" O Ausbreitung der Cholera in Indien. Die Cholera- epidemie in der Provinz Bombay greift immer weiter um sich. In den Bezirken Satara und Dapoli hat sich die Lage erheblich verschlimmert. In der Vergangenen Woche waren 1186 K r a n k h e i t s f äl l e zu verzeichnen, wovon zehn einen tödlichen Ausgang nahmen. Die Behörden haben einen umfassenden Feldzug für die Schutzimpfung eingeleitet, die von weiten Teilen der Bevölkerung noch immer abgelehnt wird. ^ j^
Dunte Tageschronit.
Berlin. Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat der Frau Kreishauptmann Franziska C u c n sell geb. Lüntzcl in Berlin Wilmersdorf anläßlich ihres 100. Geburtstages ein Glückwunschschreiben und eine in der Staatlichen Porzellan- manufaktur in Berlin hergestellte Ehrentaffe der preußischen Staatsrcgicrung überreichen lassen.
Bcnthcn. Bei der Nachtschicht sind auf dem Kochhammer- flöz auf der Preu ß e n g r u b e durch zu Bruch gegangene Kohlenmaffen vier Grubenarbeiter, zwei Hauer und zwei Schlepper, verschüttet worden.
Amsterdam. In Holland wird eine neue Brief- M ar k c von sechs Cent ausgegeben werden.
Luxemburg. Mehrere Dörfer in Lothringen wurden von einem Unwetter schwer betroffen. Zwei junge Leute wurden vom Blitz erschlagen.
Washington. Das Polizeigcricht in Washington verurteilte einen Mann, der seine Frau verprügelt hatte, weil sic sich einen Bubikopf hatte schneiden lassen, zu sechs Monaten G e f ä n g n i s.
Zeitgemäße Betrachtungen.
(Nachdruck verboten.)
Sommerlust im August.
Daseinsfreude, Daseinslust — bringt der Erntemond August. — Wenn der Sommer uns gegeben — was wir brauchen weit und breit — dann ist's eine Lust zu leben — in der schönen Sommerzeit, — wenn ein reicher Eot- tessegen — uns umfließt auf allen Wegen.
Lebenslust und Wanderlust — macht den Menschen zielbewußt, — fröhlich strebt er in die Weite, — hat er sonst die Zeit dazu — fern von allem Kampf und Streite — finden seine Nerven Ruh, — wenn ihn sonst die Schuh nicht drücken, — wird das Wandern ihn beglücken.
Es erfüllen Sinn und Brust — Wandertrieb und Reiselust. — Von der heimatlichen Scholle — reißt sich jetzt so mancher los — wenn das Portmonnaie, das volle — ausreicht, sind die Pläne groß — hat er recht viel auszugeben — dann ist's eine Lust zu leben.
Mancher freilich denkt: Du mußt — dämpfen Deine Reiselust — kannst Du nicht ins volle greifen — nun so bleibst Du eben da — warum in die Ferne schweifen? — Sieh, das Gute liegt so nah. — Drum genieß mit frohem Mute — in der Heimat Du das Gute.
Trotz der Ruhe im August — regt sich doch die Arbeitslust. — Wo die Aehrenfelder wogen — schafft der Landmann früh und spät — hat die Hoffnung nicht getrogen, — wird er ernten, was gesät; — möge ihm für all sein Mühen — reiches Ernteglück erblühen.
Ungezügelt im August — zeigt sich noch die Redelust; — in den alten Feindeslagern — will der Haß noch gar nicht ruh'n — und man sucht nach neuen „Schlagern" — um uns etwas anzutun, — solch Produkt der Hundstags-Rage — wird zur Friedens-Sabotage.
Oft erweckt die Redelust — leider neue Fehdelust! — Laßt die Streitaxt nur begraben! — Denn Europa möchte doch — endlich einmal Ruhe haben, — diese fehlt ihm immer noch. - Abèr welker - komM die
Ruhe nie. Ern st Heiter.
Heiteres.
