Einzelbild herunterladen
 

Oer neue Mainzer Zwischenfall.

Protest und Untersuchung.

, Die Stadt Mainz hat anläßlich des neuen Zwischen­falls, bei dem ein Fliegeroffizier einen Ttrasrenbahu- fchasfner ohrfeigte, da dieser eine vom Offizier verlangte Korrektur eines Fahrscheines pflichtgemäß ablehnte, schriftliche Bsrftellnngen bei dem französischen komman- Dicrenden General erhoben. Nach einer Havasmeldüng haben die französischen Behörden eine Untersuchung der Angelegenheit eingeleitet.

; Unterdessen wird wieder ein neuer Zwischen­fall bekannt. In Wörsdorf belästigten in einem Gasthause drei angetrunkene englische Soldaten die Gäste, Jo daß diese zur Selbsthilfe schritten und die Sol­daten hin a u s w a r f c n, wobei zwei von ihnen leicht verletzt wurden. Vier beteiligte junge Leute wurden if c st g e n o m m e n. Ihr Antrag aus Haftentlassung wurde ^vorläufig vom britischen Militärgericht abgelehnt, doch soll die Hauptverhandlung in allernächster Zeit statt- findeu. Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß die Schuld an dem Zwischenfall auf die englischen Sol­daten fällt, die sich außerordentlich herausfordernd genommen hatten.

Die Zuspitzung der Lage in Hankau.

wtb. Schanghai, 5. Zan. (Funkm.) Nach einer Mel­dung aus Hankau haben gestern abend die in die britische Niederlaffung eingedrungenen Chinesen das Zollgebäude und das Gebäude der Gemeindeverwaltung der Nieder­lassung besetzt unddie Briten aus der Niederlaffung ver­trieben." Zn der Niederlassung wird die Ordnung von chinesischer Polizei aufrecht erhalten.

Aus Seffeu-Aaffau und Aach-argedleten.

Merkblatt für den 6. Januar.

Sonnenaufgang 82 Mondaufgüng 10«$

Sonnenuntergang 4 Mondnntergang ?" N.

1828 Hermann Grimm geb. 1827 Charlotte v. Stéin, Goethes Freundin, gest.

Wer sich in den Himmel findet, kann die Erde leicht rcrschmäh'n.

Wetterbericht.

Auf der Rückseite des bei Skandinavien liegenden Tiefdruck­gebietes stößt kalte Luft südwärts. Sie wird auch in unserem Bezirk zu einem Rückgang der Temperaturen führen, sowie im­mer neun zu einzelnen Niederschlagsschauern. Da bei Island der Luftdruck bereits wieder fällt, wird bald der Kalrlufrftrom durch eine Weftströmung abgeschnitten sein, sodaß späterhin bei uns die Temperaturen wieder ansteigen werden. Vorher­sage bis Mittwoch abend: Veränderlich, doch vorwiegend be­wölkt. einzelne Niederichlagsschauer, kälter, westliche bis nord­westliche Winde. Witterungsaussichten für Donnerstag: Wolig, meist trocken, zunächst noch etwas kölrer, später jedoch bei westlichen Winden Temperaturen wieder ansteigend.

Amtlicher Wintersportbericht.

Vogelsberg (Hoherodskopf): Schneetreiben, 14 Grad Kälte, 45 cm. Schnee (35 cm. Neuschnee), etwas verweht, Schi und Rodel gut.

Rhön (Wafferkuppe): Nebel, 34 Grad Kälte, 58 cm Schnee (2 cm Neuschnee), etwas verharscht, Schi und Rodel möglich. Gersfeld: Bewölkt, 01 Grad Wärme, keine Schneedecke, von 600 m aufwärts Sportmöglichkeiten.

Wetterbericht des Rhön-Ski-Gau am 5. 1. 1927

10 Uhr vormittags.

Gersfeld, wolkig, zeitweilig Schneetreiben, 1 Grad Kälte, 7 bis 10 Zentimeter Neuschnee, etwas verweht, ge­schloffene Schneedecke. Ski- und Rodelbahn gut. Waffer­kuppe, Kreuzberg und Dammersfeld 4 Grad Kälte, 50 bis 60 Zentimeter Schnee. Der verharrschte Schnee hat eine genügende Neuschnecdecke erhalten. Skibahn sehr gut.

Fulda, den 5. Januar 1927.

Personalnachrichten.

Für die Ausführung von Kalisalzanalysen ist für das Jahr 1927 zugelaffen der beeidigte Handelschemiker Dr. . O. Wilke in Fulda.

