Nah und Fern.
0 Im Bergwerk verunglückt. Auf der Grube Dechen bei Neunkirchen wurde ein Vollbauer im Stollen von abstürzendem Gestein verschüttet. Der Unglückliche wurde mit mehreren Rippenbrüchen und schweren inneren Verletzungen vom Platze getragen.
O Vom Wege nbgekommen und erfroren. Am Großen Teich bei Hirschberg wurde die Leiche des seit dem 28. Januar vermißten Angestellten Erich Rossmann aus Charlottenburg gefunden. Man nimmt an, daß der Tote auf einer Bergtour vom Wege abgekommen und er« Junen ist.
0 Feuerbestattung Georg Brandes'. Georg Brandes' Feuerbestattung fand im Kopenhagener Krematorium statt. Nur ganz wenige Persönlichkeiten wohnten der Feier bei. Unter den Kranzspenden bemerkte man solche vom König, vom Schutzverband Deutscher Schriftsteller (Berlin), vom deutschen Übersetzer Brandes', Erwin Mag. NU-, vom Dänischen Dichterverein, dem deutschen P. E. 9L« Klub, der deutschen Gesandtschaft in Kopenhagen und vom Verlag Erich Reiß (Berlin).
0 Bankier Kunert in Paris verhaftet Der aus Berlin geflüchtete Bankier Kunert, der in die große Akten- fchiebungsaffäre verwickelt ist, ist in Paris im Künstler, kabarett „Jockei* verhaftet worden. Eine Dame aus Berlin erkannte den Bankier, obgleich er eine groß, schwarze Brille trug, und benachrichtigte die Kriminal. Polizei. Kunert ist in das Gefängnis eingeliesert worden und wird wahrscheinlich in den nächsten Tagen nach Deutschland ausgeliefert werden.
0 Deutsche Jndustrieführcr in Rom. Die römische Presse begrüßt wärmstens die Ankunft Fritz Thyssens und Generaldirektor Vöglers in Rom, da man allgemein an- nimmt, daß die Besprechungen dieser deutschen Industrie- sichrer mit italienischen Wirtschaftsführern eine Stärkung der deutsch - italienischen Handelsbeziehungen bringen werden.
0 Neue Schneefälle in Oberitalien. Aus Oberitalien werden weitere Schneefälle gemeldet, besonders ans dem Gebiet von Novara, wo die Schneefälle 40 Stunden lang dauerten und die Schneehöhe zwei bis drei Meter erreicht. Vielfach sind die Straßen gesperrt und Autos im Schnee eingeschloffen. In Piemont sind zahlreiche Schneelawinen niedergegangen, welche Vichställe verschütteten.
0 16 050 Kisten verdorbene Eier beschlagnahmt. Auf eine anonyme Anzeige hin beschlagnahmten die spanischen Behörden in Bilbao 16 050 Kisten Eier, die mit dem Dampfer „Hermann Burgmeistcr" aus Hamburg gekommen waren und die vollkommen ungenießbar waren. Die verdorbene Ware wurde vernichtet.
0 Massen Vergiftungen i n Leningrad. In Leningrad sind annähernd 300 Personen an dem Genuß von Restaurantspeisen unter Vergiftungserscheinun- gcn erkrankt. 17 Personen sind bereits gestorben. Die Geschäftsführer der betreffenden Restaurants sind verhaftet worden.
O Butounfall des Grafen Luckner. Der bekannte deutsche Graf Luckner hat in Manchester (Maffachusetts) einen Autounfall erlitten, kam jedoch mit geringen Verletzungen davon. Der Wagen überschlug sich und wurde völlig zerstört.
0 Tod eines Wunderrabbis. Nach einer Meldung aus Boryslaw ist der bekannte Wunderrabbi von Dublany, Leib Lauer, im 63. Lebensjahre plötzlich unter geheimnisvollen Umständen gestorben. In jüdisch-ortho- doxen Kreisen herrscht über den Tod des Rabbis große Aufregung und es wird behauptet, daß er auf Anstiften seiner Gegner vergiftet worden ist. Dieser Verdacht wird noch genährt durch das rätselhafte Verschwinden eines seiner Sekretäre. Ein anderer Sekretär wurde nun in
Przemysl verhaftet. Eine gerichtSärzkNche Kommission ist nach Boryslaw entsandt worden, nm die Leiche zu obduzieren.
