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suldaer /lnzeiger
Erscheint jeden Werktag. Vezutzspreis: monatlich 2 Mark. Bei Lieferungsbehinâerungen durch Höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen, Lahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Kriedrich Chrenklau, Zulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zektungsver- leaer. Postscheckkonto: Zrankfurt a. M. Ar. 46000
^ 205 -1927
Kleine Zeitung für eilige Leser. .
«Ser Völkerbundrat ist in Genf zu seiner 46. Tagung zu- Wmcngctreten.
* nas Endresultat der memelländischen Landtagswahl er: «!i,Jelm Abgeordnetensitze für die dcutschgesinnte Volkspartei, für die ebenfalls deutsche Landwirtschaftspariei, drei für Zözialdemokraten, zwei für Kommunisten und vier für die Roßlitauer.
4^ct in Bitsch als angeblicher Spion verhaftete Mann „„meng Deutsch hat sich als Franzose herausgestellt.
»Eine schwere Überschwemmungskatastrophe hat in Ost- w(üicn große Opfer an Menschenleben gefordert und riesige ^schaden verursacht.
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Mißet die Ernte!
frag merkwürdige Wetter dieses Jahres läßt Befürch- w für die diesjährige Ernte aufkommen. Schon im Mhre hatten die Naturgewalten in großen Teilen iMlands vielfach Mißernten oder doch Schäden an M zuerst so verheißungsvoll aussehenden Ernteertrag ver- Lät Schließlich stellte sich der Schaden doch nicht als groß heraus, wie anfänglich befürchtet wurde, war âi immerhin noch groß genug. Es ist zu hoffen, daß scheuch in diesem Jahre nicht alle Befürchtungen bewahr- M werden, die man jetzt noch hegen muß.
verschiedenen Gegenden sind von der Land- Liltsch a f t dringende Rufe nach einer schnellen Ernte- bilse ergangen. In einigen hat man schon Militär in s Ilieitschaft stellen müssen. Diese Notrufe haben auch die iMmente aufgegriffen. und es sind schon Anträge ge- Ht lüorben, bestimmte Gebiete als Notstandsgebiete zu fiten. Allerdings aber haben die Vollversammlungen, noch immer Parlamentsferien sind, dazu noch keine Mw nehmen können. Es ist jedoch anzunehmen, daß I diese Anträge sofort nach Beginn der Parlamentsarbeiten ; M Aonangstellung erledigt werden.
An diesen Auseinandersetzungen dürfte es nicht aus- i üèdaß man sich über Abhilfsmittel unterhalten wird, I mm Kunst die durch das Wetter verursachte ungünstige f G der Landwirtschaft nicht noch weiter zu verschlim- [ Mm ^ Landwirtschaft wurde Don einiger. Leuten ge- I M der Appell an das Militär wäre vielleicht nicht not- I toenbig gewesen, wenn rechtzeitig Anstalten getroffen Wen wären, stets die notwendige Arbeiterzahl in der Landwirtschaft zur Verfügung zu haben. Dann wären ge- liiigenbe Kräfte vorhanden gewesen, auch in einer verhält- nmäßig kurzen Zeitspanne zwischen zwei Regenperioden ■ die Ernte zu bergen.
Damit wird die Arbeiterfrage überhaupt be- wihrt, die stets ein Schmerzenskind auf denr Lande ge- I liefen ist. Dies war schon vor dem Kriege so. Damals hinten die sogenannten Sachsengänger einen gewissen ^gleich bringen. Aber der Quell dieser Arbeitskräfte nicht mehr so wie früher. Auch das ist mit eine S«lge des Fricdensvertrages mit seiner Neugestaltung I dkl Grenzen im Osten, die uns außer dem Getreideüber- I >Wand auch noch einen großen Teil der landwirtschaft- l dini Hilfskräfte nahm. ,
I Bei der ganzen heutigen Finanzlage kann der Land- unmöglich stets einen großen Stab von Arbeitern Die Landwirtschaft ist mehr als jeder andere Be- I auf Saisonarbeit angewiesen, so daß zeitweilig I Arbeiterbedarf eintritt. Nichts wäre da gegebener, I Mit produktive E r w e r b s l o f e n f ü r s o r g e I Tätigkeit treten zu lassen. Ein großer Teil der Er- I^Mosen und besonders der städtischen geht aber nicht I 5 das Land. Es würde zu weit führen, hier auf alle I Men dieser Erscheinung einzugehen. Es genügt, sie I Konstatieren. Das allein führt schon zu dem Schlüsse, I K alles getan werden muß, hier Wandel â schaffen. I1 -andwirt hat mit städtischen Arbeitern öfter keine I ? Erfahrungen gemacht, so daß er vielleicht gegen I Cine twiste Abneigung hat. Bei der ganzen Lebens- I der städtischen Arbeiter ist die Unkenntnis von I Jdllrtschaftlichen Dingen aber zum Teil erklärbar. Das sich schließlich überall sagen und deshalb der W^iWe Rechnung tragen, daß die Arbeit eines Städters MLande zunächst nicht so erfolgreich sein kann als Mannes, der stets auf dem Lande gelebt hat. ^t es, Geduld haben nnd auf beiden Seiten den grillen zum Ausgleich der Gegensätze zu zeigen.
