Einzelbild herunterladen
 

rtmaa ua^limEui rsra uoaoai 'uaqiaoi zrsjsWöms snvtzus; Aeder entlassen werden konnten. Nur der Lenker des Bootes, der sich außerhalb der Kajüte, in der das enlsetz- liche Unglück vor sich ging, nufhielt, ist ohne Schaden da­vongekommen.

Zu der entsetzlichen Vergiftungskatastrophe auf einem Rheinmotorboot erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Das von dem Mainzer Schiffer Markowski gesteuerte Boot unternahm gestern nachmittag von Biebrich aus mit 17 Passagieren eine Fahrt in den Rheingau nach Erbach. Die Rückfahrt wurde erst nach Eintritt der Dunkelheit ange­treten, wobei nach kurzer Zeit die in der Kajüte befind­lichen Pasiagiere einschliefen. Einer derselben wachte plötz­lich auf und bemerkte, daß die Kajüte mit einem süßlich riechenden Gas angefüllt war. Er schlug sofort das Fenster durch und alarmierte den Bootsführer. Dieser steuerte das Fahrzeug so schnell wie möglich nach Biehrich. Dort zeigte sich aber, daß sämtliche Insassen bis auf drei bewußtlos waren. Sie wurden sofort in das Krankenhaus geschafft, wo man feststellte, daß bei fünf Personen bereits der Tod eingetreten war. Ob es sich, wie man annimmt, um eine durch Benzingase verursachte Vergiftung handelt, muß die von der Wiesbadener Staatsanwaltschaft eingeleitete Un­tersuchung ergeben. Die Toten find die Biebricher Herren Bock, 23 Jahre alt und Schneidermeister Schepers, 69 Jahre alt, sowie drei Kinder aus Mainz namens Blews und die Geschwister Markowski, Kinder des Steuermanns. Die im Krankenhaus befindlichen Persomn sollen sich nach den letzten Meldungen sämtlich außer Lebensgefahr befinden.

wtb. Mainz, 22. Februar. (Funkm.) Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft hat ergeben, daß die Vergiftungen aus dem Motorboot durch Ausströmen von Kohlenoxyd­gasen aus dein schadhaften Auspuffrohr hervorgerufen wurden.

Furchtbare Explosionskatastrophe im evange­lischen Schwesternhaus in Gießen.

* Gießen, 21. Februar. Ein entsetzliches Un­glück trug sich heute Nachmittag 4 Uhr 25 Minuten in dem hiesigen evangelischen Schwesternhaus in der Johan­nisstraße zu: Eine Personfanddensofortigen Flammentod, 2 weitere liegen im Sterben und 5 haben Brandwunden erlitten, die zum Teil sehr schwr sind. In der Küche des Schwesternhauses waren acht Krankenschwestern mit dem Umfü l l e n von A et- tz e r f l a s ch e n, da zu einer Operation ein kleines Quan­tum Aether erforderlich war. Da in der Küche sich keiner­lei Feuer befand, so kann die plötzlich erfolgende Explosion des Aethers nur dadurch entstanden sein, daß ein Bügel an der elektrischen Leitung sich erhitzt hatte. Die Schwester Liesel, welche die Aetherflasche in der Hand hielt, stand sofort in Hellen Flammen, ihre Kleider waren fast augenblicklich verbrannt, den Leichnam fand man später in stark verkohltem Zustand. Zwei weitere Schwestern brannten ebenfalls lichterloh, die eine rannte auf die Straße, Passanten wälzten sie im Schnee und er­stickten die Flammen. Ueber die andere warfen Leute vom Personal Tücher. Fünf weitere Schwestern erlitten Brandwunden an Händen und Gesicht. Durch die Explo­sion wurden in dem Krankenhaus große Verheerungen angerichtet, die meisten Fensterscheiben wurden zertrüm­mert, mehrere Zimmertüren hinausgeschleudert, Schränke, Stühle und andere Möbel umgeworfen. Groß war auch oie Verwirrung, die in den Krankensälen unter den zahl­reichen Patienten entstand.