Bunte Tageschronit.
Leipzig. Die Zahl der Aussteller der kommenden Leipziger Frühjahrsmesse ist gegenüber der Herbstmesse 1926 um etwa tausend gestiegen. Diese tausend Aussteller machen allein schon eine höhere Zahl aus, alS alle anderen Messen überhaupt GesamwuSstcllcr aufweisen
Hannover. Im Walde bei Groß-Munze wurde eine vierzigjährige polnische Schnitterin r m o r d c t a u s g e s u n d e n.
Wien. In der Steiermarr ist ein »B a u c rnichreck* — wahrscheinlich ein mßrrgcwöhulich großer Wolf — ausgetreten, der viele Rehe und Hirsche und in der Dunkelheit auch schon Menschen angefallen hat.
Paris. In der Rabe von Brest stieß infolge starken Nebels der französische MV-Touncu-Dampser „Sarrebourg" ans einen Felsen auf und sank. Die Mannschaft konnte gerettet werden.
Aus dem Genchtsfaal.
§ Fünf Monate Gefängnis wegen Beleidigung des Reichs- kanzlerS. Das Essener Schöffengericht verurteilte den vcr-l antwortlichen Redakteur des kommunistischen „Ruhrccho" wegen Beleidigung des Reichskanzlers Marx zu fünf M o tt a t e ii Gesa n g n i s. Die Beleidigung wurde in einem Artikel des »Ruhrccho" erblickt, der im Anschluß an einen Vortrag des Reichskanzlers im Herbst v. I. erschienen war und die übcrfdnift* »Vaterländischer Schwindel" trug.
Berlin. Anläßlich der Tagung des KirchensenalS der Preußischen evangelischen Landeskirche sand bei Kultusminister Dr. Becker ein EmpfangSabcnd statt, an dem die Mitglieder des Kirchcusenars unter Führung ihres Präses D. Winckler, der evangelische Oberkirchenrat mit seinem Präsidenten D. Kapier und Mitglieder des Landtages teilnahmen.
Bremen. Admiral Scheer, der auf dem Dampfer »Lützow" eine Mittclmcerrcisc machte, ist im Hafen Algier als einzigem Passagier das Betreten 'französischen Bodens verboten worden.
London. Der diplomatische Mitarbeiter des »Daily Telegraph" schreibt, in britischen Kreisen werde angenommen, daß Zir Austen Chamberlain in der üblichen Weise an der Märztagung des Völkerbundes teilnehmen wird, außer, wenn eine gefährliche Wendung in der chinesischen Lage eintreten sollte,
Börse and Handel
Frankfurter Samstagsbörse voom 26. Februar. Der bevorstehende Blonatswechsel und de wachsende Geldknappheit — 6.5 Prozent tägliches Geld — drückten weiterhin scharf auf die Gesaintttitigkeit der Börse. Die Umsätze waren sehr gering. Der Montanmarkt verkehrte lustlos und matt. Der Kalimarkt lag verödet. Sehr gedrückt sind auch Chemiewerte, die ziemlich lebhaft angeboten wurden. Die Bewegung auf dem Elektromarkt ist zum Stillstand gekommen, die Hauptwerte werden angeboten. Leicht abgeschwächt und völlig geschäftslos eröff- neten Maschinen- und Autowerte. Schiffahrtswerte find gehalten. Bankaktien verloren durchweg bis zu 3 Prozent. Deutsche Renten liegen unverändert matt. Zu ihrem weiteren Verlauf verkehrte die Börse uneinheitlich. Kleinere Werte konnten sich leicht erholen. Die Börse schloß lustlos.
Amtliche Berliner Notierungen vom 26. Februar.
