Die DeuischnMoualc» bcjcldmdcn sich alS daS Geiviffen der Nation. Beim TaweS Plan hätten nur 50 % dieses Gewissens funktioniert. Die RcgicrnngspoUlik, die die-Deutschnationalen letzt mitnrachen wollten und die sich aus den Dawes-Plan stütze, sei ErfüllunySpolilik von reinstein Wasser, die sie früher immer bekämpft hätten. Wenn Poincarü kürzlich in Barle Due gesagt habe, Frankreichs Politik habe sich immer von Haß und Ranküne gegen Tetilschiavd srcigclialtcn, so sei daS falsch. Bis kill!", sei die französische Politik gegen Denlsch- lajtD von 5-aß und Ranküne diktiert gewesen. Dafür sei auch Acr Versailler Vertrag ein BelvciS, die Franzosen seien aber vrbeb lieh früher vernünftig geworden als die Tmilscknatto nalen. Deine Freunde glaubten nickt, daß der Ruin Frankreichs in Deutschlands Interesse läge. Ebensowenig rote der Ruin Deutschlands umgekehrt in Frankreichs Interesse. Seine Freunde erstrebten den Frieden Europas. Dazu sei in Locarno uui> T hoiry der Grund gelegt worden. Die Politik von Lo- eacno und Thoiru bedeute aber den endgültigen Verzicht aus E l s a s; - L o l b r i » g c n. In der Abwehr deS Scparattjtcu- gesindelS hätten die Rheinländer gezeigt, wie deutsch sie fühlten. Seine Partei verlange die völlige Befreiung des letzt befemen Rheinlandes und die volle Wiederherstellung der deutschen Souveränität in diesem Gebiete Sic wünschten anet) die schleunige Rückgabe des S a a r g e b i e i S. Der schlimmste Unruheherd in Europa sei jetzt Italien unter M usso l t n i. Die ÄUiltsirlonirolle Dürfe nicht etwa tu veränderter Form gegen Dcmschjand svrigesetzt werden. Die allgemeine Ab- rüstuug fei nicht nur Deutschland, sondern allen Völkern vcr- sprockeii wordett. Werde sie nicht durchgesührt, so müßte sie zu eine: Krise im Völkerbünde führen.
Abg. Gras zu Revciitlvw (Völk.) bezeichnete Sie F>aggcn- Hisinng des deutschen Botschafters in Washington am Wafsen- stiüsiandStage als eine Schädigung des deutschen Ansehens. Der Antrag aus Wiederausrollung der Kriegsschuldfrage verkenne die Situation. Diese Aufrollung sei nicht zu erreichen, solange die DaweS-Geseygebung, Die Loearnoverlräge bestehen und Tculjchland Dein Völkerbund angehöre. Die Zerstörung der Kricgsfcknldlüge sei allerdings von höchster politischer Bedeutung für Deutschland. Die Politik von Genf und Tboir» fei zu einer ungeheuren Blamage für Deutschland geworden. Über Briand täusche sich das deutsche Volk in weiten Kreisen heute ebenso wie 1918 über Wilson. Trotz Briands Mr>i'Gn^«r»de in Genf rüste Traukreick immer weiter.
Der Redner wandte sich dann gegen den dcuisch-srauzösi- schen Eisenpakt, der ein ungeheures Machtinstrument des internationalen Kapitalismus sei.
Abg. v. Frchtagh-Lorringhvvcn (Dlu.) begründete kurz den von Mitgliedern aller bürgerlichen Parteien unterzeichneten Antrag: die Reichsregierung möge in eine Prüfung der Frage eintreten, inwieweit die Satzungen des Völkerbundes und des Ständigen Internationalen Gerichtshofes Möglichkeiten böten, eine Prüfung der Kriegsschuldsrage durch diesen Gerichtshof zu erreichen.
Der Redner gab Daun für die Deutschuationalen eine Erklärung ab, in Der es u. a. beißt, Daß Die gestrigen Ausführungen des Außenministers nickt geeignet seien, das durch Dr. Hoetzsch ausgesprochene Urteil über Die Erfolglosigkeit Der durch die Ramen Thoiru und Locarno gckcnn, zeichneten Politik irgendwie zu erschüttern. Der Redner verurteilte dann die Flaggenhissung des deutschen Botschafters in Washington und erklärte zum Schluß, er persönlich habe zum Jntcrnationaleu Gerichtshof des Völkerbundes das volle Vertrauen, daß er Die Kriegsschuldfrage objektiv prüfen und entscheiden werde.