Die Unwiderstehliche. Eine Mutter besuchte ihre jungverheiratete Tochier so oft, daß der Ehemann im stillen wünschte, er hätte eine Waise geheiratet. Eines Tages fand die Mutter ihre Tochter in Tränen aufgelöst. „Was ist geschehen?" fragte sie besorgt. „Hast du dich mit deinem Manne gezankt? Ist er davongelaufen?" — „Ja." — „Da steckt am Ende eine Frau dahinter", meinte die mißtrauische Mutter. „Wer kann das Wohl sein?" — „Du!" schluchzte die junge Frau. — „Ich?" ver- Wunderte sich die würdige Alte. „Ich habe ihm doch niemals Hoffnungen gemacht!"
Der moderne Pariser. Drei Damen begegneten auf einem Spaziergang einem kleinen Jungen. Nachdem sie sich eine Weile mit dem aufgeweckten Bürschchen unterhalten haben, reicht ihm die eine Dame einen Apfel, indem sie scherzend sagt: „Gib ihn derjenigen von uns, die dir am besten gefällt". Der Junge beguckt sich die drei eingehend, dann — beißt er in den Apfel und ißt ihn mit Behagen auf.
Ein Wundermann am brandenburgischen Hose.
Von Professor Dr. Gerhard Budde.
^' Unter der Regierung des Kurfürsten Johann Georg (1571 bis. 1598) lebten am brandenburgischen Hofe Zwei berühmte Männer; das waren der Schweizer Leonhard Thurneyffer, der Leibarzt des Kurfürsten, und der Italiener Graf Rochus Lynar, Jein Ingenieur. Der erstere wurde der namhafteste Wundermann seiner Zeit; man hat ihn mit Recht einen zweiten Para- ,'celsus genannt. Von ihm soll hier die Rede sein.
* Thurneyffer wutde im Jahre 1530 als Goldschmiedssohn zu Basel geboren. Er trat bei seinem Vater in die Lehre und betätigte sich nebenbei als Famulus des Dr. Huber, für den er Kräuter sammelte und dem er zuweilen aus den Schriften des Paracelsus vorlas. Schon in feinem siebzehnten Jahre verhei- 'ratete er sich aus Betreiben seines Vaters mit einer Witwe; in Jeinem achtzehnten Jahre mußte er infolge von Händeln mit den Juden aus Basel fliehen, und er ging nun in die weite Welt. Er reifte in England und Frankreich umher, ward Soldat unter dem wilden Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Culmbach, fdjlug sich dann als Arbeiter in Bergwerken, und Schmelzhütten durch und beschäftigte sich außerdem mit der Goldschmiedekunst und mit Wappen- und Steinschneiden. Nachdem er von seiner ersten Frau geschieden war und eine Goldschmiedstochter aus Konstanz geheiratet hatte, legte er 1558 in Imst in Tirol eine Schmelz- und eine Schweselhütte an und betrieb Berg- und 'Hüttenbau auf eigene Rechnung. Im Jahre 1560 trat er in den Dienst des Erzherzogs Ferdinand von Tirol, der ihn auf Reifen schickte. Diese führten ihn zuerst nach Schottland und den Orkney-Inseln, dann nach Spanien, nach Portugal, nach Afrika in die Berberei, nach Aethiopien, Aegypten, Arabien, Syrien, Palästina und zurück; über Kandia, Griechenland, Italien und Ungarn. Er kam 1565 wieder nach Tirol, von wo er sich zwei Jahre später im Auftrage des Erzherzogs nach Ungarn und Böhmen begab, um dort die Bergwerke zu untersuchen. Er blieb bis 1570 im Dienste des Erzherzogs. In dieser Zeit schon war er als Chemiker und Botaniker, vor allem aber als Arzt der "berühmteste Wundermann seiner Zeit geworden. Nach dem Jahre 1570 begann er, seine Schriften herauszugeben.
