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Merkblatt für bsn 15. Juni 1927.

3« Mond ausgang

8r- || Monduntcrgang

Sonnenaufgang

1 ^ti'^ Komponist Edvard Grieg geb.

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3”

Goethe und die Kinder.

Meinem Herzen sind die Kinder am nächsten auf der Erde.

, ihnen zusehe und in dem klemen Dinge die Keime â Tugenden, aller Kräfte sehe, die sie einmal so notig Sen werben; wenn ich in dem Eigen,»nn künftige Stand- und Festigkeit des Charakters, in dem Pèutwilleir Humor und Leichtigkeit, über die Gefahren der Welt i u'chlüpfen, erbli^e, alles so unverdorben, st ganz! - -«mer immer wiederlfole ich dann die goldenen Worte des ackrers der Menschen: „Wenn ihr nicht werdet wie eines diesen!" Und nun sie, die unseresgletchen sind, die wir X unsere Muster ansehen sollten, behandel» wir als Unter- ifLn Sie sollen keinen Willen haben! — Haben wir denn Und wo liegt das Vorrecht? — Weil wir älter sind ««Weiter! — Euter Gott von deinem Himmel! Alte Kin- «â du und junge Kinder und nichts weiter; und an mstcheu du mehr Freude hast, das hat drin Sohn schon lange ^rlindiat. Aber sie glauben an ihn und hören ihn nicht — £ , ist auch was Altes — und bilden ihre Kinder nach sich.

Joh. W 0 lfg. v. Goethe.

Wetterbericht.

Die Luftdruckverteilung über Europa ist wieder sehr gleich- tai« geworden, sodaß die Neigung zur Ausbildung flacher WftÖrungen sich verstärkt hat. — Vorhersage bis Dienstag -dend: Vorwiegend bewölkt, Gewitterneigung, Temperatur Mnia verändert, Wind aus westlicher Richtungen. — Witle- lungsaussichten für Mittwoch: Wolkig, Gewitterneigung, warm.

Der Holunder blüht.

M'weißlichen Dolden des Holunders zeichnen sich in breiten Flecken von dem saftigen Grün ab, und der wür- üqe Duft, der den zahlreichen Blüten entströmt, wirkt stark aus die Sinne ein. Der sonst so bescheidene Strauch M gegenwärtig die Aufmerksamkeit auf sich.

Holan-tar stammt aus dem Althochdeutschen und hat sich allmählich zu dem Namen Holunder entwickelt. ^Der althochdeutsche Name bedeutet einen Baum, der der Frau Holle geweiht ist. Man dachte sich Frau Holle in den Zweigen wohnend, die gütige, segenspendende Göttin des Hauses. Seine Blüten werden von jeher als ein Tee ge­schätzt, der das Fieber vertreibt und Schweiß bringt. Die getrockneten Blüten in einem Säckchen bei sich zu tragen, galt als sicherer Schutz gegen die Einwirkung schädlicher Einflüsse und böser Geister. Auch seine Beeren wurden gewürdigt, wenn auch lange nicht so wie die Blüten. Sie lassen sich zu einem Mus kochen, der, mit Aepseln und Brombeeren vermischt, sehr gut mundet und dessen Genuß ter Gesundheit zuträglich ist. Den Kindern liefert der Holunder manches Spielzeug. Aus feinen Zweigen laßen sich Röhren fertigen, und, zu Knallbüchsen und Wasser- spritzen verarbeitet, sind sie ein unterhaltendes Spielzeug. Aus dem leichten Holundermark lassen sich Stehaufchen fertigen. Daß der Holunder in früherer Zeit auch zu den Zotenbäumen gehörte, wird von dem römischen Schrift­steller Tacitus berichtet. Er rechnet das Holz dieses Strauches zu den Holzarten, die bei der Bestattung eine Rolle spielten. Das Holz des Holunderbaumes wird wegen seiner schönen Farbe und seiner großen Haltbar­keit handwerklich in mancherlei Weise verarbeitet. Nach einer englischen Sage soll sich der Verräter Judas an

Schwamm, der auf diesem Strauche vorkommt und die Ge­statt eines Ohres hat, Judasohr genannt, zum andern der hohle Stamm der altgewordenen Pflanze, besten Morsch­heit und Gebrechlichkeit auf eine Verfluchung hindeuten könne.