AechNchrmmMl Dr. Geßler
wandte sich dann in einer Erklärung gegen die neueste Per- össentlichuug des Führers des Iungdeutschen Ordens, Mahrauu. Wenn Da von einem General gesprochen werde Der einen Kampf mit Freiwilligen gegen Frankreich unternehmen wollte, so hätte es sich, erklärte Der Minister, um Der General Walter gehandelt. Dieser hatte tatsächlich Der wahnsinnigen Plan gehabt, die jungen Leute in Die sranzösi- sehen Bajonette hineinzuircibcu. Dieser Mann sei von ihm aber sofort ans Der Reichswehr entfernt worden. Obers Nicolai, Der weiter erwähnt werde, habe nach dem Krieg« niemals irgendwelche Beziehungen zürn Ministerium gehabt
Daraus wurde Die Weitcrberatuug auf Donnerstag vertagt
Ems Srllämng Artur Bahrams.
Berlin. Zn Der Rede des Reichswehrmimsteis übci Reichswehr und Wehrverbäude im Reichstag erläßt Der Hoch meister des Jungdeutschen Ordens, Artur- Mahraun, eine Erklärung, in der cs heißt: Ich faße meine Erklärung dahin zu sammelt, daß die von mir ciugcrcichtc Denkschrift nachweisli^ den einzigen Zweck hat, Den Mißbrauch nationale, Kräfte und Organisationen zu landcsgcsährlicheu außen politischen Abenteuern zu verhindern. Auf Grund meinet Kenntnisse bin ich überzeugt, diesen Zweck auch z u in Heil- des Vaterlandes erreicht zu haben. Entweder von den jenigeil politischen Kreisen, welche Die Verwirklichung solche- Abenteuer wünschen, oder von solchen, welche Die wirklicher Ereignisse nicht genügend kennen, werde ich in letzter Zeit an gegriffen. Ich werde aber dennoch wie bisher, so auch ü Zukunft meine ganze Kraft Dafür einsetzen, daß Abenteuer her hindert werden, welche Deutschland nur in unabsehbare- Unglück stürzen, ihm aber das nicht bringen, wofür ich kämpf- und sterbe: seine Freiheit und feinen Wiederaufstieg!
Im einzelnen erklärt Mahraun. bereits im Jahre 1921 sei versackt worden. Die aktivistischen Kräfte Der nationaler Bewegung zu einem Überfall auf die französischen Besatzungs- truppen zu provozieren. Im Herbst des gleichen Jahres je für einen Feldpmspkau gegen Polen im Bunde mit Rußlaul Stimmung gemacht worden. Polen sollte zusammen mit Ruß land überfallen nnd Daun gemeinsam mit Der großen russischer Armee Der Kamps an Der Elbe gegen Frankreich ausgenommen werden. Die Seele Dieser Bestrebungen sei der Durch Du Landsberger Prozesse bekänntgewordene Oberleutnant Schuß actvef?».
HeiratSlust sind Scheidungslnst.
Unerfreuliche statistische Feststellungen und Zahlen.
Wie bekannt, hatten Die Zahlen der Eheschließungen ii allen Ländern vor Dem Kriege Die Neigung, sich etwas 31 senken. Für Die Jahre 1871 bis 1880 resp. 1901 bis 1910 weiser die Eheschließungen aus je 1000 Einwohner foIgcuDc Zisserr auf: in Deutschland 1871 bis 1880 8,6 (1901 bis 1910 8,01 in Frankreich 8,0 (7,8), in England 8,1 (7,7), in der Schwei: 7,7 (7,5), in Schweden 6,8 (6,0) und nur im landwirtschaftlicher Osten finden wir noch hohe, obwohl ebenfalls sich senkend: -Heiratsziffern: in Serbien 11,1 und 9,8, in Rußland 9,1 und 8,4.
Es ist ausfallend, daß das lateinische Amerika noch wenige: heiratet. Für Die Jahre 1910 bis 1917 betrug die entsprechend, Zahl der Eheschließungen pro Tausend der Bevölkerung füi Chile 5,6; für Uruguay 6,3; für Mexiko 3,4; für Venezuela so gar nur 2,8. Im letzten Lande wird also dreimal weniger geheiratet als in Deutschland.
