schaft der UmvetsiLLtsbehörde zur Anzeige gebracht hat. ist Lie Kummer durch. DersWung des Sjfw^ au West worden. Die Neuwahlen finden am 18. Februar statt. Der seitherige Vorstand ist mit der Geschäftsführung beauftragt worden. Ob und zu wessen Gunsten das Wahlergebnis durch die Unregelmäßigkeiten beeinflußt worden ist, steht noch nicht fest.
Frankfurt a. M.» 1. Februar. (II m d i e Rechte der S t a d t v e r o r d n e t e n - B e a m t e n.) In der vorletzten Stadtverordnetensitzung hatte im Verlaufe der Debatte über das Defizit bei der Arbeitszentrale für Er- werbsdefchrankte Oberbürgermeister Landmann auf einen Zgruf eines sozialdemokratischen Stadtverordneten, der die Ausführungen des Oberbürgermeisters als unwahr bezeichnete, erklärt, daß ein städtischer Beamter, der zugleich Stadtverordneter sei, die Pflichten als Beamter auch in der Stadtverordnetenversammlung gegenüber dem höchsten stÄnischen Beamten zu wahren habe und daß dazu auch gehöre, daß er den richtigen Ton einhalte. Dieser Umstand war Gegenstand einer Beratung im Aeltestenausschuß, der heute der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag vor- leate, in dem zum Ausdruck gebracht wurde, daß der Magistrat gegenüber einem Stadtverordnetenbeamten in keinem Vorgesetztenverhältnis steht und daher dem Magistrat- auch nicht das Recht einer Zurechtweisung zustehe. Gleichzeitig wurde der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis gebracht, daß es dem Magistrat ferngelegen habe, zum Ausdruck zu bringen, daß Sradtverordnetenbeamte minderen Rechtes als die übrigen Stadtverordneten seien. Dieser Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die Sozialdemokraten ließen eine Erklärung abgeben, worin sie gegen den Versuch des Oberbürgermeisters, die Rechte eines städtischen Beamten als Stadtverordneten einzuschränken, Stellung nimmt, zumal auch das Recht der Zurechtweisung in der Sitzung nur dem Stadtverordnetenvorsteher zustehe. Ein kommunistischer Antrag, der dem Oberbürgermeister wegen seines Verhaltens das Miß- irauen der Versammlung ausspricht, wurde abgelehnt.
Hanau, 1. Februar. (Schwere Bluttat.) In einer Wirtschaft in der Lamboystraße hatten, sich beim Kartenspiel die Eeinüter der Spieler derart erhitzt, daß es auf der Straße zu einem Zusammenstoß kam. Der 30- iährige Arbeiter P. Straßer brachte seinen beiden Gegnern,' dem 26jährigen H. Jordan und dem 21jährigen W. Kraft schwere Stichwunden bei. Dem W. Kraft wurde die H^sschlagader verletzt, sodaß er an den Folgen dieser schweren Verletzung im Krankenhause gestorben ist.
Mainz, 1. Februar. (Um den hessischen E e - fandtenposten in Berlin.) Die hessischen Industrie- und Handelskammern haben sich, wie der Mainzer Anzeiger hört, mit Rücksicht auf die in der allernächsten Zeit zu vollziehende Neubesetzung des Gesandtenpostens in Berlin mit einer Erklärung an die hessische Regierung gewandt und darin zum Ausdruck gebracht, daß bei der Besetzung der hessischen Gesandtschaft alle parteipolitischen Erwägungen ausgeschaltet werden möchten und für die Auswahl des zu Berufenden lediglich die persönliche Eignung entscheidend sein dürfe. Maßgebend für diese Entschließung war die Erwägung, daß die hessische Eesand- schaft in Berlin nicht nur die politische Vertretung des Landes Hessen ist, sondern daß sie auch in hohem Maße die wirtschrftlichen Belange Hessens zu wahren hat.
Darmstadt, 1. Februar. (Veruntreuung eines VA r g e r m e i st e r s.) Das große Schöffengericht, verurteilte gestern den Bürgermeister Friedrich Wilhelm Volk aus Stockheim (Kreis Erbach) wegen fortgesetzten Verbrechens im Amte in Tateinheit mit Betrug, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu zwei Jahren Zuchthaus und 1000 Ji Geldstrafe, sowie 5 Jahren Ehrverlust. Volk hatte in seiner Eigenschaft als beamteter Bürgermeister den Gemeindesäckel "als melkende Kuh für seine Privat- Ledürfnisse betrachtet und sein Amt in gewissenloser und skrupelloser Weise verwaltet.
