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polttische Nunöschau.

Deutsches Reich

Enquete-Ausfchuß und Handwerk.

Der Enquete-Ausschuß veröffentlicht eine Erklärung, nach der zwischen dem Ausschuß und dem Reichsverband des deutschen Handwerks darüber eine Verständigung erzielt worden ist, daß die Handwerksenquete gesondert von den Untersuchungen des Enquete-Aus­schusses vorgenommen werden soll. Die Erklärung weist auch darauf hin, daß der Vorsitzende des Enquete-Aus- schusses niemals eine ungünstige Erklärung über die Existenzberechtigung des Handwerks abgegeben hat.

Die Reform der Beamtenbesoldung.

Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff erklärte im Haupt­ausschuß des Preußischen Landtages, über die Besol­dungsreform könne er noch keine nähere Mitteilung machen. Der neue Reichsfinanzminister hatte eine Re­form für notwendig, könne aber einen bestimmten Zeit­punkt noch nicht angeben. Von der Reform im Reiche hänge die Besoldungsreform in Preußen in der Haupt­sache ab. Die Reform müsse schnell in Angriff genommen werden. Mindestens müsse den Beamten der R e a l - lohn der Friedenszeit gesichert und Mißstände im Aufrückungsverfahren beseitigt werden. Der Minister macht dann in der Frage der Auswertung von Ansprüchen der Länder gegenüber dem Reich nähere Mitteilungen über die zurzeit im Reich schwebenden Verhandlungen. D'e preußische Staatsregierung werde die preußischen Be­lange mit Nachdruck wahren.

Belgien.

X Die Umgestaltung des belgischen Heeres. Der Mi­nister der nationalen Verteidigung de Brocqueville er­klärte in der Kammer bei Beratung des Budgets der nationalen Verteidigung über die Umgestaltung des bel­gischen Heeres, er sei der Ansicht, daß der Geist von Lo­carno die Völker nicht daran hindere, ihre Verteidigung vorzubereiten. Es sei ein Irrtum, zu behaupten,' daß man, um Frieden zu haben, die Möglichkeit eines Krieges außer acht lassen müsse. Die ständigen Festungen seien während des Weltkrieges nicht unnütz gewesen. Ein Ausschuß prüfe gegenwärtig in Belgien das Festungs- svstem, das gegebenenfalls zur Unterstützung des Feld­heeres zu dienen habe. Er wolle dem Heer den Kampf­wert wiedergeben, den es durch die mehrmals hinterein­ander vorgenommene Herabsetzung der Dienstzeit ver­loren habe. Belgien brauche eine gut organisierte und g-'t --führte Armee. Die belgischen Soldaten müßten in t Jage sein, sich gleich vom ersten Tag an zu verteidigen, wenn ein Einfall i " belg '' ßes Gebiet drohe.

X Luftangriffe aus Amerika unmöglich. In einer Er- F< m betonte der Marineininister Wilbur, daß An« gr"èe von Lus/aß m gc t ebret der • er«

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r ue von Bov von ■ id c ■ m 'm ^ctiiefa-itoff un* r ch w i re. Gegen ,/ tgzcuge, i e von Schiffer Her­si gebracht werden können, »ei i aus eichende k gen getroffen San

r orrichtungen ansge' "M i, um schwere Flngzeuge c "ft auszu'mden

§.MZ 3n* und Anstand

Berlin. Die australische Regierung hat in einem Schrei­ten an das deutsche Generalkonsulat in Melbourne erklärt, da in Neuguinea dgutsu.es öig »tum nur noch in g so:.bereit . nrc aiien enteignet werden soll.

Diemel. Wie das Memeler Dampfboot meldet, ist dem seit mehr als 18 Jahren bei der Kreisausschutzverwaltuug des Landkreises Memel beschäftigten Kreisausschußinspektor Schlomski mit der Begründung, daß er für Deutschland optiert habe, zum 1. April gekündigt worden.

