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Kulöser PnzeLger

Zulöa y Slatt 2

Nr. 260 Nulda, 5. November 1927

politische Runöschâ

Deutsches Reich.

Das Schulgesetz im Bildungsausschuß.

Bei der Fortsetzung der Beratungen über den Neichs- schulgesetzentwurf im Bildungsausschuß des Reichstages wurde von sozialistischer Seite betont, der Entwurf von 1921 habe den Simultanschulen den Vorrang eingeräumt, ohne daß das Zentrum Widerspruch erhoben habe. Die Haltung des Zentrums heute stehe im Gegensatz zu seiner damaligen Stellungnahme. Der Vertreter des Landes Anhalt erklärte, seine Regierung lehne den Entwurf ab. Als die Generaldebatte auf Antrag der Regierungs­parteien geschlossen war, wurde sie nochmals infolge des Widerspruchs der Minderheit eröffnet. Auf die Frage eines Abgeordneten nach Klärung der Frage über die Verfassungsmäßigkeit des Regierungsentwurfes ant­wortet Reichsinnenminister v. Keudell, eine materielle lluskünft könne er nicht geben, er werde später darauf zu- nickkommen. Schließlich wurde die Generaldebatte end­gültig geschlossen.

Unterzeichnung des französisch-jugoslawischen

Vertrages in den nächsten Tagen.

Havas" zufolge wird die Unterzeichnung des franzö­sisch-jugoslawischen Freundschafts- und Schiedsgerichtsver- trags noch in der ersten Hälfte des Novembers erfolgen. Der neue Vertrag wird ebenso wie der französisch-tschecho­slowakische und der französisch-rumänische beim Völkerbund hinterlegt und veröffentlicht werden.

Bayern nicht gegen die Besoldungsreform.

Aus Münchener Kreisen, die der bayerischen Re­gierung nahestehen, wird geschrieben:In einem Teil der Presse ist behauptet worden, Bayern trete dafür ein, daß die Beamtenbesoldungsreform falle, daß an ihre Stelle lediglich bis auf weiteres die bisherigen Vorschüsse weiter­gezahlt werden sollen und daß damit die Beamtenbesol­dungsreform auf unabsehbare Zeit verschoben werde. Diese Behauptung widerspricht den Tatsachen."

Die Vorgänge in Kattowitz.

Durch die von den polnischen Behörden erfolgte Auf­lösung der rechtmäßig gewählten- Stadtvertretung mit deutscher Mehrheit ist anhaltende Erregung ausgelöst worden. Die Deutsche Katholische Volkspartei und die Deutsche Partei, verbunden in der deutschen Wahlgemein- schaft, wenden sich in einem Aufruf an die Bevölkerung von Kattowitz, in dem gesagt wird, daß sie jede Mitarbeit in der kommissarischen Stadtverordnetenversammlung ab­lehnen, da der deutsche Bevölkerungsteil in Umkehrung der Tatsachen seines Einflusses beraubt werde. Die Deutsche Sozialistische Partei erklärt, daß sic sich der Er­klärung der übrigen deutschen Parteien anschließe und in der ersten Sitzung der kommissarischen Stadtverordneten­versammlung zum Ausdruck bringen werde, daß sie in der getroffenen Zusammensetzung eine Vergewaltigung der deutschen Mehrheit sehe. Wie verlautet, will die Deutsche sozialistische Partei den weiteren Sitzungen des neuen SNdtparlaments fernbleiben.

Aus In- und Ausland.

Paris. Der Politiker Franklin Bouillon ist aus der Sozialistisch-radikalen Partei ausgetreten, weil er nicht geneigt ist, die von der Partei beschlossene Räumung des Rheittlandes und den Anschluß Österreichs an Deutschland zu unterstützen.

Reval. Der estländische Außenminister Akel hat seinen Rücktritt eingereicht. Wie verlautet, ist der Rücktritt Akels erfolgt wegen der schwierigen außenpolitischen Lage, in die Estland durch Abschluß des lettisch-russischen Handelsvertrages gelangte.

