Einzelbild herunterladen
 

UNL Hui sich «)' kn .tumu" «Msth..». <t^ schlechten Wetters am vergangenen Conntag wander- viele Menschen aus den Eisenberg und mutzten M eder durchnäßt nach Hause ziehen, da nichts zu sehen , ' Möge der Wettern,ett so gnädig sein und am 7. Nov. für '&it' ersten Flüge auf dem Eisenberg gutes Wetter ^^'^^" Derschienenlose Zug", auf den gestern viele hundert Neugierige vergeblich war- tetcn wird heute mittag, wie uns mitgeteilt wird, bestimmt vor demNeuen Theater" eintreffen.

Neues Theater.

Henny Porten spielt in dem siebenaktigen Film,das Abenteuer der Sybille Brant" die Hauptrolle. Die ver- schiedensten Rollen, die sie in Lieser Komödie zur Darstel­lung bringt, zeigen, mit welch geringen Mitteln, haupt­sächlich durch ihre hohe mimische Ausdrucksfähigkeit, diese beliebte Künstlerin ihr Fach meistert. Die Handlung, die Larin gipfelt, einen bisher unbekannten Schriftsteller populär zu machen, ist geschickt aufgemacht, teilweise von höchster Spannung. Die GroteskeJe toller, je toller", in welcher alles drunter und drüber geht wird viel belacht.

Tagung der NotgclLsainmler.

Am 6. und 7. November findet in Frankfurt a. M. eine große Tagung des Verbandes Deutscher Notgeldsamm­ler statt, zu der Teilnehmer aus allen Orten Deutschlands ihr Erscheinen zugesagt haben. Interessenten können an dieser Tagung teilnehmen. Als Tagungslokal ist dieLoge Karl zum Ausgehenden Licht", Mozartplatz 26, bestimmt, in welchem die öffentlichen Verhandlungen am Sonntag, den 7. November vormittags 10 Uhr beginnen. Teilneh­mer aus Fulda erfahren alles Nähere durch Herrn Erich Eermar, Fulda i. Firma Ignaz Taut, hier, Bahnhofstraße.

* Vom Lande. Die Zeit der Spinnstuben, eine Ueberliefe­rung aus aller Zeit, hat wieder begonnen, wenn auch unter veränderten Gesichtspunkten als zu unserer Vorjahren Tagen. Wenn die Arbeiten im Feld soweit beendet sind, schließen sich einige Jahrgänge Burschen und Mädchen zusammen undtrin­ken die Spinllstube an. Lustig geht es dabei zu, die Burschen spenden als Getränk Bier und Schnaps und wenn dann nach dem Genuß derselben die Köpfe in Verwirrung geraten wol­len, warten die Mädchen mit einem starken Bohnenlaffe auf, der viel zur Ernüchterung beiträgt. Ununterbrochen quietscht eine Ziehharmonika die verschiedensten Weisen, nach denen sich die Paare im Tanz drehen.Das Heidelberger Herz" wird mindestens lOOmöl an diesen Abenden verloren. Was man immer mehr vermißt, sind die alten deutschen Volkslieder vom Brunnen am Tore, Es war ein Knab gezogen usw. An ihre Stelle sind neuere Schlager recht zweifelhaften Inhalts getre­ten. Für Unterkunft der. Spinnstubengesellschaft müssen die Mädchen sorgen, alle 14 Tage wird gewechselt, man nennt dies Reihumhalten". Wochentags erscheinen die Mädchen um 7 Uhr und beginnen mit ihren Handarbeiten, als da find Strümpfestricken, Hackeln, Sticken usw. Die Burschen dürfen erst um 8 Uhr die Spinnstube betreten, wer früher erscheint, wird mit Ofenruß angeschwürzt. Doch auch diese alte Sitte verschwindet immer mehr, sind doch die Burschen des öfteren eher da als die Mädchen. Ab und zu wird von den Mädchen ein lustig Lied gesungen, wozu die kartenspielenden Burschen den Baß brummen. Um 10 Uhr bietet der Spinnherr Feier­abend. Jetzt beginnt die Kavalierspflicht der Burschen, sie tun ihre Mädchen heim".