Paris. Nach einer Meldung des »New Hork Herald* aus Äachington berichten die dortigen Zeitungen, daß die chilenische Regierung sechs Torpedobootzerstörer a n ge k a u ft habe.

ondon. Sir Austen Chamberlain und Briand sollen den Besuch gemacht haben, die schweizerische Regierung zu be­wegen, eine neue Bemühung zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Rußland zu unternehmen, da­mit die Sowjetregierung nicht länger die Ermordung Worowskis als Vorwand für ihre Nichtteilnahme an der Ab­rüstungskonferenz Vorbringen könne.

Madrid. Die Grippeerkrankung des Königs mit rechtsseitiger Lungenkomplikation nimmt einen vormalen Verlauf. Tas Fieber hat nachgelassen.

Warschau. In dem unweit Warschau gelegenen Städtchen Pruszkow kam es zu Erwerbslose nunruhen. 350 Erwerbslose drangen in das Rathaus ein, wo sie ihre bis zum Montag zu erfüllenden wirtschaftlichen Forderungen überreichten. Die Polizei nahm unter den Rädelsführern Verhaftungen vor.

Warschau. An der litauischen Grenze bei der Ortschaft Podblond ist ein Wachtturm des polnischen Grenzschutzkorps von litauischen Grenzwachen beschossen worden. Die Be­schießung soll von drei verschiedenen Punkten und aus naher Entfernung erfolgt sein.

Moskau. Das Mitglied des Volkskommissariats für Aus­wärtiges Aralow und der lettische Minister des Äußeren Zielens haben den Garantievertrag zwischen der Sowjetunion und Lettland paraphiert.

0- Dug.) § Berlin, 11. März.

In Berlin begann unter dem Vorsitz des Landgerichts- direktors Dr. Siegert der Fememordprozeß gegen Stannen uns enoffen. Dies wird in absehbarer Zeit jedenfalls der letzte fememordprozeß sein.

Die Vorgeschichte.

Es handelt sich dabei um die Tötung des Feldwebels dessen Leiche im Juli 1923 in der Nähe von Rathenow a er Ivel gelandet wurde. Die Ermordung des I !d- ü .s W ms hat die Öffentlichkeit lange Zeit hindurch be­st NM. Wilms, von Berus Kaufmann, stammte aus Ncn- r 'ter und kam im Frühjahr 923 nach Berlin. Er fand " um bei dem sogenannten Arbeitslos, ando in Spam t r 2 ar en Reichswehr geMn-, und trat als s . iu Spät r .wurde er baun nach l-ner^n V nl I vor V ner escitignug nach Railcno.v übergeführt. H • r Leiche ist > va eine kalbe Stnnd< von • ■ 'thcnow : ritt. Siim-, soll vorher schwer mißhandelt ' 1 i-ai i ' loch e ar^-er worden sein. Als ■ der Tat . ' vt die Anita/ -, die rwn Oberstaatsanwalt treten Wrd, v llnrstand, daß Wilms stw bei 'N io H . - roo!:< sumtandos mißliebig geuradn Wei! c- eine Vereinigung der Unter osfizivre z»rr Wadr >.- • ihrer -terc en grüi gen wo 'te. Außerdem war r e in '- U Verdi g gera cn, mit den Kommunisten und ocr < ii '"^mmiss on in Verbindung zu stehen.

Die Verteidigung protestiert.

in der Verl and ililg sind Vertreter des Innen- und J> sti.z ssteriums crschiencu. Bei der Feststellung der Ver­te do. r durch den Vorsitzenden ergab sich, daß Rechtsanwalt T- r Die Verteidigung des AngMagien Schulz niedergelegt Han : arauf erhob sich Rechtsanwalt Dr. Puppe und erklärte: »Die Verteidigung sieht sich gezwungen, den Antrag zu stellen.

Faß die Sache an ^âs DrMMiHè Schwurgericht' MßMesèn wird." Dr. Sack beantragte, die Sache vom Ordentlichen Schwurgericht zu überweisen. Rechtsanwalt Bloch und Justiz- rat Schwindt lehnten das Gericht ebenfalls ab.

