Hubern und färben und muffen zu-dresern Behuf oen Lhce^ ael auK der Handtasche holen, UM zu sehen, ob ixe noch schön sind. Da das aber umständlich ist, ist, Herr, Karl Czerny eingesprungen: er ist der Erfinder des Ziffer? plattes, das zugleich ein Spiegel ist. Die Frau wirst rasch einen Blick auf die Armbanduhr und färbt drauf los. Außerdem wird sie dank Herrn Czerny jetzt nicht mehr zu spät zu den Rendezvous kommen, da sie doch dauernd au, die Armbanduhr sehen wird.
I □ Flugposten. Vom 1. August an verkehrt eine besonders schnelle Luftpost zwischen Berlin und Frankfurt a. M. ohne Zwischenlandung zur Beförderung gewöhnlicher und cin- m-schriebener Briefpost und von Zeitungen. Abflug Werk- täglich von Berlin 12,20, von Frankfurt a. M. 17,15 Uhr. Flugdauer nur zwei Stunden. Die Luftpost München- Bad Neichenhall verkehrt vom 1. August an über Salzburg. Abflug München werktäglich 8,00 Uhr, an Salzburg <) 00 H^> an Bad Reichenhall 9,25 Uhr, zurück Bad Neick-en- M 16,25 Uhr, an Salzburg 16,35 Uhr, an München 17.50 Uhr.
Fulda, den 2. August 1927.
Steueetalender für den Monat August.
5 August: Ablieferung der für die Zeit vom IG. bis 31. Juli ■ ' einbehaltenen Steuerabzüge der Lohn- und Ge- Haltszahlungen, ferner der vom 1. bis 15. Juli 1927 einbehaltenen Betrüge, soweit sie nicht schon am 20. Juli 1927 abzuführen waren, also, wenn die Abzüge den Betrag von 200 Mark nicht überschritten haben. Entsprechendes gilt für die Arbeitgeber, die den Steuerabzug durch Einkleben und Entwerten von Steuermarken vornehmen. Keine Schonfrist. .
10. August: 1. Umsatzsteuervoranmeldungen und Ummpsteucr- vorauszahlung derjenigen Steuerpflichtigen, Die auf Grund des Vereinfachungserlasses vom 19. Februar 1927 von dem Rechte der biertcHahr- lichen Voranmeldung, auf Zahlung keinen Gebrauch machen wollen. Schousrist bis zum 15. August. 2. Fälligkeit der Börsenumsatzsteuer für den Monat Juli 1927 (Monatszahler) nebst Vorlegung einer Anmeldung der Abrechner zum Kapitalverkehrssteuergesetz in zwei Stücken. Finanzamt. 3. In Preußen: Abgabe der Steuererklärung und Bezahlung der Gelrankesteuer für die zweite Hälfte des Monats Juli 1927. Steuerkasse,
15. August: Vermögenssteuervorauszahluug. Es ist ein Viertel des im letzten Vermögenssteuerbescheide festgesetzten Betrages fällig. Keine Schousrist. Finanz- kasse. 2. Fälligkeit der evangelischen und katholischen Kirchensteuer, Finanzkasse, sowie der jüdischen Gemeindesteuer, Steuerkaffe. 3. Kleine Eintommensteuervorauszahlung der Landwirtschaft. (Gemäß Verordnung ist die am 15. August
i fällige Rate erst mit der Quartalsraw am 15. November zusammen abzusühren.) 4. In Preußen: Vorauszahlung auf die Gewerbesteuer gemäß Veranlagung. Sreuerkasse. 5. In Preußen: Fälligkeit der Grundvermögens- und Hauszins- steuer für August 1927. Steuerkafse. Seilte Schousrist.
20. August: Ablieferung der für die Zeit vom 1. bis 15. August einbehaltenen Steuerabzüge der Lohn- und Gehaltszahlungen, jedoch nur dann, wenn diese für ' die sämtlichen in einem Betriebe beschäftigten Arbeitnehmer insgesamt den Betrag von 200 Mark übersteigen, übersteigen sie diesen Betrag nicht, so sind sie zusammen mit den in der zweiten Hälfte eines Kalendermonats einbehaltenen Be- trägen erst am 5. des folgenden Monats abzu- sühren. Entsprechendes gilt für die Arbeitgeber, die den Steuerabzug durch Einkleben und Entwerten von Steu er marten vornehmen. Keine Schon frist.
a August: In Preußen: Abgabe der Steuererklärung und Bezahlung der Gelränkesteuer für die erste Hälfte des Monats August 1927. Steuerkafse.
