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sinnlose mechanistische ErschKnungsfolge' darstellt, als eine Ent faltung göttlicher Ideen in Innenwelt und Umwelt:

"V „Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen,

) Als daß sich Gott Natur ihm offenbare, 4 Wie sie das Feste läßt $u Geist verrinnen, 4 ; Wie sie das Geisterzeugte fest bewahre."

Kaust Maieu!

Pfingstskizze von W. M ü l l e r - G o^r da n. -—

Kauft Maien!" schallte es in der Frühe des Pfingstsonn» .abends durch die stillen VorortsstrÄtzen.

Michael Bensemer ivar mit seinem Leiterwagen die Nacht Hindurch gefahren, und das Nötzlein hatte sich tapfer gehalten: über nun schien es genug zu fern, das Birkengrün war doch wohl schwerer im Gewicht, als er geglaubt hatte; jedenfalls ikonnte der Schimmel nicht mehr. ^

( So begann Michael schon im Vorort seine Ware auszu. »rufen, obzwar er in der Großstadt bessere Preise zu erzielen ge- !hofft hatte.

„Ich mach' dir's leichter, Hans", sagte er und klopfte den !Hals des sich verschnaufenden Pferdes. „Ach, wenn doch das ^Schicksal zu unser einem auch so spräche; aber das gibt's nicht, Man muß iveiter mit dem schweren Packen auf dem Rücken, fbiß es . .

' „Haben Sie auch Kalmus?" ; r'^ DE 1

'' „Gewiß, liebe Frau, hier, bitte schön." V

, ' Die ersten zwanzig Pfennige. — Handgeld . . . Wie es wohl seiner Frau daheim ging? Gestern die Aufregung, als der Vollziehungsbeamte im Auftrage des Finanzamtes die letzte Kuh pfändete mitsamt der scheckigen Färse. Noch hörte er das Jammern der Kinder, und Marie hatte gerufen: „Sühst, da häst' den Dank, dat du diene Knoken för 't Vaterland jähen häst!" I Was half es? — Er hatte die Axt genommen, war hinaus hum Waldstück und über die Birken hergegangen, . . die schlan- !ken Maienbäume, die jahrelang sein besonderer Stolz gewesen Awaren. Einer nach dem anderen sank zu Tode getroffen um, |unb Michael biß die Zähne zusammen und redete dann wieder Irgend etwas grimmig vor sich hin, um nicht die stille Wehklage !der weihen Bäume zu hören. —

Ein Haustor tat sich auf, und Kinder riefen: „Maien, der berste Wagen!" Dann kamen sie über den Damm gelaufen und lauf Michael zu.

„For fufzehn Fennje", sagte ein Knirps, „und for'n Sechser --kalmus." ' <

Michael gab es ihm.

1 „Och, fone Masse! Seh mal, Orge, koof dir doch ooch!"

f „Ich hab' Keen Ield. Vater is ohne Arbeet."

„Hier", sagte Michael und schenkte ihm ein paar Zweiglein Md zwei Stückchen Kalmus. j

: „Au fein, Danke schön!"

{ Eine der Kalmuspalmen wurde in den Mund genommen, fund dann gab es das Pfingstkonzert, das nun einmal zum sPfingstsonnabend gehört.

i, Die Straße herauf kam hupend ein Auto.

1 Keiner hörte darauf. Die Birkenzweige auf den Schultern mahm den Kindern den Ausblick auf die gefährliche Seite der !Straße.

j Plötzlich war die Katastrophe da. Der Fahrer bremste zu ispät. Im letzten Augenblick warf er den Wagen hart vor den fSfnbern scharf nach rechts, sein eigenes Schicksal auf das Spiel­ssetzend. Ein Krach, das Auto stieß gegen einen Laternenpfahl, mnb der Fahrer flog im Bogen heraus — auf einen Berg von jgrünen Birkenzweigen, auf Michaels Leiterwagen.

