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Lul-aer Anzeiger

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1927

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Fulda, Montag, 29. August

4. Jahrgang

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Kleine Zeitung für eilige Leser.

] * Nack, der Einigung zwischen England und Frankreich soll hie Starte der Rheinlandbesatzung auf 60 000 Köpfe festgesetzt locrdcN.

« Lord Cecil, der bisher der englischen Völkerbunddelegation ^gehörte, hat diesen Posten sowie sein Amt als Kabinetts- Mglicd der Regierung zur Verfügung gestellt.

»Der jetzt fertiggestellte Entwurf eines Gesetzes über die Zchulpchcht in Preußen bestimmt, daß der Schulbesuch acht ZM dauert und unter gewissen Umständen um ein Jahr vcr- Mert werden kann.

, »Bei einem zu Ehren des preußischen Ministerpräsidenten

i L Braun in Frankfurt a. M. veranstalteten Festessen sprach ft Dberbürgermcistcr Dr. Landmann W eine erweiterte

[ W'verwaltung der Städte aus.

» Die amerikanischen Flieger Brock und Schlee sind in Eng- I feab gelandet.

Lord Cecils Rücktritt

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Kiielfiand und Wirtschaft.

Aus politischen Kreisen wird uns geschrieben:

Die Deutsche Wirtschaftspartei war in diesen Tagen in Mbura zu ihrem Parteitage versammelt. Aus Grund «s Arichtes des Reichstagsabgeordneten Mollath ^Mittelstand und Weltwirtschaft beschäftigte sich dieser Wiag auch mit Fragen der Außenpolitik und * dabei eine Entschließung an, worin der Reichsre- ßmg empfohlen wird, in der Außenpolitik eine Me Zurückhaltung als bisher zu üben und keine weiteren Versuche zu unternehmen, durch neue Opfer, bind) neue Zugeständnisse bei den Gegnern etwas zu er- è Die Enttäuschung des deutschen Volkes ist, so W c3 in der Entschließung weiter, in erster Linie daraus Mzuführen, daß die Regierung den Wert ihrer Ver- ^Mungsbemühungen weit überschätzt hat. Eine wirk- chArsiändigu-ng werde erst dann erreicht werden, wenn da du Gegenseite das Verlangen des deutschen Volkes

Englische KabènMpâng wegen der Meinlaodfrage.

^ Cecil gegen das Besatzungsheer.

Die größte Überraschung in dem schleppenden Gang der Verhandlungen zwischen England und Frankreich brachte zum Wochenschluß die aus London kommende Kunde vom Rüütrittsgesuch des als Hauptvertreter Eng­lands im Völkerbünde bisher tätig gewesenen Lord Robert Cecil, der als Kanzler des Herzogtums Lancaster dem britischen Ministerkabinett angehört. Nach Frankreichs Vertreter Jouvenel würde damit auch Großbritan­niens erster Sprecher aus dem Völkerbund ausscheiden. Welche Wirkungen das aus die bevorstehende Tagung des Völkerbundes in Genf ausüben würde, läßt sich noch nicht übersehen.

Man spricht offen von einer zutage getretenen Span­nung zwischen Cecil, dem Ministerpräsidenten Bald- w i n und dem Außenminister Chamberlain. z

Robert CecèLs Grimde.

Es heißt, Lord Cecil habe wahrscheinlich dem Pre­mierminister noch kein formelles Rücktrittsschreiben über­sandt, aber mündlich seiner Absicht, zurückzutreten, Aus­druck gegeben. Sein Rücktritt sei noch nicht angenommen worden, weil Cecils Absicht erst in der letzten Kabinetts­sitzung bekanntgeworden und in ihn gedrungen worden sei. es sich noch einmal zu überlegen, bevor er den zweiten

