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Vorsicht mit dem Tintenstift!
5iC oft beobachtete Angewohnheit, den Tintenstift' âjât in der Tasche zu tragen oder ihn bei irgend- Beschäftigung gedankenlos in der Hand zu behalten, deutet eine Gefährdung nicht nur für den Besitzer, son- all^ für dessen Umgebung. Da das Material des Tintenstiftes ein scharfes Zuspitzen erlaubt, und die Spitze Erbern ziemlich bruchfest ist, so pflegt ein Stich mit dem Tintenstift sehr tief zu gehen und eine im Körper ab- ^echende Spitze schwer erreichbar zu werden. Solche Ver- t-kungen können gefährlich werden, weil der Farbstoff Tintenstifts in der Regel aus Methylviolett besteht, bereits bei einer 2prozentigen Lösung als sehr Mia erweist. Es tritt Fieber auf, Kopfschmerz, Appetit- lâkeit und schweres Krankheitsgefühl. Bei Verletzung der Augen ist der Verlust des Augenlichtes beobachtet wor- L * Für die Behandlung ist die erste Forderung, daß bei erfolgter Verletzung der Patient so früh als möglich -um Arzt gehen soll, damit der Herd der Vergiftung sogleich beseitigt werden kann. Aber Verletzungen werden nicht rorkommen, wenn der Tintenstift stets in einer Hülse gesichert ist und nicht leichtfertig mit ihm umgegangen wird.
Fulda, den 2. Mai 1927.
Personennachrichten.
, I Versetzt wurden: Regierungsvizepräsident Dr. Gehrke von Regierung in Oppeln in gleicher Amtseigcnschaft an die -Negierung in Kassel. — Gerichtsassessor Dr. Görg vom Landes- luliuraint Fulda nach Frankenberg.
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Evangelischer Bund.
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Zu der gestrigen Versammlung des Evangelischen Bundes I litten sich die Mitglieder und solche, die es werden wollten, NM recht zahlreich eingefunden. Saal und Emporen des Gemeinde- t WhËs waren voll besetzt. Punkt 8 Uhr eröffnete Herr Pfar- tmiMr« ißeber die Versammlung mit begrüßenden Worten an die cd, Erschienenen, seiner Freude Ausdruck gebend, daß so viele Mitglieder dem Rufe des vorläufigen Vorstandes der hiesigen Ortsgruppe des Bundes gefolgt waren. Die Versammlung sang
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hierauf den ersten Vers des Liedes: „O, heil'ger Geist kehr bei uns". Da der Redner des Abends, Herr Studienrat Hoff- iiianii aus Kassel, der Vorsitzende des Hauptvereins für Hessen- Nassau und Waldeck, noch am gestrigen Abend zurückfahren mußte, wurde eine kleine Verschiebung der Tagesordnung vor- genommen, dahingehend, daß der Vortrag vor die Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten gesetzt wurde. Herr Stu-
Wi bienrat Hoffmann sprach in ca. einstündigem Vortrag über die >O Konkordatsfrage vom evangelischen Standpunkt aus. Seine
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sachlichen Ausführungen stützten sich hauptsächlich auf geschicht- sliches Material, sowie auf Pressestimmen der jüngsten Zeit. Seit Einführung der Reformation bis zum heutigen Tage gehe der Kampf der römischen Kurie gegen die evangelische Kirche. Wenn sich der Evangel. Bund hiergegen wehre, so sei dies kein Kampf gegen die katholische Kirche, sondern gegen den politischen Katholizismus, der Deutschland, das doch zu zwei Dritteln evangelisches Land sei, romanifieren wolle. Kon- sindatsgeschichte sei Kriegsgeschichte, wie die ganze geschichtliche Entwicklung beweise. Durch den Abschluß des gewünschten Konkordats werde der römiscn Kurie eine Sonderstellung, eine Bevorzugung auf Kosten des weitaus größten Teiles des deutschen Volkes eingeräumt. Auch eine große finanzielle Belastung würde bei Abschluß des Konkordates in Rechnung gestellt werden müssen, wie der Abschluß des Konkordates in Bayern zeige. Hier habe der bayerische Staat bei einem Vcr- I hältnis der katholischen zur evangelischen Bevölkerung von