Während deS Krieges, als Die Männer im Felde Wäret und sämtliche Lebens- nnd Wirtschaftsvcrhältniffc aufs liesst« erschüttert wurden, sank Die Lust und Möglichkeit beträchtlich neue Familien durch Eheschließungen zu begründen. In Jahre 191-1 wurden in Prc u ß e 11 noch 6,8 Ehen pro Tausent geschlossen: Dagegen 1915 nur 4,2; 1916 4,2; 1917 4,7; 1918 5,5 Selbstverständlich wurden Diese niedrigen Zahlen in den erster Nachkriegsjahren zuni großen Teil durch Die aufgeschobene« und nun nachg-holten Eheschließungen reichlich wieder wett- gemacht. Tie Ziffern Der Eheschließungen für Preußen seiger folgenden Aufschwung: 1919 13,3; 1920 14,5; 1921 11,9; 192; 11,2 Heiraten pro Tausend.
Damit war ein bis dahin noch nicht DageWefener Höhepunkt der Hciratslust erreicht. Dann tritt aber sofort Der Rück- schlag ein. 1923 finden nur 9,4 Eheschließungen statt, 1924 sogar nur 7,2, D. h. weniger als in Den Jghvn 1901 bis 1913 Man muß also vermuleu, Daß Die allmähliche Abnahme bei Hsiratslutz sieb guck nach spie vor dem Kriege auslpirftu chirtz
Konflikt
und MeM.
Drohender Abbruch der Beziehungen.
Das amerikanische Staatsdepartement hat eine Rote an die mexikanisllfe Regierung veröffentlicht, in der Prirsè- dent Calles daraus nnsmerksam geiuacht wird, daß das Inkrafttreten der Grundcigentumsgcsctze, durch die nur Mexikaner Grundbesitz in Mexiko haben dürfen und die sich vor allem gegen Amerika richten, wlthrfchcinlich einen Bruch zwischen den b c i d e u L ä «der n Hervorrufen wird. Die Note ist in sehr scharfe m Ton gehalten. Die Negierung der Bereinigten Staaten erwarte, das, Mexiko nicht Maßnahmen ergreife, durch die die amerikanischen Staatsangehörigen direkt oder indirekt ihre vollen Eigentumsrechte verlieren.
In Der Note wird ferner zum Ausdruck gebracht, Daß Die amerikanische Regierung eine weitere Korrespondenz in dieser Angelegenheit nicht nnmfeße. Die amerikanische Regierung sieht voraus, Daß eine Krise am 1. Januar ein- tretcH wird, wenn Die mexikanischen Verordnungen Gesetzeskraft haben.
potiitsche RttKöschau.
Deutsches Reich
Beileid des Reichspräsidenten zum „Möwe"-UnglüS.
Reichspräsident von Hindenburg hat aus Anlaß des Unglücks auf dem Torpedoboot „Möwe" an den Reichs- wehrmünster folgendes Schreiben gerichtet:, „Sehr geehrter Herr Reichswehrminister! An dem schweren Unglück, das Die Reichsmarine durch Die Dampfexplosion ans Dem Torpedoboot „Möwe" betroffen hat, nehme ich herzlichen Anteil. Ich bitte Sie, Den Hinterbliebenen der in treuer Pflichterfüllung Getöteten Den Ausdruck meines aufrichtigen Beileids, den Verletzten meine besten Wünsche für ihre baldige Wiederherstellung zu übermitteln. Mit der Versicherung meiner vrrzüglichsten Hochachtung bin ich Ihr ergebener gcz. von Hindenburg." Weimarer Koalition in Baden.
Die langwierigen Besprechungen über Die Bildnng Der Regierung in Baden sind zum Abschlnß gekommen und haben zur Wiederherstellung der Weimarer K 0 a l i t i 0 n geführt. Der Landtag übertrug das bisher vom Milliliter des Innern miwerwaltete Unterrichts- miiüfterium auf Vorschlag der Drei Koalitionsparteieu dem Ministerialdirektor im Rcichsministcrum des Innern, Leers (Dem). Dr. Köhler (Ztr.) behält das Finanzministerium, Dr. Remmele (Soz.) das Ministerium des Innern und Dr. Trunk (Ztr.) das Justizministerium. Die Wabl des Staatspräsidenten fiel auf Finanzmiuister Dr. Köhler und Die des Stellvertreters auf Dr. Remmele. Die Vertreter Der Bürgerlichen Vereinigung und der Deutschen Volkspartei gaben vor der Wahl Die Erklärung ab, sie würden sich der Stimme enthalten. Der bisherige Präsident des Landtages, Dr. Baumgartner (Jtr.), wurde wiedergewählt.
Aus Zn- und Ausrand.
