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WtticL Tie Dahlenum MemollänEcheü Laichlag, die aus den nach der Verfassung als letzten Termin geltenden 4. März angèsetzt waren, sind vom Militä-Houverncur aus den 8. Avril verschoben worden. Als Gründ werden Mängel in den Wahllisten angegeben.

Parrs. Nach vier einKtrossenen Nachrichten ist an der ganzen spanischen Front. starker 't an o ne n donn cr hörbar. Spanische Soldaten sollen 3h den stanz es: schon Posten geflüchtet sein.

Washington. Admiral a. D. Paul Neünke, trüberer Chef der Marineleitung, wurde vom Präsidenten Coolidge in besonderer Audienz empfangen und dem Präsidenten., durch den deutschen Botschafter in Washington, Areiherrn von Maltzan, vorgestellt.

Vermischte MachrichLerr.

Dr. SttsssmM« führt nM K§uf.

Rom. Neichsaußcnminiftcr Dr. Z t r e s c m a u n, der sich während seines Aufenthalts in San Nemo völlig erholt,bat, wird am Donnerstag von dort nach Gees reisen, uv: bei der Marztagung des Pöikcröundraüs zu präsidieren. Die deut­schen. Großindustriellen Tbnssc n und Bögler, die,gegen wärtig in Rom weilen, haben M its soliui einen Höflich­keitsbesuch abgestaltet. Am Montag wurden beide vom Papst in Privatandicn; empfangen.,

Die Ae^-âc-co, !gleit in Drusichmltd.

Berlin. Tie Zahl der Hauptunterstunungsempsäuger iif der Erwerbsloser, fu rforge zeigte kn der ersten Jcvruarwowc einen weiteren Rückgang um rund 6600O gleich 3,2 %. Die Zahl der Zuschlagsempfänger hat sich von 2 090 000 auf 2 034 GOC verringert. In der Zeit vom 15. Zanuar bis 15. Februar 1927 ist die Gesamtzahl der Hgupruuterstützuitgsempsängcr nm rund 79 000 znrückgcgangen. Jm gleichen Zeitraum ist die Zahl der in der KriseUsürforae Unterstützten von 138 000 am nz. Januar auf 192 000 am 15. Februar 1927 gestiegen. Das Gcsamlergev- nis für die Zeit vom 15. Faunen bis 15. Februar 1927 ist eine Verminderung in der Zahl der Arbeitslosen um rund 25 000.

Vcrhaftitng einer internationalen Hochstaplerin.

Berlin. Hier ist die 36jährige Frau Marie Lustig geb. Leichter aus Graz verhaftet worden. Sie hat seit Vier Jahren abwechselnd in Berlin, Wien und Prag in den Bureaus großer Unternehmungen Beträge von durchschnittlich 400 bis 500 Mark erschwindelt, indem sic auf Grund geschickt zu- sammengestellter Informationen als Gattin eines Direktors oder Aufsichtsratsmilgliedes von großen Firmen in Niesen drei Städten ausgab, der aus der Reise ihr Gepäck gestohlen worden sei. Man war immer bereit, ihr aus der Verlegen­heit zu helfen. Zuletzt hatte sie in einer Berliner Kunst­handlung eine Bestellung im Werte von einer Million ge­macht und gleichzeitig den Geschäftsinhaber angeborgt.

Zugunfall in Sachsen.

Dresden. Bei der Einsahrt eines Güterzuges mit Per­sonenbeförderung auf Bahnhof Tuttendorf bei Freiberg stürzte ein Kesselwagen um. Hierdurch wurde ein Personenwagen zur Entgleisung gebracht. Von den in diesem Wagen befind­lichen Reisenden wurden f ü n f Personen, darunter zwei Kinder, leicht verletzt. Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen aufrechterhalten.

Zwei Knaben auf dem Elfe eiugebrochcn und ertrunken.

Breslau. Wie die Breslauer Neuesten Nachrichten aus Maynau melden, brach in dem benachbarten Konradsdorf ein siebenjähriger Knabe auf dem Eise der Deichsa ein. Ter 13jährige Sohn einer Kriegerwitwe wollte zu Hilfe eilen, brach jedoch gleichfalls ein. Beide Knaben sind ertrunken.

Die englische Antwort auf den Loolidge-Vorschlag.