♦ Börsenbericht. Es machten sich umfangreiche Realisationen bemerkbar, die auf das Kursniveau drückten. Auch die Geldknappheit, die an der Börse noch nicht behoben ist und über Ultimo andauern dürfte, machte sich stark bemerkbar. Tägliches Geld notierte 6)4—854 %, monatliches Geld wurde nicht genannt.
* Devisenbörse. Dollar 4,21—4,22; engl. Pfund 20,43—20,49; holl. Gulden 168,63—169,05; Danz. 81,78 bis 81,98; franz. Frank 16,49—1653? PI 03 bis
81,23; Belg. 58,60—58,74; Italien 18 rj—18,4 9; s ch w e d. Krone 112,46—112,74; d ä n. 112,30—112/ I; n o r w e g 109,06 bis 109,34; 1 schech. 12,47—12,51; ö f r a Schilling 59,31 bis 59,45; poln. Zlotv (nicktamtla
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* Produktenbörse. Die amerikanischen festeren Preise Weizen überraschten insofern, als das Veto Coolidges eigentiu drüben die Tendenz hätte verslauen müssen. Eine Erklärn^ liegt aber in der Nachricht, daß nach einer Verfügung amerikanischen LandwirtschasisministerS die Kommission, firmen an den amerikanischen Börsen nicht mehr wie bk(J läglich den Umfang ihrer Geschäfte barkgen müssen. Es L beutet dies wahrscheinlich eine Erleichterung des Kommission, geschästs. Die Äuslandsförderungen für Ware blieben durch die amerikanische Festigkeit nicht ganz unbeeinflußt, und bas hat and) hier eine leichte Erhöhung der Weizenpreise veranlag In Roggen war bic Situation nicht verändert. März eröffnete zu letzten Schlußkursen, andere Sichten waren eine Kleinigkeit fester. Das Fulandsangebot hält nach den Preisrückgängen ber letzten Zeit zurück. Das Mehlgeschäst blieb still. Gerste kaum verändert, auch Hafer ruhig.
Betreibe und Clfaatcn per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilo, gramm in Reichsmark:
Weiz., mSrf
26. 2. 259-262
05 0
Wctzkl.f.Brl.
26. 2.
15,7-15,8
25.2
15.7-158
vommersch.
—
Rogkl s.Brl.
15,2
15,2
Nogg., mark.
212-245
241-244
Raps
pommerfd).
——
-—
Leinsaat
—
—
wcstprenß
—
Vikl.-Erbsen
50-66
50-66
Braugerste
213-241
213-241
kl.Spctsccrb.
33-36
33-36
Ruttcrgcrftc
192-205
192-205
Ruttcrcrbfcn
22-25
22-25
Hafer, märt.
190-198
190-198
Peluschken
21-22
21-22
pommerfd).
—-
——
Ackerbohnen
—
tveftpreuf;.
——
—
Wicken
23,5-24,5
23,5-24,5
Weizenmehl
Lnpin., blaue
14,7-15,5
14.7-15,5
P 100 kg fr.
Lapin. gelbe
16,2-17,2
16,2-172
fBIn.brlnH
zerabetta
26,0-28,0
Sack (feinst
Rapskuchen
16,2-16,5
16,2-165
Mrk ü Not.
34,2-36,7
34,2-36,7
Leinkuchen
20,7-21,0
20,7.210
Roggenmehl
JrorfenfdiVl
11,7-12,0
11,7-12,'O
v 100 kg fr.
Sona-Schrot
19.7-20,3
19.7-20,3
Berlin br.
Sorfm 30/70
—
—
infl ?arf
33,5-35,5
33,5-35,5
flartpfktfld
28 5-28,7
28.5-28,7
♦ Die Lebenshaltungsindexziffer für Sachsen. Nach Berechnung des Statistischen Landesamts in Dresden beträgt die sächsische Gcsanitindcrzisfcr ber Lebenshaltungskosten auf er- wettcrtcr Grundb (Ernährung, Heizung, Beleuchtung, Wohnung, Bekleidung, Verkehr, Körperpflege, Reinigung usw.) im Durchschnitt des Monaiv Februar 147,0 (vor dem Kriege 100). Sic ist demnach gegen die für den Monatsdurchschnitt Januar vorliegende Indexziffer von 140,9 nahezu unverändert geblieben.
