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i auch ba und du und du. Damals als ihr ins Grab Ä weinten wir manch heimliche Träne ins bärtige An- I fA Ihr starbt, damit wir leben können. Und heute am > mätaq ist cs mir, als ob ich euch um eure Ruhe und um n joö beneiden möchte. Wen Gott lieb hat, den läßt er f1111, nuflcnb sterben! Uns selbst traf es, und noch heute bren- Wunden. Wer aber erinnerte sich unser? Vergessen ^Anscheinend all unser Wirken da draußen, und im Kampfe « tägliche Brot wird uns nichts geschenkt. Keiner crin- sich unserer Taten, und genau wie der Starke, Unverletzte, Men auch mir um unser bißchen Leben ringen. Daß uns A Kampf schwer — ach so schwer fällt, wer gedenkt daran? — jer Sturm jagt die Wolken — der Nebel wird lichter. Ein grüner Tannen habe ich am Denkmal niedergelegt. Ihr, vnen dies Denkmal geweiht ist, ihr ruht jetzt aus in Walhall. N, gehen unsere Bahnen weiter bis auch uns das „Sammeln" — bis auch wir einstens eingehen dürfen ins ewige

* Ruht sanft, Kameraden!

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Wieder stehe ich hier oben. Berg und Tal liegen im Glanze leI Frühlingssonne vor mir. Die Teiwe von Nicdermoos «hinten unter den Strahlen der Sonne, und das Tal um ^Mausen grüßt friedlich herüber. Crainfeld, Grebenhain, Latein grüßen mit ihren Kirchtürmen, und irgendwo läuten Erlich die Glocken zum Gottesdienst. Blumen strecken ihre öpfchen hervor, und die Knospen der Buchen und Laubbäume gellen. Ein Sträußchen Schlüsselblumen, das ich auf dem ege hierher suchte, lege ich am Ehrenmal nieder. Trotz aller Arme wird es auch hier Frühling werden. Nur noch etwas Mld, du Menschenkind. Jbr Kameraden, die ihr euer Vtkn hergabt fürs Vaterland — ihr, die ihr eure Treue mit N Tod besiegelte — ihr seit nicht tot — ihr seit nur Heim­angen zur ewigen Freude, und in unseren Herzen lebt ihr «t. Ostern ist es heute, Ostern, die Gewißheit eures einstigen verstehens! Dankt unserem Schöpfer, daß es ein Ostern gibt!

Auch uns naht der Frühling — auch uns naht die Sonne, iaht das Herz weit auf und laßt die Sonne herein, Men- chenkinder! Noch immer stürmt es bisweilen, aber wir wissen och — wir wissens bestimmt, daß der Frühling, daß die Sonne kommt. Darum vorwärts schauen, nicht zurück. Vergessen seien die trüben Gedanken des Karfreitags — Ostern ist es ja. — Ich bin weiter nach dem Jugendheim gewandert. Frohe Scharen gesunder Jünglinge tummelten sich auf der Berg- mese in reiner Luft. Freuet euch, ihr Jünglinge — freuet euch eurer Jugend im edlen Spiel. Ihr werdet, deß bin ich gewiß, gestärkt an Leib und Seele in eure Tätigkeit zurück- lthren und mir wird es ebenso gehen. Auf Karfreitag ist ein

Hoffnungen

tüt Aftern gefolgt, und mit neuem Mut und neuen 1 lagt uns vorwärts schauen.

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„Nicht draußen im Strudel verrauschender erwarte, das Glück dir zu finden.

Die Seligkeit wohnt in der eigenen Brust, hier mußt du sie ewig begründen."

Lust

Der erste Schultag.

Beinahe ist cs so wie vor einem Geburtstag.

Beinahc! kann man

Aber als die Mutter am Morgen an das

“ Pas Herzchen pocht aufgeregt, und am Abend vorher

' n < nicht einschlafen. üvvi uiv uicaiimn um ^jiuiyvu ml uu» , Lettchen trat, da saß ihr „Schulbub" schon in Erwartung da,

um mit wichtiger Miene zu erklären: „Mutti, jetzt mutz ich

aber in die Schule! immer so.