Eine dieser Schriften veröffentlichte er in Frankfurt an der .Oder, und hier lernte ihn 1571 der brandenburgische Kurfürst ikennen, der sich an ihn wandte, als bald darauf seine zweite Gemahlin erkrankt war, und ihm die Kur übertrug. Die Heilung gelang, und damit war Thurneyssers Glück gemacht. Er wurde zum „Leibsmedikus" des Kurfürsten ernannt, erhielt 1352 Taler Gehalt, daneben für vier Pferde Futter, die gewöhnliche Hofkleidung, die Hofdeputate und bei Reisen Vorspann. Ms Wohnung wurde ihm das ehemalige Franziskanerkloster oder Graue Kloster angewiesen, in dem er sich auch ein großes Laboratorium einrichtete. In ihm stellte er die geheimen Arzneien her, die ihn bald zum reichen Mann machten; er nannte sie „Arkana". Es waren dies vor allem Eoldpulver. Gold- .tropfer. Amethnttenwaüer. Savhir-, Rubinen-. Smaragden- Ko
' Umgekehrter Spieß. Er (zu seiner Frau): „Und die horrenden Toilettenschulden wagst du mir einzugestehen? — Sie: „Warum nicht? Vor unserer Hochzeit hast du mir die deinigen gestanden, zetzt nenne ich dir die meinen."
Turnen, Sport und Spiel.
' Sp. Das Wochenende des Turners. Dieser Sonntag steht Im Zeichen der letzten Krcismcistcrschaftcn im Schwimmen, Volks- turnen (Lauf, Sprung und Wurf) wie auch in den Sommerspielen Schlag- und Faustball, Schlcudcrball, Barlauf und Trommclball, denn für die Kreisspielmcister ist am 8. August Meldeschluß und für die Volksturner und Schwimmer ist cs der letzte Sonntag vor den T. T.-Meistcrschaften. Als einzige offene Veranstaltung der Deutschen Turnerschaft findet das 22. Jahnwetturnen in Freyburg a. U. statt.
Sp. „Aurelius" siegt mit Otto Schmidt. Das Engclbcrg- Fürstenberg-Rennen (.13 500 M., 3000 Meter), die Hauptnummer der Grunewaldrennen, gewann „Aurelius" mit dem bekannten Jockei O. Schmidt des Stalles Weinberg.
Sp. Sportsleute brauchen keine Reklame. Einen „Peltzerst n t" gibt cs nicht mehr, nachdem die Deutsche Sportbehörde die Löschung des Wortzeichens „Peltzerhut" und Verzicht aus derartige Neuanfertigungen durch die Firma Mantel Dresden erwirkt hat.
Sp. Waffcrbavmeisterschaft. Sparta-Köln und Wasser- freunde- H a n n o v e r tragen das cinc Vorschlußspiel um die Waffcrballmeisterschast des Deutschen Schwimmvcrbandcs am 14. August in Köln aus.
Sp. In 10 Stunden 100 Kilometer geschwommen. Eine 100 Kilometer lange Donaustreckc von Melk bis Wien hat, wie aus Wien gemeldet wird, der Funker Bernat der Telegraphen- kompagme II in 10 Stunden 10 Minuten schwimmend zurück- gclegt.
Sp. Frau Dempsey krank. Tunney—Dempsey sollen im Titelkampf um die Schwergewichts-Weltmeisterschaft erst am 22. September, und zwar auf Ersuchen Dempseys, dessen Frau erkrankt ist Zusammentreffen.
Sp. 830 Aspiranten auf den Meistertitel. Für die Leicht- nthletikmcisicrschaften der Deutschen T u r n e r s ch a f t am 13. und 14. August d. J. im Deutschen Stadion wurden insgesamt 830 Wettkämpfer gemeldet. »
Sp. Neue Radlämpfc. Ein deutsch-belgischer Ländcrkampf soll in der Wintcrsaison auf der Brüsseler Winterbahn zum Austrag gelangen. Auf der Berliner Rütt-Arena findet am 14. August ein Fliegerrennen statt, an dem Moeskops, Kauf- mäun, Fricke, Oszmclla, Knappe, Spears, Dcwolf, Ehmer und Tonani Icilnchmcn sollen.