♦ Buttcrprcise im Verkehr zwischen Erzeiiger und Groß, handel (Fracht und Gebinde gehen zu Käufers Lasten) waren unbetänbert.
♦ Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder 1909, darunter Ochsen 632, Bullen 419, Kühe und Färsen 918, Kälber 1987, Schafe 4795, Schweine 9073, zum Schlachthof direkt seit letztem Viehmarkt 1275, Auslandsschweiue 673. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Frach«, Markt- und Verkaufskosten, Umsatzsteuer sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreise erheben. Markiverlauf: Bei Rindern in guter Ware glatt, sonst ruhig. Bei Kälbern ruhig. Bei Schafen ziemlich glatt. Bei Schweinen anfangs ruhig, zum Schluß fest. Preise (für einen Zentner Lebendgewicht in Reichsmark): Ochsen a) vollsleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertcs, jüngere 58—61, b) sonstige vollfleischige, jüngere 53—56, c) fleischige 48—50, b) gering ge» nährte 32—42; Bullen a) 54—55, b) 51—53, c) 48—50, d) 44 bis 40; Kühe a) 44—47, b) 37—42, c) 28—34, b) 22- 25; Färsen a) 58-59, b) 51—55, c) 45—48; Fresser 38—45; Kälber a) —,-, b) 70—78, c) 52—66, b) 38 -47; Schafe a) 58-62, b) 54 -58, c) 45—50, b) 34—40; Schweine a) —,—, b) 62—03, c) 60-62, b) 58—60, c) 56-58; Sauen 56-59.
♦ Die amtliche Grotzhandelüindexzifser vom 23. Februar 1927. Die auf den Stichtag des 23. Februar berechnete Großhandels- indexziffer des Statistischen Reichsamls hat mit 135,5 gegenüber der Vorwoche keine Veränderung erfahren Die Jpdex- zisfer der Agrarstosse ist bei nachgehendcn Viehpreisen um 0,4 % auf 138,4 zurückgegangen. Dagegen hat bu Indexziffer der industriellen
auf 129,7 angc,zogen. Im einzelnen sind vor allem die Index- gruppen für Metalle und bei anziehenden Holzpreisen auch für Baustoffe gestiegen. Die Indexziffer der industriellen Fertigwaren hat sich aeringfügia auf 141,6 erhöbt.
Für Jeden etwas. ^^
Die letzte Anedenspfeise.
Von H. Hesse, Newyork.
. Kürzlich wurde der letzte feindselige Jndianerstamm Lordamenka unterworfen, indem der letzte Häuptling, Ha-Thron-Wa-Har-Chee, sich bereit erklärte, das Kriegs- berl zu begraben, mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die Friedenspfeife zu rauchen urtd so den hundert- lahrlgen Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und wn le^eit unabhängigen Resten des Seminolenstammes endlich zu beenden.