■ der Landwirtschaft sind mehr als alle anderen ■ gesamte Volk angehen. Es genügt da
■ fcj11 Blick auf die Handelsbilanz. Jede Erntever- auf diese einen großen Einfluß aus. Das an Ernte Fehlende müssen wir im Auslande kaufen. Mu Kßen Summen des Vorjahres sprechen in dieser MDng eine beredte Sprache und ermahnen uns stän- nichts unversucht zu lassen, um unsere Landwirt- eine immer höhere Stufe zu bringen. Dabei ■ blc Arbeiterfrage eine besonders wichtige Rolle. M ^Kerst der Hebel anznsetzen. Gegen Naturgewalten MÄiâ„"""'"nâ)tig. Wir können aber durch geeignete Witz wenigstens erreichen, daß die Wetterschäden l«tiiiiett K ^nrch organisatorische Mängel im Staate Der»
^Hilfsmaßnahmen in Württemberg.
^eten K^tembergische Negierung hat infolge der in Migung der Ernte verschiedene Notmaß- PWon ‘V ^^o geleitet. Zunächst soll die Reichs- 11 ßtoerfa ü' den Erntearbeileu herangezogen wer- Trocknung des Getreides wurve I “Freien Brauereien und teilweise stillgelegten "schlossen. Die Beschaffung zinsloser Dar-
Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg Zulöa- unö Haunetal ^Zulöaer Kreisblatt Redaktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße 1 ❖ Zernsprech-Anschluß Nr.HtzH
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Fulda, Freitag, 2. September
Danziger Fragen in Genf
beginn der 46. Ratstagung.
Polen und Danzig.
In Genf ist am Donnerstag die 46. Ratstagung unter dem Vorsitz von Villega^Chile eröffnet worden. Die Sitzung war geheim. Die einzige neue Erscheinung im Rat ist der chinesische Gesandte aus Lissabon, Wang; Frankreich wird durch Paul-Boncour und Polen durch Sokal (der polnische Außenminister ist erkrankt) am Rats- tisch vertreten.
Neben der Festsetzung der Tagesordnung und Regelung einiger administrativer Fragen war die Sitzung vorwiegend einigen Anträgen Danzigs gewidmet. Senatspräsident Sahm war infolgedessen bei diesen Verhandlungen zugezogen. Es handelte sich dabei im wesentlichen um zwei Fragen: um die Forderung Danzigs auf Beendigung eines am 8. Oktober 1921 abgeschlossenen provisorischen Abkommens, das Polen die Berechtigung verleiht, den Hafen von Danzig als An lege Hafen für seine Kriegsschiffe solange zu benutzen, wie es über keinen eigenen ausreichenden Hasen verfügt. Danzig erklärt nun- nrehr, daß der polnische Kriegshafen von Gdingen hinreichend ausgebaut sei, um dieses Provisorium entbehrlich zu machen. Gegen den polnischen Protest wurde nach einer Debatte, an der u. a. die Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Italiens teilnahmen, beschlossen, diese Frage auf der Tagesordnung zu belassen.
Die zweite Frage betrifft die Verlegung des polnischen Munitionsdepots von der Wester-
Kreuz und quer über den Szean.
Neuer Abflug aus Amerika.
Befürchtungen wegen Hamiltons Flugzeug.
