letzten'Wär bei uns cMorSdn. in Le^BekMi Archer AvnieW uiV u^cce Schuljugend twnmxn die entscheideiSen Wochen Les lc^-n Ähulv-ierteljahrs. AkUicher vertümmerL dabei. Um es zur un-i-Ueren Reise" zu bringen, macht er übcnuei.sck liche An- jtirneunten, Sport und Spiel, CchneeUuhlaiis und Schnâll- Wachi existieren nicht für ihm — Web n- sich die SchneegWs nich: verfrüht haben aus ihrem Zug zum Norden, ist übrigens Winters Ende niiht mehr fern, deshalb ist es doppelt wichtig, die'Schneetage voll auszunüheu. Eine Wanderung durch unsere weißbrjchueitcu Berge kann zum Erlebnis werden, darauf verwandte Zeit wird zu einem Gewinn für Leib und Seele. Leicht gefroren ist der Boden, auf den Fluren liegt eine dünne Schneedecke, das ist die schwerste Zeit für unsere geflügelten Sanger, die uns im Sommer mit Gesang und munterem Gezwitscher erfreuen. Sie kommen ganz zutraulich uns Fenster geflattert, sie haben Hunger! Vergesst sie nicht! Das ist so eine Arbeit für die Kleinen: Futterplätzchen im Garten, vor dem Fenster oder an anderer geeigneter Stelle anzulegen. Sie danken es uns, die fleinen Singvögelchen. Immer wieder muß daran erinnert werden. Vor etwa dreißig Jahren befanden sich auch zahlreiche geschützte Futterplätze im Echloßgartcn und in der Zick-Zack am Frauenberg. Ihre Wiedereinrichtung und die Futterbeschaffung wird ja das städtische Defizit nicht vergrö- hecn; wenigstens für die Zukunft dürfte auch in dieser Hinsicht etwas geschehen. — Ein verfrühter Redaktionsschmetterling, ein Pfauenauge, wurde am Frauenberg gesichtet — sogar einige Schneeglöckchen sind gepflückt worden, die erste zaghafte Früh- ungshoffnung beginnt zu keimen.
„ . . . Drum still: Und wie cs frieren mag,
D, Herz, gib dich zufrieden!
Es ist ein großer Maientag
, Der ganzen Welt bcschicden. A. M.
Landesbibliothek.
Fortsetzung der Liste der in den letzten Monaten augeschaff- ten Werke: Rathenau: Briefe 1—2. — Müller: Die Leibesübungen. — Maull: Poliiische Geographie. — Sawicki: Lebensanschauung alter und neuer Denker 1— 4. — Baumann : Der Tropenspiegel 1— È — Liek: Der Arzt und seine Sendung. - Pinder: Die deutsche Plastik des 15. Jahrhunderts. — Mahnungen zur Innerlichkeit (Thomas a Kempis). — Ehrenrangliste des ehemal. deutschen Heeres 19.14—18. — Norden: Auf neuen Pfaden im Kongo. — Muthesius: Die schöne Wohnung. . — Kehrer : Spanische Kunst.- — Seeger : Faltbootfahrten in Nord und Süd. — Pallat u Hiller : Künstlerische Körperschulung. Neumann: Der Teufel. — Wilbrandt: Die moderne : Jndustriearoeiterjchasl. Stendhal: 12 Novellen. — Miegel : Geschichten aus Alt-Preußen. — Zahn: Die Hochzeit des Gaudenz Orell. — Keiler, P.: Marie Heinrich. — Scheer: Vom : Segelschiff zum U-Boot. — Werfel : Paulus unter den Juden. ! — Hunnius: 1. Mein Onkel Hermann, 2. Mein Weg zur Kunst, i — Eundolf: 1. Caesars Geschichte seines Ruhms, 2. Eaesar im 19. Jahrhundert. — After: Die französische Revolution. — Die Ursachen des Zusammenbruchs 1918, Reihe 4, Bd. 8. — Eorgij: Nachtasyl. — Rasmussen : Thulefahrt. — Pinder-Hege: Der Bamberger Dom. — Körte: Die hetteniotische