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Nt 18 Fulda, 22. Januar.1927

poMsche I^un-schâ Deutsches Jieich.

KyfshLuserSund und Staatsform.

In einer vom Elberfelder Kriegerverein emberufenen Veranstaltung gab das geschttftsführende Vorstandsmit­glieds des Kysfhäuscrbundes, Major Karwiese, ein Bild der Tätigkeit der Kriegervereinsorganisationen. Hierbei führte der Redner u. a. aus, daß der Kyffhäuserbund mit seinen 3 500 000 Mitgliedern wohl zu den stärksten Organi­sationen Deutschlands gehöre. Über das Ziel der Krieger­vereinsorganisationen erklärte Karwiese, daß ihre Mit­glieder unbedingt auf staatserhaltendem Boden stehen müßten. Die Organisation tritt für den nationalen Staat ein, womit jedoch nicht gesagt sein soll, daß der nationale Staat an eine bestimmte Staatsform gebunden sein soll. Deshalb erkennten die Kriegervcreine die v e r f a ssu n g s- mäßige Staatsgewalt an und seien bereit, bei der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung, wenn es nottut, dem Staate zur Seite zu stehen.

Ablehnung des Misitrauensantrags gegen Heldt.

Der Sächsische Landtag lehnte nach Beendigung der Aussprache über die Regierungserklärung den Miß­trauensantrag gegen die Regierung Heldt gegen die Stim­men der Sozialdemokraten und - Kommunisten ab, wäh­rend die Nationalsozialisten den Saal verlassen hatten. Der Antrag auf Auflösung des Landtages wurde ebenfalls gegen Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. In diesem Falle stimmten die Nationalsozialisten mit den bürgerlichen Parteien und mit den Attsozialisten.

Aus Zn- und Ausland.

Karlsruhe. Staatspräsident Dr. Köhler hat sich im Badi­schen Landtage gegen die Fridericus-Marke ausgesprochen.

Prag. Nach einer Meldung der Prager tschechischen Blätter wird nunmehr die Tschechoslowakei wieder an die Einführung von Orden gehen. Der französische Orden der Ehrenlegion soll kopiert werden.

Warschau. Die ersten drei U-Boote, die gegen­wärtig auf französischen Werften für die p o l n i s ch c Kriegs­marine gebaut werden, werden, wie das polnische Kriegs- ministerium schon jetzt bestimmt hat, die Namen „Wolf", „Lux" und „Wildkatze" führen.

Rom. Bei dem Versuch, mit einem Boot heimlich nach Frankreich zu flüchten, wurden, „Tribuna" zufolge, etwa zwölf antifaschistische Italiener in Ventimiglia ver­haftet. Die italienische Polizei stellte ferner fest, daß bereits eine größere Anzahl von Antifaschisten in französischen Eisen­bahneruniformen, die von einem französischen Lokomotivführer geliefert worden waren, auf einem Tender die Grenze passiert haben.

Newyork. Im Staate Newyork ist eine Verfügung erlassen worden, derzufolge Staatsangehörige, die auf deutscher Seite den Weltkrieg mitgemacht haben und jetzt in Amerika ansässig sind. indieNationalgarde von Newyork eintreten können.

Der Barmat-prozeß.

■^—— -S^ ant-Lbaukkr.^düL-e nach „Gefühl".

Berlin, 21. Januar.

Zunächst wurde Geheimrat K i ß l e r, der frühere General­direktor der Preußischen Staatsbank, als Zeuge gehört. Der Vorsitzende legte ihm die Frage vor, nach welchen Gesichts­punkten die Vorträge über die Kredite in den Aufsichtsrats­sitzungen gehalten worden seien. Der Zeuge antwortete darauf, daß es eigentlich „S a ch e d e s G e f ü h l s" gewesen sei, welche Kredite die Dezernenten nicht vortrugen. Er gab zu, daß die I Sitzungen häufig überlastet gewesen seien und daß er gesagt habe, man solle nicht das ganze „kleine Zeug" vortragen, wo­mit er aber unwichtige Personalfragen und sonstige kleine An­gelegenheiten gemeint habe. Dr. Hellwig führte einen be­sonderen Fall an, wo der Zeuge selbst gebeten habe, die Vor­träge abzukürzen. Hierauf konnte sich Geheimrat Kitzler nicht mehr entsinnen, räumte aber die Möglichkeit ein.

