Pstlilfche Rund schar»
Deutsches ^eich.
Deutschlands Reparationszahlungen.
Der Generalagent für Reparationszahlungen über« gibt der Öffentlichkeit einen Bericht über die von Deutschland geleisteten Reparationszahlungen während des zweiten Planjlchres. Der Generalagent begleitete diesen Bericht mit dem Hinweis darauf, daß Deutschland im zweiten Planjahre wie im ersten alle Reparationszahlungen p r o m p t u n d l om a l erfüllt hat. Weiter wird in dem Bericht betont, daß entstandene Schwierigkeiten beiderseits im aufrichtigen Bemühen, sie bcizulegcn, behandelt worden sind. Deutschland hat im zweiten Planjahr der Reparationszahlungen 1,2 Milliarden bezahlt.
Arbeitsbeschaffung durch die Reichsbahn.
Die Maßnahnten, die die Reichsbahn mit finanzieller Hilfe des Reiches zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit getroffen hat, haben sich, wie offiziös mitge- icüt wird, in den letzten Monaten bereits günstig aus- gelvirkt. Schon Ende Oktober war der größte Teil des IW-Milliouen- Kredits, der zur verstärkten Beschaffung von Material und zur Erneuerung der Reichsbahnanlagen bestimmt war, in Aufträge umgesetzt. Von den geplanten Gleisnmbauten, für die 30 Millionen Reichsmark vorgesehen waren, sind bereits zu drei Viertel vollendet; diedafür notwendigen Materialien sind bereits vollständig beschafft. Ebenso sind die Wohnbauten zum größten Teil, die Bahn- Hofsumbauten und die elektrischen Sicherungsanlagen zu einem Drittel ausgeführt. An Aufträgen sind weiterhin vergeben die Bestellungen für Kunze-Knorr Bremsans- rüst'nngen, für Brückenumbauten und Beschaffungen zur Verbesserung des Fahrzeugparks; die Lieferungen werden in der Hauptsache noch in diesem Jahre erfolgen. Im Gange sind auch die A r b e i t e n an den 16 B a h n - st r e es c n , die mit Hilfe eines 54-Millionen-Kredits vollendet werden sollen, den das Reich der Reichsbahn zu be- sonders günstigen Bedingungen zur Verfügung gestellt bat. Es handelt sich dabei in der Hauptsache um Erdar- beiten und um die Einrichtung des Oberbaues. Für diesen Zweck waren bis Ende Oktober rund 1% Millionen verausgabt.
Dr. Held über Gegenwartsfragen.
Auf der Landesversammlung der Bayerischen Volks- Partei in München nahm auch Ministerpräsident Dr. Held das Wort zu außen und innenpolitischen Fragen. Außenpolitisch sprach sich Dr. Held gegen die weitere Besetzung, die Militürroutrolle und für die Revision des Dawes- Planes aus. Dr. Held bedauerte, daß die Deutsch- n a t i o n a l c n a us de r R e i ch s r e g i.e r u n g aus- geschieden seien. Eine ganze Reihe schwieriger innenpolitischer Probleme würden heute nicht bestehen, wenn die Deutschnationalen damals eine andere Haltung eingenommen hätten. Mit einem Linksblock werde man in Deutschland auf längere Zeit nicht regieren können. Dr. Held hielt eine E i n i g u n g z w i s ch e n B a y e r i s ch e r Volkspartei und dem Zentra m in irgendeiner Form für notwendig, die Voraussetzung sei aber, daß das Zentrum wieder ganz fest aus föderalistischem Boden stehe.
Aus Zn- und Ausland.
Berlin. Reichspräsident von Hindenburg empfing Reichskanzler Dr. Marx zum Vortrag.
Berlin. Theodor Wolff, einer der Mitbegründer und journalistischen Verfechter der Deutsch-Demokratischen Partei, bat seinen Austritt aus der Partei erklärt, „da von dieser Seite das deutsche Schrifttum nicht entschieden genug gegen das willkürliche Urteil zweifelhafter Kompetenzen geschützt worden sei".