Oberstaatsairwalt Rombrecht bat, den Antrag abzulehnen. Nach längerer Beratung verkündete Landgerichtsdirektor Sie­gert die Ablehnung des Antrages, weil das außer­ordentliche Schwurgericht nicht die Maßnahmen der Justiz­verwaltung nachzuprüfen habe.

Rechtsanwalt Dr. Sack: Ich lege die Verteidigung von Fuhrmann und Umhofer nieder. Ich lehne Herrn Land­gerichtsdirektor Siegert, Landgerichtsrat Schuster und Land-- gerichtsrat Lilienthal als befangen ab. — Justizrat Hahn: Als Verteidiger des Angeklagten Klapproth lehne ich den Vor­sitzenden des Schwurgerichts, Landgerichtsdirektor Siegert, und Die richterlichen Mitglieder, die Herren Landgerichtsrat Schuster und Landgerichtsrat Lilienthal, wegen Besorgnis der/ Befangenheit ab. Der Verteidiger begründet seine Anträge^ ausführlich.

Nachdem schließlich noch der Antrag der Verteidigung auf Ausschluß der Öffentlichkeit abgelehnt war, konnten die Angeklagten zunächst zu ihren Personalien ver«' nommen werden.

^vermischte Mschrichten.

Danktelegramm des Reichskanzlers an die ermländischen Geistlichen.

Berlin. Reichskanzler Dr. Marx hat den ermländischen Geistlichen, die ihm von ihren Konferenzen in Allenstein und Braunsberg am 7. und 8. März telegraphisch ein Gelöbnis der Treue und Ergebenheit übermittelt hatten, ein in herz­lichen Worten gehaltenes Danktelegramm gesandt. .

Die Neuregelung der Besoldungsordnung.

Berlin. Im Haushallsausschuß des Reichstages gab Ministerialdirektor Lotholz eine Erklärung ab, wonach die Reichsregierung die Vorarbeit für eine Neuregelung der Be­soldungsordnung sofort in Angriff nehmen und die Neu­regelung durchführen wolle, sobald die Wirtschaftslage es ge­stattet. Einen festen Termin hierfür anzugeben, sei gegen­wärtig noch nicht möglich.

Wegen Hochverrats verurteilt

Leipzig. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit hatte sich vor dem 5. Strafsenat des Reichsgerichts der frühere Reichswehr­soldat Helmut Lippmann wegen Verrats militärischer Ge­heimnisse zu verantworten. Der Angeklagte war als Schreiber beim 11. Infanterieregiment Freiburg tätig. Er wird be­schuldigt, in der Zeit vom 13. bis 17. August 1926 in der Tschechoslowakei Nachrichten, die im Interesse der Landesverteidigung gehcimzuhalten waren, an eine fremde Macht ausgeliefert zu haben. Lippmann hatte im September 1926 nach seiner Rückkehr aus Böhmen freiwillig sich der Polizei Dresden gestellt. Das Gericht verurteilte ihn wegen ; Verrats militärischer Geheimnisse zu drei Jahren sechs Mo­naten Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Fünf Monate der Untersuchungshaft werden angerechnet.

Im Badezimmer verbrannt.

Breslau. Als der Studienrat H. bet Beendigung seiner Toilette in seinem Badezimmer eine Zigarette rauchte, geriet eine in der Nähe befindliche Flasche mit Benzin durch einen Funken der Zigarette in Brand und explodierte. Der Studien­rar brannte über und über und erlitt, ehe man ihm Hilfe 1 bringen konnte, so schwere Verletzungen, daß er tags daraus verstarb.

Vier Tage lang durch künstliche Atmung erhalten.

Chikago. Der bisher nicht dagewesene Fall, daß ein Mensch vier Tage lang durch künstliche Atmung erhalten wurde, hat jetzt mit dem Tode des Patienten geendet. Ein junger Mann, Albert Frick, war infolge der Grippe von Darmlähmung befallen worden. Die Atmung hörte auf, während das Herz normal weiterfunktionierte. Man griff zur künstlichen Sltmung, die von Fricks Freunden vier Tage lang mit viertelsttindiger Ablösung durchgeführt wurde. Der Patient war die ganze Zeit über bei Bewußtsein. In der letzten Nacht trat jedoch ein Kräfteverfall ein, der zum Tode i führte.