Der böse Drnrkfehlerteufel
at uns gestern einen schlimmen Streich gespielt. In dem Beicht über das Salzschlirfer Windhundrennen hieß es: „Es war in doppelt buntfarbiges Bild: die Schlitzerländer Mädchen in hren Paradiesstaat und das usw," Um von dem lieben Schlit- ^riünder Mädchen nun nicht etwa die Meinung auf kommen zu lassen, daß sie wie Adam und Eva im Paradies, nur mit dem berühmten Feigenblatt bekleidet, vor den Augen der Zuschauer auf und ab promenierten, sei hier berichtigend mitge- daß die Schönen aus dein Schlitzerlande nicht in ihrem Paradiesstaat, sondern in ihrem buntfarbenen Parade st aal -inherwandelten.
Unfälle auf der Wasserkuppo.
Kaum hat hier oben im Fliegerlager der Segelflugwettbewerb eingesetzt, und schon fehlt es nicht an Brüchen. Sonntag nachmittag hatte die Flugmaschine „Albert" des Flugvereins Fulda mehrere schöne Schleifen über Eers- feld gezogen, als sie beim Abdrehen zum Start in einem Baum hängen blieb. Rumpf und Flügel erlitten hierbei starke Beschädigungen, die mindestens 3 Tage Zeit zur Ausbesserung bedürfen. Glücklicherweise erlitt der Führer Dittmar nur leichte Verletzungen. Montag mittag wurden der „Margarethe" (der Fliegergruppe. Darmstadt) durch i Sichel und Schwanz vollständig zertrümmert. Das gleiche Schicksal widerfuhr auch dem Schulflugzeug „Donau- Weibchen". Auch die Führer dieser Maschinen erlitten nur geringe Verletzungen.
Schutz den Staren.
~ Arbeitsgemeinschaft des Allgemeinen Deutschen ^?6).MUtzvereins und der Deutschen Iagdkammer hatte urzlich Veranlassung, sich in einer Eingabe an den Herrn meustlschen Minister für Landwirtschaft, Domänen und Msten gegen den Erlaß einer örtlichen Behörde zu wen- f’ W zur Vernichtung der Stare aussorderte. Gewiß lacht ter Star gelegentlich einmal Schaden an Obst- Kuinen. Doch steht der Schaden weit hinter dem Nutzen Mes wertvollen Insekten- besonders Ranpenvertilgers, Muck, Regenwürmer, kleine Schnecken, Käfer und Käfer- Men, Puppen, Maden, Bremsen, Stechfliegen, Zecken, Mchrecken, Feld- nnd Maulwurfsgrillen sind seine »uptnahrung, ferner sämtliche Schädlinge der Forstknl- Doch was am wichtigsten ist, neben dem Kuckuck ist M einzige Vogel, der sich von beharten Raupen nährt Moamit das Hanptabwehrmitt'-l gegen die unseren so sehr gefährliche Ronneurâupenplage. Unter ' .Z^upeuvertilgern nimmt er die erste Stelle ein. Mit G! -Ä^d er daher durch das Vogelschutzgesetz vom 30. gl 1 * 8 geschützt. — Man gönne also dem Star mal Krischen! Er wir es tausendfach lohnen. Möge sich Allgemeinheit vor Augen halten, daß ohne die in der «ur ausgeglichene Betätigung der Vvgelwelt der größte " des Obstes, der Gemüse nnd verschiedener Feldfrüchte erhaupt nicht gedeihen würde. Und solcher Nutzen ist t fmrgen Kirschen nicht zu hoch bezahlt. ‘
lSwS h^ ^’ v ^ ^"'em erschütternden Ungliicko- Äh iff' m Mtgen Landwirts Georg Heinrich ‘ betroffen. Als am Freitag abend dessen 3 h
jährige Ehefrau im Stall fütterte, wurde sie von einem aus; sagenden Pferd mit solcher Wucht in den Leib getroffen, daß sie trotz aller ärztlichen Hilfe am Samstag in dem Gräflichen Spital j zu Schlitz den schweren Verletzungen erlag. Das Mitgefühl, welches man in unserem Dorf der so hart betroffenen Familie entgegenbringt, ist allgemein.
Queck, 30. Juli. Die hiesige Frau Anna Erna Neibeling, welche im Walde Heidelbeeren gepflückt hatte, stürzte eine hohe Böschung hinab und erlitt dabei durch eine Beinverlet- 5ung, bevor ihr Hilfe gebracht werden konnte, einen derart starken Blutverlust, daß sie in bedenklichem Zustand nach Schlitz ins Hospital überführt werden mußte.
