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O Gasexplosion im Geburtshaus Theodor StormS. Las Geburtshaus des Dichtcrs.Thaodor Storm in Husum ist &w6 eine festere Gasexplosion verwüstet tvorden. Die Explosion erfolgte» in einem Laden infolge Ansammlung von ^enchtga^. Ef^c 15 Meter lange Stichflamme schlug durchs die Jadcnsche Äre auf den Marktplatz. Personen sind glücklicherwrise »ich t zu Schaden getommen.

0 gin freches Ri mberstück. Ein überaus frecher Ladcjk- loisenraub creigmet« sich in einem Blumengeschäft rn H a m b u r g. Als idie Inhaberin des Geschäfts, die im Winter,zimmer zu Mi hatte, ihren Laden betrat, fand sie einen Mann vor, bur zuerst bettelte und dann der Iran pfjitc weiteres mehre re derartige Ohrfeigen versetzte^ daß Die Mißhandelte in ö ine Ecke flog. Dann riß der B/ursche Die Ladenkasse auf ui:b raubte einen kleinen Betra-z. Der " Täter ist entkommen.

O Schneefälle kn O bcrbaycrn. Der Schneefall Mi Ober­bayern hat in verstür^ tem Maße angehalten. Im Tal liegt der Schnee bereits- d neu halben Meter doch. Trotz des zeitweise zum SchnceA urm angctvachsenen Schneegestöbers sind ans den Bahusbretken keine Störungen einAtreten.

O Bon der Dampf» alze zermalmt. Bei Breslau wurde :in Radfahrer bei bew leichtsinnigen Versach, zwischen ! einer fahrenden Straßenbahn und einer Är der gleichen Richtung fahrenden Dampfwalze hindmechzufahren, von ber Straßenbshn dicht vor die schwere Dampfwalze ge­schleudert und von dieser überfahren. Der Führer bei Dampfwalze konnte voir seinem -sitz aus den Unfall nicht rechtzeitig bemeßen und,es nicht verhindern, daß der Un­glückliche buchstäblich zermpkut wurde. Der Führer der Dampfwalze erlitt einen NLiwenschock.

O Ein Brandstifter verhaftet. In Jungjserndorf in der Tschechoslowakei wurde der 37 Jahre alte Arbeitslose Franz Wachsmann grus Domsdorf, Bezixk Freiwaldau, verhaftet, als er einen von rbm selbst aiygelegten Brand wieder löschen wollte. Wachlbrraun gestayd ein, seit 1923 überall in Deutschland und in der Tschechoslowakei, wo er bettelnd umherzog, Schenu^n und Schober in Brand gesetzt zu haben. Im ganzen werden il)vn nicht weniger als 1215 Brandstiftungen znr Last gelegt.

0 Belohnung für Ramensiindcrmig. Die, schwedische - Postverwaltung hat bMutrngt, daß die Sz.äger allzu I häufiger Namen, die ihren Normen ändern 'lassen, vom ; Staate belohnt werden. Es ist nämlich unmöglich, durch - all die Anderssons und Lindströms durchzRfinden. Die [ Anderssons allein nehmen im Stockholmer, Telephonbuch ! 28 Seiten ein.

0 Ein Kriegsschiff für 66'00 belgische fkrank. Wie aus I Brüssel berichtet wird, gelangten in Bridge 17 kleinere »âiegsschisfe der belgischen Motte zum öffentlichen Ver- käuf. Darunter befanden sich Lrcl) sechs ehemalige deiltschc Torpedoboote, die feit dem Waffenstillstand zur belgischen I Flotte gehörten. Bei der gesamten AuAion wurden nur I 200 000 Frank erzielt. Die wissen Preise lagen zwischen ( 15= und 17 000 Frank, für zirrei noch brauchdarc Torpcvo- k boote wurden 18 000 und 14 5110 Fvank,bezahlt. Ein großes I Schiff brachte 33 000 Frank. Der nichtigste für ein Schifs [ auf dieser Auktion bezahlte Piris war 6000 Frank.