Hierauf wurde der jetzige Vizepräsident, Staatsfinanzrat Brekenfcld, über die Entwicklung der Barmal-Kredite ge­hört. Im Jahre 1925 sei von Dr. Hellwig in'den Sitzungen der Generaldirektion des öfteren der Name Barmat bei Ge- 1 schäften aus Wechselgrundlage gesprochen worden. Noch im

„AMemeit" und Freude.

In der Hochflut der Wintervergnügungen.

Tanz und Spiel, Gesellschaft im Haus und draußen, rauschende Feste beherrschen zurzeit das Leben nicht bloß in der Großstadt, sondern auch in der Stadt und im Städt­chen. Die ersten Monate im neuen Jahre gehören der Unterhaltung, man will sich „a m ü s i e r c n" und — amü­siert sich.

Ja--wenn man das nötige Geld dazu hat — höre ich verschiedene Stimmen grollend rufen, und im Geist höre ich sie auch noch ebenso grollend hinzufügen: Wir haben es nicht, was kann uns der Winter bringen! Was bietet uns das Leben überhaupt? Stiefkinder des Glücks sind wir, wenn die andern gehen und sich amüsieren, dann müssen wir beiseite stehen. Ein Mensch, der kein Geld hat, hat auch vom Leben nichts, von allen Freuden ist er aus­geschlossen. ,

Derer, die kein Geld haben, sind heute ja leider nur allzu viele, ich glaube, wir können ruhig sagen, daß sie in der Überzahl sind. Geld haben, ist entschieden nicht weiter unangenehm, man kann sich allerhand sehr nette Dinge damit leisten und sich mancherlei Behaglichkeit damit er­schließen. Daß man aber auf alle Lebensfreuden verzichten muß, wenn man es nicht hat, das stimmt doch nicht ganz. Man muß nur einen Unterschied machen lernen zwischen „Amüsement" und Freude, dann wird man bald erkennen, wie wenig gerade an Geld oft dazu gehört, das Leben mit Freude zu füllen. Awstsement und Freude sind zwei grund­verschiedene Dinge. Amüsement findet man im Tanzsaal, beim festlichen Schmaus, im Theater, im Varietö, im Konzertlokal. Amüsement bieten noch viele andere Ver­anstaltungen des gesellschaftlichen Lebens, Amüsement kann man sich allerdings nur mit Geld und ost nur mit sehr viel Geld verschaffen. Es hat seinen Ursprung fast immer im Portemonnaie. Aber es ist wohl jedem von uns schon einmal so ergangen: er ist von irgendeiner Sache nach Hause geaanaen und hat gesagt: Oh, wir haben uns prachtvoll amüsiert, nein, es ist nicht zu sagen, wie wir uns oft iert Mbcn! Und dabei batte er doch das Gefühl, daß ira-mmw ' nd iraendwie eine Leere in seinem Innern gumue, ein svder Nachgeschmack war da, der nicht weichen wollte. der aar nicht so selten auch den andern Morgen

September 1924 hat man an eine Gefährdung der Kredite nicht gedacht und Barmat nicht als faul betrachtet. Man kam dann auf Veranlassung des Vorsitzenden auf die Sitzung vom 19. Mai zu sprechen, in der der Beschluß gefaßt wurde, die Kredite zu verringern. Der Zeuge glaubte, daß es sich darauf bezog, daß die drei Kreditnehmer Barmat, Kutisker und Michael damals zusammen 35 Millionen Kredit hatten, und daß es ferner darauf ankam, auch andere Kunden zu berücksichtigen.

