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DSenburgs GeSmisèag - ErrüeSankfest.

2. Kor. 9, 6: Wer da sät im Segen, der wird V auch ernten im Segen.

Lulöaer ÄnzeLger

Zol-a / Statt 3

NuLba, 1. Oktober

1927

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Das Erntedankfest fällt mit Hindenburgs 80. Geburts- jaa zusammen. Die beiden Tage passen auch gut zuein­ander in mancherlei Hinsicht. Querst dies: gute, groß- denkertde und treu dienende Menschen sind die beste Ernte, sie der Acker eines Volkes hervorbringen kann. Wir sollen Gott für diese Gabe danken, daß in dieser Zeit der Pot dieser Mann an erster Stelle dem Ganzen zu dienen breit gewesen ist. Welche Last der Verantwortung hat I einst im Kriege und nun nachher ivieder willig auf sich Wommen im Alter, wo andere längst Feierabend Men. Und wie er selbst durch feine Treue so zum Segen iiiivorben ist für uns, so nimmt er selbst sein Leben, seine Pistung, seinen Dienst als eine Ernte, die Gott ihm be- stieden hat. Wie bemütig hat er, einer der Gewaltigsten Meres ganzen Geschlechtes, sich immer wieder unter Gott gestellt und ihm den Dank und die Ehre gegeben für das, Ws er hat leisten dürfen. Auch heute Wirb das fein Empfinden sein. Wir aber wollen diesem Dank gegen Hott den Dank gegen den greifen Helden des selbstlosen Iicnens hinzufügen: und unsere Liebe fei unser Dank!

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lind noch das dritte. Gott hat ihm das Schwerste aus- tdegt: daß all feine übergroßen Taten im Kriege doch schließlich nicht die Frucht gebracht haben, die er erhofft hatte. Und doch ist Hindenburg nicht verbittert und nicht verzagt. Wenn Gott nicht so segnet, wie wir es möchten, er segnet. So schafft er still und ungebrochen weiter. Der da oben macht's recht, auch wenn er uns im Augenblick enttäuscht. Das ist Hindenburgs Erntedankfestpredigt ber lat gerade für dieses Jahr: Landwirte, ihr seid ent- Acht. Eure Mühe findet dieses Jahr nicht dem Ertrag, nm ihr erhofft habt. Laßt euch nicht entmutigen »och verbittern. Lernt gerade dieses Jahr von Hinden- ding: unser ist das Wirken, Gottes das Ertraggeben.

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Laßt uns säen, aber im Segen! Wir werden ernten: im

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$e Deutsche Landwirtschaftsgesellfch^ft in Magdeburg.

5it ber Versammlung der Saatzuchtabteilung auf ii Magdeburger Tagung der Deutschen Landwirtschafts- chllschast sprach Geheimer Regierungsrat Professor Dr- Wr-Bsrlin über Saatgutreinigungsanlagen vom Stand nulte der Technik und Landwirtschaft aus. Zu demselben thma richtete Professor Dr. Hillmann-Schwerin aus der Mis einige Wünsche an die Maschinenfabrikanten. In der ichiache wies Rittergutsbesitzer von Nährich auf die großen ÄiWjtlichen Vorteile durch eine Reinigung des Sackgutes N Sie Versammlung der S ch w e i n e z u ch 1 a b t e i l u n g dmtzMächft unter Vorsitz von Okonomierat Hosfmann-Hof- yÄASchauordnung und das Preisausschreiben für die 34. '»rmKstèÜung Leipzig 1928. Dann berichtete Professor Ä. Liß-Leipzig ükW^ untere Forschungsergebnisse in der ^lveiiiezucht und Schwcineaufzucht. Der beste Futterver- *rtcr sei das wirtschaftlich wertvollste Tier. Nach kurzer ichprache folgte der VortragAnpassung der Schivciue- Wng an die wechselnden Schwcineprcisverhältnissc" von â. Hmau-Berlin. Er besprach eingehend die konjunktur- Mißische Analyse der Schweinepreisc, die säkularen saison- söfeigen unb konjunklurmäßige« Schwankungen. In der Aus-, Mc machte Qkonomierat Keiser-Berlin darauf aufmerksam, ^beider Bildung der Viebvreiie in neuerer Zeit besondere

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MMmgs ßWatëftÄ.

