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Eine Fähre mit 86 PcvsMLN unisrgegangen.

Das neue gro ß L) S chi f f s un g A ü ck.

Rachdein die Schreckciisbolschast von dem' Untergang des DampfersPrineipessa Mafalda" kaum .verklungen ist wird aus Sydney (Australien) von einem Zm ammem- stoß 'wischen einem Dampfer und einer 'lusfltlglerfalIre berichtet, der viel mehr Opfer gefordert hat, .als man zuerst angenommen hatte. .

Londoner Dampfer »Tahiti", der fruhSr unter dem NamenPort Kingston" bekannt war. rammte das FährbootGreycliffe". Die Gewalt des Auf^ pralles war so stark, daß das Fährbcxot völlig umkrpchtch, wenige Augenblicke später kieloben schwamm und dann plötzlich im Meer versank. An Bord des gesunkenen Dampfers befanden sich etwa 150 Ausflügler, darunter Frauen und Kinder. Ein großer Teil vom diesen befand sich im Augenblick des Zusammenstoßes in dem Salon oder in den Kabinen, so daß sie sich nichi in ^Sicherheit bringen konnten. Hunderte von ^Personen beobachteten vom Hafen aus die Katastrophe. Trotz der

zahlreichen Haifische versuchte eine Reihe von Schwimmern die UnglMsstelle 'u erreichen, um sich an dem Rettungswerk zu beteiligen. Die Mehrzahl der Opfer scheinen SchuKinden zu sein. In den Hospitälern sind bisher 37 Personen untergebracht worden, die beim. Zusammenstoß zum Teil sehr schwer verletzt wurden. .

Ein Taucher versuchte, in die unteren Raume der FähreGreycliffe" einzudringen. Der Salon war voll von toten Frauen, Männern und Kindern, über

! fünfzig Leichen schwammen in dem kleinen Raum im Wasser umher. Dem Taucher gelang es bisher, zehn Tote an die Oberfläche zu bringen. Die übrigen werden na$ und nach einzeln herausgeholt. Im ganzen vermitzt man nunmehr 86 Personen.

WeemiM. 2 MsGrßâte«.

Zusammenbruch einer Spekuiatiünsbank.

Berlin. Vor einer Sonderabteilung des Erweiterten Schösfengcrichis Berlin-Mitte begann hier ein neuer Dauer- prozeß Es handel! sich hierbei um die gerichtliche Nach­prüfung strafbarer Verfehlungen, die bei dem Zusanimenbruch des Bankhauses Bischofshausen u Co., Unter den Linden, vvr- gekommen sind Das Bankhaus bestand nicht viel länger als zwei Jahre und ist im Februar mit einer Schuldenlast von 1,3 Millionen Mark. Der Akuven gleich Null gegenüberstanden, in Konkurs geraten Der fachmännische Leiter dieser Bank war der Bankier Bernhard Künzel Alle Angeklagten haben aus der Bank große Beträge entnommen namentlich die Ge­schäftsinhaber sollen einen übermäßigen Aufwand getrieben haben Die Entnahme aus Der Bank während des zgvei- jahrigen Bcstellens derselben sollen nach den Berechnungen des Konkursverwalters Wunderlich etwa eine Viertelmillion be­tragen haben.

17500 Mark Lohngelder gestohlen.

Fürstenberg n. d. O. Eine große, für die Firma Mar Kran und Co Glasindustrie bestimmte Geldsendung, enthaltend 17 500 Mark Lohngelder, wurde von untvfannten Tätern ge­stohlen Der Postbote hatte den Postwagen an der Balm kurze Zeit unbeaufsichtigt, aber verschlossen stehenlagen. Als er wiederkam, war der Geldbeutel aus dem Wagen ver­schwunden Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Man neigt der Ansicht zu, daß cs sich um einen lange geplanten Diebstahl handelt.

Äsn Mabon nach den Azoren.

Horta (Azorenl. Das Heinkes-FlügzcngT. 1220" ist nm Freitag in Lissabon nufgefiicgen, um die Lustreise nach den Azoren anzutreten. Nach mehrstündigem Flug wurde ge­funkt, daß sich an Bord alles wohl befände. Tas Heinleb Flugzeug landete um 17.10 Uhr in Horta.