Aus Reffen uns Aach^ar^hietE

* Die Neichsbahndirektion Kassel. Bei der Neugestal­tung der preußischen Staatsbahn am 1. April 1895 wurde die heutige Reichsbahndirektion Kassel gebildet. Sie ent­stand durch Zusammenfassung von Strecken aus den Be­zirken Elberfeld, Hannover, Magdeburg, Erfurt und Frankfurt a. M. Hierbei sind in den Direktionsbezirk Kassel auch einige ältere Strecken übergegangen, z. V. die der Hessischen Nordbahn und der Main-Weserbahn, die schon im Jahre 1848 eröffnet wurden. Die Strecken des Direktionsbezirks Kassel, im Herzen Deutschlands, bilden ein Bindeglied zwischen dem industriereichen Westen und der aufblühenden Industrie Mitteldeutschlands. Dem Di­rektionsbezirk sind zur Verwaltung augenblicklich unter­stellt: 2110 Kilmeter Eisenbahnen, 24 Aemter, 461 Sta­tionen, 128 Bahnmeistereien, 23 Bahnbetriebswerke und ein Personal von 28194 Köpfen.

l^ Warnung vor einer unlauteren Wohlfahrtssammlung. Der angebliche Verleger Wilhelm Schumacher in Dort­mund läßt durch Reisende unter Verwendung eines Empfehlungsschreibens des „Bundes der Schwerkriegs­beschädigten Deutschlands" in Köln und unter dem Hin­weis darauf, daß die Erträge des Vertriebes bedürftigen Kriegsopfern zugute kommen sollen, Bezieher für die von ihm verlegte Zeitschrift „In Treue fest" werben. Da nach amtlicher Feststellung weder Schumacher selbst noch auch der Bund der Schwerkriegsbeschädigten Deutschlands eine Gewähr für sachgemäße Verwendung der einkommenden Gelder bieten, warnt der preußische Minister für Volks­wohlfahrt vor diesem Unternehmen, das, wie die T.-U. mitteilt, lediglich eine verschleierte Sammlung darstelle.

□ Das Wetter der Woche. Die in der vergangenen Woche angekündigte Abkühlung setzte sich zunächst Nur langsam durch. Nachdem am Sonntag in Nord- und Mitteldeutschland allgemeine Aufheiterung eingetreten war, trat in den nächsten Tagen infolge eines von Süd­frankreich vordringenden Tiefdruckwirbels eine neue vor­übergehende Verschlechterung des Wetters ein. Ins­besondere gingen am Dienstag verbreitete und im allge­meinen recht kräftige Niederschläge nieder. Im Laufe des Montags drang zum erstenmal die im Osten lagernde Kältewelle etwas weiter westlich vor. Allerdings blieb der leichte Frost zunächst nur auf den Osten beschränkt. Die Temperaturen gingen infolge der vorhandenen Boden­wärme nur langsam, aber doch stetig zurück. Etwas schärferen Frost meldeten die deutschen Mittelgebirge. Im Harz, in Thüringen und im Niesengebirge traten Schnee­fälle ein, die den Freunden des Wintersports sehr gelegen kamen. Am Donnerstag konnten die Wintersportplätze, die etwas höher gelegen sind, bereits wieder günstige Sportverhältnisse berichten. Nach der allgemeinen Wetter­lage darf man annehmen, daß indennächstenTa^en im größten Teil Deutschlands gross wett ei'ttritt.

□ Eilbriefsendungen nach tum Ausland. Nach dem Ausland werden immer noch häufig Eilbriefsendun-en aufgeliefert, die nicht genügend freigemacht sind Verz i ge­rungen und Un; sträglichkeiten für Absender und Emp' n= ger sind die Folge. Die neben der Freigebühr im voraus zu entrichtende Eilzustellgebühr beträgt nach dem Aus'and allgemein 50 Ps. Nur nach der Freien Stadt Danzig, nach Litauen und nach dem MemKgebrèt, nach Luxemburg und nach Österreich beträgt sie 30 Pf. Bei dieser Gelegenheit wird darauf hingewiesen, daß im Verkehr mit Bulaarien, Rumänien, Spanien und mit der Türkei die Eilzuste ung von Briessendungen nicht zugelassen ist. Wenn gieichmohl Sendungen mir dem Vermerk der Eilbestellung nach diesen Ländern aufgeliefert werden, so besteht die Gefahr, daß die fremden Dienststellen die besondere Kennzeichnung der Eilsendungen mißverstehen und die Briefe usw. als unzu­stellbar nach dem Aufgabeort zurücksenden.