Von Dr. L. H. Brandes.

Als der Weltkrieg ausbrach, eilte der damals in Kolberg seiner ältesten Tochter weilende General von Hindenburg ^Hannover in der Erwartung, daß man auch ihm sogleich Me wichtige Führerstelliing übertragen würde. Das Kriegs- jHterium, dem er sich unverzüglich zur Verfügung gestellt Ek, begnügte sich jedoch mit der Mitteilung, daß sein An- roieten im Bedarfsfälle in Erwägung gezogen werden solle. ^1 General, dessen Sohn und zwei Schwiegersöhne bereits A den Fahnen standen, fand somit seine Sehnsucht, gleich- Feld zu ziehen, zunächst unerfüllt. Unausgesetzt wpigten sich seine Gedanken mit den Kameraden und W/rsten Kämpfen; so schrieb er z. B. seinem einstigen Liturgischen Regiment u. a.:Ich kann cs nicht unter- Iwdem Regiment, welches ich einst befehligen durfte, vor ^ Ausmaffch zir sagen, daß meine treuesten Wünsche es ~cr alte Geist lebt noch in seinen Reihen und darum Ihr Jungen gewiß neue Lorbeeren um diejenigen toinben, welche die Alten einst mit unbedingter sZ^M zum Siege sührten. Wer ernstlich siegen will, siegt schmerzlicher Sehnsucht verfolgte er den Sicgeszug ^ "3>en. Tag und dlacht quälen ihn die bitteren Fragen: W enblicf) wird auch mich der Kaiser rufen? Oder wird jüngeren den Vorzug geben? Ter Mann, der uns allen ^ Urbild eiserner Rnhe gilt, den auch in der Stunde !t Gefahr nie die Besonnenheit verließ, fieberte damals L.uldiger Erwartung. Als alter Soldat mußte er sein W , sich verschließen, und nur seine getreue Gattin war Zeugin feines geheimen Kummers. Nicht Ehr- waren es, die ihn quälten, sondern das it und die Ueberzeugung, daß auch er dazu berufen MA verantwortKgsvolkem' Posten mitzuwirken im k Vaterlandes. "

Tag verrinnt. Endlich als der Krieg schon è R iechen. Währte, als die Russen über die Ostgrcnze m hkpeinbrachen und das schwächere beutfdje Heer laugsam zurückwich, endlich nahte H i N d e N - ^tr« lt!W' nachmittags 3 Uhr, trifft der Ruf des ^'u Gleich darauf geht auch die Antwort ins sich 'Quartier:Bin bereit". Der Kaiser wußte, daß ^ivch >?^ Pflichttreue seines Generals verlassen durste. ^ eirtdetrntt ^sseu Antworttelegramm am Bestimmnngs- "We sem konnte, erhielt Hindenburg die zweite ?Wiate $w das Eintreffen des Generals Ludendorff ."M Stunden später in aller Eile nur um m HMi,>^"^rüstet stand Hindenburg auf bem Bahn- erwartete seinen Generalstabschef. In hat General Ludendorff einmal über i denkwürdigen Augenblick geschrieben:

W 1014, 4 Uhr morgens, sah ich General- N chtsii,^,Hindenburg auf bem Bahnhof in Hannover ^äe» â jueiriem Leben, um bou da ab in guten nnd Ann zusammenzusteben. Bekleidet mit Frie-

frqtèlitlbitnHc mäßgèbcird seien, so z. B. die allgemeine Geld­not und die Zollverhältnisse.