* Ortenberg, 3. November. (Kalter Markt. 2. und 3. T a g.) Non herrlichstem Herbstwetter begünstigt verlief der zweite und dritte Tag des Kalten Marktes. AmKalen Märts Dienstag" wie der Tag von jeher im Noilsmuno heißt, fand zunächst noch Pferdemarkt statt, bei noch etwas fallenden Preisen gegenüber denn ersten Tag wurde noch mancher Handel abgeschlossen, im ganzen waren am ganzen Pferdemarkt nad) amtlicher Zählung 931 Pferde und Fohlen aufgetrieben, eine Zahl, die man­chergroße Pferdemarkt" nicht erreicht. Da der Rind­vieh- und Schweinemarkt wegen der in der Gegend herr­schenden Maul- und Klauenseuche ausfallen musste, hatte man für den gestrigen Tag einen schlechten Marktbesuch befürchtet. Die Befürchtungen waren jedoch umsonst. Schon die Frühzüge brachten eine große Zahl von Markt- besuchern, in den Mittagsstunden schwoll der Zustrom so an, daß sich in allen Straßen des Marktes und der Stadt eine nach vielen Tausenden zählende Menge bewegte. Der Krümermarkt war größer denn je, allein 236 Stände waren amtlich zur Anmeldung gekommen, alle Warengattungen, so Offenbacher Lederwaren, Manufakturwaren, landwirt- pyaftiiche Bedarfartikel, Emaillewaren und viele andere mehr, waren z. T. in bester Aufmachung vertreten, an sehr vielen Ständen entwickelte sich ein reges Geschäft, auf dem Schaubudenmarkt war teilweise Hochbetrieb. Hier war es wieder der Zirkus, der den größten Besuch nufzuweisen hatte. Ebenfalls sehr lebhaft ging es im Inneren der Stadt, besonders in den Gastwirt­schaften und allen andern Lebensmittelbetrieben her, wäh­rend manche Geschäftshäuser weniger zu tun hatten. Das ganze Leben und Treiben des Kalten Marktes wurde üb­rigens im Film ausgenommen und kommt demnächst mit all den anderen Schönheiten unseres Städtchens zur Vor­führung. Im schroffsten Gegensatz zu dem fröhlichen Le­ben und Treiben standen Bilder größten Elends. Allge­mein fiel die große Zahl von Beschädigten aller Art, ins­besondere Beinbeschädigten, auf, die an allen Ecken herum­sitzend oder stehend, um Gaben der Wühltätigkeit baten. Soweit es sich um wirklich Bedürftige handelt, muß man mit diesen armen Menschen natürlich das allergrößte Mit­leid haben, dann aber müssen diese armen Menschen so gestellt werden, daß sie nicht auf den Bettel angewiesen stob. Oder aber und wer kann das in jedem Augen­blick sofort nachprüfen es kann sich auch um Menschen handeln, die aus ihrer wirklichen oder vorgetäuschten Notlage ein Geschäft machen, dann gehören solche Straßen­bilder behördlicherseits abgestellt. Eine Verlosung im Gasthaus zur Post, über deren Hauptgewinne wir berich- ten werden, schließt morgen den Kälten Markt ab. Rück­blickend auf den diesjährigen Verlauf des Marktes kann gesagt werden, daß der Markt sich wieder in voller Auf­wärtsentwicklung befindet, was im Interesse des wirt­schaftlichen Lebens unseres Städtchens sehr zu begrüßen < Aeußer Mängel, die sich zeigten, wie die schlechte Licht­anlage des Platzes, die mangelhafte Pflasterung, die Aus- Wng der Stände und andere mehr, werden im nächsten P^m abgestellt werden. Vis zum eigentlichen Iubiläums- markt werden auch die anderen Mängel, die sich nach gel­tend machten, besonders der Geldmangel, hoffentlich eben= behoben, sein, sodaß sich eine neue Glanzperiode des Kalten Marktes in seinem neuen Jahrhundert anbahnen

K "dingen, 2. Nov. Sein goldenes Doktorjubillium feierte in wohnende Geheimrat Professor Dr. Volkmar. Er be- , Wige Gymnasium, als Primaner machte er den 1. 70/71 mit. Bei Ausbruch des Weltkriegs stellte er Puig und fand Verwendung auf dem Kriegsamt in Sm-At ö' ®- Bis zu seiner Ruhestandsver etzung wirkte er an Oberrenlschule zu Offenbach n. M.