Dichtung. — Leisegang: Die Gnosis. — Bachem : Vorgeschichte, Geschichte und Politik der Zentrumspartei, 1. — Frankl: Die romanische Baukunst. — Handbuch der Politik, 6. — Heusler: Allgermanische Dichtung. — Handwörterbuch der Rechtswissenschaft, 1. i — Statist: Jahrbuch des Deutschen Reiches für 1925. — Ostendorf: Haus und Garten. — Zivilprozeßordnung von Stein (neueste Auflage). — Jerem. Gotthelf: Werke, 22. — Kliut- schewsky: Geschichte Rußlands, 1-—1. — Hessenkunft für 1927. — Staudingers Kommentar zum BGB., 4, 2. —• Gundlach: Cata- logus Professor, acad. Marburg. — Staatslexikon der Görres- Gesellschaft (neueste Auflage) 1. — Delbrück: Weltgeschichte, 3. I — Neues Konscrvanonslexikon (neueste Auflage) 5. — Schulz: i Deutsches Fremdwörterbuch, 1. — Eretzmann: Altorientalische t Texte zum Alten Testament. — T hängen: Geschlecht derer von '».-Lhüngen, 2. Gesamrtalatvg Der Wiegendrucke, 2. — I Thieme-Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler, 20. I — Schlachten des Weltkriges, 12 b.
Anträge auf Ermäßigung der Hauszinssteucr.
Durch die Dritte Verordnung zur Durchführung der Hauszinssteuerverordnung vom 28. Dezember 1926 ist die ■ Frist zur Stellung von Anträgen gemäß § 2 Abs. 3 der Hauszmssteuervcrordnung (Herabsetzung der Steuer bei geringerer Friedensmiete als 6 Prozent des Grundvermö- genssteuerwertes), § 2 Abs. 4 (Berechnung der Steuer nach dem Gebäudesteuernutzungswert bei gewerblichen Eruud- stöcken), § 4 Abs. 3, 4 und 5 (Herabsetzung der Steuer bei geringerer Belastung als 40 v. H. des Friedenswertes) und i § 5 (S euerbefreiung oder -Herabsetzung für Einfamilien- - Häuser mit einer Wohnfläche von nicht mehr als 90 Quad- s ratmeter) bis zum 31. März 1927 verlängert worden.
Schöffengerichtssitzung am 28. Januar 1927.
Wi e komme ich zu Geld?
Die Frage beschäftigte ernstlich den 22jährigen Arbei- I ter I. E. H., hier, der trotz seiner Jugend mehrere recht I empfindliche Gefängnisstrafen hinter sich hat. Er war im I Herbst v. Js. arbeitslos und konnte angeblich aus Gesund- I Heftsrücksichten seine Pflichtarbeit bei den Erwerbslosen I verrichten. Aber er hatte Schulden gemacht, die bezahlt I werden sollten, ferner benötigte er auch für sich Geld. Im ■ Nvembm ging er nach Hofbieber und stahl dort einem I Landwirt aus seiner alten Kommode 10 di und einen Scheck I über 30 Ji. Letzteren zerriß er alsbald. Das Bargeld I wurde in Frankfurt verjubelt. Einige Zeit später lenkte I H. seine Schritte nach Böckels. Auch hier stahl er aus einer I Behausung 2 Geldbörsen mit zusammen 15 Ji und ein Säck- I chen mit altem Silbergeld. Dieses verkaufte er in Frank- I surf für 40 Ji und verjubelte den Erlös. — Am 1. Dezem- » der stahl er einem Landwirt in Großenlüder 340 Ji und I ein Sparkassenbuch. Anderen Tages ereilte ihn das Schick- I sal und die Polizei nahm sich seiner an. Eine Haussuchung I förderte aus einem Versteck noch 300 Ji zu Tage. Das I Sparkassenbuch will er weggeworfen haben. Das große I Schöffengericht erkannte dem Anträge des Oberstaatsan- Iwalts gemäß auf ein Jahr und 3 Monate Gefängnis.
