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in Untersuchungshaft. Der Staatsanwalt hatte gegen nrnft Arzt wegen des schweren Verbrechens VA Jahr

«Haien Gefängnis unter Anrechnung herUnter» LJ roXft vom 5. Mai ab. Strafmildernd kam jur die- en Anâülagten in Betracht feine sehr schlechte Praxis, " Mnmdheitszustand er ist auf einer Seite gelähmt der Umstand, daß W. selbst aus Not gehandelt habe. ^,'r Haftbefehl gegen ihn wurde sofort aufgehoben. Die ^iden weiblichen Angeklagten erhielten je 3 Wochen Ee- ^anis Mit Rücksicht darauf, daß beide in seelischer Not strafbar gemacht hatten, wurde ihnen eine .Pahrige Bewährungsfrist mit Strafaufschub eingeräumt. Der mit- angcrlagte Ehemann G. wurde ireigesprochen, da ihm Bei­hilfe nicht nachgewiesen werden konnte.

Ursprungszeugnisse int Verkehr mit Frankreich und beut Saargebiet.

Die Handelskammer Fulda schreibt uns:

Vom 15. November ds. Js. ab werden deutsche Waren bei der Einfuhr nach dein französischen Zo!lgcb-er (hierzu gehört auch das Saargebiet) nur zu den in dem deutjch- französischen Handelsabkommen vereinbarten Zollsätzen abgefertigt, wenn sie von einem Ursprungszeugnis beglei­tet sind. Die von deutschen Industrie- und Handelskam­mern oder deutschen Zollbehörden ausgestellten Ursprungs­zeugnisse bedürfen der Beglaubigung durch das Fran­zösische Konsulat. Es ist den Bemühungen . er beteilig» re« Industrie- und Handelskrise gelungen, eine Herab­setzung der Gebühr, die die französischen Konsulate für die Beglaubigung von Ursprungszeugnissen mhebeu, von 20.16 3M auf 4.20 RUL zu erreichen. Auch diese Gebühr belastet kleinere und mittlere Sendungen noch sehr erheblich und ist dazuE angetan, den Handelsbeziehungen zwischen Deutsch­land und Frankreich Abbruch zu tun. Da Frankreich die . von den Zollbehörden anderer Länder ausgestellten Ur= sprungszeugnisse ohne konsularische Beglaubigung als voll­gültige Beweisstücke für den Ursprung der Waren aner­kennt, ist das Bestreben der deutschen Kreise darauf ge­richtet, die gleiche Vergünstigung hinsichtlich der von den deutschen Zollbehörden ausgestellten Ursprungszeugnisse im Verkehr mit Frankreich zu erreichen. Aufgabe der Reichs­regierung wird es sein, in den Verhandlungen, hie mit Frankreich wegen des Abschlusses eines Handelsvertrags geführt werden, zu erreichen, daß Frankreich auch von der konsularischen Beglaubigung der von den deutschen Indu­strie- und Handelskammern ausgestellten Ursprungszeug­nisse absieht. Für die Erlangung der im Abkommen über den Warenverkehr zwischen Deutschland und dem Saarge­biet vereinbarten Zollsätze, (Kontingente) genügen die von den deutschen Industrie- und Handelskammern ausgestell­ten Ursprungszeugnisse, ohne daß es einer konsularischen Beglaubigung dieser Urkunden bedarf.

Neues Theater.

Vom Samstag, bis Dienstag läuft der große vaterlän­dische FilmDie èlf Schill'schcn Offiziere.

Durch ihren Heldentod in der Festung Wesel sind die elf Schill'sen Offiziere unsterbliche Blutzeugen napoleonischer Schreckensherrschaft geworden. Es ist bloß eine Episode, nur eine Szene in den rauchenden und gewaltigen Ereig­nissen aus der Zeit der Befreiungskriegs, aber ihre Macht auf unser Herz und Gemüt ist ehern und elementar. . . .

Und wirklich macht Rudolf Meinerts großartiger Film den Bericht der Geschichtsbücher vom Heldenkamps und Heldenende der Tapferen unter Schills Fahnen zum Er­lebnis. . . .