Herofeld, 30. Juli. (Ein „Schildbürgerstreich" in Hersfeld.) In Hersseid sind seit einigen Tagen die Gemüter wegen der Verfassungsfeier in Aufregung. Ursprünglich sollte eine allgemeine Verfassungsfeier stattfinden. Die dahin zielenden Verhandlungen sind gescheitert. Warum und weshalb ist nicht recht an die Oeffentlichkeit gekommen. Als daraufhin die Sozialdemokraten die Hergabe des Kurparks zu einer Verfassungs- feier der republikaniscben Parteien verlangten, wurde dies von der Kurbadkommission abgelehnt. In der Stadtverordnetenversammlung, die sich auf sozialdemokratischen Antrag schließlich mit dieser Materie zu befassen hatte, erklärte zur allgemeinen Ueberraschung der demokratische Redner, auch für den Zentrumsvertreler, daß beide Parteien zu diesem Antrag gar nicht ihre Zustimmung gegeben haben. An sich betrachtet sei es allerdings geradezu ein Schildbürgerstreich, aus dem besagten Grunde eine Stadtverordnetenversammlung einzuberufen, wo doch fast alle Parteien auf dem Boden der Verfassung ständen. Wenn der Kurpark den Militärvereinen zur Verfügung tieften t werde, könne man ein gleiches dem Reichsbanner nicht verargen. Um aber den Streit ein für alle Mal zu beenden, solle man in Zukunft den Kurpark nur Veranstaltungen der Kurverwaltung überlassem Der in.zwiicben abgeänderte Antrag auf Ueberlassung des Kurparks zur Verfassungsfeier an das Reichsbanner wurde schließlich mit zehn Stimmen der linken und einer der Mitte gegen neun Stimmen der Rechten bei einer Stimmenthaltung angenommen. Aber kaum daß die Stadtverordneten auseinandergingen, fetzte sich der Magistrat zu einer Sitzung zusammen und lehnte die Hergabe des Kurparks seinerseits ab. Daß die Linke dazu stillschweigen wird, ist nicht anzunehmen, und man darf auf die Weiterentwicklung der Angelegenheit einigermaßen gespannt sein.
Hersfeld, 30. Juli. (Bundestag des jüdischen Jugendbundes Esra.) Der jüdische Jugendbund Esra hält hier gegenwärtig auf der Waldburg feinen diesjährigen Bundestag ab. Etwa 300 Jungens und Mädels sind dazu aus dem ganzen Reich zusammengekommen. Die Jugendherberge ist belegt und auf verschiedenen Böden und in Scheunen ist Quartier bezogen worden. Dâs Ziel des Bundes ist das religiöse Fühlen und Depken der Mitglieder zu beleben und zu stärken.
Hcrssèld, 2. August. Der Kreistag erledigte endgültig eine Angelegenheit, die schon mehrere Sitzungen beschäftigt hat. Es wurde beschlossen, eine Kreiswiesenbaumeisterstelle als Kreisbeamtenstelle zu schaffen. Gleichzeitig soll ein Dezernat eingerichtet werden, das sich mit der Fluß- und Bachregulie- ruW zu befassen hat. Dessen Aufgabe würde es sein, die Interessen des Kreises Hersfeld beim Kulturbauamt Fulda zu vertreten. Aus einem Bericht des Landrats ging hervor, daß die Gewerkschaft Wintershall in Heringen für die Ueberlas- iung der vorhandenen Grubenbahn Herfa-Heringen für den Bahn bau Sch e M en gsfeld -Heri ngen reine allzu hohen Forderungen erheben würde. Voraussetzung wäre, daß das Projekt keine Zuschüsse aus Steuermitteln erfordere. Die Kosten des Projektes selbst würden sich nach neueren Berechnungen auf 2,9 Millionen statt 1,8 Millionen belaufen. Schließlich gab der sozialdemokratische Reichstagsabg. Schnäbrich eine Erklärung ab, nach der sich feine Fraktion an dem Empfang des Regienmgspräsident^ der zu einer Besichtigung des Kreises Hersfeld nach hier kommt, nicht beteiligen wird. Der Grund zu dieser Stellungnahme sei die Verweigerung des Kurparks zu einer Verfassungsfeier des Reichsbanners.