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Md) voller Souveränität, nach voller Freiheit seines Ge- ite unb nach Befreiung von den unerträglichen Wirt- schMosten anerkannt werde. Nicht nur Deutschland, HuMllrauche den Frieden, aber den ehrlichen Frieden mMem Gleichberechtiflirng aller seiner Völker. Das fWOolt wolle diesen Frieden, aber es zoroece, mir D erreichen, die Freiheit, die ihm vorenthalten wird. 3er Abgeordnete Mollath hatte in einer Rede den Mdeusvertrag von 1919 ein Schriftstück genannt, das mit ruUMoser Gewalt in organisatorische und wirtschaft- "V Zusammenhänge eingreife. Man kann das nicht zu- rwftocijen, wenn man sieht, wie durch die Teilung Mr schief i e n s und durch die Schaffung des pol- Mn Korridors ganze Wirtschaftsgebiete zerrissen sind

Mit beide Teile darunter zu leiden haben. Unter solchen Wirtschaftszerrissenheit leiden besonders stark m Mielstand, das Handwerk und auch die Laudwirt- W Daß die Reichsregierung auf politischem Gebiete «^Weitere Zugeständnisse machen dürfte, als sie in den ^arnoverträgen und den Thoiryabmachungen vorge- 'M sind, ist kaum anzunehmen. In diesem Sinne haben auch der Außenminister und der Reichskanzler dem Wstage gegenüber ausgesprochen. Sie haben auch

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gegenüber ausgesprochen. Sie h Milich Angriffe von der Bevölkerung des N

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Eichten, wenn die Lösung der Rheinlandfrage infolge ^rstandes der Reichsregierung gegenüber neuen A" ischen Zumutungen sich noch länger hin- N sollte. Die Rheinländer haben sich ja erst kürzlich ".ft einer energischen Entschließung dagegen gewandt, Ms Reich irgendwie neue drückende Bedingungen an- M Sie wollten dann lieber die Lasten der Besatzung ° M Ende, das heißt bis zum Jahre 1935, tragen.

j der nächsten Zeit stehen eine ganze Reihe von Verträgen zur Behandlung. Einige sind *7 ^geschlossen, über andere wird noch verhandelt. JA in Kreisen des Mittelstandes die Befürchtung daß hier, um politisches Entgegenkommen zu tV die Reichsregierung wirtschaftliche Interessen und jj Mm solche des 'Mittelstandes preisgebe. Zu erinnern \r an das Unbehagen der rheinischen Wein- über den deutsch-französischen Handelsvertrag ^Kit bei Frankreich zugestandenen Weineinfuhr. Dieses schien der hessischen Regiernng so bedeutend " daß sie, trotzdem sie die deutsch-französische An- I hbegrüßte, gegen den Vertrag im Reichsrat stim- müssen glaubte. Das zeigt, daß der Mittelstand iV ^nflußlos ist, wie er manchmal selbst anzunehmen t'i!1' A sorgt schon die Mittelstandsbewegung selbst, letzten Zeit an Kraft gewann. Immer mehr hch die Bedeutung der Wirtschaftsfragen in den W«. Ein großer Teil der Wählerschaft zeigt Verhalten deutlich, wie sehr es mit dem bis- afteiwesen bei nns nicht mehr zufrieden ist. Die müssen einsehen, daß die Zukunft den Wirt- ragen gehört. Ist diese Erkenntnis erst ein- tzâemeingut geworden, dann dürften es nicht nur ctcn' sondern auch die Völker untereinander ver- politischen Gründen wirtschaftspolitische imten zu begehen.

Lord Robert Cecil.

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$ Me Aeberschwemmung bei Friedland.

A» bit nnn,"^». Zufolge der ununterbrochenen Regcnfälle Sci ^rasslächcn und Wiesen bei Friedland auf Vst w;'. ,cr Kleinbahnstrcckc unter Wasser. Die Heu- f berfrh weitaus größten Teil vernichtet. Wenn "»dauern, ist auch die Bahnstrecke durch L bctejL .Wt. Auf der Brohlnermühle steht das unox,, 4° hoch, daß es in die Wohnungen und Ställe iu,ni,nilcH im Katastrophale Verheerungen haben die fc Schönbeck angcrichtet. Die Grcnzbrückc kt Tn»-^ nnd Rattey ist vollständig eingefallen. Eine ' 'N von den Fluten tnrigeriffcn warben.