Washington. Das Staatsdepartement hat der Ernennung des bisherigen Botschaftsrats Dr. v. Prittwitz und Gaffron zum deutschen Botschafter in Washington das Agrement erteilt.

GLaaispräfidenS Bazille

gegen Emheiisstaat.

Absolutismus des Reichstages.

Bei der Aussprache über den Haushaltsplan im Württembergischen Landtag wandte sich Staatspräsident Bazille gegen die Anwürfe auf die Regierung. Der Vorwurf, daß die gegenwärtige Regierung abgewirt­schaftet habe, sei in jeder Beziehung falsch. Württemberg habe unstreitig die besten Finanzen von allen deutschen Ländern und auch die geringste Arbeitslosigkeit. Die Demo­kraten hätten auf dem Hamburger Parteitag die Zer- ichlaauna der Länder proklamiert. In dieser Beziehung !^^saw»wm®K®MWB^yw^

Um des Glaubens willen"!

Der heute fast ganz vergessene Name Leonhard Kaisers vor 400 Jahren in aller Mund. Kaisers heldenmütiger ^od hatte damals das größte Aufsehen erregt, und es ist heute ^ehr als angezeigt, das Andenken an das ruhmreiche Mar- Mum dieses Mannes zu erneuern, das seinerzeit von nicht ginger Bedeutung für die Ausbreitung d'es Evangeliums im *tal gewesen ist.

< Leonhard Kaiser wurde am Ende des 16. Jahrhunderts in M kleinen Marktflecken Raab in der Nähe von Schärding ge-

Er entstammte einer angesehenen und begüterten Fa- Ueber seine Jugendzeit sowie über seine theologische Bildung wissen wir gar nichts. Wir erfahren über Kaiser bis wir ihn bei Beginn der reformatorischen Bewegung Ls Vikar in Weitzenkirchen, einem Dorf im Lundsrückviertel, in Oberösterreich, sehen. Dort war er Verwalter einer Mrrpfründe, die dem Passauer Domherrn Lic. Berger ge- Mke, der nach der Sitte der Zeit seine Pfründein absentina'

Abwesenheit) genoß und die Geschäfte gegen geringes Ent- M einem Vikar überließ. Bald hören wir den jungen Printer einer Gemeinde die neuen Lehren verkündigen, so daß die Auf- erisamkeit des Bischofs auf Kaiser gelenkt wurde, der ihm egen seiner allgemeinen Beliebtheit ausgefallen war. Don M an ließ er die Predigten des jungen Vikars streng über- Men, und bald war es ihm gelungen, ihn als Ketzer zu über- Wen. Man verhaftete Kaiser und brachte ihn vor das of- K Konsistorium in Passau. Nachdem er gelobt hatte,der "'^rischen Lernbücher und gesellen müßig zu gan", wurde er in seine frühere Stelle eingesetzt. Aber er konnte sich M mehr in die alten Verhältnisse finden, er fühlte sich in ,ein Gewissen bei der Verrichtung gottesdienstlicher Hand- /"Sen, die ihm längst als abgöttisch erschienen, schwer bedrückt.

entschloß er sich, 'nach Wittenberg zu ziehen, um die Grund-

Die Entlastungszeugen im Hstzöebrandprozetz.

Die Schuldfrage vorläufig ungeklärt.

In dem Prozeß gegen den Regierungsrat von Heydebrand und der Lasa, der angeblich seine Gattin ermordet haben soll, hatte der Oberpsarrèr Schäfer schwer belastende Aussagen gegen den Angeklagten gemacht. Nun hat sich aber das Bild durch die Aussagen der weiteren Zeugen verändert. Zunächst wurde eine Freundin der Toten, die Krankenschwester Frau Hoffmann, vernommen. Nach ihren Angaben war Frau von Heydebrand schwer leidend. Sie hatte mehrere Sal­varsankuren gemacht und war mit der Behandlung noch nicht zu Ende. Auch äußerte sie einmal zu ihren Angehörigen, daß sie

in der Irrenanstalt enden

würde. Der Rittergutsbesitzer von Natzmer erzählte, daß sie sich einmal bei einem beitiaen Wortwechsel in der Eisenbahn

Köpfe aus dem Heydebrand-Prozeß.