Aus Seffen-Aaffsu und Aachbargebieten.

Merkblatt für den 23. Februar.

Sonnenausgang 7"3 |i Mondausgang - Sonnenuntergang Monduntcrgang 5 V

1685 Georg Friedrich Händel geb. 1786 Wilhelm Grimm geb. -

Das Glück, das glatt und schlüpfrig rollt, Tauscht in Sekunden seine Pfade, Ist heute mir, dir morgen hold Und treibt die Narren rund im Rade.

E. M. Arnd t

Wetterbericht. >

Am Südrande eines schnell ostwärts vorgedrungenen Tief­druckwirbels ist wärmere Luft auf das Festland vorgestoßen und hat beim Zusammentreffen mit der hier lagernden kal­ten Luft zum Auftreten von Niederschlägen, zunächst Schnee, und gleichzeitig zum Nachlassen der Frosttemperaturen geführt. Vom Westen her dringt weitere Warmluft nach, sodaß mit weiterer Erwärmung und Regenfällen gerechnet werden kann. Vorhersage bis Dienstag abend: Wolkig bis bedeckt, Regen- fälle, milder, südwestliche Winde. Aussichten bis Mittwoch: Weitere Regenfälle, mild, südwestliche Winde.

Der Kriegsopfergedenktag am 13. März. Der Volks- ^-^r^ergräberfütsorge veranstaltet bekanntlich ^cnz Gedenkfeiern für die Kriegsopfer im gan- zen -ande. Die Verlegung diesesVolkstrauertags" auf Sonntag vor Ostern bedeutet noch keine end sondern geht auf die private Initiative zurück. Die Neichsregierung bat sich h s-'^erer Zeit mit dem Gedanken der Schaffung befaßt. Eine endgültige Neqè-

..Nicht erzielt, da die Wünsche der er..,.men ~mu er be'nglrch des Termins für den Traner- tag ,üo bisher nicht vereinigen ließen. In Süddeutsch­land bevorzugt man den Gedanken, den Bo^-trauertaa auf den Totensonntag zu legen.

. 2 Sicherung der Eisenbahnübergänge. Die sich häufen­den Unfälle an Eisenbahnubergängen haben dem General­direktor der Deutschen Neichsbahngesellschaft Veranlassung gegeben, sofort außerordentliche Maßnahmen einzuleiten Zunächst soll dem Eisenbahnbewachungspersonal noch ein­mal die äußerste Aufmerksamkeit ciugeschärft werden. Be­sondere Kommissionen sollen die bestehenden SicherungS- cmrichtungen dahin nachprüfen, ob Schranken, Läute­werke, Beleuchtung und Bahnsignale geeignet sind, die Gesahrmomente eines Eisenbahnüberganges Herabzumin­dern. Es wird auch mit den Länderregi'erungen in Ver- bindung getreten werden wegen besserer Signalisierung der Übergänge und eventueller Anlage von Zwangs- kurven. Auch zusammen mit den Automobilverbände,t tverden, ob nicht eine bessere Unterrichtung ^"'Wagenführer erfolgen kann, um ein Überfahren ranfcn "nd schrankenlosen Übergängen zu ver-