Personalveränderungen bei der Post.

HcÈccf ragen: Eine Oberpostmeisterstelle dem Postmeister Rein­hard in Kirchhain, eine Postinspektor stelle dem Oberpostsekre- iär Hildebrandt in Kassel, eine Tclegraphcninsoektorftelle dem Lbertèlegraphensekretär Hinneburg in Marburg (Lahn), Post- selretärstellen den Postassistenten Eckhardt in Schlüchtern, Ger­lach in Neustadt, Hahn in Kassel, Heckeroth in Birstein, Kuhaupt in Korbach, Lang in Niederaula, Maikranz in Fulda, Petersohn in Herleshausen, Römershäuier in Fronhausen (Lahn) und Schuchhardt in Rothenditmold: Telegraphensckre- tärstellen den Telegraphcnassistenten Hartmann und Pätzold in Kassel. Versetzt Postinspektor Danzglock von Fritzlar nach Bad Wildungen. Von der Reichsfinanzverwaltung zurück- übernommen die Obersteuersekretäre Grebe in Kagel und Rupp in Marburg.

Einberufung des heffen-nassauischen Provinziallandtages.

Wie wir bereits berichtet haben, Hot der Landeshauptmann in Hessen beim Oberpräsidenten Dr. Schwander die Einberu­fung dès Provinziallandtages auf Freitag, den 21. Zanuar, nachmittags 4 Uhr, im Landeshaus Wiesbaden beantragt. Ne­ben dem wichtigsten Verhandlungsgegenftand Abgabe eines Gutachtens über das Ausscheiden der Stadt Marburg aus dem Landkreisverband kommen u. a. noch folgende Punkte in Betracht: Vorlage einer neuen Geschäftsordnung für den Pro­vinziallandtag, Genehmigung der vom Provinzialausschuß auf­gestellten Besoldungsordnung für die Beamten der Provinzial­verwaltung, Aenderung der Bestimmungen über die Heran­ziehung der Beamten der Provinzialverwaltung, Wahl eines stellvertretenden Mitgliedes für die Rentenbank Münster an­stelle des Bürgermeisters Müller-Allendorf, der krankheitshal­ber abgelehnt hat, Prüfung der Einnahmen und Ausgaben der Provinzialverwaltung Hessen-Nassaus für 1925.

Die Frage des Ausscheidens der Stadt Marburg aus dem Landkreisverband beschäftigt auch den Provinzialausschutz, der am gleichen Tage in Wiesbaden Zusammentritt. Da die Be­handlung dieser überaus wichtigen kommunalpolitischen Ange­legenheit beide Körperschaften längere Zeit beschäftigen wird, rechnet man mit einer mehrtägigen Verhandlungsdauer, sodaß der Srtzungsschluß voraussichtlich nicht vor Montag, den 24. Januar, zu erwarten ist.

1. Solistenkonzert des Oratorien- und Konzertvereins Cäcilia-Museum.

co Zu seiner ersten dieswinterlichen Veranstaltung hatte der Oratorien- und Konzeriverein Cäcilia-Museum die Baseler , Geigerin Anna Hegner verpflichtet. Mit dieser Verpflichtung ? hat die Leitung des Konzertvereins Cäcilia-Museum die Reihe der diesjährigen Solistenkonzerte auf das glänzendste eröffnet, denn in Frau Anna Hegner lernten wir gestern abend eine Künstlerin kennen, die durch ihr ganz ausgezeichnetes Spiel sich den lebhaftesten Beifall der recht zahlreich erschienenen Fuldaer Musikfreunde errang.