Sp. Verbesserung des Strafreuradrennsports. In Berlin sand eine Besprechung zwischen dem preußischen Minister des Innern und den Führern der deittschen Radspörtvcrbändc statt, um die unhaltbar gewordenen Zustände im Straßcnradrcnn- sport zu bessern Es ist anzunehmen, daß auf der nächsten Versammlung der interessierten Kreise eine „Oberste Behörde" für den Straßenradrennsport gebildet wird. Diese Versammlung geht am 12. August in Berlin vor sich.
Sp. Nurmis Auferstehung. Nurmi startete nach längerer Zeit wieder einmal und gewann in Riga ein 3000-Meter-Laufen in der recht guten Zeit von 8 :31,2.
Sp. Rekord im Speerwerfen. Den Speer 68 Meter weit warf der junge finnische Speerwerfer Heikki Nummi! Die Anerkennung des Wurfs als Weltrekord ist jedoch anzuzweifeln, da starker Rückenwind herrschte.
Sp. Um den höchsten Tennispreis. Japan gewann in St. Louis, dem Wohnort des Stifters des Davis-Pokals, die Vorrunde gegen Mexiko mit 4 :1 und trifft nun im Finale der amerikanischen Zone auf Kanada.
Börse und Handel.
Hrantjurter Börse vom 5. August. Die Börse eröffnete auf den bisherigen günstigen Verlauf De? VerhanDIungen der Farben I. E. mit der Standard Oil fest. Ferner waren wieder Schiffahrtswerte bevorzugt wegen des bekannten hoffnungsvollen Standes der Freigabeangelegenheit. Auch Elektroaktien waren ziemlich lebhaft gefragt. Der Montanmarkt hatte nicht ganz einheitliche Haltung. Infolge der amerikanischen Stellungnahme zur Einfuhr von Eisenerzeugnissen waren die Werte der Schwerindustrie gedrückt. Dagegen sind die gemischten Werte eher etwas gefragt. Rheinstahl fest. Bankaktien lagen still. Commerzbank waren et^as erholt. Auch Zellstoffwerte zogen leicht an. Der deutsche Rentenmarkt lag still und wenig verändert. Von Ausländern sind Türken leicht gebessert. — Die Abendbörse verkehrte durchweg gehalten. Auf dem Chemiemarkt sind Farbenindustrie leicht nachgebend. Von Montanwerten waren Harpener etwas begehrt, die übrigen Werte unverändert. Auf dem Elektro- markt bestand vor allem für Schuckert und Bergmann lebhaftere Nachfrage. Der Vankaktienmarkt verkehrte unver
rallen- und Perlentinktur sowie Bernsteinöl. Außerdem pries er Mittel an „wider die Bergicht, ein Arkanum für ein rot Gesicht, dasselbe zu erläutern und dealbieren". Es gab von ihm eine vollständige Reise- und Feldapotheke, die 120 Medikamente mit schriftlicher Gebrauchsanweisung enthielt und 386 Tlr.
5 Er. kostete. Auch die einzelnen Arkana waren für damalige Verhältnisse sehr teuer; so betrug 3. B. der Preis für ein Lot „Spiritus oini“ 4 Taler, für ein Lot „Spiritus vini correcti" sogar 6 Taler.
Am meisten aber brachten dem Wunderdoktor seine Harnproben ein. Er hatte einen Traktat „von der allernützlichsten Kunst des Harnprobierens" herausgegeben, und diesem hatte er es zu verdanken, daß ihm von nah und fern die versiegelten Gläser mit dem „Prophetenwasser" zugeschickt wurden; sie kamen aus dem ganzen römischen Reiche und besonders aus Böhmen, Schlesien, Polen und Preußen. Jeder Einsender mußte zehn Taler beilegen; von reichen und sürstlichen Persönlichkeiten , erhielt er aber weit mehr.
Die erfolgreichsten Bücher Thurneyssers waren die Kalender, welche die Buchhändler aus ganz Deutschland und den benachbarten Ländern durch eigene Boten bei ihm abholen ließen und von denen er ungeheure Auflagen absetzte, besonders nachdem einige darin enthaltene Prophezeiungen, die „Prognostika", tatsächlich in Erfüllung gegangen waren.
