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PMische Run-schau.
Deutsches Ireirb
Die deutsch-französischen Verhandlungen.
Die deutsche Und die französische WirtschasLZdele- gation haben im französischen HandesomiitiftCrium unter Vorsitz des HandelsministerS Vokanowski ihre erste Sitzung abgehalteü. Nach Mitteilung von unterrichteter deutscher Seite besteht Einverständnis darüber, in den ersten Sitzungen eine beschleunigte Prüfung der Grundlagen des zur Regelung stehenden Vertrages vorzunehmen. Minister Bokanowski gab zu Ehren der beiden Delegationen ein Frühstück im Handelsministerium.
Der Deutsche Städtetag zum Wohnungsbau.
Der Vorstand des Deutschen Städtetäges weist in einer Entschließung erneut darauf hin, daß die endgültige Beseitigung der Wohnungsnot von sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gesichtspunkten aus heute mcljr denn je 8 a tz dring e n d st e i n N e r c Zentral - probte in ist. Das wichtigste Problem bleibt die Finaü- zierung. Die Fortführung des Wohnungsbaues ist so heißt es in dem Beschluß weiter, geradezu aufs WMrste gefährdet, wenn man sich bei den maßgebenden St ützn Lui anscheinendmrieder mit einer nur von Jahr zu Jahr lausenden Zwischenrcgeltntg behelfen Win. Da oer private Kapitalmarkt in absehbarer Zeit die für den Wohnungsbau erforderlichen Mittel nicht in ausreichendem Umfange und zu entsprechenden Bedingungen zur Verfügung stellen kann, so müssen öffentliche Mittel a 11 f l auge Sicht bercitgestellt werden. Diese können nur aus der Hauszinssteuer genommen werden, die eine sozial gerechte und staatspolitisch notwendige Maßnahme darstellt. Es ist unbedingt zu fordern, daß jetzt endlich Ernst gemacht wird mit einer endgültigen R egc - l u n g der H a u s z i n s st euer, zumal auch der gegenwärtige Zustand für den Grundstücksverkehr und Realkredit höchst unbefriedigend ist, da er eine feste Grund- stückspreisbildung verhindert.
Die Werbungen für die Fremdenlegion.
Die völkische Fraktion hat im Bäuerischen Landtag wegen der Verhaftung der beiden pfälzischen Gendarmerie"- kommandanten durch die französischen Besatzungsbe- hörden eine Anfrage an die Regierung eingebracht, in der darauf verwiesen wird, daß in der letzten Zeit mehrfach Transporte junger Leute aus dem rechtsÄeinischen Gebiet über die Pfalz nach Frankreich für die "Fremdenlegion stattgefunden haben. Die Regierung wird um Auskunft ersucht, ob das Einschreiten der französischen Besützungsbeü.örden in dem genannten Fall völkerrechtswidrig sei. Weiter wenden sich die Fragesteller an die Regierung mit der Bitte um Auskunft, ob ihr bekannt sei, daß auf dem französischen Flugplatz in Lachen (Pfalz- ein W e r b e b u r e a n bzw. ein Sammelbureau für angeworbene Deutsche eingerichtet sei.
Aus Zu- und Ausland.
Berlin. Ter Reichspräsident gab ein Essen zu Ehren der Rcichsrcgicrung, an dem u. a. der Reichskanzler und die Reichsminister. RcichStcgsvizcpräNr)pnL Dr. Rietzer. der preußische Ministerpräsident Braun, die Vertreter der Länder beim Reicosrai, der Chèf der Mariucleitung Admiral Zenker und die Staatssekretäre mit ihren Damen teilnahmen.
Berlin. Ter Reichspräsident besuchte die im Gebäude der früheren Kriegsakademie untergebrachte Hecresbücherci und besichtigte unter Führung des Oberstleutnants a. D. Prof. Klefeker die verschiedenen Abteilungen dieser Bibliothek.
Berlin. Rcichsverkehrsminister Tr. h. e Wilhelm Koch begeht am 3. März seinen 50. Geburtstag.