Schritt unternehm?. Die Differenzen sollen bereits der letzten Flottenabrüstungskonserenz entstanden sein. Es sei auch nicht unwahrscheinlich, daß Lord Cecil sich im Gegensatz zu der Regierungshaltung in der Frage der Verminderung der Rheinlandtruppen be­finde. Chamberlain und das Kabinett hätten in der Ver­gangenheit ein gewisses Entgegenkommen gegenüber dem französischen Standpunkt gezeigt, das Cecil ver­ärgert habe. Cecil erklärte der Presse, er wolle die Tat­sache seines Rücktritts weder bestätigen noch ableugnen.

Das BlattDaily Expreß" sagt, die Krisis sei ent­standen wegen der Frage der Verminderung der Rhein­landtruppen. Cecil habe den Standpunkt vertreten, dre Weigerung der französischen Regierung, ihre Truppen um mehr als 5500 Mann zu verringern, sei ein Verbrechen gegen tzen Geist von Locarno. Cecil gehe noch weiter und erkläre, daß überbaust kein Besaüunastzeer bestehen dürfe.

da die französische Sicherheit durch Locarno und das ge­samte britische Heer gewährleistet sei.

Jedenfalls sei Cecil nicht einverstanden mit der aus Paris gemeldeten Absicht, die Besatzung im Rheinlands in ungenügender Weise zu verringern.

Einigung über das Meinland.

Roch immer 60 000 Mann.

Die britische Note zur Frage der Besatzungsvermin­derung ist bekanntlich in Paris überreicht worden. Das französische amtliche Nachrichtenbureau meldet darüber, die englische Note behandele zwei Fragen, die noch un­erledigt geblieben waren, diejenige de Gesamteffektivbe­standes der Besatzuugstruppcn und diejenige ihrer Ver­leitung. Die erste Frage kann jetzt bereits als gelöst an­gesehen werden. Eine Gesamtziffer sei festgesetzt worden. Man glaube zu wissen, daß die Ziffer, auf die sich zu einigen die beiden Negierungen im Begriffe stehen, eine Kompromißlösung zwischen dem ursprünglichen englischen und dem französischen Standpunkt darstellt.

Weitere Nachrichten besagen, man dürfe aus eine Herabsetzung in Stärke von etwa 810 000 Mann rech­nen, so daß im ganzen statt 70 000 Mann 60 000 im Nhemlande verbleiben würden. Nach demEcho de Paris" sollen die drei Armeen im Verhältnis zu der Zahl ihrer Truppen die 10 000 Mann unter sich austeilen. Frank­reich soll etwa 7000 Mann zurückziehen, England etwa 1800 und Belgien den Rest. Die Zahl der im Rheinland verbleibenden französischen Besatzungstruppen würde demnach auf 48 600 Mann sinken.

In London soll man befriedigt sein von der Eini­gung, da nunmehr die Gewähr dafür gegeben scheine, mit einer festen Abmachung nach Gens zu kommen. Was die materielle Basis anbelangt, so würde man in weiten Kreisen Londons eine weitergehende Verminderung der Rheinlandbesatzungstruppen vorgezogen haben, ist aber der Auffassung, daß mit einer Herabsetzung auf 60 000 Manu immecym über den ursprünglichen französijchen Plan binansgegangen wird.

Es bleibt bei 60000 Mann.

Der Kompromiß über die Rheinlandbesatzung.

Die französische Antwort auf die letzte britische Note ist, wie amtlich in Paris und London bekanntgegeben wird, im Londoner Auswärtigen Amt eingetroffen. Die französische Regierung nimmt den letzten englischen Vor­schlag an, die Ziffer der im Rheinland befindlichen Trup­pen auf insgesamt 60 000 Mann durch entsprechend an­teilige Verringerung zu vermindern. Frankreich wird seine Bestände um 8000, England und Belgien um je 1000 Mann verringern. In London erklärt man sich sehr be­friedigt darüber, daß zwischen den Alliierten eine Eini­gung zustande kam, zumal England und Frankreich nicht gezögert haben, ihre ursprünglichen Anschauungen zu ändern, um zu dieser Übereinstimmung zu kommen.