Willingshausen, 1. August. (Das Ende der Willingshüuser Malerkolonie?) Das Anwesen des früheren Gastwirts Adolf âgLin dein sich > die berühmte Schwälmer Malerstube befindet, ging für 45 000 Mark in den Besitz des Herrn von Schwertzell über, der hier ein Rentereigebäude einrichten will. In der erwähnten Schwülmer Malerstube gaben sich in früheren Jahren lange Zeit hindurch die bedeutendsten Maler der Willingshäuser Kolonie, wie Bantzer, Thielmann, Baum und andere ein Stelldickrein. In der Nachkriegszeit ist es allerdings infolge des Todes verschiedener Mitglieder der Malerkolonie stiller geworden Trotzdem ist es zu bedauern, daß die Ee- meinde das historische Gebäude nicht hat erwerben können. Aber Willinigshausen ist an sich eine arme Gemeinde mit etwa 1200 Einwohnern und besitzt nur 1100 Morgen Acker- und Wiesenland.
Bebra, 31. Juli. (Autotod.) Bei Rollsdorf fuhr in der Rächt zum Sonntag das Auto eines Obsthändlers aus Halle, das einem auf der falschen Straßenseite fahrenden Radfahrer ausweichen wollte, auf einen Steinhaufen und überschlug sich . Dabei wurden zwei Mitfahrer lebensgefährlich verletzt. Der Radfahrer, ein Schmiedemeister wurde auf der Stelle getötet.
Kassel, 31. Juli. (Furchtbarer Sturz.) Beim Spiel wollte in der Wolfhagerstraße ein zehnjähriger Junge ein eisernes Tor überklettern und drückte sich dabei eine eiserne Spitze tief in den Unterleib hinein. Er wurde von Straßenpassanten ans seiner qualvollen Lage befreit und nach dem Krankenhause verbracht. Die Untersuchung ergab, daß die eiserne Spitze den Magen durchbohrt hatte.
Kassel, 31. Juli. (Fabrikbrand.) Die Eipsfabrik von Altmorschen bei Melsungen wurde Freitag abend durch ein riesiges Großfeuer völlig vernichtet. Die Kasseler Berufs- feuerewhr und viele andere Wehren hatten mit der Bekämpfung des Flammenmeeres länger als fünf Stunden, zu tun.
Marburg, 29. Juli. (60 Jahre „Oberhessische Zeitung") Die im Verlage von Dr. C. Hitzeroth in Marburg erscheinende „Oberhessische Zeitung" kann am heutigen Tage ihr 60jähriges Jubiläum begehen. Aus diesem Anlaß ist eine über 100 Seiten starke Jubiläumsnummer herausgekommen, in der der Werdegang des Blattes, die geschichtliche und wirtschaftliche Entwicklung von Stadt und Kreis Marburg sowie die Geschichte der Alma Mater Philippina, die zu gleicher Zeit ihr ckOOjähriges Jubiläum begeht, gewürdigt wird. Das Blatt, das sich aus kleinen Anfängen zu seinem heutigen Umfang entwickelt hat, kann als ein vornehm und gut geleitetes Heimatblatt im wahrsten Sinne des Wortes angesprochen werden.
Marburg, 30. Juli. (Zwei neue Ehrenbürger der Stadt Marburg.) Anläßlich der 400-Jahrfeier der Philipps-Universität wnrden deren Rektor Geh.-Regierungs- rat Prof. Dr. Wilhelm Busch und der Kurator der Universität Eeh.-Oberregierungsrat Dr. jur. Dr. med. h. c. Ernst von Hülsen zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt.
Gießen, 30. Juli. (Ehrung des Gießener Oberbürgermeisters.) Die juristische Fakultät der Universität Gießen hat dem Oberbürgermeister Keller die Würde eines Dr. jur. utr. h. c. verliehen. Die feierliche Ueberreichung des Diploms fand heute durch den Dekan der Fakultät Prof. Dr. Buerker im Stadthaus statt. Der Initiative des Oberbürgermeisters Dr. Keller verdankt die Gießener Universität zahlreiche bedeutende Stiftungen seitens der Stadt Gießen.
33. Mittelrheinisches Kreisiurnsest in Darmstadt.
Der Festsonntag.
