Die Bezirkstierschau in Fulda.
I Ain Sonnabend vormittag um 10 Uhr wurde die Bezirks- Ltoau in der Johanni sau offiziell eröffnet. Zu dem Eröff- „„qsakt hatten sich neben zahlreichen Vertretern der kurhes- Mir Landwirtschaft auch der Herr Regierungspräsident Dr. Medensburg, der Herr Oberbürgemeister Dr. Antoni und ver- Mdene Landräte des Bezirks eingefunden. Der Präsident der KndwirtMaftskmniner, Kammerherr von Keudell, begrüßte fc Erschienenen und führte ungefähr aus: Im Perlenkranz er Hessischen Städte nimmt Fulda einen besonderen Rang ein, ß es eine der ältesten Kulturstätten des Landes ist, von wo ns das Christentum gebracht wurde und in dessen Dom das Ab des uns allen teuren Apostels Bonifatius behütet wird. )arum kommen immer, wenn Fulda ruft, die kurhessischen Mdwirte gern hierher in diese gastliche Stadt, um hier mit- inander ein Fest zu feiern, an dem wir wetteifern wollen mit rn Früchten unserer Arbeit. Nach Begrüßung der Ehrengäste Regierungspräsident Dr. Friedensburg, Lnndrat Frh. von Zagern, Oberbürgermeister Dr. Antoni usw.) führt der Reder weiter aus, daß die Kurhessische Landwirtschaft trotz der Hwcren Not nicht geruht und gerastet habe, um vorwärts zu ommeu, um so beizutragen zur Wiederaufrichtung unseres Va- erlandes. Eine solche Bezirksausstellung, wie wir sie heute irr sehen, habe die Kurhemsche Landwirtschaft noch nicht ge- abt. Es sei mehr Dich aufgetrieben als bei der großen Aus- MUNg der D. L. G. in Dortmund. Wenn wir uns auch nicht Pmen könnten, daß wir es an Qualität der ausgestellten Produkte mit jener großen Ausstellung aufnehmen können, so èse er doch als das Ergebnis der einmütigen Ansicht aller Preisrichter mitteilen, daß der Fortschritt unserer heimischen Viehzucht auf allen Gebieten außerordentlich ist. Auch was die Qualität anbetrifft, so sind viele Tiere hier, die sich wohl auch ms der Ausstellung in Dortmund einen ersten Preis hätten jolcn können.
„Es ist nicht leicht, eine solche Ausstellung vorzubereitenf mmit alles klappt. Es sind im ganzen 1700 Tiere hier unter- lebracht und verpflegt worden. Dazu bedarf es der opferwol- igcn Mitarbeit vieler Menschen. Lassen Sie mich daher allen Sank sagen, die an diesem Werke mitgeholfen haben, vor allen singen dem Kurhessischen Bauernverein rind Herrn Lairdrat weiherx von Eagern. Ihm als dem Vorsitzenden des Kur- ssischen Fleckviehzuchtverbandes sind nicht zuletzt die gewaltigen wtschritte zuzuschreiben, die gemacht worden sind. Dann möchte I dem Oberbürgermeister Dr. Antoni unb der Stadt Fulda n wärmsten Dank der Kurhessischen Landwirtschaft aus- »chen für die bereitwillige Unterstützung, die unser Unter- vmen gefunden hat. Ich bin überzeugt, daß die Stadt Fulda, Wohl sie jetzt aus dem Kreisverband ansgeschicden ist, auch Urderhin sich mit dem Lande verbunden fühlt und alles tun wirb, um das alte, gute Einvernehmen zwischen Stadt und taub beizubehalten, wie es hier immer gewesen ist Stadt und Janb gehören zusammen und sind aufeinander angewiesen. Sie nögen auch weiter zusammen stehen, um tüchtige Arbeit zu eisten und unser Vaterland wieder in die Höhe bringen, zu Üner Achtung gebietenden Stellung in der Welt. Unser liebes Deutsches Vaterland lebe hoch". Darauf sang die Versammlung ms Deutschlandlied. Dann nahm Herr Regierungspräsident Dr. Friedensburg