Das sagt der große Bruder auch

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! Endlich ist es nun so weit. Der große Augenblick, den Bubi bisher nur „gespielt" hat, ist nun heute da. Jetzt darf er die Aeuc Schulmappe, die er nur immer in der Stube spazieren ge­tragen hat, richtig über die Straße in die Schule führen. — ; Mit „männlich" festen Schritten geht er neben der Mutter her, beide Hände am Ranzenriemen. Nur manchmal riskiert [er einen kleinen Hoper, damit der neue Federkasten klappert. »Nur manchmal riskiert er einen Blick nach links, ob der schöne

^ Wgroße Schwamm noch da ist, den er schon am Abend vorher an-

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WW.d hatte. Aber sonst ist der neugebackene Schulbub ganz

bei der Sache. ,Er nimmt nicht einmal von Lies' und Lene, - die an der Hand ihrer Mutter den gleichen Weg gehen, Notiz.

Nun steht er vor dem großen Tor. Es ist so groß und weit, : daß es ihm fast ein bißchen ängstlich zumute wird. Aber das kmit Schulmappe, Griffel und Schwamm erworbene Selbstbe- Mvußtein kehrt schnell zurück.

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^ulba, den 25. April 1927.

Personennachrichten.

I Herr Regierungsrat Freiherr von Müssling bei der Regie- pung in Kassel wurde zum Oberregierungsrat ernannt.

L versetzt wurde Regerungs-Vizepräsident Dr. Lehmann von Mr Regierung in Kassel als Vizepräsident des Oberpräsiden- Pen nach Hannover. Dr. Lehmann leitete s. Zt. die Auskrei- Mugsverhandlungen beim Ausscheiden ^er Stadt Fulda aus Kreisverbandc.

I Ws Ergänzungsmitglied des Betriebsrates bei der R.egie- I un3 m Kassel wurde Herr Alfred Feldmann, Büroangestellter Mim Katastcramt in Fulda gewählt'.

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Silberne Hochzeit.

Am Mittwoch, den 27. April feiern Herr Karl Schenck, Inhaber der Firma W. B. Schenck, Papier- und Schreib- ^arenhandlung und Buchbinderei, Karlstr. 21/23, und ®ema^in Agnes geb. Prinz, das Fest der silbernen Die altrenomierte Firma besteht bereits über am hiesigen Platze. Die Familie Schenck als mblt zu den ältesten evangelischen Familien in hiè- Mger Stadt.

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Der gestrige Sonntag.

.Wie wsrd das Wetter am Nachmittag werden, so viele Mitglieder des Evangelischen Volksvereins U'^aufe des gestrigen Vormittags gedacht haben, die an C geplanten Ausflug nach dem Schulzenberg und von aus weiter nach Horas teilzunehmen beabsichtigten. sW^ Regenschauer und manchmal auch ein bissel Son- wechselten vormittags miteinander ab, also ein b“5 einem Ausfluge bestimmt nicht günstig war. W^aiesem Grunde zogen es wohl die meisten der Mit- vor, an der Wanderung selbst nicht teilzunehmen, n ^c hingen, nachdem es am späten Nachmittag wenig- t?cn eben herab teilweise trocken blieb, direkt nach Endziel, der Martin'schen Wirtschaft in Horas, um p : 'HA den Wanderlustigen dort zu treffen. Doch die Gruppe, die das unbeständige Wetter nicht scheute, -ich zur festgesetzten Zeit trotzdem am Sammelpunkte

