imr^t^im^TO^^gra^^-^'T^^'^-’n^^^^^^ sjuUöcr ÄnzeLger^!
Zul-a J Statt 2
Rt 2 Fulda. 4, Januar.1927
Das Lawinenunglück am Arlberg.
A ch t T o t e.
Aus Graubünden tam die Nachricht von einem 'schweren Lawinenunglück. Zwei Deutsche und sechs-Engländer sollen ihm zum Opfer gefallen sein. Arm Neu- fahrstage waren zwei Skipartien von Zuos durch das sPacieltal zur Valluga aufgebrochen. Die eine Partie bestand aus dem bekannten Bergfahrer und Skilehrer Tirols aus Lech im Lechtal und Oberregierungsrat Lehr Mnd dessen Bruder Dr. Lehr aus Hamburg, die .andere Partie aus sieben Engländern. Vom Trittkopf ibrad; ein sogenanntes Schneebrett ab. Die nachstürzende iSchneemasse war ungeheuer, da die Länge des abgebrochenen Schneefeldes ungefähr 750 Meter betrug, also von ganz ungewöhnlicher Ausdeh- ’ chung war. Beide Skipartien wurden von der Lawine erfaßt und verschüttet. Oberregierungsrat Lehr und Hilfslehrer Strolz sollen tot sein, Dr. Lehr blieb unverletzt. Von den sieben Engländern — es waren Londoner sind sechs tot. Die Bergungsarbeiten werden von Einwohnern und Wintersportlern aus Zuos und den umliegenden Ortschaften durchgeführt.
Der Schwarzmeer-EMeß entgleist.
8 Tote, großer Materialschaden.
Wenige Stunden vor Anbruch des neuen Jahres entgleiste der Schwarzmeer-Expreßzug Bukarest—Konstanza, der von nach Hause zurückkehrenden Fahrgästen, hauptsächlich Studenten und Schülern, überfüllt war. • Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Bahnhofs Trajan in der Dobrudscha. Mehrere Waggons wurden zertrümmert. Von den Fahrgästen wurden acht Personen, darunter ein Eisenbahnbeamter, getötet. Nach zuverlässigen Ermittlungen ist das Unglück auf ein böswilliges Attentat durch unbekannte Täter zurückzuführen.
Strenger Winter im Süden.
Schnee in Marokko. — Riesenschaden in Spanien.
In Marokko ist Schnee gefallen. Aus Fez wird ge- ineldet, daß die telephonischen Leitungen durch den Schneefall unterbrochen worden sind. Die Marokkaner, die niemals eine ähnliche Erscheinung beobachtet haben, sind unruhig und ängstlich. Sie sehen mit Staunen, daß die Europäer ruhig über den weißen Boden gehen, ohne daß ihnen etwas Unangenehmes passiert. Einige Derwische machen die Christen für das bedrohliche Ereignis verantwortlich.
In ganz Spanien herrscht starke Kälte. Es schneit unaufhörlich, sogar in Malaga. Fünf Züge sind im Schnee, der stellenweise 3 Meter hoch liegt, stecken geblieben. Stürmisches Wetter auf See hat vier Dampfer zum Sinken gebracht. Der Schaden, der durch das Unwetter bisher angerichtet worden ist, wird auf wenigstens 250 Millionen Pesetas geschätzt.
Gasangriff aus einen Mörder.
Das neue Polizeischutzverfahren.
Ein als außerordentlich gewalttätig bekannter Pariser Ladenbesitzer erschoß einen Gemüsehändler, der seinen Karren vor den Laden gestellt hatte, verbarrikadierte sich dann in seiner Wohnung und bedrohte die herbeigerufenen Polizeibeamten mit dem Revolver. Der Volizeipräfekt beschloß, zur Schonung der Kriminal- ■Dcamtcn von den neuen Vergasungsapparaten Gebrauch zu machen. Die Tür des Zimmers, in dem sich der Verbrecher aushielt, wurde mehrfach durchlöchert, worauf man durch die Löcher ein tränenerrcgcndes Gas hineinblies. Als man fünf Minuten später die Tür gewaltsam aufbrach, fand man den Mörder tot vor. Er hatte sich selbst durch einen Revolverschuß getötet.