das Wort, überbrachte als Vertreter der iei^tf^cii Staatsregierung deren Glückwünsche zu Ausstellung, führte weiter aus: „Nach allem, was ich in der kurzen Stunde, die ich hier weile, bisher gesehen und gehört habe, kann idi sagen, daß ich stolz bin, Präsident dieses Bezirkes zu sein. D freue mich, daß unsere Landwirtschaft so .klar und deutlich mb verantwortungsbewußt weiß, was die Stunde von ihr for- icrt. So wenig wir selbst in der Lage sind, alles richtig beur- Hen zir können, so dürfen wir doch von uns sagen, daß wir ns bemühen, allen Aufgaben gerecht zu werden. Wir müssen chte bestrebt sein, mehr und besseres zu leisten. ein solcher Tag x der heutige muß ein Tag der Besinnung für uns sein und
Entschlusses, noch ganz andere Leistungen zu vollbringen, kenn es Ihnen gelingt, aus Ihrer Landwirtschaft ein Zent- k Getreide pro Morgen und 100 Liter Milch pro Kuh mehr üvuszuholen, dann haben Sie mehr erreicht als die schönsten telameittsreben und diplomatischen Noten. Mit der Ver- Mbisig. die kurhcssische Landwirtschaft in ihrer Arbeit so sehr M 7 vermöge zu unterstützen, schloß.der Herr Regierungsprü- Mt seine sehr beifällig aufgenommene Ansprache.
Sach dem noch Herr Landrat Frh. von Eagern für den Land- Fulda und Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni für die t Fulda gesprochen hatten, schloß Herr von Keudell mit Dank an die Vorredner den Eröffnungsakt.
egen 12 Uhr nahm Herr von Keudell die Auszeichnung einer e Arbeitsveterane der Landwirtschaft vor. Es erhielten ei für langjährige treue Dienste Belohnungen: Monika Pel vom Eutshof Künzell die goldene Brosche. Die kleine erne Medaille erhielt Mathäus Schütz, Domäne Johannes- 8, die große silberne Medaille Gustav Kosis, ebenfalls Dove Johannesberg, die kleine silberne Medaille, Sturmius ist bei Landwirt Schüler-Bad Salzschlirf, die Ehrenurkunde reiten: Dam. Renkert, Domäne Johannesberg; August Pez-
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Fulda, den 18. Juli 1927.
Personennachrichten.
erliefen wurde dem Vermessungsobersekretär Kraiger in »a die Amtsbezeichnung Vermessungsinspektor.
Autounfall.
Elm Samstag mittag rannte in der Maberzellerstraße, Nähe der Fuldabrücke, ein Auto gegen einen Baum. Mi wurde der fast neue Wagen so sehr beschädigt, daß einem Lastwagen abtransportiert werden mußte. >ne mitfahrende Dame, die durch die Wucht des Anpralls Wie Windschutzscheibe geschleudert wurde, erlitt erheb- Verletzungen im Gesicht.
Der Koks ist billiger!
Ken Schichten der Bevölkerung zu ermöglichen, sich den 'Winter reichlich mit Brennmaterial einzü- städtische Gas- und Wasserwerk den Kokspreis -60 Mark für ioo kg. festgesetzt.
I Erteilung von Führerscheinen für Kraftfahrzeuge.
Anweisung über die Prüfung der Führer von f^ütahrzeugeii ist her Antrag auf Erteilung der Erlaubnis eines Kraftfahrzeuges an die zuständige Orts- tobrJrr D richten, die zu prüfen hat, ob gegen den An- Tatsachen vorbiegen, die ihn als ungeeignet zum erjcheiwen lassen. Nach Vornahme der Prüfung legt Uj^-'polizeibehörde den Antrag der höheren Verwaltungs- dem Landkreise unmittelbar an den Herrn Land- MstMleten Anträge auf Erteilung von Führerscheinen für *W9e müssen den Ortspolizcibehörden zur Prüfung M gegeben werden. Hieran ändert auch die Vorlage des Mungszeugnisses nichts.