LI Der Lehrvertrag. Der Lehrvertrag wird in der Regel auf festbestimmte Zeit abgeschlossen. Der erste Monat gilt bei den Handlungslehrlingen als Probez-it, innerhalb welcher das Lehrverhältnis beiderseits -eber- zen aufgelöst werden kann. Bei geiverblichen Lehrlingen beträgt diese Probezeit vier Wochen. Durch Vertrag ann die Probezeit bis zu höchstens drei Monaten vor. langert werden. Eine Kündigungsmöglichkeit während ver Dauer des Lehrverhältnisses besteht sonst nicht, aus­genommen den Fall, daß der Lehrling den Beruf wechselt. Fn folgern Falle hat der gesetzliche Vertreter des Lehr­lings (bei Volljährigkeit der Lehrling selbst) schriftlich ven Berufswechsel zu erklären. Der Lehrling darf dann binnen neun Monaten keine neue Tätigkeit in dem in Frage kommenden Gewerbe annehmen. Fristlose Kün- oigung des Lehrvertrages ist möglich, wenn der Prin­zipal in einer die Gesundheit, Sittlichkeit oder Ausbil- vung gefährdenden Weise seine Verpflichtungen vernach­lässigt. Beim Tode des Leürherrn kann innerhalb eines Monats fristlos gekündigt werden. Für den kaufmän­nischen Lehrling gelten die Bestimmungen über die Handlungsgehilfen entsprechend. Der Abschluß von Kon- kurrenzklauseln mit Lehrlingen ist nicht statthaft. Es muß dringend darauf verwiesen werden, daß der Ab­schluß des Lehrvertrages schriftlich erfolgen muß, wenn der Lehrling vor Schaden bewahrt werden soll.

Fulda, den 22. Februar 1927.

Herr Friedensburg wird abgelehnt.

Protest der Deutschnattonalen Volkspartei gegen die beab­sichtigte Ernennung des Herrn Friedensburg zum Regierungspräsidenten in Kassel.

Der Landesverband der Deutschnationalen Volkspartei schreibt uns:

Der erst wenige Monate im Amt befindliche, politisch nach keiner Richtung hin hervorgetretene Regierungsprä­sident von Kassel ist vom preußischen Staatsministerium in rücksichtslosester Form seines Amtes enthoben wordem Dieser Vorgang zeigt, daß der preußische Beamte unter sozialdemokratischer Herrschaft brutalen Willkürakten aus­gesetzt ist, sobald Parteiinteressen es wünschenswert er­scheinen lassen.

Zum Nachfolger des Regierungspräsidenten ist der linksradikale Berliner Polizeipräsident Friedensburg aus­ersehen, für dessen Beförderung ganz offensichtlich aus­schließlich die politische Einstellung maßgebend ist. Seine beabsichtigte Ernennung steht in krassem Widerspruch zu einer im vorigen Jahre unter sachlichen Erwägungen im Provinzialausschuß von allen Parteien getroffenen Ueber- einkunft, die dazu führte, daß ohne politische Auseinander­setzungen die Besetzung -des Wiesbadener Regicrungsprä- sidiums mit einem Sozialdemokraten, und zum Ausgleich hierfür die des Kasseler Präsidiums mit einem fachkundig vorgebildeten, politisch nicht der Linken angehörenden Beamten vorgenommen werden konnte. Es muß jetzt er­wartet werden, daß auch die Vertreter der Linken im Pro­vinzialausschuß cs ablehnen werden, durch Zustimmung zum Vorgehen des derzeitigen Innenministers sich den Vorwurf illoyalen Verhaltens zuzuziehen: Denn dieser Vorwurf müßte mit Recht erhoben werden, wenn der mit der damaligen Uebereinkunft erstrebte politische Aus­gleich auf die Weise beseitigt würde, daß zwar zunächst ein znr Rechten und ein zur Linken zählender Regierungs­präsident ernannt, der erste aber nach noch nicht einem Jahr durch einen zweiten Linksstehenden ersetzt wird. Daß der gesamte Provinzialausschuß sich zu der Ernen­nung des Herrn Friedensburg ablehnend verhalten wird, muß um so mehr gefordert werden, als der Provinzial­ausschuß s. Zt. sich geschlossen für die Berufung eines in der einheimischen Verwaltung bewährten, aus Kurhessen stammenden Beamten ausdrücklich eingesetzt hat. Sollte trotzdem durch irgendwelchen parteipolitischen Schacher dem Herrn Friedensburg der Weg in das Kasseler Regie- rungspräsidium gebahnt werden, so kann ihm schon jetzt bekundet werden, daß ihm von allen Kreisen auf Grund seiner bisherigen Tätigkeit nur schärfstes Mißtrauen und unbedingte Ablehnung entgegen gebracht wird. Die Tat­sache, daß sein ganzes Verhalten in seiner Berliner Dienst­stelle selbst der derzeitigen preußischen Staatsregierung seine Entfernung wünschenswert erscheinen läßt, ist nach Auffassung der Deutschnationalen Volkspartei nicht gerade als Befähigungsnachweis für die Stelle des Kasieler Re­gierungspräsidenten aufzufassen. Wir sehen Uns veran­laßt, gegen die Geringschätzung des Kasseler Bezirks, die in diesem ganzen Vorgehen der preußischen Staatsregie­rung zu Tage tritt, nachdrücklich zu protestieren, und wir richten an alle Mtglieder des Provinzialausschusses den dringenden Appell, in Abwehr dieses Vorgehens der be­absichtigten Ernennung des Herrn Friedensburg die Zu­stimmung zu versagen