, Im Nu eilten von allen Seiten erschreckte und neugierige Menschen herbei. Doch dem Automobilisten war nicht das Ge- pingfte geschehen, und selbst das Auto hatte nur einige Beulen Davongetragen. i

„Na, so einen Dusel zu haben", sagte der Fahrer in breitem Miederdeutsch, „von dem Glückswagen muh ich mir Maien mit mach Hause nehmen. Kommen Sie her, lieber Mann, und geben Sie mir einige Sträucher!"

Michael horchte beim Klang der Stimme auf. Dann rückte ier an seiner Mütze und fragte: „Sind Sie vielleicht Herr Haupt- fmann Gebauer?" j

Der Automobilist riß seine Schutzbrille herunter, starrte Michael an und rief:

„Mensch, Bensemer, sind Sie das wirklich, alte treue Seele? ^Na, so was lebi ja überhaupt nicht! Vor Riga haben wir uns Das letztemal gesehen, da stürzte ich ab und Sie--?" I »Drei Jahre in russischer Gefangenschaft in Sibirien."

F .„Das Ereignis muh gefeiert werden! — Ach so. die Birken — die Leute wollen Maien haben. Na, Geschäft ist Geschäft, das geht vor; aber ich helfe dabei. Kommt her, Leute, diese Maien find von ganz besonderer Art, ihr habt ja gesehen, was sie für >Glück bringen. Kaust, sage ich euch, kauft, dann werdet ihr das iganze Jahr Glück haben!" j

- Tatsächlich war der Wagen in .einer Viertelstunde leer.

„So, Bensemer, jetzt setzen wir uns drüben ins Gasthaus, fund dann erzählen Sie mir, wie es Ihnen ergangen ist. Wissen' Sie noch, daß es damals auch um die Pfingstzeit war, als Sie mich aus dem Drahtverhau heraus holten? Ja, mein Lieber, damals wußten wir noch etwas vom Heiligen Geist der Käme- rrabfdjaft; aber heute--du lieber Himmel!"

Es verging eine Stunde, und Auto und Leiterwagen stande« ftmmer noch friedlich beieinander vor der Tür. Drinnen aber begriff Fabrikdirektor Gebauer, daß diesmal das Schicksal ihi, dazu ausersehen hatte, einen anderen aus dem Stacheldraht zu befreien.

„Damals haben Sie mehr für mich aufs Spiel gefetzt, Ben- femer", sagte er, „ich kann's heute nur mit Geld machen, aber Not sollen Sie nicht mehr leiden. Wer weiß, ob Sie mir heute ■ni^t zum zweitenmal das Leben oder doch wenigstens meine hellen Knochen gerettet haben." —

Als sie dann endlich aufbrachen, da wußten beide, daß der Geist der Kameradschaft nicht gestorben war, und in zwei Fa- mtnen kündeten darauf die Maien wie ein wahrhaftes Pfing­sten die Menschen zu einer Einheit verbindet.

. — - 311 letzter ötuutze.

f Eine Pfingstgeschichte vom Queis von Lita Wolff.

In Anton Liebetruts Kretscham ging es heute hoch her. Man merkte nichts mehr davon, daß vor einem halben Jahre die Fluten des Queis bis zum oberen Fensterkreuz gestanden hatten.

zeigten nur der dicke weiße Strich und das Datum an der grauen Hauswand an. Heute gurgelten keine stürmischen Wasser durchs Haus, schwammen keine Tische und Bänke umher — heute war alles eitel Freude und Lustigkeit. Man feierte - ^stÄ^mbend der einzigen Tochter. Die Geiger fiedelten ihre fröhlichsten Werfen, und der Baß brummte vor lauter Vergnügen Sumpf dazwischen. Anton Liebetrut ließ sich die Hochzeit seiner einzigen Tochter etwas kosten.

