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118 Fulda, 21. Mcsi 1927

Licht und Leben.

Site. 11, 9: Bittet, so wird euch gegeben.

Diesmal ist der Sonntag Rogate. Rogate heißt: «et^t! Mit dem Gebet wissen heute unendlich viele Menschen nichts anzufangen, solche, die nicht mehr beten, nto auch solche, die beten. Soll ich es an einem ganz mo- reinetl Beispiel deutlich machen, was Gebet ist? Wir freien in einen Fabriksaal. Drin ist es dunkel und still. ^fl drehe ich am Schalter: Licht strahlt auf und die Ma- chinen fangen an zu arbeiten. Wie geschieht das? Eine nächtige, unsichtbare Kraft, die Elektrizität, ist dagewesen Md hat nur gewartet, daß der Anschluß hergestellt würde, Nii sofort einzuströmen und Licht und Leben hineinzu- ningen. Siehe, das ist das Gebet: eine ewige Kraft ist N. Sie wartet an den Wänden jedes Lebens, auch vor einem Herzen, willig, Licht und Kraft hineinzutragen, rteü den Kontakt her, öffne den Zugang. Das heißt beten: tat Anschluß herstellen mit Gott, daß er Hereinströmen l!ann in unser Leben, um dann in uns zu wirken, Licht und I Oeben zu schaffen. Oder ohne Bild: Gott suchen, ihn in aufnehmen, das ist Gebet. So hat Jesus in Gethse- gjMne gebetet; nicht, daß sein Wunsch um jeden Preis er- k siiltt werde, sondern, daß Gottes Wille in ihn einströme, gibin Licht gebe über das, was nötig war, und Kraft, das Mim zu vollenden. Daß er so betete, gab ihm zu sehen, Ey andere nicht sahen, zu können, was andere nicht konn- gisli: Gottes Licht und Kraft in ihm. P. H. P.

Von der MeichsWshr.

IV.

Die gewerblichen HeeressachschulLN.

' Auf Grund des Friedensvertrages von Versailles kmutzte Deutschland sein bis dahin auf der allgemeinen Wehrpflicht: beruhendes Volksheer in ein nur 100 000 Mann starkes Söldnerheer umwandeln. Die Mannschaften ; imüffen beim Diensteintritt auf 12 Jahre verpflichtet wer« Iben; nach Ablauf dieser Zeit scheiden sie wieder aus dem Acre aus. Man muß also mit einem Abgang von 7000 bis 8000 Mann jährlich rechnen. Um für das spätere Fortkommen dieser Leute zu sorgen und sie für den Ueber- Kritt in einen bürgerlichen Beruf vorzubereiten-, wurden gin den Jahren 1921—1923 drei Schulsysteme im Heere ein­gerichtet :

Schulen für Verwaltung und Wirtschaft,

Schulen für Gewerbe und Technik,

Schulen für Land- und Forstwirtschaft.

Die Schulen für Verwaltung und Wirtschaft bilden «hauptsächlich Anwärter für Veamtenlaufbahnen und kauf­männische Berufe aus. Die landwirtschaftlichen Heeres­sachschulen sollen Soldaten, die aus ländlichen Verhält- E-fM stammen, zu Siedlern, selbständigen Landwirten oder Forstbeamten ausbilden. Die Heeresfachschulen für GetvcrSr und Technik, von denen heute gesprochen werden (soll, dimemder Heranbildung von gelernten Handwerkern (®efeHe;i -und Meistern), von Anwärtern auf technische Beamtenlaufbahnen und von Technikern. Zu diesen Schu- ven gehören auch die Herreshandwerkerschulen, von denen jeder Wehrkreis (Division) eine besitzt. Dieselben sind für Handwerksschuler solcher Truppenteile bestimmt, die keines eigeân Werkstätte besitzen. Heeresfachschulen für Bern er bè und Technik sind dagegen bei fast allen technischen Truppenteilen, wie Pionierbataillonen, Nachrichten- und Kraftfahr-Abteilungen, sowie bei einzelnen Artillerien Abteilungen eingerichtet. Hier werden die Soldaten von einem bestimmten Dienstjahre ab, nach einer mit dem miltärischen Dienste in Einklang gebrachten Zerteintei- lung, in einem selbstgewählten Handwerk unterrichtet.

Der Unterricht in den praktischen Handfertigkeiten er- solgt in gut eingerichteten Lehrwerkstätten unter Anlei­

tung sachkundiger Handwerksmeister (handwerkliche Fach­lehrer).

