Fulda, den 21. Dezember 1926.
Pcrsonalnachrichtcn.
Al>rr Vrovinzial-Rabbiner Dr. Lahn in Fulda wurde zum w„R;t,pr der israelitischen Gemeinde Gersfeld, Schmalnau, SnNuRn, Tann und Wüstensachfen ernannt - Zum über- LkN«n Forster ernannt wurde der Hrllslvrster Muller in Eber - Mim Oberlandesgericht in Kagel i|t Die Stelle eines Kanzleiinfpektors zu besetzen.
Bankoerlehr am Heiligen Abend u. am 3. Wcihnachtsfcicrtage.
aus dem Inseratenteil ersichtlich ist, sind die hiesigen Ranken und Sparkassen von Freitag, den 24. Dezember mit- 1 Uhr bis Montag, den 27. Dezember einschließlich für jeden Verkehr geschlossen.
Weihnachtsfeier der Turngemeinde 1848 e. V. Fulda.
Vom Pressewart der Turngemeinde 1848 erhalten wir folgende Zuschrift: Als Tag der Weihnachtsfeier, die in früheren Jahren am 2. Weihnachtsfeiertage stattfand, ist diesmal der 2 Januar 1927 festgesetzt worden. Der Vergnügungsausschutz hat in emsiger Arbeit ein gediegenes Programm aufgestellt, das geeignet sein dürfte, bei allen Festteilnehmcrn echte, rechte Weihnachtsstimmung hervorzurufen. Mit der Aufführung des 2attigen Volksstückes „Der Wildschütz" hat die Thea- terabtcilung gewiß einen guten Griff getan. In einer großen Verlosung wird Fortuna ihre reichen Schätze an ihre Lieblinge verteilen, soüaß der Vergnügungsausschutz sich der angenehmen Hoffnung hingibt, für jeden Geschmack das richtige getroffen zu haben. Näheres finden die Mitglieder im heutigen Anzeigenteil des Fuldaer Anzeigers.
Aus dem Gerichtssaal.
Ein „netter" Bursche.
Dem seit 4. Juni in Untersuchungshaft sitzenden 22jährigen Landwirtschaftsgehilfen Ad. Hahn von Sctzelbach (Kr. Hünfeld) wurde ein Verbrechen aus § 176, 2 des Str. G. B. und vorsätzlicher Brandstiftung in einer Scheune zur Last gelegt. In der Hauptverhandlung vor dem großen Schöffengericht in Fulda konnte der Angeklagte der vorsätzlichen Brandstiftung nicht überführt werden, daher erfolgte in diesem Falle Freisprechung; aber wegen des Verbrechens aus § 176, 2 erfolgte Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis.
Ehemalige 87er.
Zu der am Montag abend abgehaltenen Monatsversammlung hatten sich außer den seitherigen noch 5 neue Kameraden — darunter zwei ehemalige Offiziere — eingefunden, die vom Vorsitzenden recht herzlich willkommen geheißen wurden. Es folgten Besprechungen über den beabsichtigten Bau des Regimentsdenkmals in Mainz usw. Die ferneren Monatsversammlungen sollen je am 3. Montag im Monat stattfinden, doch wird voraussichtlich auch im Februar an einem Sonntag Nachmittag eine Versammlung abgehalten, um den auswärtigen Kameraden den Besuch zu ermöglichen. 5 Neuaufnahmen wurden getätigt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils erfolgte Austausch von heiteren und ernsten Anekdoten aus der Militärzeit.