Überschwemmunzen in Amerika.

Newyork. Aus Massachusetts und Vermont werden große Überschwemmungen gemeldet. Sechs Personen sind ums Leben gekommen.

New-Pork, 5. November. Ein Funkfpruch aus Rußland (Vermont) brachte die erste Nachricht aus Montpelier, das durch eine lleberfchtvemmung von der Außenwelt abgeschnitten ist. Der Wasserstand in Montpelier beträgt 20 Fuß. Vize­gouverneur Jackson befindet sich unter den Toten. Die Zahl der Opfer, die noch nicht genau feststeht, ist ebenso wie der Sach­schaden beträchtlich.

Aus Hessen und Mchbürgebieien.

Gießen, 4. November. (Ein neues evangelisches Schwestern- Heim in Gießen.) Durch die Opferwilligkeit der Frauenvereine der Matthäus- und der Markusgemeinde sowie zahlreicher Ge­schäftsleute der beiden Gemeinden ist es möglich geworden, den in den Gemeinden arbeitenden evangelischen Schwestern ein eigenes Schwesternheim zu schaffen. Das Heim ist dank zahl­reicher Spenden aus den Gemeinden, auch an Ausstattungs­stücken, und der kostenlosen Ausführung aller Arbeiten durch die Handwerker zu einer gemütlichen Heimstätte für die Schwestern geworden.

Marburg, 4. Nov. (Von der Marburger Universität.) Der steigende Bciuch, den unsere Landesuniversität im diesjährigen Sommersemester anläßlich ihrer 400-Jahrfeier verzeichnen kannte, scheint auch im diesmaligen Wintersemester anhalten zu wollen. Obgleich die Immatrikulationen noch nicht zu Ende sind. Hat die Zahl der Studierenden, die im vorigen Winter­semester 2060 betrug, sich bereits um 400 erhöht.

Frankfurt a. M 4. Nov. (Kleine Frankfurter Rundschau.) Ein Arbeiter in der Friedberger Landstraße schoß in der Wirt- schmst Festeburg aus Unvorsichtigkeit einen East mit einem Re- reluet in bas linke Bein. Ein Kaufmann aus Fechenheim rühr mir seinem Motorrad gegen einen Drückkarren, wobei der ^-esitzer des Karrens und dessen Sohn angefabren und erheblich vernetzt wurden. Sie mußten in das Hospital gebracht werden. Ebenfalls von einem Motorrad angefabren und erheblich verletzt wurde ein Mann namens Peter Canrath an der Ecke Höhen-Heidestratzc.

Frankfurt a. M., 4. November. (Zur Sperrung der Eisen­bahnbrücke bei Niederrod.) Während der Sperrung der Main­brücke bei FrankfurtNiederrad anläßlich des Ausbaues der alten und Einbaues der neuen eisernen Ueberbauten am Sonn­tag, den 6 November, und an vier weiteren noch bekannt zu gebenden Sonntagen wird zwecks Aufrechterhaltung des Zug­verkehrs zwischen Frankfurt und Niederrad und Franksurt-H. B. sowie umgekehrt eine Omnibusverbindung eingerichtet. Die Verkehrszeiten werden im Hauptbahnhof Franksurt und im Bahnhof Niederrad an den Anschlagstafeln bekannt gemacht. Der Omnibus darf nur von solchen Reisenden benutzt werden, die gültige Fahrkarten von Frankfurt-Niederrad nach Frank- furt-H. B. und darüber hinaus, sowie von Frankfurt-H. B. und Uebergang nach Frankfurt-Niederrad vorzeigen. Wie schon be­kannt gegeben, werden die zwischen Franksurt-H. D. und Gold­stein bzw. umgekehrt verkehrenden Schnell-, Eil- und Personen­züge während der Sperrzeit, die voraussichtlich von 7.26 bis 12.16 Uhr dauert von Frankfurt-H. B. über Louisa, Forsthaus nach bzw. von Goldstein geleitet. Zur Aufrechterhaltung der WrWbur-Ten für Niederrod in Bahnbof Goldstein an die über Louisa und Forsthaus umgeleitete Strecke FrankfurtMainz uns Franr-urtMannheim wird zwischen Niederrad und Gold­stein. wie auch in umgekehrter Richtung ein Pendeltriebwagen

Wegen Mißhandlung ihres Sohnes vor Gericht.

