I Möaer /lnzeiger
i br. nicht ' Uh Hält. i)äbu agen. tilgen hin
noch mög* irfien- ötzlich nderz licheè
Erscheint seöen Werktag. Bezugspreis: monatlich 2 Mark. Bei Liefernngsbehinberungen üurch
Höhere Gewalten", Streiks, Aussperrungen,
Lahnsperre usw. erwachsen dem Bezieher keine Ansprüche. Verlag Krieörich Chrenklau, Kulda, Mitglied des Vereins Deutscher Zeètungsver- leger. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Hr. 16000
«von, lenen, rechen "
^03 — 1927
Moste zubc> torene Apscl. linde- :t aus 'gleich Sorten :rauè- j ien in ■ I), daß 1*1 i etoa: unten bleibt leicht j 11 deni g * s H I insu I Hietz ! (freie,
Md
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Rcichsaußenminister Dr. Stresemann berichtete im Reichs-
Annett über die außenpolitische Lage und teilte hierbei die Machende Verminderung der Besatzungstruppen um lOOOO Mann mit
. «Briand soll plötzlich erkrankt sein, so daß er nicht an der Mrbundlagung in Genf teilnchmen kann.
;«Scr Ozeanflieger Levine ist ohne Flugerlaubnis nach Sonbon geflogen und sucht dort einen Partner für den Witikslug.
#5n Tibet ist der deutsche Forschungsreisende Filchncr von Ohistischcn Priestern ermordet worden.
MveremheMchung
i und SleummWie.
(t » b auf ; sofort hoben erben »leiten Wit risch!« «1 biete1 rschl«; Sollt' ilchp t) bei« ;u bt>. üblich. Ihm r von ms i« ; Md t ne»
I Lon sachverständiger, über die Bestrebungen an maß-
■ täber Stelle unterrichteter Seite wird zu den schwebrn- IqBttbesserungsplänen, namentlich auch über den laut- ■ Torbenen Wunsch auf eine allgemeine Amnestie für »Miche Verfehlungen, geschrieben:
Nne der ersten Äußerungen des jetzigen Reichsfinanz- Äâ Dr. Köhler war seine Ankündigung während M du Wsdebatte im Reichstage, daß er eine vollständige I Siriinl) eitlichun g des ganzen Steuerrvesens durch- I Am wolle. Er dürfte damit dem Wunsche wohl aller kchwchen haben, die die Unhaltbarkeit unseres jetzigen Äcmèinziehungs- und Verwaltungswesens am eigenen Stifte feimengelernt haben. Der Minister selbst wies ja p«!ls hin, daß alle Finanzämter infolge der Arbeit A Mammenbrechen feien. Deren Überlastung zeigt am ch» die lange Zeit, die nötig ist, ehe man einen Bescheid 'fifMt. Als man die gesamte Steuereinziehung dein Wübertrug, da wollte man damit eine Vereinfachung kMil Die Verhältnisse waren aber schließlich stärker md AM Einfachheit entstand der große Wirrwarr, den (MMMAugen haben, dessen Ursachen einmal in der itoeritanbenm Inflation lagen und dann in dem Zwange, '«M« Aeuerguellen. schaffen Zu.müssen. Dgs führte hm schnellen Anordnen neuer und dem Abändern borböHbener Steuern. So war es denn kein Wunder, daß M W kein Mensch mehr zurechtfand.
sWischen ist nun'dem Aieichsrat und dem Reichs- ">ri!chüftsrat ein S t e u c r v c r c i n h c i t l i ch u n g s - KIGMegangen, allerdings zuerst noch ohne Begrün- ^U die aber vermutlich bald nachgeholt werden dürfte. Altwurf enthält ein Mantelgesètz, das aber nur den â und den Tag des Inkrafttretens bestimmt, außer- M vier Einzelgesetze, das Grundsteuerrahmcngesetz, das Mttbesteuerrahmengesetz, das Gcbändestenerentschnl- i Mgesetz und das Gesetz über die Vereinheitlichung des »a3< Aens in Steuersätzen und über die Anwendung der '■■'w Wie man sieht, handelt es sich im Mitlichen nur um Rahmengesetze, da ja vorläufig nur Aoiziehungsverfahren und die Auslegungen vor- -Mun Betracht kommen.