0 Judenpogrome in RumLncn. Nach einer Bukarester [ Meldung hat in Kischinew cm Judenpogrom stattgefun

I den. Nach einer Tagung anstisemktischer Studenten in I Jassy fuhren zweihundert dieser Studenten in einem I Sonderzug nach Kischinew, wo sie alle jüdischen Passanten verprügelten, SchaufensterscheiEN zerschlugen und Ge­schäfte demolierten. Das registrierte Militär griff ein und die Kavallerie ritt eine Attacke, wobei acht Studenten und I Studentinnen verletzt wurden.

0 Eine schrvimmcnde Stadt vom Eis cingcschlosscn. Nach Meldungen aus Kanada ist eine schwimmende Stadt von etwa 200 Dampfern durch dms unerwartet schnelle Einsetzen strenger Kälte auf den großen Seen überrascht

und vsm Eisè cinge'chsoffeK WbrSetf. 2000 Menschen ftnS in großer Gefahr, da nur wenige Lebensmittel an Bord sind. Zahlreiche Eisbrecher arbeiten fieberhaft, um die Schiffe zu befreien.

0 Unruhen in Kalkutta. Während einer Konferenz des bengalischen Provinzialausschusses des Alliudischen Kon­gresses kam es zu Zusammenstößen, bei denen fünf Per­sonen, darunter ein Journalist, ernstlich verletzt wurden. Die Polizei unterdrückte die Unruhen und nahm fünf Ver­haftungen vor.

!Bunse Tageschronik.

Glatz. Aus dem Schneeberg bei, Glatz wurde die H öchst­iele g e it c, Vas ganze Jahr geöffnete Postagentur Preußens an 1415 Meter Höhe eröffnet.

Freiburg i. B. Die S eh n e c s ä l l c im Schwarzwald haben nugchalten. Die Schneehöhe beträgt jetzt über einen halben Meter. Auch in der Rhcinebcne hat es geschneit, desgleichen werden von den Vogesen starke Schnccsällc gemeldet.

Paris. In Naney ist der in Eisenbeton errichtete Neubau eines großen Warenhauses ei »gestürzt. Zahlreiche Häuser der Umgegend wurden beschädigt.

Das neue Europa-Südamerika-ZeppelinluMiff.

München. Wie die Münchener Neuesten Nachrichten melden, hat der Luslschisfban Zeppelin G. m. b. H. Friedrichs­hafen nunmehrEinzclhcitcn für das neue EuropaSüd- amerika-Zeppelinlustschiff scstgclcgt. Tas Schiff wird 105 000 Kubikmeter Gasinhalt haben, 235 Meter lang werden und einen größten Durchmesser von 30,5 Metern besitzen. Beson­ders hcrvorznhcbcn ist, daß bei diesem Schiss zum erstenmal zu>n Speisen der Motoren nicht Benzin, sondern Gas verwendet wird. Die Maschincnanlage besteht ans sechs Motoren. Die P a s s a g i c r r ä ii m c erhalten zum erstenmal, besondere Einzelschlafkabinen und einen gemeinsamen Salo^, und zwar 24 Kabinen für den Nachtbetrieb. Bei Tage sonnen 28 Passagiere »«Hergebracht werden. Tic Zahl Der Passagiere ist klein, Weil das Schiss nur znr Ansführung sehr langer Reisen verwendet werden soll.

Börse und Handel.

Frankfurter Börse vom 6. Dezember. Die Erklärungen des Dawes-Gutachtens, daß im nächsten Jahre infolge der größe­ren Zahlungen mit einer stärkeren Belastung der deutschen Industrie zu rechnen fei, wirkten heute verstimmend. Die Börse eröffnete infolgedessen bei sehr kleinem Geschäft zurück­haltend und unsicher. Vor allem standen die Schwerwerte unter starkem Kursdruck. Montanwerte büßten bis zu 8 Proz. ein und konnten sich auch später nicht wieder erholen. Von Chcmicroerten eröffneten Farbcn-J.-G. mit einem Verlust von 11 Prozent. Metallbankwcrtc gaben weniger scharf nach. Der Elcktromarkt, wie auch Auto- und Maschinenwerte, ver­kehrten sehr still. Der Zuckermarkt lag uneinheitlich mit Nei­gung zu leichter Befestigung. Cchisfahrtswcrte lagen sehr matt. Von Bankaktien gaben Großwerle bis zu 5 Prozent nach. Deutsche und Auslandsrenten verkehrten matter. Eine später einfetfenbe leichte Befestigung vermochte sich nicht durch- zusetzcn. Die Börse schloß zu den niedrigsten Kursen gchalten.

