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Mitteldeutsche Aeamieuiagung.

Magdeburg, 11. September.

Vor Tausenden von Teilnehmern wurde hier die mitteldeutsche Bcamtenragung in Anwesenheit von Ver­tretern staatlicher und städtischer Behörden durch einen Bcgrüßungsabcnd eröffnet. Vizepräsident , H a u s - rn a n n - Magdeburg bezeichnete es in ^seiner Be­grüßungsansprache als die Ausgabe des Staates, den Lohen Pflichten der Beamten die entsprechenden Rechte entgegcnzustcllen, und begrüßte es als erfreuliches An­zeichen, daß der R e i ch s f i n a n z m i n i st e r persönlich zu der Tagung erscheint, um Mitteilungen über die neue Pesoldungsreform zu machen.

i Keichsfinanzmimfier Gr. Köhler sprach am Sonntag gegen Mittag in der Stadthalle unter größter Spannung.

Dr. Köhler erklärte, daß die Regierung im Februar versprochen hatte, die schon mehrfach gegebenen Zusicherungen auf erhöhte Bezöge für die Beamten einzulösen. Heute will die Regierung nun dieses Versprechen wahr machen. Die Reichsrcgicrung habe den von ihm vorgelegten Entwurf im ganzen genehmigt.

Der Minister gab sodann ein Bild von der Entwicklung der Besoldungsordnung, um dann zu der jetzigen neuen Re­gelung zu kommen. Seit 1924 sei nichts Durchgreifendes mehr in der Besoldungsregelung geschehen. Der Abstand zwischen der Besoldung und der Teuerung der Lebenshaltung wurde immer größer. Alsbaldige Hilfe war also für die Be- amtcnfamilicn erforderlich. Es ist der Beamtenschaft nur bei bescheidenster Lebensführung möglich, auszukommen, Rück­lagen zu machen ist unmöglich.

Dies wissen wir, aber das ganze deutsche Volk muß das müssen. (Großer Beifall.) Das muß hinausdringen bis in das lebte Haus.

Wâs wäre in der bewegten Zeit aus dem Staat gewor­den, wenn der Beamte nicht voll seine Pflicht getan und Un­vergängliches für das deutsche Volk geleistet hätte Derselbe Stand war es, der nach der Stabilisierung der Währung durch die ihm gegebenen Hungergchältcr einen erheblichen Teil zum Gelingen der Lebensaktion für das deutsche Volk beigetragen hat.

Die Besoldungsfragc des deutschen Beamten war nicht nur eine Standes-, sondern auch eine Staalsfragc.

Reichsfivanzminister Dr. Köhler kam dann auf die jetzige Besoldungsregelung zu sprechen.

Die neue Besoldungsordnung baut sich grundsätzlich auf dem Gruppcnsystem auf. Die Äufrückungsmöglichkcitcn sind erhobt worden. Die Frarrenzulagen wurden in das Grund­gehalt cingcstuft. Das System der Kinderzulagen sei bcibe- balien; für jedes Kind soll bis zum 21. Jahre 20 Mark monat­lich gegeben werden. Die Rcichswehrangchörigen wurden aus der Besoldungsordnung herausgenommen, ihre Bezüge sollen in einer Anlage geregelt werden. Bei den untersten Gruppen ist eine Erhöhung der Grundgehälter von durchschnitt­lich 25 Prozent, bei den mittleren Gruppen bis 21 Pro­zent und bei den höheren Gruppen um 1819 Prozent vor­gesehen.

Die Rede des Ministers fand lebhaften Beifall.

Radiospiegel.

Der holländische Außenminister erklärte in einer Unter­redung es für unsinnig, seine erste in Genf gehaltene Rede so auszulegen, als wenn er damit ein Plaidoyer gegen die deutsche Politik habe halten wollen und dabei von französischer Ausfas- sung durchdrungen sei. Sein Ziel sei ausschließlich die Inan­griffnahme der Einschränkung der Abrüstungen.

Levine hat seinen Plan, mit derColumbia" von England nach Amerika zu fliegen, für dieses Jahr aufgegeben.

Das amerikanische FlugzeugStolz von Detroit" mußte in­folge Venzinmangels bei Nagasaki notlanden. Die Flieger hoffen, heute nach Tokio weitersliegeu zu können.

Nach amtlichen Feststellungen sind bei der Feuersbrunst in Stambul mehr als 150 Gebäude zerstört worden.