Den theoretischen Unterricht vermitteln meist Diplom- Ingenieure, die im Fachschulwesen vorgebildet sind und auch gleichzeitig die Oberaufsicht über die einzelnen Lehr­werkstätten ausüben.

Der praktische Unterricht folgt unter Anpassung an die militärischen Verhältnisse den Richtlinien des „Deutschen Ausschusses für technisches Schulwesen", der auf diesem Gebiet bahnbrechend gewesen ist. Der theoretische Unter­richt erstreckt sich auf bürgerliches Rechnen und Fachrech­nen, Geometrie, Projektionslehre und Fachzeichnen, Ge­schäfts- und Staatsbürgerkunde, sowie Fachkunde und Werkstattkunde.

Nach drei- bis vierjähriger Ausbildung kann die Ge­sellenprüfung abgelegt werden. Der militärischen Gesel- lenprüfungskommission gehören für die praktische und fach­kundliche Prüfung auch zwei von der zuständigen Hand- werkskammer benannte Meister des örtlichen Handwerks an, die bei der Festsetzung des Prüfungsergebnisses stimm­berechtigt Mitwirken.

Nach einer weiteren drei- bis vierjährigen Ausbildung samt der Soldat auch zu einer entsprechenden Meister­prüfung zugelassen werden, bei der ein Vertreter der Handwerkskammer den Vorsitz ftzhrt.

Die Einrichtung von Technikerkursen ist bei den einzel­nen Wehrkreisen noch im Werden. Bis jetzt sind im Wehrkreise 5 (Thüringen, Hessen und Provinz Hessen- Nassau (Fulda), Württemberg, Baden) Lehrwerkstätten, für folgende Berufe vorhanden: Schmiede, Schlosser, Mechaniker, Elektrotechniker, Schreiner, Stellmacher, Zim­merleute, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Drucker. In diesen Werkstätten waren im Vorjahre rund 1000 Sol­daten als Werkschüler in Ausbildung.

An der Heeresfachschule für Gewerbe und Technik bei der 1. Abteilung des 5. Artillerie-Regiments in Fulda werden im wesentlichen nur Schlosser und Schreiner aus­gebildet. Die Lehrwerkstätte hat etwa 20 Arbeitsplätze. Die Zahl der Soldaten, die sich als späteren Zivilberuf ein Handwerk erwählt haben, ist ewas größer. Die Werkstätten sind gut eingerichtet. Das Lehrpersonal be­steht aus einem Regierungsbaumeister als Truppenunter- richtsleiter und je einem Schlosiermeister und Schreiner­meister als nebenamtlichen Fachlehrern. In der Zeit von 1923—1926 sind außer Gesellenprüfungen auch mehrere Meisterprüfungen mit gutem Erfolg abgelegt worden.

Mit Dank wird das Entgegenkommen anerkannt, wel­ches der Heeresfachschule bei ihrer Gründung von Seiten der Stadtverwaltung und der Berufsschule entgegenge- bracht wurde. Gleicher Dank gebührt auch der Handwerks­kammer, dem Handwerksamt und den Prüfungsmeistern, die der Heeresfachschule jederzeit mit Rat und Tat zur Seite standen, sei es bei der Einrichtung der Lehrwerkstätten, bei der Ausgestaltung des Unterrichts oder bei der Abhaltung der Prüfungen.

Auch für die Zukunft wird es die Heeresfachschuls für Gewerbe und Technik in Fulda als ihr Hauptziel betrach­ten, dem Handwerk aus den Reihen der Unteroffiziere und Mannschaften einen Nachwuchs von tüchtigen Hand­werkern und guten Staatsbürgern zu erziehen, die im praktischen Leben ihren Mann stellen.

O Gross, euer auf einer Kohlengrube. Auf dem in der Nähe von Altenburg belegenen Brikettwerk der Grube Winterfeld in Garbus entstand ein Großfeuer. Der Brand brach im Förderturm aus und breitete sich so schnell auf Maschinen- und Kesselhaus und die Kohlenbunker aus, daß der ganze Betrieb vernichtet wurde und sehr großer Schaden entstand. Durch die Zerstörung des Betriebes ist eine große Anzahl Arbeiter arbeitslos geworden. Es wird vorsätzliche Brandstiftung vermutet.