Franksnrtcr Abendbörse vom 6. Dezember. Die Abend­börse verkehrte bei kleinem Geschäft weiterhin abgeschwächt. Aus dem Montaninarkt waren Mannesmann etwas gefragt. Farbenaktien bröckelten abermals ab. Ebenso lagen Schisf- fahrtswerte schwächer. Auf dem Zuckermarkt standen Fran­kenthal in geringer Nachfrage. Es wurden genannt: Norddeut­scher Lloyd 102, Farbcnindustrie 311, Pokorny u. Wittekind 76, Zucker Frankenthal 104.5, Mannesman» 184, Phönix 125.25.

Franksnrtcr Getreidebörse vom 6. Dezember. Es wurden bezahlt für je 100 Silo: Weizen 29.529.75, Roggen 24.7525, ©erste 23.7526.5, Hafer 1919.5, Mais 19.519.75, Weizen­mehl 41.2541.75, Roggenmchl 35.536, Wcizcnkleic 11.5 11.75, Roggenklcic 11.7512, Erbsen 4070, Linsen 5090, Heu 8.7510, Stroh 45, Treber 16.7517. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Kartosselmarkt vom 6. Dezember. Industrie hiesiger Gegend: 5.3 Mark per 50 Kilo. Wcißflcischige, hieß Ggd. 4.4 Mark per 50 Kilo. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 6. Dezember. Es wa­ren dem heutigen Hauptmarkle jugetrieben: Rinder 1591; dar­unter 367 Ochsen, 53 Bullen, 772 Kühe, 357 Färsen; ferner 355 Kälber, 314 Schafe, 4446 Schweine. Es wurden bezahlt für je einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen: vollsl. ausgem. höchst. Schlachtw. 1. jüngere 5660, 2. ältere 5357, sonstige vollsl. 1. jüngere 4752, 2. ältere 4046, flischigc 4016, Bullen: jüngere vollfl. höchst. Schlachtw. 5055, sonstige vollsl. ober ausgem. 4449, Kühe: jüngere vollfl. höchst. Schlachtwertes 4953, sonstige vollfl. ober ausgem. 4248, fleischige 3241, gering genährte 2031, Färsen: vollfl. ausgem. Höchsten Schlachtwertes 5560, vollfl. 4854, fleischige 3647, Kälber: beste Mast- und Saugkälber 7076, mittlere Mast- und Saug­kälber 6069, geringe Kälber 5059, Schafe: Mastläinincr und jüngere Maithammel Weidcinast 3843, mittlere Mast- lämmer, ältere Masthammel und gut genährte Schafe 3237,

fleischiges c^afofeh 2536, Schweine: Fettschwemc über 30d Pfund 7476, vollfl. von 240300 Pfund 7476, dto. von 200240 Pfund 7577, bto. von 160-200 Pfund 7476, Misch. Schweine von 120160 Pfund 7074. Fleischgroßhan- belspreifc: Ochsen- und Rindfleisch I. 95100, Ochsen- und Rindfleisch H. 80-96, Bullcnslcijch 9095, Kuhsleisch I. 65-- 75, Kuhsleisch II. 50-60, Kuhsleisch III. 40-50. Kalbfleisch II. 90100, Hammelfleisch 6575, Schweinfleisch I. 9095. Markiverlauf: Rinder bei ruhigem, Kleinvieh bei schleppen­dem Handel ausDcrtauft. Schweine bei schleppendem Geschäft llcbcrftanb. Bekanntmachung: Die auf Donnerstag, den 23. und 30. 12. fallenden Märkte sind auf Mittwoch, den 22. und 29. 12. verlegt worden. Die Montagsmärkte bleiben un­verändert bestehen.