S ch w e r e Ur tun d e n f ä l s ch u n g.
Um sich Kredit bei einem Zigarrenhändler zu beschaffen, «von dem er Waren zum Wiederverkauf entnehmen wollte, I fertigte der Händler R. A. Fr. von Samborn eine Bürg- M schafturkunde über 150 J( fälschlich an und machte davon I Gebrauch Das Urteil lautete wegen schwerer Ilrkunden- M fälschung auf 3 Monate Gefängnis.
Freigesprochen.
Dem Kaufmann A. B. in Großentaft war zur Last gelegt, aus Fahrlässigkeit bei dem in 1924 geleisteten Offen- Idarungseid eine Schreibmaschine nicht mit angeführt zu haben. Das große Schöffengericht erkannte auf Frei- I sprechung.
I Betrug.
r Der Kaffeehausbesitzer B. F. hier und dessen Ehefrau stauben unter Anklage, durch Vorspiegelung falscher Tat- z suchen ein Herrenzimmer und ein Speisezimmer mehrmals » übereignet und sich somit des Betrugs schuldig gemacht zu »haben. Der Oberstaatsanwalt hatte gegen beide Ange- »klagte je 4 Monate Gefängnis beantragt. Das große »Schöffengericht beschloß Aussetzung des Termins und La- Mpung weiterer Zeugen.
Eins ach e Uri u u de n j ü 1 j u u g.
Er kl hiesiger Geschäftsmann soll vor 5 Jahren auf einer Abrechnung mit. einem Kunden aus einer 1 eine 0 gemacht haben. Der Oberstaatsanwalt hatte dieserhalb 3 Atonale (Gefängnis gegen den völlig unbestraften Wjährigen Angeklagten beantragt. Das große Schöffengericht verurteilte ihn zu 280 JI Geldstrafe.
* Neuhof. HK o y k u rsAdri a n Ä. - G.) Im heuti- gen Schlußtermin wurde die vom Konkursverwalter aufgestellte Rechnung in Ordnung befunden. Einwendungen gegen das Schlutzverzcichnis nicht erhoben und hiernach Aufhebung des Konkurses beschlossen. Zur Verteilung kommen ca. 48 Prozent.
* Bon der Rhön, 26. Jan. Eine Erscheinung, die jeden Vaterlandsfreund mit aufrichtigem Bedauern erfüllen muß, drängt zu einer kurzen Betrachtung. Rhöner, denen eine innere Verbundenheit mit ihrer Heimat mit Recht naä)ge- rühmt wird, und die in zäher Arbeit der wenig ergiebigen Ackerkrume ihren Ertrag abzutrotzen bemüht sind, suchen ihr Heil in fremdem Erdteil, weil als Folge der Derdienst- losigkeit ihre letzte Substanz zu zerrinnen droht. Vorherrschend sind es die Rhöndörfer Waldberg, Langeleiten und Burkardroth, — letzteres'ein früher viel besuchter Marktort — die der Gefahr einer gänzlichen Entvölkerung entgegen- gehen, wenn es nicht gelingt, durch geeignete Stützpunkte die frühere Bodenständigkeit wieder zu gewinnen. Eine wertvolle Auswirkung in diesem Sinne könnten, wie es im Westerwald geschieht, die oft genannten Meliorationen auf der hohen Rhön bieten. Außer dem nicht hoch genug anzuschlagenden volkswirtschaftlichen Gewinn, der durch Umwandlung von ausgedehntem Oedland in gutes Weidland entsteht, würden ausreichende Verdicnftmögichkerten gesckstif- fen, die ein starkes Gegengewicht gegen die seitherige Abwanderungs-Praxis verstellen würden. — Der unter Lei- tun des Sprunglehrers Hahn in Gersfeld stattfindende Springkursus findet zahlreiche Teilnehmer, zumal die gute Witterung den Verlauf derselben -begünstigt.