Bei einem in der Nähe von Dippe erfolgten Automobil­unglück fand Lady Marling, die Gattin des ehemaligen Vor­sitzenden der Abstimmungskommission für Schleswig-Holstein, den Tod.

Abreise des Reichspräsidenten zu den Flotten-Manövern.

wtb. Berlin, 12. Sept. Der Reichspräsident ist heute vormittag, von Major von Hindenburg begleitet, mit dem fahrplanmäßigen Zuge 9.45 Uhr über Stralsund nach Rügen abgereift. Er wird sich heute und morgen in ^utbus aushalten und von dort aus zur Teilnahme an den Flottenmanövern in der Ostsee nach Swinemünde begeben.

Der zweite Vundeskongretz des A. D. V.

wtb. Berlin, 12. Sept. Der zweite Bundeskongreß des Allgemeinen Deutschen Veamtenbundes wurde heute vormittag im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates unter Beteiligung von Vertretern der Behörden und Delegierten zahlreicher Ver­bände, Vereine und sonstiger Organisationen durch den Bvn- Lesvorsitzenden, Ministerialrat a. D. Falkenberg, eröffnet. Un­ter den Gästen sah man den Reichsfinanzminister Dr. Köhler, den Polizeipräsidenten Zörgiebel, den Oberbürgermeister Dr. Böß, Vertreter des Reichswehrministeriums, des preußischen Staatsministeriums, des preußischen Finanzministeriums und des preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, der sächsischen, braunschweigischen, hessischen und württembergijchen Gesandtschaften, Abgeordnete des Reichs- und Landtages, Dele­gierte ausländischer Gewerkschaften aus Oesterreich. Frankreich, Holland und Schweden sowie befreundeter Organisationen.

Die französische Presse über die Reden Briands und

Chamberlains auf der Versammlung des Völkerbundes.

Paris, 11. Sept. (Wolff.) Zu den gestrigen Reden Briands und Chamberlains schreibt derMatin": Es kann paradox erscheinen, aber es ist Tatsache, daß die beiden von Bezeugungen der Ergebenheit für den Völkerbund vollgepfropf­ten Reden im Grunde genommen einander widersprachen. Die französische These ist die der Erweiterung, die englische die der Einschränkung.

Auch der sozialistischePopulaire" vertritt diesen Stand­punkt.

DasPetit Journal" fragt, weshalb soll man nicht Locarno- verträge für den Osten, den Süden und den Balkan ins Auge fassen, um mittels dieser Verträge eine allgemeine Bemühung zur Annahme des Protokolls durch alle dazu geneigten Staaten herbeizuführen. Wenn das Mißtrauen zwischen Frankreich und Deutschland beigelegt und wenn Großbritannien beruhigt werde, dann werde sich vielleicht in dieser Richtung die Welt orientieren.

DieEre Nouvelle" lobt Briands Rede und erklärt, das Wichtigste fei, daß er Stresemann gegenüber vor den versam­melten Vertretern der Völkern in einer Sprache der Freund­schaft gesprochen habe, um einen Gedanken auszusprechen, der ein Gedanke der Vereinigung und einer Hoffnung auf Zu­sammenarbeit sei. _

DasEcko de Paris" vertritt den Standpunkt, dag Strese­mann und Chamberlain Dokumente verlasen, Briand aber im­provisiert habe. Stresemann habe geglaubt, sich als Lamm hinstellen zu müssen, weil er noch viel zu fordern habe, vor «llem die Rheinlandräumung. Chamberlains seinerseits habe hochmütig erklärt: Keine Vervollkommnung des Völkerbunds­statuts kein obligatorischer Schiedsgerichtsvertrag. Möge der Völkerbund eher untergehen, als das britische Reich.

Friedenskundgebung.

An einer Friedenskundgebung, die vom Friedensüunde der deutschen Katholiken und von der deutschen Friedensgesellschaft gestern abend in Mannheim veranstaltet wurde, nahmen auch

die Vertreter des internationalen Friedenskongresses in Würz­burg teil. Neben englischen und französischen Vertretern hielt Reichstagspräsident Koebe eine Ansprache, in der er erklärte, daß die Friedensfreunde in großen Friedenskundgebungen den wirklichen Willen des Volkes zeigen müßten.