pinf zu zwei, für die katholische Kirche 2,8 Millionen Mark Izu zahlen, während für die evangelische Kirche insgesamt luur 300 000 Mark aufzubringen sind. Redner hält unter den 'gegebenen Umständen den Abschluß eines Konkordats nicht für empfehjxnsMt^. Die staatsgesetzliche Lösung, wie wir sie heute schon in verschiedenen Ländern, Württemberg, Baden usw. ha- i den, zeige, daß diese Lösung für die deutsche katholische Kirche t einerseits und für den Staat andererseits, wobei beide Teile UM ihrem Rechte kommen, die beste sei. Wenn sich der Evangel. »Fund gegen dieses in Aussicht genommene Konkordat mit al- I er Entschiedenheit wende, so gelte dieser Kampf niemals un- leren katholischen Volksgenossen, deren religiöse Ueberzeugung «lerer gläubige evangelische Christ stets achten und schätzen ■ 5unt Schluß empfahl der Redner den Zusammenschluß Mir übwehr des Konkordats. Deutschland sei das Land des D^chH^kfums und solle und müsse es auch bleiben. Reicher I -octfaj lohnte den Redner für seinen leider nur so kurz be- I nrefjenen Vortrag. Die aufliegenden Listen gegen den Kon- D^ss^babschluß, die an den Reichstag und den Landtag ge- Ileiidl werden sollen, füllten sich mit den Unterschriften der An- »wcsenden. Nach dem Vortrage folgte die endgültige Wahl des Morsiandes. Mit dem 1. Vers des alten evangelischen Schutz- Trutzliedes von Dr. Martin Luther „ein’ feste Burg ist Wi Sott“ wurde die eindrucksvolle Kundgebung geschlossen.
Konzertklbend des LohelandjChors.
?° Am Samstag abend gab der Lohelandchor fein, wie in ter Ankündigung hieß, letztes Konzert. Auch dies- ^atie Frl. Grete Alter, die begabte, tempcramenvolle JEHorleiterin, ausschließlich östliche Musik auf das Pro- ter Veranstaltung gesetzt. Der eigenartige Reiz, die uns so wesensfremden russischen Volkslieder in ih- meist schwermütigen Melodik und ungewohnten Ryth- auf uns ausüben, verfehlte auch am Samstag abend >Mne Wirkung nicht, umso mehr nicht, als die stimmlich vor- j w Schar der Loheländer Sängerinnen auch die schwie- Gesänge mit geradezu erstaunlicher Leichtigkeit Wisperten. Wie bei den beiden Konzerten im April und vorigen Jahres war auch am Samstag abend die B ^Haltung ein voller Erfolg für den Chor und seine 1 M. Aus dein Programm seien als besonders gut I si/Wne Vorträge angeführt: „Dubinufchka", dann das W'm schwierige „Kosakische Reiterlied" und die beiden de sega", von denen besonders das letztere »s,Estorca) stürmischen Beifall fand. Im zweiten Teil der I ^"ragsfalge gefielen — wie im Vorjahre — wiederum Lj le Glocken von Nowgorod" am besten. Meisterhaft ge- ^.Ä hier dem Chor die Tonmalerei des leise summenden, . 'stenden, dann stärker anschwellenden rind wieder lang- r.!' "^rkllnaenden, ersterbenden Glockengeläutes. Der leb- Beifall erzwang sich die Wiederholung dieses Ge- . Leider war der Konzertabend nicht gut besucht, was . Anbetracht der zweifellos großen Mühe, die Dirigsniin . v^Chor bei der Einstudierung des 93 reg ramms aufge- wet haben, und der vortrefflichen Leistungen sehr zu “ Wilern ist FM Erste Alter, die den Lohelandchor ins liiki 5 lferufen und zu feiner stolzen Höhe geführt hat, ver- s oder morgen das Fuldaer Lohelandhaus, um in einen neuen Wirkungskreis zu finden. Ich D^°e deshalb im Ramen ihrer zahlreichen Freunde und jn?1"«« zu sprechen, wenn ich ihr an dieser Stelle vak, ? berzlich danke für all das Schöne, das sie uns U™ ihrer Fuldaer Zeit mit ihren Konzertveranstal- geboten hat Dr. Kr.
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- Straßensperrung. .
Qs Landratsamt teilt mit:
Regelt Ausführung von Walzarbeitcn an dem Landwege ßenamiA11 ^ Gemeinde Rönshausen wird dieser Weg in der L^'n-inde vom Dienstag, den 3. Mai bis einschließ- NfE “0' den 10. Mai 1927 für jeglichen Fuhrwerks- und Myrzeugverkehr gesperrt.
