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Zulöaer Anzeiger

Zulöa / Statt 2

Nr. 175

Fulda, 29. Juli

1927

Nah und Fern.

O Torpedofang mit dein Flundernetz. Pvmmersche Fischer haben in der Nähe von Leba in der Ostsee eine Mine und kurz darauf in einem großen Flunder- netz ein Torpedo gefunden und an Land geschleppt. Es handelt sich um ein englisches U-Boot-Torpedo, das von Marinewachleuten unschädlich gemacht werden soll.

O Familiendrama in Werdau. Die Frau eines Spinn­meisters wurde in ihrer Wohnung mit ihren drei Kin­dern im Alter von 4, 6 und 7 Jahren durch Gas ver­giftet und tot aufgefunden. Bei der Frau machten sich in letzter Zeit Anzeichen von Schwermut bemerkbar.

O Ein Schmuggler erschossen. Ein Zollbeamter stieß in der Nähe von Hees aus deutschem Boden auf eine Schmugglerbande von sechs oder sieben Mann, die beim Anruf des Beamten sofort die Flucht ergriff. Der Be­amte gab zwei Warnungsschüsse ab, die die Schmuggler unbeachtet ließen. Darauf schoß er scharf und traf einen der Schmuggler in den Kopf. Der Verletzte starb bald darauf. Die übrigen entkamen.

O Komplizierte Löschung eines Schiffsbrandes. In Hamburg lief der mit Jute, Baumwolle und Erdnüssen beladene englische Dampfer „Saint Andrew" bren­nend ein. Bisher ist es noch nicht möglich gewesen, an den Brandherd vorzudringen, da das Feuer nicht offen brennt, sondern in der Ladung schwelt.

M O Ein hundertjähriges Schwalbennest. In dem Ort Horn (Teutoburger Wald) wird ein seltsames Jubiläum gefeiert. Dort existiert ein Schwalbennest, zu dessen Bau I ein Sparren mit der Jahreszahl 1827 benutzt wurde. Nun wäre es natürlich möglich, daß dieser Sparren die Jahres­zahl trägt, ohne daß er bereits damals von den Schwal­ben verwendet worden wäre, aber in der Familie, in deren Haus sich das Schwalbennest befindet, ist die Über­lieferung erhalten, daß das Haus in dem gleichen Jahre L errichtet wurde. Da man dieses Nest für einen Glücks­bringer hielt, so hat man darauf verzichtet, den Sparren - den Schwalben wieder wegzunehmen. Seit 1827 wird die Geschichte des Schwalbennestes von den Hausbewohnern verfolgt, und es wurde bisher festgestellt, daß es all­jährlich von Schwalben benutzt wird.

O Eine Falschmünzerwerkstatt ausgehoben. In Bad Salzbrunn wurde, nachdem in den letzten Wochen wieder­holt falsche Zweimarkstücke aufgetaucht waren, eine Falschmünzerwerk statt ausgehoben und der Reisende Richard Krain verhaftet. '

O Bluttat eines Kriegsinvaliden. In Limoges (Frank­reich) spaltete ein Kriegsinvalide in einem plötzlichen , Töbsuchtsanfall mit einer Hacke seinem alten Vater den Kopf. Der Täter hatte sich während des Krieges nach L einer Verwundung einer schweren Schädeltrepanation « unterziehen müssen, infolge deren er zeitweise sehr _ gereizt war, ohne aber bisher gefährlich zu werden.

O Weibliche Generalstäbler in Rußland. Der russische Oberste Kriegs- und Revolutionsrat hat zum erstenmal drei Frauen in den Stand der Generalstäbler erhoben. Anläßlich der Beförderung dieser drei Frauen ist ein Armee- und Flottenbefehl herausgegeben worden, in dem die V e r d i e n st e dieser drei Frauen u m>b ieSowjet- uni o n hervorgehoben werden.