Berlin. Im Reichstag ist außer Dem kommunistischen auch von Der völkischen Reickstagsfraktiou zur auswärtigen Debatte ein M i ß t r a u c n s a u t r a g gegen Den Reichs- außen m iuistcr Dr. Stresemann eingegangen.
Berlin. Das Rcichsarbeitsministerium bereitet die Verlängerung der Kurzarbeiterfürsorge über ■ Den 27 November hinaus vor. Der Berwaltungsrat des Reicksamts für Arbeitsvermittlung hat der Verlängerung bereits zugestimmt. Die Zustimmung des Reichsrats ist ant Donnerstag zu erwarten.
Rom. Die italienische Regierung ivird eine Sammlung diplomatischer Dokumente zur Außenpolitik Italiens von 1871 bis zum Weltkrieg Ocrauëgebcn. Die Sammlung wird auch Die Dokumente enthalten, Die aus den öfter» reichisch-ungarischen Archiven auf Grund des Fricdensvcr- irageS und späterer SonderablomWn in italienischen Besitz übergegangen sind.
Zwei Räuber l^ Oüerschlcsicn ictliaftcf.
Breßla». Wie Die VrcSlancr Neuesten Mickricktrn Suttentag in Cher fehl erteil berichten, wurde Die Dortige völkcrung seit längerer Zett durch Raubübcrsällc, Eittbriww Wilddiehstählc und nächllicke Sibicßcretcu bcunrnhigu @§ " lang Der Polizei, Die beiden Brüder Felir aus dem Dori Heine als Die Täter zu ermitteln. Um sie zu verhaften wurden 30 L and ! üger a u i g e b 0 t c it. Bei einem F c ü c t gefeit) t Der Landjäger mit Den Bauvttcu würbe ein Beiimie- durch eine SitirotlaDuug in bei De Oberschenkel verlebt. Bei^ Verbrecher sonnten feftgenommen werben; in einer Hhh^ wurden ein großes D i c b e s g n t l a g c r sowie Waffen mg Fahrräder gefunden.
Zum Mgrm auf der „Mve".
Königsberg. Bei dem Iluglückssnll auf Dem Torpcdobo» „Möwe" ist außer Den schon als tot gemeldeten Oberm asch; nistenmgat Blinn und Oberheizer Blümel noch Der Maschinen bauer Schär fein e n P e r l a tz u n g c u erlege u. Der Zu staub der übrigen sechs Verletzten gibt zu Besorg Kissen keine« Anlaß.
Aiifkläruiig eines PlistcinbruchsdicbstahlS.
Eßlingen. Der große Einbruchsdicbstahl in dem hiesige, Postamt 2 in Der Nacht 311m 25. September, bei welchem bei Tätern für insgesamt 71 000 Mark Postwertzeichen, Steuer und Vcrsicherungsmarken in die Hände fielen, ist nunmehr auf geklärt. In Dem Anwesen des 27 Jahre alten Schreiner: Julius Klein in Waldculvciler (Oberamt Backnang) würd« eine eingehende Durchsuchung vorgenommen und Dabei bei größte Teil Der Beine und eine Menge Lebensmittel uni Waren, Die mit Dem Erlös Der fehlenden Wertzeichen ange, schafft worden waren, vorgesundcu. Klein wurde mit einem Weiteren Verdächtigen feftgenommen. Die Ermittlungen ergaben, Daß Der Einbruch selbst von dem 45 Jahre alten Kabcl leger Stöbert Pfeil aus Gdwllbüttc (Cherami Backuaug), einen mehrfach vorbestraften gewerbsmäßigen Verbrecher, auSgefii^ worden ist. Klein will ihm angeblich Die gesamte Beute ^; 100 Mark abgetanst haben. Pfeil befindet sich ebenfalls inM
Das Befinden des ehemaligen Deutschen Kaisers.
Amsterdam. Wie aus Doorn gemeldet wird, ist Der Z^ stand des ehemaligen Deutschen Kaisers weiterhin bc- friedigend. Die fieberartigen Erscheinungen sind gänzlich gewichen, doch leidet der Patient noch unter rheumatische» Rückens ch m er re 11.
Radiospiegel.
Tschitscherin hat heute seine Urlaubsreife nach Deutschland angetreten.
Durch die anhaltenden Ueberschwemmungen in Den spanischen Provinzen sind 3000 Bergleute von La Carolina wegen Eru- benüberschwemmungen jum feiern gezwungen.