Franlsurter Pserdemarkt vom fi. Dezember. Der heute auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Vereins abgehal- tene Pfcrdeinark! war mit mehr als 700 Tieren beschickt. Der Handel nahm lebhafte Forincn an. Die Preise für geringe Gcbrauchspscrde waren durchweg unverändert, für Schlacht­pferde gedrückt, Aufkäufer aus dem Rheinland holten große Transporte Schlachtpferde. Der Verlauf des Marktes ist un­ter Berücksichtigung der vorgeschrittenen Jahreszeit als gut zu bezeichnen. Es wurden bezahlt für volljährige Tiere leich­ten Schlages 9001200 Mark, schweren Schlages 1200 1700 Mark für Fohlen 300450 Mark, für alte Pferde 150 300 Mark, für Schlnchtpfcrde 60150 Mark.

Amtliche Berliner Roticrungcn vom 6. Tczcmbcr.

Börsenbericht. Die Börscnwoche begann bei ausgei sprochcncr Geschäfisunlnst in du«chweg schwacher Haltung namentlich verhielt füll das Publikum sehr zurückhaltend. Au; Geldmarkt hat sich bic Situation nur wenig berbeffert, tägi liches Geld 6,508 %, monatliches Geld 6.757,75 %.

* Tcviscnbörsc. Dollar 4,204,21; c n g l. P fund 20,3620,41; holl. Gulden 167,07- 168,38; T a n z. 81,5.1 bis 81,75; franz. Frank 16,6716,71; schwci z. 81,00 bis 81,20; Belg. 58,4458,58; Italien 18,2918,33; schweb, Krone 112,24112,52; 8 ä u. 111,91112,19; vorweg. 106,9s bis 107,18; tschcch. 12,4312,47; öftere. Schilling 59,2| bis 59,35; p oln. Zloty (nicht amtlich) 46,4546,69.

* Produktenbörse. Tic Auslandsberichtc lauteten fest unh auch Liverpool cröfsnelc etwas höher. Von Argentinien Wareij bic Forderungen für Barnsowcizcn behauptet, für Rosa I, etwas teurer, und von Kanada hatte auch ber Pool feine Notie­rungen leicht gesteigert. Vom Julande blieben die eiferten klein und so Hellte sich auch im Zeitgeschäft die Tendenz wieder fest bei etwas erhöhten Notierungen. Für Roggen war die Marktlage weiter fester geworden. Tas Angebot ber Pro­vinzen ziehe sich immer mehr zurück, bic wenige Ware, di«; hcrauskommt, wird von ben inländischen Mühlen scstgchalten, und hici warten bic Mühlen auf Dezcmberandienungen, bis bisher noch nicht erfolgt sind. Tagcgcn mehrt sich bic Bedünge, frage per Tczcmbcr, bcffcii Preis lebhaft stieg. Auch spätere Sichten fester. Gerste ruhig. Hafer vom Bcdars mehr bei gehrt, aber in besserer Ware Wenig angcbotcu. Mais wird täglich in größeren Mengen für Deutschland aus hem Auslande gekauft. Weizenmehl ruhig, Roggcnuichl scst.

Getreide und Clfaatcn per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilo-

gramm in Rcichsniark:

Welz., mârk.

6. 12. 272-275

4. 12. 271-274

Wcizll.f.Ärl.

6.12.

12,7-13,0

4.12.

12,7

pommerfeb

Rogkl. f.Brl.

11,6-12,2

11,8-12,5

Sogg., matt.

232-237

230-235

Raps

poinmersch

-

Lciiisaol

_

weftpreuß.

Dikl.-Elbsen

54-61

54-61

Braugerste

215-245

215-245

kl.Spetseerbs.

32-34

32-35

Funergerste

190-21 3

190-203

Fulicrcrbscn

21-24

21-24 1

Hafer, mark.

178-189

176-187

Peluschken

20-22

20-22 !

pommerfeb

Ackcrbohnen

21-22

21,0-22,0

weftpreuß.

Wicken

22-24

22-24 i

Weizenmehl

Luptn., blaue

14-15

14-15 1

P. 100 k" fr.

Suphu, gelbe

14,5-15.0

14,5-15,5

Bln.br. «rill.