Der Leichenfund bei Juist.

wtb. Berlin, 12. Sept. Zu dem bereits früher gemel­deten Fund einer weiblichen Leiche auf der Insel Juist teilt eine hiesige Korrespondenz mit, daß sich der Mann, mit dem das unbekannte junge Mädchen die Bootsfahrt nach der Vögel­insel unternahm, sich Ingenieur Kurt Mam-Lori nennt und das Mädchen für seine Frau ausgab. Tatsächlich hat in der letzten Zeit in Berlin ein Ingenieur dieses Namens, der ver­heiratet ist unb dessen Frau in Innsbruck lebt, gewohnt, ist aber in Berlin noch nicht wieder ausgetaucht. Die Vermutung, daß es sich bei her Leiche um eine gleichfalls verschwundene Stütze Margarete Stephan aus Berlin handelt, erwies sich als irrig.

Ferienkinder in der Ostsee ertrunken.

Bei Göhren auf Rügen ertranken beim Baden zwei Knaben eines Kinderheims. Die den beiden Ertrinkenden zu Hilfe eilende Lehrerin geriet gleichfalls in größte Gefahr Sie wurde von einem dritten Knaben gerettet. Im Ostseebad Carls­hagen auf Usedom ertrank ein Knabe aus Schwäbisch-Hall in Württemberg.

Siedler-Skandal bei Berlin.

Gestern fand in der Siedlung Fuchsberge unweit Fried- richshagcn bei Berlin eine Versammlung von kriegsdeschädig- ten Siedlern statt, in der über das Verhalten der gemeinnützi­gen SiedlergesellschaftJnvalidcndank" bittere Klage geführt wurde. Die 124 Siedler behaupten, daß nach fast 2 Jahren 64 Häuser gebaut werden seien, die von den Bausachverständigen als Schwindrlbautcn bezeichnet worden seien. Sämtliche Häu­ser seien bausäUig und könnte» nur mit 56000 Mark Kosten­aufwand pro Haus bewohnbar gemacht werden. Die Siedler haben ihre Vertrauensmänner beauftragt, mit dem Magistrat, den Kreis- und Rcichsbchördcn zu verhandeln.

Notlandung eines polnischen Flugzeuges.

wtb. Berlin, 12. September. Zur Notlandung eines polnischen Militärflugzeuges erfahren die Blätter, daß dieses Flugzeug Progagandazette! für die polnische Luftfahrt über Deutsche Orte abgewogen hat. Die beiden Flieger des zer­trümmerten Flugzeuges sind sehr höflich behandelt und in einem Hotel untergebracht worden. Sie dürften beide bald frei­gelassen werden. Auch die Trümmer des Flugzeuges werden wohl bald wieder über die Grenze geschafft werden können.

Ansprachen bei der Matteotti-Feier in Brüssel.

wtb. Paris, 12. Sept. Wie aus Brüssel berichtet wird, hat anläßlich der Einweihung eines Denkmals für Matteotti der Vorstand der belgischen Arbeiterpartei eine große Festlich­keit veranstaltet, bei der unter anderen auch Neichstagsabge- erbneter Müller das Wort ergriff und unter Anspielung auf die jüngsten deutsch-belgischen Verhandlungen in der Frankti- re«tfrage erklärte: Die belgische Regierung hat gut getan, auf diese Enquete zn verzichten, denn es ist unmöglich, daß sie statt- finbet nach der Hetzkampagne, die wir in Deutschland erlebt haben. Mögen bei uns diejenigen, die die Enquete fordern, zunächst die Abrüstung der Geister beginnen. Müller kritisierte ferner den Faschismus und trat für Die Vorbereitungen eines endgültigen Friedens ein. Der Sprecher der französischen So­zialisten, Leon Blum, trat dafür ein, daß die Unterscheidung 'm- 'en Siegern und Vesieaten verschwinden müsse. Er gab der deutschen Sozialdemokratie die Versicherung, daß die fran­zösischen Socialisten bereit seien, für die Saar und den Rhein das Gleiche zu tun, was sie für die Ruhr getan hätten. Im Anschluß hieran nahm der in Frankreich als Flüchtling lebende italienische Soziattstensührer Turati das Wort.

Der deutsche Sprachunterricht in den amerikanischen Schulen.

In dem heute beginnenden neuen Schuljahr führten 5 höhere Schulen den deutschen Sprachunterricht nach dem Kriege wieder ein, sodaß nunmehr 8 Juniorhochschulen Deutsch als Unterrichtsfach ausgenommen haben.

