Einzelbild herunterladen
 

Neue Kampfe m MfarsMü»

Amerikanische Aktion zogen Mexiko.

Die konservative Regierung Diaz erklärt, daß ihrd Truppen die Liberalen im Bezirk von Bluefields geschlagen hätten. Die Verluste sollen mrs beiden Seiten gering ge wesen sein. Nach der Ankunft der in Corinto gelandeten amerikanischen Seefoldatenabteilung in Managua würbe, scstgesteLt, daß auf der Eisenbahnstrecke, die sie zu benutzen hatte, ein Stück von 200 Fuß mit Dynamit gesprengt worden war. Das Gleis war aber bereits vor dem Ein­treffen der Marincabteitung wieder hergestellt.

Präsident Coolidge hatte eine lange Konferenz mit Staatssekretär Kellogg, dem Marinesekretär Wilbur und verschiedenen Parteiführern über die Lage in Mittel- amerika. Lils Ergebnis der Besprechung wird bekannt­gegeben, daß Amerika fest entschlossen sei, die gegenüber den mittel amerikanischen Staaten eingeschlagene Politik mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln durchzuführen, und zwar um jeden Preis. Der konservative Präsident Diaz soll weitestgehend mit Truppen und Muni­tion unter st ü tz t werden, während der liberale Prä­sident Sacasa niedergekämpft werden soll. Die amerika-, irische Regierung will aus diese Weise gleichzeitig einen schweren Schlag gegen Mexiko führen. Zur Durchführung der gesamten Aktion haben die Vereinigten Staaten bis­her 15 amerikanische Kriegsschiffe mit 4500 Mann Marinelandungstruppen an der Ostküste Nikaraz guas zusammengezogen. Man nimmt an, daß dieses Er-- pcditionskorps zunächst ausreicht. Admiral Latimer er­hielt Befehl, Truppen zu landen, wann und wo er es für richtig hält. Unter allen Umständen soll der Admiral da­für sorgen, daß die mexikanischen Munitionstransporte für Sacasa aufhören, und soll Diaz mit allen seinen! Kräften unterstützen

pstriische Rundschau.

Deutsches Reich.

Reichspräsident und Parteiführer.

Die Verhandlungen in der Frage der Neubildung des Kabinetts werden am Montag offiziell wieder ausgenom­men werden. Reichspräsident von Hindenburgs dessen Staatssekretär Meißner am Sonntag vom Urlaub zurück-, kehrt, wird am Montag zuerst den Reichstagspräsidenten Löbe empfangen, um mit ihm die parlamentarische Situation zu besprechen. Eine frühere Einberufung des Reichstagsplenums — das am 19. Januar wieder zu­sammentreten soll — dürfte kaum in Frage kommen. Präsident Löbe hat einen dahingehenden kommunistischen Antrag abgelehnt. Der Reichspräsident wird dann die Führer der Regierungsparteien, nach ihnen die der Sozialdemokraten und der Deutschnationalen empfangen und die Ansichten der Fraktionsführer über die Möglich­keiten einer Kabinettsbildung entgegennehmen. Es ist damit zu rechnen, daß im Anschluß an diese Besprechun­gen Ler Reichspräsident noch am Montag eine Persön­lichkeit mit dem Auftrag betrauen wird, den Versuch zur Bildung eines Kabinetts zu machen.

Gesamtrcform des Aktienrechts.