* Pfordt. Unter dem schlimmen Verdacht, den letzten Brand in unserem Dorfe verursacht zu haben, wurde ein hiesiger junger 19jähriger Bursche, der als Knecht in Hartersl)au- jen in Stellung ist, verhaftet und nach Schlitz ins Amtsgerichtsgefängnis zur weiteren Untersuchung überführt. Da dem jungen Mann eine solche Tat von Niemand zugetraut wird, ist die Aufregung hierorts groß und man ist gespannt, wie die Sache ausgehen wird. — Uebrigens ist man bei dem Brand wieder aufmerksam geworden auf das Fehlen der schon so lange für das Schlitzcrland verheißenen, jedoch immer noch nicht eingetroffenen Motorspritze. Oder will man wieder einmal war-
irgendein neuâ BranLunglück eintritt, und dann:, „Menn glücklich der Gaul gestohlen ist, macht man endlich den Stall zuDie Verschleppung der Sache ist höchst wahrscheinlich auf finanzielle Schwierigkeiten der Gemeinden zurückzuführen; da man aber hierbei kaum mit einer merklichen Besserung rechnen darf, so wäre es doch das Richtige, wenn in Sachen der Motorspritze auf das lange „Gegacker" hin nun auch endlich das erwünschte „Ei" gelegt würde.
Kassel, 20. Dez. (Verurteilung wegen Mordes an der Geliebten.) Das Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung dem Anträge des Staatsanwaltes gemäß unter ausdrücklicher Versagung milderner Umstände den Dreher Ludwig Bergen aus Kassel zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Bergen hatte am 2. Oktober d. J. die erst 15 Jahre alte Gertrud Otto in der Schönselderstraße erschossen, weil sie mit ihren Eltern von Kassel fortziehen und nichts von ihm wissen wollte. Die Anklage lautete auf Mord; das Gericht nahm Todschlag an.
Eisenach, 17. Dez. (Städtisches.) In seltener Einmütigkeit bewilligte der Stadtrat dem Wohlfahrtsamt 100 000 Mark für Unterstützungen an Bedürftige, insonderheit _ an Erwerbslose. Des weiteren stellte die Körperschaft ebenfalls einstimmig
„Ich glaub es nicht, Hoheit. Wär' ich auf Polens Thron gekommen, ich wäre kreuzunglücklich geworden."
-^Das müssen Sie mir näher erklären, Baron!"
Der Augsburger schwieg einige Augenblicke und strich seinem schlafenden Weibe über die rosige Wange.
„Warum! Weil ich des Volkes Not gesehen habe und weiß, daß ich nicht helfen kann. Was kann ein einzelner. Biele, viele Freunde müßt, ich haben, um das durchzuführen, mas ich wollte. Will's heute nicht sogen, wie ich helfen wollt. Gewiß nur ist: Ich könnt's nicht, müßt vielmehr der anderen Seite zu Lobe sein. Und das vermag in nicht. Königliche Hoheit wissen es selbst, daß ein Fürst ein -spielball der Launen seiner Getreuen ist. Und ist er's nicht, dann steht er einsam, freudlos da — wie der König von Preußen fast jetzt."
Ser Kronprinz schwieg zu des Rittmeister offener Rede u. sprach nicht weiter, bis der Wagen in Berlin anlangte.
$^1 König ton Preußen baue sich wieder auigerosp-lt. èoyl ihn große Schmerzen auälren, war er wieder m ^vatkäbmrtt und sah die Akten 'wbnend und durch.
l emmerbiener erschien und verbeugte sich devot.
= , ^' wenn der Augsburger kommt mit feiner jungen L - nu, sofort vorlassen, nicht melden "
Majestät!"
seiner Schwarzkosf, ob der Augsburger mit ieitsrJf^ ^ kommen wird, ehe er seine Hoch-
wird er kommen, Majestär."
«uasbur^ Et kommen. Müßt doch nicht der er sich Xh ' ^ Ec» Eisenschädel hat. Vielleicht hat Kurfürsten^ u S™0"" ,nad) öem Sächsischen zu dem warten $^ kann der König von Preußen 2 "^ «°l! He, was sagt Er nun?"