^^..^nteresfe einer schnelleren Erledigung der Anträge ■nn-VrJ1^ die genaue Beachtung obiger Vorschrift durch die
Viehmarkt.
Juli ds. Js. findet hier ein Viehmarkt statt. Der . „ ues Vieh am Vorinarkttage von der Viehladerampe am i n Bahnhof erfolgt über die Straßenecke Kurfürstenstraße— ,b^wcg nach der Straße „am Viehmarkt" und von da un- "var nach den einzelnen Stallungen in der Stadt. Der rieb des Viehes zum Markt am Markttage selbst beginnt . W norm, und muß um 8 Uhr vorm. beendet sein. Hier- das nichtuntersuchte Vieh durch die Schloßstraße aufzu- -I L°b voruntersnchte Vieh durch die Lindenstraße aufzu- SR Interesse der ungehinderten Abwicklung des Markt- Bevölkerung ersucht, auf die vorstehenden mitniffe Rücksicht zu nehmeg.
nez, Domäne Ziehers; Sabina Krah bei Landwirt Krah-Wei- denau; Josephina Möller bei Landwirt Möller, Weidenau; Barbara Sander bei Land- und Gastwirt Schmitt, Eichenau; Gustav Koßmar, Domäne Johannesberg; Franz Dechant, Domäne Johannesberg; Philipp Klüh bei Wtw. Joseph Kreis, Niederbieber; Jos. Dechant, Domäne Johannesberg; Richard Rothmann, Gutshof Künzell; Mathilde Mihm, Domäne Maberzell; Josephine Has bei Jos. Schüler, Bad Salzschlirf; Adolphine Iller bei Karlemann Kost, Bad Salzschlirf; Brigitte Würz bei Josef Brühler, Niederbieber; Maria Klitsch bei Ant. Klitsch, Bad Salzschlirf; Adolphine Klitsch bei Anton Klitsch, Bad Salzschlirf; Peter Gelinsky bei Domänenpächter Bipinck, Trätzhof; Joseph Pappert, Gutshof Künzell; Karl Günther, Domäne Johannesberg; Otto Leibold, Domäne Johannesberg; Frau Zehner, Domäne Maberzell; Karoline Schröder bei Justina Kreutzer, Vordereselsbrunn; Mathilde Müller bei Paul Baumgarten, Ritzelshof; Theresia Uebelacker bei Baumgarten, Ritzelshof; Regina Happel bei Karl Happel, Mel- pevts; Sabina Gensler bei Adalbert Seifert, Ried; Juliana Röder bei Ludwig Weber Wüstensachsen; Karolina Müller bei Johann Henkel, Brauertshof; Rudolf Leitfchuh bei Leopold Will, Langenberg, Die versilberte Brosche erhielt Josepha Leitschuh bei Damian Müller, Abtsroda.
Auf diese Dienstbotenehrung folgte die Vorführung des prämiierten Viehs. Die Ausstellung war auch am Samstag sehr gut besucht. Leider machte der völlig grundlose Boden des Äusstellungsplatzes die Besichtigung der ausgestellten Tiere unb Maschinen zu einem wenig erfreulichen Vergnügen. (Dem Berichterstatter erschien es als ein Glück, daß das Turnfest vor 8 Tagen nicht in der Johannisau abgehalten wurde, dort väve das Fest nicht nur auch verregnet, sondern Turner und Turnerinnen wären darüber hinaus in dem halbmetertiefen Dreck und Schlamm versunken, sodaß irgend welche turnerische Vorführungen überhaupt unmöglich gewesen wären). Auch die Fischerei- und Kleintierausstellung im Stadtgarten wurde recht zahlreich besucht. Dort ist mit viel Fleiß eine sehr sehenswerte Schau zusammengestellt worden. Lebhaftes Interesse erwecken die Aquarien mit den verschiedenen Fischarten. Bei dem Geflügel und den Kleintieren! sind teilweise sehr prächtige Stücke und Sammlungen zu sehen.