Hachenburg, 2. Februar. (Vesenbinderschlacht.) An der Scheuerfelder Landstraße gerieten die Angehörigen einer Besenbindergesellschast in Streit. Mit Knüppeln und Besen gingen Männer, Weiber und Kinder gegeneinander los. Schließlich ließ man auch noch die Hunde mit in die Kampffront eintreten und hetzte diese auf die Gegner. Erst die Polizei machte den blutigen Händeln ein Ende.
Als ich noch Prinz war.
Roman von Paul Hain.
Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau.
11] (Nachdruck verboten.)
„Anita Wielandi," flüsterte er. „Es klingt wie klare, schöne Musik. —"
„So sagt Tante auch oft. Und — es mag wohl war sein. Vater wußte schon, was gut klingt. Sein Bild hängt über dem Klavier — und manchmal, wenn ich davor sitze und Viele» ist mir, als ob er zu mir herabnickt —"
Karl Ferdinand sagte:
«Ich möchte das Bild einmal sehen, Anita —*
„Dann — mußt du hinkommen» Ferdi —"
„Darf ich, Anita? Ich bat dich schon einmal —"
Er blickte sie leidenschaftlich an.
Da. nickte sie.
„Jetzt darfst du, Liebster. Ich werde es Tante sagen. Sie wird sich gewiß freuen."
„Ich danke dir, Anita —"
Der Zuschauerraum hatte sich wieder gefüllt. Der leiste Akt mußte gleich beginnen. Der Logendiener klopfte diskret an und bat um die Garderobenmarke, um die Ueberkleider rechtzeitig zu besorgen. Er nahm Gläser und Teller mit. Sein Lakaiengesicht war wie eine Maske. Karl Ferdinand kannte diese Gesichter und ärgerte sich.
Sie Zwischenmusik hob an. Die Lichter erloschen wieder. Der Prinz war nicht mehr bei der Sache. Auch Anita konnte nicht mehr mit gleicher Aufmerksamkeit wie vorher der Vorstellung folgen. Das Glas Sekt — ein ungewohnter Genuß — hotte ihr Blut erregt. Noch nie hatte sie so heftig empfunden» wie stark ihre Liebe zu dem Geliebten war. Und daß er ihren Vater gekannt hatte — es mar, als wäre er auch ihr schon lange kein Fremder gewesen» als wären sie schon feit. Jahr und Tag gut Freund miteinander. Hatte sie nicht von Anfang an, da er ihr, begegnete, Vertrauen zu ihm gehabt? War es nicht gewesen, — damals — als müßte sie ihm die Lippen zum ersten Kuß bieten?
Leise suchte ihre Hand die seine.
So saßen sie, bis der Vorhang über dem Spiel fiel und der Beifall der Zuschauer den Bann löste. Die Darsteller verneigten sich, wieder und wieder, langsam senkte sich der „Eisertie". —
Herr von Lippschütz kam vorerst nicht ,dazu, seine Neu- aierbe zu befriedigen. Zwar blieb die Großherzogin bis zum «Mch-d« DoMlüML aber als er bann mit ihr aus der
Fè itW Mätze Me tr«k$üi »gen.
(Nachdruck verbaten.)
Februar 1327.
Mit seinen 28 Tagen — kam nun der Februar in's Land, — im allgemeinen muß man sagen, — er ist zwar kurz, doch intressant. — Wer monatlich sein Geldbezieht — singt dieserhalb kein Klagelied, — im Gegenteil in dieser Kürze — liegt sicher auch für ihn die Würze.
Der Februar bringt frohe Stunden, — er hüllt die Welt in Flitterstaat, — da ist man frei und ungebunden, — bis daß der Aschermittwoch naht, — es ging ja auch nicht länger mehr, — der Kopf ist wüst, der Beutel leer, — nachdem der Mensch sein Geld verzechte, — kommt die Vernunft zu ihrem Rechte.
Schlimm war es, wenn es anders stünde, r- ob's uns gefällt, ob nicht gefällt, — es hat doch alles mal ein Ende, — das ist nun so der Lauf der Welt, — zwar mancherlei ist schon gescheh'n, — da war kein Ende abzu- sehn — was man auch sonst hat unternommen — und schließlich ist es doch gekommen.
So spielte eine wicht'ge Rolle — in all den Friedens- jahrcu schon, — die fremde Militär-Kontrolle, — nun ging zu Ende die Mission. — voraussichtlich ist nun vorbei — endgiltig alle „Schnüffelei," — man wird in Zukunft mit Vertrauen, — und nicht mit Argwohn auf uns schauen.