; ,r 0 Die Bombe im Untergrundbahntunnel. Nachdem f ein Streik der Untergrundbahnangestellten abgewendet worden war, fanden Aufsichtsbeamte in dem Tunnel an dem unterirdischen Wege zwischen Newyork und Brooklyn eine Bombe. Nur infolge Verfügens des Zünders.wurde eine Katastrophe vermieden. Die Beamten erklären, daß eine Explosion der Bombe die Tunnelwände zum Ein­sturz gebracht hätte. Das Wasser des East River hätte dann den Tunnel überschwemmt und die Fahr- : gäste eines hindurchfahrenden Zuges wären ex­trunken.

Oie Kirchenkonferenz von Winchester.

In dem alten Bischofssitz Winchester hielt in der Vor­woche der vor zwei Jabren eingesetzte Internationale Ausschuß der Konferenz für praktisches Christentum seine dritte Tagung ab. Aus 15 verschiedenen Ländern waren 70 offizielle Kirchen- Vertreter erschienen Im Mittelpunkte der Verhandlungen stand der Plan der Schaffung eines Sozialwissenschaftlichen Insti­tutes, das die Aufgabe hat, die sozialen und wirtschaftlichen Tatsachen und Probleme im weitesten Sinne im Lichte der christlichen Ethik nach streng wissenschaftlichen Methoden zu studieren. Das angefügte Bild zeigt die Mitglieder des Exekutivkomitees. Vorderste Reihe von links nach rechts:

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Bunte Tageschromk.

London. Ein Beamter des Landesverbandes der See­leute und Heizer, der in einem Prozeß gegen drei führende englische Kommunisten als Zeuge auftreten sollte, wurde auf der Straße liegend mit eingeschlagener Schädeldecke auf- gesunden.

Warschau. In der Grube Kazimierz im Dombrowaer Kohlengebiet stürzte eine Wand ein und begrub vier Berg­arbeiter unter den Trümmern.

Johannesburg. In der Nähe von Heidelberg in A s r i k a stießen aus noch nicht aufgeklärter Ursache ein Personen- und ein Güterzug zusammen. Zwei Europäer und 30 Eingeborene wurden getötet, drei Europäer und zahlreiche Eingeborene verlebt.

Börse Md Handel.

Frankfurter Börse vom 28. Juli. Die unsichere Haltung der Börse hält bei der augenblicklichen gespannten Lage des'Geldmarktes an. Sie wirkt sich in der fortgesetzten Kaufunlust auf allen Märkten immer schärfer aus, wobei die Kurslage heute eine weitere Senkung um 2—3 Pro­zent erfuhr. Montanwerte verkehrten matt, besonders wurden später Rheinstahl angeboten. Leicht abgeschwächt eröffneten Kaliwerte, nur Westeregeln lagen fest. Der Chemiemarkt war anfangs gehalten, später abbröckelnd. J. G. Farben verloren 3, Scheideanstalt 2 Prozent. Auch auf dem Elektromarkt waren die Verluste ansehnlich. Der Zuckermarkt hatte sehr kleines Geschäft. Von Äutowerten gaben Daimler schärfer nach ( bis 4 Prozent). Bankaktien verkehren unverändert still. Die Nachbörse war nach Schwankungen ausgesprochen flau. Im Mittelpunkt des Abendbörsengeschäfts, das lebhafte Formen für Spezial­werte annahm, standen Farbenindustrie, die auf Grund von Prämienkäufen stürmisch gefragt und im Kurs von 314 am Mittag auf 321 hinaufschnellten. Montanwerte waren gleichfalls freundlich gestimmt, besonders konnten Rheinstahl um drei bis vier Punkte höher. Vankwerte verkehrten durchweg angeregt, teilweise gut befestigt. Es wurden genannt: Commerzbank 177.5, Deutsche Bank 163.5, Dresdner Bank 169, Mitteldeutsche Creditbank 253.5, Scheideanstalt 218, Farbenindustrie 320, A. E. G. 183, Licht und Kraft 194, Siemens u. Halske 284, Gelsen- I kirchen 164, Harpener 204, Mannesmann 187, Mansfeld 128.5, Rheinstahl 218, Laura 96, Westeregeln 188, Zellstoff Waldhof 336.75, Hamburg Paket 145.