:"'"- rn iiher. ^ spielt eine zarte Liebes­geschichte. Das süße Finden zweier Herzen mit bitterem wehvollen Ausklang. . . .

Meinert ist beim Aufbau des Films streng historisch geblieben, aber die Farben des Gemäldes sind trotz dessen Wucht und Tragik weich schmelzend, die Sinne ergreifend... Jedes Bild ist von rührender, ergreifender Schlichtheit, der die unheilvolle historische Wahrheit nichts zu nehmen ver­mag. . . .

Für fein großes und vollgelungenes Werk, daß ihm Max Jungk und Julius Urgiß schrieben, hat Meinert eine begeisterte, aus dem tiefsten Vorn menschlicher Empfin­dungen schöpfende und ihrer hohen Aufgabe gewachsene Künstlerschar gefunden. Er felbst verkörpert Schill mit alten Zügen, die uns die Biographen des Majors hinter- lesfen haben. . . . Imogene Robertson gibt ein deutsches Mädchen von idealeer Holdseligkeit. . . . Sie hat den schönsten und nachhaltigsten Erfolg davongetragen und ihre Marie von Wedel ist eine Schöpfung meisterlicher Art und stärksten schauspielerischen Wertes. Grete Reinwald, die Sommerkönigin, ist im Film als Königin Luise eine wirk­liche Herrscherin, die sie im echtesten und edelsten Kolorit malt Gustav Adolf Semler als Friedrich Wilhelm, Leo­pold v. Ledebur als Freiherr v. Wedel, Ernst Rückert als sein Cohn, Fritz Greiner als der Französling Freiherr v. Mallwitz und Albert Eteinrück als der französische Kom­mandant zeigen in jeder Linie ihrer glänzenden Darstel­lung die Treue zum Stoff, den sie zum Werk aus einem vollen Guß bildeten.

Straßenbau-Kursus des Landkreistagcs.

Der vom Deutschen Landkreistage in Verbindung mit bei Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg, und mit finanzieller Unterstützung des Reiches und Preußens für die leitenden stratzenbautechnischM Beamten der Landkreise veranstaltete dreitägige Kursus wurde soeveu beendet. Es haben mehr als 350 Fachleute teilgenommcn, darunter auch Vertreter der beteiligten Reichs- und preußischen Staats-Ministerien und der anderen Wegebaupflichtigen (der Provinzen und Städte). Von den berufensten Sach­verständigen wurden in systematischem Aufbau alle Fra­gen behandelt, die praktisch für den modernen Straßenbau, d. h. für seine Anpassung an den immer mehr zunehmenden Automobilverkehr in Verrucht kommen. Die Fülle des Ge­botenen ist den Teilnehmern, die ia unmittelbar dazu be­rufen sind, die Grundlagen für die Umstellung eines gro­ßen Teiles des Kreis-Landstraßennetzes von 125 000 Kilo- ^tcr auf den stärkeren Verkehr zu schaffen, sehr willkom­men gewesen. Da sowohl die technische wie die wirtschaftliche F^c des Problems noch in starkem Flusse ist und da die Landkreise die längsten Strecken an Landstraßen zu unter- vaitcn haben, wird dieser Kursus wesentlich dazu beitra- große Umbau-Programm der Landstraßen fördern zu helfen.

Reue Wohlfahrtsbriesmarken. Ab 1. Dezember ge« langen wie in Vorjahren WvhlfahrtsbrrefmarLen zugunsten mi Teuhchrn Nvthilfc zur Ausgabe. Die Marken werden zum 15 Februar 1927 dci den Postanstalten vertäu,-- Ü ^Sen., Die postalische Gültigkeit der Marken erlischt am r ^'^^ Der Ertrag der Marken, die in Werten von J"^ 50 Pfennig zum doppelten Rennwert ver- werden, ist wieder zur Linderung der Not im ganzen Reiche bestimmt.