Personennachrichten.

In den einstweiligen Ruhestand versetzt: Regierungs­präsident Dr. Stölzel.

Ernannt: Rentmeister Leunig bei der Kreis- und Forst­kasse Fulda zum Oberrentmeister. Die Versetzung des Regierungsrat Tincauzer von der Regierung Stettin zur Regierung Kastel wurde zurückgezogen. R.-B.-Rat Jänecke wurde zur Regierung Schleswig zurückversetzt.

Auf die Bekanntmachung des Finanzamtes betr. Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe der Steuer­erklärung für die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer für 1926 und 1925/26 im vorliegenden Blatt wird besonders hingewiesen. Die Steuererklärungen ind zur Vermeidung von Zuschlägen bis spätestens 15. März 1927 dem Finanzamt einzureichen.

* Gersfeld, 21. Februar. Der Turnverein hatte gestern abend ein Masken-Koftümfest veranstaltet, das durch die persönliche Anwesenheit des Prinzen Karneval eine beson­dere Bedeutung gewann. Auf seinem Marsche von der zur Residenz erkorenen Rhcinftadt Köln reiste cr über Mainz, wo er seine Getreuen flüchtig begrüßte, nach Gersfeld. Der Empfang war ein überwältigender. Mit Geist und Phantasie wurde der hohe East gefeiert und ein Faschingstreiben, unbeschwert von des Tages Last und Sorge, trat hemmungslos in sein Recht, das sich Jähre lang keine Geltung verschaffen konnte. Ein Kranz von Damen aus aller Herren Länder in modernen und anti­ken Trachten, aber alle Trägerinnen von dem Bestreben erfüllt, den Rekord zu schlagen, belebte den Festsaal. Durch­laucht hat es öffentsichtlich in unserem Kreise gefallen; denn seine Abreise hatte sich dermaßen verzögert, daß mit dem Verlassen des Festsaals die verblassenden Sterne den jun­gen Morgen ankündigten.

Offenbach, 18. Februar. (N e u e T u r n h a l l e.) Das Stadtparlament hat in seiner gestrigen Sitzung den Bau einer neuen Turnhalle im Vorort Bürgel beschlossen und dafür Mittel im Betrage von 207 000 Ji ausgeworfen.