Brückenau. 28. Jan. sSelbstmord aus verletztem Ehrgefühl.) Im Nhöndürfchcn Rupboden hat sich der Postschastiicr Treiber, der zu einer Vernehmung geladen worden war, weil er eine mangelhaft adressierte Postanweisung irrtümlich einem falschen Empfänger zu gestellt. Harte, das Leben genommen.
* Aus dem Vogelsberg. (M u m men s ch a n z.) Eine alte Sitte des Vogelsbergs ist so gut wie ganz verschwunden. Als früher nur die sogenannten reichen Leute im Winter ihre 1 oder 2 Schweine schlachten konnten, war es ein Privileg der Armen, besonders aber der Jugend in den Spinn- stuben, sich zu verkleiden und abends bei der Metzelsuppe zu erscheinen, um da ein paar gute Brocken zu erwischen. Es wurde gern gegeben, und während die Hausfrau in den mit- gebachten Schüsseln die guten Gaben einfüllte (Fleisch und Wurst und Kraut, ein Schüsselchen mit Hirsebrei und dürre gekochte Zwetschen, auch einen Topf Wurstsuppe), trieben die Gäste bei der Metzelsuppe ihren Spaß mit den Vermummten. Waren sie recht artig,'konnten sie gut singen und tanzen, so erhielten sie wohl noch etwas extra, Flegel konnte man auch vor die Türe befördern. Wir Kinder verkrochen uns gewöhnlich in die Ecken, oder wir gingen den lieben Bettlern heimlich nach, um zu sehen, wo sie hingingen und wußten dann, wer es war. Aber nicht nur „solche" gingen verkleidet zur Metzelsuppe, auch „andere", wohl aus der nächsten Verwandtschaft, die nicht eingefallen worden waren, um zu sehen, wer alles da war. So ist es z. B. in Schotten passiert, daß nachdem schon eine ganze Anzahl Gruppen abgefertigt worden waren, die letzte eben die aus der besseren Freundschaft, glatiweas hinausbefördert wurde, weil man für diesen Abend des Getus genug hatte. Aber die letzten hatten auch ihren Zweck erreicht, ja es konnte jetzt ein feiner Klatsch zusammengereimt werden, zum Herger derer im „Schlachthause".
Marburg, 25. Jan. Außer der Marburger Universität wird auch das hiesige Gymnasium Philippinum in diesem Jahre auf ein 460jähriges Bestehen zurückblicken können. Als Pädagogium wurde es gleichzeitig mit der Universität in Zusammenhang mit der Einführung der Reformation in Hessen durch den Landgrasen Philipp den Großmütigen am 30. Mai 1527 gestiftet. Während die Universität dieses Jubiläum erst Ende Juli feiern wird, gedenkt das Gymnasium am Stiftungstage selbst seinen Geburtstag festlich zu begehen. In dieselbe Zelt fallen die großzügig inszenierten Reformationssestspiele, die vor der lutherischen Kirche bis über Pfingsten hinaus zur Aufführung kommen werden. — Der Geheime Konsistorialrat Prof. D. Dr. Gustav Adolf Jülicher, der frühere langjährige Vertreter des Neuen Testaments und der Kirchengeschichte in der theologischen Fakultät der hiesigen Universität, begeht morgen seinen 70. Geburtstag. — Die hiesige Wanderarbeitsstütte suchten im vergangenen Jahr 3247 Arbeiter auf. Die Zahl der Verpflegungstage betrug 10044; an Verpflegungsgeldern wurden 9039,60 JI aufgebracht. 1000 Arbeiter wurden mit der Bahn von Kirchhain nach Kassel befördert. Der Gesamtbetrag der Fahrgelder belief sich auf 2A4,30 Ji. — Wie aus den letzten Veröffentlichungen des Versorgungsamtes Gießen Her'vor- geht, umfaßt dieses Amt nach der Neuordnung der Versorgungsbezirke die Kreise Gießen Stadt und Land, Wetzlar Stadt und Land, Marburg Stadt und Land, Alsfeld, Biedenkopf, Dillenburg, Kirchhain, Lauterbach, Limburg, Weilburg, Marienberg, Schotten und Westerburg mit 7692 Beschädigten und 16 783 Hinterbliebenen. Unter letzteren befinden sich 4380 Witwen, 8624 Halbwaisen, 629 Vollwaisen und 3150 Eltern.