London. Nach der „Westminster Gazette" sind in London wichtige Verhandlungen zwischen bem Direktor der Sowjet- petrolèumorganisatiou, Serebrowski, und Vertretern der Standard Oil Company int Gange, deren Ziel es sei, diesem Konzern das Monopol für den Verkauf und die Ausfuhr r u s s i s ch en Petroleums zu sichern.
Bukarest. Königin Maria ist im Sonderzug hier eilige« troffen. Sie wurde am Bahnhof von König Ferdinand und den Mitgliedern der Regierung empfangen.
Vermischte Nachrichten.
Die deutschen Zadsr gegen die Hauszinssieuer.
Berlin. Hier fand eine stark besuchte Protestkundgebung der am Fremdenverkehr interessierten Verbünde gegen die Hauszinssteuer in Badern, mit Saisonbetrieb statt. Oberbürgermeister Lehmann-Kolberg stellte fest, daß trotz Einladung kein Vertreter von Behörden anwesend sei. Bürgermeister Dr. Lö sch ke-Swinmünde erklärte, wenn Saisonbetriebe in Bädern und Kurorten überhaupt existenzfähig bleiben wollten, so müßte unbedingt die gegenwärtige Regelung der Hauszinssteuer sofort einer Reform weichen. Hotelier Garder-Hcidel- bera betonte, cs sei nur eine Frage der Zeit, daß auch die größten Hotelbetriebe, bie mit einem Saisonbesuch zu rechnen haben, Zusammenbrüchen, wenn nicht sobald wie möglich ein Abbau der Hauszinssteucr erfolge.
Großfeuer durch Brandstiftung.
Sonneberg. In Burggrub bei Kronach brach nachts ein Großfeuer aus, dem sechs Scheunen und ein T a n z s a a l zum Opfer fielen. Infolge des starken Windes mußten sich die Feuerwehren darauf beschränken, die stark bedrohten Wohnhäuser zu retten. Die Brandursachc ist auf fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung zurückzuführen.
Arrest für zwei französische Eisenbahnsrcvler.
Germersheim. Die beiden französischen Soldaten, die am 18. November abends zwischen Marimiliausau rind Worth zwei Eisenbahnanschläge verübten, bereit Folgen nur durch die Wachsamkeit des deutschen Eisenbahupersonals vereitelt wurden, sind, wie die französische Besatzungsbehörde auf eine deutsche Anfrage mitteilt, vom Stadtkommandanten von Germersheim mit je 14 Tagen Arrest bestraft worden. In der französischen Antwort heißt es, daß die beiden in Frage kommenden französischen Soldaten anscheinend schwachsinnig und sich wahrscheinlich der Schwere ihrer Tat nicht bewußt gewesen seien. Sie sollen auf ihren Geisteszustand unter« sucht und, wenn sich ihre Zurechnungsfähigkeit ergeben sollte, vor ein Kriegsgericht gestellt werden.
Hohe Gefängnis- und Geldstrafen für Alkoholschmuggler.
Landau. Das Große Schöffengericht hat in viertägiger Sitzung gegen eine Reihe von Angeklagten wegen Bandenschmuggels verhandelt, die hochprozentigen Alkohol über die pfälzische Grenze geschmuggelt und int Jnlande durch eine ganze Reihe von Personen teils hatten vertreiben und teils verarbeiten lassen. Fünf. Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von zwei Wochen bis zwei Monaten und Wertersatz bzw. Geldstrafe in Höhe von 36 000 bis 464 000 Mark verurteilt. Vier Angeklagte wurden sreigesprochcn. Das Verfahren gegen einen weiteren Angeklagten wurde zur Einholung steuerlicher Auskünfte abgetrennt.
Schweres Eisenbahnunglück in Paris.
Paris. Aus dem Pariser Nordbahnhof ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück. Ein aus der Richtung von Villiers sur Marne kommender Personenzug stieß derartig heilig auf den Endprellbock aus, daß der Zug entgleiste. Nach den bisherigen Meldungen sind 43 Reisende mehr oder minder schwer verletzt worden.