Unter großer Aufmerksamkeit sprach dann Prof. Dr. Beckmann-Bonn über betriebswirtschaftliche Fragen des landwirtschaftlichen Kredites. Nach der prak­tischen Seite ergänzte diese Ausführungen Rittergutsbesitzer Schlange-Schöttingen, M. d. R. und M. d. L., mit einem Vor­trage überRationalwirtschaft und Nationalwirtschaft". Der Redner betonte, daß die Landwirtschaft entschieden staat­liche Hilse fordere, da die Agrarkrise anbauere, die Ver» schuldung der Landwirtschaft steige, die Kreditspannung immer gefährlichere Formen annchmc, die Preisgestaltung im Ungewißen bleibe und die hohen Aufwendungen durch die Er­träge nicht gedeckt würden.

Gpmale KmKerZä'hmung.

Von einem Arzt.

Zurzeit grassiert besonders in Sachsen eine eigen­artige Erkrankung, die bereits eine Anzahl T o d e sf ä l l e zur Folge gehabt hat und die Bevölke­rung in große Unruhe versetzt: die spinale K i n d e r l ä h m u n g. Die Krankheit befällt mit Vorliebe Kinder der ersten sechs Lebensjahre. Säuglinge scheinen übrigens wie vor allen anderen Infektionskrankheiten auch vor dieser geschützt zu fein. Obwohl man den Er­reger dieser gefährlichen Krankheit noch nicht gefunden hat, kann es doch als sicher gelten, daß es sich um eine Infektionskrankheit handelt. Dafür spricht vor allem die epidemische Häufung der Fälle. Ferner ist es auch ge­lungen, die Krankheit durch den Rachenschleim Erkrankter auf Affen zu übertragen.

Aus dem Namen geht schon hervor, daß die Krank­heit mit Lähmungen einhergeht.Spinal" heißt die Er­krankung, weil der eigentliche Herd des Leidens in der Spina", dem Rückenmark sitzt. Die Kinder erkranken ganz plötzlich mit Lähmungen an Armen oder Beinen und mit hohem Fieber. Während bei den meisten Kin­dern die Lähmungen vollkommen zurückgehen und Ge­nesung eintritt, sterben bei den einzelnen Epidemien un­gefähr 10 bis 15 Prozent der Kinder. Bei einem nicht geringen Teil der Erkrankten bleiben dauernde Lähmun­gen, meist eines Beines, zurück. Die wirksamste Be­kämpfung der Seuche ist die Isolierung der Kranken und die Schließung der Schulen und der Spielschulen. ®a diese Maßregeln heute überall streng durchgeführt wer- deu, ist mit einem Weitergreifen dieser heimtückischen

Krankheit wohl nicht zu rechnen.

Dr. L.

Rah MH Fern»

0 Die erste Fassadenkletterin. Der seltene Fall, daß sich eine weibliche Person als Fassadenkletterer betätigt, ereignete sich in Potsdam. Eine etwa 35jährige Frau kletterte durch ein Fenster im ersten Stockwerk einer Villa und entwendete eine goldene D a m e n u h r mit Kette. Der weibliche Fassadenkletterer ist zwar gesehen worden, es ist aber bisher noch nicht möglich gewesen, ihn ausfindig zu machen.

O Vom Starkstrom getötet. Bei Reparaturarbeiten in Westerhüsen bei Magdeburg wurde der Monteur Schreiber vom Gaswerk Magdeburg durch Starkstrom auf der Stelle getötet. Er blieb mit dem Sicherheitsgurt an einem Träger hängen und mußte von dort heruntergeholt werden.

O Festnahme von Eisenbahnräubern. Durch Zusam­menwirken von Eisenbahnfahndung und Kriminal­beamten wurden in Oberhausen sieben Personen festgenommen, die zahlreiche Güterwagen der Eisenbahn teiliveise ihres Inhalts beraubt. und gestohlene Gut verlaust hatten. Ein Tei! der Sachen konnte beschlag­nahmt werden. Anscheinend sind noch mehr Personen in die Sache verwickelt.