Die vom Juristentag in Köln eingesetzte Kommission zur Reform des deutschen Aktienrechts hat beschlossen, in eine Prüfung des gesamten Aktienrechts einzutreten, und Zwar sowohl unter dem Gesichtspunkt der Beseitigung etwaiger Mängel und Mißstände — auch solcher, welche durch die Inflation hervorgerufeu sind —, wie auch unter dem Gesichtspunkt der Anpassung des Gesetzesrechts an die durch die wirtschaftlichen Bedürfnisse hervorgerufene Rechtsentwicklung. - Die Durchprüfung des Gesamtstoffes soll sich zunächst auf folgende Materien erstrecken: Grün­dung der Aktiengesellschaft, die Kapitalbasis der Aktien­gesellschaft, Organisation der Verwaltung der Mtien- gesellschaft, Generalversammlung mit Stimmrecht, ins­besondere Vorzugsaktien, Wehrstimmrechtsaktien, Vor­ratsaktien, stimmlose Aktien und Legitimationszession, Schutz der Aktionäre und des Unternehmens, Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung, Gewinnverteilung, Ein­wirkung der wirtschaftlichen Konzentration aus das Aktien­recht (Interessengemeinschaften, Fusionen, Tochtergesell­schaften, Zweigniederlassungen und so weiter), Aktien­gesellschaft und öffentliche Hand, insbesondere gemischt­wirtschaftliche Gesellschaften.

polen.

X Polnische Flottenbauten. Aus der Danziger Werft sand die Kiellegung der beiden von der polnischen Re­gierung in Auftrag gegebenen Seeküstenschiffe statt. In Gdingen wurde das erste von fünf polnischen 15 000-Tcnnen-Handelsmarinefchiffen aus der Taufe ge­hoben, das den Namen „Wilno" erhielt.

Aus Zn- und AusAnS.

München. Das Kapitel des bayerischen Maximilian- Ordens für Wissenschaft und Kunst bat den Komponisten Dr. Haus Pfitzner zum Mitglied des Ordens in der Abteilung für Kunst ernannt. Zugleich hat das Ordenskapitel Dr. Hans Pfitzner sowie das ordentliche Mitglied Universitätsprofeffor Geheimrat Dr. Wjlhclm Wien in München zu ordentlichem Mitgliedern des Ordcuskapitels gewählt. Tas Gesamr-/ Ministerium hat die betreffenden Beschlüsse des Ordenskapitels! bestätigt.

London. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet, daß die Verhandlungen über die Wie­dergabe von Eupen und M a l m c d y wieder ausgenom­men worden sind. Nach seiner Ansicht seien sic sicherlich verfrüht.

Rom. Mussolini hat die Präfekten angewiesen, unter allen Umständen für^Ruhe im Lande zu sorgen. Außerdem ist ein Gesetz angenommen worden, nach dem alle Beamte, die sich im Gegensatz- zu wen Absichten der Regierung besin- den, entlassen werden können.

Nom. „Messaggero" bringt aus Bozen eine längere Zu­schrift, in der der Wunsch ausgesprochen wird, daß auch der Gcmeindesekrctär der neuen Provinz die deutsche Sprache verstehen sollte, weil sonst der übelstand einträtc, daß neben dem italienischen Gemeindefekretär ein anderer Sekretär ernannt werden müßte, der sich mit der Bevölke­rung verständigen könnte.

Washington. Ein Beschluß des Senats ersucht den Präst-i deuten, das Staatsdepartement, das Haudelsamt und das! Arbeitsamt zur Vorlegung eines Berichts über die neuen Ein-f wanderungsguoten zu veranlassen. Die neuen Quoten wür-» den am 1. Juli d. I. in Kraft treten, falls die betreffende Kundmachung des Präsidenten bis zum 1. April erfolgt. Jnr Repräsentantenhaus brachte der Demokrat Douglas ebenfalls einen Antrag auf Vorlegung der Berichte über die neuen Ein- wanderungsguoten ein. Er bemerkte dabei, daß die vorge- fehenen Quoten für Deutschland und Irland b ä» sonders ungünstig sind. In Detroit nahm eine von oen deutschen, irischen und skandinavischen Vereinigungen ver- rnstaklete Versammlung eine Entschließung an, die gegen die beabsichtigte Einwanderungsauote protestiert.

Aus Seffen-Aaffau und Rachbargebieten.

Merkblatt für den 9. und 10. Januar.

Sonnenaufgang 8"' Mondaufgang 11* Sonnenuntergang 4to Monduntergang —

9. I a n u a r. 1908 Wilhelm Busch gest. — 1917 Deutscher Sieg in port. Ostafrika.

10. I a n u ü r. 1797 Annette von Droste-Hülshvfs geb. — 1920 Inkrafttreten des Friedensdiktats von Versailles.

Hab' die Welt erprobt, — (Sott sei gelobt! — Vieles ist gut, — Eines das beste: — In weiblicher Hut, — Mit fröhlichem Mut, — Jm eigenen Reste!