O Ein Lehrer durch den Fussboden gestürzt. In der katholischen Schule zu Holzweißig versank während des Unterrichts der Lehrer vor den Äugen der Kinder. Der morsche Fußboden brach ein, der Lehrer stürzte in einen über einen Meter tiefen Hohlraum und hat nicht unerhebliche Verletzungen erlitten.

O Seine Frau zu Tode mißhandelt. In K ö r l i n wurde ein 27jähriger Gutsarbeiter verhaftet, dessen 43jährige Ehefrau, eine Kriegerwitwe, kürzlich mit schweren Verletzungen ins Belgarder Krankenhaus cin- geliefert wurde, wo sie verstarb. Er soll seine Frau zu Tode mißhandelt baben.

0 Hochofenexplosion. Auf der Friedenshütte bei 'Schwienkochlowitz ereignete sich eine schwere Hochofen­explosion. Der Hochofen Nr. 6, der beste der ganzen An­lage, flog aus noch unbekannter Ursache in die Luft. Es sieht fest, daß mehrere Personen dabei zu Tode gekom­men und eine größere Anzahl Schwer- und Leichtverletzter zu verzeichnen sind.

O Gefaugenenausbruch. InGlatz brachen vier Straf­gefangene aus dem Gerichtsgefängnis aus, nachdem sie die Gitter der Zellenfenster zersägt hatten. Sie überfielen den diensttuenden Beamten, knebelten ihn und nahmen ihm Schlüssel, Pistole und Mantel ab. Ein anderer Be­amter wurde durch die Geräusche aufmerksam und nahm allein die Verfolgung auf. Es gelang ihm, in der Vorstadt zwei der Ausbrecher, darunter den Rädelsführer, wieder festzustellen.

O Gasvergiftung. Als in Breslau der Fahrstuhl­führer Gafrontke von der Arbeit heimkam, fand er seine Wohnung mit Gas angefüllt. Seine junge Frau war bereits tot, das Kind verstarb auf dem Transport nach dem Krankenhaus. Die Ursache konnte noch nicht aufge­klärt werden.

O AuZ 25 Meter Höhe abgestürzt. Auf den Braun- kohlenwerken Th. Heye in Annahütte, Kr. Calau, wurde der Schornsteinbauer Karl Hermuth von der Firma Mäder & Wirth in Kottbus von einem Schornstein von 25 Meter Höhe herabgeschleudert. Er war sofort tot. Die Firma war mit der Anbringung eiserner Ringe be­schäftigt. Beim Anziehen der Schrauben platzte einer der Ringe und hat den damit beschäftigten Hermuth herunter- gerissen.

O Eine furchtbare Familientragödie. In dem Dorf Riefern bei Pforzheim erstach eine 25jährige Ehefrau nach einer Eifersuchtsszene mit ihrem Mann in ihrer Erregung ihr sechs Jahre altes Kind und brachte sich selbst eine Reihe von Stichwunden im Gesicht bei. Auf dem Wege ins Krankenhaus erlagen beide ihren schweren Verletzun­gen. Ihrem Ehemann schüttete sie ein Quantum Salz­säure ins Gesicht, wodurch die eine Gcsichtshälfte stark verletzt wurde.

O Ein Kind tödlich verbrüht. Das anderthalbjährige Kind eines Bäckermeisters in U u r u h st a d t im greife Bomst stieß in einem unbewachten Augenblick einen Topf mitkochender Milch vom Herd und wurde so schwer verbrüht, daß es bald darauf starb.

O Nungesser weiter verschollen. Bei den angeblichen Trümmern eines Flugzeuges, die der Kapitän eines ame­rikanischen Dampfers 100 Meilen von Boston entfernt ge­sichtet hatte, handelt es sich, nach einer Erklärung der ame­rikanischen Küstenwachen, um die Trümmer eines Fischer­bootes. Den angeblichen Flaschenposten Nungessers und Colis wird keinerlei Wert beigemessen.

0 Familienlragödie in Graudenz. In Graudenz hat ein 47jähriger Mann mit Namen Miller seine ganze Familie, Ehefrau, Sohn und Tochter durch Revolver- schüsse getötet und dann Selbstmord verübt. Meinungs­verschiedenheiten zwischen den Eheleuten sollen den Grund zur Tat bilden.

0 Sch wc res Grubenunglück in Karmin. Auf der Barbaragrube in Karmin wurden zwölf Berg­arbeiter verschüttet. ES wurden sieben Bergarbeiter als Leichen und einer in schwerverletztem Zustande geborgen.