Der Kuppelhof.
Roman von A l f r e d Bock.
10] , (Nachdruck verboten.)
VI.
In der Stille des Abends schritt der Fried über den Äeffelader dem Donnerswäldchen zu. Der volle Mondschein lag auf dem Talgebreite. Fernab hielten die Basalt- kuppen des Gebirgs stumme Wacht. Aus dem Wiesen- grund stieg ein feiner, weißer Rauch empor. Der ringelte und drehte sich, schnell, immer schneller. Was war das? 's war Halt der Nebel. Ja, für gewöhnliche Menschenkinder. Wer aber unter Glockengeläut oder an einem gedoppelten Sonntag geboren war, der gewahrte eine unzählbare Schar wunderholder, lichter Wesen. Sie hielten wechselweise die Hände gefaßt und tanzten ihren Reigen. Dazu ertönte eine liebliche Musik.
Der Fried sah und hörte nichts. In ihm zitterte die Erregung nach über den Disput, den er mit der Mutter gehabt. Ihr Rat, sich sein herzengüldcncs Mädchen durch eine Büberei zu sichern, hatte ihn in Wut gebracht. And das mit Fug. Solange er denken konnte, war zwischen ihm und der Marianu nichts vorgefallen, dessen sie sich zu schämen brauchten. Als Kinder hatten sie einmal .Doftcrdies’ gespielt. Die Mariann babbelte, sie sei sterbenskrank. Er. der Doktor, entschied, zur Strafe für ihre ewige Salzschleckerei habe sie einen Salzstein im Leib. Der müsse geschwind heraus. Darauf ging er ins nahe Gehölz, sich eine Gerte zu suchen, die ihm bei der Opera- tion als Messer dienen sollte. Wie er zurückkam, hatte die Mariann die Kleider abgelegt und lag splitternackend im Gras. Zuerst stand er wie versteinert vor Schreck, dann lief er in großen Sätzen davon. Und es dauerte ein paar Tage, ehe er die Scheu vor der Gespielin überwunden hatte und wieder zutunlich war wie vorher. Fortan spielten sie nicht mehr .Doktercheü', wohl aber ,Mann und Frau'. Aus Bohnenstangen bauten sie sich eine Hütte und legten Tannenreifer darauf. Traulich hockten sic beisammen. Und die Mariann meinte, sie müßten nun auch Kinder haben. Das leuchtete ihm ein. And sie holten einen Blechcimer und gingen zum Pfingst- born, aus dem die Kindfrau die Kinder langte. Auf dem Grund sahen sie's kribbeln und krabbeln. ' Sie schöpften
Nah und Kern.
0 Nach Unterschlagung von 60 000 Mark flüchtig. Zwei Angestellte eines Magdeburger Bankhauses sind nach Unterschlagung von 60 000 Mark flüchtig geworden. Die Defraudanten sind als leidenschaftliche Spieler bekannt. Bisher fehlt von ihnen jede Spur.
O Selbstmord eines Mittelschullchrers. Ein Homburger Mittelschullehrer, der sich bereits feit einiger Zeit seinen Schülerinnen gegenüber auffällig benommen hatte und besonders eine frühere Schülerin bevorzugte, wollte letztere in der elterlichen Wohnung besuchen. Als die Eltern ihm den Zutritt zur Wohnung verweigerten, versuchte er gewaltsam in das Haus einzudringen, wurde aber von Hausbewohnern daran verhindert. Daraufhin brachte er sich im Treppcngang des Hauses mehrere Revolverschüsse bei, denen er erlegen ist.
O Der weiße Tod. Der seit dem 20. Dezember vermißte Bergführer Zauner aus Kauns wurde am Fuße einer Felswand im Madatschtal tot aufgefunden. Zauner war auf der Gemsjagd von einer Staublawine erfaßt und in die Tiefe gerissen worden.
O Durch Feuerwerkskörper schwer verunglückt. Aus Frankfurt a. M. wird gemeldet: In dem Vorort Rödelheim hantierte ein 16jähriger Lehrling mit Feuerwerks- körpern. Sie explodierten und rissen dem Jungen die Finger der einen Hand vollständig weg. Als die Polizei den Rest der Explosivstoffe an sich nahm und auf das Revier brachte, entstand eine zweite Explosion, durch die einem Polizisten die Hand verstümmelt wurde.