A u g u st Silberstein.

Wetterbericht.

Ueber der Nordsee hat sich ein Teilwirbel ausgebildet, der wahrscheinlich südostwärts durch Deutschlaud abziehen wird. Es wird daher vorübergehend auch bei uns zur Ausbildung einer Nordströmung kommen, die kältere Luft heranführt. Sehr wahrscheinlich stellt sich jedoch bald wie­der auch bei uns die Westströmung wieder her, sodaß der Temperaturrückgang nur leicht bleibt Vorhersage bis Samstag abend: Veränderlich, doch meist bewölkt, Nieder­schläge nachlassend, etwas kälter, nach Norden drehende Winde. Witterungsaussichten für Sonntag: Bei nach Nordwesten zurückdrehenden Winden, Niederschläge zu­nehmend, erneuter Temperaturanstieg.

Wetterbricht des Rhön-Ski-Eau.

Gersfeld, den 8. Januar, 10 Uhr vorm.

. Bei Gersfeld 1 Grad Wärme, 3—5 cm. Neuschnee, Papp- schnce, Rodelbahn gut. Ckibahn sehr mäßig. Ab 600 Meter 1 Grad Kälte, sehr gute Ekibahn. Durchschnittliche gesamte Schneehöhe 65 cm.

Die Gauwettläufe bei Brückenau sind wegen der dort herr­schenden schlechten Sihneeverhältnisse ebenfalls aus unde- stimmte Zeit verschoben. Der Springerkursus bei Gersfeld am 10. bis 15. Januar wird bestimmt adgchalten.

Fulda, den 8. Januar 1927.

Am Wochenende.