0 Kiellegung eines französischen U-Bootes. In L e Havre wird ein neues französisches U-Boot auf Kiel ge­legt, das eine Wasserverdrängung von 1560 Tonnen, eine Geschwindigkeit von 80,5 Knoten und eine Mafchinenstärke von 6000 Pservekräften besitzt. Das U-Boot ist mit drei Kanonen bestückt und für 32 Torpedos eingerichtet.

0 Verstärkte Tätigkeit des Vesuvs. Nach einer Mel­dung aus Neapel teilt das Vesuvobservatorium mit, daß die Tätigkeit des Vesuvs heftig zugenommen bat: der Krater speit Lava bis zu 100 Meter Höhe aus. Das Ge­töse ist weithin hörbar. Die Seismographen sind in dau­ernder Erregung.

0 Eine Million Rubel unterschlagen. Aus Leningrad wird gemeldet, daß im Marinekommissariat Unregel­mäßigkeiten vorgekommen seien. Die Ergebnisse der Untersuchung werden bisher streng geheimgehalten. Es handelt sich um Veruntreuungen von Staatsgeldern durch einige Angestellte des Marinekommissariates im Gesamt­betrags von über eine Million Rubel. Bisher sind 14 Personen verhaftet worden.

O Kriegszustand in der Wolgarepublik wegen Hoch­wassergefahr. Wie aus Saratow gemeldet wird, steigt das Wasser der Wolga täglich um 20 Zentimeter und hat

DOMAM vc * WOLFGAN G MASKEN MttLöMkcttisrctturr durch verla» oskar meister, werdau

(55. Fortsetzung.)

„Das genügt wohl. Ihr Herr Vater wird sicher das Telegramm weiterleiten."

Er bekam keine Antwort.

Die Schwestern sahen sich gegenseitig fragend an. Der Arzt war über ihr Schweigen verwundert, aber dann suhlte tr mit dem feinen Empfinden des Arztes, daß hier Hem­mungen vorlagen, die er nicht kannte. Unb er scheute I top als 'taktvoller Mensch, die Verlegenheiten der beiden zu f^iQprn

„Ich werde selbst mit Vater sprechen," sagte Olivia fest, und ihre dunklen Augen waren voll Willenskrasi.

* » *

Mr. Seelingbooth lehnte ab.

In jo turzèr, brüsker Form sprach es der Führer des Kupfertrusts, Mr. Seelingbooth aus, daß der kleine, zu- fammeygetrocknete uralte Herr im Lehnsessel, Mr. Claer- Neß, Zusammensuhr. _ . ,

„Mr. Seelingbooth," sagte der Kleine schließlich sehr lang­em und eindrucksvoll, „Sie scheinen zu übersehen, daß cs sich vielleicht um die Existenz der Trusts handelt/

"S/esl‘?Ä Besonders fällt in die Wagschals, daß der Präsident bas gesamte Volk diesmal einmütig auf feiner Seite hat. Wir' werden sehr viel Geld brauchen, um das

"M befurchte, Mr. Claerneß, soviel Geld werden alle Trusts der Welt nicht haben, um das amerikanische Jols

Wien Schwierigkeiten in der Persönlichkeit des Grafen Arnsperg, der den ersten Schlag gegen die Trustsfuh te.

^-üng'oooths starres Gesicht zeigte eine nomsihs Mlene.

"Ä^ ganz genialer Weise, Mr. Claerneß.

teuflischer Weise!" knirschte der Kleine.

s^ngbooths Miene wurde noch spöttischer.

Claerneß. Sie werden sich noch entsinnen konnew

Graf von Arnsperg vor zwei Jahren den „Oiivuui

Preis der Staaten" auf dem Rennplatz in Amerika gewann. Er ist ein Mann, der alles sann, mehr als er selber viel­leicht will. Und dann — er ist mein Freund. Mem einziger Freund. Er weiß es vielleicht selbst nicht, aber ich halte mich an die Freundschaft."

Mr. Claerneß wartete vorsichtig eine kurze Zeit, bevor er eine neue Attacke unternahm.

„Um des freundschaftlichen Gefühls wollen Sie unsere Aktion zur Unschädlichmachung des Mannes nicht unter­stützen?"

„Ja!" Unumstößlich fest sprach es Seelingbooth aus.

„Um einer Freundschaft willen!"