□ Der Umtausch der Reèchsanlcihe. Die Frist für die Anmeldung der Reichsanleihen neuen Besitzes zum Um­tausch in die Anleiheablösungsschuld läuft am 30. Junr' Zieses Jahres ab. Markanleihen des Reiches, die nicht tarnt Umtausch angemeldet werden, sind nach Ablgus der Anmeldungsfrist wertlos. Die Anmeldung ist bei einer Bank, Sparkasse oder Genossenschaft vorzunehmen.

□ Vorsicht bei Auswanderung nach Argentinien. Wie dem Evangelischen Hauptverein für deutsche Ansiedler und Auswanderer E. V. in Witzenhause,l a, d. Werra mi geteilt wird, planen die größtenteils in englischen Händen besmd- rjchen Eisenbahngesellfchaften in Argentinien ein großes, gemeinsames Kolonisationsunternehmen auf ihnen ge­hörigen oder noch zu erwerbenden Ländereien. Die vereng veröffentlichten Pläne hören sich vielversprechend an. Es soll auch endlich das große Problem gelöst werden, völlig Mittellose auf eigener Scholle seßhaft zu machen. Die Ver­wirklichung eines solchen Planes wäre sicherlich von ganz besonderer Bedeutung. Die argentinische Presse ist auch : begeistert von den löblichen Absichten der Elsenbahngesell- , schäften. Bisher ist aber noch nichts fertig- I gestellt; weder sind die in Betracht kommenden ^ande- I reien vermessen noch weiß man, wo sie sich überhaupt be- t finden. Alles ist noch im Werden und cs must abgewartet I werden, wie und ob dieser großzügige Plan überhaupt zur Ausführung kommt. Schon wird von Argentinien her | durch Flugblätter für dieses Siedlungsnnternehmen Pro- : vaganda gemacht. Auswanderungswillige, die nch viel­leicht daraufhin verleiten lassen, sofort nach Argentinien auszuwandern, dürften s ch l i m m st c E n t t ä u s ch u n - gen erleben. Sie würden vorläufig wohl, falls ihnen keine Mittel zur Verfügung ständen, einfach auf der t r a ß e liegen, da die ganzen Vorbereitungen, noch . -nicht so weit gediehen sind, um den Ankommenden sagen ; zu können, wohin sie nun eigentlich sollen. Es ist also I dringende Vorsicht gegenüber dieser Auswanderungs- propaganda geboten.

Fulda, den 14. Juni 1927.

Personennachrichten.

Ernannt zum lech. Reichsbahninspektor wurde der lech. Reichsbahnobersekretär Hermann Thissen in Fulda. Der Schaffner Reinh. Hagemann in Elm wurde zum Rangierer «Niannt.

Von der Reichswehr:

Mit dem 15. 6. 1927 werden kommandiert: G r i in m e, Kommandeur des 5. A. R. zum Stabe des Artillerie- «ührers 6 in Münster in Westfalen: Knuth, Oberst beim Stabe des 3 Artillerie-Regiments in Frankfurt a. O. zum °' Artillerie-Regiment in Fulda. Oberst Grimme wird voraussichtlich in nächster Zeit zum Artillerie-Führer 6, Oberst Knuth zum Kommandeur des 5. Artillerie-Regi- wents ernannt werden.

Verfügung der Retchsbahndttettron.

Die Neichsbahndireklson .hat hekanntgegeden bezw. verfügt: Zu den in den Nachtftliân verkehrenden Fèriemonderzügen wird in diesem Jahre -- zum letzten Male —- die Vermietung von Sièstasitzen gugelaffen.

Die nächste Feurrwehriihung verschoben.

Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß mit Rück­sicht auf den Fronleichnamstag die Uebung der Reserve-Feuer­wehr am Mittwoch, den 15. Juni 1927 ausfällt.

Dafür soll anschließend an die letzte Uebung am 31. August 1927 noch eine Uebung am 14. September 1927 avgehauen werden.

Die Rhönreije des preußischen Landwirtschaftsministers.