Nach rascher Ueberwindung einer anfänglichen Hemmung die Tongebung der Künstlerin erschien uns (vielleicht auch lediglich nur beeinflußt durch ihre ein wenig männlich wirkende äußere Erscheinung) zunächst etwas allzu stark und hart ließ uns Frau Hegner ein Geigenspiel hören, wie es uns in Fulda bisher nur ganz selten geboten wurde. Mit einer erstaunlichen Ausdruckskraft und Reife verstand es Annä Hegner, die ein­zelnen zum Vortrag gebrachten Kompositionen in einer wun­derbar verinnerlichten Darstellungsweise auszudeuten und wie­derzugeben. Ihr Ton war von einer berückenden Reinheit, ihr teckmlsches Können meisterte die schwierigsten Aufgaben mit nahezu spielerischer Eleganz Zunächst brachte uns die geschmack­voll zusammengestellte Dortragsfaltzo Beethovens Violinsonate cp. 47, die unter dem Namen Kreutzersonate wohl beliebteste und im Konzertsaal am meisten gespielte Violinsonate des Meisters. Litt bk Wiedergabe des ersten Satzes anfänglich ein wenig unter dem noch nicht völligeingespielt sein", so wurde bereits das feierlich-langsame Andante in keuscher Weichheit dargeboten. Im graziösen Finale konnte die Künst­lerin ihre brillante Fingertechnik und ihre gefällige, sichere Bogenführung zeigen. In Mozarts melodischem Violinkonzert in A-dur kam die geschickte Ausnutzung des klangvollen In­struments besonders gut zur Geltung. Von Padre. Martini, dem berühmten Lehrer so manchen Meisters der neapolitanischen Schule, spielte uns Frau Hegner das hier vor einiger Zeit schon einmal gehörte kurze, aber umso gefälligereAndantino" in einschmeichelnder Weile. Rein und klar klangen die schwie­rigen Doppelgriffe in des französischen Komponisten und Vio­linvirtuosen I. M. LeclairsSarabande und Tambourin". Händels A-dur Sonate mit ihrem breiten, feierlichen Anfang wurde tonsicher und seinempfunden wiedergegeben. Als mei'- sterliche Instrumentalistin zeigte sich die Künstlerin vor allem bei dem glänzenden Spiel von Z. S. BachCisconna", einer Violinsonate ohne Flügelbcgleitung. Hier vereinigten sich ausgezeichnete Technik und bewundernswerte Gestaltungskraft zu einer selten unzutreffenden Einheit, die eine wohl kaum zu überbietende Wiedergabe ermöglichte. Auch das gefällige Grave" des Sohnes Friedemann Bach und das ansprechende, leichtbeschwingteSicilicnne et Rigaudon" Francours kamen zu vortrefflicher Gestaltung.

Lebhafter Beifall der durch das glänzende Spiel mitgcris- fenen Hörer dankte Frau Anna Hegner für die 2 genußreichen Stunden. Als Begleiterin entledigte sich Frau Schlagctcr-Hcg- ner in dicskrctcr, feinfühliger und anpassungsfähiger Weise ihrer Aufgabe. Die Leistungen der Klavierbegleitung werden bei Solistenkonzerten meist nur ungenügend gewürdigt, da die Solisten nahezu die gesamte Aufmerksamkeit auf sich konzentrie­ren. Und doch ist gerade eine richtig angepaßte. das Soloin- [trument in seiner besonderen Eigenart gut erfassende Beglei­tung für die Wirkung und den Erfolg eines Konzertes.ein oft ausschlaggebender Faktor. Frau Schlageter-Hegner besitzt die' erforderlichen Qualitäten einer guten Begleiterin. Ihrer soll deshalb mit einem besonderen Lob gedacht werden. In.

Die Wohnungsbautätigkeit in Fulda.

Im letzten Jahre sind in der Stadt Fulda insgesamt 119 Wohnungsbauten errichtet worden, davon 36 ohne öffentliche Mittel. Außerdem wurden durch Umbauten noch zwei Woh­nungen gewonnen, sodaß im ganzen im verflcssencn Jahre 121 neue Wohnungen erstellt worden sind. Seit Ende des Krieges find in der Stadt Fulda insgesamt 1071 neue Wohnungen er­stellt worden.

Castwirkeverein Fulda und Umgegend.