Landesbischos von Sachsen D. Jhmels (1), Dresden, Erzbischof' Germanos (2), Metropolit von Thyatira, D. Dr. Kapler (3), Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses. Zweite Reihe: Reichsjugendwart D. Stange (4), Kassel-Wil­helmshöhe, Prof. Dr. Stephan Zankow-Sofia, Professor 'N Titius (5), Berlin, Erzbischof D. Söderblom (6), Upsala, oer Lordbischof von Winchester (7), Vorsitzender der Kirchen­konferenz in Winchester, Professor Wilfried Monod-Paris, Pivatdozent Dr. Adolf Keller-Zürich, Generalsekretär des neu errichteten Sozialwissenschaftlichen Institutes: Professor Dr. Choisy-Lausann, Bischof Amundsen (Tänemark). Dritte Reihe: Kaplan Sandegreen-Upsala, Mstr. Steele, M. Thölin-Genf vom Internationalen Arbeitsamt, Prälat Schöll (8), Stuttgart.

Frankfurter Getreidebörse vom 28. Juli. Bei allgemein ruhiger Geschäftslage war lediglich Mais etwas gefragt und im Preise fester. Es wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizen —, Roggen 24.50, Gerste —, Hafer (inl.) 25.5—26, Hafer (ausl.) 23.5—25.50, Mais 19—19.25, Weizenmehl 39.5—40, Roggenmehl 36.6—36.75, Weizenkleie 13, Rog­genkleie 13.75—14. Tendenz: Ruhig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 28. Juli. Dem heu­tigen Nehenmarkt waren zugetrieben: 780 Kälber, 182 Schafe und 593 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber: beste Mast- und Saug­kälber 74—80, mittlere Mast- und Saugkälber 68—73, ge­ringe Kälber 60—67; Schafe: Weidemastlämmer und Hämmel 48—53, mittlere Masthämmel und gut genährte Schafe 40—47; Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. —, vollfl. von 240—300 Pfd. 60—62, vollfl. von 200—240 Pfd. 60—62, vollfl. von 160—200 Pfd. 61—63, fleischige von 120—160 Pfd. 60—62, fleischige unter 120 Pfd. —. Marktverlauf: Kälber und Schafe wurden bei regem Handel ausverkauft. Der Schweinemarkt verlies ruhig. Fleischgrotzhandelspreise: Ochsen- und Rind­fleisch 1. 100—110, 2. 95—100, Bullenfleisch 98—103, Kuh­fleisch 1. 70—80, 2. 55—65, 3. 40—50, Kalbfleisch 2. 100 bis 110, Schweinefleisch 1. 75—82. Gefrierfleisch Rindfleisch, Vorderviertel 50, Hinterviertel 58—60. Der Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes war schleppend.

Amtliche Berliner Notierungen vom 28 Juli

t * e n den z: S ch w a ch. Die Spekulation

r Ansicht, daß die savoriperten chemischen und Kunst- inbipaptere schon zu stark gestiegen sind, und ging hier Baisse- engagements ein, die namentlich in Bemberqaktien einen f Prozent) zur Folge hatten Taran hin senkten sich auch andere Werte um 2—3 Prozent. Am Geldmarkt sich das Herannaheu des Ultimos mit einem weiteren der Tagesgeldsätze bemerkbar. Die Geldgeber er­höhten ihre Forderungen auf 514-714 Prozent Nack- sehr^rege.^ ’^" $inblicf auf den bevorstehenden Zahltag t 4,20—4,21; engl. Pfund 20,40 holl Gulden 168,25—168,59; Danz. 8130 bis ” 1 ^6'44-16,77; s ch w e i z. 80,88-81,04;

5 c 1 Ö- a8,39—38,o1 , Italien 22,86—22,90; s ch w ed Krone 112,51-112,73; bau. 112,37-112 59- norwca w^) d-s 108,64; tschech. 12,45-12,47; österr Schilling 5911 dis »4.23; VolII. Zloth (nichtamtlich) 46,87—47,07.