Die Rettung Der bei der Bergwerkskatastrophe in Kanada eingeschlossenen 10 Bergleute ist aufgegeben werden, da sich weitere Explosionen ereignet haben.
Von Den im Bergwerk von Tomhocken (Pennsylvanien) seit 8 Tagen eingeschlossenen und verloren gegebenen 6 Bergleuten konnten 5 lebend geborgen werden.
Bei einem Zugzusammenstoß in England wurden 30 Personen verletzt.
General Pangseng ist mit 50 000 Mann zu Den Kanton- truppen übergegangen.
In gut unterrichteten französischen Kreisen nimmt man an, daß gegenwärtig eine Zusammenkunft zwischen Briand, Chamberlain uiib Mussolini nicht zustande kommen wird.
Die von den Amerikanern aufgebrachte deutsche Bark „Car= men“ hat den Hafen von New-Pork verlassen.
Vermischte «Nachrichten.
Die deutsch-polnischen Verhandlungen über Chorzow.
Berlin. Nach einer vorbereitenden Besprechung an 22. November wurden am 23. November Die deutsch-polnische; Verhandlungen über Die Ford-- ...g eröffnet, die Deutschlani für Die Durchführung des Urteils des Staubigen Imernatio nalen Gerichtshofes im Haag in Der Frage des Stickstosswcrke- Ck,-orzow erhebt. Die deutsche Regierung wird hierbei Durd Umvcrsitätsprofessor Kaufmann. Die polnische Regierung Durd Präsident Mrozowski vertreten.
Die Lage Der Beamten.
Berlin. Der Deutsche Beanitenbund halte sich vor kurzen in einer Denkschrift über Die bedrängte Sage Der Beamten ai Die Reichsregicruug und an Den Reichstag gewandt mit Den Wunsckc, Daß Die Regierung Den Beamten helfe. Der Reichs sinanznunistcr hat daraufhin Die Vertreter der Beamten orgauifattouen für Freitag nachmittag zu sich gclaDcn, um Dei Delegierten über Die Möglichkeitcu einer finanziellen Beihilfe Erklärungen abzugebe«.
Eine geradezu entgegengeießteS Steigen ist Den Ziffern Dei E h c f cf) e i D u u g c 11 zu entnehmen. Bekanntlich ist in Der letzten Jahrzehnten in Der ganzen Welt ein sozialer Prozeß in Gange, welcher allmählich Die strengen Fesseln Der Ehe spreng: und insbesondere Die Scheidung von Ehen beträchtlich erleichtert. Sogar Die einst so unerhörte Möglichkeit, eine Ehi ohne sachliche Gründe nur auf Grund gegenseitiger Übereinstimmung der Eheleute aufzulösen, besteht schon zurzeit »ich: nur in vielen Gesetzgebungen des mohammedanischen und kou- suzianischen Ostens, sondern auch in manchen Staaten vor Nordamerika nnd endlich auch in Europa in Den Gesetzen vor Belgien, Dänemark, Holland, Luxemburg, Rumänien, Esttanr und Lettland. In mehreren anderen Ländern sönnen wn zum mindesten eine Vermehrung Der gesetzlich geltenden Ehe- scheidungsgründe feftftellcn. Aber Die eigentliche Scheidungs- lust richtet sich in verschiedenen Säubern nicht nach Den g e • schlichen Bestimmungen, sonder» nach anderen Be- wcggründen, von Deren Erörterung wir hier jedoch ab, sehen müssen. Die Scheidungslnst weiß für sich immer passende Wege zu finden. So haben sogar Die Länder mit erschwer- ten Ehcscheidungsmöglichkeite» (z. B. Frailkrcich) mancherlei Praktiken zur Umgebung der steifen Gesetzgebung erfunden.
Im Jahre 1922 (wo sich Die Zerrüttung der Kriegsjahre nicht mehr so geltend machte) weisen Die Scheidungen auf je 100 000 Der Bevölkerung folgende sehr verschiedene Zahlen auf: in Deutschland 59,6; in Frankreich 70,4; in der Schweiz 54,4; in Belgien 49,3; in Japan 92,0; in Den Vereinigten Staaten 135,4; Dagegen in Dänemark 39,4; in Holland 27,8: in Norwegen 23,2; in Finnland 14,8; in England 6,8. Die Zunahme Der Ehescheidungen in Deutschland ist schon aus Den Gesamtziffern klar ersichtlich. Während im Jahre 1912 nur 26 Scheidungtti auf je 100 000 Einwohner entfielen, steigerte sich diese Zahl im Jahre 1920 bis auf 59; 1921 bis auf 62,9 und 1922 bis 1923 machte sich nur eine unbeträchtliche Nückwärtsbewegung bis zu 59,6 bzw. 55,0 bemerkbar.