Frankfurt n. M., 4. Nov. Das tragische Schicksal, das den 13 jährigen Sohn Wolfgang des Direktors Dr. Ludwig durch die fast rätselhaft erscheinende Behandlungsweise von Seiten seiner Mutter beschieden war, wird gegenwärtig vor der Straf­kammer nochmals aufgerollt, nachdem das Große Schöffenge- 4 ichs die 35jährige Angeklagte wegen fortgesetzten Vergehens gegen § 223a Absatz 2 des Strafgesetzbuchs zu acht Monaten Gefängnis verurieilt hatte und die Angeklagte wie auch die Staatsanwaltschaft Berufung einlegten. Die Mutter unterhielt sexuelle Beziehungen nicht normaler Natur zu einem Zeugen, die zu Beginn dieses Jahres gänzlich aufhörren. Die auf dem Gebiete des Masochismus orientierte Ehefrau, vom Gatten vernachlässigt und teilweise auch verlassen, vom Liebhaber ge­trennt, geriet in Zustande erhöhter Reizbarkeit, in denen sie die barbarischen Mißhandlungen unter den Einwirkungen von Rauschgiften aussührte. Das Zeugenverhör setzt mit der Vernehmung einer Reihe von Personen ein, die Untermieter der Eehfrau waren oder im Hause wohnten. Man erfuhr da, ba^ das Kind, das jetzt bei feinem Vater in Schlesien weilt, raffinierte Antworten gab, sodaß man das Gefühl hatte, dem Kinde sei gesagt worden, es dürfe fremden Leuten nicht alles erzählen. Eine Kriminaloberspcktorin berichtet dann über die erste Vernehmung des Jungen. Die Beamtinnen haben sich über das Aussehen des Jungen, der unterernährt war, sehr gewundert. Man habe ihn nur langsam zum Sprechen bewegen können. Der Junge sagte, daß ihn die Mutter oft sehr schwer geschlagen hätte und nicht selten eine Peitsche zu den Züchtigun- 8>m benutzte. Er habe sich mehrmals bei den Züchtigungen auf den Boden legen müssen. An einem Abend habe ihm die Mut­ter 200 Schläge veralnolgt und meist seien die Züchtigungen gegen Mitternacht ersalgr. Nachts habe ihm die Mutter oft, wenn sie nicht schlafen konnte, von ihrem Freund erzählt und dann immer geweint, wenn die Mutter den Freund vergeblich erwartete. Wenn er bei den Züchtigungen geschrien hätte, hätte ihm die Mutter ein Taschentuch in den Mund gesteckt. Wenn sie bei den Züchtigungen ermüdete, habe sich die Mutter erst ausgeruht, Zigaretten geraucht und Kognak getruncen und dann wieder auf ihn eingeschlagen. Oesters habe er nichts zu essen bekommen. Die Zeugin hat festgestellt, daß das ganze Gesäß rauh geschlagen war. Der Junge hat auch gesagt, daß die Mutter zum Schlagen auf den Kops eine besondere Peitsche ange schafft habe. Nach Vernehmung weiterer Zeugen und Sachverständigen, die ihre Wahrnehmungen bekundeten, wurde die Verhandlung auf morgen vertagt.

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Erotz-Gerau, 4. November. (Zusammenstoß zwischen Motor­rad und Eisenbahn.1 Auf der Strecke Erotz-GerauDarmstadt wurde am Dienstag Abend ein Motorradfahrer durch eine nie­dergehende Schranke vom Rad geschleudert. Das Motorrad blieb zwischen den Gleisen liegen, wurde von einem Zuge er­fahr und vollständig demoliert. Der Führer blieb unverletzt, erlitt aber einen Nervenschock.

Speyer, 4. November. (Mit 10 000 Mark verschwunden.) Seit heute vormittag ist der Kaufmannslehrling Alfred Futz, der bei der Reichsbank für die Baumwollspinnerei 10 000 Mark abgeholt hatte, spurlos verschwunden.

Nah uni- Kern.