O Juwelenfund in einem alten Büfett. Die Erben eines Kleinhändlers in Kopenhagen wollten' ein altes Büfett verkaufen. Beim Abtransport aber öffnete sich ein Geheimfach imb Juwelen, Gold- und Silbersachen und eine sehr wertvolle Münzsammlung, zusammen Werte von

densunisorm die Ernennung zum Oberbefehlshaber im Osten hatte ihn vollständig überrascht trat General von Hindenburg mir entgegen, groß und breitschultrig, mit über­ragender Würde. Er nahm meine kurze militärische Mel­dung entgegen, dankte gütig, und dann stiegen wir in den Zug, um weiter nach Osten, wie es im Volksmunde heißt,zur Schlacht von Tannenberg" zu fahren. Im Eisenbahnwagen trug ich kurz die Lage und meine in Koblenz den Truppen im Osten gegebenen Weisungen vor. General von Hindenburg hörte uachdcnkend zu, dann drückte er mir fest die Hand. Der Entschluß, eine Schlacht gegen die russische Üeberlegenheit zu schlagen, stand fest. Wir legten uns noch zur Ruhe nnd schlie­fen einen festen Schlaf.

Die Schlacht wurde geschlagen.

Täglich, ja oft am Tage wurden neue Entschließungen er- sorderlich. Die Lage verschob sich dauernd. Sie verlangte von dem Oberbefehlshaber eine stolze Verantwortungsfreuoigkeit, Beweglichkeit des Geistes, Raschheit und Beharrlichkeit, zähen Willen und unerschütterliche Entschlußkraft, sowie neben Be­herrschung aller militärischen Nachfragen ein Verstehen der Truppe mit Herz und Gemüt, nnd von dieser die höchsten militärischen Tugenden: Mut, Ausdauer und Manneszucht und von beiden das rücksichtslose Aufgehen in den Gedanken an das Vaterland bis zur Hingabe zum Tode.

Die Schlacht. wurde gewonnen. Sie findet ihresgleichen nicht wieder."

Diese kernigen, vielsagenden Worte kennzeichnen die ersten und so überaus bedeutsamen Auswirkungen der Schick- salsstunde Hindenburgs. Der 22. August 1914 ist aber nicht nur für den Feldherrn, sondern für unser ganzes Volk ein Schicksalstag geworden; denn seit Hindenburgs Führung blieb die Heimat von den schweren Verwüstungen des Krieges ver­schont.

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Eine Erinnerung aus beut Feldzüge 1866.

Mittagshitze lastet auf dem Schlachtfeld. Seit am frühen Morgen der Nebel aus dem Bistritztal zu weichen begann, stehen Erste und Elb-Armee in heißem, unentschiedenem Kampfe gegen den Feind in seiner vorzüglichen Höhenstellnng nordwestlich Königgrätz. Gar zu große Lücken reißt das nach vorbereiteten EntfernlingsmarkeN treffsicher geleitete Artille- riefeuer in die Reihen der Preußen. Jetzt scheint am Swrep- Wald ein mit frischen Reserven kraftvoll gegen die tapferen Streiter Franseckhs geführter Gegenstoß den Sieg der öster­reichischen Waffen verheißungsvoll anzubahnen. Auf der Höhe des Roskoschberges hält König Wilhelm, mit ihm Moltke und Bismarck und ein Gefolge hoher Offiziere. Spannungs­volle Unruhe lenkt die Blicke immer sehnsüchtiger nach Nord- osten. ,Kommt denn der Kronprinz noch nicht?' fragt sich ins­geheim mancher, den rückläufige Bewegungen im Biftritztal mit Sorge erfüllen. Denn sie alle wissen es: Der Kronprinz ist mit der Zweiten Armee im Anmarsch gegen die rechte Flanke der Oesterreicher; sein Eingreifen bedeutet das Schick - (d des Daacs den Siea. Aber wird er recbUeitia zur Stelle

msstdèstèns 50 000 Kronen (60 000 Mark) fielen aus deM veralteten Möbelstück heraus.

9 Manöver bei 5 Grad Kälte. In der Provinz Norr- land in Schweden finden bei 5 Grad Kälte des Nachts Manöver statt. Beim Abschießen einer Kanone unterließ die Bedienungsmannschaft eine Vorsichtsmaßregel unv der. Schuß ging rückwärts. Ein Artillerist wurde im Gesicht schwer verbrannt, zwei andere kamen mit leichten Brandwunden davon.