Nah «vö Fern.

O Eine Herzogin in Konkurs, über das Vermöget der Herzogin Dorothea Marie zu Schleswig-Holstein in Schloß Primkenau in Schlesien ist das Konkursverfahren eröffnet worden. Die Herzogin ist die Witwe des Herzogs Ernst Günter, des Bruders der früheren Kaiserin Auguste Viktoria.

O Feuersbrunst durch ein niedergehendes Meteor. Wie aus Cherbourg gemeldet wird, verursachte ein nieder­gehendes Meteor in einer landwirtschaftlichen Besitzung eine Feuersbrunst, die ein Gebäude von 25 Meter Länge einäscherte. Der Schaden wird aus 40 000 Frank geschätzt.

O Mutter und Kind unter den Rädern des Schnell­zuges. Bei der Station Völs an der Arlbergbahn ver­suchte die Frau eines Bahnbeamten ihr zweijähriges Kind, das auf den Gleisen spielte, vor dem heranbrausen­den Schnellzug zu retten. Mutter und Kind wurden vom Zuge erfaßt; die Frau wurde getötet, das Kind erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

O Ein ungetreuer Bankbeamter in Zürich verhaftet. In Zürich wurde ein Bankbeamter aus Hannover ver­haftet, der wegen Unterschlagung von 25 000 Mark steck­brieflich verfolgt wurde. Bei der Verhaftung trug er noch 19 000 Mark bei sich. Der Defraudant wird nach Deutschland ausgeliefert werden.

0 Große Hochwasser- und Sturmverwüstungen in Frankreich. Die Hochwasserschäden im Südwesten Frank­reichs nehmen einen bedrohlichen Umfang an. So wird aus Bordeaux berichtet, daß in der unmittelbaren Um­gebung der Stadt die Lage kritisch ist. Die Landstraßen stehen stellenweise über einen Meter unter Wasser. In einigen Orten mußten Wohnhäuser und Fabriken ge­räumt werden. In La Rochelle kenterte eine Bark, deren Besitzer ertrank. In der Nähe von Toulouse stürzte in­folge der fortdauernden Regenfälle der Glockenturm uni ein Teil de,r Mauer einer aus dem 16. Jahrhundert stam­menden Kirche ein. Nachrichten aus Rochefort besagen, daß der Sturm an der Küste großen Schaden anrichtete i Mehrere Boote kenterten. Ein Fischerboot ging mit drei 1 Mann unter, ein weiteres mit fünf Mann an Bord iß , gleichfalls verloren. |

0 Lebendig verbrannt. In einem Dorfe bei B r u s s c ■ brach in einem Anwesen Feuer aus, während die Be­wohner schliefen. Fünf Personen verbrannten bei leben j bigem Leibe, drei andere wurden schwer verletzt.

) Ein japanisches Schulschiff in Seenot. Nach in Tokio eingegangenen Meldungen hat ein amerikani- scher Dampfer einen Funkspruch des japanischen Schul­schiffes „Kirischima Maru" aufgefangen, der besagt, das das Schiff, des Steuers beraubt, etwa 160 Kilometei vom Kap Jnubu entfernt, aus See treibt. Zwei Tor­pedobootszerstörer sind zur Hilfeleistung abgegangen Das Schulschiff hat 49 Mann Besatzung.

0 Die Zahl der Toten in Japan nach amtlicher Fest­stellung. Wie aus Tokio gemeldet wird, gibt das japa- nische Innenministerium bekannt, daß die Zahl bei Toten des jüngsten Erdbebens nunmehr 2458 und die bei Verletzten 4107 beträgt, während 88 Personen noch ver­mißt werden. 6000 Häuser sind durch Feuer zerstört untz 2000 sehr stark beschädigt worden.