$Son links nach rechts: Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Furbach, der Angeklagte, Regierungsrat von Heydebrand und von der Lasa, Erster Staatsanwalt Müller. Im Gerichtssaal gezeichnet von Godal.

aus dem Abteil stürzen' wollte. Im Affekt wäre ihr alles- zutrauen gewesen. Sehr wichtig waren die

Angaben der ersten, inzwischen geschiedenen Frau von Heydebrand. Der Brieswechsel mit dem Regierungsrat habe der Toten nicht gepaßt, obwohl sie wußte, daß sie nur der Kinder wegen die Verbindung mit ihrem geschiedenen Gatten aufrechterhielt. Obwohl sie das der Toten mitgeteilt habe, hätte die Verstorbene das niemals geglaubt. Weiter bestreitet die ersteFrau von Heydebrand, daß ihr Mann nur materiell sei, er hätte auch Ideale gehabt. Auf die Frage, ob sie ihm den Mord zntraue, erwiderte sie mit einem glatten Nein.

Am Freitag fanden im Gerichtssaal selbst keine Verhand- lunaen statt doch wurde in Müünitz der.Onkel des Ange-

bestehe sogar eine Einheitsfront von den Kommunisten bis zur Deutschen Volkspartei. Durch die Beseitigung der Länder werde fast gar nichts gespart, an der Lage der Steuerzahler so gut wie nichts geändert und die Ver- schiebenheit von Nord und Süd werde dazu führen, daß

Süddeutschland ganz ins Hintertreffen

komme. Das Wohl des württembergischen Volkes gehe über die Parteidisziplin. Preußen erhebe die höchsten Steuern in Deutschland. Die Zusammenlegung von Württemberg, Baden unb der Pfalz zu einem Landes­arbeitsbezirk würde die Württembergische Wirtschaft sechs bis sieben Millionen Mark mehr kosten, als wenn Würt­temberg für sich allein ein Landesarbeitsamt hätte. In wenigen Wochen habe der Reichstag das Budget um 600 Millionen erhöht, ohne nach der Deckung zu fragen. In diesem Absolutismus des Reichstages liege die Wurzel aller übel, nicht in der Existenz der Länder. Am meisten sparten die Länd t, am wenigsten das Reich und die großen Städte.

Eisenbahnkampf in der Tschechoslowakei.

Passive Resistenz der Eisenbahner.

Die tschechoslowakischen Eisenbahner sind wegen Lohn- streitigkeiten in passive Resistenz getreten. Der Verkehr erleidet dadurch eine große Verzögerung. Zur Charakte­risierung der passiven Resistenz muß daraus hingewiesen werden, daß es sich hierbei um keine Einstellung des Ver­kehrs handelt. Der Betrieb wird nurstreng nach Vor­schrift" geführt, d. h., vor Abgang jedes Zuges werden auf den Stationen die Kupplungen genau nachgesehen, das Gepäck wird genau gewogen, die Sicherheitsvorschriften werden genau eingehalten. Die Nachbarländer Deutsch­land, Österreich und Ungarn werden, wenn die passive Resistenz nur einige Tage andauert, ihre Wirkungen sehr bald zu spüren bekommen, da die Grenzstationen sehr bald mit Frachtzügen verstopft sein werden. Auch in dem Verkehr der internationalen Schnellzüge werden sich sehr bald Verspätungen einstellen. '

Das Eisenbahnministerium hat alle notwendigen Gegenmaßnahmen getroffen, insbesondere gegen Sabo­tageakte, und beabsichtigt auch, gegebenenfalls diszipli­narisch und auch mit Entlassungen vorzugehen.

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lagen der neuen Lehre zu erlernen. Am 7. Juni 1552 wurde er in Wittenberg immatrikuliert. Bald sehen wir ihn unter Luthers besten Freunden wieder.