8uiW dir heimischen Quellen! Wenn in anderen . rn der Obstgeuub bei weitem verbreiteter ist als bei 1 '" in ~ eviâvchud. so in den erklärlich dadurch, daß das

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vielfach Obst vctibeumt, es gibt "nnhstntan, geriebene r"Un, Kuchen und Pasteten mit Odstfüilung usw. Von law solchen Wertschätzung des Obstes ist das deutsche Volk leider noch weit entfernt und ganz besonders da, wo es sich um den Verbrauch boimischen Testes bandelt. Man weiß heute in einheimischen Erzeugërkreifrn nicht nicht, Ivas man auf der heimischen Schölte anbauen soll, ob auch nur der Arbeitslohn Herausgefchlage» werden kann. Rach einem Bericht des Händelsamtss war Tcuts.r-

land der drittbeste. Apfeikuude der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1925, obwohl 157 000 Kisten und 27.000 Faß weniger eingeführt wurden als 192-1. Zieht man diese gewaltigen CinsuhrUengeu übrigens nur ein Bruchteil der gesamten Lost- und Geucüieci '.' hc - - in Betracht, so muß man zu der Einsicht kommen, daß die tei zeitigen Verhältnisse zum Ruin des deutschen Gartenbaues führen müssen. Nur wenn nach dieser Richtung hin Ver­nunft und Einsicht Wiederkehr«», werden unsere Verhält­nisse wieder besser und die Arbritstosigkeit geringer. Dar­um: Nützet die heimischen Quellen!

- Vom Lande, 3. November. (Rückgang der Schafzucht.) In steigendem Masse macht sich der Rück­gang der Schafzucht, die in der Vorkriegszeit und auch noch während des Krieges von großer Bedeutung war, in vielen Gemeinden des Vogelsberges bemerkbar.' Manche Gemeinden sind sogar zur Auflösung ihrer Schafherden ge­schritten. Zum großen Teil dürfte der Grund dieser Maßnahmen in der Umwandlung der früher bestandenen Gemeinddschäferei in Eefellschaftsschäfereien sein, was beim Behüten von Grundstücken, die Nichtschafzüchkern gehören, oft zu Streitigkeiten Veranlassung gibt. Auch der Mangel an tüchtigen' Schäfern sowie die starke Konkurrenz aus­ländischer Wolle muß wohl als eine der Ursachen ange­sprochen werden. Auch glauben viele Landbewohner, be­sonders die Jugend, dem Zuge der Zeit dadurch Rechnung tragen zu müssen, daß sie die in Läden gekauften Woll­strümpfe den selbstgestrickten vorziehen, obwohl die Halt­barkeit der letzteren wesentlich größer sein dürfte. In einer Zeit, wo viele Gemeinden in anerkennenswerter Weise zur Melioration ihrer Oedländereien sowie zur Ein­richtung und Verbesserung der Hutweiden übergehen, ist der Rückgang der Schafzucht besonders bedauerlich umso­mehr, als das Schaf ein Tier ist, welches auch mit magerer Weide verlieb nimmt. Solche sind im Vogelsberg genü­gend vorhanden.

* Aus dem oberen Vogelsberg, 5. Nov. Allerorts hört man nun in Wald und Feld die Büchsen knallen. Nach allgemeinem Urteil ist in diesem Jahr wieder viel Wild vorhanden, Rehe vor allem. Die Ursache dürfte wohl in dem nachkriegszeitlichen fleißigen Verfolgen der Füchse zu juchen icin. Mancher dieser räuberischen Gesellen hat sein Leben laficn müssen. Geübte

die nun weèes seit acht- Jahren die Wälder bewachen, haben Reincke das so zahlreiche Vermehren verwehrt. Ist nun dem einen oder anderen Jagdpächter kein so günstiges Jagder­gebnis belieben, so liegt dies häufig beim Schützen selbst. Leute, denen nur allen Herbst einmal die Jagdflinte in die Hand gegeben wird, schießen nicht so sicher, wie der täglich da­mit Hantierende. Uebung macht den Meister.