Bad Nauheim, 25. Jan. (Schwarzwild im Tau- n u s.) Das Schwarzwild, das sich bisher nur in den schwer zugänglichen Tälern des Westtaunus und in den großen Waldungen nahe der Lahn aushielt, macht sich neuerdings auch in den anderen Revieren unliebsam bemerkbar, selbst in solchen Gegenden, die sonst niemals unter der Plage zu leiden hatten. Bei einer Jagd im Homburger Revier wurde eine Sau erlegt, die anderen Tiere entkamen.
Vilbel, 27. Jan. (Brand eines Dköbekwagens.) Bei Dortelweil geriet heute früh gegen sechs Uhr ein Lastmöbel- wagen in Brand. Der Motorwagen mit seinem kostbaren Möbelinhalt im Werte von mehr als 50 000 Mark ver- ' brannte bis auf die Eisenteile. Die Möbel gehörten einem höheren Beamten aus Darmstadt, der nach Gießen versetzt worden war. Der Anhänger konnte rechtzeitig gerettet werden. Der Brand ist auf einen plötzlichen Defekt des Motors . zurückzuführen.
Frankfurt a. M., 27. Jan. (Zum Drama in der Kaiserftraße.) Die Nachforschungen der Kriminalpolizei in der Raubmordsache Grebenau haben auch bis heute abend 8 Uhr zu keinem bestimmten Ergebnis geführt, obwohl von etwa drei Dutzend der erfahrensten Beamten in der Angelegenheit gearbeitet wird. Durch fortgesetzt neue Anzeigen, deren Zahl bereits mehr als 300 erreicht hat, kommt man aus ständig neue Spuren, die verfolgt werden müssen, oftmals auch gewisse Anhaltspunkte zu weiteren Kombinationen bieten. Die verschiedentlich vorgenommenen Verhaftungen konnten in keinem Falle aufrecht erhalten bleiben. Das gerichlürzt-
'tiche Gütwhre'a Sm ^tuf. Popp lief hputc' nachmittag bei der Polizei ein und gib. der Sier in mang Raum, daß Grebenau in seinem Büro mit einem Manne verhandelt hat, nachdem er bereits einige Schläge über den Kopf erhalten hakle. Der Räuber habe Geld und Wertsachen von dein Juwelier verlangt mtb ist dann auf ihn eingedrungen, als das a»gelehnt wurde. Zunächst hat dann der Ueberfallene dem Manne sein Geld gegeben, das sollen die blutbeileiten Geldscheine und die Papiere in der Brief laiche beweisen. Dann aber, als dem Räuber das nichl genügte, griff dieser nach dem Revolver, dessen Schuß tödlich wirkte. Soweit die sehr schwachen Indizien. Die Polizei ist der Auffassung, daß sich der Täter unter dem ausgedehnten Kundenkreise des Grc- beitau befindet und ist weiter — die Beweise dafür mehren sich — daß möglicherweise ein Racheakt gegen Grebenau vor- lregt, der von einem Händler, der sich vielleicht von dem Juwelier übervorteilt glaubte, verübt wurde. Man hofft jedoch, in den nächsten Tagen etwas mehr Licht in das Dunkel bringen zu können. — Die in der Stadt umlaufenden Gerüchte, daß Berliner Kriminalbeamte hier eingetroffen seien, um an der Aufdeckung des Kapitalverbrechens mitzuwirken, entsprechen nicht den Tauschen. Die Frankfurter Kriminalpolizei ist ohne die Berliner allein in der Lage, die Mvrdangelegenheit zu verfolgen. — Jeden Abend finden noch ausgedehnte Streifen statt, die zwar keine neuen Anhaltspunkte über die Mordfache brachten, wohl aber zur Verhaftung vieler gesuchter Einbrecher führten.