Frankfurt a. M., 1!?.' Febrllar. Im Rahmen desSom­mers der Musik", der in Frankfurt a. M. vorbereitet wird, wird u. a. Mitte Juni 1927 auch eine großzügig angelegte Woche für katholische Kirchenmusik" veranstaltet werden, und zwar werden alle Zweige der katholischen Kirchenmu­sik zur Berücksichtigung kommen in Kompositionen und Gesängen alter und neuer Zeit. Erfreulicherweise darf man auch damit rechnen, daß ein Chor des Benediktiner- Klosters zu Maria-Laach an derWoche für katholische Kirchenmusik" mitwirken wird. Mit den Dirigenten der Frankfurter Kirchenchöre hat bereits eine eingehende Aus­sprache stattgefunden. Diese sind damit beschäftigt, ein entsprechendes Programm auszuarbeiten. Anfragen be­antwortet die Leitung der AusstellungMusik im Leben der Völker", Frankfurt a. M., Haus Offenbach.

Frankfurt a. M., 18. Februar. (D e r Fall Nord­mann ein Verbrechen.) Nach gründlicher Unter­suchung der näheren Umstände und vor allem der aufge­fundenen Kleider kommt die Polizei jetzt allgemein zu der Ansicht, daß der seit zwei Wochen vermißte Steuer­berater Traugott das Opfer eines schweren Ver­brechens geworden ist. Die Stiche in dem Mantel sprechen dafür, daß der junge Mann rücklings überfallen und niedergestochen wurde. Es erscheint ausgeschlossen, daß Nordmann sich, um vielleicht einen Ueberfall zu fin­gieren, den Rückenstich selbst beigebracht hat. Nordmann hat sich wahrscheimich zur Wehr gesetzt und dabei den Mantel nach dem Stich ausgezogen wurde aber jedenfalls überwältigt, und mit fortgeschleppt. Den Tä­tern ist keine Zeit mehr geblieben, die Kleidungsstücke auf- zunehmen. Deshalb ließ man sie liegen. Die Polizei nimmt an und bringt dies jetzt auch in den amtlichen Aus­schreibungen zum Ausdruck, daß Nordmann in den Main geworfen worden ist und später angeschwemmt wird. Vielleicht hat man ihn aber auch vergraben und ihn auf diese Weise beseitigt.

Frankfurt a. M., 19. Februar. (Schiedsspruch in der chemischen Industrie für Hessen-Nassau.) Wagners Süd- westdeutscher Nachrichtendienst meldet aus Berlin: Zu dem Lohnstreit in der chemischen Industrie im Bereich der Pro­vinz Hessen-Nassau und des Freistaats Reffen berief heute vormittag der vom Reichsarbeitsminister zum Sonder­schlichter bestellte Oberregierungsrat Dr. Wende nach mißlungenem Einigungsversuch eine Schlichterkammer. Nach zehnstündiger Beratung wurde in den Abendstunden ein mit den Stimmen der Arbeitnehmer zustande gekomme­ner Schiedsspruch verkündet. Danach erhöht sich der Eck­lohn des Betriebsarbeiters von 68 auf 75 Pfg. bezw. von 70 auf 77 Pfg. Die übrigen Löhne errechnen sich prozen­tual. Durch diese Lohnerhöhung ist jede Mietzinserhö­hung, die während der Vertragsdauer in Kraft tritt, bis zu dem Umfang einer Steigerung von 20 Prozent voll ab­gegolten. Der Vertrag ist erstmals kündbar zum 31. Jan. 1928. Den Parteien ist Erklärungsfrist zum 25. Februar gestellt.

Frankfurt a. M., 19. Februar. (Zwangsversteigerung des Frankfurter Jndustriehauses.) Das große Industrie- Haus in der Taunusstraße (neben dem Schumantheater), das in der Inflationszeit gegründet wurde, dann aber in- ter. Handwerksmeister zusammengebrochen ist, ist gestern im Wege der Zwangsversteigerung in den Besitz der Frank­furter Lederfirma Anathän A.-E., die in dem Gebäude ihren Sitz hat, übergegangen. Der Kaufpreis beträgt 2 230 000 Ji, wozu noch rund 250 0Ö0 Jt an Steuern und Unkosten kommen. Das Grundstück war mit einer Schuld­summe von über 3% Millionen Mark belastet. Die Haupt­gläubiger waren eine Großbank und eine Dresdner Bau­firma mit je einer Million, während eine große Anzahl kleiner Gläubiger (Lieferanten, Handwerker usw.) For­derungen in Höhe von etwa 900 000 J( hatten.