Nov. (S tadtnor st andssi tz u n g.) Aus lasung der Bürgermeisterei fand am Dienstag Abend eine

«lübr. l#.mu ... t- I fi ^i. I iT|.- -irr! (eP |t.iiL ^i.- Hdj H H i PP 2 é H' gen Angelegenheit Der Einrichtung des Majchmenruumes des alten ElektNMätSWerkes als Feuerwebrgeräiebaus N faßte. Auf Vorschlag des Vorsitzenden war in der letzten Sitzung be- fchloffen worden, von einem Umbau des alten Spritzenhauses zwecks Schaffung eines stvnstelen Raumes für die neue Motvc- spritze abzusthen und den Maschinenraum des iti 11 gelegten, ver- pachleien, alten Elektrizitätswerkes ak Seräteraum für die freiwillige Feuerwehr einzurichten. Rackdem die Verhandlun­gen mit der Pächterin des Werkes, welche dort einen Fabrik- betrieb eingerichtet hat, zu einer Einigung gestchn haben, kann das Projekt nunmehr zur Ausführung gebracht werden. Es wurde allgemein anerkannt, daß der neue Vorichlag eine durch­aus befriedigende Lösung bedeutet, zumal die Unterbringung der Geräte im jetzigen Raum nicht mehr zeitgemäß ist, da dieser viel zu klein ist. Allgemein begrüßt wurde auch der damit in Verbindung stehende Vorschlag, das damit freimcrbenbe alte Spritzenhaus in der Obergasse, das teilte Zierde des Stadt­bildes ist, uiederzulegen, um dadurch einen freien Blick auf den malerischen Kirchplatz zu schaffen. Wie der Vorsmende be­merkt, werde er darüber erst die Auffassung des Denkmal- pflegers, Geh. Hofrat Proiejfor ÜB albe, Darmstadt. hören. Die Versammlung beschloß nach kurzer Aussprache einstimmig, den seitherigen Maschinenraum des Elektrizitätswerkes als Feuer­mehrgeräteraum einzurichten und das seitherige alte Spritzen­gaus in der Obergasse niederzulegen. Die von der Firma August Ernst Waldeck vertraglich für das Elektrizitätswerk zu zahlende Pacht wird vom Zeitpunkt der Uebergabe des Ma- sHinènraumes an die Stadt Alsfeld auf 1000 'RMk. jährlich für die Dauer der noch laufenden Pachtzeit (bis 1. Juli 1931) herabgesetzt. Weiter wurde noch verhandelt die^Regelung der Arbeiten und Lieferungen für die Kanalisation der Unters gaffe, des Marktplatzes, der Mainzergasse und Obergasse, welche als öffentliche Notstandsarbeit im Wege der produktiven Cr- wcrbslofenfürjorgc alsbald in Angriff genommen werden soll. Die Erd-, Maurer- und Rohrverlegungsarbeiken werden der Firma Ludwig Schneider in Heuchelheim, zu ihrem Angebot von 19'283 RMk. übertragen, die Lieferung der Ton-' und Zementrohre pp. dem Otto Leidner, Wilhelm Egner und Ar­nold Eiling zu ihrem Angebot von Ul t>87,77-RMk die Liefe­rung der Schmutzkästen der Lauterbacher Blechwarenfabrik. Ein Dispens nach Art. 18 der allgemeinen Bauordnung für die Errichtung eines städtischen 8-Familicnbatzfes in der 'Sied­lungsanlage Rambach, die außerhalb des Ortsbauplanes liegt, wird befürwortet.

Gießen, 2. Ncvember. (Jugendlicher Revol- verheld.) Im Dorfe Münchholzhaustn entstand in der vergangenen Nacht zwischen jungen Burschen eine Schlä­gerei, in deren Verlauf einer der Streitenden einen Re­volver zog und einem seiner Gegner einen Schuß in den Un­terleib beibrachte, während ein anderer Bursche einen Schuß in den Arm erhielt. Der durch den klnterleibsschuß Verletzte mußte in lebensgefährlichem Zustand nach der Gießener Klinik verbracht werden. Der Revolverheld wurde festgenommen.

* Gießen, 1. Nov. Der Landesverband Oberhessen der Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenen hielt gestern im Saalbau Sauer seinen diesjährigen Verbandstag ab, zu wel­chem die Behörden und Parteien ihre Vertreter gesandt hatten. Vom Zentralvorstand aus Berlin war Dr. Penzer erschienen, der einen ausführlichen Vortrag hielt über das Verforau ngs- gefets, feine Entwicklung und sein Ausbau besonders in der Nachkriegszeit. Ausführlich behandelte er die Gebührnisse des Versorgungsberechtigten, Erwerbsminderung, Verschlimmerung einer Kriegsbeschndigung, Kapitalabfindung, Anspruch auf Heilbehandlung, Fürsorge für Schwerbeschädigte, Verwendung von Kriegsblinden u. a. in.