O Das Arbeiter-SLnger-Vundesfest 1928 wird in den Ta­gen Dom 16. bis 18. Juni in Hannover gefeiert werden. Nach den Erfahrungen bei früheren Festen hat man von der Ver­anstaltung eines Festzuges abgesehen. Es haben sich bereits bis heute 53000 Sängerinnen und Sänger gemeldet.

0 Folgenschwere Wirtshausschlägerei. In einer Wirt- ichaft zu Oberthailen entstand eine Schlägerei, bei der der Feldhüter Haas aus Weierweiler getötet wurde. Der Wirt und ein Kolonialwarenhändler wurden schwer verletzt. Auch der Bruder des Feldhüters trug erhebliche Verletzungen davon.

O Verhaftung der Zörbiger Wilderer. Zwei von den fünf Zörbiger Wilderern, die einen Flurschutzbeamten und einen Spaziergänger niederschoffen, sind festgenommen worden. Der eine konnte durch die Bißwunde im Gesicht erkannt werden und auf Grund seiner Aussagen gelang es, auch noch einen seiner Komplicen zu verhaften.

O Beachtet die Verkehrsvorschrrften! In Dortmund ist, um die stark zunehmenden Verkchrsunfälle einzuschränken, ein besonderer polizeilicher Streifendienst eingerichtet i worden, der mit aller Schärfe für die Innehaltung der ' Verlehrsvorschriften sorgen soll. In Dresden wurden kürzlich von einer Streife an einem Tage 250 Leute fest- gestellt, die den Verkehrsvorschriften zuwiderhandelten.

O Sprengstofsexplosion in einer Grube. Auf der sechsten Sohle der SchachtanlageAlma" in Gelsenkirchen ereignete sich eine Sprengstofsexplosion, bei der ein Mann getötet, der Sprengstofffteiger und drei Mann verletzt wurden. Die Explosion ist erfolgt infolge Auffahrens einer Lokomotive auf den zum Transport für Spreng­stoffe benutzten Wagen.

O Tödlicher Unfall am Mühlrad. Der Mühlenbesttzer Th. Schwanke in Waldhilbersheim (Rheinland) wurde am großen Zahnrad des Mühlenwerkes hängend tot auf­gefunden. Er dürfte beim Auflegen eines Riemens mit den Kleidern zwischen Riemen und Scheibe geraten und herumgeschleudert worden sein.

O Wieder ein Brand in Affing. Ein Getreidespeicher, der zu dem am Kirchweihsonntag (16. Oktober) uieder- gebrannten Schloß Affing gehört, ging plötzlich in Flam­men auf. Die Augsburger Feuerwehr erschien alsbald mit der Motorspritze auf dem Brandplatz und nahm ge- meinfam mit den Ortsfeuerwehren die Bekämpfung des Feuers auf. Einige benachbarte Getreidespeicher sind gleichfalls bedroht, doch hofft man bei dem windstillen Wetter, das Feuer lokaNsieren zu können.

O Aus dem Gefängnis entflohen. In der Frühe des Festes Allerheiligen gelang es sechs Gefangenen, aus dem Gefängnis in Tarnowitz zu entfliehen. Bei Aufräumungs­arbeiten wurde der Gefängnisaufseher gewaltsam in die Zelle eingesperrt. Mit den ihm abgenommenen Schlüsseln wurden dann noch einige Gefangene aus ihren Zellen befreit. Die Polizei konnte noch im Laufe des Tages drei Ausbrecher festnehmen.

O Erne Räuberbande überfällt einen Bauern. In dem polnischen Dorfe Gudenic überfielen bewaffnete Räuber das Haus eines reichen Bauern. Es entspann sich darauf ein Gefecht, bei dem drei zu Hilfe geeilte Bauern getötet wurden. Die Räuber entkamen.

O Plötzliche Überschwemmung in Schweden. Der Wenern, Schwedens größter Binnensee, ist über seine Ufer getreten. Mehrere Teile der StadtLidköping sind unter Wasser gesetzt. Das Wasser drang in die Fabriken ein, so daß die Arbeiter sich durch die Fenster retten mußten, um nicht zu ertrinken.

Dunte Tageschronit.

Prag. In der Nähe von Brünn geriet an einer Straßen­krümmung ein vollbesetzter Autobus ins Schleudern und stürzte um. 13 Reisende wurden schwer verletzt. Der Wagen­führer trug so schwere Verletzungen davon, daß an seinem Auf­kommen gezweifelt wird.