Stets hofft man, daß ein Ende finde — ein Zustand, der uns nicht gestillt, — daß alles Lästige verschwinde, — das mit der Zeit sich eingestellt. — Drum hoffen wir, sehr bald entrückt — zu werden allem, was uns drückt — unb was wir nicht für gut befunden, — um endlich, endlich zu gesunden.
Dazu bedarfs der rechten Führung, — doch das hat feine Schwierigkeit, — die Bildung einer Staatsregierung — erfordert bei uns lange Zeit. — Der Optimist mit frohem Akut — sagt zwar: Was lange währt wird gut, — nicht immer ist das eingetroffen, — doch wollen wir das beste hoffen.
Es mög sich alles so gestalten, — wie unsre Wohlfahrt es bedingt, — auf daß in seinem weitern Watten — der Februar nur gutes bringt. — Und möchte dann die Losung sein: — Erst Deutschlands Wohl, dann die Par- tei’n, — dann geht es vorwärts, geht es weiter — in eine bessre Zeit. Ernst Heiter.
^om Mainzer Karneval.
Bei den bisherigen Herrensitzungen des Mainzer Karneval- vereins war die „gut Stubb" (Stadthalle) schon lange vor Beginn ausverkauft. Die Narrhallesen brachten wieder sehr witzi-- gen „Sroff" aufs Tapet. Aus den Darbietungen seien ein paar Pröbchen hier wiedergegben. Präsident Bender sagte in seiner Begrüßungsrede in Bezug auf die Ueberfüllvng der Stadthalle:
Sind Platz aach rar wie's liebe Brot,
Wir müsse doch beisammebleiwe.
Es war bei unsrer Wohnungsnot En größere Saal nit uffzutreiwe.
Und weiterhin erklärt er:
Stadthaus Hot mer hin und her
Die Zunge sich geschundc,
Ob endlich aufzuhewe wär Die Feierabendstunde.
Wann deß Verbot gefalle wär
Mit seine alte Kräm,
Hätt's Hocke aach den Reiz nit mehr,
Man ging dann früher hääm!
Das Finanzamt liegt auch dem Meenzern im Magen. Für den Finanzaml-Ncubau machte der Präsident daher folgenden Vorschlag:
Grandios, Pyramidal!
For deß Finanzamt hätt ich schon
En Vorschlag — ideal!
En Turm, so hoch, daß es ähm schauert,
Do kümmts Finanzamt owwe druff;
Deß Treppehaus werd zugemauert:
Die o'wwe könnte nit e r 1 n n e r Un wir von unne nit enuff.
And so wurde noch manche städtische und private Angelegen- Heil durch zündende Schlager kritisiert.
M?aUimiMII»W^BKMWMffil^«BaMW
Loge trat, — man hätte eine Weile gewartet, bis sich der größte Schwarm der Besucher verkaufen hatte — war von dem Prinzen und seiner mutmaßlichen Begleiterin natürlich nichts zu sehen. Die mochten schon lange draußen sein.
Aber dem war nicht so.
Auch sie hatten gewartet, bis sich der Zuschauerraum geleert und die Theatergäste vermutlich zum größten Teil entfernt hatten. Dann erst traten sie auf den Gang. Schritten durch bas geleerte Foyer, ins Freie. Der Prinz hatte die peinliche Begegnung in der Pause schon vergessen. —
Als sie dis Freitreppe nach unten stiegen, fuhr gerade ein elegantes Auto langsam vor — die Türfüllung der Ka-- roffene mit einem goldenen Wappen geschmückt.
Herr von Lippschütz und die Großherzogin waren im Begriff, einzusteigen. Einige Leube waren stehen geblieben. Das Wappen am Wagen, die devote Höflichkeit des Begleiters der Dame machte sie aufmerksam. In strammer Haltung saß der Chauffeur am Steuer.
Auch Anita hatte unwillkürlich den Schritt verhalten.
Da blickte Herr von Lippschütz zurück. Sah den Prinzen. Grüßte liebenswürdig.
Es blieb ihm nichts anderes übrig als zu danken.
Fehlte nur noch, daß die Herzogin auch noch huldvvllft grüßte, dachte er und zog Anita eilig mit sich. So sah er nicht, wie in der Tat auch die Großherzogin den Kopf ihm zuwandte — aber sie erkannte ihn nicht mehr.
„Wer war das, Ferdi?" fragte Anita erschrocken.