Berlin. Das Befinden des Reichstagspräsidenten Löbe war am Mittwoch befriedigend. Puls und Temperatur sind gut. Die Wunden sondern aber noch reichlich ab, so daß der Patient vermutlich noch längere Zeit in der Klinik- Verbleiben mutz.
Weimar. Der Wahlprnfungsausscknß des Landtages für Thüringen erklärte auf Antrag des ehemaligen Staats- nlinisters Baudert mit den Stimmen der bisherigen Oppositionsparteien die Wahl des völkischen Abg. Wünsche für ungültig.
Essen. Der 6. Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands wurde in Essen durch eine öffentliche Kundgebung im Nordparksaal eingeleitet, aus der u. a. ein Delegierter der Kommunistischen Partei Chinas sprach. Die Versammlung stimmte einem Telegramm an das Zentralkomitee der russischen Kommunistischen Partei zu, das besonders auf die Chamberlain-Note Bezug nimmt und die Solidarität der deutschen mit den russischen Arbeitern betont. Von den anwesenden 186 Telegierten rechnen sich zehn zur Opposition. In das Ehrenpräsidium der Tagung wurden it. a. Stalin, Bucharin und Tomski gewählt. Als wesentlicher Pro- grkrmmpunkt wird der Kampft gegen die Kriegsgefahren be- zeichnet. Tie Versammlung nahm eine Resolution an, die die A m n c st i e aller proletarischen politischen Gefangenen verlangt.
Paris. Wie „Petit Parisien" wißen will, hat die Regierung von Kanada zum Ausdruck gebracht, daß sie es gern sehen würde, wenn an Stelle von Stephens wiederum ein .Kanadier zum Präsidenten der Regierungstom- Mission des Saargebiets ernannt werden würde.
Warschau. Tie politische Polizei hat erneut eine große Spionageorganifaiion aufgedeckt. An der Spitze der Organisation, die für Sowjetrutzland gearbeitet haben soll, stand ein ehemaliger Generalstabsoffizier der zaristischen Armee. Es wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. ;
London. Ministerpräsident Baldwin hat heute mit seiner Gemahlin das von der Katastrophe betroffene Ebbvalcberg- Werk besichtigt, wobei die Gereiztheit der Bergleute sich in verhöhnenden Zn rufen Luft machte. Unter anderem wurde dem Premierminister zügeschrien: „Warum gehen Sie denn nicht selbst in den Schacht hinunter?" Baldwin war ersichtlich durch biete Kundgebungen äußerst peinlich überrascht, bewahrte aber seine gewohnte ruhige Haltung.
Washington. Die Vorlage üher das fremde Eigentum scheint in dieser Semon des Parlaments nun doch nicht mehr erledigt zu werden. Reed versuchte in einer Sitzung dreimal die Angelegenheit zur Sprache zu bringen, jedoch vergeblich -tte Arbeit des Senats wird durch die Vorlage der Opposition behindert, dre eine Untersuchung über die Wahlkampffonds Torbert. Drei es Verlangen wird als Verschleppung-- Manöver aufgesatzt.
Der Zürgens-Prozeß.