Die Bezirkstierschau nahm am Sonntag mit dem
Reitturnier
ihr Ende. Diese Schlußvevanstaltung war vom schönsten Wetter begünstigt und hatte sich demzufolge eines sehr guten Besuches zu erfreuen. Einige Tausend Personen — Landvolk und Stadtvolk — mögen das Spielfeld in der Johannisau umstanden haben, als, nach einem Marsch durch die Stadt, gegen 2.30 Uhr der Zug der Reiter mit einer berittenen, in eine Art Husarenuniform gekleideten Kapelle an der Spitze, auf dem Platz zog. Sofort begann dick Abwickelung des Programms mit der Eignungsprüfung für Arbeitspferde im Zweigespann. Es folgte die Vorführung der 9 Dillenburger Hengste, lauter prächtige, kurzgedrungene, schwere Kaltbluttiers. Bei der Reiterprüfung war, wie bei meisten Konkurrenzen, die Hauptarbeit der Prüfung bereits am Morgen bei den Vorprüfungen geleistet mordens sodaß sich die Vorführung gestern rasch abwickelte. Unter Leitung des Grafen Vredow-Altenburg zeiaten die Reiter, daß sie recht Erkleckliches zu leisten vermögen. Auch in den Springprüfungen über die verschiedenen, zum Teil recht schwierigen Hindernisse, wurden gute Leistungen erzielt. Insgesamt zeigte die Veranstaltung, daß die Arbeit in unseren ländlichen Reiter- vereinen sehr ernst genommen wird und daß sie schon recht beachtenswerte Früchte getragen hat.
Bei der Preisverteilung konnten folgende Wettbewerbteilnehmer ausgezeichnet werden:
Eignungsprüfung für Arbeitspferde im Zweigespann: 1. Pr. Westdeutsche K ohl e n ha nd e l s g e sellschaft, Fulda, 2. Pr. Wilhelm Helmke, Fulda, 3. Pr. Amtsrat Klostermann, Johannesberg.
Reiterprüfung: 1. Pr. Wackerbarth, Fritzlar. 2. Pr. Wittich, Homberg, 3. Pr. Iulius Bock, Alsfeld, 4. Pr. Becker, Alsfeld. 8. Pr. H. Guntrum, Schlitz, 11. Pr. Adam Hahn, Alsfeld, 13. Pr. H. Göbel, Schlitz, 15. Pr. Adam Breuning, Alsfeld.
Einreiten der Sieger vom Geländeritt: 1. Pr. O. Martin, Fritzlar, 2. Pr. Scheibeilhut, Hainzell.
Reitprüfung, Klasse A.: 1. Pr. Lehmann, Homberg, 2. Langheinrich, Schlitz, 3. Pr. Füsow, Alsfeld, 6. Pr. Ritz, Schlitz, 7. Pr. Kreuzer, Schlitz.
Jagdspringen, Klasse A., 32 Teilnehmer ,12 Sieger: 1. Pr. Pfennig-Fritzlar, 2. Pr. Wittig-Homberg, 3. Pr. Martin-Fritzlar, 12. Pr. Langheinrich-Schlitz.
Eruppenspringen: 2. Pr. Hoffmann und Langheinrich-Schlitz. Gcwohnheitsprüftmg für Reiter, Puppenrennen: 1. Hellwig- Fritzlar, 2. Scheibel Hut, Hainzell, 3. Jul. Bock-Alsfeld.
Preivbewertungen der Reiterabteilungen: 1. Preis und Wanderehrenpreis Reitervercin Homberg. 2. Pr. Reiterv. Schlitz, 3. Pr. Reiterv. Fritzlar, 4. Pr. Reiterv. Alsfeld 2. Abt., 5. Pr. Reiterv. Alsfeld 1. Abt.