„Ach — ein ehemaliger Studiengenoffe. Wir begegneten uns neulich —"
„Das war doch das Auto des Großherzogs —"
„So? Möglich — ja. Richtig — der junge Mann hat da wohl einen hübschen Posten erwischt — Gesellschafter, Erzieher, was weiß ich — ich kann mich im Augenblick nicht einmal auf seinen Namen besinnen. Aber was geht uns das an. Komm', Lieb — wir spazieren noch durch den Park "
Der kleine Vorfall hatte sich zu schnell abgespielt, als daß Anita sich besondere Gedanken hätte machen können. Ihre Jugend selbst sehnte sich noch nach einem kurzen Alleinsein mit dem Geliebten.
So schritten sie in den Park hinein. —
Die Großherzogin hatte sich nicht enthalten können, ihren Begleiter zu fragen:
„Wen Grössten Sie da eigentlich, lieber Livvichütz?"
Und er war so überrascht von der Frage, daß er heraus» platzte:
„Prinz Branzell war es, Hoheit."
„Ach — der lustige Ferdi? D e r ist wieder hier? Er war doch in Damenbegleitung, wenn ich nicht irre —"
Sie hatte entschieden ein etwas indchmettes Gesicht. Die
Mmüschiâ
— Goliath und David. Nach der letzten Volkszählung ist Ammendorf die größte Landgemeinde der Provinz Sachsen. Der Ort zählt 12 186 Einwohner. Die kleinste Stadt der Provinz ist Wahrenbrück mit 650 Einwohnern. Das Städtchen zählt nur den zwanzigsten Teil des dörflichen Goliaths.
— Der Bubikopf als Lebensretter. Daß der vielge- feierte und vielgescholtene Bubikopf seine Vorzüge hat, ist immer wieder hervorgehoben worden. Daß er aber geradezu als Lebensretter wirken kann, ist eine Eröffnung, die wir erst jetzt aus den Berichten verschiedener Fabrikleiter erhalten. Auf einer Versammlung von Fabrikdirektoren unb Hygienikern wurde kürzlich in London der Bubikopf als,, eine der größten Segnungen der Menschheit" gefeiert. Uebereinstimmend sagten die Sachverständigen aus, daß die Zahl der Unfälle bei den Fabrikarbeiterinnen dadurch sehr verringert worden sei. „Der Bubikopf ist eine der größten Segnungen für die Fabrikarbeiterinnen," sagte der Präsident der Nationalgewerkschaft der Textilarbeiter, Den Turner. „Er hat auf den Gebieten der Gesundheit, der Sauberkeit und der Sicherheit Wunder gewirkt. Zweifellos sind dadurch viele Unfälle verhindert worden, denn es kam früher gar nicht selten vor, daß sich die Haare der Frauen in der Maschine verwickelten, während das jetzt nicht mehr vorkommt." Der Fabrikhygieniker Dr. Holden erklärte: „Das kurze Haar ist ein großer Vorteil für Frauen, die an der Maschine arbeiten: es wird dadurch eine ernsthafte Gefahrenquelle ausgeschaltet. Außerdem aber gestattet der Bubikopf besonders Frauen, die in dem Staub der Baumwollspinnereien arbeiten, ihren Kopf viel reinlicher zu halten. Der Herrenschnitt ist in dieser Beziehung das Beste. Die schrecklichen Vorkommnisse, bei denen Frauen, deren Haare in die Maschine gerieten, geradezu skalpiert wurden, sind jetzt aus der Unfallstatistik der Fabriken verschwunden. *
— ErfrischMgsautvmaten in den deutschen Flugzeugnr.
Die Deutsche Lufthansa hat für das Jahr 1027 Neuerungen im Luftverkehr vorgesehen, welche die Be- guemlichkeit der Flugreifenden noch bedeutend erhöhen sollen. Zwischen der Mitropa und der Lufthansa sind Verhandlungen im Gange, nach deren Abschluß die Mitropa die Flugzeugbewirtung auf den internationalen Strecken übernehmen wird. Die Grenzflugzeuge werden Er- slischungsautomaten, die Riesenflugzeuge, wie der Dor- jnier-Superwal» werden sogar elektrische Nostanlagen er- Ihalten» welche dem Steward die schnelle Zubereitung warmer Getränke ermöglichen. Auch die Kabinen der einmotorigen Flugzeuge auf den Verbindungsstrecken sollen knü Eßkörben versehen werden. Die Mitropa will auch Schlafvorrichttmgen in die Fleugzeugkabinen cinbauen lassen.
— Glückliches Amerika? Nach Mitteilungen der „World Tomorow", des bekannten Organs der christlichen Friedensbewegung in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, gibt es dort gegenwärtig 11000 Millionäre, gegenüber 4500 im Jahre 1924. Fünfhundert Familien besitzen je 20 Millionen Dollar und zwei Familien je eine Milliarde Dollar.