London. In der englischen Antwort auf Coolidges Abrüstungsvorschlag wird, wie verlautet, die englische Regie­rung Mitteilen, daß sie bereit sei, an den von Coolidge vor- geschlagencn Besprechungen tcilzunehmcn.

Mr Irikgens-prozeß.

(4. Tag.) § Berlin, 28. Februar.

Frau Jürgens macht zu Beginn der Verhandlung einen sehr abgespannten Eindruck, erklärt aber auf die Frage des Vor­sitzenden, ob sie. körperlich in der Lage sei, etwas länger zu verhandeln, sie glaube etwa eine halbe Stunde länger als an den letzten Tagen aushalten zu können. Der Angeklagte hatte ge­rade begonnen, Ausführungen über seine finanzielle Lage während der Ehe zu machen, als

Frau Jürgens ohnmächtig vom Stuhle sank. Tie Verhandlung wurde unterbrochen. Nach kurzer Zeit erholte sich die Angeklagte soweit, daß sic, in einem Krankenstuhl liegend, den Verhandlungen wieder bei­wohnen konnte.

Von den Zeugenaussagen ist die Erklärung des Land­gerichtsrats v. Klocke aus Kassel bemerkenswert, der den Angeklagten Jürgens im Februar 1926 in der Angelegenheit des Erbsireites vernommen hat. Jürgens habe ihm nach her Vernehmung erklärt, er wolle sich Pont seiner Frau scheiden lassen, da er ihr hinter große Schulden gekommen sei. Dann folgt die Vernehmung des Geschwisterpaares Marie und Frieda Furchner, von denen die eine bei der alten Frau Kugel, die andere bei der Schwiegertochter, der jetzigen An­geklagten, in Stellung war. Marie Furchner bleibt bei der Behauptung, daß Frau Jürgens am Tage nach der Beerdigung ihres ersten Gatten erzählt habe, sie werde aus dem Verkauf der Patente etwa 80 000 Reichsmark erhalten. Dies dürfte die alte Frau Kugel jedoch nicht erfahren. Frieda Furchner macht entsprechende Aussagen. Über die wirtschaftlichen Ver­hältnisse in dem Haushalt der Frau Jürgens zu Lebzeiten des Fabrikanten Kugel gibt die Zeugin an, daß schon damals Pfändungen vorgekommen seien. Es fei wiederholt zwischen den Ehegatten zu Ausèinandersetzuugen gekommen über An­schaffungen der Angeklagten. Dabei habe es sich einmal um den Ankauf von zwei Kostümen, ein anderes Mal um einen neuen Pelz gehandelt. Frau Jürgens habe besonders darauf geachtet, daß mit der Post eingehende Rechnungen immer in ihre Hände und nicht in die ihres Gatten gelangten. Nach dem Tode des Fabrikanten Kugel habe sie erhebliche Neuan­schaffungen vorgenommen, u. a. eine Schlaszimmereinrichtung, einem neuen Pelzmantel und dergl. Tie Auswendungen im Haushalt hätten sich in dem üblichen Rahmen gehalten/

Ksngreffe und Versammlungen.

k. Tagung des Evangelischen Bundes der Grenzmark in Schncidemühl. Ter Hauptvorstand des Evangelischen Bundes der Grenzmark Posen-Westpreutzen hielt in Schneidemühl eine wichtige Tagung ab. Er bewilligte zur Förderung der evangelischen Kirche in Österreich und in Polen Beihilfen. Im April wird der Generalsekretär Haupt aus Berlm eine Vortragsreise durch die Grenzmark unternehmen. Das Evan­gelische' Bundesfest der Grenzmark findet vom 18. bis 20. Juni in Mescritz statt.

k. Tagung des Bundes deutscher Mietcrvereinc in Dresden. Am 26. und 27. Februar tagte in Dresden der Bundesaus- schutz des Bundes deutscher Mietervereine und nahm mit den aus allen Teilen des Reiches zusammengekommenen Vertretern der Verbände Stellung zu der Lage, die durch die bekannte Hirtsiefer-Verordnung vom 11. November 1926 für die ge­werblichen Mieter geschaffen worden ist. Es wurde beschlossen, dem Reichstag sofort einen Antrag ans Beseitigung der Fol­gen der Hirtsieser-Verordnung zu unterbreiten. Starkem Widerspruch begegnete auch die von der Reichsregicung ge­plante zweimalige zehnprozentige MietZrnserhohung; sie be­deute, so wurde angeführt, eine Belastung der Mieter jährlich um eine Milliarde Mark und werde eine Steigerung bei Lebenshaltungskosten herbeisühren; für Kleinrentner und Er­werbslose schaffe sie eine neue Quelle von Sorgen.