0 Deutsche Kranzniederlegung am Grabe des Unbekannten Soldaten in Paris. Die Fußballmannschaft des Hamburger Sportvereins, die in der französischen Haupt-- stabt gegen eine Pariser Mannschaft siegte, legte am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Blumenstrauß mit einer Schleife nieder, auf der eine deutsche Widmung angebracht war. Angesichts der feindseligen Haltung des Publikums mußte die Polizei jedoch die Schleife entfernen.
Börse und Handel.
Frankfurter Börse vom 3. Januar. Eine ungemein lebhafte Kaustätigkeit, die schon vorbörslich einsetzte, gab der Börse deu Impuls zu einer erneuten scharfen Aufwärtsbewegung auf allen Märkten. Die Führung hatten Schwerwerte und Bankwerte. Auf dem Montanmarkt trat das Rheinland als starker Käufer auf, vereinzelt lagen auch erhebliche Auslandsaufträge vor. Lebhafte Formen nahm der Handel mit Ehemieaktien an, wo Farben mit 333.5 (Plus 6 ) und Scheideanstalt mit 209 (Plus 6) eröffneten. Der Kalimarkt übte bei unveränderten Kursen Zurückhaltung. Sehr fest setzten Elektrowerte bei reger Amsatztätigkeit ein. Von Autowerten lagen vor allem Adlerwerke Kleyer weiterhin sehr fest. Maschinenwerte verkehrten ruhig und kaum verändert. Auf dem Zuckermarkt berrug der Kursgewinn durchweg 6 Prozent. Auf dem Bankaktienmarkt hatten die Eroßdankwertc bei starker Amsatztätigkeit mit Gewinnen bis zu 6 Prozent die Führung. Commerzbank war etwas leichter. Von beweglichen Werten eröffneten Bauaktien sehr fest. (Wayß u. Freytag Plus 6 Prozent), ebenso auch Zcllstoft- aktien (Aschaffenburger Zellstoff Plus 8.5 Prozent). Auch Oelaktien sind wieder lebhaft gefragt. Auf dem deutschen Rcn- tenmarkt holten Vorkriegsanleihcn und Kriegsanleihen scharf auf. Pfandbriefe anfangs zurückhaltend, dann gleichfalls stark aufholend. Ferner standen sämtliche Hypothckenwerte in wechselnder Nachfrage. Ausländsanleihen eröffneten durchweg leicht befestigt. Auf Glatt stell ungen hin trat später eine leichte Entspannung ein. Auch die Nachbörfe brachte weitere Kurserleichterungen. Die Börse schloß knapp gehalten, jedoch mit festem Unterton.
Frankfurter Abendbörse vom 3. Januar. Die Abendbörse verkehrte auf fast allen Märkten abgeschwächt. Von Montanwerken standen vor allem Manesmann in scharfem Angebot (Minus 8). Die übrigen Werte hielten ihren Kursstand. Auf dem Chemiemarkt liegen Farbenindusttie unb Schcideanstalt unverändert. Metallbankwerte verloren leicht. Elektro-, Auto- und Schiffahrtswerte bröckelten ab. Bankwerte sind weiterhin gefragt. Es wurden genannt: Dresdner Bank 180, Metall bank 184.5, Hamburg Paket 177, Lloyd 172.5, Adlerwerkc Kleyer 120.5, Bergmann 109.5, Daimler 89, Scherbe anstatt 208.75, Farbenindusttie 330.5, Holzverkohlung 75.5, Rütgers 145, Gelsenkirchen 185.75, Harpenenr 198, Westeregeln 169.5, Mannesmann 211.75, Mansfeld 150.75, Phönix 140, Stahl verein 156.5, Kriegsanleihe 835.