Warum nur die Lotte so bleich aussah? Sie hätte hoch vor muter Sellgaett strahlen müssen! Da kenn' sich einer mit den Maders aus! Diese Partie! Ha — das hatte er fein eingefädelt damals. Die Lotte war nämlich drauf und dran gewesen, sich rn einen Malersmann zu verlieben. Da hatte er dieser Dumm­heit einen Riegel vorgeschoben. Gehorchen hatte sie gelernt, und als der reiche Viehhändler aus Görlitz um ihre Hand ungehalten hatte, da war ihr „Ja" einfach selbstverständlich gewesen. Er war allerdings für die schlanke Bachstelze ein bißchen zu alt, der verliebte Witwer. Aber sein eiserner Geldschrank und das große Bankkonto machten das und seine Schönheitsfehler weit Die paar Heulszenen, die die Lotte aufgeführt hatte, rührten den Kretschamwirt nicht sonderlich. Dumme Gedanken hat iedes kleine Mädel, ehe es sich ins warme Nest setzt.--

Lotte Liebetrut stand am Giebelfenster und sah in den däm­mernden Abend hinaus. Unten wurde auf dem frisch gewachsten Tanzboden tüchtig getanzt. Es kam ihr wie ein wüster Traum vor, daß ihr das alles gelten und morgen unter dem Pfingst­geläut ihrs Hochzeit gefeiert werden sollte. An den Festtagen hatten die Bauern Zeit dazu, und jeder wollte doch dabei sein. Man kannte ja die Lotte von ihrer Kindheit an. Die Wooen der .Lust gingen immer höher. Manch Juchzer scholl zu der Sinnen­den herauf. Der Bräutigam lag in ihres Vaters Schlafkammer, er hatte des Guten bereits zu viel getan. Lotte schüttelte sich vor Ekel. Ein heißes Schluchzen der Verzweiflung quoll in ihr hoch, als sie an morgen dachte. Morgen--Ach, wäre sie doch -leder, vor emem halben Jahre ertrunken! Aber damals hatte

is dèm Herrgott ihr junges Leben abgebettelt, damals hatte sie -eben wollen! Mit Flammenzeichen war ihr der Tag ins Herz zegraben. Der Vater war einige Tage über Land gefahren, und da hatte sie den ersten, süßen Liebestraum erlebt. Sie paßte nach zwei Pensionsjahrcn nicht mehr hinein in den schlesischen Kretscham, wo man die Worte nicht wägte, wo Fuhrleute und Reisende eine derbe, kecke Sprache führten. Da war einer ge­kommen, der anders war als alle, der mit ihr über ihre Bücher gesprochen, der ihr die Gedanken von der weißen Stirn und aus den schwermütigen Augen gelesen hatte. Ein Künstler, der die Ueberschwcmmung malen wollte.

Die Magd lag krank. Sie hatten beide das neue, plötzliche Steigen des Queis nicht bemerkt. Und als die Sturmglocke laut durch das Dorf gellte, da war cs zu spät. da waren sie einge- .chlossen vc Milben Fluten. Das Wasser stieg und stieg — ie trugen kranke Marthe bis auf den Boden hinauf und betteten sie i.. weiche, dicke Kissen.

Dann saßen sie eng aneinandergeschmiegt vor der kleinen Bodenluke und schauten hinaus aus die graue brodelnde Wasser­fläche. Schaurig heulte der Sturm. Manchmal blickte der Mond für kurze Zeit aus Wolkenfetzen hervor. Dann sahen sic, wie das Wasser in rasender Eile Balken und Möbelstücke, entwur­zelte Bäume und ertrunkenes Hausgcticr mit sich ritz.

Not kettet zusammen. Sie ist stärker als Freude und Lust. Sie reift Herzen und Seelen und gräbt Runen hinein, die nie vernarben. Die Gefahr wuchs mit jeder Viertelstunde. Erhard Lohmeyer hatte den Arm fest um das zitternde Mädchen gelegt und zärtliche, tröstende Worte geflüstert. Sie faltete die Hände zu heißem Gebet, und er schloß seine Finger fest um ihre kalten, bebenden Hände. In der zweiten Nacht, nachdem die Gefahr aufs höchste gestiegen war, fiel endlich gegen Morgen langsam das Wasser. Diese Stunden aber hatten die beiden jungen Menschen für alle Ewigkeit verbunden. So glaubte es wenigstens das Mädchen, und der Mann besiegelte es ihr mit heißem Kuß.