Vom oberen Vogelsberg, Mitte Januar. (Masern) Während von überall, besonders aus den tiefer gelegenen Gebieten Zei­tungsmeldungen über zahlreiche Erippeerkrankungcn vorliegen, herrschen bei uns immer noch die Masern. Auf dem höchsten Punkt in Herchenhain beginnend, haben sie sich nun strahlen­förmig nach den tiefer gelegenen Orten verbreitet. In Herchen­hain waren vorzugsweise die Schulkinder betroffen, sodaß vor

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noch mit Verstimmung und Verdrießlichkeit füllte. Bei bloßem Amüsement ist das meistens so, besonders für die, die noch ein bißchen tiefer und gehaltvoller veranlagt sind. Es kann da auch gar nicht anders sein. Amüsement hilft wohl ein paar Stunden vertreiben, aber die Seele läßt es leer, an die wendet es sich gar nicht. Bleibende Werte gibt es nicht. Nun, denken wir aber einmal zurück und überschauen wir unser Leben — so ein Stückchen Ver­gangenheit hat ja jeder schon hinter sich —, dämmert da nicht manche Stunde heraus, die nicht voll Singsang und Lachen war, nicht voll Amüsement,' die aber heute noch strahlt und leuchtet, verklärt vom Glanz der Erinnerung? Da ist „ein Weg durch Korn und grünen Klee", wie cs im Volksliede heißt, ein Weg durch leuchtenden Herbstwald, durch winterlich verschneite Heide, den man mit lieben Menschen ging. Und da ist eine andere Stunde im engen Wohnzimmer des Vaterhauses, die Dämmerung fielst zum Fenster herein und umspinnt einfach-ärmlichen Hausrat, denn reich waren auch schon die Eltern nicht, aber die Mutter sitzt im Lehnstuhl; während die Stricknadeln klappern in ihren fleißigen Fingern, wird die ganze Wunderwelt des Märchens lebendig und weitet noch heute in der Erinnerung das einfache Zimmer znm schimmcrn- den Königreich. Ja, das find Freuden, die sich nicht mit Geld erkaufen lassen, Freuden, die aus dem Herzen kommen, die man nie vergessen kann, die noch in der Er­innerung neue Freuden schaffen. Amüsement verstiegt, Amüsement ist leichte Ware. Frende aber hat Ewigkeits­wert, weil Ewiges ihre Heimat ist.

Wer da behauptet, sein Leben sei freudenarm, der bat noch nicht richtig zu leben gelernt. Freuden blühen an jedem Lebensweg wie Blumen im Heidela id; man m ; sie nur sehen wollen und zu brechen verstehen. F.o-de gibt eine wohlgelungene Arbeit, ein gutes Buch, ein stiller Feiertag in Wald und Feld, oder am Klavier, eine Plauderstunde mit der Familie oder mit lieben Freun­den. Frende geben wohlgeratene nud fleißige Kinder.

Es ist natürlich schön, wenn man große Reisen ma ?u kann, aber wenn man cs nicht kann und die Augen offen hat und die Ohren, dann gibt ein Weg durch b-e FcGer, den Wald dieselbe innige Vereinigung mit der Natur wie der Alpengletscher.

Und dann lockn wir doch auch eine Freude um t vc gegen, die jeder sich schaffen kann, die größte, nämlich ,

Weihnachten auf ca. 14 Tage die Schule geschlossen werden mußte. Hier wurden aber auch Erwachsene, z. T. sehr schwer von der Krankheit heimgesucht. Als nächster Ort kam Hart- mannshain an die Reihe. Hier waren nun die Erkrankungen i leichterer Art. Run griff die Epidemie nach Volkartshain und gleichzeitig auch nach Sichenhausen über. In beiden Orten tritt die Krankheit wieder bösartig auf. In Volkartshain mußte die Schule geschlossen werden, weil sämtliche Kinder erkrankt sind. In Sichenhausen wiederum werden bis jetzt vorwiegend Jugend­liche, aus der Schule entlassene von der Krankheit befallen. Es wäre nun zu wünschen, daß die Seuche sich nicht weiter ausbreiten würde.