Grüß Gott im neuen Jahr! Nun hätten wir den en­geren Weihnachtsfestkreis mit dem Dreikönigstag wieder einmal hinter uns. Die Neujahrswünsche sind verklun­gen, das letzte Licht am Weihnachtsbaum ist erloschen. Rhytmisch klappert, die Tretmühle des Alltags. Erfreu­lich waren die verschiedenen Friedensreden der Diploma­ten. Hoffen wir, daß uns die nächste Zeit endlich die Räumung des Rheinlandes bringt, der Worte sind da­rüber wahrhaftig genug gewechselt worden. Liest man die gegen Deutschland gerichteten Leitartikel der polni­schen Presse, prüft man die Aeußerungen des italieni- ichkn Diktators, so wird einem leider die Erkenntnis, daß Völkerbund und V ö l k e r f r i e d e n zwei grundverschie- dene Begriffe sind. Rechnet man noch das allgemeine Wettrüsten hinzu, so könnte man hinsichtlich eines dau­ernden Friedens pessimistische Anwandlungen bekom­men. Jedenfalls sieht der Völkerfrieden anders aus, als ihn die Phantasie des Dichters schildert. Statt der Palm­zweige und des Oelzweigs, hat er Bajonette und andere Mordwaffen iss den Händen, der liebliche Zephyr, der den holden, Knaben umfächelt, ist mit allerlei neu erfundenen Giftgasen parfümiert. — Fort mit den pessimistischen Ee- oanken, halten wir Frieden mit uns selbst, mit unseren Nachbarn in Gemeinde und Staat/ bann wird der Frie­densgedanke weite Kreise ziehen wie die Radiowellen im Aether. — Warum lehnte übrigens der deutsche Reichs­tag in seinem Ausschuß den Vorschlag der Berliner gunfs stunde, Empfangsapparate im Plenarsaal aufzustellen, so einmütig ab? Es wurde nicht viel Aufhebens davon gemacht., Aber der deutsche Staatsbürger, empfindlich, wie er ist, „merkt die Absicht und „er“ wird verstimmt". ®s wäre doch sicher von größtem Interesse, wenn zum Beispiel die Wähler von Hintersteinau oder von Wittges oder sonst einem Ort im Reiche „ihren" Abgeordneten recht oft im Plenum sprechen hörten. Mancher würde da­für gerne die Sportberichte und „die Stunde der Haus­frau" opfern. Nun, es ist vielleicht besser so, daß im In­teresse des inneren Friedens die Wiedergabe der Reichs- tagsreden auf die seitherige Art zur Kenntnis der Wähler gebracht wird. Die Wiedergabe des Berliner Neujahrs­konzerts und des Glockengeläutes war übrigens bei eini­germaßen gutem Radiogerät in Fulda prachtvoll zu hö­ren. Es wird soviel von „Radiomüdigkeit" geschrieben. Bei mangelhaften Anlagen ist allerdings Radio eine Qual, rücksichtslose „Rückkoppler" können einem auch die Freude am Radio vergällen, aber im allgemeinen sollte man die­ser Erfindung, die vielleicht noch in den Kinderschuhen hen steckt, überall Freunde werben. Es ist klar, daß die Technik und der Erfindergeist nicht bei den seitherigen Ergebnissen dieser großartigen Erfindung stehen bleiben werden. Schon kommen die ersten Meldungen von dem drahtlos übertragenen Bild, die Zukunft wird uns auf diesem Gebiet noch manche Aeberraschung bringen. Ide­alisten erwarten sogar von dieser Erfindung eine Renais­sance des Familienlebens, wie sie hier und da schon fest­zustellen ist. Wenn „Arahne, Großmutter, Mutter und Kind" um den Lautsprecher versammelt sind, dann bleibt vielleicht auch der männliche Teil der Familie öfters zu Hause und läßt Stammtisch Stammtisch sein!! Na, hof­fen wir das Beste. An Tagen wie Sylvester und Neujahr werden nach wie vor die Wirtschaften und Kaffeehäuser gut besetzt sein. In Fulda war der Betrieb an diesen Ta­gen gut. Das neue Jahr wurde auch, wie üblich, mit Ra­keten und Fröschen begrüßt, dagegen ist nichts einzuwen­den. — Daß aber auch an anderen Tagen nichtsahnende Fußgänger, darunter zwei- und dreijährige Kinder, in den Nachmittagsstunden durch allerlei explodierende Feuer- werkskörper erschreckt werden, ist eine Rohheit sonderglei­chen. Meistens, oder vielmehr in allen Fällen, waren es halbwüchsige Jungen, die sich schon vor Weihnachten (z. V. oor, der Stadtpfarrkirche) derartige „Scherze" erlaubten. Diese Fälle sollen nicht verallgemeinert werden, jugend­liche Torheit kann auch nicht mit Vernunftgründen be­kämpft werden, aber an verkehrsreichen Tagen wie z. B. am „goldenen Sonntag" wäre eine größere Anzahl auf- sichtsführender, den Verkehr überwachender Beamten wohl am Platze. Dann unterblieben solche Streiche von selbst. — Es ist anerkennenswert, daß bei dem Glatteis Ler letzten Tage die öffentlichen Straßen und Wege schon in den frühen Morgenstunden mit Asche ober Sand bestreut wurden. Eine ganz gefährliche Stelle, auch ohne Glatt­eis und Schnee, ist aber der Aufgang vom Domplatz nach der Pauluspromenade bezw. Michelsberg. Es ist ein Wun­der, daß auf diesem Wege noch kein größeres Unglück ge­schehen ist. Für eine Landfrau, die in der vergangenen Woche nach mehrstündigem Wege an dieser Stelle mit ei­ner Kötze voll Eier . hinfiel, war das Unglück allerdings groß genug. Leider hatte die arme Frau zu den zerschla­