Die gleiche Berühmtheit wie als Arzt und Kalendermacher erlangte Thurneyffer als „Nativitätsteller", vor allem, seitdem 'seine Versicherung bekannt geworden war, daß er dem 1572 gestorbene» König Siegismund August von Polen, ohne Aberglauben und Teufelskünste, Jahr, Monat und Tag seines Todes oor- hergesagt habe. Wenn in einer,fürstlichen, gräflichen oder hohen adeligen Familie Deutschlands èin Kind geboren wurde, so teilte man ihm durch Boten die Geburtsstunde mit. Er erforschte dann den Stand der Planeten und las aus ihm die zukünftige Entwicklung des neugeborenen Kindes und seine Schicksale ab. Auch mit diesem Nativitätstellen verdiente der Wundermann viel Geld.
Endlich befaßte er sich mit der Herstellung von Talismanen, die zu seiner Zeit eine große Rolle spielten: diese nahm er auch zu Hilfe, als er 1574 nach Königsberg reifte, um den schwach- Jinnigen Herzog zu kurieren.
Diese Talismane oder Sigilla Jolis (Sonnensiegel) waren ein bis sechs und noch mehr Dukaten schwer. Der'Talisman, den Thurneyffer bei der Kur des Herzogs von Preußen verwandte, war sogar 14 Dukaten schwer; er trug die Jahreszahl 1574 und die Aufschriften des Namens Gottes und der zehn Fürsten der Engel, außerdem viele andere hebräische Worte und Buchstaben, wie sie der berühmte Abt Tritheim aus der Bibel und den Büchern der Rabbiner entnommen und Agrippa von Nettesheim in dem Werke „de occulte Philosophie," erklärt hatte.
Die Sigilla folis verwandte Thurneyffer besonders zur Heilung von Gehirnkrankheiten, die er zu den solarischen (von der Sonne herrührenden) Krankheiten rechnete. Neben ihnen verfertigte er auch Sigilla lunae fMondsiegell; sie sollten biejeniaen Krankheiten abwenoen, ote man dem Einfluß des Monoes zu- fchrieb. Auch diese Talismane warfen einen großen Gewinn
ändert. Metallbau! etwas erholt. Im übrigen lag bie Börse sehr still. Es wurden genannt: Commerzbank 178.75, Deutsche Bank 161, Mitteldeutsche Creditbank 251 Scheideanstalt 216, Daimler 121.5, Farbcuindustrie 317' A. E. E. 186, Bergmann 168.75, Licht und Kraft 199, Siemens und Halske 289.75, Gelsenkirchen 158.5, Harpener 202.75, Mannesmann 184, Mansfeld 134, Phönix 113 Rheinstahl 217, Westeregeln 188, Holzmann 195.
Frankfurter Getreidemarkt vom 5. August. Die Steigerung der Preise an den Auslandsmärkten machte sich ttl{ der hiesigen Börse kaum merkbar. Die Preise für Roggen sind unverändert Roggenauszugsmehl zur prompten Lieferung wird gesucht. Es wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizen 28, Roggen 23, Gerste—, Hafer (inl.) 25.5—26 Hafer (ausl.) 23.25—25.25, Mais 18.75—19, Weizenmehl 39.25—39.50, Roggenmehl 35.50, Weizen liefe 13—13.25 Roggenkleie 13.75.
—
Amtliche Berliner Notierungen vom 5. August.
'* Börsenbericht. Tendenz: U n einheitlich. Nach anfänglicher Hausse in Kali- und Montanpapicren schritt die Börse zu Realisationen, so daß die Gewinne wieder vcrlorcn- aingen. Im Verlauf wurde die Stimmung sehr matt. Farben notierten 317 Prozent. Am Rentcumarkt bildete cs eine gewisse Sensation, daß die 6prozcntige Sächsische Anleihe zu dem sehr niedrigen Kurs von 88,50 Prozent zur offiziellen Notiz gelangte. Am Geldmarkt trat auch eine weitere fühlbare Erleichterung ein. Tägliches Geld stellte sich auf 6 bis 7,50, Monatsgeld auf 7,75 bis 8,75 Prozent. Der Satz für Privat- diskonten blieb bei kleinen Umsätzen unverändert 57/8 Prozent für beide Sichten.