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Auf der Strecke Salzburg—Rosenheim stürzte in der letzten Nacht von einer Eisenbahnbrücke bei Bauarbeiten ein Krahn in den Elaybach. .2 Arbeiter wurden dabei gelötet, 4 schwer, 7 leicht verletzt.
Die letzten Stürme im Osten der Vereinigten Staaten forderten 25 Todesopfer.
Das französische Kriegsministerium erklärt die Truppenver- schiehungen in den südfranzösischen Garnisonen mit der Rückkehr von Truppen aus Marokko.
Heftige Schneestürme veranlaßten in Rumänien starke Verkehrsstörungen. 50 Kilometer um Bukarest ruht jeder Verkehr. Alle drahtlichen Verbindungen mit dem Ausland find unterbrochen.
Der jugoslawische Außenminister Nintschitsch hat demissioniert.
Dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Nitti sind Dokumente gestohlen worden.
Prinz Carol von Rumänien dementiert die ihm nachgesagten Absichten eines Staatsstreichs,
Die Besprechungen der Minister der Aeußeren i» Gens.
wtb. Paris, 7. Dez. (Eig. Funkin.) Ueber die gestrigen Verhandlungen der Minister des Auswärtigen in Genf berichtet der Vertreter bet Agentur Havas in Genf: 3 Fragen sind behandelt worden: die Entwaffnungsfrage, die Jnvcstigati- onsfrage und die Frage der Soirdcrkoiitrolle in der Rheinlandzone. Man hat große Fortschritte erzielt.
Der Genfer Vertreter des „Petit Journal" berichtet, daß nach feiner Kenntnis folgender Kompromiß ins Auge gefaßt worden sei: Die Militärkontrolle wird in Kürze beseitigt, wahrscheinlich schon im Laufe des Monats Januar. Deutschland stimmt zu, daß die zukünftige Kontrolle der entmilitarisierten Rheintandszone solidarisch durch die Signatare des Abkommens von Locarno außerhalb des Völkerbundes ausgeübt wird. Im übrigen wird Deutschlad die durch die Entscheidung des Völkerbundes festgesetzten Grundforderungen erfüllen. Weiter berichtet der Korrespondent, daß Briand zur Frage einer demnächftigen Räumung des Rheinlandes nur erklärt habe, daß er geneigt sei, alle Möglichkeiten mit Wohlwollen zu prüfen.
Die Lage in China.
wtb. London, 7. Dez. (Eig. Funkm.) „Daily Mail" bc- richtet aus Hankau: Infolge der Entspannung der Lage sind die britischen Marinefoldaten und die Schnellfueergeschütze von den SaHdsackversperrungen in der britischen Konzession zurückgezogen ^worden. „Times" zufolge wurden gestern früh in Hankau Flugzettel angeschlagen, in den zur Boykottierung der Engländer aufgefordert wird. Sie sollen auch für die Beseitigung der Zollbehörden, der Konzessionen und für die Rückgabe alles abgetretenen Terraines agitieren.
Erössnung des rusischen Gewerkschaftskongresses.
wtb. Moskau, 7. Dez. (Eig. Funkm.) Gestern wurde hier der Gewerkschaftskongreß der Union der sozialilischen Sowjet« republiken feierlich eröffnet. Anwesend sind 1367 Delegierte als Vertreter von 9 270 000 organisierten Arbeitern aus 26 Nationen. Der englische Bergarboiterführer Cook dankte für die Hilfsaktion der Sowjetgcwexkschaftcu, die 11,5 Millionen Rubel ergeben hatte.
Falsche Gerüchte.
wtb. Moskau, 7. Dez. (Eig. Funkm.) Anläßlich der er« neuten Verbreitung bereits widerrufener Meldungen der englischen Presse durch den „Vorwärts" über angebliche geheimen Beziehungen zwischen bett deutschen und den sowjetrussischen Behörden betreffs militärischer Zusammenarbeit, wird von maßgebenden Kreisen darauf hingewickseN, dâß diese Meldungen vollkommen aus der Luft gegriffen sind und auf eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen Deutschland und Sowjetrußland abzielen.