Uvs -em ^eri^Mööt

§ Wegen Verrats militärischer Geheimnisse verurteilt fünfte Strafsenat des Reichsgerichts verurteilte den arbeit Friedrich Wettkämper und den Schriftsetzer Friedrich Schücking wegen Verrats militärischer Geheimnisse an den belaito?,, Spionagedienst zu drei Jahren bzw. ein Jahr neun Monate Zuchthaus. Beiden Angeklagten werden die bürgerliche Ehrenrechte auf die Dauer von je fünf Jahren aberkannt Ei dritter Angeklagter, der Arbeiter Esser, erhielt wegen Sdin! nage zehn Monate Gefängnis. Der Mitangeklagte Peters wurde freigesprochen.

§ Ein betrügerischer Bankier verurteilt. Nach fedrâtäaiacr Verhandlung wurde in Chemni tz in dem Prozeß aeac» den „Bankier" Pfaff das Urteil verkündet. Der Staatsanwalt beantragte wegen fortgesetzten Betruges, fortgesetzter Unter­schlagung, Depotunterschlagung, Konkursvcrbrcchens, schwerer Urkundenfälschung und wegen Vergehens nach Paragraph Ziffer 2 des Börsengesetzes vier Jahre Gefängnis und füm Jahre Ehrverlust. Der Verteidiger bat um Freisprechung n einigen Fällen und im übrigen um geringe Geldstrafen und Bewährungsfrist. Nach 1 Mündiger Beratung wurde das Urteil verkündet. Der Angeklagte Pfaff wurde zu drei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust ver­urteilt. Auf Antrag des Staatsanwalts tourbe Pfaff wegen der Höhe der Strafe und wegen Fluchtverdachts sofort in Haft genommen.

§ Das Disziplinarverfahren gegerx Kölling und Hoffmann Die Verhandlungen vor dem Diszipliitarsenar des Oberlandes­gerichts zu Naumburg gegen Landgerichtsrat Kölling und Landgerichtsdirektor Hoffmann aus Magdeburg wurden zu Ende geführt. Das Urteil wird Sonnabend abend erwarter,

8 Berufung im Hmnburger Zuckerschiebcrprozcß. Im Ham­burger Zuckerschieberprozeß haben 20 Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das von der Strafkam­mer lila gefällte Urteil eingelegt.

8 Neuer Strafaufschub für die Frankfälscher? Die im Buda­pester Frankfälscherprozeß Verurteilten, die ihre Strafe jetzt antreten sollten, haben um neuerlichen Strafaufschub gebeten' voraussichtlich dürften sic ihn auch erhalten. Nur der Kam­merdiener des Prinzen Windischgrätz hat sich zum Strafantritt gemeldet. Die Gnadengesuche von Windischgrätz und Nadossd befinden sich noch immer in der Kabinettskanzlei und werden jetzt dem Justizministerinnl vorgelegt werden, das dann deiz Gerichtshof und die Staatsanwaltschaft befragen wird.

Turnen, Sport und Spiet, g

Die deutschen Turner und der Volkstrauertag.

Einer ebenso schönen wie selbstverständlichen Pflicht ist bas deutsche Volk nachgekommen, indem es einen Volks­trauertag zum ehrenden Gedächtnis für die im Weltkriege gefallenen deutschen Brüder einrichtete. Am kommenden Somvag, den 13 März, wird dieser Volkstrauertag auch .nter bei: deutschen Turnvereinen begangen werden, und wohl alle die 12 000 Vereine der Deutschen Turnerschaft werden in irgendeiner Weise sich derer erinnern, die aus ihren Reihen ihr Blut und ihr Leben für das Vaterland und ihre Volksgenossen ließen. Gerade die Deutsche Tur­nerschaft hat besondere Veranlassung, ihrer dahingeschie- denen Helden zu gedenken Sind es doch über 150 000 ihrer Mitglieder gewesen, die ihr Leben im Weltkriege opfern mußten. Und kein Verein ist wohl ohne Verlust geblieben. Treue Liebe hat den Gefallenen der Turnvereine allüber­all Gedenktafeln und Gedenksteine gewidmet. Man wird sie am Volkstraueri age mit frischem Eichengrün zu ehren­dem Gedächtnis umkränzen. Die Vereine werden sich mit bren Fahnen versammeln und entweder, wenn unrein Verein am Orte ist, äUcm; ober Wer, wo mehrerè^VeM? vorhanden sind, sich zusammentun und in gemeinsamer Feier der Opfer des Weltkrieges gedenken. Nirgends wird das Lied vom „guten Kameraden" fehlen, und man wird in weher Erinnerung derer gedenken, die sich ihrem Vater- lande bis zum Letzten treu erwiesen und damit auch ihr treues Turnertum unter Beweis gestellt haben. Und wo Turnspiele oder Wettkämpfe oder sonstige turnerische Ver­anstaltungen durchgeführt werden, — die kurze Zeit seit Festsetzung des Volkstrauertages ließ eine Absage^ oder Verlegung längst beschlossener und vorbereiteter Veran­staltungen nicht mehr zu — da wird man doch einige Minuten der Sammlung finden und der gefallenen Turn- brüder gedenken.