Frankfurter Eetreidemarkt vom 3. Januar. Es wurden bezahlt für je 100 Kilo: Weizen 29.25—29.5, Roggen 24.5, Gerste 25—26.5, Hafer 19.5—20, Mais 19—19.5, Weizenmehl 41—41.5, R^^mnehl 35—36, Weizenkleie 11.75—12, Roggenkleie 12,
aber nur klares Wasser und zogen unverrichteter Sache ab. —
Ueber die Kinderpossen war man hinaus. Die Mariann blickte mit klaren Augen in die Welt. Er aber lebte inmitten seiner Arbeit als ein Träumer und überließ sich allerlei Vorstellungen, wie er die Mariann sich erobern würde. Dabei machte seine Phantasie die wunderlichsten Sprünge. Einmal brannte des Dotzhc'imers Haus. Mit Hintansetzung des eigenen Lebens trug er die Geliebte aus den Flammen. Unter Tränen hieß ihn der Bauer als Eidam willkommen. Ein andermal sah er sich als Meister seßhaft in der Stadt. Er hatte das Modell zu einem Rock für Bucklige erfunden, dessen Rückenteil so kunstvoll geschnitten war, daß man die Auswüchse nimmer sah. Von weit und breit strömten die Buckligen herbei, er konnte sich vor Aufträgen nicht retten und wurde ein steinreicher Mann. Und der Dotzheimerberz besah seine Schätze und sprach: „Etz schcniert mich dein Vater, der Kalmuck, net mehr, wir können gleich die Brait machen."
Im Grund war's gut, daß ihn die Mutter mit ihrem Gcplätz aus seinen überzwergen Gedanken einmal aufge- rüttelt hatte. Wie sollt's werden mit der Mariann? Diesen Abend wollte er's mit ihr bereden. Das Herumziehen und Heimlichtun mußte ein Ende haben.
Er beschleunigte seime Schritte und hatte bald das Donnerswäldchen erreicht. ^Ein schmaler Pfad führte hindurch, von den-Kroncu der Bäume überwölbt. Hie und da rann das Licht des Mondes wie flüssiges Silber durch das Gezweig und zirkelte sich in hellen Tupfen auf dem moosigen Grund ab. Tief aus dem Busch kam ein Aechzen und Stöhnen, just, als ging's einem Menschen ans Leben. Traun! 's war nur der Schrei einer Eule. Aber wie schauerlich das klang. Dem Fried lief's kalt über den Rücken, und er war froh, als er den Lindgesborn vor sich sah. Juch! Da stand die Mariann. Ein Sprung das Gc- häng' hinunter, und er war bei ihr.
„Gu'n Abend!"
„Gu'n Abend, Fried."
„Wart'st schon lang?"
„Noch net lang. Ans' Leut' waren in den Wiesen. Un ich hatt Arbeit bis in die Nacht."
Sie setzen sich auf die Steinbank, die hier seit undenklichen Zeiten Liebespärchen einen Ruheplatz bot. und erzählten sich die Erlebnisse der letzten Tage, aber sie zögerten beide, ausznsprcchcn. was ihnen vor'allem am Herzen
Erbsen 40 -70, Linsen 50—90, Heu 9—10, Stroh 0.75 -4.75, Treber 16.25—16,5. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Kartoffelmarkt vom 3. Januar. Es wurden bezahlt für je 50 Kilo: Industrie hiesiger Gegend 5.50 Mk., weißfleischige hieß Ggd. 4.20 Mk. Tendenz: etwas belebter.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 3. Januar. Dem heutigen Hauptmarkt waren zugerrieben: 304 Ochsen, 4 4 Bullen, 552 Kühe, 256 Färsen, 308 Kälber, 223 Schafe, 3426 Schweine. Es wurden bezahlt für je einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen: vollfleischige ausgemästete Höchsten Schlachtwertes 1. jüngere 58—62, 2. ältere 52—57, sonstige fleischige 46—51, Bullen: jüngere voll fleischige höchsten Schlachtwertes 53—57, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 47—52, Kühe: jüngere vollst, höchsten Schlachtwertes 47—54, sonstige vollfteischige oder aus- § «mästete 38—46, fleischige 32—37, gering genährte 22—30, kärsen: vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 55 bis 62, vollfleisch. 48—54, fleischige 40—47. Kälber: beste Mast; 80—85, mittlere 70—79, geringe 60—;69, Schafe: Mastlämmet und jüngere Masthammel 1. Weidemast 40—45, mittlere Mast- lämmer, ältere Masthammel und gut genährte Schafe 36—39, Schweine: Fettschweine über 300 Pfund 76—78, vollfleischige von 240—300 Pfund 76—79, von 200—240 Pfund 76—80, von 160—200 Pfund 76—79, fleischige Schweine von 120—160 Pfd. 70—75. Fleischgrotzhandelspreiie: Ochsen- unb Rindfleisch J. 95—100, Ochsen- und Rindfleisch II. 85—95, Vullenfleisch 90 bis 95, Kuhfleisch I. 60—70, Kuhfleisch II. 50—60, Kuhfleisch III. 40—50, Kalbfleisch I. —.—, Kalbfleisch II. 105—110, Hammelfleisch 65—75. Marktverlauf: Rinder wurden bei regem, Kälber und Schafe bei lebhaftem Handel ausverkauft. In Schweinen verblieb bei ruhigem Geschäft etwas Ueberstand.