Mitten in seinem Studium wurde er an das Sterbebett sei­nes alten Vaters gerufen. Sofort trat Leonhard die gefähr­liche Reife an. Kurz nach seinem Eintreffen verschied sein Va­ter. Kaiser wurde auf das Krankenbett geworfen und so ge­zwungen, längere Zeit in Raab zu verweilen. Er soll während dieser Zeit bei den Leuten, die ihn besuchten, vom Evangelium erzählt haben. Selbstverständlich konnte dies denen, die ihn schon einmal zu verderben suchten, nicht verborgen bleiben. Der Ortspfarrer hatte nicht eiligeres zu tun, als seinen Vor­gesetzten von Kaisers Anwesenheit zu benachrichtigen. Sofort wurde ein Eilbote mit dem Haftbefehl an den Stadtrat von Raab gesandt. Nur schweren Herzens konnte sich der Richter entschließen, den von allen Menschen geehrten Geistlichen zu verhaften. Am 10. März wurde er unter starker Bedeckung den: zuständigen Landgericht zu Schärding ausgeliefert. Nun sah sich Kaiser wieder in derselben Lage wie einige Jahre vorher. Aber er war unterdessen ein anderer Mann geworden. Er fühlte sich in dem Bewußtsein, feines Glaubens wegen zu lei­den, gehoben. Erst am IS. Juli brachte man den Gefangenen vor die Schranken des Gerichts. Nach kurzem Verhör fällte der geistliche Gerichtshof das Urteil:Herr Leonhard Kaiser sei zu degradieren und der weltlichen Obrigkeit zu überant­worten". Der Erzbischof von Passau nahm selbst die Degra­dierung des Verurteilten vor. Damit waren alle Rechte von ihm genommen, die Kirche hatte nichts mehr mit ihm zu tun, er war dem weltlichen Arm übergeben. Die Ueberweisung an diesen bedeutete die Auslieferung an den Herzog Wilhelm von Bayern, in dessen Land er geboren und gefangen worden war. Leonhard Kaiser wurde dem Scheiterhaufen übergeben und am 16. August öffentlich verbrannt. Der Ruhm seines Märtyrer­todes verbreitete sich bis in die fernsten Winkel unseres deut­schen Vaterlandes und lebt auch heute noch unter uns.

klagten, von Prittwitz und Gasfron, der schwer gichtleidendi ist, in seiner Wohnung vernommen. Mit ihm hât der An­geklagte nach dem Todesfall mehrfach korrespondiert. Er hatte ihn auch zu Lebzeiten der zweiten Frau um

eine Vermittlungsaktion

gebeten, die aber an der Hartnäckigkeit Erna von Heydebranbs gescheitert ist. Sie habe eine mündliche Aussprache mit dem Onkel wohl haben wollen, doch ist sie seiner Einladung trotz einer schriftlichen Zusage nicht gefolgt. In finanziellen Fragen war sie ohne jedes Entgegenkommen. Sie habe sogar darauf bestanden, daß die Eintragung der Rente, die notariell erfolgt war, ganz gestrichen werde. !

Aus Oberschreiberhau hat von Heydebrand an seinen Onkel einen Brief aeschrieben und bier ausaesprochen. wie.

immer auch die Affäre ausgehen möge, er werde moralisch botf dem Tode seiner Gattin nicht frei kommen. Die Staatsanwalts schaft sieht darin

das Eingeständnis der Schuld

im Sinne der Anklage, während von Heydebrand behauptet­er habe gemeint, daß das Urteil der Menschen ihn moralisch verantwortlich machen werde, wenn auch nicht der Schatten, eines Verdachtes aus ihm Hängenbleibe. '

Die Verhandlungen werden am Sonnabend iw Breslau fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft forscht nach weiteren Briefen, die der Angeklagte nach dem Tode seiner zweiten Frau geschrieben hat und deren Verbleib un-, bekannt ist

Das Reichsverwaliungsgenchi.

Verzicht Preußens auf sein Oberverwaltungsgericht.