7 > strebte mit ihrem Führer frohgemut dem Ziele zu. L„Reuenberg gab's den ersten Aufenthalt, weil man vor plötzlich cinsetzenden Regen flüchten 'nutzte. Nachdem Ieinc „Schauer" vorübeB war, ging es weiter in x^ung Maberzell, und man kam gerade zurecht, um im Unterschlupf zu suchen vor einem erneut ein- j Regenguß. Nachdein man sich hier bei einer ctin» Coffee erquickt und die gesunkenen Lebensgeister uia 55 "ufgefrischt hatte, hellte sich der Himmel wieder auf, i^ 'W neuem Mute ging es dem Ziele zu, ohne daß beeilt'-."bebliche „nässende Belästigungen" die Stimmung nnrachtigten. Nach mehrstündiger Wanderung traf ’n Horas ein. wo man sich mit den teilweise schon An- ^ccn. teils später Hinzukommenden bei munteren b^ollig unterhielt und die „Eindrücke" der Wande- chW^. lebhaften Farben schilderte. — Von dem lebhaften, ss^Mlchen Bild, dah die am Weitzen Sonntage stets statt- 5U erstmaligen Kommunionen in das Stra^enbilb rin8cn pflegen, war infolge des unfreundlichen Wet­

ters gestern fast nichts zu sehen. — Das angesagte Wan­delkonzert konnte bei regenfreiem Wetter stattfinden und war gut besucht.

Sächsische Bergknappen in Fulda.

Vier Bergknappen aus der Vergwerkstadt Zwickau sind mit einem Kohlenhund in Fulda eingetroffen. Sie befinden sich seit dem 6. März von ihrer Heimat aus zu Fuß unterwegs, und haben bereits Thüringen durchquert. Der Zweck ihrer Reise ist eine Sammlung für ein Bergmannsheim für alte Berg­leute. Sie verkaufen kleine Holzfchachtcln, in denen sich rei­zende S'hnitzereien von armen Kindern aus dem Erzgebirge befinden. Der Reinertrag fällt dem Bergmannsheime zu, für welchen bereits ein Protektor in hochherziger Weise das Grund­stück spendete, und mit dessen Bau noch in bieem Frühjahr be­gonnen werden soll. Das Protektorat hat Herr Dr. Alexander Erbprinz von Schönburg zu Hartenstein übernommen.

Gautag des Gaues 3 a des A. D. A. C.

Unter reger Teilnahme des Motorsportklubs Fulda (Ful­daer Automobilklub), Ortsgruppe des Allgem. Deutschen Auto­mobil-Klubs fand am Sonntag, den 24. April in Fulda im Saale des Evangelischen Gemeindehauses die diesjährige Frühjahrsgautagung des Gaues 3 a Hessen und Hessen-Nassau- Süd des Ä. D. A. C. statt. Recht zahlreich waren die Mit­glieder aus vielen Städten und Orten des Gaues in Autos eingetroffen. Der Magistrat der Stadt Fulda war durch Herrn Stadtrat Witzler vertreten. Eröffnet und geleitet wurde die Tagung vom 1. Eauvorsitzenden Kleinböhl-Frankfurt am Main. Aus dem erstatteten Geschäftsbericht über das Winter­halbjahr 1926 gihg hervor, daß der Gau um 135 Mitglieder gewachsen und am 1. April 1927 1734 Mitglieder zählte. Die Kassenverhältnisse sind recht günstig. An die Gaugeschäfts- stelle in Frankfurt wurden sehr große Anforderungen gestellt. Verschiedene Eingaben an Landräte um Ausbesserung sehr schadhafter Straßen mußten gemacht werden. — Der ausführ­liche Bericht über die am 28. Novbr. in Breslau stattgefun­dene 24. Hauptversammlung des A. D. A. C. diente zur Kennt­nis. — Der Eausportleiter Heinemann-Frankfurt a. M. teilte mit, datz die Beteiligung am Sportleben des Gaues auch im Winterhalbjahr eine sehr rege war. Weiter verbreitete er sich über die verschiedenen in diesem Sommer vorgesehenen Ver­anstaltungen (Automobilwettbewerbe, Saalburg-Becherfahrt, Gesellschaftsfahrt nach dem Schwarzwald, Feldbergrennen u. a. m.) — Herr Direktor Jurthe-Frankfurt a. M. hielt einen ausführlichen und interessanten Lichtbilder-Vortrag über Ver­kehrsunfälle. — Nach dem Mittagessen fand eine Korsofahrt durch zahlreiche Straßen Fuldas nach dem Jägerhaus in Bronn­zell statt, die durch das Regenwetter beeinträchtigt war. Duah ein gemütliches Beisammensein fand dort die Tagung ihren Abschluß.