Gießen, 1. November. (Schwerer Unfall eines P o st a u t o s.) Ein mit 15 Personen besetzter Kraftwa­gen der Privatautolinie Gießen GrüningenHolzheim geriet am Samstag gegen Abend am Schiffenberger Wald bei Eietzen auf der Landstraße, nach Steinberg beim Aus­weichen vor einem anderen Fuhrwerk infolge der nassen Straße und zu raschen Fahrens ins Rutschen und schlug um. Dabei erlitten zwei Insassen, der 21 Jahre alte Karl Schmidt aus Steinberg und der 18jcshrige Robert Römig aus Steinberg Gehirnerschütterungen und schwere Ver­letzungen, während einige andere Passagiere mehr oder weniger erhebliche Schnittwunden durch die zertrümmer­ten Fensterscheiben davontrugen. Die beiden Schwerver­letzten wurden von der Gießener freiwilligen Sanitätsko­lonne in bewußtlosem Zustande in die chirurgische Klinik nach Gießen verbracht, wo sie heute früh das Bewußtsein wieder erlangten. Ihr Befinden ist den Umständen nach zufriedenstellend. Der Autobetrieb mutzte bis gestern nach­mittag unterbrochen werden.

Gießen, 1. November. (Auszeichnung der Gießener Fa­kultäten auf der Gesolei.) Auf der Gesolei in Düsseldorf wurde der vetrinärmedizinischen Fakultät der Landesuni­versität Gießen für hervorragende Leistungen ein vom preußischen Landwirtschaftsministerium gestiftete silberne Staatsmünze verliehen. Die vetrinär-pathologische Fa­kultät Gießen wurde mit der goldenen Medaille der großen Düsseldorfer Ausstellung ausgezeichnet.

Gießen, 2. November. (Zu den Unterschlagungen auf dem Bürgermeisteramt in Kleinlinden.) Vor einigen Wochen wurden, wie von uns gemeldet, auf dem Oberbür- germeistcramt in Kleinlinden Unterschlagungen und Ur­kundenfälschungen zweier Schreibgehilfen aufgedeckt. Nähere Feststellungen ergaben, daß mehrere tausend Mark von den hoffnungsvollen Bürschchen veruntreut worden waren. Der Gemeinderat setzte eine Untersuchungskommis­sion ein, die nunmehr über das Ergebnis ihrer Feststel­lungen berichtete. Daraufhin beschloß der Gemeinderat, in erster Linie den Bürgermeister und eventuell auch noch andere verantwortliche Gemeindebeamten für den Scha­den, den die Gemeinde durch die ungetreuen Schreiber er-: litten, haftbar zu machen und zu diesem Zweck eine zivil-. rechtliche SchadeneMtzklage gegen den Bürgermeister des Ortes und andere in Betracht kommende Verwaltungs- beamten anzustrengen. Entspechende Schritte wurden einem Gießener Rechtsanwalt übertragen.

Gießen, 2. November. * (A ufgehobe n er Ge­haltsabbau.) Vor einigen Wochen hatte der Ge- meinderat des Nachbarortes Wieseck den Abbau der Ee- meinbcbeamtengehälter beschlossen, von dem namentlich die Bezüge des Bürgermeisters und des Gemeindrechners erheblich betroffen wurden. Teilweise gingen diese Kür­zungen bis zu 40 Proz. Gegen diesen Beschluß hat nun das Gießener Kreisamt als Aufsichtsbehörde Einspruch erhoben, sodaß dem Wiesecker Gemeinderat nichts anderes übrig bleibt! dürfte, als erneut zu dieser einschneidenden Frage Stellung zu nehmen.

Lollar (Obcrhessen), 2. November. (M assenVer­giftung in einer Kirch e.) Ein Unglücksfall, der um ein Haar zu einer Katastophe hätte führen können, er­eignete sich am Sonntag gelegentlich des Reformations- gotteebienftes in der kürzlich neuhergerichteten Kirche in Lollar-Kirchberg. Dort hatte sich in der Heizungsanlage Kohlenoxydgas' gebildet, das während des Gottesdienstes in die Kirche ausstromte. Etwa 20 Personen, hauptsäch­lich Konfirmanden, aber auch Erwachsene, wurden kurz nacheinander ohnmächtig unb mußten schleunigst aus der Kirche verbracht werden. Der Gottesdienst wurde sofort abgebrochen. Auch das angesetzte Abendmahl konnte nicht stattfinden . Erfreulicherweise haben sich sämtliche Erkrank­ten nach einiger Zeit wieder erholt.