Aber besonders auffallend ist das Wachsen Der Geben .tzunüÄuü in der ür 0 ksi g d 1U Ä Lll ‘(k'DPtem Wâ in
Humanite über Faschistcnansammlung in Ventimiglia. । wlb. Paris, 25. Aov. (Eig. Funkm.) Die kommunistische Humanttö bringt eine Nachricht, für die sie Die Verantwortung übernehmen muß. 2500 Faschisten halten sich in Kriegsbcrcit- schaft in Ventimiglia auf, wo sie die bisher von Carabincri^ durchgcführte Grenzüberwachung übernommen haben. Die französische Regierung ist davon unterrichtet. Sie hat infolge-- dessen die Zollbeamten mit Maschinengewehren ausgerüstet und auch den Waldhütern Karabiner geliefert. Außerdem seien 2 Batterien aus Startes und 1 Infantcriebataillon aus Toulouse an die Landesgrenze abgegangen.
Geh. Kommerzienrat Gg. Arnold ch.
wtb. Innsbruck, 25. Nov. (Eig. Funkm.) Geh. Kommcrzicn- rat Konsul Georg Arnold, Seniordjef des Bankhauses Gebr. Arnold Dresden-Berlin ist heute früh auf der Heimreise nach Dresden am Herzschlag gestorben.
Nebel im Hamburger Hafen.
wtb. Hamburg, 25. Nov. (Eig. Funkm.) Infolge äußerst starken Nebels ruht der Schiffsverkehr im Hamburger Hafen seit den frühesten Morgenstunden vollkommen. Das Verholen M Schiffen ist unmöglich. Auch von der Unterelbe wird starker Nebel gemeldet.
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Frankreich 93 Prozent sämtlicher Ehesckcidungc» aus Die Städte fallen und Paris allein ein Drittel sämtlicher Ehescheidungen aufweift, während in Der patriarchalischen Bretagne nur neun Sch c id u ugcu binnen sieb ei’ I cckh r c il vollzogen wurden, sind die Ziffern für Die Deut* scheu Städte fast ebenso bezeichnend. Tatsächlich entfiele" durchschnittlich auf je 1000 neue Eheschließungen in demselben Jahre folgende Zahlen Der Ehescheidungen:
Leipzig Dresden Hamburg Berlin
1900
48,3
62,6
1908
67,2
1909
77,0
95,0
1913 1924
92,3
86,4
110,1 249,5
Also hat sich in Berlin während Der lebten 25 Jahre dn Zahl Der Eheschließungen auf das Fünffache gesteigert! >M Berlin wird jetzt durchschnittlich jährlich ein Viertel öee ci,.- gegangenen Ehen geschieden! Wenn wir zu Dieser Z>N^ ' natürlich durch Tod aufgelösten Ehcu zuzählcu, so lägt V ) fragen: wie lange — oder wie kurz — Dauert Denn onrch-
Also hat sich in
49,6
Berlin
schuittlich eine moDerne Berliner Ehe? ; ... .
Die Statistik für ganz Preußen. Wo fclbftVcrjianD.u das beständigere Element im Leben aus dem SanDc Da traurige Bild doch etwa» mildert, weist ebenfalls wenig c' freulidje Ergebnisse auf. Der DurchsÄuitt Der jährlich $ schicdcnen Ehen beträgt für Preußen 85,1 für je 1000 w>u Eheschließungen; cs wird also jährlich ein Zwölftel Der^ b wieder geschieden. Von Der Gesamtzahl Der 23 251 iiit^a)^^ 1924 in Preußen geschiedenen Eheu haben 7666 oder SLp-r (ein Drittel) nicht mehr als fünf Jahre gedauert; bar« waren 4998 Von weniger als> vierjähriger Dauer, 28-1 9d Weniger als Drei Jahre gedauert, 1205 weniger als zwei xS^ü und in 174 gäben haben sich Die Gatten nicht einmal cm ; lang vertragen töiiiieii! .. ...
Das Ergebnis aller angeführte» statistischen Daten, Dt I auch auf die Angaben des soeben erschienenen Preußische» ^ tistischen Jahrbuchs für 1926 stützen, sind an und für ov. beredt ^, - -'—- ^£»^0611«»^* J