(6. Tag.) ß Berlin, 2. März.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung im Jürgens-Prozeß wurde eine Reihe von Kaufleuten aus Stargard und Stettin als Zeugen vernommen, bei denen Frau Jürgens kleinere Schulden bis zu 200 Mark gemacht hat. Zum größten Teil sind diese inzwischen von Jürgens bezahlt worden. Einzelne Schulden wurden durch Pfändung cingetrieben. Frau Jürgens hat diesen Kaufleuten verschiedentlich Schecks gegeben, die dann nicht eingelöst werden konnten. Ein Kaufmann aus Stettin, bei dem Frau Jürgens ihren Kleider- bedars deckte, gab an, daß nur eine Rechnung tm Frühjahr 1925 stehengeblieben fei, die jedoch rUzwifchtzn beglichen wurde. Über die Ankäufe von Silbersgchcn durch Frau Jürgens erklärt der Stargarder Juwelier Jassoy, daß ^rau Jürgens ihn zu Beginn ihrer Geschäftsbeziehungen gebeten hatte, keine Rechnungen zu schicken, sie wolle selbst nach und nach abzahlen. Der Juwelier I. hat nach dem Diebstahl vom 12. Dezember den Wert der gestohlenen Schmuckstücke Mitsammen mit einem von der R-Zicherungsgesellschait gestellten Juwelier g-ichatzt. Er hat den Eindruck, daß die Eingaben der Angeklagten aber
bén Wert um Ichmuck und Silbersachen un allgcnnincn zu treffenb imb. über die Geichäftsdeziebungen der Angeklagter zu dem Bankhaus Meyer u. Caspary in Stargard erklärt der Inhaber, Bankier Meyer, daß Frau Jürgens Anfang 1 La ibn ausgesucht und ihm ihre geschäftlichen Verhältniße eingehend geschildert habe. Er sei nach ihrer Darstellung zu der ftdcrwuanna gekommen, daß sich Frau Jurgen^ wirklich in Verlegenden befand. Als Sicherheit für Kredite wyrden^vel diesem Bankhails Silbersachen und mehrere Gemälde im Laie deponiert. Der Vorsitzende sucht zu ermitteln, welchen Wert bie von der Angeklagten sehr doch cingeschaytcn Bilder und Gemälde ans ihrem Besitz haben. Dabei entwickelt ym eine Diskussion über Malerei, bie allgemeine und laute Heiterkeit erteilt
Die Jürgensschen PerulögeNSverhältnisse.
Der Direktor der Stargarder Stadibauk hat mit Jürgens selbst nie in Geschäftsverbindung gestanden. Er hatte die Wechsel Unterschriften in der Bank prüfen lassen und war dabei zu der Überzeugung gekommen, daß cs sich um Onginalnntcr fChristen des Angeklagten handeln müsse. Fran Jürgens hat diese Unterschriften auch stets als bie ihres Garten bezeichnet. Am 10. Dezember 1925 ließ der Zeuge einen Brief an Frau Jürgens schreiben, in dem er ihr mUlciUc, daß er mehrere ihrer Schecks über kleine Beträge, darunter zwei über je 10 Mark, an Stargarder Lieferanten nicht einlöfen könne. xxur< acns hat sich darauf beschränkt, das Scheckbuch seiner 6rau i« kontrollieren. Ta ein Kontobuch Nicht geführt würde, konnte er seine Kenntnis von den Barabbebungen feinet Frau gegen Quittung haben. Auch bei der Städtischen Sparkasse in Stargard erschien Fran Jürgens eines Tatzes und bau um EtN- iosuna eines vordatierten Schecks auf die Stadtbank. Auf die erstaunte Frage des Kassierers, warum sie diesen Scheck nicht bei der Stadtbank präsentiere, erklärte Frau Jurins, ihr Mann solle von dieser Abhebung nichts wissen. Sic gab vor, daß dieser Scheck gedeckt sei. Auf telephonische Anfrage wurde dem Beamten jedoch mitgeteilt, daß dieser Scheck nicht in Ordnung geben würde. Fran Jürgens behauptete aber, der Scheck werde doch in Ordnung gehen, sobald das Gehalt ihres Mannes überwiesen sei. Tie Sparkasse lehnte natnriich ab, sich auf derartige Geschäfte cinzulassen.
Wenn auch ein Teil der Zeugenaussagen für die Angeklagten entlastend sind, so ist doch unbyfemtbar, daß bie finanzielle Lage des Ehepaares um die Zeit des Stargarder Einbruchs eine durchaus kritische war.
Das englische Grubenunglück.