Frankfurt a. M., 19. Februar. (Verurteilte V o l k s b e g l ü ck e r.) In dem gigantischen Organisa- tionsschwindelprozeß gegen den Dentisten Rock, dessen Ehefrau und den Kaufmann Hallmann wurde heute die Verhandlung fortgesetzt. Die Zeugenvernehmung gestal­tete sich sehr ungünstig für die Beklagten. So wurde fest­gestellt, daß Interessenten aus der Lörracher Gegend ins­gesamt 55 000 Ji Bangelder bezahlt haben. Die Haupt­leidtragenden waren Personen des Mittel- und Arbei­terstandes. Das Gericht verurteilte schließlich den Ehe­mann Rock wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Betrugs zu einem Jahr vier Monaten, seine Frau zu einem Jahre, den Kaufmann Hallmann zu sechs Monaten Gefängnis. Rock wurde sofort verhaftet. In der Begründung heißt cs, daß die Angeklagten vorgespiegelt hätten, unter gün­stigen Bedingungen Häuser zu erstellen. Sie seien aber, wie die Beweisaufnahme ergeben habe, zu keinem Zeit­punkt dazu in der Lage gewesen. Objektiv stehe fest, daß sie ihre Sache von Anfang an fassadenmäßig aufgezogen hätten. In der ganzen Aufmachung habe System gelegen. Hallmann sei anfangs vielleicht der Verführte gewesen. Letzterer erklärte, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen.

Turnen, Sport und Spiel.

Sp. Das große Fußballmatch BerlinParis gelangte am Sonntag im Berliner Poststadion vor über 40 000 Zuschauern zum Austrag. Die Berliner Mann­schaft siegte nach spannendem, aber überlegenen Kampfe 5 :1 (2 : 0).

Sp. Die Hauptversammlung des Bundes Deutscher Rad­fahrer in Leipzig nahm einen aufgeregten Verlauf. Aus den Berichten der Kästen Prüfer ging hervor, daß der Bund nur noch über ein Vermögen von 9000 Mark ge­genüber 63 000 Mark im Vorjahre verfügt. Dem bis­herigen Generalsekretär wurde Übervorteilung des Bundes vorgeworfen, worauf es zu einer längeren leb- hasten Debatte kam. Die Versammlung verurteilte das Verhalten Pöhls und beschloß. ihn für alle Zeit von der Führung eines Amtes auszuschließen. Bei den Wahlen mußte der bisherige Vorsitzende Dr. Totschek-Stettin das Amt des ersten Präsiden an den Gauvorsitzenden des Dresdener Bnndesgaues Schweinitz abgegeben. Schatz­meister wurde Mdoshagèn-Berlin an Stelle von Schmitt. Stevelrs-Köln wurde die Vertretung des Bundes bei der U. C. I. übertragen. Nach aufgeregter Debatte wurde beschlossen, von einer Erhöhung des Bundesbeitrages abzusehen.

Sp. Im Kampf um die Süddeutsche Fußballuleisterschaft führt der 1. F. E. Nürnberg nach dem 1 :0 Sieg über V. f. L. Neckarau mit einem Punkt Vorsprung vor dem letztjährigen Deutschen Meister S. Vg. Fürth, da die Spielvereinigung gegen B. f. B. Stuttgart nur unent­schieden 3 :3 spielte. Mainz 05 schlug F. S. V. Frank­furt 3 :2.

Sp. Mittel schlesischer Fußballmeister ist erwartungs­gemäß der F. V. 06 Breslau durch den 9 :0-Sieg über V. f. R. Ols im Meisterschaftsschlußspiel am Sonntag geworden, 3