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Preffestimmen zur Hessischen Volksabstimmung.
Darmstadt, 6. Dez. Das „Darmstädter Tageblatt" schreibt in seinem Kommentar zur gestrigen Volksabstimmung, daß auf keiner Seite Anlaß zu voller Befriedigung vorliege. Mit einer Einbuße von 157 000 Stimmen hätten die Koalitionsparteien einen ausgesprochenen Pyrrhussieg erfochten. Besonders das Zentrum werde recht nachdenklich das Wahlresultat nachprüfen, bewiesen doch die Ergebnisse von Mainz, Bingen, Heppenheim und Dieburg recht deutlich, daß große Massen von Zentrumsanhängern der Parteiparole nicht gefolgt seien und sich der Abstimmung enthalten hätten.
Die „Hessische Landesztg." schreibt, der Sieg der Regierungsparteien sei kein moralischer Gewinn. Die große Partei der Nichtwähler stehe als der große Unbekannte des Mißvergnügens belastend für sie in Rechnung.
Der „Hessische Volksfreund" spricht von einer vernichtenden Schlappe der Opposition. In dem Abstimmungsergebnis liege eine moralische Verurteilung des Ordnungsblocks. Der Ordnungsblock solle endlich die Lehre aus seinen fortgesetzten Niederlagen ziehen und sich sachlicher Arbeit zuwenden.
Der „Mainzer Anzeiger" betont, der Volksentscheid habe bewiesen, daß es verfehlt sei, aus machtpolitischen Gründen an die egoistischen Gefühle der Bürger zu appellieren. Die Deutsche Volkspartei dürfe sich nicht länger der Erkenntnis verschließen, daß nur eine Regierung auf breiter Basis den großen Ausgleich schaffen könne. Der Volksentscheid habe den zu gehenden Weg gewiesen: Gemeinsames Tragen der Verantwortung in einer großen Koalition.
Auch das „Mainzer Journal" stellt mit Genugtuung das Scheitern des Planes auf Auflösung des Landtags fest. Das Ergebnis sei ein erfreulicher Beweis für die fortschreitende politische Schulung des Volkes. Die Zentrumsführer hätten in dieser Hinsicht gute Arbeit geleistet.
Der „Gießener Anzeiger" ist der Ueberzeugung, daß die außerordentlich scharfe Form des Wahlkampfes, die manchmal das zulässige Maß weit überschritt und das politisch Gebotene nicht mehr im Auge hielt, der Sache nicht gedient hat. Immerhin bedeute der Ausfall der Abstimmung für die Regierung ein Menetekel, das sie nicht aus dem Winde schlagen dürfe, wenn sie sich im kommenden Herbst nicht auf unliebsame Ueberraschungen gesaßt machen will. Die Regierungsparteien dürften den Bogen nicht Überspannen, sondern müßten sich mit den Oppositionsparteien zu fruchtbringender Arbeit im Interesse des ganzen Volkes zusammenfinden. Die Parteien der Opposition würden die gebotene Hand sicher nicht ablehnen.
Der Friedberger „Oberhessische Anzeiger" stellt fest, daß der Wahlkampf beide Parteien enorme Summen gekostet hat. Das Ergebnis reize bestimmt nicht zur Wiederholung. Diesen Luxus könne sich Hessen wirklich nicht mehr erlauben. Wenn Hessen noch einmal vor einem Volksentscheid stehen sollte, dann hoffentlich nur um den Anschluß an das Reich!
Aus HeffeMaffau und Aachbarzebleten.
Merkblatt für den 8: Dezember.
Sonnenaufgang E Mondaufgana in« Sonnenuntergang 3“ । Monduntèrgang «°»
1815 Der Maler Adolf v. MeUzel geb. — 1832 Der wegische Dichter Bjönistjernè B'jörnson geb. — 1914 De»Ä' englische Seeschlacht bei den Falklandinseln. '
Es ist ein Segen für jedes Haus, — Und tiefen Stu- diuins wert, — Daß man das Beste von dem sucht heran« — Was Einem das Schicksal beschert.