' Vom, lebens ^Kfe&i

VRoman von J. Schneider-Foerstl^ , - ;

Ürb^erreckjssckutr 1926 durdi Verlag OLsi

feister, Werdaus

^62. Fortsetzung.) ? . (Nachdruck,, verboten.)^

Aber als er nach acht; Wochen kaufstand, war sein Haar in?

Ergrauen. Weiße Fäden zogen sich an den Schläfen hin. Don der Nase zu den Mundwinkeln liefen zwei, tiefe, harte Furchen, die Wangen lagen bleich und hohl und, der frühere Glanz der Augen hatte einem müden, umflorten? Blick Platz gemacht, und zuweilen?? ging ein nervöses Zuckens über? das Lanze Gesicht.

* Duden erschrak, als erzihn bas erstemal aus-dem Zimmer? kreten sah. Im Bette, die weißen Kissen a£ Hintergrunds ^aüe man diese Veränderung weniger bemerkt, \ ) .

2er arme Mensch mußte heraus aus dieser Atmosphäre,^ : ®e9 in andere Verhältnisse, wo es.Zerstreuung gab und \|

Abwechslung, wo er vergessen lernte^ was einmal^ gewesen und doch nie mehr ungeschehsr zu machen war. '

" »Wir wollen reifen,? Bernhard," sagte er. beim Mittags- ^sch- den sie das erstemal wieder gemeinsam, im Eßzimmer) einnahmen. „Willst du. nach dem Südew- — oder noch weiter?—* Die Welt, ist groß, mein Jungei tz Jeder Menschs erfährt einmal etwassim^Leben,idas er vergessen will,und. vergessen muß!" ' ' T M y

- »3d} tönnte nie fn^ ich ^ auch immer

märe! Meine.Schuldfist zu groß, mndEmeine Reue wird erst' mit mir begraben^Mnd wenn ich ein Mädchen sehe, das ihre Augen hat, dann^meine ich,?werde ich aufschreien i vor Verzweiflung, weil ich f immer?ihren Blick vor mir habe, an diesem letzten Abeiâ>, und .immer höre, wie sie gebeten hat: Herr Doktor,; lassen Sie mich bleiben! — Diese eine Nacht noch! Nur tüese »eine Nacht! — Morgen will ich Ihnen alles bekennen^-—alles st?— Und dann, wie sie servierte, da

sie gehört». welch furchtbaren Verdacht ich gegen Sie hegte, und das hat sie dann erst zu dem Schritt getrieben, von dem es kein^Zurückj mehr gibt!" . ' \

Guben musste? sich Seinen Rat mehr/, was er noch tun' um dem /Sohnes seinert Lieblingssihwester das Leben

doch wenigstens einigermaßen erträglich zu gestalten. Für alles, was er ihm vorschlug, hatte er ein Nein! — Aber so, wie es war, konnte es unmöglich weitergehen!

Geben Sie ihm Arbeit! riet der Sanitätsrat. Er soll eine Praxis ausüben, dann hat er Ablenkung, und dann ver­gißt er wenigstens für die Stunden, in denen er beruflich tätig ist, das, was einmal war!

„Wüßten Sie vielleicht, wo er sich niederlossen könnte?" frug Guben. Der Rat des alten Herrn dünkte ihm gut.

^..,â soll mich ablösen!" sagte der Sanitätsrat und putzte seineXblauen Brillengläser mit dem rotgetupften Taschen­tuch, um das weiße zu schonen. „Ich möchte mich ohnedies schon lange gerne zur Ruhe setzen. — Es geht nicht mehr recht! Meine Füße streiken und mein Herz macht ab und zu Geschichten. Für einen jungen Arzt ist es ein Kinder­spiel. .Und gut ist die Praxis auch. Die paar entlegenen

Dörfer droben auf den Höhen brauchen ihn nicht zu schrecken. Da ist alle^fünf Jahre einmal jemand krank. Und die Wald- ler sind ja auch nicht empfindlich. Die kommen schon von selbst, so lange sie gehen können, zu einem ins Sprech-

-zimmer. —Also das sagen Sie dem Herrn Kollegen, ver­ehrter Herr Baron. — Er kann jeden Tag übernehmen, , alles, wie es sieht und liegt. Ich behalte mir im Haus nur

zwei Stuben vor, droben unterm Dach, und dafür vertrete ich ihn kostenlos,, wenn er einmal für ein paar Wochen in Urlaub gehen oder verreisen will."