„Ich komme wieder, wenn der Schlehdorn blüht — wenn bin Wiesen des Queis mit Himmelfchlüsfelchen bestickt sind, dann hole ich mir meine Bachstelze."

Lotte Liebetrut sank in die Knie und legte den Kopf auf den Bettrand. Das schluchzende Weh übermannte sie. Der Schlehdorn war verblüht, die Wiesen reif zur ersten Mahd. Er aber war nicht gekommen, hatte sie wohl längst vergessen——

Eilende Schritte knarrten die Stiege empor. Marthe, die Vertraute jener seligen — unseligen Nacht, ritz die Tür auf.

: „Lotte, Lottekind! Hei is da!"

„Wer?" Wie erstarrt schaute sie das alte Mädchen an.

„Er — Erhard Lohmeyer! Hei is all tutal verdunnert, bat morgen Din Hochtid fin soll. Lotte schall ick cm rufen?"

Da war er schon selbst — die Tür flog auf. Weiß wie ein Laken lehnte Lotte am Tisch. Er riß sie in die Llrme.

„Du! Ist das wahr? Ist das Deine Treue?"

Sie hing an seinem Halse — lachend und weinend.

„Ich trotze Dich dem Vater ab! Ich habe ältere Rechte! Wo ist Dein sogenannter Bräutigam?"

„Hei is behubest und slapt sine Besofftigkeit ut", nahm Marthe das Wort.

„Sei ganz ruhig mein Lieb, es wird noch alles gut."--

Wie auf Kommando schwieg plötzlich die Musik. Der Ober­landjäger in seiner schmucken, grünen Uniform hatte den Saal betreten. Falkenscharf flog sein Auge über die versammelten Gäste hin.

„Ruhe! Wo ist der Viehhändler Adolf Mehlberger?" Alles lachte, am lautesten der dicke Wirt selber.

„Wo ist er?" Miene und Stimme des Beamten waren sehr ernst.

„Hei drank en bäten Öwern Dorscht — nu — nu —“ Anton Liebetrut war plötzlich ganz nüchtern geworden. Das sah ja verflixt ernst aus. Er ging vorauf, die Stufen knarrten unter seiner Last.

„Mehlberger!"

i\. Der verschlafene Hochzeiter sah mit blöden Augen um sich. P' „Im Namen des Gesetzes — Sie sind verhaftet!"

Kalkweiß wurde das aufgedunsene Gesicht — die bläulichen Lippen lallten Unverständliches.

„Herr Oberlandjüger, ich danke Ihnen herzlich," klang da eine volltönende Männerstimme in die Stille hinein, „Sie ha­ben meiner Braut und mir noch rechtzeitig zum Glüär verholfen."

„Sie — wo kommen Sie denn her? Was wollen Sie?" rief ganz verdutzt der Wirt.

„Ich will mir die Bachstelze holen, Vater Liebetrut!"

- Der wollte auffahren. „Dat geiht nich!"

„Kretschamwirt — Jung zu Jung! Und dieser alte Knabe hier, der wird hinter schwedischen Gardinen über allerlei Schand­taten nachdenken. — Los! Marsch! Mehlberger — jetzt hat der Spaß ein Ende!"--

Eine halbe Stunde später lachten und jauchzten die Fiedeln, als wüßten sie, daß die blonde Liebetrut-Lotte selig im Arm ihres Geliebten dahinflog. Glückselig tanzte das Paar in den ausgehenden Pfingstmorgen hinein.