genen Eiern auch körperliche Verletzungen davongeica gen. Vielleicht könnte der steile Aufstieg dort in irgend einer Weise verbessert werden. An Arbeitskräften fehlt es doch wirklich nicht. Es wäre ein Akt der Nächstenliebe) den vielen alten Leuten, die täglich diese Stelle passieren, den Weg etwas zu erleichtern. — Mit Erfolg wehren sich auch die Städte und Gemeinden gegen eine Verscha n- b e I u n g des Straßenbildes. Popsschüttelnd betrachten aber neuerdings die Fuldaer die Verschandelung, (soweit man dort noch von einer „Verschandelung" reden kann) des Vahnhofgebäudes. Der unsymetrische, mit einem chi­nesischen Dächlein gekrönte neue Kiosk (es ist mir unbe­kannt, zu welchen Zwecken er dienen soll) ist denn doch „allerhand." Es ist geradezu ein Hohn, daß die Stadt Fulda sich ein derartiges, wie der Volksmund sagt „ver- nefftes" Bahnhofsempfangsgebäude gefallen lassen muß. Dort müßte gründliche Arbeit gemacht werden. Die Reichs­bahn hat Subventionen in Höhe von 725 Mill. erhalten zur Behebung der Arbeitslosigkeit. Wenn es der Wahr­heit entspricht, daß eine Anzahl eleganter Wagen 1. und 2. Kl. mit Mnhagonieinrichtung usw. dafür hergestellt wurden, und jeder einzelne Waggon das Sümmchen von 5 Millionen verschlungen hat, dann wäre es an der Zeit, daß Fulda ein seiner Bedeutung entsprechendes neues Bahnhofsgebäude erhält. Hoffen wir, daß sich nicht die weitere Meldung bestätigt, die durch einen Teil der Presse ging, daß die Absicht besteht, im neuen Jahre noch etwa 10 000 Beamte und Arbeiter zu entlassen. Das wäre eine schlechte Aussicht fürs neue Jahr! Das Elend ist wahrhaftig auch ohne diese Entlassungen groß genug. Bei der Verbitterung und den Reibereien, denen man im al-- ton Jahr unter den verschiedenen Ständen begegnete, müßte endlich das Wort „Abbau" verstummen. Wie soll das Räderwerk unserer Wirtschaft normal laufen, wenn dauernd ein Teil des Triebwerks ausgeschaltet ist, wäh­rend andere Teile sich heiß laufen? Eine furchtbare Ge­fahr in wirtschaftlicher und sittlicher Hinsicht bildet das ungeheure Herr der jugendlichen Arbeitslosen. Sie werden nie die Intensität der Arbeitsleistung kennen ler­nen, die beispielsweise den Amerikaner Ford dazu bewoa, bei gleibleibendem Lohn die fünftägige Arbeitszeit ein­zuführen. Vor allem ist bei den Jugendlichen bie. Gefahr vorhanden, daß aus der dauernden Untätigfeit, aus der notgedrungenen Arbeitslosigkeit, sich eine Ar­beitsscheu entwickelt, die für das Leben des Einzelnen und den gesamten Volkskörper von verheerender Auswirkung sein wird. — Es darf nicht verkannt werden, daß maß­gebende Führer in Politik und Wirtschaft Verständnis u. den guten Willen zeigen, unser Volk aus seiner Not zu führen. Wer sich diesen ehrlichen Bestrebungen entgeaen- . stellt, handelt bewußt oder unbewußt als Schrittmacher der inneren Zwietracht. M.

Tierkrankheiten in der Provinz Hessen-Nassau.

Nach einer Veröffentlichung des Reichsgesundheitsam­tes sind in der Provinz Hessen-Nassau infolge Maul- und Klauenseuche insgesamt 35 Kreise mit 125 Gemeinden und 413 Gehöften (davon 159 neu) verseucht. Besonders star­ke Seuchenherde sind vorhanden in den Kreisen Kassel- Land (sieben Gemeinden und 19 Gehöfte), Fulda (12 de- Zw. 41), Gelnhausen (3 bezw. 12), Gersfeld (5 bezw. 15), Grafschaft Schaumburg (15 bezw. 33), Hof Geismar (6 bezw. 19), Marburg (4 bezw. 17), Wolfhagen (3 bezw. 26), Biedenkopf (4 bezw. 34) und Asingen (3 bezw. 38). Die Schweinepest ist in der Provinz gegenwärtig verbrei­tet in 5 Kreisen mit 18 Gemeinden und 31 Gehöften.