Die am Dienstag Nachmittag stattgefundene General-Ver­sammlung war nicht sehr gut besucht. Sie wurde vom 1. Vor­sitzenden, Herrn P. Marzin, eröffnet. Zunächst erfolgten zwei Neuaufnahmen. Sodan erstattete der erste Schriftführer Be­richt über die am Montag Abend zwischen der Wirte-Kommis- sion und den. Drauereidirektoren aus Fulda und Umgegend stattgefundenen Verhandlungen. In diesen Verhandlungen wurde von der Wirte-Kommiffion dargelegt, daß ein Vierauf­schlag nicht in die jetzige schwere Zeit passe und dieser Vor­schlag eingehend begründe-. Auch die Vertreter der Brauereien waren gegen jeden Bieraufschlag. Nach längeren Verhandlun­gen wurde beschlossen, daß von den Brauereien nur noch eine Sorte Lagerbier, sogenanntes Märzenbier, geliefert werde, das in Qualität nicht geringer als das jetzige Märzenbier sein soll. Der seitherige Preis für Märzenbier bleibt bestehen. An diese vorgebrachtcn Ausführungen schloß sich Dienstag eine längere Aussprache in der Generalversammlung an, die schli-filich' da­mit endete, daß die meisten anwesenden Mitglieder, die von der Kommission mit den Braucreivertrctcrn getroffenen Ab­machungen billigten. Es erfolgt somit kein Bieraufschlag in den Gaststätten. Nach dem sodann vorgetragenen Jahresbericht zählte der Gaftwirtcverein Fulda und Umgegend am 1. Ja­nuar 1927 72 Mitglieder und 5 Ehrenmitglieder. Der Kas­senbericht diente zur Keutnis. Sehr bedauert wurde, daß die Mitglieder von Fulda-Land zum größten Teil mit ihren Bei­tragszahlungen im Rückstände sind. Die durch Stimmzettel getätigte Vorfiandswahl ergab Wiederwahl des seitherigen Vorstandes und zwar: 1. Vorsitzender P. Marzin, 2. Vers. Frz. Aug. Müller, 1. Schriftführer H Romeis, 2. Schriftf. Thiele, Kassierer: Wilhelm Kramer. Als Beisitzer wurden gewählt die Kollegen: Möller und Schäfer. beide in Fulda und Far- nung-Bachrain. Als Kassenrevisoren wählte man die Kollegen Kube und Klesse, beide in Fulda. Das diesjährige Stiftungs­fest, an dem nur die Mitglieder nebst Familienangehörigen teilnehmen dürfen, findet am Montag, den 24. Januar ds. Js. im evangelischen Gemeindehaus statt. In den Vergnügungs- Ausschuß hierzu wählte man die Kollegen Wehner und Winkler.

Bctrrebsrätetagungen des D. H. V.

Es ist eine nicht zu bestreitende Tatsache, daß unter dem Druck der heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse das Betriebsrätegesetz für die Arbeitnehmer fortwährend an Bedeutung gewonnen hat. Es ist dies eigentlich kein Wunder, denn das Betriebsrätegesetz bietet eine ganze Reihe von Schutzbestimmungen für den Arbeitnehmer; ebenso aber legt es ihm eine Reihe von Pflichten auf ge­genüber dem Betriebe. Es ist zu begrüßen, daß der Dcutschnaticnale Handlungsgehilfenverband in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden es unternommen hat, durch Ver­anstaltung von sogenannten Arbeitsgemeinschaften unter Leitung des Vorstehers seiner Betriebsrätefachabteilung, Alfred Gürteler-Berlin, auch auf diesem Gebiete für Auf­klärung zu sorgen. Die Tagung in Frankfurt a. M. fin­det als Wochenendtagung am 8. und 9. Januar statt, wäh­rend für Mainz am 10. Januar das Thema:Kündi­gungsschutz und Einspruchsrecht", in Wiesbaden am 11. JanuarDie Betriebsräte als Grundlage der Arbeits- gemeinschaftsidee und der Wirtschaftsverfaffung," und am 12. JanuarSpezialfragen aus dem Betriebsrätegesetz," behandelt werden.

Die Butter wird billiger!

Eine angenehme Ueberraschung erfuhren heute unsere Hausfrauen. Aus dem reichlich beschickten Buttermarkt kostete heute das Pfund 1,50 Ji, frische Landeier waren zu 18 Pfg. pro Stück zu haben.

* Nieder-Stoll. 2. Ian. Unser K r ie g e r v c r c i n veran­staltete am Neujahrstage einen Familienabend. Die Feier, die im Lipsschen Saale ftattfanb, wurde durch ein Musikstück der Kapelle Kreuzersgrund eingeleitet. Sodann begrüßte Leh­rer Dürkes die Erschienenen und gab eine kurze Erläuterung der vorgesehenen Bühnenstücke. Trotz der kurzen Einstudie- rungszeit wurden die Stücke flott sind sicher gespielt. Der reiche Beifall der Zuschauer ließ darauf schließen, daß Stücke uni) Spiel Anklang gefunden hatten. Ein gemütliches Tänz­chen, Volksliedergesang und fröhliche Unterhaltung hielten die Teilnehmer bis in die ersten Morgenstunden in gemütlicher Stimmung beisammen.