* Devisenbörse. Dollar 4,19—4,20; e n g l. Pfund 20,40—20,44; holl. Gulden 168,31—168,65; Danz. 81,32 bis 81,48; franz. Frank 16,44—16,48; s ch wetz. 80,93 bis 81,09; Belg. 58,40—58,52; Italien 22,84—22,88; schwe d. Krone 112,49—112,71; d a n. 112,49—112,71; N 0 rwe g. 108,41 bis 108,66; tsche ch. 12,44—12,46; ö st c r r. Schilling 59,13 bis 59,25; p 0 ln. Zloty (nichtamtlich) 46,90—47,10.
* Produktenbörse. Die Haltung des Getreidemarktes war im allgemeinen fest. Für Weizen sprach hierbei das Ausland mit seinen höheren Notierungen mit, während bei uns noch immer der Mangel größerer Zufuhren infolge der dringeiidcn Erntearbeiten eine Rolle spielt. Die verschiedenen im Markt befindlichen bemusterten neuen Offerten aus der Mark und Schlesien fanden Unterkommen. Die Qualitäten werden vorläufig gelobt. In Roggen wurde auf ganz schnelle Verladung die gestrige Preislage bewilligt, während für nächste Woche diese'kaum zu erlangen war. Für Herbstlieferung lauteten die Forderungen höher, und das gleiche zeigte sich auch im Zeitgeschäft, in welchem der Roggen ungefähr 1 Mark über gestrigen Schluß einsetzte, während beim Weizen der anfängliche Fortschritt 2 bis 2,50 Mark betragen hatte. Gerste lag in Wintergerste wieder sehr fest. Von Sommergerste ist das Angebot reichlicher gewesen, aber die Qualitäten sind außerordentlich verschieden und lassen noch kein Bild der DurchschnittswM zu. Von Hafer ist das Angebot nicht groß, aber ebenso hält mich der Konsum zurück. Die Scptembcrofferteu führen nur einzeln zum Geschäft. Mais blieb fest bei gutem Konsum und vermehrter Frage für spätere Lieferung. Von Mehl ging bat Bedarfsgeschäft nur in kleinen Posten vor sich. Herbstlieferung ruhig.
Getreide und
Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst
per 100
Kilogramm ir
Reichsmark.
5. 8.
4.8.
5. 8.
4. 8. i
Welz., Mark.
—
Weizkl.f.BrI.
13,7
13,7
Pommersch.
—
——
Rogkl. s.Vrl.
15.0-15.2
15,0-15 2
Rogg., märk.
216-221
216-221
Raps
275-285
275-285
Pommersch.
—
Leinsaat
——
— i
Westpreutz.
—
—
Vikl.-Erbsen
44-58
44-58 1
Braugerste
197-204
198-200'
ttSpeifeerb.
28-32
28-32 l
Futtergerste
—
—
Futtererbsen
22-23
22-23
Hafer, märt.
-—
——
Peluschken
21 5-23,5
21,5-23,5
Pommersch.
——
22,0-24,0
Westpreuß.
—
—
Wicken
22,0-24,0
Weizenmehl
Lnpin., blaue
14,7-15,7
14.7-15.7
p. 100 kg fr.
Lupin., gelbe
15,7-17.7
15,7-17,7
Bln.br.inkl.
Seradella
—
—
Sack (feinst.
Naps'uchen
14,8-15,0
14,8-15,0
Mrk. ü.Not.
34,5-36,7
34,5-36,7
Leinkuchen
21,2-21,6
21.2-21,6
Roggenmehl
SrotfeniMl
12,5-13.0
12,5-13,0
p. 100 kg fr.
Soya-Schrol
19.4-20,3
19,4-20.2
Berlin br.