" * Ljo.am 3" ^ndbeii, ich glatib', der Augsburger
4fr"00 Mark für eine einmalige Wirtschaftsbeihilfe an Bedürftige bereit, die noch vor Weihnachten zur Verteilung kommen soll. Trotz der drückenden Finanzlage der Stadt, deren Kassen- abschluß nach dès Kämmerers Bericht heule 740 000 Mark Mehrausgaben gegen den gleichen Zeitpunki des Vorjahres aufweist, bestimmte das Stadtparlament weiterhin, daß die der Stadt Eistnach vom Lande Thüringen zuftehenden Wohlfahnszu- schlisse in Höhe von 21 000 Mark, sowie die etwa noch vom Reich zu zahlenden Beihilfen in die vom Stadtrat verwilligten Summen nicht eingerechnet, sondern den Bedürftigen noch besonders zugewendet werden soll.
Weimar, 17. Dez. (Vuchbindermeister und Professor.) Die Thüringische Regierung hat den weit über Weimars Grenzen hinaus bekannten Buchbindermeister Dörfner, der schon an der Kunstgewerbeschule unter van de Velde und am Bauhaus die Buchbinder-Lehrwerkstatt selbstständig leitete, auf Grund seiner Verdienste zum Professor ernannt.
Das Ergebnis unseres Weihnachtspreisausschreibens.
Die Prüfung der wiederum außerordentlich zahlreich eingegangenen Lösungen unserer Weihnachtspreisaufgabe hat gestern stattgefundcn. Das Preisgericht hat von 50 in engerer Wahl stehenden Einsendungen folgenden 16 Wettbewerbsteilnehmern einen Preis zuerkannt:
1 .) W. Fehling,
2 .) August Duwe,
3 .) Katasterdircktor Hans Gregor,
4 .) Georg Jungmann,
5 .) Frl. Else May,
6 .) Frau Emmi Hensel,
7 .) Hans Pfeiffer,
8 .) Otto Ulbrich, Hanau,
9 ) Dr. W. Ensgraber,
10 .) ? Keimwort: Radieschen,
11 .) Frl. Ehringhaus,
12 .) Frau Hedwig Steinmetz,
13 .) Frl. Emmy Hornung,
14 .) Frau Anna Molitor,
15 .) Justizrat Dr. Pfeiffer,
16 .) Frau von Ketelhodt.
Die Preise können von morgen,
Mittwoch, 22. Dezember, an in unserer Geschäftsstelle Mühlenstraße 1 abgeholt werden.
Auf das Preisausschreiben und die eingegangenen Lösungen werden wir in unserer Weihnachtsnummer noch einmal zurückkommen.
Fulda, 21. Dez.
Verlag des „Fuldaer Anzeigers".
Marburg, 20. Dez. (D i c Zahl der Studierenden in Marburg.) Die Zahl der im Wintersemester 1926—27 an der hiesigen Universität immatrikulierten Studierenden beziffert sich auf 2160 (hierunter 212 Studentinnen.) Hierzu kommen noch 50 Hörer (darunter 16 Hörerinnen), sodaß sich Lia Kescimtzahl der Studierenden auf 2310 beläuft. Die 2160 immatrikulierten Studierenden verteilen sich nach Fächern wie folgt: Theologie 141, Rechtswissenschaft 714, Medizin 324, Zahnheilkunde 63, Philologie 379, Mathematik und Naturwissenschaft 224, Chemie 79, Staatswissenschaft 50, Pharmazie 68, sonstige Studienfächer 63. — Im Sommerhalbjahr 1926 betrug die Zahl der immatrikulierten Studierenden 2387.