* Heesfeld, 3. Jan. Nach einem vom Landrat erstatteten Berichl sind im vergangenen Jahre fünf Entwäfferungsgenoffen- schaften gegründet worden. Außerdem bestehen noch drei Be- und Entwässerungsgenossenschaften. Die Entwässerung der 90 Morgen großen domänen-fiskalsichen Seulingsseewiese ist in Angriff genommen worden. Zwei neue Wasserleitungen wur­den fertiggestellt, so daß im ganzen 58 Orte Wasserleitungen haben, 23 find ohne eine solche. Zwei Schulerweiterungsbauten wurden durchgeführt. Im Bau befinden sich drei Schulen. Die Kosten hierfür betragen 241 000 Mark. Fiir die im Bau be­findlich^ Schule in Philippsthal hat der Staat 124 000 Mark bereitgestellt. 1927 sollen fünf Schulen mit einem Kostenauf­wande von 260 000 Mark gebaut werden. Außerdem ist die Anschaffung einer Kreismotorspritze vorgesehen. Für die Land- wegzinterhaltung wurden in 1926 160 000 Mark ausgegeben. Drei eigene Kreisautolinien sind eröffnet worden. Zur For­derung der Wohnungsbautätigkeit wurden von der Kreisspar- kasse aus der Hauszinssteuer und anderen öffentlichen Mitteln 300 000 Mark an Darlehen gegeben. Die Zahl der fehlenden Wohnungen beträgt im Landgediete etwa 400. Die Kreis- jniigviehweide ist eingerichtet Im neuen Jahre sind auf dem Gebiete der Kreiskommuiialverwaltung vor allem Wege- und Wohnungsbauten in Aussicht genommen. Einen wesentlichen Anteil an den im vergangenen Jahre gelösten und im neuen Jahre zu lösenden Aufgaben hat das aufblühende Werratal.

Witzenhausen, 1. Jan. (Die goldene Uhr im Kuhmagen.) IM benachbarten Wichenrode machte es sich im Sommer vorigen Jahres bei der Feldarbeit der Müller Walther bequem, zog Rock und Weste aus und band die Kuh während der Arbeit an einen Baum. Dem Tiere wurde das aber anscheinend zu Iang= roeilig und es untersuchte die Taschen der Kleidungsstücke, die in seiner Nähe lagen. Dabei war die goldene Uhr verschwun­den. Wochenlang betrachtete der betrübte Müller die Kehr­seite seiner Kuh, ohne das Ziel seiner Sehnsucht zu finden. Jetzt endlich wurde die Kuh jum Schlachttode verurteilt und dabei endeckte der Metzger im ersten Teil des Kuhmagens, im ^genannten Pansen, die Uhr, die scheinbar bis auf das beim Kauen zerbrochene Elas unverletzt war. Die Freude des Müllers war nun groß.

Kassel, 2. Jan. (Großfeucr.) Ein Schadenfeuer zerstörte fast das gesamte Gutsanwesen des Pächters Wittich bei- mersberg. Trotz der zahlreich aus der ganzen Umgebung er­schienenen Feuerwehren brannte in kurzer Zeit mit'Ausnahme des Wohnhauses und des Kuhstalles das ganze Gehöft nieder. Zwei große Scheunen, der Schweine- und Schafstall, sämtliche landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, 600 Zentner Heu und Grummet, 1000 Zentner Stroh, Kunstdünger und andere Futtermittel fielen dem Feuer zum Opfer. Nur das Vieh konnte gerettet werden. Der Schaden beträgt über 100 000 Mk.

Meiningen, 2. Jan. (Eroßfeuer.) In einer der letzten Nächte brach in Themar ein Schadenfeuer aus, das in kurzer Zeit ein Wohnhaus, drei Hintergebäude und zwei Scheunen vollkommen einascherte. Durch herrschendes starkes Glatteis wurden die Löscharbeiten sehr erschwert. Die Brandursache ist unbekannt. :

Bingen, 2. Ian. (Die Binger Festhalle.) Nach langen Jahren der Besetzung der Festhalle durch französische und eng­lische Truppen wurde bereits vor einiger Zeit die Halle wie­der von der Stadt übernommen und dieser Tage nach einer gründlichen Renovierung in feierlicher Weise eingeweiht. Zu der Eröffnung waren zahlreiche Vertreter der Behörden und der hessischen Regierung erschienen.

Stimmen aus dem Leserkreise.

K VeröffrEchungèn unter dieser Ucbcrs»rifl übernimmt die Sebaftion ,einerlei Der. h^Äi ha sie bleib auf Örunb beet 6 21 Ads. 2 de« Pressegesetze« in vollem Umfange bc. Einsender »eeanfmorflirb.) Einsendungen, bie nicht verwendet werden, können nicht zurückgrsandt, die Abletznung nicht begründet werden.