Bad Payhrrm, 81. Oltober. (Seine Zusammenlegung üer Amtsgerichte Bad Nauhecin und Friedberg.) Der Pro- reststurrn gegen den beabsichtigten Abbau eines der beiden Amtsgerichte in Friedberg und Bad Rauheirn scheint bei der hessischen Regierung erheblichen Eindruck genracht zu haben. Wie, dieBad Nauheimer Ztg." von zustmrdiger Stelle erführt, sind die zuständigen Stellen in Darmstadt zur Ueberzeugung gelangt, daß eine Zusammenlegung der beiden Amtsgerichte untunlich sei. Sie werden demnach in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben.

* Friedderg, 2. Nov. Einen unglaublichen Roheiisaki ver­übten junge Leute, die zwischen Offenheim unb Friedberg- Fauerbach eine ganze Anzahl Obstbäumchen abbrachen und die Pfähle auf die Straße warfen.

Frankfurt a. M., 31. Oktober. (Zwei V e r m i ß t e.) Seit dem 11. April b. Js. wird die Hausangestellte Elss Ehrhardt, wohnhaft in der Hohenzollernstratze, vermißt. Das Mädchen war bereits vor vier Iahen einmal längere Zeit verschwunden und hat sich damals im Kloster zum Guten Hirten in Berlin-Marienfelde anfgehaltcn. Ferner wird seit dem 7. Juni b. Js. der in der Günderodestraße 17 wohnhafte (hasarbeiter Friedrich Schick vermißt. Kurz vor seinem Verschwinden äußerte letzterer, daß er nach Zürich wolle, nm dort Arbeit zu suchen, ohne daß er dort eingetroffen ist.

Frankfurt a. M., 31. Oktober. (Diebstahl im D- 3 u g.) Auf der Strecke FrankfurtMainz wurde einem Reisenden, während'er sich im Speisewagen aufhielt, sein ganzes sehr wertvolles Gepäck aus dem Abteil gestohlen. Untersuchung ist eingeleitet.

Frankfurt a. M., 1. November. (Allerlei Un - fälle.) In der Mainzer Landstraße wurde gesten ein junger Mann von einem Pesonenauto überfahren und am Kopf schwer verletzt, sodaß er im Krankenhaus eingeliefert wurde. Durch die Fahrlässigkeit eines Kraftwagensüh- rers wurde in der Allerheiligenstraße ein Schüler überfah­ren. Er mußte mit einem schweren Schädelbruch nach dem Krankenhaus verbracht werden. Der Wagenlenker wurde festgenommen. Ein in der Waldschmidtstraße wohnender Mann bekam gestern mehrere Tobsuchtsan­fälle, in deren Verlauf er seine Frau und sein Kind umzu­bringen versuchte. Schließlich schritt die Rettungswache ein und verbachte ihn nach einer Nervenheilanstalt. In der Glanburgstraße wurde eine 72 Jahre alte Dame von Hausbewohnern, denen es ausgefallen ist, daß sie sich meh­rere Tage nicht mehr sehen ließ, tot in ihrem Bette vorge- funben. Als Todesursache wird Entkräftung angegeben. In der Cchäferftraße wurde eine ältere Frau von einem Personenauto gegen einen fahrenden Straßenbahnwagen gedrückt. Sie mußte erheblich verletzt nach dem Hospital verbracht werden.

Frankfut a. M., k' November. (R c i ch s t a g s a b g. Robert Dißmann gestorben.) Der sozialdemo­kratische Reichstagsabg, für den Wahlkreis Hessen-Nassau, Robert Dißmann, Vorsitzender des Deutschen Metallar- beitervcrbands, ist nach einer WTB-Meldung auf der Rückreise von einer Studienfaht nach Mexiko an Bord des DampfersColumbus" auf hoher See cm einem Herz­schlag gestorben. Die Leiche wird am 4. November im Brèmerhafen . eintreffen. Dißmann, der ein Alter von nur 48 Jahren erreicht hat, stammte aus dem Rhein­land. 1905 kam er nach Frankfurt, wo er später mehrere Jahre Stadtverordneter war. 1920 wurde er vom Wahl­kreis Hessen-Nassau zuerst als Vertreter der 11. S. P., später bei Sozialdemokratischen Partei in den Reichstag entsandt, wo er sich besonders für die Erwerbslosen einge­setzt hat. Vor einigen Jahren wurde er zum Vorsitzenden des Metallarbeiterverbandes gewählt und siedelte nach Stuttgart über. Als sein Nachfolger wird Landesrat Otto Witte-Wiesbaden in den Reichstag ein ziehen.