* Gießen, 17. Dez. Voir der Anklage, den Tod eines Arbeiters verschuldet zu haben, wurde Frau Dr. Steinreich und der Fachlehrer Aßmann, beide von hier, vom Schöffengericht freigesprochen. Beide fuhren im September mit dem Kraftwagen durch die Wilhelmstraße, als mehrere Radfahrer plötzlich aus dein Leihgesterner Weg entgegen kamen, die zum Teil auf der falschen Seite fuhren. Frau Dr. Steinreich wollte aus- weichen und stieß dabei gegen den Bürgersteig, der Wagen flog herum auf den Bürgersteig und quetschte den 51 Jahre alten Weißbinder Kutscher aus Hattenrod gegen den Eisenzaun, den er gerade anstrich. Kutscher starb einige Stunden nach Einlieferung in die Klinik. Es wurden 33 Zeugen vernommen. Das Urteil lautete auf Freisprechung, da keine Verschuldung Ler Fahrer vorlag.
* Aus Oberhessen, 19. Dez. Der Kampf um die Anerkennung des schwarzbunten Nicderungsviehcs durch die Landwirt
liebt Ew. Majestät so, daß er nicht säumen wird," sagte Schwarzkosf schüchtern.
Ueber des Königs Gesicht glitt eitel Freude. Er nickte mit geschlossenen Augen und murmelte glücklich. „Das hat Er gut gesagt, Schwarzkosf. Er hat auch recht, der Augsburger liebt seinen König. Ja, Schwarzkosf, der liebt feinen König, ist keine Kanaille. Ja, der Augsburger!"
Plötzlich klopft' es draußen. Beide fuhren auf. Schwarz- kcff wollte hinausstürzen, aber der König hielt ihn zurück.
„Bleib' Er, der König geht selbst. Ist der Augsburger, ich fühl's."
Und er schleppte sich ins Vorzimmer.
Richtig, der Augsburger stand drin und wartete. Mit feiner jungen, reizenden Frau.
Der Augsburger. Stolz und froh wie einst und schöner noch, so schien es dem König, war er geworden.
„Augsburger, lieber Augsburger Sind Sie gekommen."
„Ja, Majefrât. Wär auch von allein gekommen, gleich den nächsten Tag, wenn Sie mir die Kronprinzliche Hoheit nicht auf den Hals geschickt hätten.
„Den Fritz?" staunte der König.
„Ja, ^ren Sohn, den Kronprinzen, Majestät^
„Der Fritz ist zu Ihnen selbst gefahren und hm eie zu mir geholt. Wissen Sie Augsburger, daß es mir nun doppelte Freude ist. Hab' Fritz nicht beauftragt. Ist selber gs'ahren."
Sein Antlitz, das große Freude spiegelte, wandte 'ich Marlene zu. _ _.
„Das ist also die Herzliebste. Seien Sie mir herzlich willkommen, Frau Baronin. Augsburger. Sie haben sich die Schönste herausgesucht. Das sieht sogar der König von Preußen mit seinen alten Augen noch."
Dann wandte er sich um. Seine Augen suchten Lchwarz- koff. „Schwarzkoff, hör Er gut zu. Ich geb Ihm viel Aufträge. Er heizt mir das große Staatszimmer gut und schmückt's mir schön. Kann kosten, was es will. Und sag Er dem Koch, daß er für drei — nein für viel annchlen soll, aber das Beste bitt* ich mir aus. Sag' Er ihm, soll .eine Angst haben, wenn er ein paar Taler mehr verbraucht, -t ann bestell’ Er bei den Grenadieren die Musikusse für die siebente Stunde. Wollen einen schönen Tag heute haben." _.
schaftskammer Lauert nun schon Jahre. Trotz mehrerer Ein- haben des Zuchtvereins in Oberhrsfen auf Bewilligung eines Zuschusses verhält sich die Kammer ablehnend. Nun hat sie einen Ausschuß zur Beobachtung des Bestandes an Nicderungs- vieh gebildet. Das Niederungsvich wurde in den Kriegs- und Nachkriegsjahren aus Norddeutschland eingrsührt.
* Aus Oberhessen, 17. Dez. Die Schafräude ist unter mehreren Herden der heffischen und preußischen Nachbarorte von Gießen ausgebrochen. Es konnte ziemlich einwandfrei festgestellt werden, daß die RättLe Lurch Wanderherde» in die Gegend eingeschleppt worden ist. Die Bekämpfung durch Vergasung mi'. Schwefeloxid oder durch Baden in einer desinfizierenden Flüssigkeit wird seitens der Behörde empfohlen. Die mit Räude behafteten Herden sind unter Sperre gestellt.