Frankfurter Pserdemartt vom 3. Januar. Der erste diesjährige Pferdemarkt aus dem Gelände des landwirtschaftlichen werten standen vor allem Mannesmann in scharfem Angebot Besuch von Interessenten war mäßig. Die Umsätze bewegten sich bei leicht angelegenen Preisen für junge Arbeitstiere besserer Qualität in mäßigen Grenzen. Die Besucher zeigten wohl Kauflust, waren aber bei der in der Landwirtschaft vorherrschenden Geldknappheit sehr zurückhaltend. Dagegen war die Nachfrage nach Schlachtpferden sehr lebhaft. Luxuspserde erzielten bessere Preise, wurden aber nur in )ehr geringer Zahl umgesetzt. Im übrigen wurden für die anderen Pferdegai- tungen die gleichen Preise erzielt wie im Dezember. — Der nächste Markt findet am 7. Februar statt.
Amtliche Berliner Notierungen vom 3. Januar.
* Börsenbericht. Tas neue Börscnjahr begann in ruhiger, aber überwiegend fester Haltung, allerdings machten sich im weiteren Verlauf einige Schwankungen bemerkbar. Ter Anleihemarkt lag ziemlich fest. Am Geldmarkt macht sich gegenüber dci Ultimoanfpannung eine kleine Erleichterung bemerkbar. Tägliches Geld notierte 7—8J4 %, monatliches Geld 714—814 %.
* Devisenbörse. Dollar 4,20—4,21: cngl P s u nd 20,37 bis 20,43: holl. Gulden 168,08—168,50; Danz. 81,15—81,65; franz. Frank 16,60—16,64; schwcip 81,11—81,31: Belg. 58.42—58,56; Italien 18,78—18,82; sch Wed. Krone 112,18 bis 112,46: d 8 N. 112.06—112,3 4; vorweg 106.-87—107,13; 1 schcch. 12,43—12,47; oster r. Schilling 59,23—59,37.
* Produktenbörse. Der erste Ecschäftstag des neuen Jahres zeigte durchaus ruhige Haltung. Das Angebot von Brotgetreide war nicht größer als bisher, aber auch die Käufer verhielten sich für Weizen wie für Roggen zunächst vorsichtig. In den ausländischen Cifoffertcn von Weizen bestand kaum Veränderung und die Plata-Angebote rentierten ungefähr zu den bisherigen Frühjahrsnolicrungen. Daher stellte sich die Tendenz im Zeitgeschäft schwächer, weil manches Angebot int Markte blieb, die Käufer sich aber zunächst abwartend verhielten. Demgegenüber war Roggen fester, weil vom Jnlandc, wie schon oben angebeutet, wenig Ware offeriert wurde, und angesichts des schwierigen Kaufes greifbaren Roggens mehr handelsrechtliche Lieferung beachtet wurde. Zum erstenmal wurde Julilicferung gehandelt. Von Gerste und Haser fehlte es nicht an Angebot, Unternehmungslust hielt aber noch zurück. Mehl blieb ruhig.
Getreide und Olsaatcn per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm in Reichsmark:
3.1.
31. 12.
1 3. 1.
31.12.
Wciz., mark.
264-267
264-267
Wcizkl.s.Brl. 13.213 5
13,2-13,5
pommersch.
—
—
Rogkl. s.Brl. '12,0-12,2
12,0-12,2
Nopp., märk.
233-238
232-237
Raps —
—-
pommersch.