Vie große Allgemeinheit ist das Gesetz über die Ä?tlichung des Verfahrens das wichtigste. Werden «doch alle Steuern des täglichen Lebens erfaßt, die Mmensteuer, Umsatzsteuer, Verrnögenssteuer, Erb- Mvuer usw. Hier dürfte nun auch zuerst die Kritik M, da begreiflicherweise uicht alle in dieser Bc- A geäußerten Wünsche erfüllt werden konnten. 3 M aber bei der Beurteilung nie aus dem verlieren, daß es sich um ein Gesetz handelt, ^è Verfahren vereinheitlichen will und die Ä 1 Steuergesetze unverändert läßt, also an der 3 ^“ Staffelung der Steuern nichts ändert. Da muß f>âw schon zufrieden sein, wenn dem Objekte der N Klebung, dem einzelnen Bürger, viel Arbeit jSM' Arger erspart wird. Dafür sorgt schon in gewisser a die geplante Einführung eines e i N h e i t °
taste, seich' s B-- steten itb H färbte. W? Mita D elZ Wl l eta
in
;t silv grill .uL
ioch rei
,r tue n, >e
tt
so
rmaf tu#
[ Dort leRett g Vie e, de mm »ei ber Ma- eine teSn Körh- ais et
ins Haus flat-
c u e r b e s ch e i d e s an Stelle der vielen We, die einem jetzt unaufhörlich ff f i|ia''"er im stillen nebenbei auf eine Steuer sen- M hat' wird sehr enttäuscht sein. Allerdings Vie Vereinheitlichung und Vereinfachung viel mo damit viele Kosten erspart. Diesen Umstand M <^Aeicht für die Steuerzahler nutzbar machen itz . ^oer bei dem immer weiter steigenden Steuer- H^/^lches und der Länder ist in absehbarer Zeit Zu rechnen, daß die Regierung von sich aus Milderung des allgemeinen Steuer- ^„»Erschiedenen Seiten wird in dem Gesetz eine vermißt, die eine allgemeine Steuer- ■ J; ^^ vergangenen Jahre verkündet. Eine % direkt als das Wesentliche einer solchen ^w '^chnet. Soweit bekannt wird, ist die Stirn« ^t ci e 'â)en Kreise einer solchen Generalamuestie ■ it schon v d "m st i g. Man weist dort darauf hin, 3 mT?l.e. jetzigen Steuergesetze eine Amnestie zu- fAßen Vre Behörden bei n i ch t v e r s ch u l d e te n
ton
m Sßetnrs, ^riZâc Bestimmungen, die durch die 3 Vorneb™”!?” entschuldbar sind, außerordentlich P 3t fein Euer kann man allerdings verschiedener - ®° ‘‘Nen in befonberé bedauern, daß den Steuer* ( stsctzullg oder dem Erlaß von Strafen so bo^ : fein 'st- Hier würde eine Reform am eh3 6anhhti?er vorliegende Entwurf bietet dazu eine
MW; Aber wie gesagt, eine allgemeinen Ä t Un^ ?ie böswilligen Übertreter um- c9“ t -!.?ch anm»/k^gebenden Kreisen absolut abhold. Es £w ’^on bn„ ?„f^n' daß das Steucrvcrcittheitlichungs- jC3uj«! -st dazu führt, kleinen Übeltätern Gnade:
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal *§ulöaer Meisblatt Re-aktion und Geschäftsstelle: Mühlenstraße j ❖ Zernfprech-Anfchluß Hr. 989 Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit (Quellenangabe „§ulâaer Anzeiger"geftattet.
Fulda, Mittwoch, 31. August
Dr. Stteseim» in dem ReiltzMwett
Die außenpolikische Lage.
10 0 0 0 Mann B e s a tz n N g s v e r m i n d e r u tt g. Neue polnische Kampfzölle.
' Das Reichskabinctl ist am Dienstag unter dem Vorsitz des Vertreters des Reichskanzlers, Dr. Geßler, zu einer Sitzung zusammengetreten, in der der Reichsaußenminister Dr. Stresemann über den Stand der Außenpolitik berichtete. An der Sitzung nahmen außer Reichswehrminister Dr. Geßler nur noch die Reichsminister Dr. Stresemann, Rcichswirtschastsminister Dr. Curtius, Reichsver- kehrsminister Dr. Koch und Reichsernährungsminister Schiele teil, da die übrigen Reichsminister nicht in Berlin anwesend sind.
Reichsaußenminister Dr. Stresemann teilte in seinem Referat mit, daß Briand den deutschen Botschafter in Paris bei einem Empfang benachrichtigt habe, daß die Besatzungstruppen um etwa 10 000 Mânn v e r n; i n d e r t werden würden. Es werden abberufen 8500 Franzosen, 900 Engländer und 600 Belgier. Im Kabinett wurden diese Mitteilungen lediglich zur Kenntnis genommen. Eine Stellungnahme zu den außenpolitischen Fragen wird im Reichskabinett erst Ende September her- beigcführt werden, wenn die Ergebnisse der Genfer Tagung vorliegen.