Elm, 17. Dez. (Aufgeklärter O b st d i e b st a h l.) Vor eingen Tagen waren aus einer Obstplantage an dem hiesigen Bahnkörper eine größere Anzahl Obstbäume gestohlen worden. Der Eisenbahnkriminalpolizei und der Landjägerei gelang es, die Täter festzustellen. Es handelt sich um einen hiesigen Einwohner, der die Obstbäume bereits in seinem Garten angepflanzt hatte.
Hanau, 17. Dez. (Mit der Weihnachtskasse durchgebrannt.) Als dieser Tage die Mitglieder einer hiesigen Weihnachtskasse die Ersparnisse des Jahres verteilen wollten, war der Kassierer mit 1100 Mark durchgebrannt. Der Mann wurde zwar in Breslau festgenommen, hatte aber nur noch wenige Reichsmark bei sich.
Hanau, 20. Dez, (Wenn d i e Post „Du" sagt.) Dem „Hanauer Anzeiger" zufolge benötigte ein Einwohner aus einem Dorfe des Kreises Hanau für irgendeinen Zweck seine Geburtsurkunde. Er schrieb, wie üblich, an den Gemeindevorsteher seines Heimatortes im Osten Deutschlands. Zu seinem nicht geringen Erstaunen lag den Papieren ein eigenhändiges Schreiben des Gemeindevorstehers bei, worin er den Einsender auffordert, innerhalb von zehn Tagen Abbitte zu leisten, andernfalls der Gemeindevorsteher sofort wegen öffentlicher Beamtenbeleidigung Klage einreichen werde. Der erwähnte Gemeindevorsteher erwähnte kurz, daß er von dem Einsender öffentlich mit „Du" angeredet worden sei, da dieser auf sein Schreiben, bezw. den dazu verwendeten Umschlag, den Aufdruck: „Vergiß nicht, Straße und Hausnummer anzugeben" gesetzt habe. Zur allgemeinen Heiterkeit erkannte man alsbald die Post als den Uebeltäter. Bekanntlich versieht die Post in letzter Zeit häufig Briefe und Karten mit derartigen Stempeln. Den „schwer beleidigten" Gemeindevorsteher ließ man ohne jede Antwort. Man ist gespannt, wie weit er mit seiner Klage wegen „öffentlicher Beamtenbeleidigung" kommen wird.
Frankfurt a. M., 17. Dez. (Schwerer Einbruchsdiebstahl.) In der vergangenen Nacht drangen unbekannte Täter in ein Delikatessengeschäft im Westend und stahlen eine große Menge Wein, Spirituosen, Zigarren, Zigaretten, Konserven und Wurstwaren. Die Täter müssen zum Abtransport der Waren (darunter etwa 400 Flaschen Wein) einen Wagen benutzt haben. — Der 26- jährige Handlungsgehilfe Josef Goldenberg aus Frankfurt wurde wegen schweren Einbruchsdiedstahls festgenommen. Er hat in letzter Zeit mehrere Einsteigdiebstähle, von Gärten aus durch offcnstchcnde Partcrrefcnstcr ausgeführt.
Frankfurt a. M„ 17. Dez. (Das zerstörte Stadtbild.) Die Pläne der Stadt Frankfurt a. M„ nach der Eingemeindung Griesheims den zwischen beiden Orten gelegenen weiträumigen ehemaligen Exerzierplatz der Bebauung zu erschließen und damit ein einheitliches Städtebild zu schaffen, dürften nicht in Erfüllung gehen. Denn ganz im Stillen hat, nach unseren Informationen, die Reichsbahuverwaltung dieses Gelände aufgekauft, um hier einen großen Rangier- und Vcrschiebebahn- Hof zu bauen. Der Preis für das Gelände soll ein sehr hoher sein. Der Einspruch der Stadt bei den Berliner Zentralstellen dürfte kaum Erfolg haben. Durch die Erbauung des Verschiebebahnhofes, die in nicht allzu ferner Zeit erfolgen soll, wird allerdings das Stadtbild vor den Westtoren Frankfurts grausam zerstört.