Am 10. und 11. Juni nahm der preußische Landwirtschafcs- minister in Begleitung von einigen Ministerialräten, zusammen mit dem Obsrpräsidenten Dr. Schwander, Regierungspräsident Dr. Friedensburg, Landeskulturamtspräsident Reinhard, Landwirtschaftskammerpräsident v. Keudell und den beteiligten Landräten und Landeskulturbeamten eine Bereisung der Rhön vor. Berührt wurden die Kreise Fulda, Hünfeld, Schlüchtern, Gersfeld, wobei vor allem die Verhältnisse „Auf der Holfen Rhön" im Kreise Gersseld geprüft wurden. In Verfolg des bereits feit Jahren vorbereiteten Nhönprogramms und in Be­rücksichtigung der außerordentlich schwierigen Verhältnisse, un­ter denen der größte Teil der Rhönbevölkerung, namentlich aber diejenige der hohen Rhön, leidet, hat der Minister zuge­sagt, für ausreichende Bereitstellung von Mitreln eintreten zu wollen, um die noch in den meisten Orten fehlende Verkoppe­lung beschleunigt durchzuführen und im Anschluß daran die Kultivierung der teilweise recht schlecht stehenden Grünland- flächen zu verwirklichen. Auch unabhängig von der Verkop­pelung ist für Flächen, die dem Forstfiskus gehören, die sofor­tige Inangriffnahme der Kultivierung durch Regierungsmaß­regeln zugesagt worden.

Jnvalidcnrentenempfängcr und Hinterbliebenenbezüge.

Das Versicherungsamt des Kreises Fulda schreibt:

Nach Artikel 71 des Einführungsgesetzes zur Reichsver­sicherungsordnung hatten keinen Anspruch auf Hinterblie­benenbezüge (Witwen- und Waisenrente) die Hinterblie­benen von solchen Jnvalidenrentenempfängern, die bereits vor dem 31. 12. 1911 dauernd erwerbsunfähig waren und dann verstärken, ohne die Erwerbsfähigkeit wiedererlangt zu haben. Diese Bestimmung ist durch das Gesetz vom 8. April d. Js. über Leistungen und Beiträge in der Inva­lidenversicherung geändert worden. Mit Wirkung vom 1. April d. Js. ab stehen auch den Hinterbliebenen von sol­chen Jnvähidenrenten>empfängern die Hfjnterbliebenenbe- züge zu, welche bereits am 1. Januar 1912, dem Tage des Inkrafttretens des 4. Buches (Invaliden- und Hinterblie­benenversicherung) der Reichsversicherungsordnung, dauernd erwerbsunfähig (invalide) geblieben sind und am 1. Januar 1924 noch invalide waren (also den 1. Januar 1924 noch erlebt haben). Auf Grund der gleichen Bestim­mungen wird den Jnvalidenrentenempfängern, die vor dem 1. Januar 1912 dauernd erwerbsunfähig waren, vom 1. 4. d. Js. ab die gesetzlichen Kinderzuschüsse für ihre Kinder und diesen gleichgestellten Angehörigen gewährt.

Die Bewilligung'der Hinterbliebenenbezüge und Kin­derzuschüsse erfolgt nur auf Antrag der Berechtigten, der beim Bürgermeister bezw. dem Versicherungsamt zu stellen ist.

Rhöuklub-Hauptversammlung in Frankfurt a. M. (Fortsetzung.)

Die Vertroterversammlung in der Eeschlechterstuoe konnte die Anträge der Zweigvereine bewältigen, da der Hauptvorstand schon reichliche Vorarbeit geleistet hatte. Der Abend versammelte alle Mitglieder und Freunde des Rhönklubs in dem Saale des Zoologischen Gartens. Es ist ein erfreuliches Zeichen des Ansehens der Wander­vereine, die auch die von Oberlehrer Straub vorbildlich geleitete Juaendwanderaruppen und Jugendherbergen — für die der Etat wieder 500 Mark vorsieht — umfaßt, daß wir in vielen großen Städten Zweigvereine mit z. T. stattlicher Mitgliederzahl haben, so Köln, Kassel 370, Mei­ningen 650, Düsseldorf, Weimar. Als Vertreter der Stadt Frankfurt begrüßte im festlich geschmückten Saale, Herr Stadtrat Rektor Jaspert, der verdienstvolle Leiter der Frankfurter Jugendfürsorge, die Erschienenen. Auch der I Westerwaldverein, der Taunusklub und der Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine hatten Begrüßungs­redner gesandt.' Unter Mitwirkung des 120 Mann starken Gesangvereins Bockenheim und einer vorzüglichen Kapelle gestaltete sich der Abend zu einer von echtem Rhöner Froh­sinn getragenen Gemütlichkeit.