Sanders verneinte erst.

Als Guben aber nicht aufhörte, in ihn zu drangen, und ihm,auch vorstellte, daß sie dann immer beieinander in der Nähevbleiben könnten, sagte er zu.

Bereits nach vierzehn Tagen übte er drüben im kleinen Marktflecken vseine Praxis aus.

Er war ein ruhiger, stiller, freundlicher Arzt, voll Güte und Nachsicht gegen alle, die zu ihm um Hilfe kamen.

„Unser Doktor," sagten die Leute, wenn er durch den Ort und in die Häuser ging zu den Armen und Aermsten, die er unentgeltlich behandelte. Meist blieb er bei den Kindern stehen, fuhr liebkosend über ihre Köpfe und ging dann wort­los weiter.

Nie.mehr seit jenem Unglückstag hatte ihn einer lachen gesehen.V-Ä ' " " ~

Drei Jahre waren über die schrecklichen Ereignisse hin­weggegangen.

Ueber den Dächern Münchens brausten die Herbststürme. Ab und zu lachte die Sonne darein, ein verlegenes, mattes, chüdes Lächeln, als ob sie lagen wollte: Seht, es tut mir ja leibst so furchtbar leid, daß ich euch nicht mehr so wärmen kann wie früher. Aber ich kann ja nichts dafür, wahr- hastig nicht! Ihr wißt ja, es ist alle Jahre das gleiche. Macht euch nur warm und sorgt, daß ihr Kohlen und Holz in den Kellern habt und ein warmes Bett in der Stube und einen dicken Pelz für die Straße, dann wird es schon gehen!

Im Nymphenburger Park raschelte das Laub auf den Wegen. Heijoh! Heijah! blies der Sturm in das Blatt- werk, und das tanzte, wie er pfiff, und faßte sich an den Handen und flog hoch hinauf bis zu den Kronen, aus denen es gekommen war.

Und dann schwebte es wieder herab und gaukelte über ^Wiesen hin im Gänsemarsch oder Ringelreihen, je nach-

Frierend drängten sich die Sterne der Dahlien am einander. Ihre Blätter rollten sich nachts immer enger vor rost. Und genau so machten es die anderen Blumen auch v.hre Zeit war um. Nur das abgehärtete Volk von Jm- mergrün und Buchs stand vergnügt am Wege und freute sich, daß es so viel mehr aushielt als all die anderen.

Auf einer der Bänke im Park laß eine alte Frau in schwarzer cpitzenhaube und ebensolcher Mantille. Sie trug ein Täschchen am Arm und hatte eine Handarbeit zur Seite liegen Ein Mädchen legte eben fürsorglich einen Schal um ihre Schultern. .

„Lene, du frierst ja! Nicht wahr, du frierst? Ich habe mir 5 ja gleich gedacht, daß es so kommt. Weißt du, die Corine, die trügt setzt. Man meint nur, es sei warm. Aber wir haben ja gleich November."

^„Frieren?" sagte die alte Frau. „Nein, Trudelchen, frieren, das ist das wenigste. Mir ist eben nicht ganz wohl — den ganzen Tag schon nicht. Du hast recht, ich hätte nicht herausgehen sollen. Es ist halt ein Kreuz mit uns alten Leuten!"

„Ich schaue um einen Wagen, Lene,« tröstete das Müd» n fel)lem wenn ich dich einen Augen» blut allein lasse. (Fortsetzung folgt.) "