Wetterbericht.
Bei Island beginnt der Druck sehr kräftig zu fallen. Doch ist nicht wahrfchcintich, daß der dort porbringenbe Tiesdruü- wirbel Einfluß auf bie Witterung unseres Bezirkes gewinnt Zunächst bleiben wir im Bereiche des von Großbritanniens über das europäische Festland sich erstreckenden Hochdruck- rückens. — Vorhersage bis Dienstag abend: Stellenweise nebelig, sonst vielfach aufheiternd, Nachtfrost, norböftlidi? Winde. — Aussichten für Mittwoch: Wolkig bis aufheiternd keine nennenswerten Niederschläge, Nachtfrost, tagsüber etwas milder wie seither, wechselnde Winde.
□ Die Lösung der Fahrkarte im Zuge. Bisher mußten Reisende, die erst im Zuge eine Fahrkarte oder eine Zuschlagkarte lösten, für die Ausstellung dieser Starte ein« Gebühr Von 0,50 Mark entrichten, vorausgesetzt, daß sic sich rechtzeitig beim Schaffner meldeten, da sie sonst wie Reisende ohne Fahrkarten behandelt wurden. Seit dem 1. Dezember wird dieser Zuschlag nicht mehr erhoben, wetm aus einer Anschlußstation eine Fahrkarte zur Weiter- sahrt wegen Zugverspätung oder zu kurzer Übergangszeit nicht gelöst werden konnte; auch bei der Weiterfahrt i», gleichen Zuge über die Zielstation der Fahrkarte hinH oder beim Übergang in eine höhere Wagenklasse wird ton der Erhebung dieses Zuschlages abgesehen. Und schlieM, ist auch die Benutzung eines Zuges mit höheren Fahr-, preisen — also etwa Schnellzug statt Personenzug — gestattet, wenn sich der'-Reisende vorher beim Zugschaffner zum Nachlösen meldet.
^ulda, den 7. Dezember 1926.
Personal-Nachrichten.
Herr Katafterinspektor, Reinhold, Berke ogu hier ist in ben Ruhestand versetzt.wordey. ,
Wichtig für Kleinrentner.
Am Donnerstag, den 9. Dezember, vormittags 9—11 Uhr wird an der stüdt. Wohlfahrtskasse die Unterstützung für Dezember 1926 an die hilfsbedürftigen Kleinrentner der Stadt Fulda ausgezahlt. Die angegebene Zeit wolle genau innegehalten werden.
Evangelischer Frauenbund.
Die Mitglieder der Ortsgruppe Fulda des evangelischen Frauenbundes hatten sich recht zahlreich zu der Montag abend im großen Saal des evangel. Gemeindehauses angesetzten Mitgliederversammlung, verbunden mit Adventsfeier, eingefunden. In ihren Begxüßungswortcn brachte die Vorsitzende, Fräulein von Holleben, ihre Freude über die sehr große Beteiligung zum Ausdruck; gelte es doch gerade in der Weihnachtszeit, echte evangelische Eesinnungs- und Arbeitsgemeinschaft in der Ortsgruppe Fulda zu pflegen. Herzlich willkommen hieß die Vorsitzende auch diejenigen Damen, die zum ersteix,âgl,e als Mitglieder an b$ ''^etftfmmru!!^^
Fräulein von Hammerstein, als Einzeliuitglied des Bundes, die im Laufe des Abends einen kurzen Vortrag halten würde. Nach einem Vorspruch upd einigen Klavier- vorträgen verbreitete sich Fräulein vyn Hammerstein über das evangelische Frauen-Seminar zu Hannover. Dich Anstalt war ursprünglich als evangel. Frauenschule gegründet, wurde aber nach mehrjährigem Bestehen ZM staatlich anerkannten Frauen-Seminar erhoben. Der Besuch ist allen evangel. Jungfrauen und Frauen — einerlei ob sie Mitglieder des evangel. Frauenbundes sind oder nicht — gestattet. In diesem Seminar