Scradella

20,5-22,5

21-22.5

Sack (feinst.

Rapskuchen

16,2-16.3

16.2-16,3

Mrk.n.Ncr.

85,2-38,5

35 2-38,5

Leinkuchen

20,8-21.2

20,8-21.2

Roggenniehl

ZroefenfdjhL

0.5-9.7

9,1-9,5

p. 100 kg fr.

Tova-Schrol

19,3-20,0119,3-20,0

Berlin bi.

Torfml.3g/70

inkl. Sack 33,0-34.7

32,7-34,5

Startoffclflcf.

25,8-26,1

25,7-25.9

* Berliner Häutcvcrstcigcruiig. Der Bestich war gut und bic Kaufstimmung im allgemeinen ziemlich lebhaft. Leichte Großviehhäute fanbcii Käufer zu letzten Preisen und ebenso erzielten Frcsserscllc Preise ber Voranktion. Bei Kalbfellen, Berliner Schlachthof, gaben bic Staufer ihre Gebote recht vor­sichtig ab und da bic Preise ber Auktionsleitung nicht gc= nügtcn, wurden beim ersten Angebot Lose vielfach zuriickgc- zogen und erst beim zweiten Angebot teilweise 511 etwas höheren Preisen verlaust. Es Würben erzielt für leichte Groß- viehhâiile bis 29 Pfd.: Ochsen mit Kops 77,25 (75), Bullcit mit Kopf 78,2578,75 (7474,50), Stühe mit Stopf 58 (58), Färsen 7980 (7676,75), Frcsserscllc mit Kops bis 20 Pfd. 80 (76), do. über 20 Pfd. 79 (76), Kalbfelle Berliner Schlachthof bis 9 Pfd. mit Kops 94102,50 (8790), do. ohne Kopf 102,50 (89,75), 1920 Pfd. mit Kopf 81,2588 (78,2580,50), do. ohne Kopf 88 (80), 20,1 und mehr Pfd. mit Kopf 83 178,25). Dis Preise verstehen sich je Pfd. in Pfennig. Die Zahlen in Klam­mern bedeuten die Preise für die beschädigte Ware.

Friedrich Augsburger

Ein frederizianischerRoman von Wolfgang Marken.

Mf

Nachdruck verboten.

Als Leutnant Klottwitz den breiten* prächtigen Korridor berunterfdjritt, stieß er auf Brühl, den Leibpagen des Königs, einen jungen hübschen Menschen, mit aalglatten Raineren und einem stets liebenswückigen Gesicht. Man hielt ihn damals für einen bedeutungslosen Menschen ohne Einfluß. Keiner ahnte, daß er noch der mächtigste Mann Sachsens werden würde.

"^^-.^^"^E Kottwitz, wohin so eilig?"

^ühl! Zum Augsburger, dem göttlichen âjestät will ihn heute noch sprechen."

Den Augsburger!" In den zwei Worten des Pagen war ein ganz besonderer Ton, der den jungen Offizier auf­horchen ließ. -

»Was meinen Sie, Brühl?"

h "^ ^"e, lieber Klottwitz, der Kurfürst glaubt fest, daß v°n ch° ist." ^ichkeit der Prinz August, der Graf

Wer ist Prinz August?"

stammt ^ohn des Königs. Keiner weiß, woher er siamm wer seine Mutter war."

horchenden 7m G^ begleitete, erzählte dem Auf- Grch^on Holmn^^ ^"7 Mutter gewesen sein, denn der ben er wobt ' Cm' ^* ^" der König und Kurfürst hing, ein Jüngling ^^'^" von seinen Söhnen liebte, war Wjj. - 6' schon wie ein Gott. So erzählt man, Klatt-

I : »Und dann9" i^£&Ä%»**

%c 7 c etwas über ihn gehört?"

I Brühl?"^"^ mctnctt e,c- baß mit ihm geschehen sein kann, j^ÄiJ3 Ä S '-"" id) bmk'? Sie wissen, I mrl)l immer gut, über alles in

sprechen. Sie müssen nur noch wissen, daß man sich vor elf Jahren erzählte, der Kurfürst wollte ihm Polens Krone verschaffen und der Kronprinz sollte nur Sächselt erhalten." Glaub' ich nicht, das liegt dein Könige nicht."