Die Nettun gsarbeiien dauern an,
Nach den letzten Nachrichten von Ebbevale in Wales, wo das furchtbare Bergwerksunglück sich ereignete, konnten, nachdem das Bergwerk frei von Gasen war, die Rettungsarbeiten loieder ausgenommen werden. Man macht Versuche, zu den durch Explosion Eingeschloffencn vorzudringen, doch glaubt man nicht, daß noch einer von ihnen am Leben ist. Sollte dies zutreffen, würde die Zahl der Toten 70 betragen. In einem Schacht wurden 23 Mann gefunden, von denen nur noch zwei lebten. In mehreren Fällen fand man zwei Männer mit umeinander geschlungenen Armen. Vermutlich hatte einer versucht, den andern zu rettèn und war dann selbst den Gasen erlegen. Nach den Berichten Geretteter verspürten sie plötzlich Gasgeruch, fingen an zu laufen und verloren dabei das Bewußtsein. IN zwei Fällen sind Männer, die sich schon gerettet hatten, am Rande der Grube umgekehrt, um ihre Kameraden zu retten, und sind dabei umgekommen. Der englische König und die Königin haben in Telegrammen ihr Beileid ausgesprochen.
Zur Grubenexplosion bei Hamm.
Die Verletzungen, die sie auf der Zeche de Wendel verunglückten Bergleute erlitten haben, haben sich durchweg als schwerer herausgestellt, als anfangs angenommen mürbe. Wenn auch bei keinem der Verletzten zurzeit Lebensgefahr besteht, so haben sie doch durchweg schwere Brandwunden und zum Teil Knochenbrüche davong'e- tragèn. Der im Revier ausgebrochene Grubenbrand konnte aus seinen Herd beschränkt werden. Aus den bedrohten Nachbarrevieren ist die Belegschaft herausgezogen worden. Die übrige Belegschaft fährt nach wie vor ordnnngsmäßia ein.
^arnevalsiragik.
Aus dem Fasching in den Tod.
In Erkelenz wurde in einer Baracke aus dem Schulhof die Leiche eines jungen Mädchens an der Tür erhängt aufgefunden. Die Tote trug ein Karnevalkostüm. Tie hatte ihre Strümpfe ausgezogen und sich an diesen erhängt. Sie hatte vorher einen Maskenball besucht. 'In dem ^Lokal wurde in der zurückgelaffenen Garderobe ein an sie, gerichteter Brief aus Frankreich gefunden. Die Polizei ist mit der Aufklärung des Falles beschäftigt.
Ein junges Paar, das sich in Regensburg nach einem Faschingsvergnügen in das Bureau des Vaters des jungen Mannes zurückgezogen hatte, wurde in der Frühe tot in dem Geschäftslokal aufgefunden. Die beiden hatten nicht gemerkt, daß dem Ofen Kohlengase entströmten.
Einen tragischen Abschluß nahm eine Fastnachtsfeier, die die Angestellten einer Groß-Berliner Weingroßhandlung in den Geschäftsräumen dieser Firma veranstalteten. Vier Personen sind nach dem Genuß von frischen Pfannkuchen unter Vergiftungserscheinungen lebensgefährlich erkrankt uüd in beforgniserregendem Zustand nach dem Krankshaus gebracht worden.
Aus Heffen-Mffau und Rachbargebieten.
Merkblatt für den 4. März.
Sonnenaufgang 6“ Mondaufgang 7" V.
Sonnenuntergang 5” Mondumergaug 6M N.
1852 Nikolaj Wassiljewitsch Gogol, russischer Dichter, gest.
O lieb', jo lang du lieben kannst, — O lieb', so lang du lieben magst! — Die Stunde kommt, die Stunde kommt, — Wo tu an Gräbern stehst und klagst. — Und wer dir seine Brust erschließt. — O tu ihm, was du kannst, zu lieb, — Und mach' ihm jede Stunde froh. — Und mach' ihm keine Stunde trüb'. Ferd. Freiligrath.
Wetterbericht.
Vom Westen her ziehen weitere Druckstörungen heran, sodaß mit der Fortdauer der unbeständigen, milden, zu Niederschlägen neigenden Witterung gerechnet werden kann. — Vorhersage bis Donnerstag abend: Bewölkungszunahme, einzelne neue Regenfälle, milde westliche Winde. — Vorhersage bis Freitag abend: Veränderliche Bewölkung, einzelne Niederschläge, milde westliche Winde.
Alte Bauernregeln für März.