So geht die Deutsche Turnerschaft zum Volkstrauertag, und die Gesinnungen, die er erweckt, finden unter den deut­schen Turnern und Turnerinnen tiefsten Widerhall. Trauer und Stolz zugleich geben die Erundstimmung für den Turnertrauertag, der denen, die den Weltkrieg miter­lebten und mitmachten, und den Angehörigen der Gefalle­nen zum Gedächtnis dienen wird, der Jugend aber Vor­bilder aufzeigt eines Turnertums, das nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit der Tat des Opfers für Volk und Vaterland gezeugt hat.

Keine Genehmigungsgebühren für Veranstaltungen für Jugendpflege.

Der Preußische Minister für Volkswohlfahrt gibt einem Runderlaß vom 27. 12. 1926 folgendes bekannt:

Ich mache darauf aufmerksam, daß Veranstaltungen M Jugendliche, die der Jugendpflege oder Jugenderziehung dienen und nicht mit Tanzvergnügen oder ähnlichen Be­lustigungen verbunden sind, im überwiegend öffentlichen Interesse liegen. Bei der Erteilung der Erlaubnis für solche Veranstaltungen ist daher gemäß § 2 Ziffer 1 der Allgemeinen Verwaltungsgebührenverordnung vom 29.12* 1923 von der Erhebung einer Verwaltungsgebühr ab- zusehen.

Sp. Im Ausbau der körperlichen Erziehung an de" Schulen hat der preußische Minister für Wissenschaft- Kunst und Volksbildung mit Rücksicht auf die zunehmende Bedeutung planmäßiger Körperausbildung auch für die Frauen neue, zu Ostern in Kraft tretende Bestimmungen für die Mittelschulen erlassen, nach denen an den preußi­schen Mittelschulen nunmehr drei volle Turnstunden, der pflichtmäßige Spielnachmittag und ein Wandertag im Monat angeordnet werden. 1

' Sp. Lorenz — Tonani Sieger im Dortmunder Sechstage­rennen. Das am Donnerstag abend elf Uhr zu Ende gegangene Zweite Dortmunder Sechstagerennen endete mit einem sicheren Siege der Mannschaft Lorenz— Tonani. Insgesamt wurden 3729 Kilometer zurückgelegt. Das Endergebnis lautet: Lorenz— Tonani 608, Kroll— Miewc 462, Riekens— Thottembeek 380, H. Aerts—Duvivier 2 Bruskie—Golle 88 Punkte. Eine Runde zurück: Buschew Hagen—Frankenstein 288, Hürtgen—Rausch 67 Pwule- Zwei Runden zurück: Cugnot—Rieger 489 Punkte.

Sp. Tic diesjährige Gesellschaftsfahrt nach Italien fVr Automobile und Motorräder nimmt am 14. April w Frankfurt a. M. ihren Anfang und führt über München-- Brennerpaß—Mailand nach Rom. Die Rückfahrt erfolgt über Perugia— Florenz—Bologna nach Venedig. Gesamistrecke ist 3085 Kilometer lang und wird in ein­undzwanzig Tagen zurückgelegt.

Sp. Im internationalen Schachmcisterturlner in Ncxm York führt nach der dreizehnten Runde Capablanca^ plus H vor Nimzowitfch 7 plus 2 H, Aljechin 6 plus,V-