Der Gordon-Bennett-Flug.

wtb. Detroit, 12. September. Bei'dem diesjährigen Gordon-Bcnnett-Fluge, der am Sonnabend begann, wurd'en die Ballons im allgemeinen in der Richtung auf die Küste von Florida getrieben. Bisher sind gelandet: Der französische Ballon Paris-Brüssel in Dunn (Nord-Carolina) nach einer Flugstrecke von ungefähr 500 Meilen und einer Flugzeit von 25 Stunden, der belgische BallonWallonia", der in einer Flugzeit von 27 Stunden ungefähr die gleiche Entfernung zurllülegte, der amerikanische Armee-BallonArny", der unge­fähr gleichzeitig in Port (Süd-Carolina) landete und der schweizer BallonHelvetia", der in Stateville (Nord-Carolina) niederging. Der deutsche BallonBrandenburg" mußte infolge einer Ventilstörung bereits bei Sugar-Island, im Gelände der Groen nordamerikanischen Seen, landen. Verletzt wurde niemand.

Beschwerde des italienischen Botschafters in Buenos Aires.

DemNew Port Herold" wird aus Buenos Aires gemeldet: Die ZeitungLa Prensa" berichtet, daß wegen einer vom argentinischen Delegierten auf der interparlamentarischen Wirtschastslouscrenz geübten Kritik an dem italienischen Vor­schlag, eine Kommission zu ernennen, die die Einwanderung tcntrollieren solle, der italienische Botschafter sich beim Autzen- winister beschwert und dieser den argentinischen Delegierten getadelt habe. Die ZeitungLa Prensa" erklärt in diesem Zusammenhang, die Tätigkeit des italienischen Botschafters sei unerträglich geworden.

Die Bautätigkeit im Regierungsbezirk Kassel.

Wir entnehmen derKasseler Post" nachstehende Ausfüh­rungen über die Bautätigkeit im Regierungsbezirk Kassel:

Rach der ausführlichen Zusammenstellung des Preußischen Statistischen Landesamtes in seiner statistischen Korrespondenz Nr. 31 über die Bautätigkeit des Jahres 1926 in allen Regie­rungs-Bezirken Preußens kam im Durchschnitt des ganzen Staates Preußen auf das Tausend der Einwohner ein Reinzu- gang von 3,39 Wohnungen oder von 1,46 Wohngebäuden. Der Regierungsbezirk Kassel weist den sieb,zehnthöchsten Reinzugang aller Regierungsbezirke auf, nämlid) 3.34 Wohnungen oder 1,95 Wohngebäude auf das Tausend des Einwohners. An höchster Stelle in Preußen steht der Regierungsbezirk Schneidemühl mit einem Reinzugang von 5,61 Wohnungen oder 2,44 Wohn­gebäuden auf das Tausend Einwohner. Umgekehrt bietet der Regierungsbezirk Sigmaringen (Hohenzollernsche Lande) den niedersten Reinzugang von 1,93 Wohnungen oder 1,18 Wohn­gebäuden.

Im Einzelnen ist das nunmehr endgülig festgestellte Bild der Bautätigkeit im Regierungsbezirk Kassel während des Jahres 1926 folgendes: Der Zugang durch baupolizeilich abge­nommene Neubauten betrug 4,084 Gebäude, davon 2,316 Klein- gebäude. Unter diesen letzteren sind 2,199 Kleinhäuser mit einem bis zwei Wohngeschossen und höchstens vier Wohnungen. Die Zahl der mit diesen Neubauten gewonnenen Wohnungen beläuft sich auf 3,498 Wohnungen, davon 3,409 in Wohngebäu­den. Durch Umbauten sind dann 420 Wohnungen entstanden, davon 368 in Wohngebäuden, indeß sind bei diesen Umbauten fortqefallen 23 Wohnungen, davon 21 in Wohngebäuden.

Diesem Zugang stehen gegenüber Abgänge durch Brände, Abbrüche usw , jedoch nicht durch Umbauten. Es fielen derart weg 332 Gebäude, davon 192 Wohngebäude. Von diesen letz­teren sind 185 Kleinhäuser mit einem bis zwei Wohngeschossen und höchstens vier Wohnungen. Die Zahl der damit in Ab­gang gekommenen Wohnungen beträgt 251 Wohnungen, davon 247 in Wohngebäuden.

Somit beläuft sich der Neinzuqang für den Regierungsbezirk Kasse! überhaupt auf 3,752 Gebäude, davon 2,124 Wohnge­bäude. Unter diesen letzteren befinden sich 2,014 Kleinhäuser mit einem bis zwei Wohngeschossen und höchstens vier Woh­nungen. Der Reinzugang an Wohnungen beträgt 3,644 Woh­nungen, von denen 3,509 in Wohngebäuden sind.