Kriegerverein Fulda.

In der am Samstag abend in dem Vereinslokal stattge­fundenen gut besuchten Monatsversammlung teilte der Vor­sitzende mit. daß der Vorstand vor einigen Tagen zwei alte treue Mitglieder zu ihrem 80. Geburtstage persönlich gratu­liert habe, und zwar dem Mitgründer Ehrenmitglied Scholl und dem Ehrenmitglied Möbus. Zur Verlesung gelangten folgende Einladungen der Krieger-Kameradschaft Fulda zu ih­rer Fahnenweihe am 8. Mai; der Vereinigung ehemal. Feld- Artilleristen zu einem kameradschaftlichen Abend am 30. April; des Herrn Oberstleutnant Reiche zu einem Vortrag des Herrn Karl Grube am 28. April; des Werbeausschusses der ehemal. 32er zu ihrem Regimentstag am 5. und 6. Juni in Meiningen. — Die Vorbereitungen zu dem am 3. Juli in Zirkenbach statt­findenden Kreiskriegerverbandsfeste sind im vollem Gange. Es wird, besonders hierzu um eine recht zahlreicbe Beteiligung gebeten.'— Als Ersatzmann für beu Fahnenträger Püblich wurde Kamerad Hahn gewählt. Sodann hielt Kamerad König einen interessanten Vortrag über: „Deutsche Unterseeboote im Weltkrieg 1914/18“. Eingangs seiner Ausführungen wies er darauf hin, daß Deutschland leider erst 1904 mit dem Bau von Unterseebooten begann und zu Anfang des Weltkrieges nur 19 U-Boots besaß. Dann schilderte K. die Beschaffenheit und Einteilung der U-Boote u. die großen Anforderungen, die an die Bssatzung dieser Boote gestellt wurden. Die Versen­kung der ausländischen Frachtdampfer durch U-Boote wurde der Versammlung durch Zeichnungen veranschaulicht. Aucki manche große Ausreise auf verschiedenen Meeren durften die Anwesenden mit dem Vortragenden auf U 87 fbas er lange gefahren) im Geiste mitmachen, ohne der Seekrankheit oder U-Bootfallen zum Opfer zu fallen. Rühmend gedachte der Vortragende mancher hervorragenden U-Boot-Kavitäne (Weddingen u. a.), die den Seemannstod auf ihren U-Booten erlitten. — Der Vorsitzende dankte dem Vortragenden herz­lichst für seine trefflichen Ausführungen. Voraussichtlich soll am 22. Mai eine Zusammenkunft der Mitglieder mit ihren Familien auf der Erillenburg stattsinden.

Brieftaubensport.

Am Sonntag, den 24. April wurden am hiesigen Eilgut­schuppen 300 Brieftauben der Brieftauben-Reisevereinigung Großentaft und Heimkehr-Grüsselbach. sowie 100 Brieftauben der Bricftauben-Vereinigung Heimkehr-Alsfeld (Oberhessen) aufgelassen.

Neuschnee in der Rhön.

Infolge des letzten Witterungsumschlages hat cs im Rhön­gebiet in den höheren Lagen so stark geschneit, daß verschiedent­lich Verkehrsstörungen eintraten. Automobile, die nach dem Kreuzberg und der Wasserkupve unterwegs waren, sind wieder­holt im Schnee stecken geblieben. Die Rhönslüsse bringen cr- hebliih: Wasscrmassen zu Tal.

Der nächste Viehmarkt.