Lich, 4. November. (D as A u ftreten d e r L u n - g e n s e u ch e in Li ch.) Die Hessische Regierung hat, um unter allen Umständen eine Weiterverbreitung der ge­fürchteten Lungcnseuche zu verhüten, sehr weitgehende Schutzmaßnahmen ergriffen und gedenkt dies auch noch bis zu den ersten Monaten des nächsten Jahres fortzufetzen. In Zwifchenrärrmen von 12 Monaten werden regelmä­ßig Blutuntersuchungen aller Bestände vorgenommen. Zur Beruhigung der viehzuchttreibenden Bevölkerung sei mit» geteilt, daß bereits seit Monaten sämtliche Untersuchungs­ergebnisse keinerlei Verdachtsmomente mehr ergaben. In einem einzigen Falle, wo das Untersuchungsergebnis zwei­felhaft war, wurde die sofortige Schlachtung des Viehes angeordnet, aber keine Lundenfeuche, sondern Tuberkulose festgestellt.

Frankfurt a. M., 6. Rcv. (Selbstmord eines Arbeitslosen.) Gestern abend gegen 7 Uhr brachte sich der etwa 30 Jahre alte Tischlergeselle, Gottlieb Single aus der Töngcsgasse, der seit längerer Zeit arbeitslos war, mehrere Messerstiche an Hals und Brust bei und stürzte sich dann in einen Weiher in den öffentlichen Anlagen. Er konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Allgemein wird angenommen, daß der Mann, der als fleißig und ordentlich geschildert wird, den Tod gesucht hat, weil er trotz aller Bemühungen keine Arbeit finden konnte.

Eberüach. 6. Nov. (Eine Hundertjährige.) Am Montag, den S. November, vollendet hier Frau Barbara Usig ihr 100. Lebensjahr. Die Greisin erfreut sich einer geistigen und kör­perlichen Rüstigkeit, die erstaunlich ist.

Wiesbaden, 7. November. (Beisetzung des Lan­deshauptmanns Dr. Wo el l.) Im Sitzungssaale des Landcshaufcs fand gestern mittag in Gegenwart von etwa 600 Trauergästen eine. Trauerfeier für den vor eini­gen Tagen in Frankfurt verstorbenen Landeshauptmann für den Regierungsbezirk Wiesbaden Dr. Wcell statt. Ein- gefegnet wurde die Leiche durch den Bischof von Limburg Dr. Kilian. An der Bahre sprachen dann der Vorsitzende des nassauischen Kommunallandtages Hopf-Frankfurt a. M., der die kommunale Tätigkeit des Verstorbenen in Frankfurt schilderte. Stadtrat Dr. Lutsch-Frankfurt a. M., welcher besonders sein Wirken auf dem Gebiete des Für- forgewefens, der Lahnkanalisierung und der Meliorationen im Westerwald würdigte. Oberpräsident Dr. Ganvanber» Kassel, der die Mitarbeit des Verstorbenen in schwerer Zeit am Wiederaufbau des Staates hervorhob und Lan­desrat Kranzbühler, der für die Beamten- und Arbeiter­schaft Abschied von dem Toten nahm. Unter den Klängen des Chopinschen Trauermarsches wurde dann ^ie Leiche aus dem Saal getragen und auf dem Südfriedhof beigefetzt.

Homberg a. Efze. Der H effifche Volks b u n b (Riederhessen) und die Vereinigten Eroßdeutsch-Hesiischon Gemeinschaften (Hesfen-Darmstadt) haben sich hier am 23. Oktober zu einer engen Arbeitsgemeinschaft zujammengc- schlossen mit dem Ziele, die seit den Tagen Philipps des Großmütigen zerisfene Einheit und Selbständigkeit des Hessen landes auf Grund des Artikels 18 der Reichsverfas- jung wiederherzustellen und zugleich eine gesunde Neuglie­derung des Reiches nach Volk und Wirtschaft in großdent- jd)em èinne zu schaffen,

Drr neue Völker -urchpalast.

I u drei Jahren fertig.