Schulbeginn.

Jetzt geht es wieder zur Schule. - DÈ "L IlWWW»' ferien haben ihr Ende erreicht, die Pforten der Schulen öffneten sich gestern wieder. Jetzt heißt es sich feste hinter die Bücher setzen, denn es geht auf Ostern zu, das die Ver­setzungen bringt.

Evangelischer Frauenbund.

Die Monatsversammlung des Deutsch-Evgl. Frauen­bundes am Montag, den 10. Jan. fällt aus. Die Mitglie­der werden gebeten, statt dessen an dem Vortrag des Herrn Pfarrer Haupt, Gießen sich recht zahlreich zu "betei­ligen. Anfang 8 Ahr.

An seinen Brandwunden gestorben.

In das hiesige Landkrankenhaus wurde dieser Tage das Kind eines Einwohners von Haselstein überführt, dâß sich am Herd recht schwere Brandwunden zugezogen hatte. Die Verletzungen waren derart schwer, daß das Kind tags braus verschied.

Nhönklub.

Heil. 3 Königstag. Starker Schneefall über Nacht, welch herrliches Wetter, eine Winterwanderung in die Berge auszuführen. 72 Teilnehmer konnten die Führer am Ausgangspunkte der Wanderung Bahnhof Milseburg begrüßen. Bald ging es der Milseburg entgegen. Zeig­ten sich hier schon wunderbare Bilder der' Winterland- schaft, so wurde dieser Anblick noch weit übertroffen von dem, was Schnee und Eis auf dem Gipfel der Milseburg hervorgezaubert hatte. Nach kurzer Rast wurde aufge­brochen, um an den Bubenbadersteinen vorbei nach der Fuldaer Hütte zu wandern. Selten wohl haben Wanderer Gelegenheit, derartige Winternaturschönheften zu sehen, wie sie sich, auf diesem Wege den Augen boten. Von der Wurzel bis zum Gipfel vollkommen vereiste Bäume säu­men hier den herrlichen Waldweg ein. In der gut er­wärmten Fulda'er Hütte herrschte bald echter Hüttengeist. Auch eine Skiabteilung befand sich unter den Teilnehmern, die das gute Skigelände in der Nähe der Fuldaer Hütte sportlich reichlich nutzte. Doch nicht zulange konnte der Aufenthalt im eigenen Heime ausgedehnt werden, erwar­tete doch der Bruderverein Hofbieber seine Fulda'er Gäste. Gegen 1.30 Uhr mußte die Weiterwanderung über Bieber­stein nach Hofbieber angetreten werden. Im Gasthof von Sondergeld wurde eingekehrt. Nach Begrüßungsan­sprachen der 1. Vorsitzenden der Zweigverenie Hofbieber und Fulda herrschte bald eine urgemütliche und'fröhliche Stimmung. Die Bewirtung war ausgezeichnet. Ein Tänzchen hielt die Teilnehmer noch längerer Zeit beisam­men. Man nahm Abschied mit dem Bewußtsein, daß sel­ten der Zweigverein eine schönere Winterwanderung aus­geführt hat.

Der Gastwirteverein Fulda und Umgebung bittet uns, unseren Bericht über seine am Dienstag nachm. stattgefundene Generalversammlung (in Nr. 3 bes F. A.) zur Vermeidung von Irrtümern dahingehend zu ergänzen, daß der jetzige Preis für Lagerbier 25 Pfg. für das Ein- heitsglas von 6/20 Liter beträgt.

Viehmärkte in Fulda im Jahre 1927.

Die Zahl der Viehmärkte ist für das Jahr 1927 ver- metjrt worben; infolgedessen ist in den Marktlagen gegen­über den ursprünglich vorgesehenen Terminen eine Aende­rung eingetreten. Die Viehmürkte sind für 1927 wie folgt angeordnet: 13. Janaur: Rindviehmarkt; 27. Januar Rindviehmarkt; 17. Februar: Rindviehmarkt; 10 März;