Als weiteren wichtigen Punkt behandelte Dr. Stresemann die deutsch-polnischen Handelsvertrag s v e r h a n d l u n g c n. Polen hat nämlich beschlossen, vom 26. Dczeurber ab eine Verdoppelung der polnischen Zollsätze im Verkehr mit jenen Ländern vorzunehmen, die mit Polen keinen Handelsvertrag haben. Dieser Beschluß ist offensichtlich gegen Deutschland gerichtet, um auf die Haltung der deutschen Regierung bei den noch immer schwebenden Handelsvertrags- Verhandlungen mit Polen einen Drnck auszuüben. Der deutsche Geschäftsträger in Warschau hat die Regierung
an gedeihen zu lassen, will man doch unnütze Kosten ersparen. Die Frage der -SteuerAmnestie an sich dürfte überhaupt im Rahmen des vorliegenden Gesetzentwurfes nicht zu lösen sein. Dazu ist eine große Steuerreform an Haupt und Gliedern notwendig, wozu allerdings der jetzige Entwurf hoffentlich Der- Schrittmacher ist.
Ermordung eines deutschen Forschers.
Eine ganze Expedition um gebracht.
Eine Reisegesellschaft von drei oder vier Ausländern ist von Lamas in West-SzechiMN ermordet morden. Vermutlich besteht diese Gesellschaft aus einem Engländer, einem Amerikaner und einem deutschen Gelehrten mit Namen Filchner. Von dieser Reisegesellschaft wurde seit ihrer Abreise nichts mehr gehört, und es wird befürchtet, dass cs sich bei Dem oben gemeldeten Verbrechen um die Mitglieder dieser Gesellschaft handel!.
Der ermordete Forscher Filchner.
Ferner haben Banditen einen Zug der chinesische'' Ostbahn angegriffen und die Schutzsoldatcu überwältigt, von denen verschiedene verwundet wurden. Der Zug wurde zum Enr gleisen gebracht. Fünfzig chinesische Passagiere wurden gefangen weggeführt und die ausländischen. Passagiere .beraubt. Von diesen wurde jedoch niemand gefangengenommen oder verletzt.
Wilhelm Filchner gehört zu den bekanntesten Forschern überhaupt. Er ist 1877 in München geboren, bereiste als Mitglied des Großen Generalstabes Rußland, den Balkan und Kleinasien. Im Jahre 1903 leitete er die deutsche China— Tibet-Expedition und von 1910 bis 1912 die antarktische Expedition. Von Roald Amundsen wurde er 1913 für dessen Nordpolexpedition verpflichtet, an der er wegen des Kriegsausbruches nicht teilnehmen konnte. In einer Reihe großer Werke, dem dreibändigen „Nord-Ost-Tibet" mit reichem Kartenmaterial, in den: Werke „Die Rätsel des Matschu" har er die über- reichen Ergebnisse seiner Forschungen niedergelegt.
«1« IW mm« H !■ II ■ 11II IWM»»M«»W«»!M»«'«'««««â⻫W«««»«»«»
Vergeht Die Hindenburgspende nicht!
Annahmestellen bei sämtlichen Postämtern. Eisenbahnschaltern, Banken, Sparkassen sowie in der Geschäftsstelle dieses
Blattes, .. .
Anzeigenpreis: Zür Vehöröen, Genossenschaf-- ten/Banken usw. beträgt die Kleinzeile 0.30 HIE., für auswärtige Auftraggeber 0.25 Mk., für die Reklamezerle 0.90 Mk. u. alle anöeren 0.15 Mk., Reklamezeile 0.60 Mark ❖ Bei Rechnungsstel- lung hat Fühlung innerhalb 8 Tagen zu erfolgen ❖ Tag- und Plahvorschristen unverbinölich.
4. Jahrgang
in Warschau darauf Hittgewiesen, daß die neuen polMscherr Kampfzölle von Deutschland als eine Unfreundlichkeit angesehen werden, die die Vertragsverhandlungen zwischen den beiden Ländern nur erschweren könne.
Abreise der deutschen Delegation.
D e u t s ch e A n t r ä g e i n G e n f.
Ein Teil der deutschen Delegation, mit Dr. Strese- mann und Dr. von Schubert an der Spitze, ist am Dienstag abend nach Gens abgercist. Die parlamentarischen Delegierten werden sich erst Ende der Woche nach Genf begeben, da ihre Anwesenheit in Genf erst vom nächsten Montag ab notwendig wird.
Benn Generaisekrctariat des Völkerbundes ist ein Schreiben der Reichsregierung mit verschiedenen Anträgen eingelaufen, die sich auf Die Regelung der internationalen Handelsgerichtsbarkeit beziehen. Die Reichsregierung bittet, daß ihre verschiedenen Abänderungsanträge bei der Beratung dieser Frage in Der bevorstehenden Völkerbundversammlung mit zur Beratung gestellt werden.
Briand erkrankt.