Praktisch ist dieser Schritt kaum von Bedeutung, denn es handelt sich nur um dreihundert Rothäute, die in Den Sumpfen Floridas Hausen. Die S e m i n o l e n, vas heißt Entlaufene, kamen zur Halbinsel Florida, nachdem die früheren Rothäute von den weißen Eindring- iingen vertrieben oder ausgerottet wurden. Sie erhielten großen Zulauf von Flüchtlingen anderer Stämme und mtlaufenen Negersklaven. Als 1817 und 1818 Florida »och spanisches Gebiet war, bekämpften sie die Vereinigen Staaten. Im Jahre 1832 schlossen die Seminolen nnen Vertrag mit den Vereinigten Staaten, in dem sie Pr Land aufgaben und einwilligten, in den Staat Ofla- ^oma auszuwandern. Die Versuche, entsprungene Sklaven ihren Herren wiederzugeben, führten dazu, daß »tt Teu der Seminolen sich weigerte, nach dem Westen sv gehen Einer ihrer Führer war O s c e o l a , der von nnem C sinder und einer entwichenen Negersklavin ab- itammte. ^m Jahre 1835 wurde Osceolas Weib er- nachdem der Häuptling sich eine Zeitlang -ersteckt hatte, stellte er sich an die Spitze der Seminolen »nd begann einen^ Ausrottungskrieg. Sein Hauptauar- tzer war in den Sümpfen des südlichen Florida. In den ivlgenden Monaten fand eine Reihe von blutigen Schlach- len statt. x$m Jahre 1835 wurde Osceola gefangenae- «ümmen, als er unter Waffenstillstandsflagge eine Kon- serenz abhielt. Er starb ein Jahr später in Gefangenschaft. _ Der zweite Seminolenkrieg zog sich hin bis 1842. Er brachte dem Heer der Vereinigten Staaten manche verlorene Schlacht und Verluste von Tausenden von Mann. Seine Kosten werden auf 10—40 Millionen Dollar steschätzt. Dieser Krieg war vielleicht der blutigste und iostspieligste aller Kriege mit den Indianern und es geschah manches, an das die Amerikaner heute nicht gerade mit Stolz zurückdenken. Erst im Jahre 1842 ergaben sich viele Seminolen und ließen sich nach Oklahoma abschieben. Ein Rest von einigen hundert aber flüchtete in die Wildnis, wo man sie allein ließ und sie Mn von aller Welt so abgeschlossenes Dasein führten, daß »re meisten alten Stammessitten sich erhielten. Das kleine Häuflein, das seitdem im Kriegszustände mit den Ver- Mnißten Staaten lebte und alle Vorschläge hartnäckig ab- letznte, ersucht nun jetzt offiziell um Frieden, unter der einen Bedingung, daß die Seminolen nie gezwungen irrerden tollen, ßloridg zu erlagen, ^ sie Moritz-
die einzige Heimat ansehen, in der sie leben und gedeihen tonnen. Die Regierung wird nun versuchen, die Indianer »u zivilisieren. Land war längst für sie reserviert. Es sind keinerlei Schritte notwendig, um sie zu Bürgern zu machen, denn nach dem Gesetz von 1878 sind alle Indianer ebensogut Bürger wie jedes in den Vereinig- ien Staaten geborene Kind. So findet denn mit diesem Friedensschluß ein interessantes Kapitel der amerikanischen Nationalgeschichte sein Ende.
Verläßliche Weiierpropheien.
Der früher als Wetterprophet so hoch in Ansehen gewesene Laubfrosch ist entthront, denn es ist ein neuer tierischer Wetterprophet erstanden. Dies ist der ganz gemeine Mistkäfer. Der Entomologe I. H. Fabre hat eine Anzahl dieser Tiere im Käfig gehalten und drei Monate hindurch beobachtet. Flogen sie am Abend im Käfig herum, so folgte stets ein schöner Tag, und umgekehrt, wenn sie nicht flogen, dann gab es am nächsten Tag ausnahmslos Regen. Einige Male schien es, als hätten die Tiere sich mit der Voraussage geirrt; sie hatten am Vorabend ruhig gesessen und doch war bis zum nächsten Abend das schönste Wetter gewesen, es schien auch kein Regen mehr erwartet werden zu müssen; aber dann setzte noch am vorgerückten Abend ein ganz kolossaler Gewitterregen ein, der zwar den Spaziergängern Unannehmlichkeiten bereitete, aber die Mistkäfer als Wetterpropheten rechtfertigte.
Wer zuerst kommi...
Ein Reiter, dessen Pferd krank war, hatte ein Rezepl vom Tierarzt bekommen. Zwei Stunden später kam bet Mann leichenblaß wieder zu dem Arzt gestürzt und rief ihm entgegen: „Herr Doktor, es geht mir so schlecht! Das Pulver hat mich beinahe umgebracht.* — „Das Pulver?* fragte der Arzt zurück. „Habe ich Ihnen denn nicht gesagt, daß Sie es in eine Röhre schütten, deren Ende dem Pferde ins Maul stecken und das Mittel sodann dem Tier in den Schlund blasen sollten? Keineswegs aber habe ich Ihnen doch angegeben, daß Sie selbst das Pulver schlucken sollten!* — „Das habe ich auch alles getan, Herr Doktor! Ich tat das Pulver in die Röhre und steckte sie dem Pferd ins Maul, aber das elende Biest blies r u e r st!"