* Schlüchtern. (E e s a n g s w e t t st r e i t.) Zu dem am 2., 3. und 4. Juli d. Js. hier stattfindenden Gesangs- wettstreit, der mit dem 20. Stiftungsfest des Eremmels'- schen Männerchors (Männergesangverein Schlüchtern) ver­bunden ist, sind die Vorarbeiten gut fortgeschritten. Eine Hauptaufgabe ist damit erledigt worden, daß der Festplatz auf der Auwiese an der Kinzig gesichert ist. Die Wirt­schaftshallen sind durch Herrn W. Eähringer übernommen und darf man schon heute sicher gehen, daß es seiner ge­schäftlichen Umsicht gelingen wird, den Wirtschaftsbetrieb so zugestalten, daß er in jeder Beziehung den Ansprüchen der Sänger und sonstigen Besucher des Festes gerecht werden wird. Daß es an guter Speise und Trank sowie Gastfreundschaft bei sonstigen größeren Festlichkeiten in Schlüchtern nicht gefehlt hat und auch an Anerkennung dafür, war eine Folge der gut geleiteten Wirtschaftsbe­triebe und der regen Anteilnahme der Einwohnerschaft am Feste selbst. Ein solcher Eindruck wird auch in dieser Beziehung von dem Gesangswettstreit zu erwarten sein, ganz abgesehen von den gesanglichen und musikalischen Dar­bietungen, die doch gerade b.ei einer solchen Veranstaltung im Vordergründe stehen und all den vielen Teilnehmern ein nachhaltiges Erlebnis bleiben werden. — Der Ver­gnügungsplatz zum Feste ist von Herrn V. Levi, Hanau übernommen. Sein prächtiges Elektro-Tunnel-Karussell, am Abend mit feenhafter Beleuchtung, wird eine Zierde des Platzes sein. — Der Eremmels'sche Männerchor hat bereits in verschiedenen Einladungsschreiben an Gesang­vereine in nah und fern den Wettstreit angekündigt und wird der Zusage der Vereine bis zum 15. Februar entgegen gesehen. Von dieser Zeit an wird dann der Festausschuß mit erhöhter Kraft an die weitere Ausgestaltung des Festes herantreten, um demselben zu einen alle Erwartungen übertreffenden Gelingen zu verhelfen.

Frankfurt a. M., 20. Jan. (D i e Grippe.) Wohl hat die Grippe in Frankfurt noch epidemischen Charakter, doch tritt sie überall in milden Formen auf und hat noch keine Opfer gefordert. Nur bei einigen älteren Personen trat ein tödliche Lungenentzündung hinzu. Die Kranken­häuser sind überfüllt. Eine für Grippekranke vorgesehene Schule mit 165 Betten ist gleichfalls bereits übervoll be­legt.

Frankfurt a. M., 20. Jan. (Kein neues Millionendefizit.) In den letzten Tagen sind in der Bevölkerung Gerüchte über ein angebliches Millionendefizit der städtischen Molkerei Osthafen verbreitet worden und ein Stadtverordneter hatte bereits eine : Anfrage im Stadtparlament eingebracht. Diese Gerüchte ent- i sprechen, wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, nicht j den Tatsachen. Richtig ist: Die Osthafen-Molkerei wurde im ! Juni 1925 mit Aktiven und Passiven zu einem festen Preise von der Stadt angekauft. Nach Uebernahme hat sich die Notwen­digkeit ergeben, nach streng kaufmännischen Grundsätzen eine gewissenhafte Berichtigung der Aktiv- und Passiv-Seite der Bi­lanz vorzunehmen. Sodann wurde der Privatbetrieb, der ja auf ganz andere Interessen eingestellt war, auf die besonderen Interessen der städtischen Milchversorgung umgestellt. Diese Umstellung b^t nach den Neuanschaffungen und baulichen Ver­änderungen neue Mittel erfordert, abgesehen von den sonstigen Aufwendunen der Neuorganisation. In Privatbetrieben ist es allgemein üblich, bei der Umstellung von Betrieben für andere, besondere Zwecke die dadurch entstehenden Unkosten als Ein- i führungskesten zu verbuchen, und sie im Verlaufe von mehreren f Jahren abzuschreiben. Von dieser Gepflogenheit ist in der Ost- hafW-Molrerei kein Gebrauch gemacht treiben, sondern die un­vermeidlichen Einfüh ungskosten sind über Unkostenkonto ge­laufen und in den Betriebsergebnissen zum Ausdruck gekom­men So eigibt auf Grundlage die^ Berechnungen die Z--mb- enbilanz vom 30. 11. 1926, welche die Zeit vom 1. 1. 1 26 bis 30. 11. 1926 umfaßt, eine Unterbilanz von rund 26 ^00 Mark, ohne Abschreibungen auf Maschinen und Inventar Die Bilanz vom 31 12. 1926 wird nach ihrer Fertigstellung demnächst vor­gelegt werden.