Das Reichskabinett hat beschlossen, das neu zu er­richtende Reichsverwaltungsgericht nach Berlin zu legen, und die preußische Regierung schlug vor, das preußische Oberverwaltungsgericht im Reichsverwaltungsgericht ausgehen zu lassen. An der entscheidenden Kabinetts­sitzung nahmen außer den Reichsministern der preußische Ministerpräsident, der preußische Minister des Innern, die Präsidenten des Reichsgerichts und des preußischen Oberverwaltungsgerichts sowie der Reichssparkom­missar teil.

Das Reichsverwaltungsgericht soll auch die Sachen übernehmen, die bisher dem preußischen Oberverwal­tungsgericht zugewiesen wurden. Der Reichstag hatte schon vor längerer Zeit von der Regierung die Errichtung eines Reichsverwaltungsgerichts gefordert. Die Re­gierung wird nun die beim Reichsrat liegende Vorlage über das Reichsverwaltungsgericht zurückziehen und durch eine neue Vorlage ersetzen. Gleichzeitig aber wird sich der Reichsittnenminister mit den anderen Ländern in Verbindung setzen, um womöglich «kne Nachahmung des, preußischen Beispiels zu erreichen.

11000 Zigarrenarbeiter im Ausstand.

Die Betriebsleitung der Zigarrenfabrik von Loesek und Wolff in Elbing hat den Betrieb stillgelegt. Ins­gesamt sind von der Stillegung etwa 3000 Arbeiter und Arbeiterinnen betroffen. Fast die gesamte deutsche Zigarrenindustrie hat ihre Fabrikation vorläufig ein­gestellt, da sie durch einen wilden Streik der Sortierer und Kistenmacher dazu gezwungeu worden ist. Die Sor­tierer vieler Bezirke beantragten, obwohl der bestehende Tarifvertrag bis 31. März 1928 Gültigkeit hat, Lohn­erhöhung mit sofortiger Wirkung. Mit den Arbeiter­führern wurden auch Verhandlungen eingeleitet. Sie brachen die Besprechungen größtenteils ab, da ihnen die Zugeständnisse der Arbeitgeber nicht genügten. Da in den Betrieben ohne Sortierer nicht auszukommen ist, ordnete der Verband der Deutschen Zigarrenindustrie nun die Stillegung an. Etwa 11000 Arbeitnehmer werden davon betroffen.

Vermischtes.

Diequalifizierte" Todesstrafe. Im StrafrechtsauZ- schuß des Deutschen Reichstages erklärte dieser Tage bet deutschnationale Abgeordnete Dr. Barth bei den sehr wich­tigen Beratungen über die Todesstrafe soll sie bei. behalten oder soll sie abgeschafft werden?, daß es int heutigen Rußland, wo ja eine Arbeiterregierung besteht, die Todesstrafe noch gibt, und zwar nicht bloß dieein- fache", sondern sogar noch einequalifizierte". Man muß aufdes allerdurchlauchtigsten, großmächtigsten, unüber­windlichsten Kaisers Karl V. und des Heiligen Römischen Reiches peinliche Gerichtsordnung", dieCarolina", das erste allgemeine deutsche Strafgesetzbuch, zurückgehen, nm den Ausdruckqualifizierte Todesstrafe" richtig zu er» sassem In derCarolina" wurden Strafen verordnet, die an Härte und Grausamkeit kaum zu überbieten warcm Diese Strafen Feuertod, Pfählen, Zerstoßung der Glieder durch das Rad, Vierteilung durch Zerschneiden des Leibes in vier Stücke, Säcken oder Ertränken, Leben- dig-Begraben bezeichnete inan später alsqualifizierte", das heißt: geschärfte Todesstrafen, während die anderen Todesstrafen Strang, Hinrichtung durch das Schwert, Erschießen (Füsilieren oder Arkebusieren) als leichtere, einfachere Arten, einen Menschen vom Leben zum Tode zu befördern, galten. Heute gelten als einfachere Todes­strafen: Enthauptung mittels des Beiles oder Fallbeiles (Guillotine), Erhängen am Galgen,Bruch des Hals­wirbels mittels derGarrotte" (in Spanien üblich) nutz Hinrichtung durch Elektrizität.