Woran man in Amerika stirbt.
Die amerikanischen Versicherungsgesellschaften veröffentlichen soeben eine bemerkenswerte Statistik über die Ursachen der in ihrem Geschäftsbereich vorkommenden Todesfälle. Aus dieser Auküellurra gebt benw^ duß bic
Gesamtzahl der Todesfälle im Jahre 1926 die des Vorjahres um 53 000 übersteigt. Von 100 000 versicherten Personen wurden 127 durch Herzkrankheiten hinweggerafft. 88 erlagen der Lungenentzündung, 81 dem Krebs, 56 Schlaganfällen, 25 der Grippe und 16 Autounfällen. Zwölf Personen gaben sich selbst den Tod und fünf wurden gewaltfam ums Leben gebracht.
Rauchende Frauen.
Wenn man heute von einer zunehmenden Neigung der Weiblichkeit zum Tabakgenuß spricht, so ist diese Neigung eigentlich keine neue Erscheinung. Die Frauen haben schon lange vor der Gegeywart geraucht. Nicht gerade Zigaretten, die sind erst Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa gekommen, sondern Pfeife. In alten Schrifte« aus dem 17. und 18. Jahrhundert steht zu lesen, bei Tabak sehr viel geraucht werde, auch von den Frauen Eine Klubordnung aus jener Zeit bestimmt, daß jeder Bv sucher seine Pfeife aus dem eigenen Tabaksbeutel stopfe« solle, und wer ferne Frau mitbringe, müsse auch bezahlen was sie trinkt und raucht. Es ist ja möglich, daß an diese Bestimmung hin die Männer lieber allein in M Klub gegangen sind, aber daß sie prinzipiell nichts geg» das Rauchen der Frauen hatten, geht aus jenen originelle« Briefen hervor, die ein englischer Schriftsteller im Jah^ 1700 schrieb und „an eine alte Dame mit der Tabakspfeife" richtete. Es heißt darin: Ich rate Ihnen dringend, Pfeife zu rauchen, denn erstens ist es ein Vergnügen unb dann auch ein vorzügliches Mittel gegen Zahnschmerzen, mit denen Damen in Ihrem Alter ja so ost geplagt sind. Weiterhin tut eine Tabakspfeife vorzüglich« Dienste bei religiösen Betrachtungen, weshalb es ja auch keinen Geistlichen gibt, der seine Predigten ausarbeiten kann, ohne dabei zu schmauchen. Zum Schluß wird dann der launige Vergleich gezogen, daß eine Pfeife für eine alte Dame dasselbe ist wie der Verehrer für eine junge, beiden liefe nämlich dabei das Wasser im Munde zusammen. W. D.
Heiteres.
Die Registrierkasse. Vater: „Sag' mal, Junge, warurn arbeitest du nichts? Was ist das mit euch jungen Leuten bloß für eine Wirtschaft! Als ich vor dreißig Jahren anfing, habe td; drei Taler in der Woche verdient. Nach fünf Jahren gehörte der Laden mir!" Sohn: „Du magst schon recht haben, Papa, aber so einfach ist das heute nicht mehr, leider! H«tt- Zutage haben sie Registrierkaffen!"
Der glückliche Gatte. Photograph: „Bitte recht freundlich^ Schauen Sie drein, wie ein Mann, der gerade geheiratet hat! Der Herr mit dem düsteren Gesicht: »Ganz recht! Großartig! In der Lage bin ich ja zufällig!"
Unnötige Besorgnis. »Zum Donnerwetter, Kelln«, nehmen Sie doch den Finger aus der Territre!" — »Haben keine AnM mem Herr, bk Suppe $ nicht hâders