Sterbsritz. 16. Juli. (Unwetter im oberen Kinzigtal.) Der vergangene Donnerstag wird allen Bewohnern des Kreises Schlüchtern als ein kritischer Tag allererster Ordnung noch lange hinaus im Gedächtnis bleiben. Sandte doch der Himmel unter Donner und Blitz eine solche Wassermenge, wie sie der älteste Bewohner noch nicht gesehen hat. Während an der Kinziggnelle nur ein kleiner Wolkenbruch niederging und die Straße in Sterbritz einen halben Meter unter Wasser setzte, auch der Blitz nur zweimal ohne Schaden anzurichten, einschlug, waren die Verwüstungen im Ulmbachtal weit größer, ebenso im Tale des Steinaubaches. Vor dem Platzregen suchte die Frau Lanz mit .einer Fuhre Heu Schutz unter einer Eisenbahnüberführung, durch die ein kleines Wässerchen floß. Mit ungeahnter Schnelligkeit kam plötzlich eine Wasserwoge, erfaßte Wagen, Kühe unb die Frau und riß sie mit. Unrettbar wäre alles verloren gewesen, wenn nicht der zufällig anwesende Gastwirt Wilh. Lotz mit Zuhilfenahme von Pferde» die Rettung vollbracht hätte. . Die Fran lag einige Tage bewußtlos zu Bett. Am Hohenstein nahm der Wasserschwall hohe Fichten mit, überflutete die Wiesen und vernichtete den Graswuchs. Mindestens 50 Fuhren Heu wurden weggvfckwemmt; dem Oekonom Weitzel allein 8 Fuhren. Auch in den Bergen von ©unbheim und Elm fiel ein wolkenbruchartiger Regen und richtete viel Schaden an. In der Gemeinde Höf und Heid zündete der Blitz und äscherte ein Vauernanwesen ein.
* Schlitz. Der Gedanke, mit dem Sommer markt am Mittwoch, den 20. Juli 1927 ein Trachtenfest zu verbinden, hat wie wir zur Freude feststellen konnten, allgemeinen Anklang gefunden. Es ist mit einer großen Beteiligung und demgemäß mit einem Massenbesuch zu rechnen. Um allen Besuchern Gelegenheit zu geben, sowohl den Festzug als auch den Trachtentanz und abends die Vurgenbeleuchtung sehen zu können, hat die Reichsbahndirektion 2 Sonderzüge eingelegt und zwar: Strecke Hersfeld — Schlitz: Hersfeld ab 11,45, Niederaula ab 12,10, Niederjossa ab 12,17, Schlitz an 12,50. Rückfahrt, Schlitz an 22,30, Herzfeld an 23,30. Strecke Bad-Salzschlirf — Schlitz: Der Triebwagen Bad-Salzschlirf ab: 12,50, Schlitz an 13.13 fahrt als Dampfzug. Rückfahrt Schlitz ab 22,10, Bad- Salzschlirf an 22,38. Die Züge halten auf allen Stationen.
* Gedern, 14. Juli. Heute nacht gegen 11 Uhr entlud sich über unserer Stadt ein schweres Gewitter. Mehrere starke Dentonatlonen erfolgten kurz hintereinander. Ein Blitzstrahl fuhr in die Scheune des Landwirts Bieger dahier, glücklicherweise ohne zu zünden, sonst wäre wohl ein größerer Schaden entstanden, da sich mehrere Scheunen in unmittelbarer Nähe be- finden. Ein Balken ist stark zersplittert und mehrere Ziegel wurden abgedeckt. In dem darunter befindlichen Schweinc- stall befand sich das Schwein am Morgen noch in einer Art Betäubungszustand.
Nidda, 14. Juli. (Verdienter Glücksfall.) Ein armes Dienstmädchen von hier gewann den ersten Preis der Alsfelder Marktlotterie, bestehend aus einem Pferd mit einem Lauterbacher Korbwagen im Wert von 1000
Turnen, Sport und Spiel.