Obwohl von Kanada aus alle auf dem Atlantik befindlichen Schiffe alarmiert worden sind, Ausschau nach Dem englischen Flugzeug „St. Raphael" zu halten, ist cs seit der Überquerung Irlands nicht gelungen, irgend etwas über das Flugzeug zu erfahren. Normalerweise hätte es bereits am Donnerstag morgen über Neufundland Sein müssen. Die Flieger haben Benzin für nur 43 Stunden bei sich. Der Optimismus der Bevölkerung am Lan- oungsplatz in Ottawa begann bei der Verschlechterung der Witteruna nackrulasien.
Hauptmann Hamilton
Prinzessin Oberst Minchin von Löwenstein- Wertheim
M Raphael gesehen?
Ottawa über Saint Mow in der Provinz Quebec ist Donnerstag um 11 Uhr 5 Minuten Ortszeit (etwa 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit) ein Flieger in westlicher Richtung bemerkt worden, den man für den englischen Eindecker „St. Raphael" hält.
Noch keine Landung des Flugzeugs St. Rafael.
wtb. Ottawa, 2. Sept. Das Luftamt teilte gestern in vor- ücktcr Nachtstunde mit. daß über eine Landung des britischen User des St. Lorenzstromes keine
gerücktcr Nachtstunde mit, ba| Flugzeuges St. Rafael am Bestätigung vorliege.
Sir John Carding, der mit seinem Eindecker bereits einmal von London in Ontario aus den Atlantik zu über, queren versuchte, ist nun zum zweitenmal nach England gestartet. So befinden sich zurzeit zwei Flugzeuge in ent- aeaenaefeüter Nicktuna über dein Ozean.
Das Flugzeug „Sir John Carling" in Caribou (Maine) gelandet.
wtb. New-York, 2. Sept. Der Eindecker „Sir John Carling, der gestern in London (Ontario) neuerdings zum Fluge nach England ausgestiegen war, ist in Caribou im Staate Maine gelandet.
Meter Traosozeanflug begonnen.
Windsor (Ontario). Das Flugzeug „Royal Wmdsor" ist Donnerstag um 9.55 Uhr Ortszeit zu Dem beabsichtigten Flug nach Windsor in England gestartet.
sehen ' bzw. zinsloser Stundung der zurückzuzahlenden Rentenbank- und Dünaerkredite will die Regierung fördern. Auch Steuererleichterungen, und zwar in Gestalt von zinsloser Stundung der Landes- und eventuell auch der Rechssteuern, sollen in ErwüguUg gezogen werden.
Anzeigenpreis: Zur Behörden, Genossenschaften,Banken usw. beträgt die Steinbeile 0.30 HIE., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezeile 0.90 Mk. u. alle «oberen 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark ❖ Bei Rechnungsstellung hat Zahlung innerhalb 8 (Tagen zu erfolgen ❖ Tag- und Plabvorschriften unverbindlich.
4. Jahrgang
platte im Sinne der bereits auf der Junitagung des Rats erörterten Danziger Anträge. Da hierbei die grundsätzliche Frage aufgeworfen wird, ob eine frühere Entscheidung des Rates aufgehoben werden soll, und zwar diejenige vom 14. März 1937, so wurde beschlossen, zunächst ein Komitee einzusetzen, zu dem jedes Ratsmitglied einen Juristen entsenden kann. Der sachliche Teil des Danziger Antrages wird dann im Falle einer Klärung dieser Grundfrage in bejahendem Sinne anschließend zur Behandlung kommen.
Die nächste Sitzung ist auf Freitag angesetzt und wird gleichfalls zunächst nicht öffentlich sein. Die weitere Tagung wird vor allem der Prüfung der seit der Junisession des Rates vom Völkerbund geleisteten Arbeit gewidmet sein. Der Rat lüirb zu entscheiden haben, welche Folgen den Beschlüssen verschiedener Völkerbundkommissionen gegeben und inwieweit den Schlußfolgerungeu internationaler Konferenzen entsprochen werden kann, die seit der letzten Zusammenkunft getagt haben. Er wird 'weiter beschließen müssen über die Form, welche der Wirtschaftsorganisation des Völkerbun - d e s gegeben werden soll. Daneben wird sich der Rat beschäftigen mit einer Anzahl Begehren, die ihm von Regierungen von Mitgliedstaaten vorgelegt wurden, so insbesondere mit dem Begehren der griechischen Regierung nach einer amtlichen Interpretation der Artikel 190 und 192 des Versailler Vertrages betreffend das Verbot, nach welchem Deutschland keine Kriegsschiffe und kein Material für Kriegsmarinen bauen und ausführen darf.