Am Donnerstag, den 28. April 1927 findet ein Viehmarkt statt. Der Abtrieb des Viehes am Vormarkttage von der Viehladerampe am hiesigen Bahnhof erfolgt über die Straßen­ecke Kurfürstenstraße, Zieherierweg nach der Straße am Vieh- markt und von da unmittelbar nach den einzelnen Stallungen in der Stadt. Der Auftrieb des Viehes zum Markt am Markt­tage selbst beginnt um 6 Uhr und muß um 8 Uhr beendet sein. Hierbei ist das nichtuntersuchte Vieh durch die Schloß- straße aufzutreiben, das voruntersuchte durch die Lindenstraße. Jm Interesse der ungehinderten Abwicklung des Marktverkehrs wird die Bevölkerung ersucht, auf die vorstehenden Verhältnisse Rücksicht zu nehmen.

Die preutzischen Mieter »erlange» Aufrechterhaltung der Zwangswirtschaft.

In Hannover traten die Vertreter der preutzischen Mietervereine im Reichsbund deutscher Mieter e. V. zu einer Tagung zusammen. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Der Verbandstag fordert erneut die Aufhebung der Verfügung des preußischen Wohlfahrtsministeriums über die Freigabe der Gewerbe- räume. Er fordert weiter im Interesse des inneren Frie­dens des deutschen Volkes auf das dringendste die Auf­rechterhaltung des Reichsmietengesetzes und des Mieter­schutzgesetzes, die am 30. Juni 1927 ablaufen.

Postkreditbriefe für die Reifezeit.

Wiederholte Anfragen lassen erkennen, daß weite Be­völkerungskreise eine unrichtige Vorstellung von dem Zweck der Postkreditbriefe haben. Die Kreditbriefe sind einge­führt werden, um jedermann die Möglichkeit zu geben, sich unterwegs leicht und bequem mit Bargeld zu versor­gen. Sie sind bis 5000 R-ll zulässig, müssen aber auf volle einhundert R-ill lauten. Bestellungen nimmt jede Post­anstalt entgegen. Gebühren werden nur bei Bestellung erhoben. Die Abhebungen sind gebührenfrei. Täglich kön­nen bis zu 500 R.K abgehoben werden. Auszahlungen leistete jede Postanstalt während der Schalterdienstst'un- den, also auch nachmittags und Sonntags. Bei der Ab- 1

Hebung ist ein Ausweis mit Lichtbild vorzulegen. Die» Gültigkeitsdauer der Postkreditbriefe beträgt ein halbes! Jahr. Nähere Auskunft erteilen alle Postanstalten.

Hersseld, 25. April. (Auch eine Gans weiß ihren Brot-, Herren zu schätzen.) In dem Dorfe Niederaula wurde einet Gans mit ihren Einseln nach dem drei Kilometer entfernten^ Orte Kleba verkauft. Anscheinend hat es ihr bei ihrem neuen, Brotherren nicht gefallen, denn nach einiger Zeit kehrte sie zut ihrem alten zurück, allerdings ohne ihre Einsel, denen sie biej Wanderung wohl nicht hatte zumuten wollen.

Marburg, 24. April. (Um die Nachfolgeschaft Dr. Voigts.), In der hiesigen Bevölkerung wird angesichts des Todes non* Oberbürgermeister Dr. Viogi. wodurch die Stadt Marburg/ wieder vor die Wahl eines neuen Stadtoberhauptes gestellt! ist, die Frage um dessen Nachfolgeschaft viel erörtert, umso-^ mehr, da die Wahl diesmal, wo keine Persönlichkeit von denk Qualitäten Dr. Voigts zur Verfügung steht, deshalb beson-è ders schwierig sei, da in wenigen Monaten das 400jähriges Jubiläum der Universität gefeiert werde und deshalb an biet Stadtverwaltung, also gerade in dieser Zeit ein voll gerüttelt! Maß von Anforderungen an Organisation und Arbeit gestellts wird. In einer Zuschrift an die „Oberhessische Zeitung" wird ' deshalb der Vorschlag gemacht, die Wahl überhaupt nicht aus-! zuschreiben, sondern den bisherigen zweiten Bürgermeister ‘ Müller, der seit 14 Jahren in der Stadtverwaltung tätig sei,! und während dieser Zeit die wichtigsten Dezernate inne hatte,! zum Oberbürgermeister zu bestellen.