Die Umleitung des Verkehrs kann über die Brückenauer Straße Löfchenrod — Döllbach — Thalau erfolgen.
Uebertretungen werden nach den geltenden Bestimmungen mit Geldstrafe bis zu 150 RMk. bestraft.
Zugverbindung Fulda — Kassel und Kassel — Fulda.
Wie uns die Industrie- und Handelskammer mitteilt, sind auf beiden Strecken für den neuen Fahrplan ab 15. Mai 1927 einige Verbesserungen vorgesehen. Die günstigsten Verbindungen auf diesen Strecken werden durch folgende Züge hergestellt:
Fulda — Kassel:
PZ. 843 Fulda ab 6.27, Bebra an 7.53, Anschluß an EZ. 82 Bebra ab 8.10, Kassel an 9.09,
ab 15. Mai. Für die Zeit vom 1.—15. Mai und 15. Sept, bis 1. Oktober ist anstelle des Eilzugs, Triebwagen-Anschluß vorgesehen.
D 41 Fulda ab 9.06, Bebra an 9.59, Anschluß an T. 1166 Bebra ab 10.04, Kassel an 11.35,
PZ. 861 Fulda ab 11.27, Bebra an 12.32, Anschluß an PZ. 482, Bebra ab 13.00, Kassel an 14.48,
D 85 Fulda ab 15.52, Bebra an 16.42, Anschluß an D 198 Bebra ab 16.55, Kassel an 17.54,
EZ. 61 Fulda ab 20.59, Bebra an 21.55, Anschluß an T 1161 Kassel an 23.51.
Kassel — Fulda:
D 189 Kassel ab 4.15, Bebra an 5.10, Anschluß an D 88, Bebra ab 5.38, Fulda an 6.32,
PZ. 625 Kassel ab 8.16, Bebra an 9.58, Anschluß an PZ. 860, Bebra ab 10.25, Fulda an 11.54,
D 7 Kassel ab 10.30, Bebra an 11.25, Anschluß an EZ. 62 Bebra ab 12.19, Fulda an 13.15,
D 197 Kassel ab 12.50, Bebra an 13.14, Anschluß an D 90 Bebra ab 13.50, Fulda an 14.46,
D 187 Kassel ab 18.53, Bebra an 19.48, Anschluß an BP 868 Bebra ab 19.53, Fulda an 20.54,
EZ. Kassel ab 20.52, Bebra an 21.54, Anschluß an PZ. 808 Bebra ab 22.20, Fulda an 23.48.
Brieftaubensport.
Die Vrieftaubenvereinigung Kassel hatte Sonntag vormittag am hiesigen Eilgutschuppen 600 Brieftauben zum Vorflug ausgelassen. — D'? Reiwuereinigung Fuldatal, umGifeud die Vrieftaubenvereine von Bebra bis Schlüchtern, ließ Sonntag vormittag von Jossa bei Gemünden 2uC0 Brieftauben pim Vorflug auf.
Kreuzottern im Kreise Fulda.
Aus einem Bericht des Kreisarztes vor einiger Zeit ging hervor, daß im Jahre 1926 im Kreise Fulda 295 Kreuzottern gefangen und an die zuständigen Stellen gegen Aushändigung der Fangprämie abgeliefert worden feien (gegen 99 im Vorjahre). Zu diesem Bericht nimmt nun der Vorsitzende des Vereins „Seerose", Fulda, Erhard Winter, Stellung und führt in einem wissenschaftlichen Fachblatt aus, daß der Verein sich aus den Fängen bei Riesig mehrere Kreuzottern besorgt hätten. Von sieben abgelieferten „Kreuzottern" seien aber fünf Schlingnattern gewesen. Der betreffende Kreuzotternfänger habe den Mitgliedern der „Seerose" erklärt, daß er von diesen Schlangen, also den Schlingnattern, schon zahlreiche abge- licfert und dafür Fangprämien erhalten habe. Nach der Auffassung der Mitglieder des Vereins feien von den abgeliefer- ten 295 Schlangen nur die Hälfte Kreuzottern gewesen. Trotz eifrigsten Suchens in dem genannten Gebiet fei ihnen noch niemals der Fang einer Kreuzotter geglückt. — Es ist dringend erwünscht, wenn nach diesen Feststellungen bzw. Behauptungen des, Vereins „Seerose" nun auch die amtlichen Stellen ihre Meinung über das häufige Vorkommen der Kreuzottern im Kreise Fulda der Oeffentlichkeit bekannt geben.