Aus Heffen-Aaffau und Rachbargebieten.

Merkblatt für den 2. März.

Sonnenaufgang rD Mondausgang g" V.

Sonnenuntergang 5" Mondinnergang 337 91.

1802 Der Bildhauer Cmil Wolfs geb.

Immer das Kommende sinnet der Mensch: in die herbst­liche Stoppel, Kaum von den Aehren noch leer, senkt er den Pflug für die Saat; Daß er geerntet, und daß er zu ernten erhofft, es verknüpft ihm Morgen und Abend, und somit schwindet der Mittag ihm hin.

W i I h e l m Iense n.

Wetterbericht.

Der englische Tiesdruckwirbel hat sich wieder verstärkt. Es scheint sich ein Teilwirbel loszulösen, der in östlicher Richtung weiterzieht und dabei unserem Gebiet bei ver­stärkter Luftdewegung und Temperaturanstieg wieder neue Niederschläge bringen wird. Vorhersage bis Diens­tag abend: Veränderlich, doch vorwiegend bewölkt, zeit­weise Regenfälle, milder, lebhafte südliche Winde. Aus­sichten bis Mittwoch: Veränderliche Bewölkung, einzelne Schauer, leichte Abkühlung, südwestliche Winde.

Aschermittwoch.

Gedenke, o Mensch, daß du Staub bist und zum Staube zurückkehren wirst" mit diesen Worten macht in der katholischen Kirche an dem Mittwoch, der auf Fast­nacht folgt, der Priester mit vor der Messe geweihter Asche den vor ihm knienden Gläubigen ein kleines Kreuz aus die Stirn. Nach dieser Sitte heißt der Mittwoch, der die vierzig Tage dauernde Fastenzeit vor Ostern er­öffnet, Aschertag oder Aschermittwoch. Die Asche, mit der der Priester das .Kreuz macht, wird von Ql- und Palmzweigen, die im Jahre vorher am Palmsonntage geweiht worden waren, gewonnen. Man weiß ja, daß bei fast allen Völkern die Asche als Sinnbild der Ver­gänglichkeit alles Irdischen gilt. Sich mit Asche zu be­streuen, war schon bei den alten Juden ein Zeichen der Trauer, Buße und Reue. Auch in der christlichen Kirche der Frübzeit des Christentums war cs Sitte, in einem Sacke, das Hâupt mit Asche bestreut, Buße zu tun. Alles, was uns Lust und Leben bedeutet, nimmt einmal ein Ende und zerfällt zu Staub das ist die Symbolik des Aschermittwochs, der der Faschingslust ein Ende bereites und uns wieder an den Ernst des Lebens gemahnt. Ferdinand Raimund, der gemütvolle österreichische Volks­dichter, hat in seinem wahrhaft volkstümlich gewordenen Aschenliede", das in dem MärchendramaDas Mädchen aus der Feenwelt" steht, dieseAschensymbolik" in tief­sinnigen Versen bargetan. Alles auf dieser Welt wird schließlichein Aschen" und

wie lang' steht's denn noch an, Bist auch ein Aschenmann!"

Der Sternenhimmel im Monat März.

Vor Frühlingsanfang.