gewinnen die Besucherinnen erst einèn Einblick in die Znsammenhänge des öffentlichen Lebens. Nach theoretischer Tätigkeit in Kinder-, Säuglings- und Krankenpflege sowie im Fürsorge- wesen, schließt sich die praktische Ausbildung an. Zum Schluß der praktischen Ausbildung folgt in Gegenwart von Vertretern des Sßuates und der Stadt Hannover das Examen. Die obige Kurse besuchenden Damen können dann Anstellung mit Pensionsberechtigung als KindApslegerinnen, Leiterinnen von Säuglingspflegestatioften oder Fürsorgeanstalten, ferner auch in der offenen Fürsorge usw. finden. Der Besuch dieses Seminars ist jungen Mädchen dringend zu empfehlen. Für diese sehr interessanten Ausführungen wurde Fräulein von Hammerstejn namens des Vorstandes der herzliche Dank ausgesprochen. Nach einer Kaffee- und Kuchenpause wurden die Mitglieder gebeten, Lebensmittel zur Verteilung an Arme.unserer Gemeinde bis spätestens 15. Dezember im Stift Wallenstein abzugeben. Die Schatzmeisterin ist jederzeit gerne zum Empfang von Geldspenden bereit. Als Ueberrajchung erschien Knecht Rupp° recht in Begleitung zweier Helfer im Saale zur Verteilung von Nüssen und Aepfeln. Im Verlaufe des Abends erfreute Fräulein Ulrici durch mehrere Liedervortrage, unter Klavierbegleitung voy Fräulein von Hollebcn. Fräulein Schäfer trug einige ^eitere Stücke in Frankfurter Dialekt vor, die großen Beifall fanden. Mit dem gemeinsamen Gesang zweier Verse des Adventliedes: „Wie soll ich Dich empfangen“ endete die recht harmonisch verlaufene Versammlung.
Universitätsbund Volkshochschule.
Der Vortrag des Herrn Geh. Konsistorialrat $toü Vornhäuser aus Marburg über bie Frage: „Für wen. ge» die Forderungen der Bergpredigt?" hatte eine größere von Zuhörern herbei gelockt, als alle vorhexgegangenen. v muß immer wieder gesagt werden, daß es tief bebauemm 11 , daß die 'Darbietungen vorzüglichster Art des Universilawviu - des nicht einmal die Aula der Oberrealickule bis zum letzt. . Platz füllen. Um so dankbarer werteten die Hörer die sepc>- -. den Ausführungen des Redners.
Die Bibel, das weitverbreitetste Buch der WeUlttciau , erzählt in den Evanaelieü von Jusus. ber Lichtgesinlt, an u kein Gebildeter ber Erde achtlos vorübergehen kann. Tie tu Evangelien sind die einzigen Berichterstatter von dem, was â jus tat und was Er sagte. Das wichtigste, was Jesus sag aber ist in ber Bergpredigt enthalten. Nach 2000 fahren )o man wissen, an wen bie Forderungen der Bergpredigt S" - ret sind, und doch, wie verschieden lauten die Antworten, ck diese Frage. Die einen halten die Durchführung dieser U ' berungen im Gemeinschaftsleben unmöglich unb betrachten I - als Ecsimtungscthik. Wiederum andere^ halten sie für c £ aber nur gestellt für die erst: Zeit des Chrlstentums, gewm maßen als Jntcrimsctp. k „bis Jesus wiederU. - Glaubten doch die ersten Christen an Seine bald'. Wiederkehr. Heutzeitige Menschen können diese FMderungc in ber Bergpredigt nur verstehen, wenn l'e ftch tlaMwA ' sie zuerst an die Juden gestellt waren. ^c &”i^ bün«
geben haben, hängen gerade die, welche uns.unenull ^ len, eng mit dem jüdischen Zivilrecht zusammen. Vrelfaâ)