Soviel man im englischen Außenministerium angibt, würde sich Lord Cecil am 30. August nach Genf begeben. Lord Cecils Sekretär erklärte auf eine Frage nach Lord Cecils Rücktritt: Nichts ist bisher endgültig, die Frage ist vollkommen in der Schwebe. Wahrscheinlich werden in den nächsten Tagen endgültige Nachrichten verfügbar feint

Botschafter Hoesch bei Briand.

Der deutsche Botschafter in Paris, Herr v 0 n H 0 e s ch^ hatte eine neue Unterredung mit dem Außenminister Briand, in der allgemeine Fragen der deutsch-französischen Politik erörtert wurden. Der Botschafter brachte bei dieser Gelegenheit Briand die Befriedigung zum Aus­druck, die die deutsche Regierung trotz der bedauerlichen Nichterfüllung einiger ihrer Forderungen über den Ab« schluß des deutsch-französischen Handels­vertrages empfinde. Briand sprach in ähnlicher Weise die Genugtuung der französischen Regierung über den er» folaten Abschluß aus.

Der Tag von Tannenberg."

Ein Aufruf.

Unter dem TitelZum Tag von Tannenberg" ver­öffentlicht die Hindenburg-Spende einen Aufruf, in dem es heißt:

Noch fünf Wochen trennen uns von dem Tage, an dem Hindenburg seinen 80. Geburtstag begeht. In allen Teilen Deutschlands rüstet man sich, um ihm an diesem Tage erneut Zeichen der Verehrung darzubringen. Hin­denburgs schlichte Art und seine Liebe zum deutschen Volk haben auch aus diesem Anlaß wieder den richtigen Ton gefunden. Ausdrücklich hat er gebeten, von allen rauschenden und kostspieligen Festlichkeiten als mit der Not der Zeit unvereinbar abzuseheu. Dagegen hat er den herzlichen Wunsch geäußert, es möge ihm zu seinem 80. Geburtstage durch ein reiches Ergebnis der Hlndeu- burg-Spende die Möglichkeit gegeben werden, das Los der Kriegsveteranen und Waisen noch besser als blvver tatkräftig zu lindern. Damit hat unser Reichspräsident uns den Weg vorgezeichnet. In jedem Beitrag zur Hur- denburg-Spcndc sicht er dankbar den tatkräftigen Aus- druck der Verehrung. Möge der Tag der Erinnerung an Tannenberg, der Tag, der zum ersten Male dem deutschen Volke den Namen Hindenburg nabebratfite, auch

ein Tag des opferwilligen Dankes des deutschen Volkes' sein.

Beiträge zur Hindenburg-Spende werden bei allen Postanstalten, Sparkassen, Banken, Eisenbahnkassen und u. a. auch vom Postscheckkonto der Hindenburg-Spende Berlin Nr. 73 800 cntgegengcnommcn."

Tagung der Ausrandsdeuischen.

8 0 Verbände aus Ausland und Übersee. \

Dresden, 28. August. /

Die große Zusammenkunft der Verbände für das Auslandsdeutschtum begann mit der Eröffnung der ersten Europatagung der deutschen Vereine des Auslandes in der Dresdener Kaufmannschaft. Die Leitung des Präsi­diums übernahm Gouverneur a. D. Schne e. Es wurden Begrüßungstelegramme des Reichsaußenministers - r. Stresemann und des Rcrchsgerichtspräsidenten <r, Simo n s bekanntgegeben.

Es wurden zunächst Fragen der Geschäftsordnung er­ledigt und der weitere Ausbau der Zeitschrift Die Aus­landswarte besprochen. Präsident S ch n e e gab einen kurzen Bericht über den Gang der Pariser Verhandlungen, soweit sich diele auk vgs Auslandsdeutschtum bezoaen, und