^ Wolssplage in Ungarn. Im Mütragebirge, in dem vor Jahrzehnten der letzte Wolf erlegt worden ist, sind wieder Wölfe aufgetaucht. Es kommen Rudel bis zu zwanzig und mehr Stücken vor. Die Wolfs­plage in den Forsten ist bereits so groß, daß die Wälder noch nicht vom Hirschrohren hallen. Einem feinen Jn- [iinfte folgend, schweigen alle Brunfthirsche, weil sie be­furchten, sich durch ihr Schreien die Bestien auf den Hals zu locken. Zur Vernichtung des Raubwildes, das aus den Karpathen zugewandert ist, wird man Treibjagden veranstalten. Der Schaden, den die Wölfe an dem Wilv bereits angerichtet haben, soll sehr groß sein.

9 Levine wünscht MuM sprechen. DieMiß Columbia" ist, von Ravenna kommend, in Rom gelandet. Levine erklärte, er gedenke feinen Aufenthalt in der italie­nischen Hauptstadt solange auszudehnen, bis es ihm möglich gewesen sei, mit Mussolini zu sprechen. Er glaubt, mit dem Duce eine gewisse Ähnlichkeit zu haben.

9 Im Segelboot über den Ozean. In Las Palmas auf den Kanarischen Inseln ist ein Deutscher namens Hugo in einem selbsterbauten Boot von 13 Meter Länge und 3 Meter Breite von Amerika angenommen Er ist ein ehemaliger Maat des deutschen DampfersWalhalla" und legte die 4000 Seemeilen lange Strecke nur mit einer bihr und einem Kompaß zurück. Der mutige Segler will die Rückreise auf die gleiche Weise antreten und" nur ein Hund und eine Katze sollen ihn wieder begleiten. Er ' brauchte 46 Tage für die Überquerung des Atlantiks

9 Ein furchtbarer Racheakt. Ein 65jahriger Italiener in Newyork wollte sich an dem Verführer seiner mißratenen To ch t e r rächen. Er schlich sich in die Wohnung seines Landsmannes ein und tötete des Nachts das im Schlaf liegende siebenjährige Töchterchen des Mannes, der nach seiner Meinung sein Kind unglücklich gemacht hatte.

9 Kinoeinsturz in Argentinien. In der Stadt Goya in der argentinischen Provinz Momentes stürzte ein Kino während der Vorstellung ein. Zahlreiche Personen wurden unter den Trümmern begraben und konnten erst unter großen Schwierigkeiten geborgen wer- den. Unter den Kinobesuchern brach eine große Panik aus, zahlreiche Personen erlitten bei dem Versuche, zu ent­kommen, schwere Verletzungen. 70 Personen, ' meist Frauen und Kinder, ivurbeu getötet, bzw. schwer ver­wundet.

Bunte LageSÄronik.

Hamburg. In der Weser Mündung stieß zwischen dem Weser-Feuerschrft und dem FeuerschiffElbe 1 der von Casablanca kommende französische DampierLouis Mercier" mit dem Luvecker FischdampferRobiskrug" zusammen, der stark beschädigt wurde und s a n f.

Bregenz. Bei dichtem Nebel entgleiste zwischen den Bahn­höfen Ranlweil und Götzis ein Güterzug. Der Zugführer wurde schwer verletzt, drei Gütern aaen de schad tat.

Ans dem GerichEZsaar.

§ Hohe Geldstrafen im Hamburger Spritschieberprozesr. In Hamburg fand die Verhandlung gegen 33 Personen statt, die der verbotenen Einfuhr von Sprit, der Monopolhinter- âiqljmi& Xm^ Beihilfe zu Viesen Straftaten angctlagt sind. Es handelt sich um 2 9 2 0 0 Siter Feins Pr it, der mit der Eisenbahn von Holland nach Deutschland eingeschmuggelt worden war. Führend in diesem Schmuggelunternehmen war ein. holländischer Konzern, dessen vier leitende Mitglieder sich in Holland in Sicherheit gebracht hatten. Das Gericht trennte das Verfahren gegen fünf Angeklagte ab, sprach 16 Angeklagte frei und verurteilt-- die übrigen zu insgesamt 2% Millionen Mark Geldstrafe so», wie zu 18 Monaten und zwei Wochen Gefängnis.

sein? Einer bleibt ruhig, Moltke. Er weiß: Der Kronprinz hat den Befehl zum Eingreifen erhalten, er wird kommen; rechtzeitig.