Der erste Frühlingsmonat hat viele Tage, mit denen der Landmann besondere Regeln verknüpft, die auf das Wetter des späteren Jahres hindeuten. So heißt es vom 3. März: Ist Kunigunde tränenschwer, dann bleibt gar oft die Scheuer leer. Vom Josephstag dem 19. März wird gesagt: Ein schöner Josephstag, das ganze Jahr gut werden lag. Vom 25. März, dem Marientag, heißt es: Jst's Marien schön und rein, wird das Jahr sehr fruchtbar sein.
Mariechen pustet das Licht aus und Michael (29. Sepiettt^ ber) steckt es wieder an. Vom 10. März, dem Tag der vierzig Ritter, sagt der Landmann: Wie die vierzig Ritter das Wetter gestalten, so wird es noch vierzig Tage anhalten. Weitere Bauernregeln sind: Märzenschnee tut den Saaten weh. Märzenregen bringt keinen Segen. Feuchter Mürz der Bauern Schmerz. Im Märzey kalt und Sonnenschein, wird eine gute Ernte sein. Wenn im März viel Winde wehn, wird's im Maien warm und schön. Soviel im März die Nebel steigen, so viel im Sommer sich Wasser zeigen. Trockener Mürz und feuchter April, tut's dem Landmann nach seinem Will.
Frühes Frühjahr.
Kalendermäßig beginnt der Frühling erst am 21. März meteorologisch ist er aber jetzt schon da. Es können noch Rückfälle in den Winter kommen — sie werden auch sicher nicht ausbleiben —, aber allzu schlimm kann es unter keinen Umständen mehr werden, wie es ja überhaupt während dieses ganzen sogenannten Winters nicht allzu schlimm gewesen Uw. Nur in mittleren ünd höheren Gebirgslagen Mitteleuropas und in den nordöstlichen Gebieten Deutschlands gab es Schnee in größeren Mengen; sonst ^var von Schnee nicht viel zu merken, besonders nicht von Schneedecken, die längere Zeit erhalten bleiben, wenn cs mit dem Winter hart auf hart geht. Auch von strengem Frost hat niemand etwas gespürt unb mau war an den sommerlichen Winter schon so gewöhnt und durch ihn so verwöhnt, daß, als wirklich einige Tage hindurch das Thermometer ein paar Grade unter Null zeigte, alles stöhnend und frierend klagte, ein so strenger Winter sei noch gar nicht dageweseu. In Wirklichkeit war er aber so mild wiè nur selten ein Winter der letzten Jahrzehnte und die Folge dieser Sanftmut des verflossenen Winters ist der frühzeitige Märzsrühling, der über uns gekommen ist. Es ist nämlich eine alte meteorologische Beobachtung, daß besonders freundlich-milde Winter rasch in den Frühling überzugehen pflegen. Wenn die Meteorologen auch sagen und klagen, daß ein so vorzeitiger Lenzbeginn regelwidrig sei und alle ihre Bcrechuuilgen über den Hausen werfe — wir wollen unb können ihn uns trotzdem gern gefallen lassen. __
□ Mitteilungen der Reichspost. Zivischen Deutschland und Peru findet fortan iviedkr ein Post anwc isungsver- kehr statt. Telegraphische Postanweisungen sind nicht zulässig. Die Beträge bet Postanweisungen nach Peru sind in englischer Währung anzugcben: Meistbetrag 20 Pfund Sterling, Das Umrechnurigsverhültnis ist das gleiche wie bei Postanweisungen nach Großbritannien. Mitteilniigen auf dem Abschnitt der Postanweisung sind nicht gestattet. L-cit dem 1. März ist die Eilzüstellnng von Briefs,enduugen nach allen Orten in Nigeria zngelasscn, in denen eine Telegrammzusiettrurg staKsiudct.
Fulda, den 3. März 1927.
Arbcitsjubiliium.
Auf eine 25jührige Tätigkeit -hei der Firma Emaillir- werk A.-E. in Fulda kann heute der Brenner Andreas Pfeffermann aus Fulda zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar von feiten der Firma und der Arbeiterschaft, sowie von der Handelskammer besondere Ehrungen zuteil.
Viehmarkt-Verbot.