Die Mängel des Nesormationssaalee in Genf, wo die Völkerüundversam-n.lttngen tagen, seine schlechte Akustik, die weder durch Lautsprecher noch durch andere künstliche Mittel verbessert werden konnte, die große Ent­fernung zwischen dem Reformationssaai und dèm auf der anderen ereile des Sees gelegenen Sekretariat, wo die Komnüsslonen der VölkerbuuMexfainmlungen ihre Sitzungen abhalten müssen alles dies ließ die Er­richtung von Neubauten für den Völkerbund notwendig erscheinen, und die letzte Völterbnudversaunnlung hat bac hierfür erforderlichen Kredite gewährt. Die Vorarbeiten für den neuen Völkerbundpalast sind nun in vollem Gange. Der von der Jury der Architekten empfohlene Wettbewerb soll am 25. Januar 1927 abgeschlossen wer­den. Für diesen Wettbewerb, an dem sich die Architekten aller Mitgliedsstaaten des Völkerbundes beteiligen kön­nen, sind Preise von insgesamt 165 000 Schweizer Fran­ken ausgesetzt. Leider haben, aus nicht ganz ersichtlichen Gründen, bekannte deutsche Architekten die Beteiligung an dem Wettbewerb abgetehnt. Das Grundstück, auf dem her neue Böllerhundpalast errichtet werden soll, nimmt eine Bodensiächc von 63166 Quadratmeter ein. Das Gebäude wird mitten in einem prächtigen Park liegen, und dieser Park, der die herrlichste Uscriandschaft des Genfer Sees darstellt, soll dem Publikum zugänglich sein. VEerbitttdperraÄMung, in ihren neuen Palas» wird ein3kliert können.

Vermischtes.

= ChreukaMst 80-umüuS. Es ist hekanutlich ein Streit entbrannt um dieZuständigkeit" jenes Christoph Kolumbus, der xHmeri Ia entdeckt hat. Jahrhundertelang gast er als Genueser. In neuerer Zeit aber traten ein paar spanische Gelehrte mit der Betzauptiurg hervor, daß der kühne Seefahrer nicht in Genua, sondern in Ponte- Vedra int spanischen Galicien geboren und im übrigen gar nicht Seefahrer, sondern ein simpler Weber, der aus Abenteuer euäging, gewesen sei. Tic Madrider Zeitung ABE" bat diese Behauptung mit großer Begeisterung «Migegräfen und ein Preisausschreiben zur Feststellung der wjrkstebev Zugehärigleit deS Kolumbus hosgelassea: wer einiAerruaßen überzeugend «achweist in welcher Sprache noch immer»das; Kolumbus tatsächlich Spanier gewesen fei, bekommt rund 50 000 Pesetas. Die italieni­schen Blätter haben natürlich sofort die Gefährlichkeit dieses spanischen Unternehmens erkannt, und suchen vo* Kolumbus zu retten, was noch zu retten ist. Ein Mir- glied der Z^edaktion der römischenTribuna" macht den Vorschlag, daß man ihn zumEhrenfaschisten" ernenne. Mit ihm zugleich sollen die safchistische Ehrcnmitgliedschaft zwei unbestrittene italienische Forscher, Marco Polo und Amerigo Vespucci, nach dem Amerika den Namen be= kommen hat, erhalten. Ob Kolumbus sich für den Faschis- -mus wird ein fangen lassen, wird man ja sehen. Auch für seine Frau Gemahlin, die er sich aus Portugal geholt hatte, wird der italienische Ursprung reklamiert. Man kann sich also auf einiges gefaßt machen, denn cs werden ganze Tonnen Tinte vergossen werden um diese heilige italienisch spani'Gc Sache!