Der Sonntag Morgen brachte Führungen unter be­währter Leitung durch die Altstadt und den Römer, durch den Palfngarten und den Zoologischen Garten und sonstige Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ganz besonders gefiel das neuerbaüte. ganz hervorragend angelegte Stadion in seiner riesigen Ausdehnung, mit Sport- und Spielplätzen, Radrennbahn, Schwimmbecken, Rasenflächen für Licht- und Luftbädern, Turnhallen und Erfrischungsräumen. Hier ist tatsächlich etwas Vorbildliches geleistet worden. Der Unterhaltung diente der zweite Abend in den Mu- mensälen bei Gesang, Konzert und Tanz. Malerisch er­schienen die Blaujacken in dem bunten Gewimmel der städtischen Jugend. Angenehm fielen die Rhöner beson­ders dadurch auf, daß keiner von ihnen die gliederver­renkenden Neger- und Mestizzentünze mitmachte, die in ihrer grotesken Form an epileptische Anfälle erinnern. Nur der Wettergott ließ kein fröhliches Treiben im Gar­ten zu — sodaß der Saal nicht allen genügte und die Ael- teren sich sonstwo gemütlich zusammensande«. Der dritte Tag führte die Gäste an den Rhein, in den Taunus oder in den Odenwald. Ein gütiges Geschick bescherte ihnen allen gutes Manderwetter, sodaß sie reichbealückt wieder ihrer Heimat zustrebten. Wenn auch der Rhönklub in einer Stadt wie Frankfurt nicht sonderlich in Erscheinung trat — sie bietet zu viel Zerstreuung so kann er doch stolz sein, eine solche Zahl von Gleichgesinnten ohne Unterschied von Religion. Land und Stand zu vereinen in dem Be­streben, die Erhebuna unseres Landes und Volkes zu wahrer Vaterlandsliebe und Natursreude. zu fördern. Die nächste Hauptversammlung soll am Sonntag nach Pfingsten 1928 in Brückenau stattfinden. H. St.

£erbanb5tag des Bundes Deutscher Friseure.

Der Hessisch-Waldecksche Bezirksverband des Bundes deut­scher Friseure hielt Sonntag und Montag seinen 41. Verbands- tag in den Bürgersälen in Kassel ab._ Mit dieser Tagung ist auch eine recht umfangreiche Fachausstellung vieler Firmen verbunden die Sonnlaa Vormittag durch den Bezirksvor­sitzenden, 'Herr Obermeister B Jahn eröffnet wurde. Die ausgestellten Gehilfen- und Lchrlingsarbeiten legten Zeugnis

VON Qioßcm S^i^ unb viel Gpißfult. .Biele (5el)ilfeu= um Lehrlinae wurden für ihre vorzüglichen Leistungen preisge­krönt Sonntag Mittag begann der 41. Verbandstag. Ober­meister Dietrich begrüßte im Namen der Zweier Innung die Gäste Bezirksvorsitzender Jahn eröffnete hieraus offiziell den Ve nrcstag. Der vom Kassierer ei stattete Kasieffbericht zeigtc einen günstigen Stand. Heil Dr. Schüler behandelte in einem Vortrag das zeitgemäße Thema: „Arbeitszeit^ uiu Juieits= zeitnotgesetz". Anschließend an die sehr interessanten Apssuh- runaen erfolgte die Ehrung zahlreicher .Kollegen, die sich um den Verband lesonders verdient gemacht Hallen, mit silbernen unb Qeibenen SKebnillen« linier ben mit ber gelbem n .Jii" daill?geeh-ien Meistern befindet sich auch der Obermeister der