Toism 30/70
tnfL Sack 131.5-32.5
,31.7-33.0
Kartoifclslck
* Magerviehmarkt in Friedrichsfelde. Auftrieb: 848 Riiidcr, barunter 443 Milchkühe, 5 Stück Jungvieh, 137 Kälber. Verlauf: Ruhiges Geschäft. Es wurden gezahlt: A. Milchkühe und hochtragende Kühe je nach Qualität 260—590 Mark Ausgesuchte Kühe und Kälber über Notiz. B. Tragende parsen K nach Qualität 229—490 Mark. Ausgesuchte Färsen »der Noty. C. Jungvieh zur Mast: Bullen, Stiere, Färsen 42—50 Mark je Zentner Lebendgewicht. Ausgesuchte Posten über Notiz. - Pferdemarkt: Auftrieb 532 Stück. Preise je nach Qualität -00 bis 1200 Mark. Ruhiges Geschäft.
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ab, und so ist es nicht zu verwundern, daß Thurne^,J. ualb ei" sehr reicher Mann wurde.
Aber sein Glück hatte keinen Bestand. Bei einem Besuche in Basel heiratete er nach dem Tode seiner zweiten Frau die dritte. Als er sie bald darauf verstieß, weil sie liederlich sei, wurde er in einen Prozeß verwickelt, der ihn um Ehre und Vermögen brachte. Seine sämtlichen Sachen, die er nach Basel geschickt hatte, wurden mit Beschlag belegt und der Frau zugesprochen. Im Jahre 1584 verließ er Berlin und ging nach Rom, wo er katholisch wurde. Aber er kam nicht wieder auf einen grünen Zweig. Er starb schließlich in ärmlichen Verhält : Nissen in einem Kloster bei Köln im Jahre 1595 im Alter vÄ 65 Jahren, genau an dem Tage, auf den er sich selbst das H°- roskop gestellt hatte.
FiimMsilllhlken in der Lust.
Eine amerikanische Filmgesellschaft bringt jetzt einen neuen Film heraus, der die Tätigkeit der Flieger im letzten Kriege zeigt und den ersten Film darstellt, der fast ausschließlich in der na,genommen worden ist. Nur die Szenen, die die Bewegung-,' der Gruppen auf der Erde und die Gefechtshandlungen in 11,19 zwischen den Schützengräben zeigen, wurden von einem 35 Weiec hohen Gerüst gefilmt. Dagegen wurden Zusammenstöße zwisâM Flugzeugen und Bonibenabwürfe auf Ortschaften aus mehrere» -raufend Metern Höhe photographiert. Der Film ist sicher einzig in seiner Art, zum mindesten der einzige, der bisher öffentM vorgeführt wurde. Zahlreiche und sorgfältige Versuche waren erforderlich, um die Absicht, diese Filmausnahme in und aus dem Luftraum durchzuführen, verwirklichen zu können. hostete mehr als sechs Monate mühsamster Arbeit) bevor der Aufnahmeleiter, der mit Dutzenden von Apparaten und . zahlreichen Photographen arbeitete, eine einzige Szene kurbeln konnte. Als nach zahlreichen Fehlschlägen der Versuchsfilm endlich befriedigte, wurde unverzüglich und auf demselben Gelände der eigentliche Film ausgenommen. Das Ergebnis ist in her erstaunlich; die erzielten szenischen Wirkungen sind von einer Eigenart, daß sie ohne Zweifel einen bedeutenden Einfluß «ul die Technik der Kinematographie ausüben werden.
Ein Tisch, der seine Schuldigkeit getan. T
In dem St Thomas-Hospital von Canterbury steht einer berühmtesten Tische Englands, an dem seit vierhundert Iayre täglich zwanzig Personen gespeist werden. St. Thomas â Beau > Kanzler und Erzbischof König Heinrichs II. wurde, als er m diesem wegen kirchlicher Fragen in Streit geriet, im Jahre s oon mer Edelleuten am Altar ermordet. Seit langer 3«, bte Pilger, die zu diesem Altar mailfahren, Anspruch auf Bey° bergung und Bewirtung und sogar auf einen Zehrpfenmg.
ewux ung findet an einem schweren Eichentisch statt, - Äâ-- ^^hundertjähriger Inanspruchnahme ausbefferu , . neöiwtia tf+ 1