Heiteres.
Der „groge Hersch". Beim alten Heer war's, im 181. Inf.- Regt. in Chemnitz. Der Leutnant hielt Instruktionsstunde über bas Verhalten in der Schlacht und nach der Schlacht. Es kam die Sprache auf die sogenannten Schlachtfeld-Hyänen, die Leichen- räuber Der Gemeine E. aus Röblitz bei Lichtenstein-Callin- berg, ein biederer Bergmann, wurde gefragt: „E., was ist denn ein Leichenräuber?" Betretenes und ^n^a«sM»«h™<Mfl■l»>^»a^ nant: „Na, E., ist es ein Mensch, oder ist es ein Tier?" E.: „E Tier!" Leutnant (darauf eingehend): „Wie groß ist denn das Tier?" Worauf E. herausplatzte: „Su grüß wie e Hersch!" — Von dieser Zeit an hieß E. der „Hersch"!
Er weiß Hilfe. Fräulein: „Herr Doktor, ich bin reich, aber mein Herz fühlt sich unglücklich; wissen Sie mir keinen Rat?" — Doktor: „Einen Rat nicht, aber einen mir befreundeten Assessor.
Vorschlag zur Güte. Sie (zu ihrem Manne): „Schon wieder kommst du so spät nach Hause! Ich habe noch kein Auge zugetan." — Er (begütigend): „So drück' jetzt e ins zu."
Aus der Verlegenheit geholfen. Schauspieler (zum Theaterdirektor): „Im ersten Akt habe ich als Lebemnu aufzutreten, im zweiten als verkrachter Börsianer; müßte ich da nicht zwei verschiedene Kostüme haben?" — „Ist nicht nötig. Als Lebemann stecken Sie einfach die Hände in die Hosentaschen, als Börsianer in die Aermellöcher ihrer Weste."
mtismsamswasaKiBstm^^ ........ »i,m wimi i nimsi«
demokratischen Neigungen des Prinzen waren ja immerhin ziemlich bekannt.
„Und offenbar inkognito —! Lippschütz, wissen Sie was Näheres darüber?"
Der hätte sich am liebsten die Zunge abgebissen.
Zu dumm, daß er sich so hatte gehen lassen. Es war ja doch klar, daß Ferdi da wieder mal auf abenteuerüchen Wegen ging. Die Kleine an seiner Seite — einfach eine Schönheit war das gewesen! Und so blutjung! Woher der Ferdi bloß seine Spürnasse hatte — fabelhaft!
„Nein, Hoheit — ich war selber ganz erstaunt."
„So — so
Die Großherzogin blickte durchs Fenster.
„Es dürfte uns ja auch wenig interessieren. Ach — diese Zeiten! Diese neuen Zeiten!"
Sie seufzte vernehmlich.
Herr von Lippfchütz hielt es für geraten» zu schweigen. In gemäßigtem Tempo fuhr das Auto dahin, hinaus aus der eigentlichen Stadt, dem großherzoglichen Schloß entgegen, das zwischen den Wäldern lag. —
Anita war in einer unendlich glücklichen Stimmung.
Ihr war, als wandle sie durch einen Märchenhain und die Blätter der Bäume raschelten leise im Wind und schienen zu flüstern: „Du Glücklichste — du Allerglücklichste —"
„Wann soll ich zu euch kommen, Anita?"
Sie schmiegte sich eng an Ilari Ferdinand.
„Du - "
„Sag' doch —"
„Morgen, übermorgen — wann du willst. Nein — übermorgen. Lieber Gott, wie wird sich Tante wundern -V'
„Ich werde mich sehr freuen, sie kennen zu lernen. Wir werden von ihrem Bruder plaudern —"
„Ja, das tut sie gern. O, wie wird sie froh sein, mit jemandem zu sprechen, der ihn noch hat singen hören —"
„Und du wirst fingen, Anita —"
„Für dich, Ferdi — für dich —"
„Und dec Sommer wird nie ein Ende nehmen -
„Nie — oh —"
„Für uns nie, Anita."
„Du lieber Schwärmer —"
Sie blieben stehen. Dunkel ringsum. Warm war diese Sommernacht — und voll bunter, flüsternder Märchen. Und doch, hat jede Sommernacht ihre Heuchelei und heimliche Lüge.
Jede Sommernacht!
„Anita —"
„Liebster —"
„Dein Mund ist heiß —"
(Fortsetzung folgt.) , ......