Die bevorstehende Tagung des Völkerbundes schein* recht wesenlos zu werden. Weist schon die Tagesordnung an sich nur nebensächliche Fragen aus, so scheint einer der Hauptakteure nicht in Genf erscheinen zu wollen: Briand. Der französische Außenminister soll nämlich, Spötter sagen, zur rechten Zeit, wieder erkrankt sein, so daß er nicht nach Genf reisen kann. Die Nachricht von der Absage Briands hat in Völkerbundkreisen großes Aufsehen erregt. Dem^ nach wird auch die vom „Daily Telegraph" angekündigre Aussprache zwischen Chamberlain und Briand in Gens kaum stattfiuden können. In dieser Unterredung sollte über ein Ostloearno und über den Anschluß Österreichs an Deutschland gesprochen werden.
Schluß des AuslaudsdsuèMentages.
Kundgebung in Leipzig.
Die von Dresden nach Leipzig gekommenen Ausländsdeutschen veranstalteten im Festsaal des Neuen Rathauses eine öffentliche Kundgebung. Der Vorsitzende, Gouverneur Dr. Schnee, begrüßte die Vertreter der Reichsund der Staatsregiernng.
Mit lebhaftem Beifall wurde folgendes Telegramm des Reichspräsidenten ausgenommen: Den zur Europa- tagung erschienenen Vertretern der deutschen Vereine und Verbände im Auslande danke ich für die Grüße, die ich herzlichst erwidere. Daß die Zusammenkunft der Vertreter der Deutschen im Auslande unter Leitung des Bundes der Ausländsdeutschen das Band, das unsere Volksgenossen diesseits und jenseits der Grenzen vereint, stärken und festigen msge, ist mein herzlichster Wunsch, gez. Reichspräsident von Hindenburg.
Neichstagsabgeordneter Dr. T h e 0 d 0 r H e u ß sprach über „Wiederaufbau und Bund der Ausländsdeutschen". Die -organisatorische Zusammenfassung der Ausländsdeutschen, führte er aus, ist nach dem Kriege zur dringlichen Forderung geworden. Wir reden in unserem Zusammenhang von den Ausländsdeutschen, die als Kaufleute, Industrielle, als Handwerker, in freien Berufen draußen zerstreut sitzen. Als sie sich, gleichviel, wie ihre Wahlheimat hieß, nach dem Kriege sammelten, handelte cs sich für sie darum, ein Instrument zu schaffen zur gemeinsamen Vertretung ihrer Rechtsansprüche und Wirtschaftsinteressen, soweit Kriegsverlauf und Versailler Vertrag sie getroffen, sie vielfach vernichtet hat. Sie wissen alle, wir stehen erst vor dem Endkampf um eine erträgliche Regelung dieses Problems. Das deutsche Volk muß begreifen, daß es sich bei der Kriegsschädenfrage nicht lediglich um die Befriedigung privater Ansprüche handelt, sondern um eine volkswirtschaftliche Gesamtfrage. Dr. Heuß schloß mit dem Hinweis auf die Bedeutung, die der Entschädi- gungsfrage für die deutsche Wirtschaft zukommt.
Postrat a. D. Dr. Roscher, Schriftführer der Deutschen Weltwirtschaftlichsn Gesellschaft, erstattete Bericht über die „Ergebnisse der Weltwirtschaftskonferenz in Genf". Der Redner zergliederte die Bestrebungen in den einzelnen Ländern und kam zu dem Schluß: „Die Genfer Konferenz ist ein Ziel und ein Wegweiser. Marschieren müssen die Völker selbst. Mögen die Politiker und die Regierungen durch die Tat zeigen, daß die Konferenz den Anfang einer neuen Ära bilden möge."
Ein Vortrag des Regicrungsrats Dr. Mohr verbreitete sich über „Deutschlands Wiederaufbau im Fernen Osten". Dr. Mohr gab einen Überblick über die Arbeit zum Wiederaufbau des deutschen Handels in Asien. Alle in Betracht kommenden deutschen Wirtschaftskreise müßten verständnisvoll Zusammenarbeiten, um die gute deutsche Qualitätsware überall konkurrenzfähig zu machen und zu halten. Auch er empfahl eine von großen Gesichtspunkten getragene Schlußentschüdigung für den deutschen Kaufmann.
Dr. Heinz Orlovius von der Deutschen Lufthansa behandelte das Thcina „Luftverkehr und AuSlandsdeutsch- tum". Frau Oberstudienrat Dr. Matz, M. d. R., sprach über „Die deutsche Frau als Mittlerin im Leben der Völker". Durch die Kraft der Einfühlung fei die Frau besonders zur Mittlerin im Leben Der Völker berufen. Frau Margarete Cron a u - Newhork sprach über „Die Amerikaner deutscher Abkunft und das Kulturproblem".