Frankfurt a. M., 20. Jan. (Internationale Arbeitersänger­woche in Frankfurt a M.) Die im Sommer dieses Jahres hier stattfindende große Internationale Ausstellung „Die Musik im Leben der Völker" wird. wie uns mitgeteilt wird, noch eine Be­reicherung erfahren. Auf Grund von Verhandlungen zwilchen dem Arbeitersängerbund und der Ausstellungsleitung wurde der Beschluß gefaßt, in Verbindung mit der Ausstellung vom 31. Juli ab eine Internationale Arbeitersängcrwoche in Frankfurt zu veranstalten.

die, das Leben der anderen mit Freude zu füllen. Was für schöne Aufgaben liegen da gerade vor der Fra u. Muß ihr Herz nicht innerlich vor Frende übcrfließen, wenn es ihr mit Liebe und Aufmerksamkeit gelingt, auch die kleine und arme Wohnung für Mann und Kinder zu einem Heim zu machen, in das sie immer wieder voll Sehnsucht zurückkommen?

Unsere Jugend lebt heute leider auch zum großen Teil in der Anschauung, zum Lebensgenuß gehöre Geld, und wenn man kein Geld habe, könne man sich nicht „amüsieren". Ihr mal klarzumachen, daß das Leben da seine höchsten und reinsten Freuden bietet, wo das Geld gar keine Rolle spielt, ist eine schöne, freilich aber auch eine schwierige, aber darum doppelt schöne Ansgabe oer Mütter. Wenn sie gelingt, sind wir ein gut Teil vor­wärtsgekommen in der Weiterentwicklung unseres Volkes. Gesundheit, Arbeit und Brot, und sei es auch kärglich, find eine Grundlage, auf der sich schon allerhand Freuden finden und aufbauen lassen. Thea Hohenstein.

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w. Gibt eS giftige Tapeten? Aus der Deutschen Medizi­nischen Wochenschrift gelangte kürzlich in die Tag:. tche bk Mitteilung eines Arztes, der durch UntcFnclmngen an sich selbst festgesteSt laben will, daß Vergiftungen durch Z^ :ner- tapèten möglich seien, weil manche Tapeten Gifte (Arsen) cut- hielteli. Vom Verband deutscher Tapeleufabrikanten E. V., Berlin, wird demgegenüber erklärt, daß solche Mitteilungen aus gänzlich falsche Porste! •■„gen en der modernen d m- her .ellung surüilmidreii leien, os se- nie al daß in den Anfängen der Farben utbmt rk biet und da einmal durch geinte Tapeten Vergiftung^ fistle vorg.stammen sind, da man vamais vielfach für die Färbung solcher Tapeten das bestaunte Schweinfurter Grün vertoendete. Durch das Gistsarbengcfetz vom 5. Juli 1887 aber sei die Verwendung arscnha'üger Farb­stoffe bei der Herstellung von Tapeten, Stoffen, Spielzeugen usw. untersagt worden. Seit jener Zeit also werden bei der Tapetenherstellung überhaupt Line e m: ast gen ta a • ebr verwandt. Die Annahme, bah irgend J

Meinungen auf eine Zimmerstp e.'e zurmtzuführen seien, muh' unter diesen Umständen als in .-

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Körung in der strittigen Frage n