Bei den deutschen Meisterschaften am Sonntag wurden nicht weniger ls vier neue deutsche Rekorde aufgestellt und zwar: Dr. Peltzer-Stettin in 400 m. Hürden in 51:8, Brechenmacher- Frankfurt im Kugelstoßen (beidarmig) 26,15,5 m., Petri-Magdeburg im 10 000 m.-Lauf in 32,00,8 und S. C. Charlottenburg in der 4 mal 100 m.-Staffel in 41,3.
In der Zwischenrunde in der deutschen Wasserballmeister- schatt gewann Hellas-Biaodeburg Poseidon-Leipzig mit 5:0.
Den großen Preis von Deutschland für Sportwagen gewann O.to Merz auf Mercedes-Benz in einer Gesamtzeit von 4:59:35:6
Die Radrennmeisterschaft der Herrenfahrer über 1000 m. errang Engel-Deutschland vor Hamen-Dänemark.
Bei dem Fußballspiel anläßlich der Einweihung des Stadions in Michelstact siegte die Spielvereinigung Fürth gegen den Fußballsportverein Frankfurt mit 3:1.
In der Deutschen Sechstagefahrt erhielt die zweite Mannschaft der Züitdappwerke den Titel „Erster Sieger der Deutschen Sechstagefahrt 1927“. Klubmeister der Deutschen Sechs- togefahrt wurde die zweite Mannschaft vom Kommando der Schutzpoli,zei Berlin auf DKW.
Stimmen aus dem Leserkreise. (
Cyü" die Veröffentlichungen unter dieser Ueberschrlfi übernimmt die Rebellion 'einerlei Verantwortung; für sie bleibt auf Grund des Z 21 Abs. 2 des Pressegesetzes in vollem Umsaune der CEinfcnoer verantwortliche — Einsendungen, die nicht verwendet werde:., 'önnen a cht zu, ^„gesandt, die Ablehnung nicht begründet werden.
Cèlluloseabwäsier.
Zum Eingesandt vom 10. er. in Nr. 156.
Zu den vielen, von Sachkenntnis ungetrübten, gegen uns geschriebenen Artikeln in den Fuldaer Zeitungen haben wir bisher nicht Stellung genommen, da es uns besser erschien, statt einer Zcitungskampagne produktive. Arbeit auch gerade in der Abwässerfrage zu leisten.. Wir haben auch geglaubt, Lag die Schreiberei schließlich auf einen toten Punkt kommen würde. Da das aber nicht der Fall ist, vielmehr spftemattich die Oeffentlichkeit gegen uns beeinflußt und sogar daraufhin gearbeitet wird, die Cellulosefabrik nicht nur als den an allem Schuldigen hinzustellen, sondern sogar ihrer Existenz ein Ende zu machen, sehen wir uns genötigt, aus der bisher beobachteten. Reserve herauszutreten. < j
Dem Artikel der Mitglieder unseres Betriebsrats stehen wir, fern. Die Ausführungen sind aber richtig, was wir zur Rei-, nigung und Klärung bereits geleistet haben, und wir wollen ferner nicht verhehlen, daß der fachliche und ruhige Ton, den unsere Arbeiter gewählt haben, sich wohltuend unterscheidet von! der Form und dem Inhalt der sonstigen Artikel. Weder die! Wissenschaft noch die Praxis hat zur Reinigung und Klärung der Celluloseabwässer bisher durchaus sicher wirkende Mittel befunden. Daher haben auch alle Cellulojefabriken die gleichen Schwierigkeiten mit dem Publikum und mit den Behörden, uno weit die Meinungen sich widersprechen, kommt es vor, daß eine Behörde Anordnunaen trifft, die nachher von einer anderen Behörde wiederum nicht gebilligt werden, weil sie diese Anordnungen für verfehlt hält. Daß die Behörden sich ihrer Sache selbst nicht sicher sind, beweisen sie dadurch, daß sie immer wieder darauf dringen, daß Gutachten von anderen Behörden herangezogen werden, die uns natürlich wieder viel Geld kosten.;
Zwecks Aufklärung über die „giftigen“ Abwässer sei folgendes gesagt: . .
Die flüssigen Abgänge einer Cellulosefabrik zerfallen in Ablauge unb Abwässer.