-
——
Leinsaat —
—
westprcutz.
__
—
Vrkl.-Erbsen 51-61
51-61
Braugerste
217-245
217-245
kl.Speiscerb. 31-33
31-33
Furiergerste
192-205
192-205
Fultercrbsen; 21-24
21-24
Hafer, märk.
177-187
177-187
Peluschken 20-22
20-22
pommersch.
_
—
Ackerbohnen 21-22
21-22
westpreuß. Weizenmehl P 100 kg fr.
Slti.br. tust Sack (fernst.
Wicken 22-24
Lupin.,blaue 13,5-14,5
Supin., gelbe 14,5-15,0
Seradella 22.5-25 0 Rapskuchen 16,1-16,5
22-24 13,5-14,5 14,5-15.0 22,0-24,5 16.4-16.5
Mrk. ü. Not. Roggenmehl v 100 kg fr.
Berlin br.
34,7-37,7
34,7-37,7
Leinkuchen 20,8-21,2 20,8-21,2 Trockenschtzl. 9,9-10.1 9,9-10.1 Sova-Schroi 19,1-19,8 19.1-19,8
TorfmM7N — —
in kl Sack
32,7-34,5
32,7-34,2
Sartoh"c(Hrf 29 0-29,4
29,0-29.1
■^■■M—g—B8—M—■——BWS—i—BS lag. Endlich hob der Fried an: ,,Mariann, ich muß hau emal was mit dir schwätzen."
,Jch auch mit dir,' dachte sie und holte tief Atem.
Er legte den Arm um ihren Hals.
„Guck, Mariann, wir sein miteinander groß worden. Ehnder ich fortkommen bin, sein wir duschur beisammen gewest. And's gedenkt mir net, daß wir uns getappelt haben. Wir haben gute Kameradschaft gehalten. Zuerst in der Stadt sein ich wie narrig herumgelaufen, hab ge= meint, ich könnt's net erleiden, daß du net bei mir warst. In der Früh, wann alles noth in den Betten lag, sein ich als auf den Hammersberg gemacht. Da konnt' ich uns' Kirchturm sehn. Selt' hab' ich geflennt. Etz in der Werkstatt hieß es: achtgepaßt! Dazwischen sein meine Gedanken zu dir ausgewischt. And kannst mir’s glauben, solang ich auswärts gewest bin, hab' ich kein Mädchen angeguckt. Ich hatt' beim Meister mein Quartier. Nebig mir war dem Kochendröfer, dem Gesell, seine Stub'. Der hat schrecklich geschnarcht, daß ich oft kein Schlaf kriegen konnt'. And war mir gar net leid drum, wann ich so wach liegen mußt, dann ich hab während simcliert: wie mag’s der Mariann wohl gehen? Die is gewiß groß worden und stärk. Vielleicht auch stolz! Die Zeit verging, ich wußt'/ net wie. Auf einmal sein ich älter gewest und bedachter. Und tat begreifen, was zwischen uns stand: meine Ar- metei lind mein Vater. Ja, sagt ich mir, von wegen der Armetei, das is net schlimm. Ein Dusperer bist du net. Und's Handwerk hat einen goldncn Boden. Aber dein Vater, den bläst du not weg. Er mag sein wer er will, er ts und bleibt dein Vater. So hab' ich mit mir selbst geschwatzt. Und die Jahr in der Stadt sein ich die Sorgen net los worden. Etz kam ich'heim. An der Schul' sein ich dir dererst begegnet. 's hat ordentlich an meinem Herz- bennel gedoppelt. Noch sah ich, daß du mir noch gut warst. Und hätt' juchzen mögen vor Freud'! Dadrauf sein ich nach dir gegangen. Und tun’s noch. Aber dein Vater darfs net wissen. Guck, Mariann, ich hab mir das zurechtgelegt: das Heimscheln führt zu nix. Ich sein für die Wahrheit. Sag' deinem Vater, wie’s mit uns zwei is. Hängt he den Hartkopf heraus und spricht: nee, der nach kommst du zu mir. Schaff' ich für zwei Brot, schaff' ich's auch für drei. Und will dich hochhalten mein Leben lang!"
(Fortsetzung folgt.) , ^'^