- Der PslilgMm»rl. - — -

- Zu den seltsamsten Pfingstbräuchen zählt die Mitführung des Pfingstlümmels, häufig auch Pfingsbutz, Pfingstpflitteri, Pfingftkääm oder Pfingstquak genannt, bei den an diesem Feste veranstalteten Umzügen. In den verschiedensten Formen ist diese uralte Volk»sitte erhalten. In manchen Gegenden wird ein Kind von den yabenheischenden Knaben phantastisch ge­schmückt, dann auf einen Esel gesetzt und dem Zuge vorange. schickt. In vielen Teilen Ungarns, wo der Pfingstlümmel als Pfingstkönig erscheint, fährt man ihn in einem Schlitten zum Marktplatz, während im Kreise Gebweiler zwei Esel den Wagen des Pfingstpflitteri ziehen müssen. Was der Brauch zu bedeuten hat, ist nicht ohne weiteres ersichtlich; man denkt dabei wohl an irgend ein ursprünglich heidnisches Naturwesen, das der Mensch am Pfingsttage, dem eigentlichen Natur- und Früh- lingsfest, zu sich in das Dorf holt, um seines Segens teilhaftig zu werden. Daß der Sitte ein derartiger Gedanke zugrunde liegt, ergibt sich aus der Gepflogenheit, den Pfingstlümmel in den Wäldern zu suchen und ihn dann erst zum Dorfe zu bringen. In Thüringen z. B. pflegt man eine dort „Maienkönig" ge­nannte. in Laub und Blumen gehüllte Gestalt im Buschwerk zu verstecken; das ganze Dorf geht dann auf die Suche, um mit dem Gefundenen in feierlichem Zuge vor die angesehensten Per­sönlichkeiten des Dorfes zu ziehen. Meistens schließt sich dann noch die Sitte an, den Pfarrer oder Lehrer oder sonst einen be­sonders geachteten Mann raten zu lassen, wer in der Ver­mummung verborgen ist. Bei negativem Ergebnis müssen diese Persönlichkeiten die Dorfjugend beim Festtrunk freihalten. In manchen Gegenden erstreckt sich das Suchen auf eine Blumen­krone, die von den jungen Mädchen für den Pfingstlümmel, an­gefertigt und im Hause versteckt wird. Im Hannoverschen wird der dort „Fischermeier" genannte Pfingstlümmel in siebenfache Laubgewänder gekleidet, darf sich überhaupt nicht zu erkennen geben und während des Umzuges kein Wort sprechen. In Südbayern verbindet sich mit dem Brauch eine Art Kampfspie!. Ein Bursche, als Wasservogel bezeichnet und durch das Los be­stimmt, versteckt sich, von mehreren Wächtern begleitet, im Walde; auf Pferden nahen sich dann die anderen Burschen, die mit den Wächtern kämpfen, den Wasscroogel gefangen nehmen und ihn in den Dorfteich oder Bach treiben.

Mit besonderen Sprüchen und Reden, die oft mit ver­teilten Rollen von den Teilnehmern des Zuges gesprochen wer­den, wird der Pfingstlümmel in den Häusern vorgestellt, wo man Gaben erbittet; in manchen Gegenden kennt man sogar ausgesprochene Pfingstquaklieder. Erzeugnisse origineller Volks­poesie.

Vielerorts verübt der Pfingstlümmel, der den Segen des Frühlings verkörpert, an den Zugteilnehmern allerlei mut­willigen Zauber lBegießcn mit Quellwaffer, Untertauchen im Dorfteich u. ähnl). Andere Gegenden gibt cs, wo umgekehrt der Pfingstlümmel selbst Gegenstand dieses Mutwillens ist.

Der jüngste Bruder. ,

Legende von Anna Rodenacker. .

Durch die morgenkühlen Gassen Jerusalems schritt Maria still und mit gesenktem Anlitz. Der Jüngling an ihrer Seite aber ließ sich durch ihren Ernst nicht anfechten. Sein Gang war mehr Tanz als Schreiten. Seine strahlenden Augen grüßten die ihm Begegnenden, und mit heller Stimme rief er hier und dort einem. Buben oder Mädchen ein Scherzwort zu. J:

'Auch als fTe~5as Haus ticKcIë« T)äHen, üT welchem !Jünger beieinander waren, ließ er nicht ab von feinem munteren Wesen, ward er doch als der jüngste von seinen 'schwistern non, einem Kinde gleich gehalten, in einem . dem andere längst Kamps rind Sorgen des Lebens keb»'" lernen. Fast schien es, als seien die erschütternden Greianim- s letzten Monde an ihm vorübergerauscht wie der Strom an Jin Knaben, der mit Schmetterlingen und bunten Blüten tänd n So grüßte er die Freunide lachenden Mundes und erfüllte > ' Haus mit seinem Geschwätz. S'Ze ließen ihn gewähren- den irgend ettoas war ihnen vertraut an dem klaren Blich unh s ' lieblichen Stimme von Jesu jüngstem Bruder. OeI