Newyork. Frau Grayson hat den geplanten Flug von den Vereinigten Staaten nach Kopenhagen für dieses Jahr endgültig aufgegeben.

Der Inwelenranb in Frankfurt a. M.

Fassadenkletterer und Brillantendiebstahl.

Frankfurt a. M., 4. November. Unter ganz ungewöhnlich aufsehenerregenden Umständen wurde im März am hellichten Morgen der Gattin des Berliner Konsuls Fuld, die in einem hiesigen Hotel wohnte, während sie noch schlief, von einer bis­her noch nicht ermittelten Person der auf dem Nachttisch neben dem Bett liegenden Schmuck im Werte von mehreren hundert­tausend RM gestohlen. Der Diebstahl wurde erst nach Stun­den, als die Frau auswachte, entdeckt. Die Polizei stellte ein­wandfrei fest, dah ein Fassadenkletterer den Diebstahl ausge­führt hatte und fand als Beweismittel zahlreiche Fußspuren an den Wänden und im Zimmer. Wenige Tage später glaubte man, als in Wiesbaden der berüchtigte Kletterer Paul Kast­ner ausgegriffen wurde, in diesem den Frankfurter Dieb ent­deckt zu haben. Aber dieser konnte seinen Aufenthalt für die­sen Tag einwandfrei nachweisen.

In Begleitung ihrer Zofe, einer Ungarin, reiste Frau Fuld später nach Paris. Hier kam es zwischen den beiden Frauen zu Auseinandersetzungen, die mit der Entlassung der Zofe endeten. Frau Fuld kehrte nach Berlin zurück und entdeckte, daß ihr aus einem Diadem vier kostbare Brillanten fehlten. Sie machte der Polizei Mitteilung, die nach Wochen feststellte, daß die ent­lassene Zofe die vier Stücke in Paris verkauft hatte. Unter dem Vorwand, sie würde sie wieder zu weit höheren Löhnen als seither in ihre Dienste nehmen, lockte Frau Fuld mit Unter­stützung der Polizei die Zofe wieder nach Beriln, wo sie sofort festgenommen wurde. Die Frau gestand nach längerem Leug­nen den Diebstahl der vier Brillanten ein, bestreitet aber ent­schieden, daß sie mit der Fassadenkletterei nicht das mindest, zu tun hat. Dieser Auffassung ist auch die Polizei, die dara» festhält, daß die Frau Fuld zweimal bestohlen worden ist, ein­mal durch den Fassadenkletterer und dann durch die eigene Zose. Die Nachforschungen nach den geraubten Schmuckstücken werden indessen mit großer Energie fortgesetzt, vor allem durch die Ver­sicherungsgesellschaft, bei der die Stücke gegen Diebstahl ver­sichert sind.

Aus dem Gerichtssaal.

§ Gefängnis wegen Tiermißhandlnng. Der Knecht Otto Schulz wurde vom Kolberger Amtsgericht zu zwei Wochen Ge­fängnis verurteilt, weil er seine Ochsen mit einer Mistgabel schwer mißhandelt hatte.

§ Erst Brandstifter dann Feuerwehrmann. Das Schwur- geriefft in Ulm verurteilte den 23jährigen Bauernsohn Christian Hoffmann aus Faurndau, der in 14 Fällen Brandstiftung be­gangen und an der Löschung aller Brände als Feuerwehrmann teilgenommen hatte, zu sieben Jahren Zuchthaus.

§ Schaljapins Ehescheidung vollzogen. In Moskau wurde vor dem Volksgerichl Die Scheidungsklage des weltberühmten Tenors Fedor Schaljapin gegen seine Frau Jola Tarnagi ver­handelt. Schaljapin bietet seiner Frau 300 Dollar monatlich bis zu ihrem Tode.

8 Ein Nachspiel zu den Steuerberatungen im Reichstag. Vor dem Erweiterten Schöffengericht in Berlin begann der Prozeß gegen den früheren verantwortlichen Schriftleiter der kommunistischen Roten Fahne und gegenwärtig erwerbslosen Wilhelm Liese wegen einer ganzen Reihe öffentlicher Beleidi­gungen. Befondercs Interesse hatte die erste Anklage, bei Der es sich um die Beschuldigung der Roten Fahne handelte, daß die Mitglieder der Rechten bei den Steuerdebatteii am 30. Juli 1925 betrunken gewesen seien. Insbesondere waren drei Abgeordnete mit Namen genannt worden. Der Angeklagte will den Wahrheitsbeweis erbringen.