Wer spielt mit? Die schon Vor längerer Zeit an­gekündigte Umwandlung der früheren kaiserlichen Paläste in Konstantinopel in Spielfälc ist jetzt Tatsache geworden: Jttdis-Krosr, einst der Wohnsitz des Sultans Abdul Hamid IL, und das daneben am Bosporus gelegene Serail Von Tichirogan sind von dein Italiener Mario Serra vom Türkischen Staat gepachtet worben, um als Kasinos" eröffnet zu werden. Der rechte Flügel von Jildis Kiosk ist schon als Spielhaus eingerichtet, während ber linke Flügel ein vornehmes Restaurant mit Tecsalons unb Tanzsälen beherbergt. Obgleich in der Türkei jetzt alle. Stellen mohammedanischen Türken reserviert fein müssen, kündigt das neue Unternehmen an, daß die Crou­piers belgische Fachmänner sind. Das Restaurant wird ebenfalls ein nichttürkisches Personal erhalten, obwohl der türkische Minister des Äußern gerade jetzt behauptet hat, bag die Türken für das Hotel- und Nestourontfach b»» sondere Veranlagung haben. In den Tanzsälen vo-/ Jildis Kiosk lverden echic Jazzbands spielen uub in dem früheren Palast von Tscbiragan, der ganz aus Marmor erbaut ist, werden reiche Vergnügungsreiseude hochmodern eingerichtete Zimmer bewohnen und der Riggermusik lauschen, die Gläubige und Ungläubige zum Tanze locken wird. Und wenn dann dasFaites vot re jon!" der Crou­piers ertönen wird, wird sich irgendwo in der Nähe ber Sultan Abdul Hamid im Grabe umdrehen.

Bedenkliche Abmngerungskuren. Seitdem bei den grauen dieLinie", das Schlank bleiben und Schlank- verden-wollen, modern geworden ist. sind auch die Ab- nagerungsknren zur Erzielung derLinie" zu Ehren ge« ommen. Eiln Arzt, Dr. Schweisheimer, ist jedoch ber 'Ku­scht, daß untc raschen, überstürzten Abinagerungsknecn )ic weibliche Schönheit, anstatt gefördert zi» werden, ganz !Mpfindlich leidet und in das Gegenteil verkehrt wird. Die Folgen solcher Abmagerungskuren und Abnahme der Muskelkraft, Schlaffheit, Reizbarkeit ber Nerven, Wein­rümpfe unb E. regungszustande, Schlafiosigkeit, Herz- 'chwâche, Blutar t usw. Das Körpergewicht uimmt viel« eicht ab, aber die Haut an Hals, Gesicht und Brust wird uinzlig und schlaff, ein Vorgang, bei gealtertes Aussehen isdingt, während doch bk Frau meint, daß mager und ung sein identisch feiern Jugend können die Entfettete« richt Vortäuschen, denn das Gesicht wirv matt und müde, seht leidend und gealtert ans. An fia, u! . Schlankheits- nobe gesund, aber man kann sie durch n,^ waltfanif citeu rur gesundheitlich in Mißkredit dringen r.nd die Schöcr- zeit selbst lierabieyen.

= Frankreich zu verc-rnfs». Bei einem großen Pariser Antiqnitcnsnhändler erschson kürzlich ein reicher Ameri- üirer und sagte:Ich möchte ein alte6 französisches Schloß kaufen."In welcher Gegend unb in welcher Preislage bars cs sein,?" fragte der Händler. Das ist ganz einerlei. Ich will es »ninehmenT Der AntiguitÄtenmomr sah de» Pankee entgeistert an, worauf dieser gemächlich erklärte:Jawohl, ich werde das rite Schloß mitnehmen und cs bei Beiwort mit allem gomfort der Neuzeit, mit List und Go rar . wieder auf« bauen!" Und dieses Geschäft wurde tatprchlim gemacht: ter Händler hat dem Amerikaner las Schloß Courcellcs tu ber Straße von Mans nach La F° on verfchaffi, und her Herr von drüben läßt es nn tobmontieicm" unb jeden Stein numerieren, um bar zerlegte Haus in T oharifa mit allen Schikanen wieder ousstellen zu Wen. Cm Mit» irbciter^desJournal" meint, daß man demnächst viel­leicht auch die Sünne von Notre Same verkaufen werbe, and daß dann eines Tages ein Anttgnnotenhondlcr annoncieren wKd:Ganz Frankreich auf A^ruch zu ,erkaufen! Schönes Reifeandenken!" Und es kommt sicher »in Herr aus Cincinnati, der cs kaust und beim Weggehen 0 nebenbei Pgt:Versech'üren Sie es gut. Ich will es als Gepäck gnsgebcul"