Fuldaer Innung, HÄt Karl Richter. Nach Erlegung Vt» ufriebener interner Angelegenheiten fand abends noch ein ge­mütliches Zusammensein mit Tanz statt. — Am Montag vor­mittag wurden die geschäftlichen Verhandlungen erneut ausge­nommen. Man nahm u. a. eine Ennch'ießung an, in der dar­auf hinaewiefen wurde, daß Ler freie Wettbewerb un Erstem - Handwerk aus mancherlei Gründen in einen unerträglichen Konkurrenzkampf ausgeartet sei, Ler alle wirtschaftlichen und moralischen Bedenken beiseite schiebt. Geordert wird Ein­setzung sachkundiger Ausschüsse in den Handwerkslainmerve- zirten. Ferner wurde beschlossen, um die Derufssreudigteit der Mehrlinge zu erhöhen, für Prämiierungen für besonders gute Leistungen einen festen Beitrag zu erheben. Atan tätigte 10- dann die Wab! des Bezirksvorstandes. Der nachstmhrige Be­zirkstag findet in Kassel statt. Sodann wurde die Tagung mit Dankesworlen geschlossen.

Heesfeld, 12.. Juni. (Fahnenweihe in Hersfeld.) Eine große vaterländische Kundgebung hat in Hersfeld gelegentlich der Fahnenweihe des Hersfelder Gardevrreins und der Ber- einiaung ehemaliger 47er Feldartilleristen stattgefunden. An die viertausend Fremde strömten in der Lnllusürdt flammen, darunier starke Abordnungen der ehemaligen Angehörigen der betreffenden Truppenteile aus Kassel, Eschwege, Bebra, Hun- seld Fulda, Schlüchtern und Frankfurt. Die Krieger- und Militärvereine aus dem Kreise waren sämtlich erschienen. Bei dem am Sonnabend voraufgegangenen Kommers, zu dem die Vertreter der Behörden ebenfalls erschienen waren, be­tonte der Vorsitzende des Eardevereins die polui.^e Neutra­lität der Militär- und Kriegervereine. Wenn neben der Ach­tung vor Reichsfahne die schwarz-weiß-rote Fahne geehrt wird, so geschieht das im Andenken an die gefallenen Brüder, die un­ter dieser Fahne gestorben sind. Musikalische, gesangliche und theatralische Darbietungen füllten den Abend aus. Den Haupt­anteil hat die Fuldaer Ariilleriekapelle unter Musikmeister Homers Stabführung. Am Scnntaa fand ein Feldqottesdienst in der Stiftsruine statt, bei dem Pfarrer Scheffer-Trendelburg die Feftpredigt hielt. General von Flotow nahm anschließend die Weihe der neuen Fahnen vor, die in den Gesang des Deutschlandliedes ausklana. Während der folgenden Helden­ehrung läuteten sämtliche Glocken der Stadt und wurden 12 Böllerschüsse gelöst. Vom Kurpark aus erfolgte dann der Auf­flug des Ballons Hindenburg, der mit seinem Begleiter hinter Ziegenhain landete. Am Nachmittag bewegte sich ein großer historischer Festzug durch die festlich geschmückten und von Schaulustigen dich, umsäumten Straßen. Gleichzeitig wurden p,00 Brieftauben losgelaffen. In dem Feckznge marschierten vier Kapellen, etwa 50 Vereine mit ihren Fahnen, viele ^est- wagen und viele historische Gruppen. Man sah unter den Fest- wacen ein U-Boot, einen Panzerwagen, eine Haubitze, Einzug der" Garde durch das Brandenburger Tor, das Handwerk und vieles andere. Der Vorbeimarsch dauerte eine Viertelstunde. Auf dem Festplatz vereinte sich dann eine mehrere tausend Personen starke Menge zu einem Volksfest. Vorher hatte noch der bekannte Jugendführer Andree einen Mahnruf an die Festteilnehmer zur Einigkeit gerichtet. Abends fand ein Fest- ball statt. Der Montag vormittag war der Bssichligung der Sehenswürdigkeiten Hersfelds gewidmet und am Nachmittag nahm noch einmal das Volksfest einen kleinen Fortgang.