„Ja! Und nicht nur um deswillen. Cs ist eine Schande, wie der Autotrust versucht hat, vielleicht den größten Er­finder unseres Jahrhunderts auszuschalten, durch gemeinen Mord. Mr. Claerneß, von dem Augenblick an, da wir gegen das Gesetz verstoßen, haben mir keine moralische Be­rechtigung mehr für das Bestehen der Trusts. Meine Ueber­zeugung war bisher immer, daß auch die Trusts wertvolle Instrumente der Volkswirtschaft sein können. Ich halte es aber jetzt beinahe für einen Irrtum. Und ich tue auch um deswillen nicht mit. Das sage ich Ihnen noch, Mr. Claer- neh, versuchen Sie nicht, den Kampf gegen den Grafen Arnsperg in unfairer Weise zu führen. Sie würden sich damit in mir einen unversöhnlichen Feind schaffen."

„Wir müssen uns wehren, Mr. Seelingbooth. Wir wissen von unserem Gewährsmann ganz genau, daß der Präsi­dent selbst einen Gesetzentwurf gegen die Trusts ein­bringen wird."

„Schon möglich. Daran sind aber nur die Autoleuts schuld. Sie haben dem Präsidenten durch ihre Scheußlichkeit eine ungeheure Waffe gegen die Trusts in die Hände gegeben. Wir werden uns wehren. Unbedingt. Aber die Person Mr. Arnspergs muß ausgeschaltet fein.“

„Aper das Elektromobil der Morefield-Motor-Company erfd)läat unsere Autoindustrie."

Seelingbooth zuckte die Achselu.

„Da ist nichts zu machen. Die Autoindustrie muß ver­suchen. ob sie auf der Basis einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Grafen Arnsperg ins Geschick kommt."

„Glauben Sie, daß hierzu eine Möglichkeit besteht? frage Claerneß schnell.

„Ich hoffe es bestimmt."

„Dann will ich versuchen, die Angelegenheit in einer Weise zu ordnen, die auch Ihren Beifall findet."

„Das ist einmal ein vernünftiges Wort," jagte Seel in g-

booty sehr erfreut. *

*

Der Millionär Armstrong war in den letzten Jahren sehr gealtert. Sein üppiges Haupthaar war stark ergraut, und sein sonst so bestimmtes Wesen verlor sich an manchen Tagen.

In feinen Werken staunte man über ihn.

Und wenn dann die Abende kamen und er allein in seinem prachtvollen Herrenzimmer saß, da kam die Ein­samkeit und mit ihr die Einsicht, wie nichtig doch alles sei.

So saß er auch an einem milden Vorfrühlingstag wieder allein in seinem großen Arbeitszimmer, als der Empfangs­apparat feiner Radioanlage sich meldete.

Er fuhr zusammen beim Klang der dumpfen Glocke. Dann atmete er beglückt auf. Seine Tochter gedachten des Vaters.

Seine Kinder! Das einzige, das Er nahm den Hörer und stellte „Hallo — Armstrong!"

Es war Olivia, die sich meldete. „Wo bist du, mein Kind?"

er liebte, scharf ein.

„Auf Hanum, Pa. Tilla und ich."

„Wairn kommt ihr wieder?"

„Ich weiß es noch nicht, Vater. Ich möchte dich nur bitten, von dort aus ein Telegramm nach Europa zu senden. Sei so gut und notiere es dir."

„Gern, Kind." Er griff nach seinem Schreibblock. „Sag' es mir bitte an."

Er wartete der Ansage.

Olivia sprach den Wortlaut des Telegramms ganz lang­sam. Er lautete: „Ihr Sohn Hans ist in guten Händen und sieht feiner baldigen Gesundung entgegen. Sorgen Sie sich nicht. Olivia Armstrong."

Ganz eigen ward dem Millionär ums Herz, als er die Worte niederschrieb. Tausend Fragen stürmten auf ihn ein, aber er bezwang sich.

„An — wen soll das Telegramm gesandt werden?"

„2ln Frau Güldenherz, Bern in der Schweiz."

„An wen? — Von wem sprachst du, Olivia?" Armstrong war maßlos erregt.

„Von Hans Güldenherz, Vater. Ich habe ihn nach Hanum mit dem Flugzeug gebracht."

Armstrong stöhnte auf, als er die Worte vernahm. Hans Güldenherz,' der ihm einst die furchtbare, unvergeßliche Schmach angetan hatte, der über ihn siegte, trat wieder in fein Leben.

„Ich will nicht, Olivia!" schrie er in den Apparat. So­viel Weh war in dem Ton, daß das Mädchen erschrak.

(Fortsetzung folgt.) ,