Aus Stffen-Aaffau und Aachbargebiei^

Der, welcher einsam duldet, duldet. schwer,

Glück und Freude sieht er ringsumher; b^ Schmerzen Hälfte überwunden, wenn man des Gr, Genossen aufgesunden. Sh a k e s p e g 5

$ M wM uni« Uten

Wetterbericht.

Im Bereich der über England südwestwärts vordrünn,»^ kalten Luftströmungen bilden sich, besonders über ^rm' i noch Druckstörungen, die noch keine Beständigkeit der Np,?' rung bei uns aufkommen lassen. Die Temperaturen hiJi auch weiterhin kühl. Vorhersage bis Montag abend- änderlich, meist noch bewölkt, einzelne Regenfalle, mèw Form von Schauern, kühle westliche Winde. Aussicht,,, A Dienstag abend: Bei westlickfen Winden immeroch .wür­dig, kühl, einzelne tiegenfälle. '

IH -si-b ha ^ A ) im Liill tiiie iter

* Fulda, den 12. September 1997

Synagogeneinweihrmg.

CSD An der Synagoge am Judenberg versammelte first [fern vormittag eine Reihe geladener Gäste mit der israelitischen Gemeinde zur Feier der Einweihung des um? bauten und erweiterten jüdischen Gotteshauses. Der Mej2 wurde mit den feierlichen Klängen des Chorgesanas Mam ' wu eingeleitet. Sodann sprach Herr Rabbiner Kunstad,^ geistreicher Weise über die Bedeutung des Gotteshauses seiner Einrichtungen. Es fei keine Anmaßung, die Maiâ, Gottes in ein von Menschenhand erbautes Haus bannen ; wollen, Gott selbst habe gefordert, i^m eine Stätte zu ertif ten, wo er unter uns weilen könne. Wie der Spruch a, gang der Synagoge besage, wolle das Gotteshaus niifits bestes fein, als eine Pforte des Himmels. Durch seine Form und seine Einrichtungen wolle es alles Mächtig volle und ©ute der Menschenbrust zu gewaltiger fachen. Nach der Erklärung der Einrichtungen und besonder? Heiligtümer des jüdisichen Gotteshauses rühmte der Ned»? den nicht genug zu lobenden Opfersinn der jüdischen Genus, Fuldas, die das gewaltige Werk aus eigener Kraft gâii? und ein Gotteshaus gebaut habe, das alle Glieder der Gemein­de zu fassen vermöge. Dank aber gebühre vor allem Gott her den Männern, die dieses Haus zur Zierde der jüdischen'ke meinde und zur Zierde auch der Stadt Fulda bauten féite gütigen Beistand verliehen habe.

Ramens der preußischen Staatsregierung beglückwisiM Herr Landrat Freiherr von ©agern die jüdische Semeinb Fuldas zu der Vollendung des Synagogenbaus. Auch er at- dachte anerkennend der Opfer und der Arbeit, die in schâ Zeit diesen Bau zu einem so schönen Gotteshaus gestaltet he­be.Wo immer Menschenherzen", so schloß Herr von seine Rede,sich sehnsüchtig und ehrfurchtsvoll dem Him«/ zuwenden, da ist Gott nah. Möge der König der HerrliG hier in den Herzen der Beter erscheinen, möge er dieses setzt und allezeit segnen." Die Glückwünsche der Körperschaften überbrachte Herr Oberbürgermeister Dr An­toni und lobte den prächtigen Bau, der wirklich ein herrlicher Bau geworden sei, würdig der israelitischen Gemeinde unb würdig der Stadt Fulda. Herr Dr. Antoni betonte dirs gute Verhältnis, das stets zwischen der israelitischen Gemeinde und der Stadt Fulda bestanden habe, und sprach die Hoffnung aus daß das neue Gotteshaus, das an der alten Stelle geblieben sei, als Symbol für ein weiteres gutes Zusammenarbeiten zwi­schen israelitischer Gemeinde und Stadt Fulda dienen möge.

Zum Schluß der Feier feierte Herr Synagozen-Aeltester Dr. Herz die glückliche Zusammenarbeit zwischen Kunst und Handwerk, durch die dieses Haus zu einem so. stattlichen Bau geworden sei. Er betonte weiter den hohen Wert des Eottes- bauieS- für die Erziehung der Jugend und leistete für die is­raelitische Gemeinde das Gelöbnis, immer bestrebt sein zu wol­len, aus diesem Gotteshaus Menschen hervorgehen zu lassen, M würdig siird, sich als Diener der Gesamtheit und all Ncitkämpfer für das Gute num Wohle der Siad^-wL d-- Menschheit betätigen zu dürfen.