Gießen, 13. Jnni. (Regimentstagungen.) Der Verband ehemaliger 115er für Oberhesien tagte gestern unter dem Vor­sitz des Inspektors Vopf aus Lich im Gasthaus Frell. Die Ver­handlungen drehten sich um das 115er Gefallenen-Denkmal in Darmstadt. Die Einweihung wurde auf August 1928 ver­schoben, da zu den Baukosten noch etwa 20 000 Mark fehlen. — Eine Lanüwehr-Zusammenkunfl vom ehemaligen Landwehr- Jnfanterie-Regimenl Nr. 116 fand gestern zu Frankfurt a. M. unter Leitung der Herren Professor Heymann und Leib- Gießen statt-: Die Kameraden aus den Provinzen Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg war sehr zahlreich bei der Wie­dersehensfeier vertreten. — In Herborn waren gestern 3000 Artilleristen aus den ehemaligen Regimentern 27 (Dränier.) und 63 (Frankfurts zu einem Din^ionsavv-^ zusamme"ae- kommen. Ansprachen hielten der Bürgermeister von Her­born und Exzellenz General von Oven. Der ehemalige -ruv- sions-Pfarrer Veith hielt die Gedächtnisrede am Gefallenen- Denkmal. Ein stattlicher Festzug mit historischen Gruppen bewegte sich durch die im Flaggenschmuck prangende Stadt. — In Büdesheim i. d W. lrafen sich gestern die ehemaligen An­gehörigen des Landsturm-Bataillons Friedberg.

Wetzlar. Daß man beim Baden vorsichtig sein muß, beweist die Nachricht, daß eine im Wetzlarer Freibad schwimmende Dame von einem Hecht derart ins Bein gebissen wurde, daß ärztliche Hilse erforderlich war. Un­gläubig witzelnd bemerkt dazu der „Anglersport", daß es eine sehr appetitliche Dame gewesen sein muß. In der Tat steht der Vorgang in der Naturgeschichte unerhört da. Von einem langbeinigen Wiesentier ist die Tatsache allerdings schon öfter glaubhaft berichtet worden.

Cil! ZèksHtSZ HriHl.

Vier Ehescheidungen sind wahrhaftig genug. So backte vor kurzem ein ehrenfester %rè Iorker Richter, namens Mairan, dessen Meinung die Aufmerksamkeit sämtlicher scheidungsiustigen Amerikanerinnen in hohem Maße erregte. Es hn^delie sich um einen sogenannten „interessanten Fall" aus der ^cew Parker Gesellschaft. Miß Peggy Hopkins, eine anerkannte Schönheit, fand sich vor nicht allzu langer Zeit bei besagtem Richter ein. Sie hatte — wie das bei dem heutigen Pantofselheldentum der Nordamerikaner fast selbstverständlich erscheint — ihren Ber- lobten gleich mitgebracht und verlangte energisch, zum fünften Mal getraut zu werden, nachdem sie bereits vier Ehescheidungen glücklich und „vorteilhaft" übgrpgnbcn hatte. Da bei den Pan- Kees die Frau fast immer „schuldlos" geschieden wird, hielt der brave Malray in diesem Fall endlich die Gelegenheit für gekom-, men," um eine Lanze für die entrechtete Männerwelt der Vereinig­ten Staaten zu brechen. Er erklärte der Heiratswütigen: „Kraft meiner richterlichen Befugnis gestatte ich Ihre geplante Ehe­schließung nicht. Die erste Scheidung ist entschuldbar, wenn die Beteiligten merken, daß sie überhaupt nicht zu einander passen. Die zweite kann ein reines Unglück sein, das sich aus dem feeli* schen Leiden des geschiedenen Teils nur zu leicht entwickelt, wenn sich abermals Die gehegten Erwartungen nicht erfüllen. Die Dritte kann ebenfalls durch eine Kette widriger Umstände, bereu t Vian nicht Herr ist, notwendig werden. Aber sich dann noch ein viertes Mal scheiden zu lassen und dann die Unverfrorenheit 311 besitzen, noch obendrein eine fünfte Ehe einzuaehen. übersteigt das Waß aller sittlichen Begriffe. Eine solche Gewissenlosigkeit einer viermal „schuldlos" geschiedenen Frau fordert geradezu exemplarische Bestrafung. Also: Miß Hopkins, gehen Sie getrost nach Hause. Ich verbiete Ihnen diese Heirat." V. «3

Matser-Cafe, ^uWa

Gute Musik regt den Geist an und schafft innere Werte.

Es ist mir gelungen, das bekannte Satin* Orchester

unter Leitung des Herrn Kapellmeister

H. Kolitsch ays Wien für das Kaiser - Café zu verpflichten.

Antrütskonseri Mittwoch, den

15. Juni nachm. 4.30 Uhr.

Um geneigten Zuspruch bittet

Rich. Ruhl.