Große Schöffengerichtssitzung vom 29. April 1927. lieble Nachreden.
Gelegentlich einer Ortsbesichtigung im Beschwerdewege wegen der Zusammenlegungssache von Grundstücken in der Gemeinde Ullhausen in Gegenwart eines Landeskulturdirektors, des Regierungslandmeffers und der Beschwerdeführer, geriet der Maurer F. Sch. von Uffhausen in große Aufregung und machte in bezug auf den Regierungslandmesser eine recht üble Bemerkung. Sch. erhielt hierfür eine Geldstrafe von 50 Ji.
Vorsätzliche Körperverletzung, Nötigung usw.
Recht sonderbare Auffassungen über Züchtigungsrechte bei Lehrlingen hatten 2 Schneidergesellen eines Meisters in der Hünfelder Gegend. Der eine dieser Rohlinge ist bereits vor längerer Zeit abgeurteilt worden, sein Komplize, der Schneidergeselle S. Ä., jetzt bei Koblenz in Stellung, konnte erst heute abgeurteilt werden. Vorsätzlich hatten die beiden Gesellen einen kleinen Lehrling mit Stöcken geschlagen, ihn sogar einmal an einen Baum festgebunden, ihn mit Schreckschüssen gepeinigt, mit Erschießen bedroht usw. Das große Schöfengericht verurteilte A. zu 60 Jl Geldstrafe.
Fahrlässiger Falscheid und Betrug.
Der 21jährige Mechaniker J. W. von hier stand wegen obengenannter Delikte unter Anklage. Er soll vor Gericht in einem Viehhandeltauschgeschäfts-Prozeß fahrlässig einen Falscheid geleistet haben, und außerdem bei Erhebung von Zeugengebühren insofern einen Betrug begangen haben, daß er bei Festsetzung der Gebühren angab, pro Stunde 1,20 J( Lohn zu erhalten und daraufhin 3,60 Ji ausgezahlt erhielt. In der Hauptverhandlung erfolgte wegen des fahrlässigen Falscheides Freisprechung, wegen des Betruges erhielt W. eine Geldstrafe von 30 Ji. Erwiesen wurde, daß W. überhaupt nicht mehr bei der angegebenen Firma in Stellung war und zuletzt nur einen Stundenlohn von 70 Pfennig bezogen hatte. (Zur Warnung für Andere.)
Geheime Branntweinbrennerei?
Der Landwirt Ch. St. in Kohlgrund war angeklagt, ohne Erlaubnis der Zollbehörde heimlich Branntwein her- gestellt zu haben. Die Zollbehörde hatte bei dem Angeklagten einen großen Bottich „entdeckt", der nach Maische roch, kurze Zeit darauf stellte man fest, daß der Kessel fort- geschafft und auf dem Heuschober versteckt worden war. Eine Schnapsprobe, die von einem öffentlichen Untersuchungsamt vorgenommen wurde, ergab als Analyse: 40 Prozent Kartoffeln, 10 Prozent Getreide und je 25 Prozent Birnen und Zwetschen. Die Zollbehörde verurteilte St. rechtskräftig zu einer Strafe von 1234 Jl die er auch bezahlte. Das große Schöffengericht als auch der Oberstaatsanwalt betrachteten das vorhandene Beweismaterial nicht für hinreichend genug, um den Angeklagten der geheimen Brennerei zu überführen, und erkannten in dieser Hinsicht auf Freisprechung. Nur wegen unbefugtem Besitz von Brennereigeräten wurde St. zu 150 Jl Geldstrafe verurteilt.