- Ober-Ohme», 23. April. Ein. tragischer Unglücksfall/ suchte gestern abend die Familie des Bäckermeisters H.! Euler heim. Man war gerade mit der Hausschlachtung beschäftigt, bei der im Hause alle Hände voll zu tun sind. Der 7jährige älteste Sohn Erich befand sich bei anbrechender Dunkelheit auf der von ^Kraftfahrzeugen belebten Ohm- straße vor dem Hause seiner Eltern und wurde von dem Chauffeur bei Firma Keil, der ohne Licht und ohne Sig­nal zu geben mit seinem Motorrad in scharfem Tempo bie/ Ohmstratze entlang fuhr, angerannt, eine Strecke mitgeJ schleift und schrecklich zugerichtet. Die vor dem Hause! stehende Großmutter mutzte das Schreckliche mitansehen,! ohne auch nur die geringste Hilfe leisten zu können. Ohn-! mächtig, am ganzen Körper blutend, die Kleider zerfetztZ trug man den Jungen ins Haus und versuchte durch falte* Aufschläge ihn wieder ins Bewußtsein zu rufen, doch ver-! geblich. Der Chauffeur, der den Jungen angefahren hatte.' fuhr mit seinem Motorrad sofort nach Erotz-Felda und be-c nachrichtigte Herrn Dr. Nern, der mit seinem Auto erschien | Die Untersuchung ergab zwar noch eine schwache Herz-! tätigfeit, doch waren die Verletzungen derart, (Rippen-,' brüche, Schädelbrüche, Löcher am Hals und in der Seite)! daß von vornherein ein einem Aufkommen gezweifelt wer-j den mutzte. Herr Dr. Nern legte einen Notverband ani und schaffte den Verunglückten im eigenen Auto zum Gießener Klinik, wo er im Laufe der Nacht noch verstarb,' ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Man kann den Schmerz der Eltern verstehen, und das ganze Dorf fühlt mit der so hart betroffenen Familie. Ein großer Teil der Verantwortung wird auf dem jungen Chauffeur hängen bleiben. Der tragische Vorfall möge allen zur Warnung dienen, innerhalb der Ortsstratzen mit äußerster Vorsicht zu fahren.

Dillenburg, 23. April. (Hessen-Nassauische Komtnunalbe am tentagung.) Am 7. und 8. Mai treten die Vertreter der Bezirksgruppe Hessen-Nasiaus und Waldecks des Verbandes der Kommunalbeamten und -Angestellten Preußens hier zu ihrer diesjährigen Haupt­tagung zusammen. Außer Erstattung des Jahresberichts und Mahlen werden vor allem Berufs- und Standes- fragen auf der Tagesordnung stehen.

Birstcin, 24. April. (Prinzessin Friederike von I s e n b u r g - B i r st e i n g e st o r b e n.) Die Für­stin Friederike von Jsenburg-Birstein, Gattin des Fürsten Franz Joseph zu Jsenburg-Birstein, ist im Hanauer St. Vinzenzkrankenhaus, wo sie sich einer Blinddarmoperation unterziehen mußte, im Alter von 54 Jahren gestorben. Die Verstorbene war eine geborene Prinzessin zu Solms- Braunfels und seit 31 Jahren verheiratet. Die Beisetzung findet am Dienstag nachmittags 3 Uhr in der Familien­gruft in Birstein statt.