Frankfurt a. M., 28. Jan. Von den Nachforschungen in der Raubmordsache Grebenau ist heute nichts Neues zu berichten. Die Untersuchung ist noch kein Stückchen weiter gekommen. Eine heilere Note in die tragische Angelegenheit bringen- seit einigen Tagen die Mithilssangebote von Heil- sehern und — Beschwörern hinein. Von mehreren solcher Hellseher wird" mit aller Bestimmtheit behauptet, sie hätten im Dämmerzustände die Vorgänge der Mordrat beobachte: und im einzelnen bis auf die kleinste Einzelheit verfolgt. Ein solcher Weisheitsmann weiß von drei Männern und einer weiblichen Person mit einem Bubikopf zu berichten und schiebt der letzteren die Täterschaft m. — In der vergangenen Nacht wurde das Filialgeschäft der Firnra Fröhling an der Ecke Schloß- und Nauheimer Straße von Einbrechern heimgesucht, die trotz der belebten Straßenecke die eisernen Rollläden von außen hochzogen und dann den Laden gründlich ausplünberten. Wie hoch der Schaden ist, konnte noch nicht ermittelt werden. — In der letzten Woche ging die Zahl der Arbeitsuchenden um 433 zurück, sodaß noch 23 266 Arbeitsuchende »orgemertt sind. Die Zahl der angebotenen Stellen hat sich nicht nennenswert verändert. Es konnten 921 Dauer- und 881 Aushilfsftellen besetzt werden. — Die Grippe hat ihren Höhepunkt überwunden und ist langsam im Abflauen begriffen. Allerdings mußte im Bür- gerhospital noch eine weitere Station für Frauen eingerichtet werden.
Frankfurt a. M., 26. Jan. (Ein neuer Fall Hammer.) Gegen den früheren Geschäftsführer des Mieterschutzoereins Gustav Hammer, der kürzlich wegen Hehlerei zu einem Jahre Zuchthaus verurteilt worden ist, ist nunmehr auch Anklage wegen Meineids erhoben worden. Hammer wird zur Last gelegt, in einem Verfahren wegen Erpressung einen Meineid geleistet zu haben.
Frankfurt a. M., 26. Jan. (Hoch klingt das Lied vom braven Mann . . ) Das Preußische Staatsministerium hat dem Frankfurt« Kaufmann Karl Feucht wegen Rettung aus Lebensgefahr die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Feucht, der ein bekannter Schwimmer und Turner ist, hatte vor etwa Jahresfrist, als er gerade auf einer Reise durch Oberitskien begriffen war, in der Nähe von Udine während eines Hochwagers aus den Fluten des Torrente Torre (Der Fürchterliche), einem Nebenflüsse des noch aus dem Weltkrieg.besannter. Jsonzo, in stundenlanger Arbeit vier Personen nom Tode des Ertrinkens gerettet.