Schlitz. (R e a l s ch u l e.) In die hiesige Realschule wurden für das Schuljahr 1927/28 neu ausgenommen in die Klassen Sexta: 8 Knaben und 8 Mädchen, Quinta: 3 Knaben, Untertertia: 1 Knabe. Dem Heimatsort nach sind von den Neuaufgenommenen 11 aus Schlitz. 2 aus Bernshausen, 2 aus Schlotzau und je einer aus Hutzdorf, Niederstoll, Pfordt, Langenschwarz und Hamburg. Sämtliche Neuaufgenommenen sind evangelisch, sodaß die Schule nuninehr bereits das dritte Jahr nur evangelische Schüler ausweist. — Das Landesamt für das Bildungswesen hat mit Wirkung vom'1. April 1927 das Schulgeld an
den höheren Schulen wie folgt festgesetzt: Voller Satz monatlich 17,50 Râ Ermäßigung bei gleichzeitiger Schulausbildung von 2 und mehr Geschwistern: bei 2 Geschwistern auf je 14,50 31 Jl, bei 3 Geschwistern auf je 11,50 Jl, bei 4 Geschwistern auf je 9 31 Jl, bei 5 Geschwistern auf je 6,50 31 Jl, bei 6 und mehr Geschwistern auf je 4 R-N. — Der Staatspräsident hat am 3. März 1927 mit der Nassauischen Landesversicherungsbank einen Unfallversicherungsvertrag für sämtliche Schüler und Schülerinnen der staatlichen höheren Schulen des Volksstaates Hesien abgeschlossen. Danach ist jeder Schüler und jede Schülerin nach Zahlung eines jährlichen Versicherungsbeitrages von 70 Pfennig gegen Unfälle versichert, die sich auf dem Schulweg, dem Schulhof, in dem Schulgebäude und bei Veranstaltungen der Schule ereignen. Die Leistungen der Versicherungsbank umfassen Ersatz der notwendigen Heilkosten bis 1500 31JI, Kapitalzahlung bei bleibender Invalidität bis 15 000 R-N, Ersatz der Bestattungskosten bis 1500 31 Jl. Heilkosten werden nur soweit erstattet, als sie nicht von einer Krankenkasse oder Krankenversicherung zu tragen sind. — In Vertretung des krankheitshalber weiterhin bis zu den Sommerferien beurlaubten Studienassessors Anne Neutz ist bis auf weiteres Fräulein Studienrefendar Dr. Aenne Weimar von der Studienanstalt in Gießen an hiesiger Schule tätig. (Schl. B.)
Hersseld, 30. April. (Schwerer Einbruchsdiebstahl.) In der Nacht zum Freitag verübten Diebe in einem hiesigen Herrenkonfektionsgeschäft einen schwerer: Enbruch. Sie räumten den Laden gänzlich «us und stahlen eine große Menge von Kleidungsstücken.
Friedrichsroda, 27. April. (Der Pfarrer wandert aus!) Der hiesige zweite Ortsgeisilichc, Pfarrer Jebens, wanderte mit feiner Familie nach Brasilien aus.
Eifewach, 28. April. (Schuldig und doch frei- gesprochen.) Das Schwurgericht zu Meinigen hatte bereits vor einiger Zeit den Arbeiter Julius Koch, der vor nunmehr 23 Jahren den Sohn eines Steinfetzmeisters ermordet hatte, wegen Mangel an Beweisen freigesprochen. Kurz darauf hatte der Mörder dann ein Geständnis abgelegt, daß er die Tat begangen hatte. Bei der jetzigen Verhandlung war man allerdings der festen Ueberzeugung, daß Koch den Mord begangen hatte, es konnte aber nur auf Totschlag erkannt werden. Wegen Verjährung der Mordtat aber wurde das Verfahren eingestellt und der Mörder freigesprochen.
Eisenach, 1. Mai. (Schulferien wegen Platzmangels.) In dem Dorfe Obhausen reichten bei der diesjährigen Aufnahme der Schulneulinge die Sitzplätze nicht aus, sodaß die Schüler, die die Klassen noch einmal besuchen müssen, von der Cchrrllci- tung noch einmal Nachferien erhielten. Der Schulvorstand lehnt trotzdem weiter den Bau einer neuen Schule ab.
Kassel, 27. April. (Freitod eines Fünfzehnjährigen.) Hier erhängte sich gestern ein tSjähriger Junge in der Küche der elterlichen Wohnung. Er hatte kurz vorher mit seiner Mutter Streit gehabt, weil diese ihm Vorwürfe machte, daß er eine für ihn ausgesuchte Lehrstelle in Sondershausen nicht antreten wollte.
Kassel, 1. Mai. (Statt zehn nur zwei Häuser abgebrannt.) Das Großfeuer in Fölsen hat nicht, wie gemeldet, zehn, sondern nur zwei Häuser eingeäschert.
* Alsfeld, 28. April. Der Kreistag des Kreises Alsfeld tagte unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Stammler. Der Rechnungsabschluß für 1925 wurde mit einer Einnahme von 577 621 Jl und einer Ausgabe von 525 346 Jl genehmigt. Es verbleibt ein Kasfenbestand von 52 275 Ji. Der Verwaltungsbericht zeigte eine Mehreinnahme von 204 000 Jl, denen 160 000 Jl Mehrausgabe gegenüber stehen. Der Voranschlag für 1927 wurde in Einnahme und Ausgabe mit 308 875 Jl genehmigt. Der Umlagebedarf beträgt 110 000 Jl.