Frankfurt n. M„ 17. Dez. (Herabsetzung des Autodrosch- tentarifs.) In absehbarer Zeit tritt hier ein neuer Kraft- Lroschkentarif in Kraft, der eine Herabsetzung der Erundtaxe bis zu 70 Pfennig bringt. Nur über die Zoneneinteilung ist noch keine Einigung zwischen Magistrat und Polizei erzielt worden. Ferner hat die Polizei die Einführung von Kleinautos beschlossen. Das Droschkcngcwerbe hat gegen diese Neu- einführung Einspruch erhoben. Die Zahl der Autodroschken soll für Frankfurt zunächst 200 nicht überschreiten.
Verantwortlich für die Schriftlcitung: Dr. rer. pol. Karl Krömmelbein-Fulda.
Verantwortlich für den Anzeigenteil: Otto Schneider-Fulda.
Er strahlte über das ganze Gesicht.
Es war ein schöner Abend, der nicht nur das Band zw?» schen dem König und dem Augsburger fester machte, sondern er brachte auch den Kronprinzen seinem Vater näher.
Als sie am nächsten Tage schieden, meinte der König In feinem Prioatkabinett. Er fühlte, daß er den scheidenden Augsburger lieber hatte, als feinen Sohn, daß er der einzige mar und blieb, der ihn verstand.
Friedrich Augsburger fuhr mit feiner jungen Frau in den Frühling hinein nach dem goldenen Süden.
Das war aber des Köuigs Brautgeschenk: Eintausend Taler in Gold und — die Herrschaft Loosenburg im Pommerschen.
Ein glänzendes Brautgeschenk für den sparsamen König.
(Ende.)
M Der Wetterprophrk.
Komm einmal der alte U£k. bet Invalid von Tupfingen", nach Stuttgart und läßr sich beim „Hktcranenfeft“ wohl sein. Wie er so kreuzfidel beim Schöpple im Kreise bei alten Kriegskameraden sitzr, fragt ihn ein Rachbar, wovon er benn cigent- I lich lebe.
„Ha no", meit der Uhle, „'s Wetterprophezeien tragt wer a I bissel wss "
I „ 5 Weiie iProPör^sren?^ nagt De? ^niHcidb.
„Guck", lag: Ler Uhle, „bu must Missen, daß wir in Tupf in= I gen drübrr die: Tor' haben. Ru, da geh i morgens Gericht ans Oderror, ptü^tir mt do reicht, und jeder, der aufs Feld ’naus des Tor passiert, fragt: „No, llhtr, was meinst vom Wetter?"
„Ha no“, sag i. "mir hem en gtiata 6annaaufgang g'hett, 's gibt en staune Tag, Lenk i.“
Nachher a bislc später gebt's bei mir ans ander Tor, do fraget je mt au wieder nach m Wener, Lia wo ’naus wället.
..Bleibet no d'rhoim", sag i zu bene, „beunt regnets!"
Sega neue morgens komm i dernach ans dritte Tor, do sag i, wann se tni fraget:
i„3a, ’s iicht so a Sach, 's kann schöa bleibe, ’s kann au rcgno "
So wechsel' i an jeda Tag ab mit meiner Propbezeümg an bene verschiedene Tor und gitef, Kamerad, dernoch's Weiter hintadrei ausfallt, an bene Tor, wo i’s troffa Han. stell i tni * eabâ obcnds auf, wenn se baun kommet. Sella geht's dann ohne a Npiiis Trinkgeld ab.“