Frankfurt a. M., 25. Jan. (4500 neue Wohnungen in Frankfurt.) Der Magistrat hat sich mit der Frage des Wohnungsbaues im Jahre 1927 befaßt. Im Jahre 1926 sind rund 2000 Wohnungen erstellt worden. Für 1927 wurde nach den Beschlüssen der städtischen Körperschaften zunächst die Erstellung von 1500 Wohnungen vorweg genommen. Die Mittel der Hauszinssteucr würden — unter gewissen Voraussetzungen — eine Erweiterung der Zahl der für 1927 in Angriff genommenen Wohnungsbauten um weitere 1000, also auf 2500 Wohnungen, ermöglichen. Dementsprechend ist vom 'Magistrat beschlossen würden, das LLohungsbaupro- gramm für 1927 auf 2500 Wohnungen zu bemessen. 11. a. kommt eine große Sredelung bei HEsderitheim in Betracht, die sich dort sowohl wegen des verfügbaren Geländes wie wegen der günstigen Verkehrsverhältnisse empfiehlt.
Frankfurt a. M., 25. Jan. (Frankfurter Pädagogische Akademie). Wir werden gebeten mitzuteilen, daß alle Anschreiben und Anfragen in Sachen der Frankfurter Pädagogischen Akademie an die Adresse des Oberstudienrektors Dr. Weimer in Wiesbaden-Biebrich, Straße der Republik Nr. 21, zu richten sind.
Franksurt a. M„ 26. Jan. („Das Jahr der Musik" gesichert.) Der Hauptausschuß der Stadtverordnetenversammlung hat in seiner gestrigen Sitzung dem Antrag des Magistrats auf Uebernahme einer Sondergarant.ie von 250 000 Mark aus Anlaß der für den kommenden Sommer geplanten großen Musikvcranstaltungen in Frankfurt a. M. zuge- stimmt.
Frankfurt a. M., 26. Jan. Die Zahl der Todesfälle mehrt sich in den letzten Tagen überraschend. Die Leichenhallen sind von Toten überfüllt. Auf den Fried Hafen folgt eine Beisetzung der anderen bis an den späten Abend. Statt der vorgesehenen drei Tage dauert es jetzt bei der sogenannten Srgräbnisnot vier bis sechs Tage, ehe die Leiche zur Ruhe gebracht werden kann. So wird eine am Dienstag verstorbene Frau erst am kommenden Montag bestattet, ein heute verschiedener Mann erst nächsten Dienstag. — Wesentliche Fortschritte hat die G r i p p e -E p i d c - in i e in den letzten Tagen nicht gemacht. Sie spukt wohl noch allerorten, verläuft aber überwiegend leicht. Nur einige Todesfälle kamen dieser Tage vor, meistens aber bei solchen Personen, die ohnehin schon mit einem Leiden behaftet waren. — Gegen die Belegung der beiden Berufsschulen mit gri"«kranken Personen haben die zuständigen Schulvorstände energischen Einspruch erhoben. Sie fordern im Interesse der jugendlichen Schüler sofortige Freigabe der Schulräume, gründliche Reinigung und Erneuerung derselben. Sie verwahren sich auch dagegen, daß man die Räume wieder als Messehallen benutzt und fordern die Bereitstellung von Krankenräumen in den leerstehenden Messehallen und dem Stadion.
Frankfurt a. M.» 26. Jan.^ (Unter vielfachem Mordverdacht ) Im Laufe der letzten drei Jahre sind nicht weniger als acht Personen auf geheimnisvolle Weise verschwunden, deren Tod man mit dem 30jährigen Spengler Willy Bcllray in Verbindung dringt. Der Verbrecher wurde vor neun Jahren in Leipzig wegen Ermordung eines Mädchens bei Rinteln zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Er brach aber aus dem Gefängnis aus und hat seit dieser Zeit, soweit man festzustellcn glaubt, acht Mordtaten verübt. So legt man ihm das geheimnisvolle Sev= schwinden eines 26jährigen Kaufmannes Johannes Herbst ans Hannover zur Last, auf dessen Papiere er lange Zeit gereift üt. Ferner soll er den 32jährigen Wilhelm Epscnheimer aus Frankfurt a. M. beseitigt haben. In Hamburg ermordete er ein Mäd-