Darmstadt, 31. Juli. Wenn schon am Samstag die Zahl der auswärtigen Turner und Festteilnehmer in die Tausenden ging und sich stündlich vermehrte, so darf man
sagen, der Sonntag bildete von den frühen Morgenstunden an eine Völkerwanderung. Das Programm, wickelte sich wie vorgesehen und pünktlich ab. Wecken, Beginn des Turnens der Gaue, Riegenturnen der Vereine, Degenfechten, Wettkämpfe im Spielen, Entscheidung der volkstümlichen Meisterschaften, 9, 6 und 3 Kampf der Turnerinnen, Jugendfeierstunde, Aufstellung des Festzuges. Es dürfte wohl keinen Berichterstatter geben, dem es möglich war, alles zu sehen. Den Höhepunkt des Festes, ein Markstein in der Geschichte des Kreises darf man den Festzug bezeichnen, der sich pünktlich um 1 Uhr in Bewegung setzte und dessen Vorbeimarsch in ununterbrochener Zeit wohl über 2 Stunden dauerte. Den Zug eröffnete hoch zu Roß eine Gruppe Fanfarenbläser in mittelalterlichen Kettenpanzern. Von stämmigen Turnern getragen folgte das neu geweihte Kreisbanner von 6 Fechtern flankiert. In Blumen geschmückten Kraftwagen saß der stürmisch begrüßte Kreisausschuß. Vornehm und sauber schritt die Fechterschar des Mittelrheinkreises daher und dann begann der nicht endenwollende Zug der Mittelrheinischen Turner in einzelne Gauverbände gegliedert. Aus den dicht besetzten Fenstern und der Menge auf den Straßen fiel ein unaufhörlicher Blumenregen und alle Turner trugen am Turnkleid diese zahlte farbenfrohe Liebesgabe. Auf dem in den Hess. Farben prangenden Balkon des Landtagsgebäudes standen Vertreter der Landesregierung, auf dem Balkon des Stadthauses sah man Vertreter der Stadtverwaltung. Püntklich 2.30 Uhr mahnte ein Kanonenschuß zum stillen Gedenken der Toten. Der Zug hielt, die zahllosen Fahnen senkten sich und die Kapellen spielten unter dem Geläut der Glocken gedämpft das Lied vom guten Kameraden. Lautlose Ruhe herrschte und auf allen Gesichtern spiegelte sich tiefe Ergriffenheit. Nach diesem mächtigen inneren Erleben setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Die Zahlreichen Festwagen waren in Abständen auf den Zug verteilt und alle Beteiligten hatten ihr bestes getan, um Handwerk und andere Gedanken zu versinnbildlichen. Alle hier aufzuführen wäre wohl zuviel. Den Schluß des Zuges bildete die Darmstädter Turnerschaft mit dem großen Jahnwagen. Der Festzug dürfte wohl der größte gewesen sein, der je durch Darmstadts^ Straßen zog.
Unmittelbar nach dem Einrücken des Festzuges traten die Turner zu den allgemeinen Freiübungen an. Den wei- ^ ten Platz beherrschte eine schier unübersehbare Reihe non1 Fahnen. Fechter, Freiübungen, rythmische Uebungen der Turnerinnen lösten sich ab. Es Bild straffer Disziplin, alles klappte wie am Schnürchen. Auf den einzelnen Plätzen wurden dann die Wettkämpfe, Spiele usw., fortgesetzt. .
Festplatz und Vummelplatz waren so stark besucht, daß es nicht leicht fällt, eine Besucherzahl zu nennen. In den Abendstunden rückten die ersten Vereine mit klingendem Spiel wieder ab. Das Fest verebbt langsam wieder. Wir lassen nachstehend die ersten Sieger der Wettkämpfe vom Sonntag folgen:
Degenfechten: 1. Heim Tv. Offenbach, 2. Löffler W. Frankfurt 1860; Florettfechten: 1. Sachs Ludw. Tv. 1860, Frankfurt, 2. Heim Aug. Tv. Offenbach. Turnen der Gaue (Freiübungen und Stillauf) Gau Rheinhessen 460 Teilnehmer 74 Punkte, Gau Frankfurt <52 Teilnehmer 72% ■ Punkte. Kreismeister in den Spielen: Faustball der Man- f ner (bis 39 Jahre) Licht- Luftbad Frankfurt, Faustball der älteren Tgde. Eintracht 1861 Frankfurt, Faustball der L Turnerinnen Tgde. Worms, Trommelball der Männert Turnerschaft Güdingen, Schleuderball Mtv. Saarbrückens Kreismeister im Schlagball Tv. 1848 Saarbrücken, Trom-s melball der Frauen Allg. Tv. Dudsnweiler. Die Meister-1 schäften im Volksturnen brachten glänzende Refultate. 200-Meterlauf, Turner: 1. Helbis Robert Tv. 1817 Mainz, - Feistel T. nnd Spv. Wiesbaden Eintracht. 800-MeterlaufZ Turner: May Kuno Tv. Bad-Nauheim. äÖ0-MeterlaufZ Turner Schneider Tv. Bretzenheim, 10 000-Meterlauf, Tur-ji ner Reuter Tgde. Sachsenhausen. Hochsprung, Turner' Stieb, Tgde. Bornheim. 3 Sprung, Turner Trumm, Tv. Rdr. Roden. Steinstoßen bestarmig, Wolf Tgde. Biblis. 9 Kampf 1. Kl. Altersturner Falz Tv. Oberstein, 2. Berg • Tv. Mainz Amäüeburg, Lohrmann Tv. 1872 Schwanheim 4 a. M. 4 Kampf 1. Altersklasse (ältere) eKtzler Ewald Tgs.c Bornheim-Frankfart, 2. Enders Tv. Bad-Kreuznach 1869,' Eberlein Tgde. Worms 1846. 6 Kampf, Volkstümlich:i Weber R. T. und Sp. Wiesbaden, Emrich Tgde. Worms,' Trumm Tv. Niedern-Roden. Volkstümlicher Zehnkampf:/ Hilles Tv. Oberstein, Dehme Tgde. Rödelheim. Tnrne-f rinnen 6 Kampf: Longmuß Luise T. und Spv. Koblenz- Roeske Tv. Frankfurt 1860, Schmidt Tv. Bendorf. Stein-r stoß beidarmig: Grah Ad. Tgde. Fechtheim, Wolf Tgde.L Biblis, Schall Tv. 1860 Frankfurt a. M. 9 Kampf 2. Kl.> Altersturner Morch Tv. Saarbrücken 1848, Schuler Jul. T.t und Spg. Fechenheim. 3 Kampf Turnerinnen: Friede T.^ und Fkl. Frankfurt a. M., Römmelt Tgde 1847 Rödelheim/ Werner Eintracht Frankfurt, Baumruck K. Offenbach' Traudt Tgde. Wiesbaden. 9 Kampf Turnerinnen Schmidt; Koblenz Tgs, Tottmann Tgde. Höchst a. M., Pahl Tgde.» Bessungen: 9 Kampf mit Schwimmen: 1. Verntheusel Toni^- Tgs. Sachsenhausen. 1
Den Abend bildeten in der Festhalle wieder Sonder-s Vorführungen. Der Monrag bringt 12 und 10 Kampf fürs Männer, Säbelfechten, Meisterschaftskämpfe, volkstümliche uni) Wettspiele, Schauturnen der ersten 10 Sieger. Am5 Abend 6 Uhr die Siegerehrung am Museum und diel Schlußfeier in der Festhalle. Für Dienstag und folgende x Tage sind Turnfahrten vorgesehen. Gut Heil! ?
Turnen, Sport und Spiel. ,
Hokeysport.
Um die Jahrhundertwende verbreitete sich in Deutsch- s land eine Spielart, die bei vielen Bürgern zunächst mirs ein mißbilligendes Kopfschütteln hervorrief Leute mit) gebogenen Schlägern und einem kleinen Ball sah manf auf den Wiesen sich tummeln und Wettsvielc nach Art des! Fußballs ausüben. Man konnte sich nicht genug über die-i |eii neuen Sport wundern, der von seinen Jüngern Hokeyk genannt wurde. Wohl die wenigsten, auch nun den Svie-1 lern selbst, wußten allerdings» daß es sich um nichts Neues,» fonbern um die Auffrischung von etwas ganz Altem bami bdte. Denn als Ursprungsland für das Stockballspiel? rann das vorchristliche Persien angesehen werden. Nachr Oft nnd West, nach Nord und Süd drana das Spiel vor» und eroberte sich allmählich die ganze Welt. Auch ins Deutschland breitete sich das Spiel von Norden aus nach^ den verschiedenen Landesteilen aus. In Fulda wurde der Hokeysport auch bereits betrieben, konnte sich aber mangels) Unterstützung durch die Sportwelt seinerzeit nicht halten.k In neuester Zeit hat es sich die Spielabteilung des Turn/ und Fechtklnb 1888 o. V. zur Aufgabe gemacht,' dem Hokey-k spiel in Fulda wieder Anhänger zu schaffen Für hokey/ begeisterte Sportler sei darauf hingewieson, daß sie zu? einer heute abend stattfindenden Sitzung (8 Uhr) iml Cafe Thiele cingeladen sind. }