Zum Start des „Blauen Vogels".
wtb. Paris, 1. Sept. Der Farmanapparat „Blauer . Bogel", der wie geute.oet, heute früh zum Ameritaslug gestartet ist, hat ein Leergewicht von 4000 Kilogramm und ein Gewicht mit Belastung von 11500 Kilogramm. Er ist ein Farinanapparat mit 2 Motoren von 500 PS. Der Apparat führt 9600 Liter Benzin und hat eine Durchschnittsgeschwindig- kcit von 140 Kilometern. Er kann sich 60 Stunden in der Lust halten. Jeder der beiden Flieger hat einen Fallschirm und Rettungsring. An dem einen der Rettungsringe sind zwei Vlechkästen von je 2 Liter Ausmaß mit Lebensmittel befestigt, und an dem anderen Ring eine Leine durch die ein Rettungsboot aus Gummi herangebracht werden kann, das mit Hilfe einer Flasche mit komprimierter Lust aufgeblasen werden kann. Es ist bis jetzt nichts bekannt geworden, ob das Flugzeug Fun- kentelegrasie an Bord hat.
wtb. Paris, 2. Sept. Der „Blaue Vogel" ist nach Frankreich zurückgekehrt.
Während das Tiefdruckgebiet im Raume zwischen Grönland und Irland sich weiter verflacht, dringt von der Mitte des Ozcans her der hohe Luftdruck ostwärts vor. In der Tiefdruckrinne, die über dem Osten der Vereinigten Staaten liegt, hat sich ein Teiltics entwickelt, das in weiterer Ausbildung begriffen ist. Auf seiner Rückseite
wehen
stürmische nördliche Winde.
Am Nordabhang des mittelatlantischen Hochs ist allenthalben eine westliche Luftströmung erkennbar, die 30 bis 40 Kilometer Stundengeschwindigkeit erreicht. Jnfolge- oessen ist für einen Flug von Europa nach Nordamerika noch immer kräftiger Gegenwinv auf der ganzen Strecke vorhanden, das Wetter also noch nicht günstig.
Startöereitschast in Dessau und Le Bourgei.
Die „Bremen" steht weiterhin startbereit in Dessau, die Verschlechterung der Wetterlage hat aber bisher die Piloten abgehaltem die Ozeanreise zu beginnen. In Le Bourget haben die beiden Piloten des „Tango- vogels", Tarascon und Laulhö, Fnnkapparate an ihrem Flugzeug anbringen lassen. Die Piloten des „Blauen Vogels", Givon und Corgn, haben die Behälter ihres Flugzeuges mit Betriebsstoff füllen lassen. In Villa- :oublay hat der Flieger Costes sein Flugzeug noch einmal überprüfen lassen.
Auf dem Bromberger Flugplatz ist während eines Probeflnges ein polnisches Militärflugzeug aus etwa Dreißig Meter Höhe abgestürzt. Der Pilot ist leicht, der Mechaniker schwer verletzt.
In Orly (Frankreich) hat sich ein neues Flugzeugunglück ereignet. Der Kommandant der dortigen Militär- fliegerabteilung, ein Leutnant, stürzte bei einem Übungsflug aus hundert Metern tödlich ab.
Zu den bevorstehenden sranzöfisch-amerikanischen Handelsvertraasverhanblungen.
' wtb. Paris, 2. Sept. Nach einer Agenturmeldung aus Washington hat das Staatsdepartement der amerikanischen Botschaft in Paris Weisung erteilt, die mündlichen Verhandlungen zwecks Abschluß eines französisch-amerikanischen Handelsvertrages einzuleiten. Dieser Entschluß sei gefaßt worden, weil der kürzlich zwischen Deutschland und Frankreich geschlossene Handelsvertrag, der die neuen sran^zö- sischen Tarise zur Anwendung bringen müsse, in beträchtlicher Weise den amerikanischen Handel beeinflussen würde, wenn die Vereinigten Staaten nicht die Meistbegünstigung erhielten. Man weise darauf hin, daß die Verhandlungen zum Abschluß eines Handelsvertrages bis nach dem Abschluß eines deutsch-sran- zösischen Handelsvertrages verschoben worden seien.