§ Verurteilung wegen Landfriedensbruchs. Wegen Land- friedensbruchs und Teilnahme an einem Tumult am I W d. I. in einem Penzliner Lokal wurden vom dortigen Amts­gericht 17 der Teilnehmer verurteilt.

Zeitgemäße Betrachtungen.

Sparsamkeit.

Sparsamkeit ist eine Tugend, sie nur tarnt die Güter meh­ren, wer sie übt in frühster Jugend wird im Alter davon zehren, keine Sorge drückt ihn nieder, Daseinslust wird ihn erfrifdjen notabene, kommt nicht wieder eine In­flation Dazwischen..

Doch Das wollen wir nicht hoffen nein, wir müssen sie vermeiden, einmal hat sie uns betroffen, damit muß sie sich bescheiden, gerne haben wir vernommen unlängst Dok­tor Schachr's Erklärung, niemals wirb sie wieder kommen -- standhaft aber bleibt die Währung.--

Fort damit für alle Zeiten! Mög der Himmel uns be­wahren! Aber woll 'n wir aufwärts schreiten müssen wir auf's neue sparen; und mit dem zu Rate gehen, was an Eeld wir eingenommen, wenn wir dieses recht verstehen werden wir auch vorwärts kommen.--

Mahnend rufen uns entgegen alle Kassen, alle Banken jetzt zu fördern unb zu pflegen auch den Sparsamkeit- Gndanken; der befreist vom Schuldenjoche, davon stand be­reits zu lesen, schon der Montag dieser Woche ist ein Weltspartag gewesen!--

Sparen müßt Ihr, Ihr müßt sparen" klingt es nun rM allen Seiten, wollt Ihr Euch vor Not bewahren uni em­por zur Höhe schreiten. Sparen müßt Ihr brav und bieder ^ müßt erraffen und erringen, wollt Ihr Eure Wirtschaft der auf die alte Höhe bringen.--- ~

Sparen mußt Du, Du mußt sparen, spricht zur treue Grotte weil er in den letzten Jahren manche Rechnung hatte, aber sie läßt sich nicht foppen hast die wort schon getroffen: Spar nur Du am Dämmerschopp^ ich spar schon an Kleiderstoffen. .

Sparen ist ein gutes Mittel, um es mal zu Geld zu bU' gen. Sparen! Ach, von dem Kapitel ließ sich noch Liedchen fingen. Doch eins läßt sich nicht bestreiten y dies ist kein Trostbereiter: Sparen ist in teuren Zeiten eine große Kunst! Ernst Heit«^

Bücherschau.

Das November-Heft derSee", Zeitschrift des Deutch) See-Vereins (früher Flottenvereins), Berlin, Matthan . . 13, bringt einen Bericht über die Ergebnisse der ^ liehen Expedition des Vermessungsschiffes Meteor, Die k ~ der Oeffentlichkeit beinahe mit Stillschweigen Übergangei ­den ist. Ein weiterer Artikel schildert an Der §ta- anschaulicher Bilder und Skizzen die Schwierigkeiten verm pellauf großer Schiffe. Auch über die Gräber unserer v Jungen wird berichtet, ebenso über die neuesten Vorga »^^ Reichs- und Handelsmarine sowie über den weiteren der Weltreise Des KreuzersEmden".-

Geschäftliches. ^,

Wenn es kalt wird, muß man auf eine kräftige'L^ern, chende Ernährung, besonders bei Heranwachsenden £jcht bedacht sein. Kinder aber wollen oft nicht das, reichlich genug davon essen, was sie vorgesetzt eryane- ist Mühe, Zeit und Geld oftmals vergeblich °Eew P^d- mals aber wird man enttäuscht sein, wenn unb alt Dinge auf den Tisch kommen. Sie werden von mit freudigen Augen begrüßt und wegen ihres W n aber restlos verzehrt, so daß es eine Freude ist. j _

dürfte ganz auf Seiten der Mütter und Hausfraue