Wächtersda'i'. 24. April. (Schwerer Motorradunfall.) Zwei junge Leute von hier, die mit einem Motorrad unseren Ort durchfuhren, verunglückten dadurch, daß ein großer Nagel in den Schlauch des Hinterrades geriet. Das Kraftrad über­schlug sich. Die beiden jungen Leute wurden zu Boden ge­schleudert. Dabei erlitt der Führer des Rades schwere Kopf­verletzungen. Nach Anlegung eines Notoerbandes wurde der Verunglückte in das Hanauer Krankenhaus gebracht. Der Be­gleiter kam mit leichteren Verletzungen davon.

Frankfurt a. M„ 21. April. (Ein neues Mittel gegen Zuk- kerkrankheit.) Auf dem zur Zeir in Berlin stattfindenden Deut­schen Chirurgenkongreß hat der Assistent bei der Berliner Charite Dr. Stahl ein neues Mitel gegen die Zuckerkrankheit aqgekündigt, das Professor von Noorden in Frankfurt a. M. in seiner Klinik bereits in zahlreichen Fällen erfolgreich ange- wendet hat. Auf Veranlassung von Professor von Noorden wurden auch entsprechende Versuche mit dem Mittel an Tieren unternommen. Die Tiere haben bic Versuche durchaus gut überstanden, befinden sich nachher sehr munter und zeigten kei­nerlei Anzeigen von Zuckerkrankheit mehr. Die Versuche sind jedoch noch nicht abgeschlosien. Ob das neue Mittel, Horment genannt, das in Tablettenform anstelle der Insulin-Einsprit­zung verwendet wird, das Insulin ersetzen kann, müssen die weiteren Versuche ergeben.

Frankfurt a. M., 21. April. (Ein gewerbsmäßiger Fahr­radhehler.) Der Kuhmelker Karl Mai war unter Fahrrad- dieben als Hehler sehr bekannt. Als er von der Polizei ge­faßt wurde, war er zunächst im wesentlichen geständig und bot sich dann auch dtr Polizei als Spitzel an. Auf diese Weise ge­lang es, drei weitere Fahrraddiebe festzunehmen. Als es aber zur VerhandluttH vor dem großen Schöffengericht kam, ver­legte er sich aufs Leugnen, doch konnte durch eine eingehende Verhandlung festgestellt werden, daß der Angeklagte die Fahr- radhchlerei als Gewerbe betrieb. Ein Jahr Zuchthaus gab ihm das Gericht. Der Angeklagte legte Berufung ein und hob vor der Strafkammer u. a. zu seinen Gunsten hervor, daß er sich der Polizei jls Spitzel angeboten hatte. Das Gericht kam zu der gleichen Feststellung wie der Vorderrichter und verwarf die Berufung.

Frankfurt a. M., 23. April (Ein Gefangener an Alkohol­vergiftung gestorben. — Der Brennspiritus im Kaffee.) Ein Gefangenenaufseher des hiesigen Gerichtsgefängnisses, der mit vier Gefangenen in der Nähe des Hundedresiurplatzes an der Friedberger Warte Arbeiten auszuführen hatt", bemerkte zu­fällig, daß einer der Gefangenen sehr merkwürdige Bewegun­gen machte. Als er der Sache nachforschte, mußte er feststellen, baß man es mit einem schwer Betrunkenen zu tun hatte. Die cingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß dem Gefangenen- trupp, als er mit einem Drückkarren unterwegs -waren, von dritter Seite eine Flasche mit Brennspiritus zügesteckt worden war. den sie sich in ihre Kaffeekannen gossen und dann zum Frühstück genossen. Einer der Gefangenen ist bereits nach kurzer Zeit an Alkoholvergiftung gestorben, ein zweiter wurde schwer krank im Gerichtslazarett ei »geliefert, befindet sich aber wieder auf dem Wege der Besserung. Die beiden anderen, die von dem Teufelsgetränk anscheinend weniger getrunken hatten, sind wieder wohlauf. Den Aufseher trifft an dem Vorkomm­nis keine Schuld, da die Gefangenen beim Frühstück etwas ab­seits saßen, sodaß er den Vorfall nicht gleich bemerken konnte.