Nun ist der schlimmste Teil des Winters überwun­den; nur wenige Tage trennen uns von dem Beginn des astronomischen Frühlings, der am 21. März, dem Tage, an dem die Sonne, bei ihrem scheinbaren Lauf unter den Sternen den Himmelsäquator erreicht, seinen Ein­zug hält. Als äußeres Zeichen der kommenden schönen Jahreszeit nimmt die Tageslänge nun sehr schnell zu. Während die Sonne Anfang des nächsten Monats 10% Stunden über unserem Horizont steht/ spdndet siDuE ihre Wärme am Ende fast 13 Stunden lang. Der 21. März hat ebenso wie der 23. September im astronomischen Sinne ganz besondere Bedeutung dadurch, daß die Sonne an diesen Tagen der ganzen Erde eine gleiche Tages- und Nachtlänge von je 12 Stunden beschert. Die haupt­sächlichsten Lichtgestalten unseres Mondes saßen im begonnenen Monat auf folgende Daten: Am 3. stehen Sonne und Mond von der Erde gesehen in einer Linie, wir haben Neumond, wenige Tage später erscheint dann die schmale Mondsichel am "Abendhimmel, sie nähert sich dem im Hellen Glanze erstrahlenden Planeten Venus, wird immer breiter und am 10. ist die Phase erreicht, die im Volksmunde Halbmond, mit dem wissenschaftlichen Ausdruck jedoch Erstes Viertel heißt. Acht Tage später stehen sich Sonne und Mond gegenüber, unser Trabant wird von den Strahlen unseres Tagesgestirns voll be­leuchtet, wir haben Vollmond. Am 26. ist Letztes Viertel. Von den Hellen Planeten sind am Abendhimmel nur drei zu beobachten. Merkur, der nach der Zeit seiner so günstigen Sichtbarkeit im Februar nur noch eine halbe Stunde mit unbewaffnetem Auge gesehen werden kann, die Venus, die nun schon annähernd zwei Stunden lang das auffälligste Objekt unseres Abendhimmels ist, und der Mars, jener rätselvolle Bruderplanet unserer Erde, der uns im vorigen Jahre so nahe war, sich jedoch schon so weit von uns entfernt hat, daß auch mit den größten Fernrohren der Welt keinerlei nennenswerte Einzelheiten auf ihm erkannt werden können. Der Niesenplanet Jupiter ist im Strahlenkränze der Sonne verschwunden, Saturn kann am Morgenhimmel schon längere Zeit beobachtet werden. Auch der Sternenhimmel zeigt schon ein wenig sommerliches Gepräge. Das typische Wintersternbild Orion nähert sich seinem Untergänge, auch der Helle Sirius strebt dem Horizont zu. Beide räumen vor den sommerlichen Konstellationen Bootes, Krone, Herkules, Leier und Schwan das Feld. Dadurch hat das Firmament im Vergleich zu den Vormonaten ein wesentlich anderes Aussehen. Der Große Wagen steht in den späteren Abendstunden hoch zu unseren Häupten, der Löwe, eines der letzten Sternbilder des Winters, hat um diese Zeit den Meridian bereits Über-' schritten, während die Jungfrau mit der hellen Spika an seine Stelle tritt. So bestärken am Tage die Sonne und des Nachts die Sterne die Sehnsucht nach dem Beginn der schönen warmen Jahreszeit. Vom astronomischen Frühling trennen uns nur noch wenige Wochen; hoffen wir, daß and) der meteorologische recht bald seinen Ein­zug hält.

Prüfung des Mietzinses. Unter Hinweis aus die Klagen, daß nach dem Abbau der Wohnungszwangswirt­schaft für gewerbliche Räume durch die Hirtsieser-Verory- nung von: 11. November v. J. vielfach unangemessen hohe Mietzinsen für die Überlassung gewerblicher Räume gefordert werden, ersucht der preußische Justizminister die Strafverfolgung-behörden, ihr besonderes Augen­merk aus solche Mißstände zu richten Und bei Vergehen gegen § 49a des Mieterschutzgesetzes in der Fassung vom 30. Juni v. I. mit Nachdruck einzuschreiten. Bei der Prüfung der Frage, ob ein Mietzins unangemessen ist, wird in allen zweifelhaften Fällen auf die Hinzuziehung von Sachverständigen unter Berücksichtigluig der von den amtlichen Vertretungen der beteiligten Wirtschaftskreise Benannten Bedacht zu nehmen sein.

^«lda, den 1. März 1927.

Sie Kirche und der Vollstrauertag.