* Nach langem, zuletzt in glutender Hitze znrückgelegtem Marsch ist das Gardekorps von der Armee des preußischen Kronprinzen ins Gefecht getreten. Die Höhen von Chlum, der Schlüsselpunkt der feindlichen Stellung, sind ihm als Ziel ge­wiesen. Der Oesterreicher erkennt die Gefahr, die seinem rechten Flügel erwächst. Hartnäckigsten Widerstand gilt ès zu leisten, und er wird geleistet. Vergeblich. Unter schweren Verlusten, doch siegreich dringt die Garde vor, Chlum wird genommen. Weiter geht es auf Rosberitz zu. Das 3. Garde­regiment erhält den Befehl, dies Dorf zu nehmen. Da schlagt von der Flanke, ans kürzester Entfernung Kartätschfeuer in die Reihen der Angreifer. Ein Zug der 5. Kompagnie wendet sich gegen die Batterie, springt-zum Angriff vor/der jugend­liche Führer vor der Front. Plötzlich taumelt er, fällt. Eine Kugel hat ihm den Helm durchbohrt, seinen Kopf gestreift, ihn betäubt. Für Augenblicke nur, dann geht es weiter, mitten hinein zwischen die feindlichen Geschütze, von denen nur zwei noch zum Aufprotzen kommen, aber bald gleichfalls in die Hände der Preußen fallen. Die Batterie ist genommen, Rosberitz wird erstürmt. Zwar muß es noch einmal auf­gegeben werden und der Leutnant an Stelle des schwer ver­wundeten Hauptmanns die Kompagnie nach Chlum zurück­führen; aber der Sieg ist errungen, ihn lassen sich die Preußen nicht mehr entreißen. Nach der Schlacht schreibt der junge Leutnant an seine Eltern:

Mir fuhr eine Kugel durch den Adler meines Helms, streifte den Kopf, ohne mich schwer zu verwunden, und ging hinter dem Adler wieder heraus. Ich stürzte besinnungslos, nieder, und meine Leute umringten mich, mich für tot haltend/ einen halben Zoll tiefer, und die Kugel wäre ins Gehirn ge­drungen, und ich läge tot und kalt auf der Walstatt. Unsere Verluste sind nicht unbedeutend, von meinem braven Schützen­zuge habe ich so ziemlich die Hälfte verloren. Wenn ich die Gefühle schildern soll, die mich vor der Schlacht überfielen, so innren es ungefähr folgende: zunächst eine gewisse Freudigkeit, daß man nun auch einmal Pulver riechen lernt, dann aber auch ein banges Zagen, ob man auch seine Schuldigkeit als so junger Soldat genügend tun wird. Hört man dann die ersten Kugeln, so wird man in eine gewisse Begeisterung versetzt (sie werden stets mit Hurra begrüßt), ein kurzes Gebet, ein Ge­danke an die Lieben in der Heimat und den alten Namen und dann vorwärts! Mit der Zahl der Verwundeten umher macht die Begeisterung einer gewissen Kaltblütigkeit oder mehr. Gleichgültigkeit gegen die Gefahr Platz. Die eigentliche Auf­regung kommt erst nach dem Gefecht, wo man die Greuel des Krieges in den schrecklichsten Gestalten mit mehr Muße an- sehen muß, dies zu beschreiben, vermag ich nicht. Später läßt sich das eine oder andere mündlich erzählen."

Heute steht der durchlöcherte Helm, ein Andenken an erste Schlacht und Verwundung, auf dem Arbeitstisch eines Feldinarschatts und Reichspräsidenten. Denn der junge Leut­nant vom 3. Garderegiment hieß P a n l b o n Hinde n -

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