Möglich, möglich, vielleicht hat der Gedanke auch nur bei andern bestanden, das kann ihm genau so zum Ver­hängnis geworden sein."

Sie waren vor Friedrich Augsburgers Gemächern angc- langt, und Brühl verabschiedete sich.

Leutnant Klottwitz klopfte.

Eine ganze Weile dauerte es, bis er eintreten sonnte.

Was wünschen Sie, Herr Leutnant?" fragte Friedrich müde. Er hatte sich bereits zur Ruhe begeben und war nicht vollständig angekleidet.

Majestät wollen Sic heute noch sprechen, Herr von Augsburger."

Heute noch, Herr Leütnant? Ich bin müde und sehr angegriffen. Ich bedarf der Ruhe dringend."

Der Offizier erschrak. Unfaßbar erschien es ihm, daß es einen Menschen geben konnte, der der Bitte eines Herr­schers, die doch einem Befehle glich, nicht stehenden Fußes nachkom. Aber etwas in der Erscheinung feines Gegen­über schien ihm doch außerordentlich zu imponieren, so daß er äußerst höflich bat:

Majestät werden Sie gewiß nur kurze Zeit aufhalten. Es liegt Majestät außerordentlich viel barem, mit Ihnen noch heule nacht zu sprechen."

Friedrich Augsburger nickte schwerfällig und kleidete sich völlig an. Müde waren seine Bewegungen. Als er mit dem Offizier durch die langen, mit erlesener Pracht aus­gestatteten Korridore schritt, fiel ihm jeder Schritt schwer.

Er fühlte im Kopf ein dumpfes Brausen. Seltsame Bil­der und Gedanken kamen und gingen. Und er wußte nicht, was das alles bedeuten sollte.

Er hatte, bevor ihn des Königs Offizier störte, zurück­gedacht an feine Kindheit und Jugend. Er hatte es ver­sucht, denn er fand nichts, was ihn an feine Kindheit er­innerte, auch feine Jugendjahre schienen nicht im geringsten in seinem Gedächtnis haften geblieben zu sein.

Darüber war er maßlos erschrocken.

Wie ist bas möglich?" fragte er sich.Ich bin ein Mann von 30 Jahren und jedes Erinnerungsvermögen an die ersten zwanzig Jahre fehlt. Was kann das fein? Wer bin ich? Wer waren Vater und Mutter?"

Dieses Gefühl der trostlosen Ungewißheit über sich selber schuf jenen Zustand, der sein ganzes Denken und Tun hemmte und lähmte.

Wir sind zur Stelle," sagte plötzlich ber Offizier und klinkte eine Tür auf.

Friedrich Augsburger schrak aus tiefem Sinnen empor, und als er in dem großen Empfangszimmer des Kurfürsten stand, das mit prächtigen Geweihen geschmückt war, fuhr er sich über die Stirn. Das einem Saale gleichende, präch­tige Zimmer fam ihm so bekannt vor.

Ich werde Sie Majestät melden," sagte Leutnant Klott­witz und trat in das Privatkabinett des Kurfürsten.

Majestät, der Augsburger wartet im Vorraum."

August der Starke stand auf und eilte selbst hinaus.

Impulsiv faßte er den Wartenden «n beiden Händen unS zog ihn zu sich herein.

Klottwitz verschwand.

Augsburger, nehmen Sie mir es nicht übel, daß ich Sie zur Nacht noch einmal zu mir bitten ließ. Ich habe Sie fingen hören, und ich muß mit Ihnen sprechen."

Ich stehe Ew. Majestät zu Diensten."

Augsburger, als Sie eben über die Schwelle schritten, blieb Ihr Auge an bem Bilde dort hängen. Sehen Sie es sich dock nochmals genau an, ganz genau, Augsburger! Wisicii S'?, wen hort Künstlcrhaud ncmalt bat?"

(Fortsetzung folgt.) >>M