Die Frage der Beteiligung der Kirche am Volkstrauertag 1927, der bekanntlich von dem hierfür bestehenden Ausschuß auf Sonntag, den 13. März festgesetzt ist, hat nunmehr die obersten Instanzen der evangelischen fände katholischen Kirche beschäftigt. Der Deutsche Ev. Kirchenavsschutz hat bei den Landeskirchen angeregt, genau wie im Vorjahre des Volks- trauertages durch Glockengeläut von 1 1.15 Uhr und etwa durch besondere Erwähnung im Gottesdienst zu gedenken, da­gegen hat das oberste Organ des .Kirchenbundes, wie auch der katholische Episkopat, davon abgesehen, eine allgemeine kirch­liche Feier im Gottesdienst in allen Gemeinden anzuregen. Fast alle evangelischen Landeskirchen haben sich für den Toten­sonntag als den auch für das Gedächtnis der Gefallenen ge­eigneten Tag ausgesprochen. So in in Württemberg ab die­sem Jahre die kirchliche und staatliche Gefallenen-Gedenkfeier für den Totensonntag bereits ungeordnet, während in Bayern sowohl von Protestanten wie Katholiken der zweite November- sonntag als GefaUenen-Eedächtnis begangen wird. Dazu kommt, daß es nicht gelungen ist, den reichsgesetzlichen Schutz für eine entsprechende äußere Gestaltung des Volkstrauektages (verbot öffentlicher Lustbarkeiten usw.) zu erreichen. Aus diesen Gründen ist ein kirchlicher Feiertag am 13. März weder auf eoangerizcher noch auf katholischer Seite vorgesehen.

NeichsSahnrat Otto Seyfferth f.

Zum Tode dieses geachteten Beamten wird uns noch fol­gendes mitgeteilt:

Am 26. Februar d. Js. starb in der Privatklinik des Krankenhauses zu Fulda nach kurzer Krankheit, in feinem 57. Lebensjahre, der Werkdirektor des Eisenbahn-Ausbes» serungs-Werks Fulda, Herr Regierungs- und Baurat a. D. Reichsbahn-Rat O t t a S e y f f e r t h.

Seit 1. Juli 1918 war ihm als Vorstand des Eisen- bahn-Werkstätten-Amts Fulda die Leitung der hiesigen Hauptwerkstätte übertragen. Durch sein reiches Wissen und seine vielseitigen Erfahrungen auf dem Gebiet des Eisenbahn-Werkstättenwesens hat er sich um die Umstel­lung in neuzeitliche Arbeitsmethoden, die Förderung der Lehrlingsausbildung und die gedeihliche Entwickelung des Werks im besonderen, große Verdienste erworben.

Seinem unermüdlichen Fleiß und zielbewußtem Stre­ben gelang es, im Laufe der Jahre die Leistungen bet Fuldaer Werkstätte auf den Höchststand zu bringen. Lei­der hat der unerbittliche Tod seinem erfolgreichen Wirken ein zu frühes Ende bereitet.

Sein bescheidenes Wesen und sein ausgesprochener Ge­rechtigkeitssinn, gepaart mit warmer Anteilnahme an dem Wohle der ihm unterstellten Beamten und Arbeiter, er­warb diesem geistig hochstehenden^ Manne die Verehrung seiner Untergebenen und die Achtung seiner Vorgesetzten. Alle, die ihn kannien, werden sein Andenken in freund­licher Erinnerung bewahren.

80. Geburtstag.

Am morgigen Tage kann in körperlicher und geistiger Frische Frau Witwe Therese Dunst hier, Brauhausstr. Nr, 5, ihren 80. Geburtstag begehen. Dem Geburtstagskind, einer eifrigen Leserin unserer Zeitung, gratulieren auch wir herzlich und wünschen ihr einen recht frohen Lebensabend.

Herrenloses Fahrrad.

Auf der Treppe, die im linken Turm des Domes nach der Orgel führt, ist ein Fahrrad abgestellt worden, dessen Eigentümer unbekannt ist. Es handelt sich um ein ge­brauchtes Fahrrad MarkeWeltrad". Näheres ist bei der hiesigen Kriminalpolizei zu erfahren. '

Neue Aufzugsverordnung.

Der Obernräfibcnt bert W 25F^ßTnnr%^ der Provinz Hessen-Nassau eine neue Polizciverordnung über die Einrichtung und den Betrieb von Auszügen (Auf- zugsverordnung) erlassen, durch welche die bisher gelten­den Bestimmungen außer Kraft gesetzt werden. Die Ver­ordnung nebst Ausführungsbestimmüngen kommt in den Regierungsblättern zum Abdruck.

Elf neue Jugendherbergen in Niederhesscn und Waldeck.