Mit dem Gesang des 128. Psalms fand die würdige (feier ihren Abschluß.

Das neue jüdische Gotteshaus, das auschließeiid von de" Gasten besichtigt wurde, ist in seinem Innern in der Dai ein prächtiges Bauwerk, dessen geschmackvolle, farbenfreudige Ab­stattung von einer wirkungsvollen einheitlichen EeschlMi- heit ist. Die Epnagoge bietet nach ihrer ©r Weiterung nuw mehr über 700 Besuchern Sitzgelegenheit und entspricht damit den Bedürfnissen der hiesigen jüdischen Gemeinde, die mit Recht auf ihr schönes, stattliches Gotteshaus stolz sein darf und kann.

Schluß der Fuldaer Kunstausstellung.

Die Kunstausstellung im Stadtsaal fand am gestrigen Tomi- tag einen besonderen Abschluß dadurch, daß die Stadt Fulda eine Anzahl Bilder erworben hat und somit den Willen aus= drückte, neben der Pflege der historischen Kunstaltertümer auch das zeitgenössische Schaffen zu berücksichtigen und zu förbea Unter dem Protektorat des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Antoni wurde die Ausstellung eröffnet. Sie wurde nun gewip fermagen auch unter feinem Protektorat geschlossen, indem das Stadtoberhaupt auch am letzten Tage die Ausstellung nochmals besuchte, um in Begleitung einer Kommission die Ankäufe bewirken. Es wurden erworben: Georg Bohne;Drusentiime in Vorarlberg"; von Anton Iller:Lesender Bauer"; 00,,»- bert Heinrich Kalb:Fabrik"; von Ferdinand LamMM,,« Pröbel" undKiefern".

Deutscher Ostbund, Ortsgruppe Fulda.

In der am Sonntag nachmittag in derAlten Post" D d gefundenen Monatsversammlung konnte der provisorische ' sitzende verschiedene Landsleute, sogar solche aus OberuhM"- Gersfeld und Hettenhausen, herzlich begrüßen. dargelegt wurden die Ziele und Zwecke des deutschen bundes. Die Satzungen für die Fuldaer Ortsgruppe wuu beraten und angenommen und das Eintrittsgeld und der m natliche Beitrag festgesetzt. Die regelmäßigen Monat s sammlungen finden jeweils den zweiten Samstag iM statt, außerdem jedes Vierteljahr einmal Sonntags eine sammlung. Die vorgenommeue Wahl des endgülugen standes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Lehrer mann-Horas, 2. Vorsitzender Oberpoftsekretär a. D. LuusiM Fulda, 1. Schriftführer Frl. Lehrerin Redel-Fuldu 2- slihrer Lehrer Rosenau-Fulda, Kassierer Herr Rmui.-o Fulda, als Beisitzer die Herren Albrecht und Matuuect. o Verlesung kam eine Einladung der Freiwilligen Sam kolonne zu ihrem am 17. September im Stad-tsaal ftattTinw' Werbeabend. Nachdem noch Einzelheiten über den Schlußentschädigungsentwurf bekannt gegeben worden » wurde die Sitzung geschlossen.

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Das Fuldaer Jugendtreffen, das für gestern am Seriöser Häuschen geplant war, könn" folge der unsicheren Witterungsverhältnisse nicht 1 |(!i Die Veranstaltung soll nun günstiges Wetter vorau.-g am Sonntag, den 25. September, abgehalten werden.

Ausverkäufe sind genehmigungspflichtig-

Die Industrie- und Handelskainmer teilt uns mst- p

In letzter Zeit ist es wiederholt vorgekommen, daß .^j saufe wegen Umzugs, Wegzugs, Aufgabe des Geschäft ^ Tageszeitungen an gezeigt wurden, ohne daß den gen der Verordnung des Herrn Regierungsprafwenie ^, 3. 12 26 Genüge geleistet ist. Diejenigen Firmen, die ^ nehmiguna einen Ausverkauf arrangieren, A

der betreffenden Verordnung strafbar. Die Äydchtri ^ Handelskammer sieht sich im Interesse der Finnen w auf die genaue Einhaltung der Verordnung befouderv v weifen und empfiehlt, vor Eröffnung eines Ausverl« i mit ihr in Verbindung zu fetzen. i

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