Nun aber geschah das GeivaMge, das sie erwartet und hn* !nicht so erwartet hatten. Es kam das Brausen vom Himm»? und die Feuerzungen fuhren auf sie nieder. Sie wurden nn i des heiligen Geistes, und die vorhin so Schweigsamen predigen laut in allen fremden Zungen. Männer und Weiber b’-änafpn in das Haus und lauschten denen, die sich ohne Scheu zu dem '.Gekreuzigten bekannten. 1

In diesem allgemeinen Aufwogen des Gefühls, da der Geist idie Schranken der Körperlichkeit durchbrach und aus den SJiün dern der Auserwählten in die Seelen der Glaubensdursiinen strömte, war ein einziger verstummt. Lauschend stand der jünâ Bruder. Ein Zittern durchlief seinen Körper, und sein mrL weitete sich zum Schauen des reifen, wissenden Mannes, sti» löste er sich aus der Schar der Predigenden. Erhobenen Haupt-- schritt er durch die Menge, die ihm willig Raum gab. Zu z.» Stätten des Elends wanderte er, wo Armut und Krankheit j Hause sind. Dort labte er die Hungernden und linderte dj-W Schmerzen der Siechen. Sein Mund war still geworden. dockW seine Hände bereiteten in Menschenherzen den Boden, daß J j empfänglich würbe für die künftige Saat der Apostel. ' I

Heiteres.

Gutes Mittel.

„Sagen Sie mal, kennen Sie die Augensprache?"

»Nee!"

„Na, treten Sie mal jemanden auf die Hühneraugen - sofort fängt er an zu sprechen!"

Zahlcnrätscl.

Die Zahlen sind so durch Buchstaben zu er­setzen, daß die erste senk­rechte Reihe gleich der obersten wagerechtcn lau­tet, und daß die wage­rechten Reihen bezeichnen: 1. einen Bogel, 2. einen männl. Namen, 8. ein Fa­beltier, 4. einen Heiligen, 5. eine Feldpflanze, 6. ein Insekt, 7. eine Note, ein chinesisches Wegemaß, 9. einen Konsonanten.

Wortbildung. bin, ca, des, e, er, eu, he, min, li, so, pe, ro, ro, ru, son, ta, tau, ter.

AuS je drei der obigen Silben sind sechs Wörter zu hüben, deren Anfangsbuchstaben einen Singvogel nennen. Die Dörfer bezeichnen: 1. einen indogermanischen Volköstamm, 2. eine bet Musen, 3. einen Nomanhelden, 4. einen berühmten Sänger, 5. einen König der Juden, 6. ein beliebtes Gewebe.

Leistenrâtsel.

Die Buchstaben in den Feldern der nebenftebenben Figur jinb 1 zu ordnen, daß die senkrecht Reihen gleich den entsprechenden wagerechten lauten und folgend bezeichnen:

1. ein germanisches Volk

2. ein Sternbild

3. israelit. Stamm.

Lösungen aus voriger Mnmmer. c

Lösung der Feusterfüllung: Senkrecht: Valentin, Osters, ,

Attersee. — Wagerecht: Viola, Ebene, Niere. ;

Lösung der Verschiebung: Fasanen, Guido, Perlschrift, ^ä.tt i r Narkose, Nesseltuch, Schleie. — Aurikel—Nilrose.

Lösung der Säule: K, Quarz, Eli, Kap, Ivo, Crz, Rio, Ozeon, (

Orontes. — Kalabrien. s

Lösung des Buchsiaben-Worträtsels: Brahms, Bosna, Lw - Ruben, Arsen, Laune, Ale, Bube, Element, ~ >

& Nora. — Arbeit macht das Leben süß. -

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