Vbeftimmt sind."
, „Aber man soll auch eine Gefahr nicht herausfordern!"
Herausfordern? Wer spricht davon, gnädiges Fräulein? Dis Dinge liegen einfach so: von meinen Beamten verlange ich, daß sie mit rücksichtsloser Schneid gegen jeden Wilderer vorgehen, da ist es einfach eine Selbstverständlichkeit, wenn ich Der Erste bin, der seine Haut riskiert, im Felde muß der Führer auch vorangehen!"
„Hier ist aber kein Krieg!" beharrte sie.
„So—o?! Na, dann fragen Sie nur mal Ihren Herrn i Onkel oder Voigt und Mertens! Wir leben in beständiger kFehde mit den Gesetzesübertretern, und jeder von uns muß stündlich auf einen Zusammenstoß bis zur letzten Konsequenz »Und haben Sie den Schreckschuß von gesternt AbendEer- X gefaßt sein."
ltnnUo»-)» \ Deliane streichelte den Rauhbart, der feinen Kopf in ihren
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■R(V\AN von HEiNZ Al[RED vonByERN W
BiE.R-aECH.TSSCH.UTZD-VERtAGO-MEtSTieg-IMERX^uä^ ,
(25. Fortsetzung.)
standen?
»Ja," Das Gesicht des jungen Mädchens wurde ernst,„,aber ™je ich heute hörte, daß Sie allein nach Hause gegangen Wien, da —" sie stockte und wandte sich ab: „wölbten^ Sie N Drehna, Herr Graf?"
Ich war auf dem Heimweg. In der Fasanerie, am "^selteich", ist wieder gewildert worden. Blaha, Jendwiczek ich haben uns die Geschichte angesehen."
âein! Aber das ist ja unerhört! Und — wenn'SrÄ mel-'i Den Schlitten benutzen wollen?"
»Sehr liebenswürdig, ich nehme mit Dank,an, istidemr-für? »Jtiiio" auch noch ein Platz frei. Der alte Herr fannifeine» wjorce-'Iouren mehr machen —"
^."weilich!" Sie schwang sich auf das Trittbrett. ^„Komm'F Huppla! So
bnn Sorglich breitete Hubertus die weiche, warn» »Kamel-« ? n u e “ber die Knie des jungen Mädchens.
, »ueber kurz oder lang werde ich den Halunken iüvn^mast > ' « n, und dann heißt es: er oder ich!
Q Juckte unwillkürlich zusammen.
icn
brauchen sich keine Gedanken zu'macyenI^Cgede^ l«uiia "'^ habe schon ein volles Dutzend ddu diesem zwei- ' W in ^aubzeug abgesaßt, wenn's zum Klappen fomimt, als h, E Knarre doch einen Herzschlag früher ami Kopf- ir andere."
bei. ^antwortete nicht gleich, ihre Hand zupfte «nervös ans brausen der Decke. Nun schlug sie den Bli/ck doIT ausO erst »An Meuchelmörder ist jeder wehrlos, Das*habenNiDirf gestern gesehen."
'Solche c»'^'" er schlug absichtlich einen scherzenirn Ton«an,^
Gedanken darf'man gar nicht erst an sichtharalÄomntzen
L?choß gelegt hatte.
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Herr Graf — wollen — wollen Sie mir wenigstens versprechen, daß Sie recht vorsichtig sind?" bat sie leise.
Er antwortete nicht gleich, nun beugte er sich 3» ihr hin- Lüber.
\ „Aenastigen Sie sich um mich?!
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Das jiiupe Mädchen antwortete nicht, doch er mußte wohL in ihren von aufsteigenden Tränen halbverschleierten Blicken gelesen haben.
„Seit meine Eltern nicht mehr leben, hat sich niemand um mich gebangt--also gut, ich gebe Ihnen das Versprechen. — —"
Still war es zwischen den beiden, feine, silberflimmernde Schneekristalle wirbelten durch die Luft und von weither klang das taktmäßige Hämmern eines Spechtes. Hubertus richtete sich auf.
„Halt, Johann, hier muß ich aussteigen! — Gnädiges Fräulein, nochmals heißen Dank, daß Sie mich mitgenommen haben."
„Aber bitte--"
Er sprang elastisch aus dem Schlitten.
„Und Eines möchte ich Ihnen noch sagen: ich habe einen. Talismann gegen alle Gefahren!"
„So? Wirklich?" fragte sie lächelnd.
Egede zog ein spinnwebfeines Tuch mit braunroten Flecken- aus der Brusttasche.
„Das hier!"
Delianes Gesichtchen war plötzlich Don einer dunklen Glut- überflutet.
„Mein — mein Taschentuch! Und ich habe es schon gesucht."
„Nein, mein Tuch!" Er lüftete den verwitterten Jagöfilz. „Grüßen Sie Ihren Herrn Onkel und die Brautpaare!" Dann trabte der Braune an und hinter den Schlittenkufen, wirbelte stiebend der Schnee empor.
Als Hubertus fünf Minuten später den Gutshof octrat, ^ klang hinter ihm klappernder Hufschlag, — er drehte sich um.^
„Na nu’? Herr Wachtmeister Böhme --schön' guten Tag, wollen Sie zu mir?"
„Jawohl, Herr Graf." Der Beamte schwang sich nun aus dem Sattel und blieb in strammer, militärischer Haltm>a stehen. „Eine wichtige Meldung--"
1 „Ist die Sache sehr eilig?"
„Wie man's nimmt--"
„So--" Egede rief einen Stallknecht heran: „Führen' Sie das Pferd in den Stall, gut mit Stroh abreiben und; ordentlich füttern. — Tja, Herr Wachtmeister, dann schlagen ich Ihnen vor, Sie essen mit mir zusammen zu Mittag, dabei können Sie ungestört berichten, denn schließlich, wegen einer Lappalie werden Sie kaum von Herzogswalde herübèrgerittev sein?"