Schlüchtern, 30. April. (Freitod eines Siebzigjährigen.) Im benachbarten Bellings hat ein über 70 Jahre alter Landwirt seinem Leben durch Erhängen freiwillig ein Ende bereitet. Die Ursache ist noch unbekannt.
Frankfurt a. M., 28. April. (E i n Tag schwerer U n f ü l l e.) Auf dem Deutsch-Herrenkai wurde eine Frau aus Fechenheim mit ihrem Rade von einem Motorfahrer umgerisien und erheblich verletzt. ■— Beim Abbruch der Eisenbahnbrücke an der Forsthausstraße stürzte der Vorarbeiter Ferdinand Rinn aus Mainz von dem Gerüst ab und blieb lebensgefährlich verletzt liegen. — In der Adler- flychtstraße wurde ein zwölfjähriger Junge von einem Motorfahrer umgerisien und schwer verletzt. — In der Offenbacher Landstraße fuhr ein Motorfahrer eine zehnjährige Schülerin um, sodaß sie an den beiden Oberschenkeln und am linken Arm arg verletzt wurde. — In der Fahrgasse geriet ein älterer Mann unter ein Auto und wurde lebensgefährlich verletzt.
Frankfurt a. M., 28. April. (Das 50jährige Arbeits- iubilüum des Herrn Carl v. Weinberg.) Der Industrielle Carl v. Weinberg feiert heute sein bOjühriges Arbeitsjubiläum. Heute morgen um 9 Ahr wurde der Jubilar im überreich geschmückten Festsaal des "Werks Casella empfangen und in sein ebenso geschmücktes Arbeitszimmer geleitet, wo im Namen des Direktoriums der J.-G.-Farbcnin- dustrie A.-E., Direktor Molnar mit einer Plakette die Glückwünsche überreichte. Von dem gleichen Herrn wurde Herr v. Weinberg sodann nach dem Palmengnrtcn geleitet, wo sich die Beamtenschaft der Farbenindustrie-Frankfurt, Feuerbachstraße sowie die prominentesten Vertreter des Vorstandes und^ Aufsichtsrates der Gesellschaft eingefunden hatten. Als Einleitung intonierte das Opernhausorchester unter Leitung des Kapellmeisters Klaus Nettstraeter Beethovens „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Das Mitglied des Direktoriums Direktor Sel'ck hielt die Festrede, in deren Verlauf er den Werdegang Carl v. Weinbergs schilderte. Eine Ansprache des Vertreters der Beamtenschaft schloß sich an, der im Auftrage der Beamten ein Oelgemälde, das Porträt des Jubilars, überreichte. Herr v. Weinberg dankte sodann selbst den beiden Rednern und gab bekannt, daß er anläßlich des heutigen Tages einen Fonds von 300 000 Jl für die Beamtenschaft stifte. — Außer der Stiftung von 300 000 Jl zugunsten der Be- amten und Angestellten hat Konsul Carl von Weinberg aus Anlaß seines goldenen Berufsjubiläums auch eine Stiftung in Höhe von 100 000 Jl errichtet, die dem Aufstieg besonders begabter Söhne und Töchter von Arbeitern des Werkes dienen Zoll. Abends gab Herr von Weinberg im Palmcngarten seinen sämtlichen Mitarbeitern ein Essen.
Frankfurt a. M., 29. April. (4. Abend: K a m - mermusik.) Auch der vierte Abend des Max Reger- Aeftes bot Kammermusik. Ein zweites Streichquartett Regers in a-dur 1900) wurde vom Amar-Hindemith- quartett mit gleicher Meisterschaft und Einfühlung gespielt, reizvoll der Andantesatz mit Variationen und der Schluß mit seinem starken Rythmus. Bei dem Klavierquartett a-moll (1914) gesellte sich zu Licco Amar (Violine), Paul Hindemith (Bratsche) und Rudolf Hindemith (Cello) der Pianist Walter Gieseking-Hannover. Das Zusammenspiel war klar und einheitlich. In diesem Werk wirkte vor allem der Gegensatz zwischen getragener Melodie und humoristischen Einfällen. Paul Hindemith spielte eine Suite für Bratsche allein in d-dur (1915) vollendet und