Handwerk und Wcihnachtsnothilse für Beamte.

'JiMM&iNririlMltoH^^ . jMK

Bezugnahme aus die in gleicher Angelegenheit in dieser Zeitung veröffentlichten Zuschriften des deutschen Veam- tenbunbes (Vorsitzender Herr Konrektor Peter Schmitt) und des Reichsbundes höherer Beamten, Ortsgruppe Ful­da (Obmann Herr Ctudienrat Dr. Classen).

Der Znnungsausschutz erklärt zu der Veröffentlichung seiner Geschäftsstelle, des Handwerksamtes Fulda, Fol­gendes:

1 .) Das Handwerksamt hat bezüglich der Gruppen 1 6 durch die Worteso sehr man die Beihilfe den Ange­hörigen dieser Gruppen auch gönnt" den Beweis erbracht, daß es Verständnis für die finanzielle Lage der niedriger, bezahlten Beamten hat. Wenn trotzdem der Beamten- bund die gegenteilige Behauptung cfufstellt, so muß das als eine tatsächliche Irreführung der Oeffentlichkeit rich­tig gestellt werden.

2 .) Die Bedenken, die das Handwerksamt gegen die Gewährung der Beihilfe an die Gruppen 16 vorbrachte, entspringen also nicht dem Neid und der Mißgunst, son­der gehen von nackten wirtschafMchen Tatsachen aus, die in der Behauptung gipfeln, daß es bedenklich ist, aus öffent­lichen Mitteln an Ruhegchaliberechtigte Beihilfen zu zah­len, während gleichzeitig die freie Wirtschaft (ein Sam­melbegriff, der neben dem Handwerk auch Industrie, Landwirtschaft und Kaufmannschaft umfaßt) infolge man­gelnder Verdienste und des Steuerdruckes an ihre noch schlechter gestellten Beamten und Arbeiter in der Regel Beihilfen nicht zahlen können. Der Jnnungsausschuß pflichtet dieser Ansicht seiner Geschäftsstelle bei, indem er sich zur Begründung auf die in der Anlage gegebenen Zah­len bezieht. Er stellt hierbei fest, daß schon ein Beamter der Gruppe 3 bei Mündiger Tagesarbeit und unter Ein­beziehung der Sonn- und Feiertage, an denen ein Arbei­ter nichts verdient, Stundenverdienste bezieht, die von sehr vielen gelernten Handwersgesellen nicht erreicht wer­den.

3 .) Diesen Gründen, die dem Gerechtigkeitsgefühl ent­springen, fügt das Handwerk den weiteren Grund hinzu, daß es nicht verantwortet werden kann, den Steuerdruck, der auf der Wirtschaft lastet, länger andauern zu lassen, der um deswillen besonderen Unmut erregen muß, weil die erhobenen Steuern zu Zuwendungen selbst an solche Beamtcngruppen mitverwendet werden, bei denen das f 58erliegen einer finanziellen Notlage nicht behauptet wer- / den kann. Der Jnnungsausschuß, der sich dieser Meinung anschließt, bezieht sich auf die in der Anlage angeführten Verdienstsätze der Gruppen 712. Er weist ferner auf den dieser Tage bekannt gewordenen Beschluß des hessi- ichen Landtages, der die Deckungsinöglichkeit für die Bci- Hilsen an diese Gruppen bestritt und nur die Beihilfen an die Gruppen 16 (auch hier nur unter Ueberwindung großer finanzieller Bedenken) genehmigte. Die Stadt Darmstadt verhielt sich in gleicher Weise. Auch beim Reich, den Ländern und den Gemeinden, die die Beihilfe beschlos­sen haben, ist Deckung nicht vorhanden.

4.) Der Jnnungsausschuß findet es unverständlich, wie die Beamtenbünde dazu kommen, dem Handwerksamt die Behauptung zuzulegen, die 41,5 Millionen stammten aus den Steuern des Handwerks allein! Das Handwerksamt sprach nur davon, daß die Steuern aus der Wirtschaft stammen, welcher Ansicht doch kein vernünftiger Mensch widersprechen kann:

5 .) Der Verdacht der Beanitenbünde, daß das Hand­werksamt die örtliche Vertretung der Reichspartei des deutschen Mittelstandes sei, ist sinnlos. Auf das politische Gebiet folgen wir den Beamtenbündyn nicht.