Frankfurt a. M., 1. Nov. (Kein Mord.) Die Meldung von einem Mord in der Feldmark Heddernheim alarmierte heule vormittag die Mordkommissicu her Polizei. Man hatte in einer Feldscheune einen Mann mit schweren Kopfverletzungen tot nufgefunbett Die Untersuchung ergab, daß der Manu in der Scheune nächtigen wollte, dabei abitür^te und am den har­ten Zementboden aufschlug und sich die tödlichen Schädeloer­letzungen zuzog.

Frantsurt a. M., 1. Nov. (Amtliche Prüfung der Balköne.) Die inehrfachen Unglücks alle auf den Balkönen der Häuser ha­ben nunmehr die städtische Baupolizei zu scharfen Nachmüfun- gen aller solcher Bauten Veranlassung gegeben. Die Hausbe- sipcr müssen unter eigener Verantwortung die an ihren Häu­sern vorhandenen Balköne auf Tragfähigkeit nachsesien und aufgefunbene Mängel sofort beseitigen lassen. Infolgedessen sieht man gegenwärtig in der Stadt zahlreiche Gerüste an den Häusern, von denen aus brüchig gewordene Balköne abgebrochen werden.

Frankfurt a. M., 1. Nov. (Eine technische Meisterlerstuikg.) Die Umschalung des SelbstauschlutzamtesCarolus" in der Nacht auf Sonntag stellte an die technischen Beamten der Ober- peftbirettion ungeheure Anforderungen. In rund sieben Stun­den mußten etwa 10 000 Fernsprechleitungen von ihren bis­herigen Anschlüssen abgeschnitten und anCarolus" angeglie­dert werden. Kein Serjehen durfte vorkommen. Mit dem Schlage 12 Uhr war das Werk vollendet. Das Amt konnte ohne jede Störung seinen Betrieb aufnehmen, der ausgezeich­net klappt. Die Mechanisierung des Fernsprechbetriebes aber hat zahlreiche Beamtinnen brotlos gemacht. Die Damen wur­denabgebaut".

Frankfurt a. M., 2. November. (Gin Darlehns- schwindler.) In letzter Zeit ist in verschiedenen Städ­ten, u. a. auch in Frankst a. M., ein Betrüger aufgetre­ten, der sich als Vertreter einer größeren auswärtigen Firma ausgab. Er suchte hiesige Geschäftsleute auf unter der Angabe, daß ihm seine Reisekasse ausgegangen sei. Es gelang ihm, auch in weiteren Fällen auf dieses schwindel­hafte Vorgehen Beträge zu erlangen.

Frankfurt a. M., 2. November. (A n n o n c e n = schwindle r.) Aus mehreren Städten des Rheinlan­des wird bekannt, daß überall da, wo der Zirkus Eara- sani gastiert, kurze Zeit vor seinem Eintreffen einige Herren einer Leipziger Firma für neuzeitliche Propaganda erschienen sind und bei Geschäftsleuten Vorbestellungen für Inserate für die Programme des Zirkus Sarasani aufnch- men. Bei Eintreffen des Zirkus sehen die Geschäftsleute dann, daß das Programm ihre aufgegebenen und bezahl­ten Inserate nicht enthält, und auf eine Beschwerde bei der Direktion des Zirkus Sarasani mußten die Geschädig­ten erfahren, bag der Zirkus keinen Auftrag für Insera­tensammlung an eine Firma gegeben hatte. Da nun Sa­rasani demnächst auch in Frankfurt a. M. erscheinen wird, wird es gut sein, wenn Geschäftsleute bei Ausgabe von Inseraten usw. sich genau davon unterrichten, ob sie es mit Angestellten des Zirkus Sarasani oder mit Beauftragten einer Gesellschaft zu tun haben, wenn sie vor Schaden bewahrt bleiben wollen.

Frankfurt a. M 3. November. (S e l 6 st m o r d v e r - s u ch eines Schülers.) Wegen schlechter Note im französischen Unterricht stürzte sich gestern nachmittag ge- gen 3 Uhr ein in der Oberlindau wohnender 1-tjühriger Schüler in der Nähe des Heddernheimer Gaswerks in die Nidda Da er schwimmkundig war, betam er aber schnell Reue und kletterte von selbst wieder ans Ufer.