Der für den 10., März angesetzte Rindprehmarkt wird dürch Verfügung des Landrats verbotest.
Bekanntmachung.)
Die Opernaufführung am Freitag, 11. März im Stadtsaal mit Verdis großer Oper „La Traviata" kündigt sich als ein künstlerisches Ereignis, wie es Fulda seit Jahr und Tag nicht mehr erlebte. Die Besetzung der Hauptrollen mit der ersten Koloratursängerin des Wiesbadener Staatstheaters, dem bekannten Baritonisten Benno Ziegler von Frankfurt und dem hoffüngsvollen jungen Tenor Hellmuth Neugebauer ist eine erfreuliche gute. Auch die anderen Rollen sind mit Kräften der Frankfurter Oper angemessen besetzt. So dürften wir unter der musikalischen Leitung von Opernkapellmeister Kretzschmar eine Aufführung erhalten, die uns eine Reise zum Frankfurter Opernhaus voll ersetzt. Daß eine solche hervorragende Darbietung ein volles Haus finden wird, erscheint uns sicher. Es wird anzuraten sein, sich baldigst bei dem Montag, den 7. März beginnenden Vorverkauf seine Plätze zu sichern. Die Mitglieder der Theatergemeinde werden gebeten, bis Mittwoch möglichst ihre Karten in Empfang zu nehmen.
Bestimmungen für Lichtspieltheater.
Hierzu schreibt uns das Landralsamt:
Ueber die Anlage unb Einrichtung von Lichtspieltheatern sowie für die Sicherheit bei Lichtspielvorführungen sind von dem Herrn Preußischen Minister für Völkswohlfahrt unterm 19. Januar 1926 Vorschriften erlassen worden, welche in der Eonderbeilage zum Amtsblatt der Regierung in Kassel Nr. 40 von 1926 abgedruckt sind. Hiernach darf kein Saal zu diesen Vorführungen benutzt werden, der nicht den vorbezeichneten Vorschriften entspricht, ebenso darf niemand zu Lichtspielvorführungen zugelassen werden, der nicht den Nachweis der hierfür abgelegten Prüfung in Händen hat.
Die sehr umfangreichen Vorschriften können bei den Ortspolizeibehörden und beim Landratsamt eingesehen werden. Sie sind für Wirte, welche Säle besitzen, von besonderer Bedeutung.
Neues Theater.
„Wir sind vom k. u. k. Infanterie-Regiment", Schwank in 7 Akten. Trotz der in letzter Zeit viel gesehenen Filme im Wiener Milieu, wird sich dieser zur Zeit laufende Film großen Zuspruchs erfreuen. Er nennt sich mit Recht Schwank, denn jeder, der ihn sieht, wird von der darin enthaltenen Lustigkeit angesteckt werden. Die Besetzung mit meist Berliner Künst- dern ist gut. Wir treffen alte Bekannte, wie Heidemann, Morgan, Spira, Albers, Brausewetter usw. Der „Deutschmeister-Marsch" erinnert an alte, bessere Zeiten und wird schneidig gespielt. Nebenher läuft eine amerikanische Groteske „Jimmi kuriert Minni" sowie die Deuligwoche.
2000 Heimatmüde in Hessen-Nassau.
Einer amtlichen Statistik entnehmen wir, daß im vergangenen Jahre 1128 männliche und 877 weibliche Personen, zusammen also 2005, ausgeibanbert sind. Die meisten haben sich nach den Vereinigten Staaten von Amerika, gewandt. 1
Keine Vaudarlehen für best Kleinwohnungsbau.
Die Landesversicheruugsanstalt zu Kassel teilt mit, daß Baudarlehen für den Kleinwohnuugsbau z. Zt. von ihr nicht mehr ausgegeben werden könnten, weil ihre durch die reichs- gesetzlicheu Maßnahmen bedistgke übesähe starke Jnauspruch- ■ nähme Mittel zur Förderung des Wohnungsbaues nicht mehr übrig ließe.
Die bisher zugefagten Darlek>n würden aber, sofern die Voraussetzungen der Darlehnsbestimmungen gegeben seien, zur. Auszahlung gelangen. L