Nach dem soeben veröffentlichten Geschäftsbericht gibt es im Jugendherbergsvcrbcmd Niederhessens und Waldecks neun Orts­gruppen, nämlich Kassel, Hannoverjch-Münden, Frankenberg, Bebra, Niederaula, Tannenberg, Melsungen, Eschwege und Sontra mit insgesamt 525 Mitgliedern, sowie einem Haupt­amtlichen Herbergswart. Die Zahl der Jugendherbergen ist im vergangenen Jahre von 36- auf 32 gesunken. Es bestehen gegenwärtig Jugendherbergen in Abterode, Altenfeld, Earls- Hafen, Eschwege, Fischbach, Frankenberg, Fritzlar, Hausen, Hersfeld (2), Hasenstein, Hofgeismar, Huhnstadt, Kassel (3), Knüll, Ludwiastein, Melsungen, Münden (2), Naumburg, Nie­deraula, Roscntal, Rotenburg, Spangenberg, Tannenberg, Vöhl, Wildungen, Ziegenhagen und Zimmersrode. Zu Veginn- der diesjährigen Wanderzeit werden außerdem Jugendherbergen: zur Verfügung stehen in Eschwege, Homberg/ Carlshasen, Corbach und Usseln. In Arolsen, Allendorf (Werra), Fritzlar, Wanfried, Dransfeld, Haina und Bebra ist die Anregung zur Errichtung von solchen ernstlich ins Auge gefaßt. Als Bau­projekte in greifbarer Nähe stehen Jugendherbergen in Carls­hafen, Hemfurth, Spangenberg und Kassel. Die Bettenzahl sämtlicher in Niederhefsen und Waldeck bestehender Jugendher- bergen ist 1300, wozu noch 500 Matratzen kommen. Bolle Be­köstigung werden gegeben in Ludwigstein, Wilhelinshöhe, Hem­furth, Münden, Hasenstein und Glashütte. In 1926 haben in sämtlichen Herbergen zusammen 45 711 Uebernachtungen statt- gesunden, davon waren 10 206 Mädchen. Aus Volksschulen stammten 50 Prozept, Hochschulen 25 und Erwachsene waren 15 Prozent. An Kopfgeldern wurden eingenommen 11 686,72 Mark, aufgewendet wurden 19 010,18 Mark. Für bauliche In­standsetzungen sind nach dem Voranschläge erforderlich in Wal­deck 5700 Mark und in Niederhefsen 21 130 Mark. Es ist vor allem an die Ersetzung der Strohsäcke durch aufzulegende Ma­tratzen, die Auswechselung der Bodenbretter in den Betten durch Kettennetzmatratzen und die Ausstattung mit Bettwäsche gedacht. Außerdem sollen Stühle, Tische, Bildschmuck, Spiele, Bücher und Zeitschriften neu beschafft und in Ordnung gehalten werden. Zu Beginn der diesiahrigen Wanderzeit rechnet der Gau mit 40 betriebsfertigen Jugendherbergen. Leider ist Ra­boldshausen geschlossen worden. Die Vermögenswerte des Gaues stellen etwa 45 929 Mark dar.

Allgemeiner Deutscher Jagdschutzverein und Jagdkammer.

Ueber das Fehlschlagen des angebahnten Zusammen­schlusses in der Jägerwelt verbreitet dieDeutsche Jagd­kammer", ein Name, der ihr übrigens gerichtlich unter­sagt wurde, in der Presse Nachrichten, die einer Richtig­stellung bedürfen. Die Presseabteilung des Allgemeinen Deutschen Jagdschutzvereins schreibt uns hierzu: Die von der Jagdkammer ausgearbeiteten Satzungen wurden in der gemeinsamen Sitzung der beiderseitigen Vertreter gut ge­heißen. _ Ausgenommen hiervon war ein Paragraph, der die Aufnahme von Verbänden in den künftigen Reichs­jagdverband betraf. Die Kommission des A. D. I. V. wies mehrfach nachdrücklich darauf hin, daß bei Annahme dieser Fassung eine Verständigung ausgeschlossen sei und die Einigungsverhandlungen alsdann sicher zum Scheitern gebracht würden. Trotzdem nahm die Jagdkammer in ihrer späteren Hauptversammlung diesen Paragraphen ohne Abänderung einstimmig an. Dieser absolute Mangel an Entgegenkommen gegenüber den durchaus berechtigten