Die Ablauge entsteht durch Kochen zerkleinerten Holzes mit einer 3prozent igen Lösung von unterschwesligsaurem Kalk, wobei reine Cellulose zurückbleibt und die übrigen organifchen Substanzen in Lösung gehen. Die Ablauge, die übrigens schon direkt im Kocher und beim Austritt aus demselben mehrmals mit Frischwasser verdünnt, ferner mit Kalk neutralisiert wird, ist eine bierbraune Flüssigkeit von angenehmem Bouillon ähnlichem Geruch von etwa 7 Grad Beaumë. Sie enthält durchschnitftich im Liter 0,4 Gramm Eesamtschwcflige Säure deren größter Teil als sogenannter ligninsulfosaurer Kalk vor- banben ist, der für die Fische durchaus unschädlich ist. In der Ablaugung ilno ferner ca. 90 g.?liiler organische Substanz, Zut ker, Gummi, Harz, welche Schaum hervorrufen. Dies sind aber sicherlich keine giftigen Stoffe, sie haben sogar in einem größerem Vorfluter eingeleitet, einen gewissen Nährwert. So hat der Leiter unseres Werkes Fulda zusammen mit dem bekannten Professor Hofer, München, festgestellt. daß gerade an der Ausmündung der Ablaugenleitung der Aktiengesellschaft für Zellstoff- und Papierfabriken in Aschaffenburg in den Main sich stets ein großes Rudel Fische aufhält.
Die Äblauge wird also mit Frischwasser verdünnt, gekühlt in großen gemauerten Klärgruben aufgestapelt und kontinuierlich in kleinem gleichbleibendem Strom in die Fulda abgelassen. Die Waschwässer, die bei der Aufbereitung der Cellulose anfallen, enthalten feine Faserpartikclchcn, welche in modernen Stoffacklagen (Trichtcrfilter) aufgefangen und im Betrieb wieder verwendet werden. Im Bau befindliche große Klärteiche vervollkommnen die Klärwirkung. Die ganzen obigen Tatsachen sind denen, die sich hingesetzt haben, um Artikel gegen die Cellulosefabrik zu schreiben, gar nicht bekannt, ebensowenig wissen sie, daß wir innerhalb eines einzigen Jahres ca. 35 00Q RMk. für die Verbesserung der Ablaugenableitungen bezw. fürs die Klärung und Reinigung der Abwässer ausgegeben haben:! Das ist in heutiger Zeit ein ganz enormer Betrag, es ist auch? ein Betrag, der unmittelbar niemals wieder Geld einbringt.' Der letzte Artikel sagt, wir seien die Einzigen, die schmutzige Ab-/ wässer in die Fulda leiteten. Das stimmt nicht. Wir sind! gern bereit, den Einsender vom Gegenteil zu überzeugen, sowohl.« an Ort und Stelle als auch auf Grund unserer Analysen. Fer i ner weisen wir darauf hin, daß im Sommer 1926 die Fulda! reiner war, nicht, weil unsere Fabrik stillstand, sondern weil« der Sommer sehr niederschlagreich war. Dann kam im Herbst« eine große Trockenheit; als wir den Betrieb eröffneten, führte» die Altfulda fast gar sein Wasser mehr. Der Einfluß der Ablange auf die Beschaffenheit des Wassers muß natürlich umso größer sein, je geringer biss Quantum Wasser ist, mit dem sich die Ablauge verbindet. Der Wasserstand, der Altfulda geht übrigens von Jahr zu Jahr zurück, erstens führt die Fulda an» und für sich weniger Wasser wie früher, weil fast das ganze Quellgebiet der Fulda und Fliede für Ecmeindewasserleitun- aen aufgeschlossen wurde. Ferner wird der Mühlkanal von den, Wasserbercchtigten in den letzten Jahren, wie auch heuer wieder gründlicher und häufiger gereinigt, sodaß der Wasserspiegel!
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Sie ist in unserer GAchäfissielle und durch unsere Kröger erhälllich '